Ich kenne kein (House-)Label der Jetztzeit, auf dem ER nicht schon vertreten ist. Ob es Quintessentials ist, auf welchem er uns auf eine Klangreise durch seine Heimatstadt Konotop nimmt, ob Uzuri, Best Works Records, Ethereal Sounds oder Firecracker Recordings - überall dort, wo Wert auf handarbeitlich gefertigte, naturbelassene und ehrliche House Musik gelegt wird, war ER bereits zugegen.
Die Rede ist von Vakula Karpenko, dem DJ / Produzenten aus der Ukraine. Sein Repertoire ist breitgefächert. Es umfasst verschiedene Erscheinungsformen von House, die jedoch ein gemeinsames Erkennungsmerkmal aufweisen. An irgendeiner Stelle, sei es bei den Rhythmuspattern, sei es in der Melodieführung, schimmern Soul und Jazz deutlich hervor. Hier zeigt sich auch die Qualität seiner Produktionen, die keineswegs in einem engen Dogma-Gehäuse eingeschlossen sind. House, Deep House kann nämlich auch Spass machen.
Mit dem Viertracker "Saturday" zündet Vakula eine weitere Stufe. Er serviert Sounds, üppig und reichhaltig ausgeschmückt wie ein herbstlicher Erntedankaltar. Trotzdem wirken sie nicht überladen und schon gar nicht erscheinen sie wie ein undurchdachtes, gar blindes Zitat der Vergangenheit. Er fügt klassische Vierviertel-Rhythmuspattern so geschickt aneinander, dass die vier Tracks durchweg auf einem komplexen, dennoch subtilen Unterbau ruhen. Darauf schichtet er harmonische Synth-Pads und instrumentale Kompositionen - ein dezent-funkiges Gitarrenlick, ein transparent perlendes Vibraphon, weiche (Hammond-)Orgelpads und (selbstredend) Pianoläufe. Festgezurrt und zusammengehalten werden sie von warmen Basstexturen. Mit einem Wort: KILLER!
Vakula - Saturday
Vakula - Touch
English (short) version: house music with deep inflections of jazz and soul bursting with atmosphere by Ukrainian producer Vakula. In a word: KILLER!
Mehr im Web:
Vakula @ Facebook
Vakula @ MySpace
Vakula @ Soundcloud
3rd Strike Records @ Resident Advisor
Under The Shade
P.S. Vakula mit "Picture of You" demnächst ein weiteres Label, das in Amsterdam beheimatete Dekmantel, mit seiner Musik bereichern. Man ist geneigt, ihm eine kreative Auszeit zu empfehlen, zu gross ist die Angst - nicht nur meine -, dass er sich selbst aufreiben, an Qualität und Ausdruckskraft verlieren könnte. Bis jetzt sehe ich jedoch noch keine Anzeichen dafür. Hoffentlich bleibt das auch so.
Tampilkan postingan dengan label soulful. Tampilkan semua postingan
Tampilkan postingan dengan label soulful. Tampilkan semua postingan
Fudge Fingas - Now About How
Der Schotte Gavin Sutherland hat mit "Gettin' Together", "Me & U" oder "Dins Dins 4 Dada", veröffentlicht auf Linkwood und Prime Numbers, Infusionen mit hochgradig konzentriertem Soul an die House-Musik angelegt. Noch im März soll mit "Now About How" sein Debüt-Album erscheinen, ebenfalls auf Prime Numbers. Neben jede Menge unveröffentlichten Tracks und Skizzen beinhaltet es auch "It's About Time" und "Me & U", die für mich zu den musikalisch schönsten Stücken im vergangenen Jahr zählen. Auf der Soundcloud des DJs und Produzenten aus Edinburgh lässt sich in das Album reinhören. Tipp!
Now About How by Fudge Fingas
English (short) version: take some time to pre-listen the debut album of Gavin Sutherland a.k.a. Fudge Fingas. It's a soulful ride through classically-rooted house music with jazz-tinged arrangements and raw funk rhythms. Don't miss!
Mehr im Web:
Fudge Fingas @ Facebook
Fudge Fingas @ MySpace
Fudge Fingas @ Soundcloud
Prime Numbers
Now About How by Fudge Fingas
English (short) version: take some time to pre-listen the debut album of Gavin Sutherland a.k.a. Fudge Fingas. It's a soulful ride through classically-rooted house music with jazz-tinged arrangements and raw funk rhythms. Don't miss!
Mehr im Web:
Fudge Fingas @ Facebook
Fudge Fingas @ MySpace
Fudge Fingas @ Soundcloud
Prime Numbers
Fried Tofu - Fried Tofu Edits
Die Zahl der Edits klassischer Disco Songs, obskurer Pop-Perlen der letzten fünf Jahrzehnte, Rock-Balladen und von allerlei Verschüttetem bekannter oder unbekannter Musiker ist Legion. Von Blog zu Blog zu browsen, sich durch Plattenkisten zu graben, von Soundcloud zu Soundcloud zu fliegen, macht zwar unheimlich viel Spass, ist aber in höchstem Masse zeitaufwändig.
Nach Tagen und Nächten des "diggens" - dabei immer schön auch das enzyklopädische Verzeichnis von discogs.com geöffnet haben - muss man sich eingestehen, dass man niemals alle Untiefen der 2.0-Welten ausforschen kann, auch wenn man sämtliche sozialen Kontakte einstellt, auf das Lesen von Büchern, auf Filme und auf die eine oder andere Mahlzeit am Tag verzichtet. Kaffee zum Wachbleiben und Nikotin zur Unterdrückung des Hungergefühls tun's ja schliesslich auch.
Ist der Körper einmal ausgezehrt bis auf die Knochen, fühlt man sich matt und kraftlos aufgrund der Suchexpeditionen. Es muss Powerfood her. Als ein solcher gilt bekanntlich Tofu. Ob geräuchert oder im Kräutermantel, ob gebraten oder paniert und ausgebacken - es gibt viele Arten der Zubereitung, genauso wie es unterschiedlcihe Herangehensweisen für die Herstellung eines Edits gibt. Und damit wären wir wieder beim Thema. Denn eine Kraftnahrung der musikalischen Art bietet das erst kürzlich auf der Erdoberfläche erschienene Edit-Label Fried Tofu. Die Herkunftsangabe St. Lucia sollte man nicht ganz so ernst nehmen. Umso ernster jedoch die Sounds. Mein Favorit darauf: die Überarbeitung von "Look Ahead" von Aquarian Dream:
Original:
Edit:
FT01 Love Is What [promosnippet] by Fried Tofu
English (short) version: new label that will release edits of disco classics, obscure pop music and all kind of lost pearls. Worth to check!
Mehr im Web:
Fried Tofu @ Soundcloud
Fried Tofu
Nach Tagen und Nächten des "diggens" - dabei immer schön auch das enzyklopädische Verzeichnis von discogs.com geöffnet haben - muss man sich eingestehen, dass man niemals alle Untiefen der 2.0-Welten ausforschen kann, auch wenn man sämtliche sozialen Kontakte einstellt, auf das Lesen von Büchern, auf Filme und auf die eine oder andere Mahlzeit am Tag verzichtet. Kaffee zum Wachbleiben und Nikotin zur Unterdrückung des Hungergefühls tun's ja schliesslich auch.
Ist der Körper einmal ausgezehrt bis auf die Knochen, fühlt man sich matt und kraftlos aufgrund der Suchexpeditionen. Es muss Powerfood her. Als ein solcher gilt bekanntlich Tofu. Ob geräuchert oder im Kräutermantel, ob gebraten oder paniert und ausgebacken - es gibt viele Arten der Zubereitung, genauso wie es unterschiedlcihe Herangehensweisen für die Herstellung eines Edits gibt. Und damit wären wir wieder beim Thema. Denn eine Kraftnahrung der musikalischen Art bietet das erst kürzlich auf der Erdoberfläche erschienene Edit-Label Fried Tofu. Die Herkunftsangabe St. Lucia sollte man nicht ganz so ernst nehmen. Umso ernster jedoch die Sounds. Mein Favorit darauf: die Überarbeitung von "Look Ahead" von Aquarian Dream:
Original:
Edit:
FT01 Love Is What [promosnippet] by Fried Tofu
English (short) version: new label that will release edits of disco classics, obscure pop music and all kind of lost pearls. Worth to check!
Mehr im Web:
Fried Tofu @ Soundcloud
Fried Tofu
Demetrio Giannice - Slow
Frühlingserwachen auch bei Third Ear, dem britischen Aussenposten für Detroit House-Adepten auf beiden Seiten des grossen Teichs. Den Veröffentlichungsreigen für das Jahr 2011 einleiten darf Demetrio Giannice, der - man erinnere sich - vor nahezu einem Jahr auch eine Art Label-Rundschau für Resident Advisor erstellt hat (Label of the month: Third Ear und Label of the month 1003 Mix by Demetrio Giannice).
Auf diesem Mix vertreten waren einige Klassiker aus dem Veröffentlichungskatalog von Third Ear. Beispielsweise Rick Wilhites "Ruby Nights" im Gilb'R Remix - Gott, was liebe ich diesen Track! - oder Norm Talleys "The Journey". Ebenfalls enthielt der Mix auch das eine oder andere unveröffentlichte Material. Und wer - im Gegensatz zu mir - gut aufgepasst hat, konnte nun, mit dem Erscheinen von Demetrio Giannices "Slow EP" feststellen, dass er damals schon einen Track seiner neuen 12" miteingearbeitet hatte.
Jetzt also ist die Scheibe auf dem Markt. Es ist ein Vier-Tracker, auf dem sich der Züricher DJ und Produzent in meinen Augen in einem handwerklich noch ausgereifteren Sounddesign zeigt, als zuletzt als Remixer auf Mojuba oder zusammen mit Chez Damier als Adventures In Barcelona. Hier, auf der Slow EP, sind ihm wirklich meisterhaft gefertigte Schmuckstücke der (Deep) House-Musik gelungen, in denen er dem Hörer nahelegt, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft musikalisch nicht losgelöst nebeneinander stehen, sondern unmittelbar ineinander übergreifen.
"QC" beginnt mit einem Intro aus gesampleten Stimmen. Aus diesem drehen sich Snare-/Clap-Säulen heraus, schlank wie ihre korinthischen Schwestern. Verziert sind diese mit einem lebhaften Hi-Hat-, Key- und Synthflächen-Spiel, in das der beständig schlagende Puls der Bassdrum ein wenig Ruhe bringt. Als ich "Deepness" das erste Mal angespielt habe, zuckte ich zunächst kurz zusammen: das rhythmisch-perkussive Trommelwerk, mit welchem dieser Track beginnt. Doch Demetrio Giannice bestickt den Track mit warmen Chord Pads, feinen Beckensounds und einem präzisen Bassdrum-Pattern, so dass ich die Trommelei gut ertrage. "Slow", titelgebender Track, eröffnet mit krispen Funk-Beats und treibt sehr jacky nach vorne wohingegen sich der Enterbt Records-Chef auf "November" als Grossmeister des Zen-House erweist. Mit ruhig stampfenden Beats, kurzen, perlenden Klangtupfern und einem sich beständig wiederholenden Sprachsample erschafft er ein Kraftfeld, das jede einzelne Körperzelle wieder in eine harmonische Schwingung versetzt und die Energien frei fliessen lässt. House is a feeling. Oder so. [Am Rande bemerkt: täusche ich mich, oder scheinen die Tracks ein wenig von der Philosphie des Zen-House-Meisters Mike Huckaby beeinflusst zu sein?]
English (short) version: Zurich / Switzerland based producer Demetrio Giannice is back on Third Ear Recordings with another EP that contains four tracks deeply rooted in meditative harmonic tones and hypnotic beats that create an energetic flow. Highly recommended!
Mehr im Web:
Demetrio Giannice @ MySpace
Demetrio Giannice @ Facebook
Demetrio Giannice @ Soundcloud
Demetrio Giannice @ Podomatic
Third Ear @ MySpace
Third Ear
Demetrio Giannice - 383 by demetriogiannice
Auf diesem Mix vertreten waren einige Klassiker aus dem Veröffentlichungskatalog von Third Ear. Beispielsweise Rick Wilhites "Ruby Nights" im Gilb'R Remix - Gott, was liebe ich diesen Track! - oder Norm Talleys "The Journey". Ebenfalls enthielt der Mix auch das eine oder andere unveröffentlichte Material. Und wer - im Gegensatz zu mir - gut aufgepasst hat, konnte nun, mit dem Erscheinen von Demetrio Giannices "Slow EP" feststellen, dass er damals schon einen Track seiner neuen 12" miteingearbeitet hatte.
Jetzt also ist die Scheibe auf dem Markt. Es ist ein Vier-Tracker, auf dem sich der Züricher DJ und Produzent in meinen Augen in einem handwerklich noch ausgereifteren Sounddesign zeigt, als zuletzt als Remixer auf Mojuba oder zusammen mit Chez Damier als Adventures In Barcelona. Hier, auf der Slow EP, sind ihm wirklich meisterhaft gefertigte Schmuckstücke der (Deep) House-Musik gelungen, in denen er dem Hörer nahelegt, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft musikalisch nicht losgelöst nebeneinander stehen, sondern unmittelbar ineinander übergreifen.
"QC" beginnt mit einem Intro aus gesampleten Stimmen. Aus diesem drehen sich Snare-/Clap-Säulen heraus, schlank wie ihre korinthischen Schwestern. Verziert sind diese mit einem lebhaften Hi-Hat-, Key- und Synthflächen-Spiel, in das der beständig schlagende Puls der Bassdrum ein wenig Ruhe bringt. Als ich "Deepness" das erste Mal angespielt habe, zuckte ich zunächst kurz zusammen: das rhythmisch-perkussive Trommelwerk, mit welchem dieser Track beginnt. Doch Demetrio Giannice bestickt den Track mit warmen Chord Pads, feinen Beckensounds und einem präzisen Bassdrum-Pattern, so dass ich die Trommelei gut ertrage. "Slow", titelgebender Track, eröffnet mit krispen Funk-Beats und treibt sehr jacky nach vorne wohingegen sich der Enterbt Records-Chef auf "November" als Grossmeister des Zen-House erweist. Mit ruhig stampfenden Beats, kurzen, perlenden Klangtupfern und einem sich beständig wiederholenden Sprachsample erschafft er ein Kraftfeld, das jede einzelne Körperzelle wieder in eine harmonische Schwingung versetzt und die Energien frei fliessen lässt. House is a feeling. Oder so. [Am Rande bemerkt: täusche ich mich, oder scheinen die Tracks ein wenig von der Philosphie des Zen-House-Meisters Mike Huckaby beeinflusst zu sein?]
English (short) version: Zurich / Switzerland based producer Demetrio Giannice is back on Third Ear Recordings with another EP that contains four tracks deeply rooted in meditative harmonic tones and hypnotic beats that create an energetic flow. Highly recommended!
Mehr im Web:
Demetrio Giannice @ MySpace
Demetrio Giannice @ Facebook
Demetrio Giannice @ Soundcloud
Demetrio Giannice @ Podomatic
Third Ear @ MySpace
Third Ear
Demetrio Giannice - 383 by demetriogiannice
Mixed up... (56)
![]() |
| http://narr27.tumblr.com/post/3859720492 |
Obendrein erschüttert mich, dass zahlreiche Gruppierungen, radikale evangelikale Apokalyptiker oder Witzemacher mit Mario Barth'scher Niveaufreiheit, dieser Tage wieder vermehrt von sich hören lassen. Sie hängen sich an diese Ereignisse ran und instrumentalisieren und missbrauchen sie für ihre niederen Zwecke. Das finde ich schlichtweg zum kotzen genauso wie die Streuwirkung auf Facebook & Co. Auswüchse einer vernetzten Welt, die man hinzunehmen hat - genauso wie diese unsäglich makaberen, empathiefernen Beiträge neoliberaler Blogger. Zu deren Aussagen Stellung zu nehmen, empfiehlt sich allerdings nur bedingt. Man duelliert sich mit intellektuell Unbewaffneten.
Zurück zu den Mixtapes. Vor zwei, drei Tagen hat Dan Snaith alias Caribou auf seiner Soundcloud jede Menge Podcasts geteilt, die er in den letzten Monaten für diverse Blogs und Websites eingespielt hat. Sein Resident Advisor Podcast ist dabei, ebenso sein Mix für Allez-Allez. Stets eine schöne Zusammenstellung von eigenen Tracks gemischt mit House von Theo Parrish, Moodymann oder Mr. Fingers sowie Leckerbissen aus einer gut gefüllten Schachtel bunter Soundpralinen jeglicher Genre.
DJ Sets by Caribouband
Das kleine feine Label Terpsiton, das zuletzt mit "The XChange", einer 12" von Smallville's Dionne auf sich aufmerksam gemacht hat, verteilt seit einigen Wochen über seine gelb-orange Klangwolke Mixtapes der labelnahen Künstler. Zwei davon habe ich bis jetzt angehört. Mehrmals. Bin schwer beeindruckt.Ich hoffe, euch wird es genauso gehen.
Der erste Mix stammt von Kai von Glasow. Er hat die Veröffentlichungsreihe des Labels Terpsiton mit "Where Do We Go Wrong" (und weiteren Tracks) begonnen:
Terpsiton MIX TAPE "Higo Bloiko" (by Kai von Glasow) by TERPSITON
Für den zweiten Mix verantwortlich zeichnet Niklas Grosse Hündfeld a.k.a. Niki:
Terpsiton MIX TAPE "Jolifanto Bambla" (by NIKI) by TERPSITON
Fahrt in Richtung Chicago nimmt im folgenden Mix der Vinylgroover Johannes Albert auf. Rough Acid House Love!
Johannes Albert - Rough Acid Love House by johannes albert
Mit seinen Mixtapes fängt Späk nicht nur regelmässig Mäuse, sondern zieht enthusiastische House-/Techno-Fans in seinen Bann - mich eingeschlossen - und vergrössert die Schar der Stammhörer von Mix zu Mix. Im Anschluss an Johannes Alberts rohe Acid-Liebe kann es ja nur rough & dirty weitergehen:
basement - rough and dirty...mix by späk by späk
Rohkost aus House und Techno serviert auch Louche aus Leeds / London. Die Veranstalter haben für ihre bevorstehende Party Fred Peterkin alias Fred P / Black Jazz Consortium gebucht. Dieser wiederum hat als Amuse-Gueule einen Podcast vorausgeschickt:
Fred P - Podcast @ Louche
Sein Underground Quality-Homie DJ Jus-Ed war bei Melbourne Deepcast am Start und hat die Podcast-Reihe bereichert und zudem noch ein paar Fragen beantwortet. Check:
Jus-Ed - Interview & Podcast @ Melbourne Deepcast
Ray Jones aus Basel, DJ, Produzent, Soulful-House und Garage-Nostalgiker, hat sich durch das frühlingshaft anregende Wetter inspiriert gefühlt, einen neuen Mix auf seine Soundcloud zu packen. Azuni, Prommer & Barck, Steffi, und so weiter. Jus' dance, baby!
RayJones-DeepCarnival March Mix 2011 by Ray Jones
Den Abschluss macht heute Steffen Bennemann aus Leipig. Als Koi hat er mit "Deaf Torero" eine EP auf Styrax Leaves veröffentlicht, deren Dub Techno-Tracks mich auch heute noch die materielle Erde verlassen und zu astralen Ebenen schweben lassen. Genauso wirkt auf mich auch der Mitschnitt seines Sets aus der Panoramabar vom vergangenen November. Highly recommended!
steffen bennemann - panoramabar 25.11.2010 by steffenbennemann
English(short) version: this may sound shallow and superficial, but I honestly feel with the people in Japan that are suffering from the effects of last friday's severe earthquake and tsunami. A natural, environmental and human catastrophe like this leaves me speechless.
Besides of this, one thing really makes me angry: articles, blog posts and comments published by radicals evangelical movements, right-wing charismatic christians and so-called comedians who either welcome the earthquake or make fun of the victims. Fuck you, stupid morons!
To calm down, I highly recommend you the mixes by Dan Snaith a.k.a. Caribou. Perfect blend of own material with music from Moodymann, Theo Parrish, Mr. Fingers and all kind of obscure, soul-ish, jazzy music. Then you'll find a nice selection of house-not-house mixes by Johannes Albert, Späk, Fred P, Jus-Ed, and Terpsiton Muzik artists. Enjoy!
The Oliverwho Factory - Galactic Transit
Vier, fünf Mal kreiste ich um dieses Release wie ein Raubvogel, der seine Beute aus grosser Höhe herab beobachtet - nicht, was den rein musikalischen Aspekt betrifft, sondern die Herausforderung, darüber zu schreiben. Denn bei wievielen Platten aus Detroit oder von Detroiter Produzenten hat man das reiche Musikerbe der Motor City, beginnend beim Nachlass des "Black Bottom", dem Jazz der 50er Jahre und der Hochzeit des R&B/Soul der Tamla/Motown/Fortune-Zeit bis hin zu den Urvätern des Techno, schon bemüht, um die in Vinyl verkörperte elektronische (Club-)Musik zu versprachlichen.
Böszüngig könnte man auf den Fliessbandcharakter dieser Musik abheben, auf eine glatte, letzten Endes absatzoptimierte Produktionsweise der Tamla/Motown-Songs. Denn die Musiker / Sänger mussten unter dem Diktat von Labelbetreibern wie Berry Gordy Jr. ihre ursprünglich tiefe und lebendige Verwurzelung in der schwarzamerikanischen Kultur so weit verleugnen, um eine grösstmögliche Anzahl kaufkräftiger Adressaten zu erreichen und dabei immer noch so fest mit dieser verankert erscheinen, um noch als authentisch und deeply rooted zu gelten. Eine durchaus heikle Gratwanderung, ein Feuerspiel mit dem - auch kommerziellen - Popaspekt. Die Betonung des Rohen, Schroffen, der Industrial-artigen Härte und Kälte, kommt erst später.
Auf die elektronische (Club-)Musik der Jetztzeit lässt sich das nicht eins zu eins übertragen. Major-Label in diesem Sinne sind wirklich nur wenige auszumachen (und in der Regel auch für den sogenannten Untergrund nicht relevant). Der Nachfragemarkt ist überschaubar und überwiegend kleinteilig strukturiert. Und die Produzenten setzen alles in ihrer Macht stehende daran, die Charakteristik ihres Sounds so deutlich wie möglich von geschmeidig-seidigen Texturen abzugrenzen. Dabei sind es doch oftmals gerade die zarten, fast schon schwebenden Harmonien, die samtig-satinierten Melodiewindungen, die im Körper die Endorphine freisetzen, mitreissen und bewegen. Auch hier das Feuerspiel mit dem Popaspekt, das die Grenze zwischen (noch) Kunst und (schon) Mainstream deutlich markiert.
Mit wenigstens drei Feuerkeulen jonglieren auch Darryl Caliman und Shonie C alias The Oliverwho Factory auf "Galactic Transit", ihrer neuesten 12", die vor kurzem auf Rush Hour erschienen ist. Dieses Bild verdeutlicht meines Erachtens sehr gut, welch hohes Risiko die beiden Detroiter hier eingegangen sind. Nach einem kurzen Auftakt, gespielt mit ganz klassischen anaogen Drummaschinen, setzt eine Melodie ein, welche gesummt vorgetragen wird. Episches und chorales Element für die einen, Todesstoss für die anderen. Doch das Detroiter Duo geht gekonnt mit dem Risiko um, sich an dieser Fackel - dem aufschwingenden, süsslich-kitschigen Gesang - zu verletzten. Diesen Gesang umschmeicheln Synthesizer-Klänge, wabernde warme Flächen und zischende, maschinenharte kalte Shots. Die zweite Feuerkeule. Zugegeben: auf die schmachtend vorgetragene Lobhudelei der eigenen Arbeit reagiere ich etwas empfindlich. Das ist die dritte Jonglierfackel. Diese gehört aber dazu. Detroit, Soul, der offensichtliche Popcharakter. [Und mit zwei Jongliergeräten kann ja schliesslich jeder umgehen].
English (short) version: Detroit based producer duo The Oliverwho Factory walking the tightrope between the soul's cheese and spicy-sweet techno. As the both are very skilled musicians, it's an amazing spectacle of techno soul.
Mehr im Web:
The Oliverwho Factory @ discogs
The Oliverwho Factory - Interview @ Energy Flash Blog
The Oliverwho Factory - Interview & Podcast @ Little White Earbuds
Böszüngig könnte man auf den Fliessbandcharakter dieser Musik abheben, auf eine glatte, letzten Endes absatzoptimierte Produktionsweise der Tamla/Motown-Songs. Denn die Musiker / Sänger mussten unter dem Diktat von Labelbetreibern wie Berry Gordy Jr. ihre ursprünglich tiefe und lebendige Verwurzelung in der schwarzamerikanischen Kultur so weit verleugnen, um eine grösstmögliche Anzahl kaufkräftiger Adressaten zu erreichen und dabei immer noch so fest mit dieser verankert erscheinen, um noch als authentisch und deeply rooted zu gelten. Eine durchaus heikle Gratwanderung, ein Feuerspiel mit dem - auch kommerziellen - Popaspekt. Die Betonung des Rohen, Schroffen, der Industrial-artigen Härte und Kälte, kommt erst später.
Auf die elektronische (Club-)Musik der Jetztzeit lässt sich das nicht eins zu eins übertragen. Major-Label in diesem Sinne sind wirklich nur wenige auszumachen (und in der Regel auch für den sogenannten Untergrund nicht relevant). Der Nachfragemarkt ist überschaubar und überwiegend kleinteilig strukturiert. Und die Produzenten setzen alles in ihrer Macht stehende daran, die Charakteristik ihres Sounds so deutlich wie möglich von geschmeidig-seidigen Texturen abzugrenzen. Dabei sind es doch oftmals gerade die zarten, fast schon schwebenden Harmonien, die samtig-satinierten Melodiewindungen, die im Körper die Endorphine freisetzen, mitreissen und bewegen. Auch hier das Feuerspiel mit dem Popaspekt, das die Grenze zwischen (noch) Kunst und (schon) Mainstream deutlich markiert.
Mit wenigstens drei Feuerkeulen jonglieren auch Darryl Caliman und Shonie C alias The Oliverwho Factory auf "Galactic Transit", ihrer neuesten 12", die vor kurzem auf Rush Hour erschienen ist. Dieses Bild verdeutlicht meines Erachtens sehr gut, welch hohes Risiko die beiden Detroiter hier eingegangen sind. Nach einem kurzen Auftakt, gespielt mit ganz klassischen anaogen Drummaschinen, setzt eine Melodie ein, welche gesummt vorgetragen wird. Episches und chorales Element für die einen, Todesstoss für die anderen. Doch das Detroiter Duo geht gekonnt mit dem Risiko um, sich an dieser Fackel - dem aufschwingenden, süsslich-kitschigen Gesang - zu verletzten. Diesen Gesang umschmeicheln Synthesizer-Klänge, wabernde warme Flächen und zischende, maschinenharte kalte Shots. Die zweite Feuerkeule. Zugegeben: auf die schmachtend vorgetragene Lobhudelei der eigenen Arbeit reagiere ich etwas empfindlich. Das ist die dritte Jonglierfackel. Diese gehört aber dazu. Detroit, Soul, der offensichtliche Popcharakter. [Und mit zwei Jongliergeräten kann ja schliesslich jeder umgehen].
English (short) version: Detroit based producer duo The Oliverwho Factory walking the tightrope between the soul's cheese and spicy-sweet techno. As the both are very skilled musicians, it's an amazing spectacle of techno soul.
Mehr im Web:
The Oliverwho Factory @ discogs
The Oliverwho Factory - Interview @ Energy Flash Blog
The Oliverwho Factory - Interview & Podcast @ Little White Earbuds
Barck & Prommer - Lovin
Während Voom:Voom- und Fauna Flash-Kollege Roland Appel derzeit auf Poker Flat mit "Fleurs Du Mal" eine ausgesprochen Dancefloor-orientierte, will schreiben Rave-orientierte Seite an den Tag legt, hat sich Christian Prommer mit Jazzanova's Alexander Barck zusammen getan, um ihren kreativen Ideen freien Lauf zu lassen. Nun steht ihr gemeinsam erarbeitetes Album mit dem Titel "Alex and The Grizzly" kurz vor seiner Veröffentlichung und man darf fürwahr gespannt sein, wie ihr weitreichender, nur schwer zu fassender musikalischer Geisteshorizont sich in Albumlänge entfaltet. Diesen haben sie über die Jahre hinweg beständig ausgeweitet - Alexander Barck ist nicht von ungefähr einer der gefragtesten Freistil-DJs -, beständig haben sie an ihren künstlerischen Fähigkeiten gearbeitet - Prommers Drumlessons Vol. 1 und Vol. 2 sowie seine Arbeit als Produzent behind the scenes für DJ Hell oder Roberto Di Gioia alias Marsmobil seien da als Beispiel genannt.
Nun also treffen Jahre, Jahrzehnte an Erfahrung, an sowohl intellektueller als auch im Clubkontext praktischer Auseinandersetzung mit Musik aufeinander, finden Eingang in eine Kooperation, deren (endgültiges) Ergebnis wir am 15. April 2011, dem anberaumten Erscheinungsdatum des Albums, aufgetischt bekommen. Was man von den beiden, Alexander Barck und Christian Prommer, erwarten kann (und darf), haben sie bereits im vergangenen Jahr mit "Pictures Of The Sea / Gladys Knight", einer EP auf Permanent Vacation, gezeigt - zwei Disco / Deep House-Hybriden, die in subtropisch opulenten Klangfarben erstrahlen.
Tief im Mangrovensumpf von dub-beeinflusster Downbeat-Elektronika sind hingegen die House- und Disco-Säulen der beiden Produzenten auf "Lovin'" verankert. Mit dem Rauschen und Knistern im Hintergrund , den Gitarren- und Bläser-Einsprengseln, harmonischen Streicherflächen und einer kindlich-schüchtern gespielten Flötenmelodie zielen Barck und Prommer zunächst darauf ab, ein reines Stimmungsbild zu erschaffen. Geist und Seele sollen frei schweben, sich frei entfalten dürfen. Bei wem kommt da kein Gefühl von Entrücktsein auf? Doch bevor man in Folge dieser Seelenmassage vollends in eine Art Nirvana abgleitet, nimmt "Lovin'" eine Wendung. Ein pulsierender House-Beat sowie eine forsche Acid Synth-Line brechen die Stimmung. Alexander Barck und Christian Prommer ziehen das Tempo an, lösen einen gleichsam aus diesem Stadium der Kontemplation heraus und führen einen mit fester Hand zurück auf die Tanzfläche.
Dort, auf der Tanfzläche, ist die Heimat sowohl des Dub-Version von Lovin' als auch des Remixes, den André Lodemann zu dieser 12" beigesteuert hat. Beide Überarbeitungen gehen das Thema direkt an. Verschiedene Elemente sorgen für eine gleichmässige und unmittelbare Kraftübertragung, allen voran die ostinat marschierenden Bassfiguren, die rhythmische vielmehr jedoch die harmonische Phrasierung und dem pulsierenden 4/4-Beat mit seinen voluminösen Hi-Hat- und Snare Drum-Klängen.
English (short) version: Alexander Barck of Jazzanova fame, Christian Prommer (Drumlessons Vol. 1 & Vol. 2) and - as remix artist - André Lodemann (Best Works Records) team up to enchant their audience with warm and charming sounds centered around a deep house groove ("Dub" / "André Lodemann Remix") whereas the original version is a creamy and decadent cocktail of dub-flavoured electronica and disco-tinged slow motion house. Best enjoyed during the heat of the summer!
Mehr im Web:
Prommer & Barck @ Facebook
Prommer & Barck
Christian Prommer @ MySpace
Christian Prommer @ Soundcloud
André Lodemann @ Facebook
André Lodemann @ MySpace
Best Works Records @ Facebook
Best Works Records @ MySpace
Nun also treffen Jahre, Jahrzehnte an Erfahrung, an sowohl intellektueller als auch im Clubkontext praktischer Auseinandersetzung mit Musik aufeinander, finden Eingang in eine Kooperation, deren (endgültiges) Ergebnis wir am 15. April 2011, dem anberaumten Erscheinungsdatum des Albums, aufgetischt bekommen. Was man von den beiden, Alexander Barck und Christian Prommer, erwarten kann (und darf), haben sie bereits im vergangenen Jahr mit "Pictures Of The Sea / Gladys Knight", einer EP auf Permanent Vacation, gezeigt - zwei Disco / Deep House-Hybriden, die in subtropisch opulenten Klangfarben erstrahlen.
Tief im Mangrovensumpf von dub-beeinflusster Downbeat-Elektronika sind hingegen die House- und Disco-Säulen der beiden Produzenten auf "Lovin'" verankert. Mit dem Rauschen und Knistern im Hintergrund , den Gitarren- und Bläser-Einsprengseln, harmonischen Streicherflächen und einer kindlich-schüchtern gespielten Flötenmelodie zielen Barck und Prommer zunächst darauf ab, ein reines Stimmungsbild zu erschaffen. Geist und Seele sollen frei schweben, sich frei entfalten dürfen. Bei wem kommt da kein Gefühl von Entrücktsein auf? Doch bevor man in Folge dieser Seelenmassage vollends in eine Art Nirvana abgleitet, nimmt "Lovin'" eine Wendung. Ein pulsierender House-Beat sowie eine forsche Acid Synth-Line brechen die Stimmung. Alexander Barck und Christian Prommer ziehen das Tempo an, lösen einen gleichsam aus diesem Stadium der Kontemplation heraus und führen einen mit fester Hand zurück auf die Tanzfläche.
Dort, auf der Tanfzläche, ist die Heimat sowohl des Dub-Version von Lovin' als auch des Remixes, den André Lodemann zu dieser 12" beigesteuert hat. Beide Überarbeitungen gehen das Thema direkt an. Verschiedene Elemente sorgen für eine gleichmässige und unmittelbare Kraftübertragung, allen voran die ostinat marschierenden Bassfiguren, die rhythmische vielmehr jedoch die harmonische Phrasierung und dem pulsierenden 4/4-Beat mit seinen voluminösen Hi-Hat- und Snare Drum-Klängen.
English (short) version: Alexander Barck of Jazzanova fame, Christian Prommer (Drumlessons Vol. 1 & Vol. 2) and - as remix artist - André Lodemann (Best Works Records) team up to enchant their audience with warm and charming sounds centered around a deep house groove ("Dub" / "André Lodemann Remix") whereas the original version is a creamy and decadent cocktail of dub-flavoured electronica and disco-tinged slow motion house. Best enjoyed during the heat of the summer!
Mehr im Web:
Prommer & Barck @ Facebook
Prommer & Barck
Christian Prommer @ MySpace
Christian Prommer @ Soundcloud
André Lodemann @ Facebook
André Lodemann @ MySpace
Best Works Records @ Facebook
Best Works Records @ MySpace
Jovonn - Revival
Late Nite Audio ist Clubnacht und Label zugleich. Labelgründer und Resident DJs sind Danny Clark und Toby Tobias. Muss man sich bei ersterem wahrscheinlich noch ein paar Informationen ergooglen und sich dazu durch Verweise auf den gleichnamigen australischen Bahnradsportler oder US-amerikanischen Football-Spieler hindurchwühlen, weiss man zweiteren ein wenig schneller einzuordnen. "Space Shuffle", Debüt-Album, 2008 auf Rekids veröffentlicht, in der Folge EPs auf Nang, Tiny Sticks oder Under The Shade; mit "Macasu" im letzten Jahr die erste Platte auf dem eigenen Label, die mit dem allseits bekannten Remix von Motor City Drum Ensemble, sure shot, heavy hitter und soul missile in einem verzeichnen konnte.
Die programmliche Ausrichtung des Labels möchte einen Bogen spannen von Disko beziehungsweise discoid eingefärbten Sounds hin zu House, dessen musikalischen Ursprünge bekanntermassen - sofern man wenigstens den Wikipedia-Eintrag verinnerlicht hat - in der Disko-Musik der späten Siebziger und Achtziger Jahre liegt. Wenn in der Wikipedia in der Folge die Rede ist vom Einfluss dieser Musik vor allem auf die Harmonik und Melodieführung von House, und legte man dies als Massstab an alle heute veröffentlichten Tracks, müssten die grossen Downloadportale meiner Meinung nach ein paar Genreänderungen vornehmen. Denn nicht alles, was das Label "House" oder gar "Deep House" bekommt, verdient es auch.
Zu Recht den House-TÜV-Stempel aufgedrückt erhalten hat jedoch der neueste Output des New Yorkers Jovonn. Seit über zwanzig Jahren nun veröffentlicht der DJ und Produzent aus dem Stadtteil Brooklyn einen Sound, der sich sehr leicht unter die - gar nicht so schlecht formulierte - Wikipedia-Definition von House subsumieren lässt. 1990 mit "Turn and Run Away 'Runnin'" einen Hit auf Warner Bros. Records gelandet, seither vorwiegend auf den eigenen Label Goldtone Records, Next Moov Records und Next Moov Traxx anzutreffen. Sein Markenzeichen - sofern man davon überhaupt sprechen kann - ist ein stark Garage-orientierter House. Einfach gehaltene Rhythmus-Pattern mit einem Akzent auf grummelnden Bässen und dunkel abgedämpften Kickdrums, sehr eingängigen, dezent eingesetzten Melodieläufen, gerne auch das seufzende Singen einer (Quer-)Flöte, sowie warme Synth-Pads, die in ihrem harmonischen Aufbau sehr einfach gehalten sind. Wenn Vocals, überschreitet ihr Einsatz nie die Grenze zur Cheesyness, wie man es bei manch anderen Garage- / Jersey- House Tunes feststellen kann.
Jovonns kompositorisches Konzept findet sich auch in den beiden Tracks "A Definition Of A Track" und dem B-Seiten-Stück "Space Atmosphere" deutlich erkennbar wieder. Als Remixer begegnen wir Giles Smith und Martin Dawson sowie von Mankind, einem Projekt aus dem Umfeld des Labels Late Night Audio. Der Secretsundaze-Kopf und sein Produktionspartner setzen die Ruheenergie des Originals frei, was sich unmittelbar auf die Grundgeschwindigkeit auswirkt. Kurze Pad-Sounds, anschlagdynamische Rim-Shots, mit für meinen Geschmack ein wenig zu grosszügig mit Flanger-Effekten unterlegte Synthie-Flächen, Claps sowie die eine oder andere angeschlagene Pianotaste. Das Mankind-Projekt hält im Vergleich dazu das Tempo niedrig, zielt mit seinen verwaschenen, sich im Hall verlierenden Synthesizertönen, den zerbrechlich anmutenden (Kuh-)Glockensounds und röhrenden Acid-Bass-Spuren jedoch in Richtung (Space) Disco. Kann man durchaus Revival nennen, diese Platte, auch wenn wir ein solches nahezu täglich feiern.
JoVonn - Revival EP Preview by Late Night Audio
English (short) version: Jovonn on Late Night Audio with two tracks referring to house music's heritage and underlining its nexus to late seventies and eighties disco music. Giles Smith and Martin Dawson team up under their Two Armadillos moniker for a straight-ahead house affair whereas Mankind steps into a more disco-tinged sound area.
Mehr im Web:
Jovonn @ MySpace
Two Armadillos @ MySpace
Two Armadillos @ Soundcloud
Late Night Audio @ MySpace
Late Night Audio @ Soundcloud
Late Night Audio
Die programmliche Ausrichtung des Labels möchte einen Bogen spannen von Disko beziehungsweise discoid eingefärbten Sounds hin zu House, dessen musikalischen Ursprünge bekanntermassen - sofern man wenigstens den Wikipedia-Eintrag verinnerlicht hat - in der Disko-Musik der späten Siebziger und Achtziger Jahre liegt. Wenn in der Wikipedia in der Folge die Rede ist vom Einfluss dieser Musik vor allem auf die Harmonik und Melodieführung von House, und legte man dies als Massstab an alle heute veröffentlichten Tracks, müssten die grossen Downloadportale meiner Meinung nach ein paar Genreänderungen vornehmen. Denn nicht alles, was das Label "House" oder gar "Deep House" bekommt, verdient es auch.
Zu Recht den House-TÜV-Stempel aufgedrückt erhalten hat jedoch der neueste Output des New Yorkers Jovonn. Seit über zwanzig Jahren nun veröffentlicht der DJ und Produzent aus dem Stadtteil Brooklyn einen Sound, der sich sehr leicht unter die - gar nicht so schlecht formulierte - Wikipedia-Definition von House subsumieren lässt. 1990 mit "Turn and Run Away 'Runnin'" einen Hit auf Warner Bros. Records gelandet, seither vorwiegend auf den eigenen Label Goldtone Records, Next Moov Records und Next Moov Traxx anzutreffen. Sein Markenzeichen - sofern man davon überhaupt sprechen kann - ist ein stark Garage-orientierter House. Einfach gehaltene Rhythmus-Pattern mit einem Akzent auf grummelnden Bässen und dunkel abgedämpften Kickdrums, sehr eingängigen, dezent eingesetzten Melodieläufen, gerne auch das seufzende Singen einer (Quer-)Flöte, sowie warme Synth-Pads, die in ihrem harmonischen Aufbau sehr einfach gehalten sind. Wenn Vocals, überschreitet ihr Einsatz nie die Grenze zur Cheesyness, wie man es bei manch anderen Garage- / Jersey- House Tunes feststellen kann.
Jovonns kompositorisches Konzept findet sich auch in den beiden Tracks "A Definition Of A Track" und dem B-Seiten-Stück "Space Atmosphere" deutlich erkennbar wieder. Als Remixer begegnen wir Giles Smith und Martin Dawson sowie von Mankind, einem Projekt aus dem Umfeld des Labels Late Night Audio. Der Secretsundaze-Kopf und sein Produktionspartner setzen die Ruheenergie des Originals frei, was sich unmittelbar auf die Grundgeschwindigkeit auswirkt. Kurze Pad-Sounds, anschlagdynamische Rim-Shots, mit für meinen Geschmack ein wenig zu grosszügig mit Flanger-Effekten unterlegte Synthie-Flächen, Claps sowie die eine oder andere angeschlagene Pianotaste. Das Mankind-Projekt hält im Vergleich dazu das Tempo niedrig, zielt mit seinen verwaschenen, sich im Hall verlierenden Synthesizertönen, den zerbrechlich anmutenden (Kuh-)Glockensounds und röhrenden Acid-Bass-Spuren jedoch in Richtung (Space) Disco. Kann man durchaus Revival nennen, diese Platte, auch wenn wir ein solches nahezu täglich feiern.
JoVonn - Revival EP Preview by Late Night Audio
English (short) version: Jovonn on Late Night Audio with two tracks referring to house music's heritage and underlining its nexus to late seventies and eighties disco music. Giles Smith and Martin Dawson team up under their Two Armadillos moniker for a straight-ahead house affair whereas Mankind steps into a more disco-tinged sound area.
Mehr im Web:
Jovonn @ MySpace
Two Armadillos @ MySpace
Two Armadillos @ Soundcloud
Late Night Audio @ MySpace
Late Night Audio @ Soundcloud
Late Night Audio
Genius Of Time - Drifting Back / Houston We Have A Problem
Gibt es etwas Schöneres, als an seinen Lieblingsort zurückzukehren? An den Ort, dessen Farben, Gerüche und Geräusche man so sehr ins Herz geschlossen hat, dass man sie nicht nur aus tausenden anderen Sinneseindrücken herausfiltern kann, sondern dass sie immer wieder auf sich eindringen spüren möchte? Ein Lieblingsort ist ein erinnerungsstarker, emotional aufgeladener Ort, ein Sehnsuchtsort. Vielleicht überhöht man ihn ein bisschen in seinem Erinnerungsbewusstsein. Womöglich löst er sogar wehmutsvolle Gedanken aus, da man ihn so intensiv erlebt hat, da er aus der Distanz heraus auch zur Projektionsfläche positiver wie negativer Erinnerungen wird. In Freiburg habe ich einige solcher Lieblingsorte. Für die Musik ist es sicher das Waldsee. tageins, Jazz ohne Stres, Beats & Öxle, Root Down, vor Jahren noch die Garage Traxx-Abende und das eine oder andere Konzert.
Auch in der Musik kann es solche Lieblingsorte geben. Topoi. Einer davon? Klagende oder heitere Klavierakkorde beziehungsweise Klaviermelodien, "chord based piano melody" oder so; ein wiederkehrendes rhythmisch-melodisches Motiv, das sich durch das ganze Werk, hier den ganzen Track hindurchzieht.
Möglicherweise denken und fühlen Genius of Time aus Schweden nicht unähnlich. Denn auf "Same Old Place", ihrem ersten Release, knüpfen sie an die Tradition des "Piano House" an und setzen auf die Dramaturgie der Klavierakkorde. "Same Old Place", irgendwann 2010 auf dem kleinen Imprint Aniara Records veröffentlicht, lenkte die Aufmerksamkeit vieler wieder nach Schweden, ohne dabei an Swedish House Mafia & Co. denken zu müssen.
Auch auf der zweiten 12" verfolgen Genius of Time weiterhin den Weg der Klassik. Erscheinen wird der Dreitracker in wenigen Tagen auf einem Ableger des Rotterdamer Clone-Imperiums, und zwar auf Clone Royal Oak. Diese Veröffentlichungsreihe hat schon einige interessante Produzenten an sich binden können, so zum Beispiel Reggie Dokes, Gerd und Alex Agore oder Space Dimension Controller. Genius of Time erfreuen auf ihrer EP weniger mit futuristischem Funk, vielmehr jedoch mit klassischem House, der Leichtigkeit und Tiefe zugleich vermittelt.
"Drifting Back" zeichnet sich aus durch ein klangfarbenfrohes Arrangement aus zärtlich gestreichelten Percussions, tiefen Bassgrooves und Vibraphon-Melodieläufen. Sie verdichten diese Elemente zu einem melodischen Topos, der auch einen Glenn Underground in ehrfurchtsvolles Staunen versetzen könnte, denn eine Vielzahl seiner Tracks weist eine entsprechende Gestaltähnlichkeit auf. "Houston We Have A Problem" präsentiert sich im Vergleich dazu beatgeladen. Die breiten, satten Synthie-Einwürfe umhüllen die repetitiven rhythmischen Einheiten mit Wohlgefühl und Geborgenheit - beides Grundvoraussetzungen für Lieblingsorte. Mit "Juxtapose" erweisen sich Genius Of Time zudem nicht nur als Bewahrer einer klassischen House-Schönheit, sondern zeigen sich als Experimentatoren, als geniale Grenzgänger zwischen geraden und gebrochenen Rhythmen. Sie führen den Hörer ein in eine Welt warmer Melodiefragmente, die sie in feinstrukturierte Klanggewebe einbetten und die über den synkopierten Rhythmen zu schweben scheinen. Schön!
Royal07 - Genius of Time - Drifting Back / Houston We Have A Problem by clone.nl
English (short) version: a fresh EP by Swedish house / electronic music duo Genius of Time. After their brilliant debut on Aniara Records, they deliver happy synths, deep kicks, bright vibraphone melodies, soft percussions and rhythms ranging from straight forward four-to-the-floor to broken beats on Clone Royal Oka and keep on surprising us. Thumbs up!
Mehr im Web:
Nils Krogh / Genius Of Time @ Soundcloud
Nils Krogh / Genius Of Time @ MySpace
Alexander Berg / Genius Of Time @ Soundcloud
Alexander Berg / Genius Of Time @ MySpace
Clone Records
Clone Records @ Facebook
Clone Records @ MySpace
Clone Records - Youtube Channel
Oktobermix by nilskrogh
Auch in der Musik kann es solche Lieblingsorte geben. Topoi. Einer davon? Klagende oder heitere Klavierakkorde beziehungsweise Klaviermelodien, "chord based piano melody" oder so; ein wiederkehrendes rhythmisch-melodisches Motiv, das sich durch das ganze Werk, hier den ganzen Track hindurchzieht.
Möglicherweise denken und fühlen Genius of Time aus Schweden nicht unähnlich. Denn auf "Same Old Place", ihrem ersten Release, knüpfen sie an die Tradition des "Piano House" an und setzen auf die Dramaturgie der Klavierakkorde. "Same Old Place", irgendwann 2010 auf dem kleinen Imprint Aniara Records veröffentlicht, lenkte die Aufmerksamkeit vieler wieder nach Schweden, ohne dabei an Swedish House Mafia & Co. denken zu müssen.
Auch auf der zweiten 12" verfolgen Genius of Time weiterhin den Weg der Klassik. Erscheinen wird der Dreitracker in wenigen Tagen auf einem Ableger des Rotterdamer Clone-Imperiums, und zwar auf Clone Royal Oak. Diese Veröffentlichungsreihe hat schon einige interessante Produzenten an sich binden können, so zum Beispiel Reggie Dokes, Gerd und Alex Agore oder Space Dimension Controller. Genius of Time erfreuen auf ihrer EP weniger mit futuristischem Funk, vielmehr jedoch mit klassischem House, der Leichtigkeit und Tiefe zugleich vermittelt.
"Drifting Back" zeichnet sich aus durch ein klangfarbenfrohes Arrangement aus zärtlich gestreichelten Percussions, tiefen Bassgrooves und Vibraphon-Melodieläufen. Sie verdichten diese Elemente zu einem melodischen Topos, der auch einen Glenn Underground in ehrfurchtsvolles Staunen versetzen könnte, denn eine Vielzahl seiner Tracks weist eine entsprechende Gestaltähnlichkeit auf. "Houston We Have A Problem" präsentiert sich im Vergleich dazu beatgeladen. Die breiten, satten Synthie-Einwürfe umhüllen die repetitiven rhythmischen Einheiten mit Wohlgefühl und Geborgenheit - beides Grundvoraussetzungen für Lieblingsorte. Mit "Juxtapose" erweisen sich Genius Of Time zudem nicht nur als Bewahrer einer klassischen House-Schönheit, sondern zeigen sich als Experimentatoren, als geniale Grenzgänger zwischen geraden und gebrochenen Rhythmen. Sie führen den Hörer ein in eine Welt warmer Melodiefragmente, die sie in feinstrukturierte Klanggewebe einbetten und die über den synkopierten Rhythmen zu schweben scheinen. Schön!
Royal07 - Genius of Time - Drifting Back / Houston We Have A Problem by clone.nl
English (short) version: a fresh EP by Swedish house / electronic music duo Genius of Time. After their brilliant debut on Aniara Records, they deliver happy synths, deep kicks, bright vibraphone melodies, soft percussions and rhythms ranging from straight forward four-to-the-floor to broken beats on Clone Royal Oka and keep on surprising us. Thumbs up!
Mehr im Web:
Nils Krogh / Genius Of Time @ Soundcloud
Nils Krogh / Genius Of Time @ MySpace
Alexander Berg / Genius Of Time @ Soundcloud
Alexander Berg / Genius Of Time @ MySpace
Clone Records
Clone Records @ Facebook
Clone Records @ MySpace
Clone Records - Youtube Channel
Oktobermix by nilskrogh
Mistanomista - Another Day
Black Sunshine Recordings ist ein Tochterlabel des Imprints Eclipse Music. Dessen Hauptverwaltungssitz liegt in Italien, genauer in der norditalienischen Industriemetropole Turin, der Heimat von Fiat, Kappa und Lavazza. Gegründet wurde und betrieben wird Eclipse Music von Francesco Stella, der selbst schon seit den frühesten Neunziger Jahren als DJ und Promoter in seiner Heimatstadt unterwegs ist.
Betrachtet man einmal den Veröffentlichungskatalog von Eclipse Music, so zählt man ungefähr ein halbes Dutzend Platten, die ausschliesslich von italienischen Produzenten angefertigte Tracks beinhalten. Diese sollte man sich nach Möglichkeit unbedingt einmal anhören. Mein persönlicher Anspieltipp: die 12" "New Perspectives" von Rob.Bardini. Sie erschien im Februar des letzten Jahres und beinhaltet zwei Tracks, die mit leicht betontem Bass und einer warmen Klangcharakteristik daherkommen. "Through Together" auf A1 würde ich sogar schon als besinnlich bezeichnen. passEnger wiederum orientiert sich stark an einer Musik, die man wohl unter die beiden Begriffe "Techno" und "Detroit" subsumieren kann. Auf eine sehr eindrückliche Art und Weise zeigen das Label und die darauf veröffentlichenden Produzenten daher, dass man Italien und seine Musikszene nicht stereotyp mit Grossraumclubs, Grossraumsounds und Headlinern wie David Morales oder Eric Morillo gleichsetzen darf.
Nun aber endlich zu Mistanomista. Hinter diesem Namen verbirgt sich der russische Multiinstrumentalist und Produzent Yuri Shulgin. Er ist ausgebildeter Jazz-Musiker, bewegt sich aber schon recht lange auch auf dem Gebiet der elektronischen (Club-)Musik. Unter anderem ist er auch mitbeteiligt an dem Projekt Moscow Groove Institut. Sein Debüt unter dem Mistanomista-Alias feierte er schon 2010 mit zwei Tracks. Ebenfalls auf Black Sunshine Recordings erschienen, tief durchzogen von einem klassisch anmutenden House-Sound. "Detroit Session" und "Take One" zeugen davon, dass ihr künstlerischer Urheber Yuri Shulgin grossen Wert auf abwechslungsreiche Instrumentierung legt. Man darf sogar behaupten, dass er sich aufrichtig an den Wurzeln schwarzer Musik, Jazz, Soul und Funk, abarbeitet. In seinen Tracks wechseln sich dementsprechend ruhige, harmonische Passagen, verklanglicht durch durch Vibraphon- oder Rhodes Piano-Sounds, mit stürmischen Shuffle-Rhythmen, straight marschierenden Bassfiguren und synkopischen Auftakten ab.
Die Eindringlichkeit und Tiefe des Soul durchdringen auch seine zweite EP auf Black Sunshine Recordings, "Another Day". Im Zentrum des gleichnamigen Titeltracks stehen denn auch vielmehr das harmonische Gefüge satt strukturierter Drum-Patterns, Power-Basslines und seelenberührenden Keys. Man glaubt, Yuri Shulgin gehe es vielmehr um die Gefühle, als um das Tanzen, die reine Körperlichkeit.
"Sukarajam" setzt im Vergleich dazu etwas stärker auf Synthesizer und elektronischere Klänge wohingegen "And You Can Get It" mit seinen Schlagzeug- und Percussionpatterns, den gleichsam wie Champagnerperlen prickelnden Vibrafonläufen, dem Brummbass sowie synkopischen Drumpatterns ein atemberaubendes Live-Gefühl vermittelt. Thumbs up!
English (short) version: jazzy house music drenched in sweet soul by Yuri Shulgin a.k.a. Mistanomista on Black Sunshine Recordings. Will touch the hearts of harmony lovers!
Mehr im Web:
Mistanomista @ MySpace
Yuri Shulgin @ Soundcloud
Black Sunshine Recordings @ Facebook
Eclipse Music
Francesco Stella - Mix @ Just Music Makers
Betrachtet man einmal den Veröffentlichungskatalog von Eclipse Music, so zählt man ungefähr ein halbes Dutzend Platten, die ausschliesslich von italienischen Produzenten angefertigte Tracks beinhalten. Diese sollte man sich nach Möglichkeit unbedingt einmal anhören. Mein persönlicher Anspieltipp: die 12" "New Perspectives" von Rob.Bardini. Sie erschien im Februar des letzten Jahres und beinhaltet zwei Tracks, die mit leicht betontem Bass und einer warmen Klangcharakteristik daherkommen. "Through Together" auf A1 würde ich sogar schon als besinnlich bezeichnen. passEnger wiederum orientiert sich stark an einer Musik, die man wohl unter die beiden Begriffe "Techno" und "Detroit" subsumieren kann. Auf eine sehr eindrückliche Art und Weise zeigen das Label und die darauf veröffentlichenden Produzenten daher, dass man Italien und seine Musikszene nicht stereotyp mit Grossraumclubs, Grossraumsounds und Headlinern wie David Morales oder Eric Morillo gleichsetzen darf.
Nun aber endlich zu Mistanomista. Hinter diesem Namen verbirgt sich der russische Multiinstrumentalist und Produzent Yuri Shulgin. Er ist ausgebildeter Jazz-Musiker, bewegt sich aber schon recht lange auch auf dem Gebiet der elektronischen (Club-)Musik. Unter anderem ist er auch mitbeteiligt an dem Projekt Moscow Groove Institut. Sein Debüt unter dem Mistanomista-Alias feierte er schon 2010 mit zwei Tracks. Ebenfalls auf Black Sunshine Recordings erschienen, tief durchzogen von einem klassisch anmutenden House-Sound. "Detroit Session" und "Take One" zeugen davon, dass ihr künstlerischer Urheber Yuri Shulgin grossen Wert auf abwechslungsreiche Instrumentierung legt. Man darf sogar behaupten, dass er sich aufrichtig an den Wurzeln schwarzer Musik, Jazz, Soul und Funk, abarbeitet. In seinen Tracks wechseln sich dementsprechend ruhige, harmonische Passagen, verklanglicht durch durch Vibraphon- oder Rhodes Piano-Sounds, mit stürmischen Shuffle-Rhythmen, straight marschierenden Bassfiguren und synkopischen Auftakten ab.
Die Eindringlichkeit und Tiefe des Soul durchdringen auch seine zweite EP auf Black Sunshine Recordings, "Another Day". Im Zentrum des gleichnamigen Titeltracks stehen denn auch vielmehr das harmonische Gefüge satt strukturierter Drum-Patterns, Power-Basslines und seelenberührenden Keys. Man glaubt, Yuri Shulgin gehe es vielmehr um die Gefühle, als um das Tanzen, die reine Körperlichkeit.
"Sukarajam" setzt im Vergleich dazu etwas stärker auf Synthesizer und elektronischere Klänge wohingegen "And You Can Get It" mit seinen Schlagzeug- und Percussionpatterns, den gleichsam wie Champagnerperlen prickelnden Vibrafonläufen, dem Brummbass sowie synkopischen Drumpatterns ein atemberaubendes Live-Gefühl vermittelt. Thumbs up!
English (short) version: jazzy house music drenched in sweet soul by Yuri Shulgin a.k.a. Mistanomista on Black Sunshine Recordings. Will touch the hearts of harmony lovers!
Mehr im Web:
Mistanomista @ MySpace
Yuri Shulgin @ Soundcloud
Black Sunshine Recordings @ Facebook
Eclipse Music
Francesco Stella - Mix @ Just Music Makers
Version - Nothing
Liest man meine Termineinträge durch, könnte sehr schnell der Eindruck entstehen, dass ich ein grantiger, unzufriedener alter Sack bin, der immerfort und immerzu alles madig machen muss. DJ XY, ja, gerne, aber nicht in diesem oder jenem Club. DJ Z, sicher, aber nicht in Kombination mit DJ soundso, denn diesen ertrage ich nur noch wohl dosiert. Und so weiter.
Stimmt. Ein Alter Sack bin ich. Für manche. Aber nur schwer zufrieden zu stellen? Nein. Ich brauche keine Headliner, deren Namen in wenigstens 48 Punkt Schriftgrösse auf dem Flyer stehen. Ich brauche auch kein ultraausgeklügeltes Soundsystem mit clubeigenem Toningenieur. Mir reicht schon eine spärlich ausgeleuchtete, schäbig möblierte Spelunke, in der ein DJ, der sich aufgrund seines vollgepackten Plattenkoffers beinahe einen Bruch hebt, ohne grosse Eigendarstellung eine Musik präsentiert, die mich spätestens nach zwei, drei Platten den Alltag vergessen lässt. Und den einen oder anderen gut gekühlten Drink. Aber das versteht sich ja von selbst.
Ach. Egal. Die vorliegende 12" tauchte schon vor etwas längerer Zeit auf meinem Radarschirm auf. Allerdings habe ich erst jetzt zum Angriff angesetzt und sie für mich selbst getestet. Charles Webster, Martin Iveson alias Atjazz sowie ihr Gemeinschaftsprojekt Version, mit dem sie sich vornehmlich als Remixer einen Namen gemacht haben, braucht man ja nicht mehr besonders ausführlich vorzustellen. Mitte der Nullerjahre haben sie zu gefühlt jeder Sonar Kollektiv-Platte eine Neuinterpretation beigesteuert. Den Sound von Atjazz - For Real - Version Remix oder Clara Hill - Nowhere I Can Go - Version Mix dürfte in vieler Hörgedächtnis noch präsent sein. Ihre Remixe zeugen von einer unheimlich tiefgehenden Dramatik.
Für diesen hohen Wiedererkennungswert ist vor allem auch der Brite Charles Webster bekannt. Wo Atjazz gerne auch einmal auf "soulful" macht, leben Websters Tracks geradezu von und durch den dramaturgischen Spannungsbogen, den er zu errichten im Stande ist. Kommen noch die Bässe aus den tiefen Seelengängen dazu. Sie lullen zärtlich ein, und ehe man es sich bewusst wird, ist man bereits gefesselt.
Auf "Nothing" treten der Hypnotiseur Charles Webster und Sonnenbringer Atjazz im Team mit der französischen Sängerin Emilie Chick auf. Mit einer so unverwechselbaren und herausstechenden Stimme ist sie meiner Meinung nach nicht ausgestattet, aber das Zusammenspiel ihres doch kraftvollen Timbres mit dieser sich tief ins Neuro-Zentrum einfräsenden Bassline und dem Hypnose-Charakter der Beatpatterns löst - jedenfalls bei mir - eine Gänsehaut aus, die nur langsam wieder abflaut. Dazu kommen noch der "Dark Dub", "Darker Dub" und ein "Atjazz Remix" als Bonus hinzu. Drei unterschiedliche Abmischungen des Originals, mal leicht synkopiert, mal mit etwas mehr Tiefenrausch und Clubtauglichkeit unterlegt. Ein reinhören lohnt sich auf jeden Fall!
Nothing by charles
English (short) version: Version is a consortium project of Charles Webster and Martin Iveson a.k.a. Atjazz. No need to introduce them. The both stand for a deep sound and fathom its soulful yet hypnotic areas. On "Nothing", their recent 12", Charles Webster and Atjazz showcase versatility. Hypnotic harmonics.
Mehr im Web:
Version Sounds
Furry Phreaks / Charles Webster @ MySpace
Charles Webster @ Soundcloud
Atjazz @ MySpace
Atjazz
Stimmt. Ein Alter Sack bin ich. Für manche. Aber nur schwer zufrieden zu stellen? Nein. Ich brauche keine Headliner, deren Namen in wenigstens 48 Punkt Schriftgrösse auf dem Flyer stehen. Ich brauche auch kein ultraausgeklügeltes Soundsystem mit clubeigenem Toningenieur. Mir reicht schon eine spärlich ausgeleuchtete, schäbig möblierte Spelunke, in der ein DJ, der sich aufgrund seines vollgepackten Plattenkoffers beinahe einen Bruch hebt, ohne grosse Eigendarstellung eine Musik präsentiert, die mich spätestens nach zwei, drei Platten den Alltag vergessen lässt. Und den einen oder anderen gut gekühlten Drink. Aber das versteht sich ja von selbst.
Ach. Egal. Die vorliegende 12" tauchte schon vor etwas längerer Zeit auf meinem Radarschirm auf. Allerdings habe ich erst jetzt zum Angriff angesetzt und sie für mich selbst getestet. Charles Webster, Martin Iveson alias Atjazz sowie ihr Gemeinschaftsprojekt Version, mit dem sie sich vornehmlich als Remixer einen Namen gemacht haben, braucht man ja nicht mehr besonders ausführlich vorzustellen. Mitte der Nullerjahre haben sie zu gefühlt jeder Sonar Kollektiv-Platte eine Neuinterpretation beigesteuert. Den Sound von Atjazz - For Real - Version Remix oder Clara Hill - Nowhere I Can Go - Version Mix dürfte in vieler Hörgedächtnis noch präsent sein. Ihre Remixe zeugen von einer unheimlich tiefgehenden Dramatik.
Für diesen hohen Wiedererkennungswert ist vor allem auch der Brite Charles Webster bekannt. Wo Atjazz gerne auch einmal auf "soulful" macht, leben Websters Tracks geradezu von und durch den dramaturgischen Spannungsbogen, den er zu errichten im Stande ist. Kommen noch die Bässe aus den tiefen Seelengängen dazu. Sie lullen zärtlich ein, und ehe man es sich bewusst wird, ist man bereits gefesselt.
Auf "Nothing" treten der Hypnotiseur Charles Webster und Sonnenbringer Atjazz im Team mit der französischen Sängerin Emilie Chick auf. Mit einer so unverwechselbaren und herausstechenden Stimme ist sie meiner Meinung nach nicht ausgestattet, aber das Zusammenspiel ihres doch kraftvollen Timbres mit dieser sich tief ins Neuro-Zentrum einfräsenden Bassline und dem Hypnose-Charakter der Beatpatterns löst - jedenfalls bei mir - eine Gänsehaut aus, die nur langsam wieder abflaut. Dazu kommen noch der "Dark Dub", "Darker Dub" und ein "Atjazz Remix" als Bonus hinzu. Drei unterschiedliche Abmischungen des Originals, mal leicht synkopiert, mal mit etwas mehr Tiefenrausch und Clubtauglichkeit unterlegt. Ein reinhören lohnt sich auf jeden Fall!
Nothing by charles
English (short) version: Version is a consortium project of Charles Webster and Martin Iveson a.k.a. Atjazz. No need to introduce them. The both stand for a deep sound and fathom its soulful yet hypnotic areas. On "Nothing", their recent 12", Charles Webster and Atjazz showcase versatility. Hypnotic harmonics.
Mehr im Web:
Version Sounds
Furry Phreaks / Charles Webster @ MySpace
Charles Webster @ Soundcloud
Atjazz @ MySpace
Atjazz
Elpierro - Keep It Deep Guest Mix
Wer aktiv Soundcloud nutzt, wird diesem Avatarbild mit Sicherheit schon einmal begegnet sein. Dahinter steckt ein wahrer (House-)Musikbegeisterter. Elpierro. Kaum dass ein Produzent einen neuen Track auf dieser Plattform zum Anhören bereitgestellt hat, kaum dass ein Podcast auf ihr verbeitet wird, ist er zur Stelle, und er geht auf in der Musik. Seine Anmerkungen und Kommentare sind schwärmerisch, des Lobes voll. Er selbst bastelt seit geraumer Zeit auch selbst an eigenem Klangmaterial herum, hat auch schon den einen oder anderen Podcast selbst eingespielt, und steht nun heute für keep-it-deep am Start. Viel Spass damit!
1. Hallo Pierre, stell Dich doch bitte einmal selbst vor.
Hallo: Mein Name ist Pierre, ich bin 33 Jahre alt, komme ursprünglich aus der Nähe von Gera (Thüringen), lebe jedoch seit knapp 10 Jahren mit meiner Frau und Kind in Erlangen.
2. Was war Deine musikalische Initialzündung?
Das war etwa 1992, als ich die ersten Erfahrungen mit elektronischer Musik gemacht habe. Prägend war jedoch für mich mein erster Clubbesuch (Club MUNA / gibt es heute übrigens immer noch). Das war 1994. Ich war fasziniert vom House-Sound, dem Feeling und der Atmosphäre im Club.
3. Welches bzw. wer sind Deine grössten musikalischen Einflüsse?
Das waren ganz klar die Clubbesuche (E-Werk, Kalkscheune, WMF, Tacheles) in Berlin, so zwischen 1995 – 1997. Zudem waren Radiosendungen wie HR3-Clubnight, Radio BFBS, etc. doch schon sehr prägend.
4. Wie man Deiner Soundcloud entnehmen kann, arbeitest Du auch an eigenen Tracks. Was motiviert Dich dazu?
Ja, ich produziere seit 2009 selbst. Meine Motivation hole ich mir größtenteils über den musikalischen Austausch mit vielen guten Freunden.
5. Wie würdest Du Deine Musik einem gehörlosen Menschen vorstellen?
Es muss wabbern ;)
6. Pläne für Deine musikalische Zukunft?
Es stehen einige Releases an. Zudem kommen weitere Remixe von befreundeten Künstlern hinzu. Der Rest wird sich zeigen. Ich gehe es langsam an, soll ja auch Spaß machen.
Hier der Mix:
Elpierro - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep
Die Tracklist:
1. SALT CITY ORCHESTRA - The Book (Vocal)
2. TERRENCE PARKER - Love s Got Me High (Tribute Mix)
3. KERRI CHANDLER - The Sound Is Yours (Instrumental Remix)
4. AZYMUTH, GLOBAL COMMUNICATION - Space Carnival (Global Communications Remix)
5. JOHNICK - Play the World (Original)
6. THE MOLE PEOPLE - Break Night Original
7. SEBO K - Moved feat. Prosumer (Original)
8. EDDY meets YANNAH - Solid Ground (Crazy P Remix)
9. METRO AREA – Miura
10. KERRI CHANDLER - Oblivion Original
11. ORACY - Hold Me Original
12. THEO PARRISH - Heal Yourself And Move
13. WHIRLPOOL PRODUCTIONS - From Disco To Disco
English (short) version: I guess he is one of the most active Soundcloud users, Elpierro. Whenever a new track or podcast is added, he is the first to press play. His name is Elpierro. He started to fidlle around with all the knobs and faders to build his own track arrangements a couple of years ago and, as a true music enthusiast, contributes to our guest mix series today. Have fun!
Mehr im Web:
Elpierro @ Facebook
Elpierro @ Soundcloud
1. Hallo Pierre, stell Dich doch bitte einmal selbst vor.
Hallo: Mein Name ist Pierre, ich bin 33 Jahre alt, komme ursprünglich aus der Nähe von Gera (Thüringen), lebe jedoch seit knapp 10 Jahren mit meiner Frau und Kind in Erlangen.
2. Was war Deine musikalische Initialzündung?
Das war etwa 1992, als ich die ersten Erfahrungen mit elektronischer Musik gemacht habe. Prägend war jedoch für mich mein erster Clubbesuch (Club MUNA / gibt es heute übrigens immer noch). Das war 1994. Ich war fasziniert vom House-Sound, dem Feeling und der Atmosphäre im Club.
3. Welches bzw. wer sind Deine grössten musikalischen Einflüsse?
Das waren ganz klar die Clubbesuche (E-Werk, Kalkscheune, WMF, Tacheles) in Berlin, so zwischen 1995 – 1997. Zudem waren Radiosendungen wie HR3-Clubnight, Radio BFBS, etc. doch schon sehr prägend.
4. Wie man Deiner Soundcloud entnehmen kann, arbeitest Du auch an eigenen Tracks. Was motiviert Dich dazu?
Ja, ich produziere seit 2009 selbst. Meine Motivation hole ich mir größtenteils über den musikalischen Austausch mit vielen guten Freunden.
5. Wie würdest Du Deine Musik einem gehörlosen Menschen vorstellen?
Es muss wabbern ;)
6. Pläne für Deine musikalische Zukunft?
Es stehen einige Releases an. Zudem kommen weitere Remixe von befreundeten Künstlern hinzu. Der Rest wird sich zeigen. Ich gehe es langsam an, soll ja auch Spaß machen.
Hier der Mix:
Elpierro - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep
Die Tracklist:
1. SALT CITY ORCHESTRA - The Book (Vocal)
2. TERRENCE PARKER - Love s Got Me High (Tribute Mix)
3. KERRI CHANDLER - The Sound Is Yours (Instrumental Remix)
4. AZYMUTH, GLOBAL COMMUNICATION - Space Carnival (Global Communications Remix)
5. JOHNICK - Play the World (Original)
6. THE MOLE PEOPLE - Break Night Original
7. SEBO K - Moved feat. Prosumer (Original)
8. EDDY meets YANNAH - Solid Ground (Crazy P Remix)
9. METRO AREA – Miura
10. KERRI CHANDLER - Oblivion Original
11. ORACY - Hold Me Original
12. THEO PARRISH - Heal Yourself And Move
13. WHIRLPOOL PRODUCTIONS - From Disco To Disco
English (short) version: I guess he is one of the most active Soundcloud users, Elpierro. Whenever a new track or podcast is added, he is the first to press play. His name is Elpierro. He started to fidlle around with all the knobs and faders to build his own track arrangements a couple of years ago and, as a true music enthusiast, contributes to our guest mix series today. Have fun!
Mehr im Web:
Elpierro @ Facebook
Elpierro @ Soundcloud
Pawel - The Remixes
Paul Komineks Album aus dem letzten Jahr - es trägt den Titel seines Künstler-Alias Pawel - ist leider ein wenig untergegangen zwischen den Veröffentlichungen eines Shed, John Roberts, Pantha Du Prince & Co., die im Vorjahr alle ein entsprechendes Format aufgelegt haben.
[Mein Gott, was war 2010 doch für ein Jahr, oder?! So viel gute Musik im Albumformat. Ich bin wirklich sehr gespannt auf 2011, welche Entwicklung dieses Jahr nehmen wird, und ob es mit dem letzten Jahr auf musikalischer Ebene Schritt halten kann.]
Das Album ist durchaus ein Hörausflug wert. Genaus sind es aber auch die Remixe dreier Tracks, die in der vergangenen Woche unter der Flagge von Dial ausgelaufen sind.
Da ist zum einen "Crillon", dessen - man möchte fast sagen: infernalisch - tiefen Bässe den Klangcharakter der federleicht schwebenden, transparent klingenden Soundkörper kontrastieren und mit ihnen dennoch in einem harmonischen Gleichklang stehen. Mit Patrice Scott hat sich hier ein Produzent aus Detroit, einer der unzähligen musikalischen Sehnsuchtsheimaten eines Pawel, verewigt. Er transferiert das energetisch treibende Ausgangsmaterial in eine melancholisch getragene Stimmung. Die sphärischen Synthiewellen umspielen den ostinaten, wie ein Herzschlag pochenden House-Beat. Auf ihnen reiten sachte federnd die hellen Klangkaskaden des Originals und verströmen damit eine verschmitzte Fröhlichkeit in diesem deeper-than-deep Kosmos.
Für einen Remix von "Panamerican" durfte Osunlade ran. Hört man das Original, das bereits sehr perkussiv und rhythmisch ist, kann man sich den Grossmeister des Yoruba Soul als Affineur sehr gut vorstellen. Er belässt demzufolge auch den Grundcharakter, verpackt ihn jedoch sexy und hüftschwingend mit knisternden, rasselnden und wispernde Elementen sowie - unverkennbar die Handschrift Osunlades - Vocals, die möglicherweise von vergangenen Tagen und den Erfahrungen der Vorfahren erzählen.
Bleibt noch "Kramnik. Melodisch, beinahe orchestral wirkend, vielleicht ein bisschen trancey. Ihm zur Seite steht John Roberts. Mit seinem Remix sorgt er für Entschleunigung, auch wenn die polyrhythmisch anmutenden, synopisch versetzten Drums dazu ermuntern, sein ganzes Bewegungspotenzial abzurufen. Was mich an diesem Track jedoch sehr stark berührt, ist der verträumte Charakter des Breakdown. Die Streicher. Zum schwelgen. Atemberaubend.
English (short) version: Patrice Scott creating a dreamy beatuy and amelancholic Detroitish feel; Osunlade gets funky with a hot, sweaty sex jam; John Roberts is energetic, upbeat and introvert at the same time. His remix is deep-dive music. Heavy remix package!
Mehr im Web:
Pawel @ Facebook
Pawel @ MySpace
Patrice Scott / Sistrum Music @ Facebook
Sistrum Music
John Roberts @ Facebook
John Roberts @ MySpace
John Roberts
Osunlade / Yoruba Records @ Facebook
Dial Records
Dial Records
[Mein Gott, was war 2010 doch für ein Jahr, oder?! So viel gute Musik im Albumformat. Ich bin wirklich sehr gespannt auf 2011, welche Entwicklung dieses Jahr nehmen wird, und ob es mit dem letzten Jahr auf musikalischer Ebene Schritt halten kann.]
Das Album ist durchaus ein Hörausflug wert. Genaus sind es aber auch die Remixe dreier Tracks, die in der vergangenen Woche unter der Flagge von Dial ausgelaufen sind.
Da ist zum einen "Crillon", dessen - man möchte fast sagen: infernalisch - tiefen Bässe den Klangcharakter der federleicht schwebenden, transparent klingenden Soundkörper kontrastieren und mit ihnen dennoch in einem harmonischen Gleichklang stehen. Mit Patrice Scott hat sich hier ein Produzent aus Detroit, einer der unzähligen musikalischen Sehnsuchtsheimaten eines Pawel, verewigt. Er transferiert das energetisch treibende Ausgangsmaterial in eine melancholisch getragene Stimmung. Die sphärischen Synthiewellen umspielen den ostinaten, wie ein Herzschlag pochenden House-Beat. Auf ihnen reiten sachte federnd die hellen Klangkaskaden des Originals und verströmen damit eine verschmitzte Fröhlichkeit in diesem deeper-than-deep Kosmos.
Für einen Remix von "Panamerican" durfte Osunlade ran. Hört man das Original, das bereits sehr perkussiv und rhythmisch ist, kann man sich den Grossmeister des Yoruba Soul als Affineur sehr gut vorstellen. Er belässt demzufolge auch den Grundcharakter, verpackt ihn jedoch sexy und hüftschwingend mit knisternden, rasselnden und wispernde Elementen sowie - unverkennbar die Handschrift Osunlades - Vocals, die möglicherweise von vergangenen Tagen und den Erfahrungen der Vorfahren erzählen.
Bleibt noch "Kramnik. Melodisch, beinahe orchestral wirkend, vielleicht ein bisschen trancey. Ihm zur Seite steht John Roberts. Mit seinem Remix sorgt er für Entschleunigung, auch wenn die polyrhythmisch anmutenden, synopisch versetzten Drums dazu ermuntern, sein ganzes Bewegungspotenzial abzurufen. Was mich an diesem Track jedoch sehr stark berührt, ist der verträumte Charakter des Breakdown. Die Streicher. Zum schwelgen. Atemberaubend.
English (short) version: Patrice Scott creating a dreamy beatuy and amelancholic Detroitish feel; Osunlade gets funky with a hot, sweaty sex jam; John Roberts is energetic, upbeat and introvert at the same time. His remix is deep-dive music. Heavy remix package!
Mehr im Web:
Pawel @ Facebook
Pawel @ MySpace
Patrice Scott / Sistrum Music @ Facebook
Sistrum Music
John Roberts @ Facebook
John Roberts @ MySpace
John Roberts
Osunlade / Yoruba Records @ Facebook
Dial Records
Dial Records
Tom Trago - Shutters
Kürzlich erst bin ich wieder auf das kleine Video-Portrait über den niederländischen DJ und Produzenten Tom Trago auf Youtube gestossen. Darin erhält man in kurzer Zeit einen Einblick in die Schaffenswelt des Musikers. Was er, Tom Trago, denn gerade mache, woran er derzeit arbeite, fragte cih mich damals. Nur wenige Tage später flatterte von -ichweissnichtmehrwoher- eine Notiz zu mir herein, dass Tom Trago an einem weiteren Album arbeite. Good news, dachte ich mir. Denn die Musik auf seinem Album-Debüt "Voyage Direct" hat sich in meinem musikalischen Herzen einen festen Stammplatz erobert. Und "Passion" mit dem Standout-Remix eines MCDE gehört gar zu meinen all time fav's. Sein neues Album mit dem Titel "Iris" ist für Frühjahr 2011 angedacht. Erscheinen wird es unter den Fittichen von Rush Hour. "Shutters", eine Single-Auskoppelung, dient nur als Teaser.
Der Track soll zeigen, was man von Tom Trago und seinem neuen Album erwarten kann. Falscher Satz. Erwarten kann und soll man meiner Meinung nach tunlichst nichts. Denn nichts ist schlimmer als eine (zu unrecht und unbegründet) aufgebaute Erwartungshaltung an einen Musiker und Produzenten. An dieser nämlich wird jeder scheitern. Man selbst, weil der Musiker dem eigenen Erwartungshorizont so gar nicht entsprochen hat; der Produzent, weil er diese vornehmlich gar nicht zu befriedigen hat. Ein Album soll doch die persönlichen Erfahrungen, Gefühle, Stimmungen und (inneren) Auseinandersetzungen des Künstlers versprachlichen, und keine, von jeglichem Empfinden befreite Gebrauchskunst darstellen. Für letzteres gibt es ja die mit "Tool" überschriebenen Einkaufsregale. Anyway.
Der Track soll die Vorfreude auf das kommende Album steigern. Richtiger Satz. Und "Shutters" löst in mir fürwahr eine Vorfreudehaltung aus. Der treibende Off-Beat wirkt stimulierend genauso wie die Instrumentierung. Sie ist frühlingshaft hell und freundlich und durchzieht den Track wie das Blaue Band des Mörike'schen Frühlings. Spätestens nach dem Breakdown möchte man das Faltdach seines Cabrios - sofern man sich Eigentümer eines solchen nennen darf - wegklappen und seinen Kopf vom Fahrtenwind umspielen lassen.
English (short) version: Tom Trago will drop his second album this spring. "Shutters" is thought as a teaser track to whet your appetite and get you in the mood for the long player. "Shutters" is a simmering, soul-drenched and summerish funk tune.
Mehr im Web:
Der Track soll zeigen, was man von Tom Trago und seinem neuen Album erwarten kann. Falscher Satz. Erwarten kann und soll man meiner Meinung nach tunlichst nichts. Denn nichts ist schlimmer als eine (zu unrecht und unbegründet) aufgebaute Erwartungshaltung an einen Musiker und Produzenten. An dieser nämlich wird jeder scheitern. Man selbst, weil der Musiker dem eigenen Erwartungshorizont so gar nicht entsprochen hat; der Produzent, weil er diese vornehmlich gar nicht zu befriedigen hat. Ein Album soll doch die persönlichen Erfahrungen, Gefühle, Stimmungen und (inneren) Auseinandersetzungen des Künstlers versprachlichen, und keine, von jeglichem Empfinden befreite Gebrauchskunst darstellen. Für letzteres gibt es ja die mit "Tool" überschriebenen Einkaufsregale. Anyway.
Der Track soll die Vorfreude auf das kommende Album steigern. Richtiger Satz. Und "Shutters" löst in mir fürwahr eine Vorfreudehaltung aus. Der treibende Off-Beat wirkt stimulierend genauso wie die Instrumentierung. Sie ist frühlingshaft hell und freundlich und durchzieht den Track wie das Blaue Band des Mörike'schen Frühlings. Spätestens nach dem Breakdown möchte man das Faltdach seines Cabrios - sofern man sich Eigentümer eines solchen nennen darf - wegklappen und seinen Kopf vom Fahrtenwind umspielen lassen.
English (short) version: Tom Trago will drop his second album this spring. "Shutters" is thought as a teaser track to whet your appetite and get you in the mood for the long player. "Shutters" is a simmering, soul-drenched and summerish funk tune.
Mehr im Web:
Deep Space Orchestra - Keep It Deep Guest Mix
Es war so um den Anfang des Jahres 2009 herum, als die ersten Tracks des Deep Space Orchestra, einem Projekt der zwei Briten Simon Murray und Chris Barker in Umlauf gebracht wurden. Seit dieser Zeit bin ich Fan ihrer Produktionen, allesamt auf einem tiefen House-Fundament aufbauende Stücke. Mit "Use Of Weapons" haben sie im letzten Jahr ihr eigenes Label zum Anlaufen gebracht. Dieser Tage erscheint mit "Inside Out" eine weitere EP des Duos. Die Jungs geben Gas, und das ist auch gut so!
1. Dear Simon, would you like to introduce Chris?
Chris has a magnificent ginger beard...which is a good job, as without it, he looks about 12 years old. I worry that his obsession with rare jazz, funk and soul is preventing him from embracing his inner thrash metaller.
2. Dear Chris, would you like to introduce Simon?
Si has got a dodgy history of listening to heavy metal and is probably the fussiest eater I have ever known. He's obsessed with Celtic and the New York Mets. He's got a very good ear for accents and does a mean Sean Connery in particular. I am quite jealous of his fine collection of sneakers.
3. When did your initial music spark ignite?
Chris: Probably when my dad would play me Eurythmics, Billy Ocean and Jean Michel-Jarre records as a kid. I kept getting gradually more obsessive from there, really.
Si: There was always music playing in our house as I was growing up. My dad was a singer in a rock band in his younger years, but I was exposed to all kinds of stuff from classic rock to the Rolling Stones to The Police to Motown and Stax records. It was a really eclectic musical household to grow up in.
4. Who and what is your most important influence?
Chris: It's a bit of an obvious answer but there are too many to list any single one, really... My most important influences are probably friends and DJs who will get me excited about new things that I've never heard before.
Si: Really difficult question. Hearing Goldie's Inner City Life as a 15 yr old totally changed my outlook. I was a punk / metal mosher type kid before then, but that record just caught my attention and introduced me to a whole new world of music - drum n bass, then house and techno. Guys like Theo Parrish and Pepe Bradock continue to inspire me all the time as producers.
5. How did you hook up to found the "deep space orchestra"?
We have a very good mutual friend of ours called Phil Charnock to thank for Deep Space Orchestra coming together. We each knew him through seperate ways, and around 2005, he kept saying that we had to meet each other, and eventually this happened, and we found we had similar tastes in a lot of things. Lots of talk eventually led to a first studio session and we've never looked back since.
6. How did you distribute the roles? Are you both director and musicians at the same time?
Chris: Both of us play instruments - Si's very good at the guitar, I'm ok on the keyboard but better at percussion. So I tend to program a lot of the beats and keys, but both of us are involved in pretty much every part of every tune - it's a very democratic process! Si's very good at suggesting things to change and generally keeping everything on track - I'm a bit of a scatterbrain and get distracted very easily - so to answer your question I guess he's slightly more of a director, I'm slightly more of a musician, but it's never really that simple. It works pretty well - we've been doing this for about 5 years now so can work pretty quickly.
7. How would you describe the style of "deep space orchestra"?
Si: That's another difficult thing to answer! We mostly make house music, but elements of all of the different types of music that we are into creep into our sound - techno, disco, jazz, funk, soul, drum n bass, hip hop, reggae. If you listened to all the tracks we've made in the last 5 years, our music does tend towards the deeper end of the house spectrum but we don't ever want to be pigeonholed as just deep house producers.
8. You already had a couple of releases on label like Winding Road, Delusions of Grandeur,... what are you currently working on?
Chris: We've been asked to do a lot of remixes recently, so we're trying to get them finished & sent off. We're also trying to work on some new original music for a few different labels (including our own), plus a few mixes for podcasts & radio shows, so it's fairly busy at the moment! We can only hook up for one or two evenings each week, so we tend to work like mad when we get the opportunity.
9. What are your future plans?
Chris: Getting a live show together would be great but it's hard to find the time to prepare it & do it justice right now. We'll be doing a lot more DJ gigs this year too, which we're looking forward to. Also, the studio badly needs a tidy and is starting to resemble the fallout from some kind of nuclear apocalypse.
Hier nun der Mix:
Deep Space Orchestra - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep
Tracklist:
Ill Harmonics - C-Minus Particles - Public Transport
Awanto 3 - Get That Beedeebee - Rush Hour
Tornado Wallace - Whispering Twirl - Delusions of Grandeur
Trickski - Point 0 - Suol
MCMLXXXVII - Work - unknown
Reel by Reel - Serene - Artless
Deep Space Orchestra - Hold Me Back - More About Music
Jus Ed - I'm Coming (Levon Vincent remix) - Underground Quality
Erdbeerschnitzel - To An End (Tuff City Kids remix) - Mirau
Kink & Neville Watson - Metropole - Hour House Is Your Rush
Rick Poppa Howard - I Won't Lay Back - Hour House Is Your Rush
Larry Heard presents Loosefingers - What Is House? - Alleviated
Tazz - World of Techno - Underground Quality
Entro Senestre - La Caccia - WT
Mehr im Web:
Deep Space Orchestra @ Facebook
Deep Space Orchestra @ Soundcloud
Deep Space Orchestra Bandcamp
1. Dear Simon, would you like to introduce Chris?
Chris has a magnificent ginger beard...which is a good job, as without it, he looks about 12 years old. I worry that his obsession with rare jazz, funk and soul is preventing him from embracing his inner thrash metaller.
2. Dear Chris, would you like to introduce Simon?
Si has got a dodgy history of listening to heavy metal and is probably the fussiest eater I have ever known. He's obsessed with Celtic and the New York Mets. He's got a very good ear for accents and does a mean Sean Connery in particular. I am quite jealous of his fine collection of sneakers.
3. When did your initial music spark ignite?
Chris: Probably when my dad would play me Eurythmics, Billy Ocean and Jean Michel-Jarre records as a kid. I kept getting gradually more obsessive from there, really.
Si: There was always music playing in our house as I was growing up. My dad was a singer in a rock band in his younger years, but I was exposed to all kinds of stuff from classic rock to the Rolling Stones to The Police to Motown and Stax records. It was a really eclectic musical household to grow up in.
4. Who and what is your most important influence?
Chris: It's a bit of an obvious answer but there are too many to list any single one, really... My most important influences are probably friends and DJs who will get me excited about new things that I've never heard before.
Si: Really difficult question. Hearing Goldie's Inner City Life as a 15 yr old totally changed my outlook. I was a punk / metal mosher type kid before then, but that record just caught my attention and introduced me to a whole new world of music - drum n bass, then house and techno. Guys like Theo Parrish and Pepe Bradock continue to inspire me all the time as producers.
5. How did you hook up to found the "deep space orchestra"?
We have a very good mutual friend of ours called Phil Charnock to thank for Deep Space Orchestra coming together. We each knew him through seperate ways, and around 2005, he kept saying that we had to meet each other, and eventually this happened, and we found we had similar tastes in a lot of things. Lots of talk eventually led to a first studio session and we've never looked back since.
6. How did you distribute the roles? Are you both director and musicians at the same time?
Chris: Both of us play instruments - Si's very good at the guitar, I'm ok on the keyboard but better at percussion. So I tend to program a lot of the beats and keys, but both of us are involved in pretty much every part of every tune - it's a very democratic process! Si's very good at suggesting things to change and generally keeping everything on track - I'm a bit of a scatterbrain and get distracted very easily - so to answer your question I guess he's slightly more of a director, I'm slightly more of a musician, but it's never really that simple. It works pretty well - we've been doing this for about 5 years now so can work pretty quickly.
7. How would you describe the style of "deep space orchestra"?
Si: That's another difficult thing to answer! We mostly make house music, but elements of all of the different types of music that we are into creep into our sound - techno, disco, jazz, funk, soul, drum n bass, hip hop, reggae. If you listened to all the tracks we've made in the last 5 years, our music does tend towards the deeper end of the house spectrum but we don't ever want to be pigeonholed as just deep house producers.
8. You already had a couple of releases on label like Winding Road, Delusions of Grandeur,... what are you currently working on?
Chris: We've been asked to do a lot of remixes recently, so we're trying to get them finished & sent off. We're also trying to work on some new original music for a few different labels (including our own), plus a few mixes for podcasts & radio shows, so it's fairly busy at the moment! We can only hook up for one or two evenings each week, so we tend to work like mad when we get the opportunity.
9. What are your future plans?
Chris: Getting a live show together would be great but it's hard to find the time to prepare it & do it justice right now. We'll be doing a lot more DJ gigs this year too, which we're looking forward to. Also, the studio badly needs a tidy and is starting to resemble the fallout from some kind of nuclear apocalypse.
Hier nun der Mix:
Deep Space Orchestra - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep
Tracklist:
Ill Harmonics - C-Minus Particles - Public Transport
Awanto 3 - Get That Beedeebee - Rush Hour
Tornado Wallace - Whispering Twirl - Delusions of Grandeur
Trickski - Point 0 - Suol
MCMLXXXVII - Work - unknown
Reel by Reel - Serene - Artless
Deep Space Orchestra - Hold Me Back - More About Music
Jus Ed - I'm Coming (Levon Vincent remix) - Underground Quality
Erdbeerschnitzel - To An End (Tuff City Kids remix) - Mirau
Kink & Neville Watson - Metropole - Hour House Is Your Rush
Rick Poppa Howard - I Won't Lay Back - Hour House Is Your Rush
Larry Heard presents Loosefingers - What Is House? - Alleviated
Tazz - World of Techno - Underground Quality
Entro Senestre - La Caccia - WT
Mehr im Web:
Deep Space Orchestra @ Facebook
Deep Space Orchestra @ Soundcloud
Deep Space Orchestra Bandcamp
Various Artists - The Pancake Sessions
Pancakes, früher auch Flapjack oder Sweetpad genannt, zählt zu den Jahrhunderte alten Mehl-/Eierspeisen. Je nach Region und Tradition treten gewisse Abweichungen in den Zutaten auf. Mal wird die Masse mit Milch, Buttermilch oder Sodawasser angerührt. Ein Rezept verlangt einen grösseren Anteil an Ei, nach einer anderen Rezeptvorlage bedarf es weniger Eier. Wieder andere Rezepte schlagen die Verwendung von Buchweizenmehl vor. Sie können salzig oder süss genossen werden, mit Speck, Kaviar, Obst oder Ahornsirup. Je nachdem heissen sie dann aber Crespelle, Crêpes, Flädle, Bliny, Palatschinken, oder, oder, oder. Letzten Endes lassen sich diese unterschiedlichen Erscheinungsformen der Mehl-/Eierspeisen auf ein paar wesentliche Grundzutaten zurückführen. Und noch etwas: sämtliche Modernisierungsversuche, Hipster- und Posh-Varianten kommen bei mir gar nicht gut an. Die klassisch traditionellen schmecken doch am allerbensten!
So ist es auch mit House. Diese Musik - wie oft wiederhole ich mich eigentlich?! - lässt sich nicht neu erfinden. Auch sie "schmeckt" klassisch traditionell am allerbesten. Vier Produzenten, Malcolm Moore, Chicago Skyway, Specter und Steven Tang, denken in dieser Hinsicht wahrscheinlich ähnlich. Sie haben ihr eigenes House-Rezept zu einer Session mitgebracht, die unter der Führung von Malcolm Moore stattfand und deren Ergebnisse sich nun auf "The Pancake Sessions" zu hören sind. Wer arbeitet mit Sodawasser? Steven Tang mit seinen perlenden Hi-Hat Shuffles? Tränkt Specter seine Pancakes in Ahornsirup? Man könnte es meinen, denn auf "Short Stack" glänzt er mit einem bittersüss-melancholischen Saxophon-Instrumental. Was ist das Geheimnis von Malcolm Moore und Chicago Skyway? Nicht so einfach, das herauszufinden. Und wer den besten Pancake (lies: Track) zubereiten kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Jetzt!
The Pancake Sessions (AMR-25R) Samples by alteredmoods
English (short) versions: Who's the best pancake baker? Malcolm Moore, Steven Tang, Chicago Skyway or Specter? Which one is the lightest and the fluffiest? See it, smell it, taste it - which means in that case: play it, listen to it, dance to it!
Mehr im Web:
Specter @ MySpace
Emphasis Recordings / Steven Tang @ Soundcloud
Steven Tang @ MySpace
Chicago Skyway @ MySpace
Chicago Skyway @ Facebook
Chicago Skyway @ Soundcloud
Altered Moods @ Soundcloud
Altered Moods @ MySpace
Altered Moods @ Facebook
Altered Moods
So ist es auch mit House. Diese Musik - wie oft wiederhole ich mich eigentlich?! - lässt sich nicht neu erfinden. Auch sie "schmeckt" klassisch traditionell am allerbesten. Vier Produzenten, Malcolm Moore, Chicago Skyway, Specter und Steven Tang, denken in dieser Hinsicht wahrscheinlich ähnlich. Sie haben ihr eigenes House-Rezept zu einer Session mitgebracht, die unter der Führung von Malcolm Moore stattfand und deren Ergebnisse sich nun auf "The Pancake Sessions" zu hören sind. Wer arbeitet mit Sodawasser? Steven Tang mit seinen perlenden Hi-Hat Shuffles? Tränkt Specter seine Pancakes in Ahornsirup? Man könnte es meinen, denn auf "Short Stack" glänzt er mit einem bittersüss-melancholischen Saxophon-Instrumental. Was ist das Geheimnis von Malcolm Moore und Chicago Skyway? Nicht so einfach, das herauszufinden. Und wer den besten Pancake (lies: Track) zubereiten kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Jetzt!
The Pancake Sessions (AMR-25R) Samples by alteredmoods
English (short) versions: Who's the best pancake baker? Malcolm Moore, Steven Tang, Chicago Skyway or Specter? Which one is the lightest and the fluffiest? See it, smell it, taste it - which means in that case: play it, listen to it, dance to it!
Mehr im Web:
Specter @ MySpace
Emphasis Recordings / Steven Tang @ Soundcloud
Steven Tang @ MySpace
Chicago Skyway @ MySpace
Chicago Skyway @ Facebook
Chicago Skyway @ Soundcloud
Altered Moods @ Soundcloud
Altered Moods @ MySpace
Altered Moods @ Facebook
Altered Moods
Paul Frick feat. Emika - I Mean
Die letzten Tage waren höchst arbeitsintensiv. Von diesem Rhythmus herunterzukommen, ohne dabei in ein tiefes Gefühls- oder Kraftloch zu fallen, ist gar nicht so einfach. Da kommt die neue 12" auf Doppelschall gerade recht. Es ist das Label von Brandt Brauer Frick, der Live-Techno- oder Live-Electronica-Band. So jedenfalls könnte man diese Formation beschreiben, wenn auch sprachlich etwas ungelenk. Ihr Album "You Make Me Real", erschienen irgendwann 2010 auf K7, ist klangreich, rhythmisch ausgereift, und bietet meiner Ansicht nach eine der überzeugendsten Vorstellungen einer harmonischen Verschmelzung klassischer Musikinstrumente mit den Strukturvorgaben der elektronischen Musik.
Produzent dieser 12" ist mit Paul Frick ein Mitglied dieses Trios. Als Solokünstler hat man ihn schon EPs auf Kalk Pets und The Gym veröffentlichen sehenl In diesen zeigt er keine Berührungsängste vor Fremdeinflüssen und Genre-Überblendungen. Seine Beats sind sehr konzentriert und trocken. Das Spektrum der Soundeffekte reicht vom federleichten Knarz bis hin zu schrägen Bleeps. Verschiedenste Melodie- und Stimmfragmente setzt er kaleidoskopisch zusammen und fügt somit das "Free" des Jazz zu seinen Kompositionen hinzu.
Auf "I Mean" tritt Paul Frick nun zusammen mit Emika, einer Sängerin und Produzentin aus London / Bristol auf. Sie verbindet Dubstep mit Electronica, glänzte im Vorjahr mit "Drop The Other", einem Song, zu dem ich jedoch auch im Scuba Remix bis heute nicht wirklich Zugang finden konnte. Ihr künstlerisches Schaffen als Feature-Sängerin für MyMy auf Aus Music ("Price Tag") gefiel mir da um einiges besser.
Anyway. Emikas Stimme verleiht dem Original von "I Mean" etwas Getragenes. Man könnte sagen, etwas Meditatives, wäre da nicht die treibende Kennlinie des Beats, die Bleep-Schleifen sowie die herrlich skurilen, verspielten Klanguntermalungen, die für eine leichte Verwirrung sorgen. Auf dieser EP treten ausserdem zwei Produzenten als Remixer auf. Zum einen ist es der Niederländer Paskal Pinkert alias Dollkraut. Er gab sein Debüt auf Doppelschall bereits im Vorjahr, mit "Loot", dessen verfunkter Groove mir in bester Erinnerung geblieben ist. Er offenbart hierauf einen melancholischen Blick für's Schräge und verleiht dem Track in seiner Live Band Interpretation ein Tarantino-eskes Flair.
Zum anderen ist es Marc Leclair, den man vielmehr von seinen Produktonen unter dem Namen Akufen kennt. Lange Zeit ist es still gewesen um den Sampling- und Verdichtungskünstler. In seinem Remix geht er ein weiteres Mal als Maître Affineur zu Werke. Nichts hat er von seinen virtuosen Arrangementfähigkeiten verloren. Die äusserst entspannte Atmosphäre, den soulig warmen Charakter von Emikas Stimme, lässt er nahezu unberührt. Vielmehr unterzieht er Tempo, Rhythmus, Groove seiner besonderen Pflege. Mit viel Fingerspitzengefühl hebt er diese auf ein House-Chassis. Darum herum ordnet er ein Werk filigraner Flechtkunst aus warmen Synthie- und Keyboard-Pads, Claps und Hi-Hats an. Zart und kraftvoll zugleich ist Akufens Remix, dessen Seelenwärme einen sofort durchdringt. Gross!
English (short) version: Paul Frick, member of Brandt Brauer Frick, teams up London / Bristol based singer and producer Emika. She is blessed with a warm voice with an ethereal quality that is backed up by Paul Fricks driving beats wrapped in frisky, quirky sounds that create a meditative yet danceable atmosphere at the same time. Dutch producer Dollkraut transfers it from that to a soundtrack that would perfectly acconmpany a tarantinoesque scene in a movie. The second remix was created by Marc Leclair a.k.a. Akufen. He carves out a stellar track that is wildly erotic, soulful, loving and deep. Mind = blow!
Mehr im Web:
Paul Frick @ MySpace
Paul Frick @ Facebook
Paul Frick @ Soundcloud
Dollkraut @ MySpace
Akufen @ MySpace
Doppelschall
Doppelschall @ Facebook
Produzent dieser 12" ist mit Paul Frick ein Mitglied dieses Trios. Als Solokünstler hat man ihn schon EPs auf Kalk Pets und The Gym veröffentlichen sehenl In diesen zeigt er keine Berührungsängste vor Fremdeinflüssen und Genre-Überblendungen. Seine Beats sind sehr konzentriert und trocken. Das Spektrum der Soundeffekte reicht vom federleichten Knarz bis hin zu schrägen Bleeps. Verschiedenste Melodie- und Stimmfragmente setzt er kaleidoskopisch zusammen und fügt somit das "Free" des Jazz zu seinen Kompositionen hinzu.
Auf "I Mean" tritt Paul Frick nun zusammen mit Emika, einer Sängerin und Produzentin aus London / Bristol auf. Sie verbindet Dubstep mit Electronica, glänzte im Vorjahr mit "Drop The Other", einem Song, zu dem ich jedoch auch im Scuba Remix bis heute nicht wirklich Zugang finden konnte. Ihr künstlerisches Schaffen als Feature-Sängerin für MyMy auf Aus Music ("Price Tag") gefiel mir da um einiges besser.
Anyway. Emikas Stimme verleiht dem Original von "I Mean" etwas Getragenes. Man könnte sagen, etwas Meditatives, wäre da nicht die treibende Kennlinie des Beats, die Bleep-Schleifen sowie die herrlich skurilen, verspielten Klanguntermalungen, die für eine leichte Verwirrung sorgen. Auf dieser EP treten ausserdem zwei Produzenten als Remixer auf. Zum einen ist es der Niederländer Paskal Pinkert alias Dollkraut. Er gab sein Debüt auf Doppelschall bereits im Vorjahr, mit "Loot", dessen verfunkter Groove mir in bester Erinnerung geblieben ist. Er offenbart hierauf einen melancholischen Blick für's Schräge und verleiht dem Track in seiner Live Band Interpretation ein Tarantino-eskes Flair.
Zum anderen ist es Marc Leclair, den man vielmehr von seinen Produktonen unter dem Namen Akufen kennt. Lange Zeit ist es still gewesen um den Sampling- und Verdichtungskünstler. In seinem Remix geht er ein weiteres Mal als Maître Affineur zu Werke. Nichts hat er von seinen virtuosen Arrangementfähigkeiten verloren. Die äusserst entspannte Atmosphäre, den soulig warmen Charakter von Emikas Stimme, lässt er nahezu unberührt. Vielmehr unterzieht er Tempo, Rhythmus, Groove seiner besonderen Pflege. Mit viel Fingerspitzengefühl hebt er diese auf ein House-Chassis. Darum herum ordnet er ein Werk filigraner Flechtkunst aus warmen Synthie- und Keyboard-Pads, Claps und Hi-Hats an. Zart und kraftvoll zugleich ist Akufens Remix, dessen Seelenwärme einen sofort durchdringt. Gross!
English (short) version: Paul Frick, member of Brandt Brauer Frick, teams up London / Bristol based singer and producer Emika. She is blessed with a warm voice with an ethereal quality that is backed up by Paul Fricks driving beats wrapped in frisky, quirky sounds that create a meditative yet danceable atmosphere at the same time. Dutch producer Dollkraut transfers it from that to a soundtrack that would perfectly acconmpany a tarantinoesque scene in a movie. The second remix was created by Marc Leclair a.k.a. Akufen. He carves out a stellar track that is wildly erotic, soulful, loving and deep. Mind = blow!
Mehr im Web:
Paul Frick @ MySpace
Paul Frick @ Facebook
Paul Frick @ Soundcloud
Dollkraut @ MySpace
Akufen @ MySpace
Doppelschall
Doppelschall @ Facebook
Gianni Siravo (Azuni) - Keep It Deep Guest Mix
Es war der Sommer 2008. Meine Frustrationshaltung gegenüber House, der zwar stark im Clubkontext verwurzelt aber dennoch nicht allzu sehr abgeschliffen und glatt poliert ist, nahm wieder einmal überhand. In dieser Stimmungslage schlug ein Album mit dem Titel "City Look" auf. Erschienen war es auf dem Schweizer Label Sthlmaudio Recordings, als Urheber und Produzenten wurde ein einzelner Name erwähnt. Azuni. Es enthielt (und enthält auch heute noch) zehn Tracks. Schon der erste, "Miss Brown", löste eine mächtige Begeisterung in mir aus, die in einer quasireligiösen Erneuerung in Sachen House und Club gipfelte. Wieviele solche Erneuerungen ich bis zu jenem Tag, und seit diesem Tag bis heute durchgemacht habe, vermag ich nicht zu benennen. Fest steht jedoch, dass "City Look" in seiner durchschlagenden Kraft über die letzten zwei, drei Jahre hinweg, nichts eingebüsst hat.
Wozu diese Einleitung? Nun, der Guest Mix des heutigen Tages stammt aus dem Hause Azuni, und zwar von Gianni Siravo, einem Teil dieses Produzenten-Duos (w/ Sven Lacoste). Er war schon davor unter dem Alias Sequel auf Label wie Straight Ahead und Sonar Kollektiv unterwegs (gemeinsam mit Roberto Ceschi). Mehr über Gianni Siravo und das Projekt Azuni hier:#
1. Hallo Gianni, Du bist DJ, Produzent, spielst gemeinsam mit Sven Lacoste unter dem Künstler-Alias Azuni. Wie kannst Du Dich künstlerisch am besten ausdrücken? Im Studio, an den Decks,…?
Definitiv im Studio beim musizieren. Im Studio kann ich all meine Emotionen und Stimmungen ausleben und in die Tracks reinfliessen lassen.
2. Lass uns zunächst auf das Projekt Azuni zu sprechen kommen. Gemeinsam mit Sven Lacoste hast Du 2008 euer Debütalbum „City Look“ auf Sthlmaudio veröffentlicht. Wie habt ihr zueinander gefunden?
Wir hatten uns bereits als Teenagers mal flüchtig kennengelernt, das war ca. 1991. Dann haben wir uns viele Jahre aus den Augen verloren bis sich unsere Wege im Jahr 2001 wieder kreuzten. Sven war auch als DJ unterwegs und wir hatten die gleichen Interessen und den ähnlichen Musikgeschmack.
Im 2008 kam Sven dann mit 2 angefangenen House-Tracks auf mich zu und fragte mich ob ich diese Tracks für ihn fertig produzieren könnte. Wir sassen dann 2-3 Monate ins Studio, hatten gerade viel Freude an Housemusik und produzierten noch mehr Tracks zusammen. So ist eigentlich dann das Projekt „Azuni“ entstanden.
3. Euer Album, eure Musik insgesamt, wird gerne in die Schublade „Deep House“ gepackt. Wie würdest Du den Sound von Azuni einem gehörlosen Menschen beschreiben?
Hhmm.. schwierig.. Es ist heutzutage schon schwierig einem normalhörendem Menschen seine eigene Musik zu beschreiben... :) Spontan würde ich der Person vielleicht eine Sonne (für Wärme) ein grosses rotes Herz (für Musik von Herzen) sowie ein paar tanzende Menschen (für Tanzmusik) aufzeichnen.
4. Wer beziehunsweise was sind eure gemeinsamen Vorbilder für Azuni? Sofern es welche gibt: habt ihr zu Beginn eures Projektes versucht, ähnlich (wie die Vorbilder) zu spielen?
Unser gemeinsames Vorbild denke ich ist der Klang einer Housemusik so wie wir ihn kennen, mögen und damit aufgewachsen sind: tiefgründig, roh und ehrlich.
Auf der einen Seite haben wir gewollt und versucht, dieses Vorbild/Aesthetik von Housemusik zu spielen. Auf der anderen Seite ist dieses Vorbild auch Teil von uns und kommt beim kreativen Prozess eines Housetracks automatisch zum zuge.
5. Dem Künstleralbum folgten Veröffentlichungen auf Label wie Drumpoet Community oder Morris Audio nach. Wie wird es weitergehen? Wird es ein weiteres Album von euch geben?
Musik zu planen ist in meinen Augen schwierig, zumindest für uns, die das nicht mehr so ganz ambitioniert angehen wie auch schon. Wir sind einfache Menschen, haben Freude an Housemusik und wenn wiedermal ein paar gute Tracks entstehen, die jemand releasen möchte, dann machen wir das auch gerne. Eigentlich sind wir selber gespannt wie’s weitergehen wird. Ich persönlich würde Azuni als „Wundertüten-Projekt“ bezeichen :).
Es kann gut sein dass wir nochmals ein Album oder 1-2 Maxis machen aber es kann auch sein dass gar nichts mehr von Azuni kommt. Vielleicht kommt etwas unter einem anderen Namen raus, vielleicht auch nicht. Das einzige was ich Dir sagen kann ist das von Azuni noch eine Maxi auf Quintessentials geplant ist die im Frühjahr 2011 erscheinen sollte.
6. Nun zu Dir, Gianni. Du bist schon sehr lange als Produzent unterwegs. So erschienen Stücke, die Du zusammen mit Roberto Ceschi produziert hast, als „Sequel“ auf Sonar Kollektiv und Straight Ahead. Wie bist Du zur Musik gekommen? Was war Deine musikalische Initialzündung?
Ja richtig, Sequel zusammen mit Rob waren meine ersten Produktionen, die auch den Weg zu 12“ Releases und einem Album Release fanden. Mit dem Sequel Projekt bin ich zum erstenmal vom damals „ewigen“ House und Techno weggekommen um einmal in ganz andere Gefilde zu wechseln. Neue Musiklandschaften, Rhythmiken und Stile ausprobieren, das war ne tolle Zeit! Mit Azuni bin ich wieder zurück bei meinen Wurzeln angekommen und kann auch mit ein bisschen Nostalgik diese so geliebte Housemusik ausleben.
Meine Initialzündung war 1988 als ich in der Lokaldisco im DJ-Raum täglich einem älteren DJ zusehen durfte wie er Acid-House auflegte. Das hatte mich fasziniert, ich wollte genau dies auch tun. Bald durfte ich auch sein Vinyl benutzen und üben. Ich meine schon nur das Mischpult damals ein brandneues LEM DM82 (das war heilig), niemand konnte sich damals so ein Mischpult leisten, das gabs nur dort. :) Nur schon an diesen Reglern drehen zu dürfen, das Vinyl dazu, hatten mich, als technikbegeisterten Teenager, mächtig beeindruckt. Und dann noch diese Hammer Musik, flash! Das war für mich dass grösste. Seither konnte ich nicht aufhören.. 3 Jahre später konnte ich mir auch ein Atari mit Cubase, Drummachine und Synthesizer leisten und loslegen. Bin sozusagen ein klassischer Elektronik-Musik-Junge und bin auf diesem Wege zur Musik gekommen.
7. Wer waren beziehungsweise sind Deine persönlichen wichtigsten Vorbilder?
Das Wort Vorbild gefällt mir einfach nicht. Ich bin z.B. riesen Fan von vielen Produzenten und Musikern. Die Liste wäre ewig... In allen Bereichen der Musik! Musik sind Emotionen, Musik sind Inspirationen und ich höre jegliche Musikstile. Das kann einem nur bereichern. Es gibt DJs, die spielen nur einen Stil, das wäre mir viel zu langweilig und eintönig. Ich denke Musik, die mir gefällt und die ich auch sehr gerne privat höre, inspiriert mich automatisch und verankert sich automatisch in meinem Unterbewusstsein.
Bei den eigenen Produktionen kommt dies dann wieder hervor. Ich sehe in all den Musikmenschen von derer Musik ich ein Fan bin nicht wirklich ein Vorbild. Vielmehr schätze, geniesse und respektiere ich Ihre Arbeit lass mich davon inspirieren und versuche immer meinen eigenen Touch in meine Produktionen reinzubringen.
8. Als DJ geht es nicht zuletzt auch um die Auswahl der „richtigen“ Stücke für ein Clubset. Wie unterscheidest Du für Dich eine gute von einer schlechten Platte? Wie bereitest Du Dich auf einen Clubgig vor?
Jede Platte die ich habe finde ich selber gut. Die Frage ist finden die Menschen die Platten in diesem speziellen Club wo ich auflegen werde auch gut? Schwierige Frage.. Grundsätzlich muss für mich eine gute Scheibe/Track Clubfunkionalität aufweisen, sprich das Arrangement muss einfach gehalten sein, nicht zuviele Breaks und nicht zuviel gespielte Instrumente, nicht zu kompliziert und auch nicht zu kopflastig. Das ganze muss dann von einem „fetten“ Beat & Bass gehalten werden. Eigentlich sind die einfachsten, auf den Punkt gebrachten Tracks, die trotz ihrer Einfachheit und Minimalistik eine spezielle Stimmung erzeugen für mich die „guten“ Platten.
Meine Clubsets sind meistens Improvisationen. Also ich bereite mich z.B. technisch nie auf ein DJ Set vor und verlasse mich auf meine 20-jährige Erfahrung. Die einzige Vorbereitung/Anpassung, die ich treffe, ist, dass ich vor dem Gig eine Stil-Selektion der Platten mache, die ich mitnehmen möchte (je nach Club / Event) und packe diese in den Case. Diese Auswahl teile ich mir dann in 3 Sektionen ein (soft/mittel/hard). Somit muss ich nicht zwischen verschiedenen Stilen wechseln und kann im eigenen Stil einfach die Stimmung ändern, wenn ich merke die Leute mögen das nicht so.
Alles andere kann ich gar nicht planen und lasse mich von der momentanen Situation im Club überraschen. Das Set hört sich dann auch nicht so berechnend an und es kommt öfters vor dass es ein „Auf und Ab“ Set wird, manchmal auch ohne grosse Linie, ich mag „Freestyle-Sets“ aber auch „treue-Linie-Sets“.
9. Gibt es Platten, die Du zwar regelmässig mit in den Club nimmst, aber dennoch nicht spielst? Wenn ja: welche sind das?
Ja, meine eigenen Releases. Finde sie im Club immerwieder ungenügend und spiele sie nie.
10. Pläne für Deine (persönliche) musikalische Zukunft?
Keine wirklichen Pläne, schön wäre es noch ein paar Solo-Projekt 12“ und weitere Alben zu releasen. Neben House und Dance Musik auch mal etwas völlig anderes, ruhigeres produzieren. Ansonsten plane ich meine musikalische Zukunft nicht gross. Musik mache ich sowieso. Wenn etwas daraus entsteht gut wenn nicht auch gut. :)
Hier nun der Mix:
Gianni Siravo (Azuni) - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep
English (short) version: today's guest mix was compiled and recorded by Zurich / Switzerland DJ and producer Gianni Siravo. You may know him under his moniker Azuni, an electronic music project he started a couple of years ago with Roberto Ceschi. Their pursuit of musical excellence resulted in an artist album on Sthlmaudio Recordings ("City Look") and several EPs on Drumpoet Community and Morris Audio.
Mehr im Web:
Azuni @ MySpace
Azuni - DJ Page @ Resident Advisor
Interview w/ Gianni Siravo & Sven Lacoste @ Tea And Techno Blog
Wozu diese Einleitung? Nun, der Guest Mix des heutigen Tages stammt aus dem Hause Azuni, und zwar von Gianni Siravo, einem Teil dieses Produzenten-Duos (w/ Sven Lacoste). Er war schon davor unter dem Alias Sequel auf Label wie Straight Ahead und Sonar Kollektiv unterwegs (gemeinsam mit Roberto Ceschi). Mehr über Gianni Siravo und das Projekt Azuni hier:#
1. Hallo Gianni, Du bist DJ, Produzent, spielst gemeinsam mit Sven Lacoste unter dem Künstler-Alias Azuni. Wie kannst Du Dich künstlerisch am besten ausdrücken? Im Studio, an den Decks,…?
Definitiv im Studio beim musizieren. Im Studio kann ich all meine Emotionen und Stimmungen ausleben und in die Tracks reinfliessen lassen.
2. Lass uns zunächst auf das Projekt Azuni zu sprechen kommen. Gemeinsam mit Sven Lacoste hast Du 2008 euer Debütalbum „City Look“ auf Sthlmaudio veröffentlicht. Wie habt ihr zueinander gefunden?
Wir hatten uns bereits als Teenagers mal flüchtig kennengelernt, das war ca. 1991. Dann haben wir uns viele Jahre aus den Augen verloren bis sich unsere Wege im Jahr 2001 wieder kreuzten. Sven war auch als DJ unterwegs und wir hatten die gleichen Interessen und den ähnlichen Musikgeschmack.
Im 2008 kam Sven dann mit 2 angefangenen House-Tracks auf mich zu und fragte mich ob ich diese Tracks für ihn fertig produzieren könnte. Wir sassen dann 2-3 Monate ins Studio, hatten gerade viel Freude an Housemusik und produzierten noch mehr Tracks zusammen. So ist eigentlich dann das Projekt „Azuni“ entstanden.
3. Euer Album, eure Musik insgesamt, wird gerne in die Schublade „Deep House“ gepackt. Wie würdest Du den Sound von Azuni einem gehörlosen Menschen beschreiben?
Hhmm.. schwierig.. Es ist heutzutage schon schwierig einem normalhörendem Menschen seine eigene Musik zu beschreiben... :) Spontan würde ich der Person vielleicht eine Sonne (für Wärme) ein grosses rotes Herz (für Musik von Herzen) sowie ein paar tanzende Menschen (für Tanzmusik) aufzeichnen.
4. Wer beziehunsweise was sind eure gemeinsamen Vorbilder für Azuni? Sofern es welche gibt: habt ihr zu Beginn eures Projektes versucht, ähnlich (wie die Vorbilder) zu spielen?
Unser gemeinsames Vorbild denke ich ist der Klang einer Housemusik so wie wir ihn kennen, mögen und damit aufgewachsen sind: tiefgründig, roh und ehrlich.
Auf der einen Seite haben wir gewollt und versucht, dieses Vorbild/Aesthetik von Housemusik zu spielen. Auf der anderen Seite ist dieses Vorbild auch Teil von uns und kommt beim kreativen Prozess eines Housetracks automatisch zum zuge.
5. Dem Künstleralbum folgten Veröffentlichungen auf Label wie Drumpoet Community oder Morris Audio nach. Wie wird es weitergehen? Wird es ein weiteres Album von euch geben?
Musik zu planen ist in meinen Augen schwierig, zumindest für uns, die das nicht mehr so ganz ambitioniert angehen wie auch schon. Wir sind einfache Menschen, haben Freude an Housemusik und wenn wiedermal ein paar gute Tracks entstehen, die jemand releasen möchte, dann machen wir das auch gerne. Eigentlich sind wir selber gespannt wie’s weitergehen wird. Ich persönlich würde Azuni als „Wundertüten-Projekt“ bezeichen :).
Es kann gut sein dass wir nochmals ein Album oder 1-2 Maxis machen aber es kann auch sein dass gar nichts mehr von Azuni kommt. Vielleicht kommt etwas unter einem anderen Namen raus, vielleicht auch nicht. Das einzige was ich Dir sagen kann ist das von Azuni noch eine Maxi auf Quintessentials geplant ist die im Frühjahr 2011 erscheinen sollte.
6. Nun zu Dir, Gianni. Du bist schon sehr lange als Produzent unterwegs. So erschienen Stücke, die Du zusammen mit Roberto Ceschi produziert hast, als „Sequel“ auf Sonar Kollektiv und Straight Ahead. Wie bist Du zur Musik gekommen? Was war Deine musikalische Initialzündung?
Ja richtig, Sequel zusammen mit Rob waren meine ersten Produktionen, die auch den Weg zu 12“ Releases und einem Album Release fanden. Mit dem Sequel Projekt bin ich zum erstenmal vom damals „ewigen“ House und Techno weggekommen um einmal in ganz andere Gefilde zu wechseln. Neue Musiklandschaften, Rhythmiken und Stile ausprobieren, das war ne tolle Zeit! Mit Azuni bin ich wieder zurück bei meinen Wurzeln angekommen und kann auch mit ein bisschen Nostalgik diese so geliebte Housemusik ausleben.
Meine Initialzündung war 1988 als ich in der Lokaldisco im DJ-Raum täglich einem älteren DJ zusehen durfte wie er Acid-House auflegte. Das hatte mich fasziniert, ich wollte genau dies auch tun. Bald durfte ich auch sein Vinyl benutzen und üben. Ich meine schon nur das Mischpult damals ein brandneues LEM DM82 (das war heilig), niemand konnte sich damals so ein Mischpult leisten, das gabs nur dort. :) Nur schon an diesen Reglern drehen zu dürfen, das Vinyl dazu, hatten mich, als technikbegeisterten Teenager, mächtig beeindruckt. Und dann noch diese Hammer Musik, flash! Das war für mich dass grösste. Seither konnte ich nicht aufhören.. 3 Jahre später konnte ich mir auch ein Atari mit Cubase, Drummachine und Synthesizer leisten und loslegen. Bin sozusagen ein klassischer Elektronik-Musik-Junge und bin auf diesem Wege zur Musik gekommen.
7. Wer waren beziehungsweise sind Deine persönlichen wichtigsten Vorbilder?
Das Wort Vorbild gefällt mir einfach nicht. Ich bin z.B. riesen Fan von vielen Produzenten und Musikern. Die Liste wäre ewig... In allen Bereichen der Musik! Musik sind Emotionen, Musik sind Inspirationen und ich höre jegliche Musikstile. Das kann einem nur bereichern. Es gibt DJs, die spielen nur einen Stil, das wäre mir viel zu langweilig und eintönig. Ich denke Musik, die mir gefällt und die ich auch sehr gerne privat höre, inspiriert mich automatisch und verankert sich automatisch in meinem Unterbewusstsein.
Bei den eigenen Produktionen kommt dies dann wieder hervor. Ich sehe in all den Musikmenschen von derer Musik ich ein Fan bin nicht wirklich ein Vorbild. Vielmehr schätze, geniesse und respektiere ich Ihre Arbeit lass mich davon inspirieren und versuche immer meinen eigenen Touch in meine Produktionen reinzubringen.
8. Als DJ geht es nicht zuletzt auch um die Auswahl der „richtigen“ Stücke für ein Clubset. Wie unterscheidest Du für Dich eine gute von einer schlechten Platte? Wie bereitest Du Dich auf einen Clubgig vor?
Jede Platte die ich habe finde ich selber gut. Die Frage ist finden die Menschen die Platten in diesem speziellen Club wo ich auflegen werde auch gut? Schwierige Frage.. Grundsätzlich muss für mich eine gute Scheibe/Track Clubfunkionalität aufweisen, sprich das Arrangement muss einfach gehalten sein, nicht zuviele Breaks und nicht zuviel gespielte Instrumente, nicht zu kompliziert und auch nicht zu kopflastig. Das ganze muss dann von einem „fetten“ Beat & Bass gehalten werden. Eigentlich sind die einfachsten, auf den Punkt gebrachten Tracks, die trotz ihrer Einfachheit und Minimalistik eine spezielle Stimmung erzeugen für mich die „guten“ Platten.
Meine Clubsets sind meistens Improvisationen. Also ich bereite mich z.B. technisch nie auf ein DJ Set vor und verlasse mich auf meine 20-jährige Erfahrung. Die einzige Vorbereitung/Anpassung, die ich treffe, ist, dass ich vor dem Gig eine Stil-Selektion der Platten mache, die ich mitnehmen möchte (je nach Club / Event) und packe diese in den Case. Diese Auswahl teile ich mir dann in 3 Sektionen ein (soft/mittel/hard). Somit muss ich nicht zwischen verschiedenen Stilen wechseln und kann im eigenen Stil einfach die Stimmung ändern, wenn ich merke die Leute mögen das nicht so.
Alles andere kann ich gar nicht planen und lasse mich von der momentanen Situation im Club überraschen. Das Set hört sich dann auch nicht so berechnend an und es kommt öfters vor dass es ein „Auf und Ab“ Set wird, manchmal auch ohne grosse Linie, ich mag „Freestyle-Sets“ aber auch „treue-Linie-Sets“.
9. Gibt es Platten, die Du zwar regelmässig mit in den Club nimmst, aber dennoch nicht spielst? Wenn ja: welche sind das?
Ja, meine eigenen Releases. Finde sie im Club immerwieder ungenügend und spiele sie nie.
10. Pläne für Deine (persönliche) musikalische Zukunft?
Keine wirklichen Pläne, schön wäre es noch ein paar Solo-Projekt 12“ und weitere Alben zu releasen. Neben House und Dance Musik auch mal etwas völlig anderes, ruhigeres produzieren. Ansonsten plane ich meine musikalische Zukunft nicht gross. Musik mache ich sowieso. Wenn etwas daraus entsteht gut wenn nicht auch gut. :)
Hier nun der Mix:
Gianni Siravo (Azuni) - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep
English (short) version: today's guest mix was compiled and recorded by Zurich / Switzerland DJ and producer Gianni Siravo. You may know him under his moniker Azuni, an electronic music project he started a couple of years ago with Roberto Ceschi. Their pursuit of musical excellence resulted in an artist album on Sthlmaudio Recordings ("City Look") and several EPs on Drumpoet Community and Morris Audio.
Mehr im Web:
Azuni @ MySpace
Azuni - DJ Page @ Resident Advisor
Interview w/ Gianni Siravo & Sven Lacoste @ Tea And Techno Blog
Langganan:
Postingan (Atom)
















