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The Karlmarx Project - Mists

Zum Auftakt der 12"-Besprechungen in dieser Woche sei mit der "Mists EP" ein - streng genommen - genrefremdes Fundstück vorgestellt. Der Musikkosmos ist jedoch viel bunter, als es der enggefasste Ausschnitt dieses Blogs widerspiegelt.

Die "Mists EP" wurde bereits im Januar diesen Jahres veröffentlicht. Erschienen ist sie auf Melting Pot Music. Gegründet wurde das in Köln ansässige Label von Oliver von Felbert, der neben seiner DJ-Tätigkeit u.a. auch Autor beim Juice-Magazin gewesen ist. Zum Künstlerstamm des Labels zählen beispielsweise Marc Hype & Jim Dunloop oder Suff Daddy, also überaus interessante Musiker mit tief im Hip Hop, Soul und Funk gründenden Wurzeln. Das Album "The Gin Diaries" kann ich allen empfehlen, die auf der Suche nach ausdrucksstarkem, soultrunkenem, mit Blues und Jazz durchtränktem Hip Hop sind.

In dieses Umfeld fügt sich auch das unter "The Karlmarx Project" firmierende Musiker- und Produzenten-Duo, bestehend aus Isaac Aesili (Karl) und Marc McNeill (Marx), ohne Reibung ein. Beide, gebürtige Neuseeländer, sind musikalisch schon sehr lange aktiv. Isaac soll dem Vernehmen nach ein begnadeter Trompetenspieler sein. Er war beziehungsweise ist Mitglied zahlreicher Soul- und Funk-Formationen, Teil der Recloose Live Band und hat 2009 mit "Eye See" ein Solo-Album an den Start gebracht. Marc gehört zum grossen Einzugsgebiet des Labels DFA. Dort hat er sich seine Sporen beispielsweise als Produzent des (damals) Kollektivs (und heute Einzelkämpfers) Shocking Pinks verdient.

So viel zum Hintergrund. Die EP "Mists" soll vornehmlich den Appetit anregen für die bevorstehende Album-Veröffentlichung. Eigentlich müsste es bald soweit sein. In den fünf Tracks zeigen Karl und Marx ihre musikalische Vielseitigkeit. Sie bewegen sich dabei zwischen Soul, instrumentalen Hip Hop-Arrangements und Broken Beats. Manch ein Rhythmus-Pattern gemahnt an (Slow Motion) House-Kompositionen, wie sie in den letzten drei, vier Jahren vor allem auf der britischen Insel entstanden sind. Vertwistete Synthie-Spielereien und fröhlich zwitschernde Atari-Computersounds erinnern an die Musik eines Funkineven, Hypno, Flying Lotus oder Dorian Concept, an West London genauso wie an Al Bleeks (von Instra:mental) Boddika-Projekt.

Gebrochene Elektronikbeats, mal nur leicht wie auf dem Titeltrack "Mists", mal überdeutlich stotterig, vermischen sich mit drückenden Basslines und rollenden Subs. Sie treffen auf verzwirbelte Synthesizer, die sich im Spannungsfeld aus wildem Spieltrieb und kontrollierter Ekstase bewegen. Rauhe, düstere Klangfolgen wechseln sich ab mit ausgelassen überschwenglich fröhlichen Stimmungsmotiven. Manch eine Soundabfolge stimmt melancholisch, andere wiederum euphorisch. Insgesamt eine stimmungssatt-raffinierte 12".


Karlmarx - Mists by MPMCGN


English (short) version: soul and funk infused tunes with twisted synth sounds and spacy jazzy atmospheres produced by New Zealand combo The Karlmarx Project. 


Mehr im Web:

The Karlmarx Project @ MySpace
Melting Pot Music @ Facebook
DJ Olski / Melting Pot Music @ Soundcloud
Melting Pot Music

June - Cytheria

Nach einem kurzen Abstecher in den House- und Dubstep-/Future Garage-common taste ist es an der Zeit, sich wieder in den Untergrund zurückzuziehen und sich auf Klangware etwas weniger bekannter Künstler zu konzentrieren.

Den Anfang macht mit "Cytheria" eine 12" auf Argys Label "These Days". Ihr Urheber entstammt dem überaus fruchtbaren musikalischen Nährboden im Westen Londons, der seit jeher interessante Musiker, DJs und Produzenten, hervorgebracht hat. Als lokaler Hub sei in diesem Zusammenhang auch das Label Honest Jon's genannt, in dessen Umfeld ja unheimlich viel passiert. Man könnte es auch als Warp Records des 21. Jahrhunderts bezeichnen, wohl wissend, dass man Honest Jon's mit dem Institutionscharakter von Warp Records nicht vergleichen kann. [Man sollte ja eigentlich gar keine Vergleiche ziehen.]

June, der Urheber von "Cytheria", ist ein bisher noch wenig erforschter Produzent, sein Werk daher kaum ausgeleuchtet. Im Mai letzten Jahres tauchte er ein erstes Mal mit einer - klassisch - handgestempelten und limitierten Platte auf und machte wenig später mit einem Beitrag auf Mathematics Recordings ein weiteres Mal auf sich aufmerksam. Jamal Moss' Plattform für elektronische (Club-)Musik ist jedoch nur bedingt ein guter Assoziationspunkt, um sich dem Sound von June auf dieser EP anzunähern. Gemeinsames Merkmal ist, dass die Tracks weder überproduziert noch klinisch rein gefiltert sind. Vielmehr kann und darf man düstere, naturtrübe und melancholische Sounds erwarten, die zwischen Chicago und Acid House, atmosphärischem Synth Pop und New Wave wandeln, ohne dabei einen neonbunten Retro-Pop-Charme für sich zu beanspruchen.


So ist denn auch bei "Cube Runner (Virtual Reality Mix)" der Grundrhythmus geprägt von einem klassischen Vierviertelschlag der House-Musik. Er pulsiert unaufhörlich und zeitfrei. Die Bassdrum brandet gleichförmig wie Meereswellen gegen den Körper und zieht einen überaus gefühlvoll, und nicht mit unwiderstehlicher Wucht, in den sanft sich kräuselnden Synth-Ozean. Man hat das Gefühl, dass umfassender Frieden und tiefe Freude sich augenblicklich einstellen. June beschreibt damit eine Ferne und Weite, in der man sich gerne verlieren möchte.


June - Cube Runner (Virtual Reality Mix)

Cube Runner (Virtual Reality Mix) by June


June - Cytheria

Cytheria by June


Die 12" wartet auch mit zwei Remixen auf. Sie liefert Terre Thaemlitz alias DJ Sprinkles. Raumgreifend ist das zutreffende Wort, um seinen "DJ Sprinkles Lost Dancefloor"-Mix zu beschreiben. Gebrochene Beats, Synthesizer-Flächen, reich an Klangfarben, dynamisch in ihrer Bewegung, bedeutungsschwere Vocal-Samples mit enigmatischem Charme, von einer Frau geschrien, ätherische Piano-Akkorde - wie in Trance erhebt man sich am Ende dieses Stückes.


June - Lost Area (DJ Sprinkles Lost Dancefloor Mix)

Lost Area (Dj Sprinkles' Lost Dancefoor) by June


English (short) version: dreamy and ethereal electronic club music grounded in classic chicago / acid house and new wave / synth pop by London based producer June. DJ Sprinkles on remixing duties serves deep atmospheric textures, warm synth tones and broken beats.


Mehr im Web:

June @ MySpace
June @ Soundcloud
June - Mnml Ssgs Special Mix
These Days Records @ MySpace

Fudge Fingas - Now About How

Der Schotte Gavin Sutherland hat mit "Gettin' Together", "Me & U" oder "Dins Dins 4 Dada", veröffentlicht auf Linkwood und Prime Numbers, Infusionen mit hochgradig konzentriertem Soul an die House-Musik angelegt. Noch im März soll mit "Now About How" sein Debüt-Album erscheinen, ebenfalls auf Prime Numbers. Neben jede Menge unveröffentlichten Tracks und Skizzen beinhaltet es auch "It's About Time" und "Me & U", die für mich zu den musikalisch schönsten Stücken im vergangenen Jahr zählen. Auf der Soundcloud des DJs und Produzenten aus Edinburgh lässt sich in das Album reinhören. Tipp!

Now About How by Fudge Fingas


English (short) version: take some time to pre-listen the debut album of Gavin Sutherland a.k.a. Fudge Fingas. It's a soulful ride through classically-rooted house music with jazz-tinged arrangements and raw funk rhythms. Don't miss!


Mehr im Web:

Fudge Fingas @ Facebook
Fudge Fingas @ MySpace
Fudge Fingas @ Soundcloud
Prime Numbers

Marco M. Bernd - Palas EP

Abschliessend noch ein kurzer Hinweis auf ein neues Label. Ehrenfels. Ob sich von seinem Namen auch auf die Herkunft schliessen lässt, wird sich in der nächsten Zeit herausstellen. Ehrenfels lautet der Name einer Burg sowohl in der Schweiz (Burg Ehrenfels bei Sils) als auch in Deutschland (Burg Ehrenfels in Hessen), und auch in Österreich gibt es einige Burgen, die diesen Namen tragen. Das - und noch die eine oder andere Kleinigkeit - führen wieder einmal zu der Frage: wer steckt dahinter?

Meinem Investigationstrieb werde ich für heute einmal nicht nachgehen. Mir genügt und bereitet Vergnügen bereits die Label-Existenz an sich. Das erste Release darauf stammt von Marco M. Bernd (war bereits auf einigen Netlabel wie Deep In Dub aktiv), dessen Tracks tief in Dub-Wolken drinhängen. Zwar wirken sie kaum bedrohlich, dafür hängen sie so fest im Tal zwischen den hohen Bassdrum-Bergen, dass sie sich auf der Palas EP nicht auflösen. Das Tiefbass-Chassis zeigt den Einfluss der Designschule Basic Channel, Echochord, Marko Fürstenberg & Co. Für Sounds, die man unter dem Namen "Dub Techno" einsortiert, habe ich leichte Schwäche, aber das wisst ihr ja.

Palas EP @ Soundcloud


English (short) version: Ehrenfels, a new label on the horizon. Dub techno, ambient dub techno, ambient dub. You name it. I like it!


Mehr im Web:

Marco M. Bernd @ MySpace
Marco M. Bernd @ Soundcloud
Ehrenfels @ Facebook
Ehrenfels @ MySpace
Ehrenfels

Snuff Crew: Benefit Compilation for Japan

Die Snuff Crew hat uns in den letzten Jahren krachend stampfende Beats gepaart mit energetischen Snare-/Clap-Stakkati und stürmisch-schrillen Synth-Riffs geschenkt und damit eine Musik zwischen Chicago-House und Acid-Sounds weiter vorangetrieben. Gestern veröffentlichte das Produzenten-Duo auf seinem Blog einen Beitrag, in dem es sich mit den Tag für Tag weiter zunehmenden Schreckensnachrichten aus Japan kurz befasste mit der Ankündigung, schon sehr bald eine Compilation zu veröffentlichen und die Einnahmen daraus an die Japanhilfe des Deutschen Roten Kreuzes zu spenden. Die Compilation wird mit Tracks von u.a. KiNK, Neville Watson, Marcello Napoletano, Roberto Rodriguez und der Snuff Crew selbst erscheinen. Eine förderungs- und unterstützenswerte Aktion! Anbei die Worte der Snuff Crew in englischer Sprache:


We are all shocked and sad about what happened and what is still happening in Japan. Our thoughts and prayers are with all people who live there. As Snuff Crew and Snuff Trax we now want to help. So we start the „Snuff Trax For Japan“ compilation that will come out as digital release. All receipts will go to the donation account of Deutsches Rotes Kreuz (German Red Cross). Besides Snuff Crew the compilation includes tracks by a lot of great artists from the international electronic music scene. KiNK, Neville Watson, Patrick Pulsinger, Hard Ton, Elec Pt.1, The Model, Andy Blake, Luke Solomon, Dance Disorder, Photonz, Marcello Napoletano, Remute, Morning Factory, DJ M-Traxxx, Billie Ray Martin, Ascii.Disko, Romina Cohn, Discodromo, Roberto Rodriguez and many more joined this charity project.

We will keep you posted about this project very soon!


Mehr im Web:

Snuff Crew: Benefit Compilation for Japan
Snuff Crew
Snuff Crew @ Facebook
Snuff Crew @ Soundcloud
Snuff Crew @ Twitter

Mixed up... (56)

http://narr27.tumblr.com/post/3859720492
Das erste Quartal des Jahres 2011 liegt noch nicht berichtsreif abgeschlossen hinter uns. Dennoch hat es Ereignisse von solcher Tragweite für Politik, Geselllschaft, Wirtschaft, Natur und Umwelt mit sich gebracht, dass man ob der entfesselt hereinbrechenden Urgewalten am liebsten schon jetzt einen Schlussstrich unter 2011 ziehen und ein neues Jahr beginnen lassen möchte. Eines, an dessen Ende man zurückblickt und sich fragt, was sich überhaupt in den vergangenen zwölf Monaten ereignet hat. Eines, das es aufgrund seiner Bedeutungslosigkeit nicht Wert ist, in die Geschichtsbücher aufgenommen zu werden. Was sich in Australien (Überschwemmungen), Neuseeland (Erdbeben), Japan (Erdbeben) zugetragen hat, was derzeit den Nahen Osten erschüttert und die Welt in Atem hält, vermag man mit seinem begrenzten Sprachvermögen kaum zu beschreiben.

Obendrein erschüttert mich, dass zahlreiche Gruppierungen, radikale evangelikale Apokalyptiker oder Witzemacher mit Mario Barth'scher Niveaufreiheit, dieser Tage wieder vermehrt von sich hören lassen. Sie hängen sich an diese Ereignisse ran und instrumentalisieren und missbrauchen sie für ihre niederen Zwecke. Das finde ich schlichtweg zum kotzen genauso wie die Streuwirkung auf Facebook & Co. Auswüchse einer vernetzten Welt, die man hinzunehmen hat - genauso wie diese unsäglich makaberen, empathiefernen Beiträge neoliberaler Blogger. Zu deren Aussagen Stellung zu nehmen, empfiehlt sich allerdings nur bedingt. Man duelliert sich mit intellektuell Unbewaffneten.



Zurück zu den Mixtapes. Vor zwei, drei Tagen hat Dan Snaith alias Caribou auf seiner Soundcloud jede Menge Podcasts geteilt, die er in den letzten Monaten für diverse Blogs und Websites eingespielt hat. Sein Resident Advisor Podcast ist dabei, ebenso sein Mix für Allez-Allez. Stets eine schöne Zusammenstellung von eigenen Tracks gemischt mit House von Theo Parrish, Moodymann oder Mr. Fingers sowie Leckerbissen aus einer gut gefüllten Schachtel bunter Soundpralinen jeglicher Genre.

DJ Sets by Caribouband


Das kleine feine Label Terpsiton, das zuletzt mit "The XChange", einer 12" von Smallville's Dionne auf sich aufmerksam gemacht hat, verteilt seit einigen Wochen über seine gelb-orange Klangwolke Mixtapes der labelnahen Künstler. Zwei davon habe ich bis jetzt angehört. Mehrmals. Bin schwer beeindruckt.Ich hoffe, euch wird es genauso gehen.

Der erste Mix stammt von Kai von Glasow. Er hat die Veröffentlichungsreihe des Labels Terpsiton mit "Where Do We Go Wrong" (und weiteren Tracks) begonnen:

Terpsiton MIX TAPE "Higo Bloiko" (by Kai von Glasow) by TERPSITON

Für den zweiten Mix verantwortlich zeichnet Niklas Grosse Hündfeld a.k.a. Niki:

Terpsiton MIX TAPE "Jolifanto Bambla" (by NIKI) by TERPSITON


Fahrt in Richtung Chicago nimmt im folgenden Mix der Vinylgroover Johannes Albert auf. Rough Acid House Love!

Johannes Albert - Rough Acid Love House by johannes albert


Mit seinen Mixtapes fängt Späk nicht nur regelmässig Mäuse, sondern zieht enthusiastische House-/Techno-Fans in seinen Bann - mich eingeschlossen - und vergrössert die Schar der Stammhörer von Mix zu Mix. Im Anschluss an Johannes Alberts rohe Acid-Liebe kann es ja nur rough & dirty weitergehen:

basement - rough and dirty...mix by späk by späk


Rohkost aus House und Techno serviert auch Louche aus Leeds / London. Die Veranstalter haben für ihre bevorstehende Party Fred Peterkin alias Fred P / Black Jazz Consortium gebucht. Dieser wiederum hat als Amuse-Gueule einen Podcast vorausgeschickt:

Fred P - Podcast @ Louche


Sein Underground Quality-Homie DJ Jus-Ed war bei Melbourne Deepcast am Start und hat die Podcast-Reihe bereichert und zudem noch ein paar Fragen beantwortet. Check:

Jus-Ed - Interview & Podcast @ Melbourne Deepcast



Ray Jones aus Basel, DJ, Produzent, Soulful-House und Garage-Nostalgiker, hat sich durch das frühlingshaft anregende Wetter inspiriert gefühlt, einen neuen Mix auf seine Soundcloud zu packen. Azuni, Prommer & Barck, Steffi, und so weiter. Jus' dance, baby!

RayJones-DeepCarnival March Mix 2011 by Ray Jones


Den Abschluss macht heute Steffen Bennemann aus Leipig. Als Koi hat er mit "Deaf Torero" eine EP auf Styrax Leaves veröffentlicht, deren Dub Techno-Tracks mich auch heute noch die materielle Erde verlassen und zu astralen Ebenen schweben lassen. Genauso wirkt auf mich auch der Mitschnitt seines Sets aus der Panoramabar vom vergangenen November. Highly recommended!

steffen bennemann - panoramabar 25.11.2010 by steffenbennemann



English(short) version: this may sound shallow and superficial, but I honestly feel with the people in Japan that are suffering from the effects of last friday's severe earthquake and tsunami. A natural, environmental and human catastrophe like this leaves me speechless.

Besides of this, one thing really makes me angry: articles, blog posts and comments published by radicals evangelical movements, right-wing charismatic christians and so-called comedians who either welcome the earthquake or make fun of the victims. Fuck you, stupid morons!

To calm down, I highly recommend you the mixes by Dan Snaith a.k.a. Caribou. Perfect blend of own material with music from Moodymann, Theo Parrish, Mr. Fingers and all kind of obscure, soul-ish, jazzy music. Then you'll find a nice selection of house-not-house mixes by Johannes Albert, Späk, Fred P, Jus-Ed, and Terpsiton Muzik artists. Enjoy!

Marko Meth - Keep It Deep Guest Mix

Freitag, das Wochenende steht kurz bevor, und obendrein hat sich der Frühling angekündigt. Gibt nichts besseres, oder?! Darauf einstimmen soll auch der heutige Podcast, für den mit Marko Meth ein junger Wilder verantwortlich zeichnet.











1. Hallo…, stell Dich doch bitte einmal selbst vor.

Hallo, mein Name ist Marko. Ich bin 20 Jahre alt, gehe noch zur Schule und wohne in Nürnberg.


2. Was war Deine musikalische Initialzündung?

Meine musikalische Initialzündung, ich würde sagen David Hasselhoff! Kleiner Scherz am Rande, das war vor etwa 1,5 Jahren als ich das erste mal "Die Rakete" in Nürnberg besuchte. Hier kam ich das erste mal mit elektronischer Musik in Kontakt, kurz darauf kaufte ich mir Plattenspieler und alles nahm seinen lauf. Die Initialzündung zum Deep House gab damals der Podcast von Baaz für Tweak FM, bis heute mein absoluter lieblings Mix.


3. Welches bzw. wer sind Deine grössten musikalischen Einflüsse?

Definitiv Künstler wie Baaz, Mike Huckaby, Rick Wade, Knarf Skipson und MCDE, diese ein ziemlich breites Spektrum an verschiedenen Ideen und Interpretationen von Clubmusik. Da die Deep House Szene in Nürnberg sehr klein ist, waren die größten Einflüsse wohl das anhören von verschiedenen Podcasts, Mixes und Sets.


4. Wie würdest Du Deinen eigenen Stil beschreiben?

Mein Ziel ist es ein breites Spektrum an Sounds abzudecken. Ich liebe es schleichende, düstere und dahinlaufende Tracks zu spielen in denen man sich verliert. Aber auch knackige Sounds mit pregnanten Snares, Hi-Hats und Vocals sind meine Leidenschaft, das alles Versuche ich miteinander zu verbinden. Am besten ist es wohl wenn ihr euch auf meiner Soundcloud Seite ein eigenes Bild macht.


5. Wo kann man Dir beim Auflegen über die Schultern blicken?

Seit ein paar Monaten spiele ich das Warm-Up bei der "Kiss Klub" Eventreihe, diese findet monatlich statt. Ein Event das es nun seit ettlichen Jahren in Nürnberg gibt und auch sehr erfolgreich ist, doch auch bei "Villa Vogelweiher" und einigen anderen Events in "Der Rakete" bin ich ab und an zu hören.


6. Arbeitest Du auch an eigenen Tracks?

Im moment leider noch nicht.


7. Pläne für Deine musikalische Zukunft?

Im laufe diesen Jahres möchte ich mich langsam dem Produzieren widmen. Ich hab richtig Lust endlich was eigenes zu machen und genug Ideen fliegen mir auch schon durch den Kopf.



Hier der Podcast:

Marko Meth - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep



Tracklist: later...


English (short) version: Marko Meth - nu breed at the decks and controls, highly inspired by a mixtape from Baaz and taking the first steps toward spinning records at a club. Enjoy his selection and arrangement!


Mehr im Web:

Marko Meth @ MySpace
Marko Meth @ Soundcloud

Festland - Welt verbrennt (Remixes)

Wer bis dato noch nichts von Festland als Produzent gehört hat und sich fragt, welcher Künstler sich hinter diesem, die wahre Identität verschleiernden Übernamen verborgen hält, und wie sowohl der Essener Manuel Tur als auch der Wuppertäler Marcus Worgull darauf kommen, Stücke aus dem Festland-Portfolio zu remixen, sei auf einen Artikel in der Zeit, "Festland - Welt verbrennt: Einfach so zugeweht", verwiesen. Dort schreibt der Autor Jan Freitag:

"Welt verbrennt ist so ein Meisterwerk klanglicher Relaxation. Mit ihrem zweiten Album gelingt dem Essener Low-Fi-Trio festland eine Art Anleitung zur Lässigkeit. Selten wurde Minimalhouse so anspruchsvoll mit Rockelementen vermengt, so kreativ und en passant, dass selbst die schwermütige Spex von “undeutscher Leichtigkeit” schwärmt. Da haben festland offenbar einen bloß liegenden Nerv des analytisch-vertiefenden Feuilletons getroffen. Er liegt irgendwo zwischen Beckenboden und Großhirnrinde und ist für viele Verspannungen im urbanen Sitzjobmilieu verantwortlich."

Ich denke, das ist als Hintergrundinformation ausreichend, geht es uns - wenigstens auf diesem Blog - vielmehr um die Remixe als um das Ausgangsmaterial. Manuel Tur fräst sich mit seinem "Ashen City Mix" in das Gehirngehäuse rein. Sein monoton stampfender Beat ergreift besitz vom Grosshirn und setzt seine hypnotisierende, aufgrund zerstückelter, verfremdeter Stimm-/Instrumentalfragmente und Noise-Loops mit Sicherheit eine Nachttraum-bestimmende Wirkung frei. Scary!




Marcus Worgull erstürmt den Floor hingegen mit eilenden, schweren Bassdrum-Schritten. Im Schlepptau mit dabei ein paar Sprachfragmente des ursprünglichen Songs "Irre Gleise", die in Folge seiner Neuabmischung, der Einbettung in tiefe Klangräume und ein Bett aus energisch aufschäumenden Hi Hat-Shuffles sehr verstörend wirken. Ungewohnt aber keineswegs unattraktiv auch die deutsche Sprache.





English (short) version: Mild Pitch No. 9 - 'nuff said!


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Manuel Tur @ Facebook
Manuel Tur @ MySpace
Manuel Tur @ Soundcloud
Marcus Worgull @ Facebook
Marcus Worgull @ MySpace
Mild Pitch @ Facebook
Mild Pitch

Chaim - Alive (Remixes)

Weg von mythisch überhöhten Orten, den zwei, drei beinahe schon heiligen Städten, ihren Produzentengenerationen und der unantastbaren Soundarchitektur. Es schreibt sich auf viel leichter, druckbefreiter, da es sich nicht um das Werk irgendwelcher Legenden [spätestens mit der dritten Platte sollte dieser Ausnahmestatus erworben sein, ansonsten wird das nichts mehr], sondern von Menschen aus Fleisch und Blut handelt. Albern. Fleischliche, menschliche, irdische Wesen sind auch die Detroiter Produzenten, auch wenn wir der Verehrung unserer Helden oftmals mehr Platz einräumen, als ihnen eigentlich gebührt. Letztendlich kann die Musik auch in der Einsamkeit eines kleinen Ardennendorfes produziert werden. Hauptsache "my feet keep dancings", um es einmal mit Chic zu halten.

Von etwas weiter weg kommt Chaim Avital, der unter Verwendung seines Vornamens - Chaim - seit Jahren schon eine House-/Techno-Platte nach der anderen veröffentlicht. Auf die Frage "Where Is Jack" hat er zwar noch immer keine allgemeingültige Antwort, keine Weltformel gefunden, mit der sich das Phänomen des "Jack" komplett beschreiben liesse. Aber seither ist ihm ein Platz in der Stammelf von BPitch Control sicher.

Chaim Avital zählt mit Guy Gerber, Shlomi Aber, Itamar Sagi, Gel Abril, Guy J, und wie sie alle heissen, zur "Golden Generation" israelischer House-/Techno-Produzenten. Ihr Sound lässt sich weniger leicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Wiederkehrende ähnliche Eigenschaften, Muster und Themen in der Musik dieser Produzenten lassen sich zwar herausarbeiten. Es sind epische, sonnendurchflutete Klangbilder, die immer auch ein wenig Open Air-geeignet sind. Manche Riffs und Harmoniebögen strotzen nur so vor Auftriebspotential, die Hände gehen beinahe ohne eigenes Zutun in die Luft. Dabei aber von einem "Sound Of Israel" zu sprechen, halte ich persönlich für überzogen.

Anyway. Chaim Avital hat zum Jahresanfang sein Debütalbum "Alive" auf BPitch Control veröffentlicht. Es zeichnet sich aus durch eine verblüffende klanggestalterische Form zwischen sinnlichem, melodischem Elektronika-Pop und Tanzflächeneuphorie. Er baut langsam eine Dramaturgie auf, ohne sich in der Suche nach dem grossen Überraschungsmoment zu verzetteln. Dazu laufen die einzelnen Handlungsstränge zu deutlich auf den (nach-)mitternächtlichen Club zu. Hört selbst:

Chaim - Alive (BPC233CD) by BPitch Control


Nun aber endlich zur vorliegenden EP. Auf ihr befindet sich neben dem Original von "Alive" eine Vielzahl Remixe. Chaim beziehungsweise BPitch Control schart darauf eine Anzahl Produzenten um sich, die ich in dieser so nicht erwartet hätte. So trifft man einmal auf den Finnen Joakim Ijäs alias Kiki. Er gehört zum Inner Circle von BPitch Control, bildet mit seiner Vielzahl Releases einen wesentlichen Bestandteil des Rückgrats des Labels, hat auch die erste hauseigene Mix-Compilation "Boogy Bytes Vol. 1" herausgebracht (die ich mir übrigens in einem Anflug von Mittnuller-Nostalgie erst die Tage wieder einmal angehört habe). Er befreit das Original von seiner süssen Pop-Melancholie und unterfüttert es mit einem machtvollen Elektro-Bass. Die Vocals entkleidet Kiki von ihrem wolkenverhangenen Synth-Beiwerk, lässt sie gewissermassen im Lichtkegel des Tracks erstrahlen.

Einen weiteren Beitrag für diese 12" geliefert haben Philip Lauer und Christian Beisswenger, mit ihrem Projekt Arto Mwambe Hüter über klassische Moral und Wertvorstellungen im zeitgenössischen (Deep) House. Da ich ihre Platten auf Brontosaurus, ihre Remixe und ihre Live At Robert Johnson-Compilation liebe - diese starke Gefühlsbekundung ist aufrichtig und ehrlich gemeint -, bin ich vielleicht ein wenig voreingenommen und befangen und deswegen nicht wirklich unparteilich, was ihren Remix betrifft. Aber ihr Track vermittelt einfach eine Stimmung, wie sie an einem kalten, klaren Frühlingsmorgen herrscht, an dem die Sonne über dem Horizont erscheint und den morgendlichen Rauhreif schnell verschwinden lässt. Der pumpend-federnde Arto Mwambe-Bass, die warmen Synth-Chords, orgelähnliche Klänge, und irgendwann steht die Sonne hoch im Mittagszenit.

Bleibt noch Deniz Kurtel. Die türkischstämmige, in New York residierende Produzentin hat sich ja in kürzester Zeit einen hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad erarbeitet. Eine EP, "Whisper", auf Wolf+Lamb, dann war sie da und stand unter aller Beobachtung. "Shootingstar" könnte man schreiben. Nur das Wort "Legende" habe ich bisher noch nicht im Zusammenhang mit ihr gelesen. Kann aber sicher noch kommen. Ihre Überarbeitung hat etwas sehr Behutsames an sich, sie lässt Ruhe einkehren, wie das abendliche Eindunkeln, das eine gravitätische Stille über die Welt legt. Ein Glas schweren, körperreichen Rotweins mit intensiven Aromen dazu, und die Gedanken ziehen lassen.


English (short) version: Israeli producer Chaim recently debuted with a full length album on BPitch Control. It is not his first record ever but his first long player. It is accompanied by a single on which the title track - an overwhelming emotive song in between house music and electronic pop - gets a special treatment by three artists. The first is Kiki, a BPitch Control stalwart. He brings a strong electro form into "Alive". Second is Arto Mwambe, the Frankfurt based keepers of the law of House. Their remix is rising sun, energy throughout and creates a feeling of well-being and euphoria. Third is Deniz Kurtel, rising star, shooting star, with a subtle treatment that works early at night or late in the morning.


Mehr im Web:

Chaim @ MySpace
Chaim @ Facebook
Chaim @ BPitch Control
Kiki @ MySpace
Kiki @ Facebook
Kiki - Noice Mixtape @ Pulseradio.net
Arto Mwambe @ MySpace
Arto Mwambe @ Facebook
Deniz Kurtel @ Facebook
Deniz Kurtel

Hakim Murphy - Keep It Deep Guest Mix

Schon seit einiger Zeit ist Hakim Murphy, Guest Mixer dieser Woche, auf dem Radarschirm von keep-it-deep. Was an seiner Musik fasziniert, habe ich bereits im August 2010 im Rahmen eines Eintrages zu seiner 12" Black Robots Having Sex kund getan: "Es ist diese Rohheit, der Schweiss, das Maschinen-Workout, welche den Releases von Hakim Murphy eine - in meinen Augen unabstreitbare - Attraktivität verleihen. Gewiss, leicht verdaulich sind Hakim Murphys schroff klingenden Snares, kantig und klobige Bass-Sounds sowie etwas ungelenk wirkende, stolperig wie über Kopfsteinpflastergassen laufende Drums und durch verschiedene Bleep-Sphären führende Synthie-Sounds ganz sicher nicht. Aber wenn ein Sound die Beschreibung "Minimal Funk" verdient hat, dann mit Sicherheit die Tracks auf "Black Robots Having Sex"." Zunächst Interview, dann Mix. Wie gehabt. Viel Vergnügen!



1. Dear Hakim, would you like to introduce yourself?

I am a dj/producer who rocks beats from acid to deep house.


2. You've been gracing the decks for over a decade now. Do you remember the first day behind the turntables? What did you feel?

I didn't really understand the concept of pitch control or how to start the beat at the beginning of the phrase but yet I felt excited every time I got to play records. I do remember the first time I ever matched a beat, I was at my friend Gerald Moore's house and it was two Dance Mania records; DJ Funk and DJ Deeon. Then I rode the pitch back and forth, and it stayed on beat. It was like driving a car and at that moment I found matching beats to be easy and then it went from there.


3. How has your personal style evolved over the years?

It has changed dramatically over time, I got into different music styles and started opening up my ears to all that was going on in music. When I first started djing I was playing mostly all Dance Mania and records from some Chicago locals, but slowly I got more interested in Cajual, Relief, and then finally some Deep House. In the late 90's I started to buy a lot of imports from France and Germany. Really like all the Versatile, Sense, I:Cube, and Demon records.

For a while I stopped djing and collecting records even though I had bought an MPC-2000. I wasn't feeling the mood to make music. Then in 2000 I graduated from college and played records everyday for 6 months. That got my dj chops up, and I started listening and trying to figure out my sound again. Later in 2003, I went to music school and studied classical and jazz composition and this is probably the most important time for my musical development, because I started writing better tracks after the training.

I always liked acid tracks, but I never had any machines to make it with, but I had a copy of Reason 1.0 and I totally understood how to use it, and all the different note timings and synths available, and I really dug how Reason was like using analog gear because you plug it together the same way. Now in my style there are the raw elements of Chicago ghetto tracks with the subtle drum pattern changes, the classical music arrangements, and the 7th, 9th, and 11th chord harmonies from Jazz.


4. Who and what were your most important musical influences back then?

I would say one of my main influences when I started making dance music was Paul Johnson. He was lacing up mad tracks that I was feeling. I also loved a lot of Dance Mania artist, being that I use to dance, I wanted to be that dj who rocked the party with some straight energy tracks. I also like Larry Heard, Cajmere, and Robert Armani as well. I was playing all that Chicago shit when I first started.


5. Who and what is it nowadays? What is it that inspires you?

Hmmm, my inspiration these days comes from my love of making music. I use creating tracks as a therapeutic exercise; I get out all my frustrations through materializing tones, sometimes I finish tracks and sometimes I don't, but it is all for love though. This is probably my true inspiration, plus I enjoy the fact that I can contribute to society and human intellect in a way that is enjoyable for me and the end consumers.


6. You live and work in Chicago, a city with a rich musical heritage. Blues, Jazz, Soul and, of course, House music arose out of it. What do you think are some reasons for it?

I really don't know the answer to this but just that Chicago has a musical vibe to it. All the different influences really made the city what it was and is, you had the European immigrants with their music, plus you had all the Blacks who move up from the south, and many Hispanic people moving in; all contributing to Chicago. Though there were many rough patches with race relations, eventually integration set in and all types of people were getting into the different types music.

Chicago, it is kind of in the blood, a mostly liberal midwestern city that was full of artists and lots of wealthy people who like music, so they would contribute to the scene through patronage. Also I think church in the Black community had a lot to do with it to as many of these Blues, Jazz, and Soul artist were learning there craft from being in Church bands and choirs, and it all just continued to grow. Also we must not forget about the huge drug influence in Chicago that was spurring the disco and house moments, those classic parties that everyone was talking about were filled with mad drugs so that also kept the music moving forward.


7. You started making music and producing your own releases in 2005. How would you locate yourself on a "Chicago Sound Map"?

For my releases: my sound is definitely closer to Techno side of things, but I guess that's always been the sound I was into in retrospect, so I am basically making Techno at House tempos for the most part. But every once in a while I'll make some deep house. Otherwise I make all kinds of stuff: Jazz and Downtempo Trip Hop.


8. What three words describe your music?

Raw, deep and subtle.

9. You also run two labels, Synapsis Recordings and Machining Dreams. What was, and still is, your motivation behind?

To put out good music and keep vinyl alive. I think that was always the motivating factor. I always wanted to release some vinyl pieces. I'm not hating on digital but I like to have a vinyl artifact in my hand, I like the way records feel as well.


10. What is the label's musical concept?

Synapsis is a collaboration with Inbum Cho aka Avondale Music Society and we decided to drop a split vinyl piece back in 2008, so in the beginning it was just a vehicle for only Inbum and myself. Then later I heard some heat from Mauser and we decided to put it out. Now Synapsis will release the various styles of Chicago electronic music from Chicago artists.

Machining Dreams is more underground and it will feature artists from everywhere. The releases will most likely always be either Acid, Deep House, and or Techno.


11. What are you currently working on?

I am currently working on making enough tracks to do a mixtape for the summer. It will be all my tracks; 45 minute A and B side for the summer time. One side will be called AM and the other will be PM. So I'm in the process of writing tunes in these moments.


12. Plans for your musical future? Maybe a classical piano solo album? (We read in an interview with you at Hybridize blog, that you are gifted pianist and very into classical music)

Yeah, when I get more settled I want to buy a piano and write some Jazz-Classical fusions pieces. A bunch of short pieces that are fun, I'll be using jazz harmonies and classical arrangements. These pieces will be all in sheet music form and then I'll record it for a cd release and or digital download one day.

Otherwise, I have a few thing upcoming for the labels: Synapsis will see a solo release from Avondale Music Society called Mega Cycles EP(synapsis005), then a release from me called Examplars EP(synapsis006). For Machining Dreams there will be a various release called Vanguard Sound Vol. 1 featuring tracks from myself, G. Marcell, DJ Spider, Amir Alexander and Dakini9(mdreams004) and then a solo piece from Amir Alexander called North & Clybourn EP(mdreams005).



Hier nun der Mix:

Hakim Murphy - Snowstorm (Keep It Deep Guest Mix) by keep-it-deep


Tracklist:

00:00 | NSNT PRJCT [We Invented This] Wild Oats | WO-N5NT
02:58 | Non Stope [House Nation] KStarke Records |KR003
06:38 | Steven Tang [Over Easy] Altered Moods Recordings | AMR25R
09:47 | Hakim Murphy [Pulsate Phosphorus] Machining Dreams | mdreams004 *
14:35 | Macello Napoletano [Fuck This Machines] Unreleased | -------
20:48 | Marcellus pittman [Unirhythm Green vol. 1 (TOM Remix)] Unirhythm |uni1001
22:38 | DJ Spider [Dystopia] Machining Dreams | mdreams004 *
26:19 | Hakim Murphy [Creeper] unreleased | -------
30:06 | The Maniacs [Love Eternal] Nation | NAT008
33:40 | IAMTHATIAM [The Long Road To Redemtion] Fit Sound | Fit002
37:05 | NSNT PRJCT [Tr4mps] Wild Oats | WO-N5NT
40:10 | G. Marcell [Excites Me] Machining Dreams | mdreams004 *
45:25 | Miles Sagnia [Can We Heal Them] Atmospheric Existence | AER03 *
49:30 | Amir Alexander and Dakini9 [Black Ops] Machining Dreams | mdreams004 *
53:27 | Specter [Short Stack] Altered Moods Recordings | AMR25R
57:25 | Amp Dog Knight's [I'm Doing Fine] Mahogani Muisc | Mahogani M1
61:24 | Amir Alexander [The Abyss] Machining Dreams | mdreams005 *
66:00 | Avondale Music Society [You Suck] Synapsis Records | Synapsis005 *

* Denotes upcoming releases.



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Hakum Murphy - Machining Dreams Blog
Hakim Murphy - Interview & Guest Mix @ Hybridize
Hakim Murphy - Interview & Guest Mix @ Little White Earbuds

Cosmin TRG - A Universal Crush

Cosmin Nicolae hat unter seinem Künsteralias TRG oder Cosmin TRG für Erdbebenwirkungen gesorgt, deren freigesetzten Energien nur wenige standhalten konnten. Bassdruckwellen, wirbelsturmartige Synth-Passagen, frenetische Claps hatten und haben einen solchen Intensitätsgrad. Ihnen Herr werden mit herkömmlichen Schutzmassnahmen? Ausgeschlossen!

Auf Hessle Audio, Tempa, Soul Motive oder Immerse war er bereits mit Veröffentlichungen am Start. Auch Hotflush, Hemlock und nicht zuletzt Rush Hour Recordings sicherte sich die Dienste des in Bukarest / Rumänien lebenden Produzenten. Dort erwies er sich als äusserst begabter und überaus fleissiger Produzent einer Musik, die mit 2-Step, Dubstep, Future Garage, Post Dubstep oder gleich Poststep bezeichnet werden kann. Spielt auch keine Rolle. Ich mag seinen Sound, mir gefällt, mit welch revolutionärer Geschwindigkeit er sich durch die Genre hindurcharbeitet und dabei wilde Genremutationen und Rhythmushybride hinterlässt.

Man kann diese Unbefangenheit und Leichtfüssigkeit in seiner Herangehensweise sicher auch damit begründen, dass für ihn alles - Techno, House, Drum'n'Bass, Dubstep, Funk, Disco, Synth Pop, et cetera - hier und jetzt stattfindet; dass ihm aufgrund der politischen Vergangenheit seines Landes und den sozio-kulturellen Voraussetzungen der Blick zurück, das Festhalten an Vergangenem, gar nicht in der Form möglich ist, wie man es dem Mitteleuropäer gerne einmal zuschreibt. Andererseits...leben wir im Jahr 2011, und da ist die Genre-Palette, aus der ein Produzent sich bedienen kann, unermesslich gross. Der Schlüssel zum Erfolg liegt wahrscheinlich darin, diesen Schritt zu gehen, sich über das Prinzip der Selbstbegrenzung hinwegzusetzen.

So löst sich denn Cosmin TRG auf "A Universal Crush" von den (halb)gebrochenen Beats. Gewissermassen entfernt er sich einen weiteren Schritt von der "Space Station Love Affair" und lässt ab von der "Liebe[n] Suende", die da heisst Bassmusik. Auf dem Rush Hour-Tochter-/Zweig-/Wasauchimmer-Label zeigt er sich dem 4/4-Rhythmus verpflichtet, verwebt die Step-Vergangenheit mit House und Techno - ohne dabei so gnadenlos und hart aufzutreten, wie bei "Separat / Izolat", zwei Tracks, die nahezu zeitgleich auf Fifty Weapons erschienen sind. Trotzdem: markante Kickdrums, energiegeladene, euphorische Synthesizer und Tiefe im Bassbereich finden sich auf den vier Tracks zuhauf. Thumbs up!


English (short) version: Cosmin TRG is a high potency producer who designs beats, basslines and euphoric synthies to provide high-explosive dancefloor material combining all kind of bass- and poststep-music. On "A Universal Crush", Cosmin TRG reveals a heavy stash of 4/4 ammunition to supplement your proper muscle workout over nightshift.


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zero'' // podcast #023- DJ Mix: Cosmin TRG by zero-inch

B. F. H. V. - ET 01 - 06

Retro. Schimpfwort oder Kompliment? Lob oder Tadel? Gut oder Böse? Meines Erachtens stellt sich diese Frage, stellen sich diese Fragen, nicht mehr. Spätestens seit Mercedes Bunz' Blogeintrag "Dieses Jahr wird groß. Nix retro. Let's go." nicht mehr. Sie beginnt ihn mit folgenden Worten: "Heute morgen beschlossen, dass [das neue Jahr] richtig gut wird... Alleine die Musik, die in den ersten [Wochen des neuen Jahres] erschienen ist oder gerade erscheint, könnte einen durch das gesamte Jahr tragen."

Geschrieben hat sie diese Zeilen vor vier Jahren, am 26. Februar 2007. Sie könnten aber geradeso gut vom 26. Februar 2011 stammen und die ersten beiden Monate des Jahres 2011 beschreiben. [Vielleicht stehen diese Zeilen sogar jeder Kurzretrospektive zu Beginn eines neuen Jahres gut. Es herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung, der Blick ist noch unbeschwert der Zukunft zugewandt und man wünscht sich, dass reges Leben herrsche.] Ein paar Zeilen später dann der Absatz, den ich mir verinnerlicht habe, der meine regelmässig aufkeimenden Stillstandsbefürchtungen entrkäftet hat und den Rückbezug auf das Vorhandene - oder das Vergangene - weitaus weniger bedrückend erscheinen lässt. Dieser nämlich ist unumgänglich. Man muss an das bereits bestehende Kulturgut anknüpfen - bejahend oder ablehnend - und es mit neu erworbenen Fähigkeiten, Fertigkeiten, Techniken et cetera bearbeiten. Doch erstmal das Zitat:

Die gerne vorgetragene Beobachtung, dass wir in einer Zeit leben, in der alles nur noch Retro wäre, in einer Zeit, in der nichts “eigenes” los ist, weil alle – so sagt man – noch auf das neue Jahrtausend warten und sich solange die Zeit damit vertreiben, das Archiv aufzurufen: Stimmt nicht. Denn dieses Retro ist gar keines. Das Archiv wird nicht nur anders benutzt als früher, die Musik ist auch so auf den Punkt gebracht, besticht durch ihre Präzision und ihre Konsistenz, dass man sich darin ausstreckt und wohl fühlt. Das ist kein billiger Abklatsch, es ist keine einfache Wiederholung – das alles, das ist weit mehr als einfach nur Retro. Was wir hören, ist, wie D. gestern quer über sein zweites Becks hinweg bemerkte, aber eben auch kein Zitat. Und das stimmt. Es ist etwas anderes. (Mercedes Bunz: Dieses Jahr wird groß. Nix retro. Los geht's.)

Unter diesem Blickwinkel ist nach meinem persönlichen Dafürhalten auch die neue 12" auf Live At Robert Johnson zu hören / zu verstehen. Die beiden Tracks, "ET 01" und "ET 06", haben produziert Christian Beisswenger a.k.a. CB Funk und Oliver Hafenbauer. Der Erstere ist beispielsweise verantwortlich für "Subway To Cologne" auf Story Records und zusammen mit Philip Lauer als Arto Mwambe für eine Vielzahl Platten, Remixe und eine Reise durch die wundervolle Welt der Acid Synthlines, Piano Keys, Muskelbeats und Power Basslines auf ihrer Live At Robert Johnson-Compilation. Der Zweite, Oliver Hafenbauer, ist mit dem Goldenen Musikvereinssaal der elektronischen Clubmusik in Offenbach wie nicht gleich ein anderer verbunden. Er kümmert sich um Booking-Angelegenheiten, um Fragen rund um das hauseigene Label, veranstaltet zusammen mit Manuel Raven eigene Clubnächte, und, und, und. Beide also Club- und Musik-erfahren in jeder Hinsicht und nun als B.H.F.V. unterwegs.

Ihren Tracks, "ET 01" und "ET 06", kann man sich auf zwei unterschiedlichen Wegen annähern. Es ist einmal der Weg, den ein Hörer mit einem gleichsam bibliothekarischen Wissen und einem vollgepackten Rucksack an Cluberfahrung beschreiten wird. Dieser wird unschwer ein Fundament ausmachen, das mit einer Mische aus schwarzem Funk und Düsseldorfer Kraftwerk-Elektro ausgegossen ist. Mitreissend, energetisch. Wer immer auch das Schlagwort Electric Boogaloo einbringen mag, der darf dies gerne tun. Zum anderen ist es der Weg, den ein zwar verständiger, in dieser Hinsicht jedoch unbedarfter Hörer beschreiten wird. Für ihn spielt keine Rolle, wie dreckig der Funk, wie rotzig der Elektro damals waren, wie rough sie heute zu sein haben. Unerheblich auch, ob der Magengrubentritt aus einer 808 stammt oder nicht. Für diesen Hörer werden beide Tracks eine Musik sein, "in der man sich ausstrecken und wohlfühlen kann." (Quelle: s.o.)


English (short) version: Christian Beisswenger a.k.a. CB Funk of Arto Mwambe fame and Oliver Hafenbauer, Live At Robert Johnson label manager, Robert Johnson booking manager, dj and music enthusiast, deliver two energetic tracks that combine funk rhythms and electronic music and unleash passion on the dancefloor.


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Nr. 39: Oliver Hafenbauer (Live at Robert Johnson) by ROOF.FM

Zepp001 - The Warm

Weil wir's mit "Lovin" von Barck & Prommer gerade von Slo Mo hatten, sei noch ganz kurz auf die neue Delusions Of Grandeur-12" eingegangen. Produziert hat sie der immer noch in der Anonymität gebliebene Zepp001. Junodownload spricht zwar schon von einem Duo, aber lassen wir das Rätselraten und Suchen nach verlässlichen, diese Vermutung bekräftigenden Indikatoren. Ausreichend ist völlig, dass er / dass sie als "disco obsessive" beschrieben werden und irgendwo an der US-amerikanischen Westküste beheimatet sind. Orientierungspunkt ist dabei die Stadt Seattle, Zepp001 kann aber geradeso gut auch vom Umland, zwischen Vancouver Island und dem Mount Rainier Nationalpark, stammen.

Mit Seattle verbindet mich eine wunderschöne Sommeraffäre im Jahr 'yx. Die junge Frau nannte eben diese Stadt als den wahrscheinlich nächst grösseren, bekannten Anhaltspunkt für mich, damit ich ahnungsloser Europäer ihre Herkunft auf der Weltkarte verorten konnte. Wahrscheinlicher jedoch war, dass sie mit ihren Eltern und Geschwistern aus einem kleinen Kaff nahe der kanadischen Grenze stammte und in einer Hippie-Künstler-Kommune lebte. Jung, unreif und noch sehr unerfahren, platzte mit einem "Seattle? Oh, cool, birthday of grunge" heraus, als sie mir Näheres über ihre Herkunft erzählen wollte. Nun fand sie selbst jedoch Gitarrenmusik wie diese, dystopisch-nihilistische Texte und den Alkohol- und Drogenexzess nicht wirklich toll. Sie war vielmehr auf der Bob Dylan'schen side of life angesiedelt, jedenfalls was die Musik betraf. Mein Tritt ins Fettnäpfchen war für sie wohl vergleichbar mit der Situation, in der ein aus Süddeutschland stammender USA-Besucher sich wiederfindet. Unweigerlich wird er - Klischee! - mit Oktoberfest, Porsche und Black Forest in Verbindung gebracht. So ist das halt. Beide Seiten haben ja nur ein begrenztes Ausschnittswissen.

Vermutlich weicht auch Zepp001 mit seiner Musik ein wenig von der Norm seines Umfelds ab, denn Disco erweist sich ja trotz einer in den letzten Jahren gestiegenen Beliebtheit nicht als gängigstes Genre. Umso tiefer greift er jedoch auf "The Warm" in den Malkasten satter Synthesizerklänge, in die er dichte Drumgrooves einbettet. Zudem zündet er ein Feuerwerk an Clap-, Snare- und Kuhglocken-Elementen, und flicht in diese Atmosphäre voller Energie in grosszügiger Weise Sprach- und Soundsamples ein. Reminiszenz an die 80er-Jahre, an ein unmittelbar im Zusammenhang mit der Disco-Kultur stehendes körperliches Lustempfinden, an Rausch und Ekstase.

Mit "Dearly Beloved" kann ich mich hingegen gar nicht anfreunden. Vielleicht lasse ich mich ein wenig von meiner Laune hinreissen, aber diese Trillerpfeife nervt. Genauso auch das nervöse "tribalistische" Getrommel, das der Produktion wohl einen Hauch von tropischer Exotik, brasilianischem Samba, und feuriger Lebensfreude verleihen soll. DJ Nature zeichnet für die Neuabmischung verantwortlich. Der ursprünglich aus Bristol stammende, seit langen Jahren jedoch in New York lebende DJ und Produzent erlebt derzeit einen intensiven Kreativfrühling, wie die dicht gestaffelten Releases auf Jazzy Sport, Golf Channel Music sowie die nicht gerade geringen Remix-Beiträge zeigen. Mir soll's recht sein, denn gerade seine rohe Funk-Attitüde, mit der er "Dearly Beloved" ausstattet, steht dem Track gut zu Gesicht. Thumbs up for this!


English (short) version: Seattle based anonymous-non-anonymous artist Zepp001 is back on Delusion Of Grandeur where he debuted on the slow motion house / disco scene long time ago. He loves working with synthesizers and therefore he's showcasing a rich arrangement of fluid synth textures and various sound effects - vocal snippets, cowbells, delay, dubs - on "The Warm". "Dearly Beloved" is definitely not my favourite - i honestly can't stand tracks with police- or samba-whistel sounds. DJ Nature transfers it into an unhurried rough funk atmosphere. Thumbs up for this!


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Zepp001 @ MySpace
DJ Milo / DJ Nature
Delusions Of Grandeur @ MySpace

DJ Nature @ Soulsearching Radio Show

Barck & Prommer - Lovin

Während Voom:Voom- und Fauna Flash-Kollege Roland Appel derzeit auf Poker Flat mit "Fleurs Du Mal" eine ausgesprochen Dancefloor-orientierte, will schreiben Rave-orientierte Seite an den Tag legt, hat sich Christian Prommer mit Jazzanova's Alexander Barck zusammen getan, um ihren kreativen Ideen freien Lauf zu lassen. Nun steht ihr gemeinsam erarbeitetes Album mit dem Titel "Alex and The Grizzly" kurz vor seiner Veröffentlichung und man darf fürwahr gespannt sein, wie ihr weitreichender, nur schwer zu fassender musikalischer Geisteshorizont sich in Albumlänge entfaltet. Diesen haben sie über die Jahre hinweg beständig ausgeweitet - Alexander Barck ist nicht von ungefähr einer der gefragtesten Freistil-DJs -, beständig haben sie an ihren künstlerischen Fähigkeiten gearbeitet - Prommers Drumlessons Vol. 1 und Vol. 2 sowie seine Arbeit als Produzent behind the scenes für DJ Hell oder Roberto Di Gioia alias Marsmobil seien da als Beispiel genannt.

Nun also treffen Jahre, Jahrzehnte an Erfahrung, an sowohl intellektueller als auch im Clubkontext praktischer Auseinandersetzung mit Musik aufeinander, finden Eingang in eine Kooperation, deren (endgültiges) Ergebnis wir am 15. April 2011, dem anberaumten Erscheinungsdatum des Albums, aufgetischt bekommen. Was man von den beiden, Alexander Barck und Christian Prommer, erwarten kann (und darf), haben sie bereits im vergangenen Jahr mit "Pictures Of The Sea / Gladys Knight", einer EP auf Permanent Vacation, gezeigt - zwei Disco / Deep House-Hybriden, die in subtropisch opulenten Klangfarben erstrahlen.

Tief im Mangrovensumpf von dub-beeinflusster Downbeat-Elektronika sind hingegen die House- und Disco-Säulen der beiden Produzenten auf "Lovin'" verankert. Mit dem Rauschen und Knistern im Hintergrund , den Gitarren- und Bläser-Einsprengseln, harmonischen Streicherflächen und einer kindlich-schüchtern gespielten Flötenmelodie zielen Barck und Prommer zunächst darauf ab, ein reines Stimmungsbild zu erschaffen. Geist und Seele sollen frei schweben, sich frei entfalten dürfen. Bei wem kommt da kein Gefühl von Entrücktsein auf? Doch bevor man in Folge dieser Seelenmassage vollends in eine Art Nirvana abgleitet, nimmt "Lovin'" eine Wendung. Ein pulsierender House-Beat sowie eine forsche Acid Synth-Line brechen die Stimmung. Alexander Barck und Christian Prommer ziehen das Tempo an, lösen einen gleichsam aus diesem Stadium der Kontemplation heraus und führen einen mit fester Hand zurück auf die Tanzfläche.




Dort, auf der Tanfzläche, ist die Heimat sowohl des Dub-Version von Lovin' als auch des Remixes, den André Lodemann zu dieser 12" beigesteuert hat. Beide Überarbeitungen gehen das Thema direkt an. Verschiedene Elemente sorgen für eine gleichmässige und unmittelbare Kraftübertragung, allen voran die ostinat marschierenden Bassfiguren, die rhythmische vielmehr jedoch die harmonische Phrasierung und dem pulsierenden 4/4-Beat mit seinen voluminösen Hi-Hat- und Snare Drum-Klängen.




English (short) version: Alexander Barck of Jazzanova fame, Christian Prommer (Drumlessons Vol. 1 & Vol. 2) and - as remix artist - André Lodemann (Best Works Records) team up to enchant their audience with warm and charming sounds centered around a deep house groove ("Dub" / "André Lodemann Remix") whereas the original version is a creamy and decadent cocktail of dub-flavoured electronica and disco-tinged slow motion house. Best enjoyed during the heat of the summer!


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Prommer & Barck
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Efdemin - Chicago Remixes

Dial Records bringt derzeit ein Killer-Release nach dem anderen heraus. Nicht, dass das Label bisher nur Ramschware in der Auslage hatte, aber die letzten fünf, sechs 12" haben mich wirklich schwer beeindruckt, allen voran die Remixes von Pawel, Roman Flügels "How To Spread Lies" und Isolées "Fantastic Researches Of Yushin Maru".

"Chicago", das Album von Philip Sollmann a.k.a. Efdemin war ebenfalls so ein Killer-Release. Es hat dementsprechend auch für sehr viel Gesprächsstoff gesorgt, ob in der taz oder der Zeit, ob bei Resident Advisor, Little White Earbuds oder Monday Edition. Den mehrheitlich lobenden Worten kann ich mich nur anschliessen. Wer sich dem Longplayer allerdings in einer Art Nostalgiesuche annähert, könnte leicht enttäuscht werden, da Philip Sollmann die Stadt und ihren Sound vielmehr mit der Seele sucht, als dass er bestimmte Klangbilder einfach nur abmalt.

Wie auch zuvor bei Pawel folgt auf das Album nun eine Single-Auskoppelung. Auch für sie wurden zwei Produzenten sorgfältig ausgesucht und mit der Affinage der Tracks betraut. In diesem Fall sind es Alan Abrahams, der dafür die Maske seines Portable-Alias überstreift und DJ Koze. Beide Künstler muss man eigentlich nicht mehr vorstellen. Ihr musikalisches Schaffenswerk umfasst zahlreiche EPs, Alben und Remixe. Teilweise sicher keine leichtverdauliche Kost, so dass ein homogener Querschnitt schwer zu bilden ist, auch wenn man vermeintlich glaubt, "DEN" Sound eines Portable oder DJ Koze operational effizient in einem Satz beschreiben zu können. Dennoch verfügen beide, Portable und DJ Koze, über eine unverwechselbare und starke Identität, beide verwenden ausdrucksstarke Klangbilder und Gestaltungselemente, die beim Hörer durchaus zu einer Soforterkennung des Urhebers führen kann.

Portable nimmt sich dabei "Night Train" an, dem wahrscheinlich mit Abstand bekanntesten und meistgespielten Track der LP. Wer sich schon einmal mit seinen Arbeiten auseinandergesetzt hat, weiss, dass er sehr gerne mit sprachlichen Versatzstücken - die oftmals auch keinen (zusammenhängenden) Sinn ergeben -, mit in Fragmente aufgesplittete Sätzen oder Worten arbeitet. So finden wir auch in seiner Überarbeitung von "Night Train" kurze Laute. Aufgrund der Akzentuierung wirken sie nicht mehr nur als Hintergrundmotiv, ihnen wird eine dominante Rolle zuteil. Der charakterlich vorwärts treibende Rhythmus hebt das Original aus seiner Tiefenentspanntheit heraus, schiebt es in Richtung Tanzfläche. Besonders überzeugt mich jedoch die Art, wie Alan Abrahams den Identitätskern von "Night Train", den gleichsam verhallenden und im Nebel verschwimmenden Melodielauf im Hintergrund seines Tracks unscharf aufsteigen lässt.

DJ Koze nimmt sich Efdemins "There Will Be Singing" an. Man könnte seinem Remix eine unverblümte, gar unlyrische Direktheit vorwerfen. Man könnte ihn jedoch gerade aufgrund der provokativen Direktheit loben, die dem absolut rund laufenden Drumloop innewohnt, auf dem der Track aufbaut. Letztendlich entfaltet der Mentalist und Hypnotiseur gerade damit eine magische Wirkungskraft, der man sich nicht entziehen kann. Schwarz und unheilbringend senken sich dräuende Synth Pads auf diesen Loop. Umso kontrastreicher und heller wirkt daher auch das Klangmotiv des Originals, welches hin und wieder durch die düsteren Partien hindurchscheint.

Bleibt noch die Dub-Version von "Night Train". Für sie zeichnet der Urheber des Originals, Efdemin verantwortlich. Er lässt darin Hintergrund und Vordergrund verschwimmen und löst das raum-zeitliche Vorstellungsvermögen auf, als ob man den Nachtzug nach Nirgendwo besteigt. Gross!


English (short) version: Efdemin gets remixed by DJ Koze and Alan Abraham who is appearing here under his Portable moniker. DJ Koze rearranging "There Will Be Singing", is following a hypnosis strategy using power loops. A simple, straight forward targeting the entire body. Portable enriches "Night Train" with vocal chop-ups and pulsating lush electronic sounds and presents the original's main theme steadily diffunding into space. There's also a Dub version of "Night Train" by Efdemin. Great Package!


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Dial Records
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Portable a.k.a. Bodycode @ Facebook
Portable a.k.a. Bodycode @ MySpace
Portable a.k.a. Bodycode @ Soundcloud
Portable - Hit Me With Your Rhythm Stick - Feature @ Electronic Beats
DJ Koze

Mixed up monday (52)

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Zweiundfünfzigster Mixed up monday-Eintrag. Unspektakulär. Neunhundertfünfzigster Blog-Eintrag. Schon etwas erwähnenswerter. Nicht von der Statistik erfasst: die vielen Stunden des Musikhörens und der immer grösser werdende Stapel noch nicht gelesener Bücher, die nicht (mehr) geführten Gespräche, die nicht mehr gepflegten sozialen Kontakte, und so weiter. Grumpy old man!

Weil das Wetter derzeit stark auf Frühling macht, könnte ich eigentlich auch einmal wieder "Frühlings Erwachen" von Frank Wedekind hervorkramen und zu einem Glas Spätburgunder lesen. Ein Werk, das überhaupt nichts gemein hat mit der leichtmusigen Beschaulichkeitsliteratur, mit der die Schaufenster der Buchhandlungen in den Tagen vor und um den Valentinstag vollgestellt sind. Es ist vielmehr ein existenzialistisches Werk. Frank Wedekind thematisiert das Erwachen der Sexualität, beschreibt die damit einhergehenden Probleme und Sorgen der Heranwachsenden sowie das Generationenmissverständnis zwischen Eltern und Kindern und umgekehrt. Und das in einer Zeit noch weit vor den 68er-Jahren. So ist es nicht verwunderlich, dass "Frühlings Erwachen" unmittelbar nach seiner Veröffentlichung und Uraufführung als pornografisches Werk bezeichnet wurde - und manch eine Szene bis weit in das zwanzigste Jahrhundert hinein nicht mit der Direktheit inszeniert wurden, mit der Sie Frank Wedekind beschrieben hat.



Vorliegend soll es jedoch nicht um Literatur, sondern um Musik gehen. Dazu jetzt. Die kurze Übersicht leitet ein Mix des französischen Produzenten- und DJ-Duos Discodeine (Pilooski und Pentile) ein. Die beiden veröffentlichen am kommenden Montag, den 14. Februar 2011, ihr erstes (selbstbetiteltes) Künstleralbum. Ihr Mix soll die Vermarktung des Albums begleitend unterstützen. Erstveröffentlicht auf Brain Magazine, aufgestöbert jedoch bei Alainfinkielkrautrock.


Nicht minder eklektisch ist der zweite Mix. Verlinkt auf AOR Disco, eingespielt von einem mir bisher unbekannt gewesenen Gigamesh. Ich kann nicht anders, als dabei an das aus babylonischen Zeiten stammende Gilgamesch-Epos denken. Mit Tracks von Four Tet, Dabrye, Caribou oder Soundstream überzeugt sein Urheber jedoch mit stilistischer Vielfalt und poetischer Stimmigkeit genauso wie der / die Verfasser des weltberühmten Grossepos der Weltliteratur. Recommended! (Download @ White Light Mixes)

White Light Mix Series #36 [see info section] by GIGAMESH


Manchester. Disco Outcasts. Stefano. Seine Mixe gehören zu meinen ständigen Begleitern, ob zuhause oder unterwegs. Vor vier Wochen veröffentlichte er mit "Hell Raisers" einen Podcast, auf der Seite des französischen Webzine Hell's Kitchen". Hab' ihn erst jetzt gehört. Kann ich weiterempfehlen. Check:

Disco Outcasts - Hell Raisers by discooutcasts


Ebenso zeigte sich der Plaid Music-Blogger in der vergangenen Woche wieder einmal aktiv als Eklektiker und präsentiert in seinem Cherry Lips Magic Mix jede Menge merkwürdige Musik. Wundervoll!

Cherry lips magic mix by vags/plaidmusic


Vor dem unmittelbar zurückliegenden Wochenende hat DJ Clap, Resident der Hamburger Clubnacht Dear, ebenfalls einen neuen Mix auf seine Soundcloud gepackt. Es ist ein Podcast für das Hamburger Label Pingipung. Stücke von u.a. James Blake, Jimmy Edgar, Mtume, Dâm-Funk. Tasty!

Pingipung Lovers Podcast by DJ Clap


Im Anschluss daran gibt es wieder Neues aus den Händen der Baslerin Timnah Sommerfeldt. Ihr gebührte die Ehre, für Darkaudio einen Podcast einzuspielen. Mit Tracks von Instra:Mental, Joy Orbison, A Made Up Sound & Co verlässt sie die Pfade des straighten 4/4-Taktes, bleibt sich in Sachen Selection und Arrangement treu. Nur heavy hitter und sure shots. Ausführliche Tracklist auf Soundcloud.

darkaudio podcast 074 by timnah sommerfeldt


Mit Tracks von Scuba, Vakula, Midland & Ramadanman sowie vielen weiteren interessanten Stücken zwischen House, Techno, basslastigerem Material und Freistil-Elektronik wartet auch der zwischen Freiburg, Karlsruhe und dem Rest der Welt pendelnde Hendrik Vogel in seinem neuesten Tape auf. Man wird ihn Ende Februar auch in der Freiburger Jackson Pollock Bar live erleben können. Check:

youssential I by hendrik vogel (nugath)


Lange Zeit ist es her, da war der Schotte Lel Palfrey mit einem Podcast auf keep-it-deep zu Gast. Anfang Februar konnte man einen Mix von ihm hören in der Radio Show des Detroiters Mike Huckaby (auf Cjam Detroit 99.1FM). Leider besteht keine Möglichkeit zum Download mehr. Aber anhörenswert ist der Mix allemal. Here you go:

Mike Huckaby show - Cjam Detroit 99.1FM Feb 2011 by Lel


Als nächstes der Niederländer Tom Trago. Unmittelbar vor Veröffentlichung seines neuen Albums erscheint von ihm ein Podcast auf Data Transmission. Dope shit!

TomTrago - Datatransmission Podcast by tomtrago


Der folgende Mix stammt aus Stuttgart. Florian Ehing, einer der Jungs von Thursday's Don't Suit Very Well, hat sich mit einer Handvoll Platten sowie der einen oder anderen CD daran gemacht, ein neues Tape aufzunehmen. Er selbst sagt dazu: "Just putted the recording button and see what happens. No pre-selection and editing after it was done". Enjoy!

FE is satisfied by florian0711


Auch die Jungs vom Blog Mehercules haben in der (vor-)letzten Woche wieder einmal zu begeistern gewusst. Im Vierzehn-Tage-Rhythmus sind sie mit ihrer Radioshow "Greenbeats" auf My House Your House on air und versorgen ihre Fans sowie Gelegenheits- und Zufallshörer gleichermassen mit guter Musik zwischen House, Techno, Disco und Elektronika im weitesten Sinne. Mitschnitt der letzten Sendung gibt's auch online. Check:

GREENBEATSbroadcast Christoph 02022011 by christoph_n




Bleibt zum Abschluss noch der Berliner Rødhåd. Für die Podcast-Reihe des französischen Online-Fanzines Input Selector hat er einen unglaublich bassstarken Mix aus Dub Techno / Techno-tunes abgeliefert. Gänsehaut!

IS 081 - Rødhåd [Dystopian Music] by Input Selector


English (short) version: it's our ninehundredfiftieth blog entry. Hours and hours of listening to music, podcasts, bedroom mixes, new releases, unreleased stuff. Hours and hours of books we did NOT read, socializing activities we did NOT have, friend's visits and events we did NOT attend, and so on and so forth. We became grumpy old men. But having an intimate relationship means to give up some time for your love. And we love music and want to share our love with you. Therefore enjoy our today's selection covering a wide range of music, disco, house, dub techno, techno, dupstep,...