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Various Artists - The Aphotic Segments Part One

Den Abschluss der heutigen Blogtätigkeit bildet ein kurzer Hinweis auf die neueste Veröffentlichung aus dem Hause Sistrum Recordings. Tracks zu dieser 12" beigesteuert haben einmal der Labelgründer Patrice Scott selbst, mit Leonid und XDB zwei Produzenten, die bereits eigene EPs auf diesem Imprint in ihr Portfolio eingetragen haben, und schliesslich Anton Zap, der sein Debüt auf Sistrum Recordings feiert. Der Titel dieser EP kündigt bereits an, was für eine Musik auf ihr zu finden ist. Es ist House aus subaquatischen, lichtlosen (= aphotischen Sphären. Ein Sound, der im Tiefenbereich des House-Ozeans anzusiedeln ist, eine musikalische Zone, in die kein Licht mehr einzudringen vermag. Ganz so dystopisch, in dunklen Klangfarben gehalten, sind die Tracks allerdings nicht. Hört selbst:

Patrice Scott - The Aphotic Segments Part One - Sistrum Recordings 015 by The Secret Agency


English (short) version: new 12" on Sistrum Recordings uniting label owner Patrice Scott, Anton Zap, Leonid and XDB. A journey through subaquatic house.

Pawel - The Remixes

Paul Komineks Album aus dem letzten Jahr - es trägt den Titel seines Künstler-Alias Pawel - ist leider ein wenig untergegangen zwischen den Veröffentlichungen eines Shed, John Roberts, Pantha Du Prince & Co., die im Vorjahr alle ein entsprechendes Format aufgelegt haben.

[Mein Gott, was war 2010 doch für ein Jahr, oder?! So viel gute Musik im Albumformat. Ich bin wirklich sehr gespannt auf 2011, welche Entwicklung dieses Jahr nehmen wird, und ob es mit dem letzten Jahr auf musikalischer Ebene Schritt halten kann.]

Das Album ist durchaus ein Hörausflug wert. Genaus sind es aber auch die Remixe dreier Tracks, die in der vergangenen Woche unter der Flagge von Dial ausgelaufen sind.

Da ist zum einen "Crillon", dessen - man möchte fast sagen: infernalisch - tiefen Bässe den Klangcharakter der federleicht schwebenden, transparent klingenden Soundkörper kontrastieren und mit ihnen dennoch in einem harmonischen Gleichklang stehen. Mit Patrice Scott hat sich hier ein Produzent aus Detroit, einer der unzähligen musikalischen Sehnsuchtsheimaten eines Pawel, verewigt. Er transferiert das energetisch treibende Ausgangsmaterial in eine melancholisch getragene Stimmung. Die sphärischen Synthiewellen umspielen den ostinaten, wie ein Herzschlag pochenden House-Beat. Auf ihnen reiten sachte federnd die hellen Klangkaskaden des Originals und verströmen damit eine verschmitzte Fröhlichkeit in diesem deeper-than-deep Kosmos.

Für einen Remix von "Panamerican" durfte Osunlade ran. Hört man das Original, das bereits sehr perkussiv und rhythmisch ist, kann man sich den Grossmeister des Yoruba Soul als Affineur sehr gut vorstellen. Er belässt demzufolge auch den Grundcharakter, verpackt ihn jedoch sexy und hüftschwingend mit knisternden, rasselnden und wispernde Elementen sowie - unverkennbar die Handschrift Osunlades - Vocals, die möglicherweise von vergangenen Tagen und den Erfahrungen der Vorfahren erzählen.

Bleibt noch "Kramnik. Melodisch, beinahe orchestral wirkend, vielleicht ein bisschen trancey. Ihm zur Seite steht John Roberts. Mit seinem Remix sorgt er für Entschleunigung, auch wenn die polyrhythmisch anmutenden, synopisch versetzten Drums dazu ermuntern, sein ganzes Bewegungspotenzial abzurufen. Was mich an diesem Track jedoch sehr stark berührt, ist der verträumte Charakter des Breakdown. Die Streicher. Zum schwelgen. Atemberaubend.


English (short) version: Patrice Scott creating a dreamy beatuy and amelancholic Detroitish feel; Osunlade gets funky with a hot, sweaty sex jam; John Roberts is energetic, upbeat and introvert at the same time. His remix is deep-dive music. Heavy remix package!


Mehr im Web:

Pawel @ Facebook
Pawel @ MySpace
Patrice Scott / Sistrum Music @ Facebook
Sistrum Music
John Roberts @ Facebook
John Roberts @ MySpace
John Roberts
Osunlade / Yoruba Records @ Facebook
Dial Records
Dial Records

Mixed up monday (49)

http://sugarsweetbaby.tumblr.com/post/2795979585/can-we-pretend-that-airplanes-in-the-night-sky
Freiburg im Januar 2011, ein Frühlingsmärchen. Der Winter macht nicht nur Pause. Er scheint wie ausgekehrt. Im Bernauer Hochtal und weiteren (Nah-)Erholungsgebieten des Hochschwarzwaldes sind die Skilifte nicht in Betrieb, Loipen können nicht präpariert werden, und manch eine traditionsreiche Veranstaltung wie das Schlittenhunderennen muss abgesagt werden. Grund zur Trauer für alle diejenigen, die gerne noch ein paar entspannte Skiabfahrten oder Loipenkilometer zur Erholung fahren oder auf Schneeschuhen durch tiefverschneite Wälter zur körperlichen Ertüchtigung laufen möchten. Grund zur Freude für Sonnenanbeter, sonstige Kaltblüter und die Deutsche Bahn AG. Für dieses Unternehmen bieten sich derzeit die allerbesten Bedingungen für eine reibungslose Personen- und Güterbeförderung. Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt, allerdings noch nicht zu warm, kein Niederschlag und auch kein Wind.

Musikalisch sind es Tage für Melodieläufe, mal ergreifend, dann wieder schwebend, eingängig und mit Pop-Appeal, mit warmherziger rhythmischer Grundierung. Es sind Tage für Soul, Balearic, Disco. Und so weiter. Deswegen nimmt die heutige Umschau auch Fahrt auf mit einem erst heute veröffentlichten Mitschnitt des Zürichers Lexx. Aufgezeichnet wurde das Set im Sommer des vergangenen Jahres, Anlass war die Folk Ibiza-Party. Eine passendere Musik für solche golddurchwirkten Tage, wie wir sie derzeit (zumindest im deutschen Südwesten) erleben, gibt es wohl kaum. Highly recommended! Lexx @ Boutique Hostal Salinas Ibiza


Ebenfalls bestens geeignet für Tage wie den heutigen ist das Mixtape, das Marcel Vogel für das Blog Another Night On Earth erstellt hat. Wohl bekomm's, sein "Soul Chop Suey": press play #43 - Marcel Vogel @ Another Night On Earth.


Etwas üppiger, mit opulenten Groove-Konstruktionen und süssliche, siruptriefenden Synthesizer-Melodien versorgen uns am heutigen Abend und für diese Woche die Robot Scientists. Das Mixtape ist dem dreijährigen Bestehen des Blogs Overfitting Disco gewidmet, und bis auf zwei Tracks kannte ich keinen einzigen. Ich hoffe, ihr habt über das Wochenende fleissig gediggt und erkennt die Stücke schon anhand des allerersten Bassdrum-Loops.

The Robot Scientists - 3rd B-day of Overfitting Disco by TheRobotScientists


Etwas einfacher fiel mir da die Erarbeitung einer - immer noch lückenhaften - Tracklist des jüngsten Mixes von Alex Agore. House nach klassischem Rezept, überzogen mit einer dicken New Jersey-/Garage-Glasur. Tasty! War deswegen auch das von mir meistgehörte Tape der letzten drei, vier Tage.

Alex Agore - Garage Stomp Vol.1 (mix) by Alex_Agore


Zwischen allen House-Ausdifferenzierungen manövriert sich Wolf Music-Mann geschickt hindurch. In seinem Promo-Tape für die Veranstaltung Fill Yer Boots kommen Kerri Chandler, Move D, Kyle Hall oder San Soda gleichermassen zum Einsatz. Stand out track meiner Meinung nach ist "Daidalus" von Aera. Ich hab' den Mix 'ne ganze Weile an dessen Beginn zurückgeskippt.

KRL - Fill Yer Boots Guest Mix Five by Fill Yer Boots


Mit einer ordentlichen Ladung sleaze'n'dirt in seinem Mix trumpft der mysteriöse Edit Piafra auf in seinen Mixtape für Absurd Recordings. Italo Johnson ist dabei, auch Marcello Napoletano und KiNK fehlen nicht, genauso wenig wie ein Steve Poindexter. Aciiiiiid,ne?!

Absurdcast #09 by Edit Piafra


Auch Scott von Trackwerk war im neuen Jahr bereits sehr fleissig. Am Samstag, den 15. Januar 2011, fütterte er sein Blog mit einem weiteren Mix in gewohnt guter Qualität, der in dieser Aufzählung nicht fehlen darf. Check!


Scott's Brief Respite Mix by trackwerk


Zum Thema House / Techno aus Italien sollte man auch einmal bei Andrea Di Maggio alias passEnger vorbeischauen. Er stand an den Decks für Just Music Makers. Die Tracklist ist daher auch dort zu finden. Go slow, get down!

passEnger - Go slow get down Mix by passEnger


Dark Audio lässt sich derzeit leider nicht aufrufen. Doch keine Sorge, die neueste Ausgabe dieser Podcast-Reihe lässt sich dennoch geniessen. Denn Oliver Deutschmann, der für sie verantwortlich zeichnet, hat ihn auch auf seiner Soundcloud bereitgestellt. Einschliesslich Tracklist. Die Techno-Sounds sind deep, dubby, raw, wie man es von Oliver Deutschmanns Podcasts bereits kennt. Recommended!

DarkAudio Podcast January 2011 by oliverdeutschmann


Zum Abschluss noch ein kurzer Besuch bei Louche. Dort nämlich werden alle Detroit-Sehnsüchte gestillt. Patrice Scott hat für die Podcast-Reihe dieser Veranstaltung einen Beitrag abgeliefert. Anhören. Patrice Scott - Podcast @ Louche.


English (short) version: As we enjoy a sudden spring time in january, there's nothing better to take off into that monday night with a sun-drenched sugarsweet mix by Lexx. It was recorded at Folk Ibiza last year. Then, things get deeper with a classic garage house mix by Alex Agore. Oliver Deutschmann and Patrice Scott take it to the raw. Mixes by Marcel Vogel and The Robot Scientists will nourish the crate-diggers. Enjoy!

Patrice Scott - Analog Dreams

Wie man der Veröffentlichungszeit unschwer entnehmen kann, war ich gestern, Freitagabend, nicht in Zürich in der Zukunft. Allzu intensiv daran denken darf ich nicht, sonst schnürt's mir die Kehle zu vor Traurigkeit. Vor wenigen Stunden ging der Gig von Keith Worthy und Patrice Scott zu Ende, tatkräftig unterstützt von Alex Dallas und Ron Shiller, doch zeitlich lässt sich das derzeit nicht mit meiner anderen Identität in Einklang bringen. Schade. Denn beide Detroiter DJs einzeln zu erleben war bereits überwältigend, und von ihren Back-2-Back Sets, ob in der Panoramabar oder auf dem Disko300 Festival, wurde mir stets vorgeschwärmt. Doch meine Zeit wird kommen, und bis dahin erfreue ich mich an den Produktionen von Keith Worthy und den Veröffentlichungen auf Aesthetic Audio sowie am Material auf Sistrum Recordings und aus Patrice Scotts Händen.

"Analog Dreams" ist nach "Distance Against Time" Patrice Scotts zweite 12" in diesem Jahr. Akribisch genau hält er einen streng zurückhaltenden aber regelmässigen Output-Kurs ein mit jährlich zwei EPs seit 2006 / 2007 - die zwei Remixe, die in diesem Jahr für BLM & Pawas sowie Fred P hinzukamen, einmal nicht mit eingerechnet.

Ausladend, monumental, voluminös - das, was ein Song / Track aus der Motor City durchaus mitbringen kann, oftmals auch überzogen vom Gestus bis hin zur dekorativen Ausgestaltung, war ja noch nie der Fall des Patrice Scott. Vielmehr wandelt er auf dem erleuchteten Pfad des "ruff, rugged and raw". Er beruft sich auf die Kraft der Einfachheit und erfreut mit im Grundriss geradlinigen und übersichtlichen Tracks und erreicht gerade aufgrund des geübten Zusammenspiels der einzelnen Elemente eine wesentlich weitreichendere Wirkung. Ausgewogene Bassfrequenzen, treibende, auf den Punkt genau programmierte Drums, Synthesizer-Flächen mit flirrend leicht wirkenden Konturen - sie beschwören zum einen die Hitze eines gewitterträchtigen Sommertags mit in der Ferne aufsteigenden bedrohlichen Wolkenzügen. Es ist das unheimliche Kraftpotenzial, das in Patrice Scotts Tracks innewohnt. Zum anderen vermitteln sie eine immer ein wenig zu Schwermut neigende schwebende Melodiosität, ohne dabei in eine Art Weltschmerz und Resignation auszubrechen. Elegisch und reflexiv wirken Patrice Scotts analoge Traumbilder, die Ausgangspunkt seiner künstlerischen Produktionen seit jeher sind. An absolute killer of an EP!

Patrice Scott - Mind Rhythms Sample (Track 3, Analog Dreams, Sistrum Recordsings) by The Secret Agency


English (short) version: following the path of "ruff, rugged and raw", Patrice Scott is delivering an absolute killer of an EP, powerful and elegiac at the same time, sounding more like a reflective prayer.


Mehr im Web:

Patrice Scott @ MySpace
Sistrum Recordings
Sistrum Recordings @ Facebook
Patrice Scott - Live At Shift Festival 2009 Pt. 1 @ RBMA
Patrice Scott - Live At Shift Festival 2009 Pt. 2 @ RBMA

Patrice Scott - Data Transmission Podcast 117 by The Secret Agency

Iron Curtis / BLM & Pawas - Stranded / Waiting Game (Rndm Remix)

Leider ist sie ein wenig untergegangen, die erste Veröffentlichung auf Sudden Drop, einem ebenfalls in diesem Jahr neu gegründeten Label "coming from a mystery location somewhere in the Western World" (Quelle: Diamonds and Pearls), einem unbekannten, verborgenen Ort irgendwo in der westlichen Hemisphäre entspringend. Zu Unrecht. Denn die erste 12" konnte mit einer kleinen, meiner Ansicht nach jedoch nicht unwesentlichen Sensation aufwarten. Zu "Waiting Game", dem von Ben Micklewright alias BLM und Pawas (Gupta) produzierten Titeltrack, hat kein geringerer als Detroits very own, Patrice Scott, einen Remix beigesteuert.

Nichts nennenswert Aussergewöhnliches, könnte man meinen. Denn Remix-Aufträge regelmässig angefragt, und gerne holt man sich aufgrund einer erwarteten Mehrbeachtung den einen oder anderen namhaften Künstler mit ins Release-Boot. Doch hält man sich einmal vor Augen, dass dies erst der zweite Remix-Auftritt von Patrice Scott überhaupt und ausserhalb seines eigenen Labels Sistrum Recordings ist, dürfte die Tatsache seines Gastauftrittes auf Sudden Drop wenigstens ein kurzes "Aha" wert sein.


Auf der zweiten Release erfährt "Waiting Game" eine weitere Überarbeitung. Für diese verantwortlich zeichnet Oliver Kargl, den man vielmehr als Rndm und von seinem Schaffenswerk für Label wie Dial, Laid und zulezt Naif kennt. Wie dort, so auch hier, reichert er den Track mit einer unbeschreiblichen atmosphärischen Dichte an. Dezenter Einsatz von Hall, kein Ertränken in süsslichen Synth-Schleiern, und auch die Perkussion wird so eingesetzt, dass sie zu keinem Zeitpunkt nervt.

Der zweite Track stammt aus dem Hause Iron Curtis. Bis heute habe ich noch keinen einzigen schwachen Beitrag des Ex-Nürnbergers und Wahlberliners gehört. Daran wird sich auch nach "Stranded" nichts ändern. Liebevoll zeichnet Iron Curtis eine warme, aus streicherähnlichen Klangfarben bestehende Atmosphäre um das muntere Geschehen und Treiben von Kickdrums und Bassline herum. Mit den klaren, statischen Klavierakkorden hat man mich ja sowieso gefangen. Irgendwie aus einer anderen Welt, dieser Iron Curtis. Und mit seiner Musik hier gelandet. Gestrandet eben. Full support!


English (short) version: if there were deep house awards, i'd propose Sudden Drop and its first and second release as winning team. On the first record, BLM and Pawas team up for a moody journey into deep and Patrice Scott appears on the flip side for a stellar remix accelerating the pace to space. "Waiting Game", the title track, gets another rework on the second release. This time it is Oliver Kargl a.k.a. Rndm putting his highly talented hands on the track, taking things deeper and deeper. And what about Iron Curtis? His track "Stranded" is blessed with sun-drenched tones and driven by crisp rhythms. Tune!


Mehr im Web:

Pawas @ MySpace
BLM @ MySpace
Pigon (Rndm & Efdemin) @ MySpace
Iron Curtis @ MySpace
Sudden Drop @ MySpace

HomePark - Podcast @ Whomp Exclusive (playing "Stranded")

Sweatlodge Podcast May 2010 by Iron Curtis

Mixed up... (34)

http://www.flickr.com/photos/xcodyjamesx/4617028637/sizes/m/ & http://www.flickr.com/photos/xcodyjamesx/
Die Mix-Rundschau erscheint dieses Mal zur Wochenmitte, gewissermassen als musikalisches Viagra gegen den Wochenmittendurchhänger. Fahrt aufgenommen wird daher auch mit einem wunderschön gefühlvollen Mix von Vinylgroover a.k.a. Johannes Albert, der einen vom ersten Takt an in ein Tageshoch versetzen kann. Highly recommended!

johannes albert is "being frank" by vinylgroover


Diese Stimmung aufrecht erhält der Späk in seinem Mixtape "The Last Days Of Disco". Love that burns:

the last days of disco...mix by späk by späk


Daran knüpft an ein Mix aus dem Hause Chicago Skyway. "Pop Corn Vinyl, Trains Wrecks and Melancholia" heisst das Teil, und wer mir den Track beginnend bei Minute 23 nennen kann, hat was gut bei mir:

01 Pop Corn Vinyl, Trains Wrecks and Melancholia A Mix by Chicago Skyway by Chicago Skyway


Der Berliner Club Kleine Reise lässt mit seinem Programm regelmässig Sehnsuchtsschmerzen bei mir aus. Die We Play House-Crew mit Red D und San Soda war dort zu Gast, ebenso Soulphiction, in diesem Monat wird es - neben vielen anderen - noch sein der Space Dimension Controller, Pilooski und die Moxie Disco Crew. Eine vor kurzem gestartete Podcast-Reihe lindert diesen Schmerz ein wenig, und der jüngste Beitrag von Taron-Trekka sowieso. Hier geht's zum Mix: Taron-Trekka - Kleine Reise Podcast 004 oder:

taron-trekka - kleine reise podcast004 by taron-trekka


Immer wieder hörenswert ist auch, was Sven Weisemann an Mixen abliefert. Daher an dieser Stelle auch sein jüngstes Mixtape, "Inner Sunset":

Sven Weisemann - Inner Sunset Mix 03-09-10 by Sven Weisemann


Es gibt Tage, an denen in mir der Gedanke aufkeimt, dass die Musikblogger-Jungs aus dem englischen Sprachraum sich abgesprochen haben, wer wann mit welchem Künstler ein Guest Mix-Feature veröffentlicht, wer einen DJ oder Live Act zuerst für sich und seine Seite verwerten darf. So war die Formation Kettenkarussel zuerst auf mnml ssgs anzutreffen, in dieser Woche ist sie's auf Little White Earbuds. Ähnlich erging es auch der Oliverwho Factory. Zunächst Little White Earbuds, nur kurze Zeit später Made Like A Tree. Anyway. Feiner Mix. The Oliverwho Factory - Podcast @ Made Like A Tree.


Immer.Chics Julian hat für dieses Blog auf Ende letzten Jahres ein weiteres Kapitel seiner Midnight Opera als Guest Mix zur Verfügung gestellt. Eine Fortsetzung ist ebenfalls auf Made Like A Tree zu finden. Ein Mix ganz ohne diesen Edit- und Retro-Deeper-Than-Deep Kruscht. Top! Immer.Chic - Podcast @ Made Like A Tree.


Schon etwas älter, aber immer eine Verlinkung wert: Detroit's Patrice Scott hat für das Blog des Festivals "Stop Making Sense" ein Mixtape aufgenommen als Preview für sein dortiges erscheinen. Worth to check: Patrice Scott - Stop Making Sense Mix #19.


Anfang diesen Montags gabe es auf Hit It And Quit It einen (Radio-)Podcast von Wolf Music-Mann Stu Clark. Massive! Stu Clark @ Hit It And Quit It Radio.


Über das Blog Desparrame bin ich vor kurzer Zeit auf ein Mixtape gestossen, welches sich ganz der Hochzeit des spanischen Disco Boogie widmet. Eine Lehrstunde in Sachen Dance Music, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Desparrame Presenta: Espanish Boogie Vol. 2 (Und zu Vol. 1 geht's hier lang).


Das war's dann auch schon. Ich hoffe, die Mixe gefallen.


English (short) version: Our this week's round-up could be described as: small summary, big issues. We serve you with a handful of well selected and perfectly arranged mixes by German music lovers Johannes Albert and Späk, a podcast by Freude Am Tanzen- and Brut!-records duo Taron-Trekka, Immer.Chic's Julian mixing it up for Made Like A Tree and many, many others. Don't forget to check the mixtape full of spanish disco boogie for your weekly dose of education.

Patrice Scott - Live at Shift Festival Basel (2009)

Letztes Jahr hatte ich die Möglichkeit, das Shift Festival - Festival der elektronischen Künste in Basel zu besuchen. Hauptanziehungspunkt waren auf jeden Fall die DJ-Sets der Basler Lokalmatadoren DJ Neevo und Pharao Black Magic sowie die Performances des Norwegers Prins Thomas und des Detroiters Patrice Scott. Was letzterer auf die Plattenteller packte, bewegte mich nicht nur körperlich sondern auch seelisch. Tage und Wochen danach hing ich meinen Gedanken an diesen Abend nach, zumal ich - in höchstem Masse musikalisch bereichert - ein paar Rhythmusstrukturen und Melodiefragment im Kopf herumschwirren hatte, die ich gerne einer Identifizierung zugeführt hättte. Eine lange Zeit über gab ich die Worte "Patrice Scott", "Shift Festival", "Basel", "2009", "live", "recorded", "Mitschnitt", "Set" bei der Suchmaschinenkrake Google in das Eingabefeld ein, bemühte zahlreiche weitere Search Engines auf der Suche nach einer Aufnahme von Patrice Scotts Set - stets ohne Erfolg. Ich musste mich mit der Erinnerung begnügen.

Das Suchbestreben wurde über die Monate hinweg schwächer und schwächer, hatte ich mich doch auch damit abgefunden, dass dieser Abend sich nur noch auf gedanklicher Ebene bewahren liess. Heute morgen, aus reinem Zufall, stiess ich dann auf der Seite des Red Bull Music Academy Radios auf einen Link, der mich zu einer Show führte, welche den Titel "Patrice Scott - Main Stage - Live at Shift Festival, Basel - Pt 1" trug. Ich traute meinen Augen kaum. War es das, wonach ich so lange gesucht hatte? Zögerlich klickte ich auf den Musik Player, dessen Pop Up-Fenster sich umgehend öffnete. Und dann war es wieder da. Dieses Gefühl von Aufgeregtheit und Erregung, das ich an jenem Abend verspürte, als Patrice Scott die Bühne betrat, an die Turntables ging, und nahtlos an die Live Performance von Thomas Fehlmann anknüpfte. Schon die ersten Takte hatten alle meine Sinne meine Erinnerungsressourcen aktiviert. Das war es. Das Set, nach dem ich so lange Ausschau gehalten habe. Wie lange es bereits auf dem Server des Red Bull Music Academy Servers schlummerte, weiss ich nicht, und ist für mich - ehrlich gesagt - auch völlig nebensächlich. Ich war dabei, und kann nun noch einmal diesen Abend nacherleben. Das zählt für mich. Und euch wünsche ich viel Spass beim Hören:

Patrice Scott - Live at Shift Festival Basel (2009) - Part I:




Patrice Scott - Live at Shift Festival Basel (2009) - Part II:




English (short) version: I finally gave up search for a recorded snippet of Patrice Scott's DJ performance at last year's Shift Festival in Basel / Switzerland and I decided to keep in mind that night as best as I can. Today, I accidentally popped in at Red Bull Music Academy Radio - I don't remember what I was looking for - and I spotted a link that led me to "Patrice Scott - Main Stage - Live at Shift Festival, Basel - Pt 1". Was it...what I was looking for? I couldn't belive and I doubtfully clicked on this link, the play button, and waited until the show was buffered. I could cry right after the first track - it was, it is Patrice Scott, live at Shift Festival in Basel. Glad that I found you!


Mehr im Web:

Patrice Scott @ Shift Festival - ein Nachtrag
Patrice Scott @ MySpace
Sistrum Recordings
Shift Festival

Mixed up monday (18)

Eine Woche ohne einen einzigen Blogeintrag. Eine so lange Schreibpause gönnte ich mir zuletzt über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage. Doch nun soll endgültig Schluss sein mit der kontemplativen Phase, die nun – hoffentlich – wieder in eine aktive einmündet. Wie gewohnt, um mich nicht des Vorwurfs eines allzu abrupten Rhythmuswechsels auszusetzen, beginne ich die Woche mit einer Übersicht über ein paar Mixe, die sich über die vergangene Woche hinweg bei mir angesammelt haben. Dieses Mal werden darunter auch einige sein, die schon seit längerer Zeit im Internet kursieren.

Da mich in den vergangenen Tagen jedoch das ungute Gefühl beschlich, ein stinklangweiliger, mit sehr engen Scheuklappen ausgestatteter Mensch zu sein, der seine Informationen gerade in Sachen „Mixed up monday“ lediglich von zwei, drei Blogs und dem immer fetter werdenden Soundcloud-Kraken bezieht, werde ich dieses Mal die „üblichen Verdächtigen“ an den Schluss dieses Eintrags stellen.


Da ich ein sehr grosser Liebhaber der musikalischen Arbeiten des Norwegers Rune Lindbaek bin – sein Album Klubb Kebabb aus dem Jahre 2007 läuft bei mir immer noch hoch und runter – möchte ich den Mix-Reigen eröffnen mit einem Mix des norwegischen Disco Dons, der vor rund vier Wochen auf AOR Disco veröffentlicht wurde. Material von Lindström, Prins Thomas, den Idjut Boys und Lindbaek himself. Norwegian Disco at its best: Undertonar Mix by Rune Lindbaek.


Von AOR Disco geht es zum Blog des Veranstalterkollektivs 24:Hours, die in Stockholm / Schweden über die letzten Jahre hinweg Parties mit u.a. Tensnake, Motor City Drum Ensemble, Aeroplane oder Jacques Renault geschmissen haben. Vor vierzehn Tagen veröffentlichten sie einen exklusiven Mix von Discodromo, die in Berlin regelmässig die Party „Cocktail D’Amore“ (gemeinsam mit Berghain / Panoramabar-Resident Boris) veranstalten und bespielen. „Summersturm“ heisst ihr Mix, genau das Richtige, um die (letzten) Wolken am Himmel zu vertreiben und es – endlich – Frühling / Frühsommer werden zu lassen. Discodromo – Summersturm Mix @ 24:Hours.


Weiter geht es zu den Jungs von Cosmic Boogie. Diese haben vergangenen Mittwoch einen Mix von Chris Barker veröffentlicht, der dem Deep Space Orchestra-Umfeld zuzurechnen ist. Hudson Mohawke, Jimi Tenor, Ron Trent, Super Value und Roy Ayers verarbeitet er neben vielen anderen Tracks zu einem eklektischen, überaus hörenswerten Mix. Check it! Chris Barker – Cosmic Boogie Guest Mix.


Hinter Cosmic Disco stehen Niles & Baggy, und diese beiden haben in der letzten Woche für das Blog Testpressing einen Mix zusammengestellt und aufgezeichnet. Niles & Baggy – Emotional Pop @ Testpressing. Ebendort findet sich auch ein (weiterer) exklusiver Mix von Pete Reilly, der dem DJ-Kollektiv Soul Jazz Soundsystem angehört, das wiederum aus dem Umfeld des Londoner Labels Soul Jazz Records sowie des Plattenladens Sound Of The Universe stammt. Worth to check: Pete Reily – Bogle! @ Testpressing.


Das Veranstalter- und DJ-Kollektiv Frequency Without Control hat auf seinem Blog vor rund vierzehn Tagen ein Mixtape von Massimilano Pagliara veröffentlicht. Disco-getränkter Slow Motion House, wie er gerade auch von mir sehr geschätzt wird. Recommended! Massimiliano Pagliara @ Frequency Without Control.


Sehr gut im Anschluss passt der aller neueste Mix des Engländers Mark E, der für den Blog der Warm Agency ein neunzig Minuten dauerndes Mixtape eingespielt hat, und zudem auch noch in einem Interview Rede und Antwort stand. Not so slow? Überzeugt euch selbst:

Mark E - May Mix - 2010bywarmhq


Ebenfalls auf Herrn Ali Tilletts Blog zu finden ist ein Mix des New Yorker Produzenten- und DJ-Duos Runaway. Check’em out:

Runaway April DJ mixbywarmhq


Kaum besser zu Mark E passen könnte der Kanadier Eddie C, dessen Tracks und Mixe mich schon sehr lange begleiten und erfreuen. Für Sleazy Beats, DJ History, Melbourne Deepcast und meine Wenigkeit stand er bereits an den Decks, in der vergangenen Woche war Edward Curelly für roof.fm tätig. Dieses Mal nicht ganz so slo-mo und disco, vielmehr geht’s eklektisch-elektronisch zu. Sehr, sehr schön!

Nr. 26: Eddie C. by Roof.fm


Ein Label, das seit seiner ersten Veröffentlichung bei mir hoch im Kurs steht, ist Workshop Records. Neben Label(mit)gründer Lowtec sowie Move D zählt zum engen Kern der Workshop-Familie der Produzent Kassem Mosse. Im Hinblick auf dessen Gig (gemeinsam mit Lowtec) im Amsterdamer Club Studio 80, erschien auf Out There A Minute ein kurzes Interview sowie ein Guest Mix. Raw analogue shizzle! Kassem Mosse @ Out There A Minute.


Zum Schluss noch folgende Hinweise: die Detroiter DJs und Produzenten Patrice Scott und Mike Huckaby haben jeweils einen Auftritt bei Techno-Minimal-Podomatic (Patrice Scott) sowie Little White Earbuds (Mike Huckaby), Marcel Dettmann zeichnet für die 150. Ausgabe des FACT-Mixes verantwortlich, Marcel Dettmann @ Fact Magazine, und Resident Advisor wartet auf mit Rub’n’Tug.


Das war’s für diese Woche. Reicht auch, glaube ich!


English (short) version: after a short break, I try to create and publish a little more blog posts than last week. Taking off with not one but two handful of mixes this week, you’ll find mixes by Rune Lindbaek, Discodromo, Cosmic Boogie, Mark E, Patrice Scott, Mike Huckaby, Marcel Dettmann, and so on… Have fun with ’em!

Specter - Bionic Being

Eine Zeitlang war es sehr still geworden um den Mann aus Chicago, Andres "Specter" Ordonez, der in einem Zeitraum von knappen vier Jahren, von 2000 / 2001 - 2004, mit gerade einmal drei Veröffentlichungen, zu einem überaus hohes Ansehen in der (Deep) House Community gekommen war. Nach "The Deep Theory EP", der damals vorerst letzten 12" auf dem gemeinsam mit Damon Lamar gegründeten und betriebenen Label Tetrode, verbrachte Andres "Specter" Ordonez mehrere Jahre in Ruhe und Abgeschiedenheit, nahm Abstand vom praktizierenden Musikgewerbe, und kehrte erst wieder 2008, vier Jahre später also, zurück mit zwei Tracks auf Eargasmic Recordings und Deep Explorer.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mir die Zeit kurz nehmen, um einmal auf die hervorragende A & R - Arbeit der Deep Explorer-Gründer Dubbyman und Above Smoke hinzuweisen, die seit mittlerweile drei Jahren Perlentaucher-gleich nach (noch) unbekannteren Musikern / Produzenten suchen und Tracks von diesen für ein Release verpflichten. So veröffentlichten hierauf beispielsweise Lady Blacktronica und Anton Zap erste Werke (Ocean Species EP - Deep Explorer Sampler Vol. 2), hatten Scott Ferguson, Marvin Belton, Juju & Jordash oder Reggie Dokes bereits Gastauftritte genauso wie Jus Ed, Patrice Scott oder Kai Alcé. Und auch Andres "Specter" Ordonez bekam nach seiner Auszeit mit Deep Explorer eine Plattform, um wieder Fuss zu fassen. Thumbs up!

Mit "Mind Over Matter auf Downbeat (vgl. auch hier, veröffentlichte er seine erste (Solo-)12" nach seiner Kreativpause, und vor kurzem erschien auf Patrice Scotts Label Sistrum Recordings seine EP "Bionic Being".

Nach dem ersten Anhören der drei Tracks sprach ich - hinter vorgehaltener Hand - den heimlichen Wunsch aus, dass sich doch so manch ein anderer Produzent eine künstlerische Auszeit gönnen möge, nur um anschliessend, mit an neuer Energie aufgeladener Seele und mit befreitem Geist ein so - in meinen Augen - gefühlstrunkenes Herzenswerk abzuliefern. "Bionic Being", der Titeltrack, beginnt mit einem kurzen Intro aus drückenden, samtig-weichen Synthesizer-Elementen, die umgehend von unaufdringlichen Cymbals und gleichmässig pulsierenden Bassdrums Verstärkung erfahren. Für audiophile Zufriedenheit sorgen in der Folge eine tieffrequent schnarrende, electroide Synthline, welche sich auch noch in die verborgensten Hirnwindungen einzugraben scheint sowie die kurze, wunderbar arrangierte, traurig-melodische Tonfolge. Nach dem Breakdown entfaltet Specter die volle Wirkkraft von "Bionic Being", der in einem Snare/Clap-Inferno kulminiert. Genauso langsam, wie er hier das Feuer entfacht, lässt er es auch wieder niederbrennen. Wahnsinn!



Ein stimmungsvolles, rauhes, dreckiges, flächiges Klangmoment zaubert Specter mit "Half Life", aus dessen Tiefe er immer wieder kleine Acid-Loops abfeuert. Hart sind die Snares, düster die Bässe und tonnenschwer die Kickdrums. Frühlingshaft mild und sanft erscheint im Vergleich dazu "Paradox", der dritte Track auf der Platte. Organische Perkussionselemente treffen auf verträumt gespielte Synthesizer-Harmonien auf einem langsam groovenden Fundament aus Kickdrum und Bassline - Slow Motion House einmal ganz anders. Dope!


English (short) version: Andres "Specter" Ordonez with his second (solo-) 12" within the last eight months. "Bionic Being", which is released on Patrice Scotts label Sistrum Recordings, is a dark tempered, soul- and powerful musical composition with some bright and humorous moments. Grande!


Mehr im Web:

Specter @ MySpace
Sistrum Recordings

Specter - Uzuri Mix:

Specter - Uzuri Mix by uzuri

Leonid - Keep It Deep Guest Mix

Es ist - schon wieder - Freitag. Ich blicke zurück auf eine Woche die mit so kraftraubender und zeitintensiver Arbeit erfüllt war wie kaum eine andere zuvor. Dies als kurze Erklärung für die nur sehr eingeschränkte Blogger-Aktivität, denn wie heisst es so schön: everyday business first!

Dafür gibt es zur Einstimmung auf das Wochenende einen Podcast eines DJs und Produzenten, dessen Schaffenswerk ich zum aller ersten Mal in einem Mix des New Yorkers Fred P a.k.a. Black Jazz Consortium für - ja - Little White Earbuds begegnet bin. "Sadim" hiess der Track, und sein klassisch analoger, direkter Sound traf mich direkt ins Herz. Es ist eines dieser Stücke, bei dem man das Gefühl hat, beim Anwerfen der alten Maschinen, lassen wir sie der schönen Stimmung wegen aus dem Hause Roland kommen, unmittelbar dabei zu sein. Herzschlag gleich klopfende, schroffe Beats, schroffe, und dennoch nicht kaltherzige Bässe, sowie eine rauhe Synthesizer-Melodie mit dennoch sanftem Kern zeichnet "Sadim" aus, nur dass eine Musik wie diese für einmal nicht im Hinterhof eines bauffälligen Hauses der vielzitierten D-Town entstanden ist, sondern in einem Land, das wir vielmehr mit melodischer, teilweise gar pastoral klingender Folksmusik in Verbindung bringen: Irland.

Von dieser grünen Insel nämlich stammt Paul Smith alias Leonid, der Urheber von "Sadim". Was es zu seiner Person zu sagen gibt, erfahrt ihr im folgenden Teil, bleibt an dieser Stelle noch ein Hinweis: Paul Smith alias Leonid hat vor kurzem eine Mix-Compilation für das im vorigen Blog-Eintrag bereits erwähnte Label Statik Entertainment eingespielt, und zwar die Deepentertained (The Mix), eine Werkschau anlässlich des 15jährigen Bestehens des Labels. Diese ist, genauso wie sein Podcast hier, definitiv worth to check!



1. Dear Paul, would you like to introduce yourself?

My name is Paul Smith, i’m 31 years old living in Dublin but originally from Waterford in the south east of Ireland.


2. When did your initial music spark ignite?

I got into dj’ing first when i was in secondary school, i was around 15. Myself and my twin brother, Alan, were buying a lot of cds at the time with our lunch money so we bought cd turntables first. We went hungry but it paid off when we could afford a Pioneer CDJ 500. After a couple of years though we moved on to Technics and that was how it all started.


3. Who and what was your most important influence? Who and what is it nowadays?

It’s hard to say what and who was “the” most important. I see it as a collective influence, like going to my local House and Techno nights in Waterford which were called Can’t Stop, the legendary Sir Henry’s in Cork to the D1 Recordings nights in Dublin later on, and of course all those resident dj’s who were playing during those years would have had a hand in it as well. I was talking to Mark Broom years ago at a gig in the Kitchen in Dublin, around the time of Angie is a Shoplifter and i asked his advice on what to buy to start producing to which he simply replied, “Get an MPC and a Bass Station”.


4. How would you describe your own style?

All sorts but i’ve always been a big fan of the likes of Out to Lunch, Lowtec, Move D, Baby Ford, Mark Broom, Source and of course the first time i heard of Sistrum Recordings. Aesthetic Audio is also one of my current favourite labels around.


5. You recently released a 12" for the very looked-at and renowned label Sistrum Recordings. How did you get in touch with Patrice Scott, the label owner?

Patrice picked up my Statik Entertainment records in Hamburg and he contacted me. I was delighted to put it mildly.


6. Did you ever expect that you would have an EP on a Detroit based record label?

I didn’t expect to have a release on any label nevermind a Detroit label. It’s
just nice to get some recognition and it’s a real confidence boost. I’m sure there are loads of people who are really good producers who don’t push the selves when it comes to sending tracks and promoting themselves.


7. What, in general, means Detroit for you?

Detroit techno = machines with soul.


8. What are you currently working on?

Currently working a few tracks, getting a demo together and hopefully release something soon.


9. What are your future plans?

I'll have a mix cd on Statik Entertainment coming out at the end of January, it’s their 15th birthday so i was asked by Schubert to put together a mix of Statik’s releases. I also have a gig in Madrid dj’ing for my friends Pablo and Wil of Session Elements who are putting on some class nights there. And that’s it for the moment.



Hier nun der Mix:
Leonid - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep


Und die Tracklist:

1. Metro Juice Records 001 (Entry Plug Ep)
2. Continuous Mode - Direct Out Mode (Chain Reaction)
3. STL - Moonwalk (Something)
4. Echtzeit - B2 (Melted Recordings)
5. Behind the Dancefloor - Lowtec (Out to Lunch)
6. The Godson - Sould Edge Ep Part 2 (Still Music)
7. D1 Recordings 049 - Baiyon (Eamonn Doyle Remix) / released date: March 1 2010
8. Two Tribes Project - War Song (Prescription Records)
9. Hot Lizard - 165 Drop (Pure Science Mix) (Pacific Records)
10. Quiet Daze - Viewing a Decade Ep (Transmat)
11. Reade Truth - Crimen Excepta Ep (Planet E)
12. Gauss - Estructuras Primarias (Stereophonic Elefant Dance Recordings)
13. Iridite Productions présents - Electron Music (Iridite)


Mehr im Web:

Leonid @ MySpace
Statik Entertainment @ MySpace
Patrice Scott / Sistrum Recordings @ MySpace

Patrice Scott - Distance Against Time

Zwei Mal konnte / durfte ich über die vergangenen Jahre hinweg einem DJ-Set des Detroiters Patrice Scott beiwohnen, zuletzt im Oktober 2009 in Basel im Rahmen des Shift Festivals. Seine beiden Auftritte haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, haben sich nahezu unauslöschlich in meine Erinnerung eingeprägt. Mitausschlaggebend für diesen lange anhaltenden emotionalen und gedanklichen Nachhall war beziehungsweise ist mit Sicherheit die Tatsache, dass der überaus sympathische Detroiter DJ und Produzent eine ganze Menge "unreleased stuff" oder "not yet listed on Discogs"-Material auf die Plattenteller draufpackte.

Unreleased - damit liege ich möglicherweise nicht allzu falsch, denn Patrice Scott gilt als ein Produzent, der mit seinen Werken im Hinblick auf eine Veröffentlichung / Verfügbarkeit für einen grösseren Kreis sehr behutsam umzugehen scheint. Diesen Rückschluss lässt zumindest seine Aussage in einem Interview auf NISH zu, in dem er preisgibt: "I made that track a long time ago but I just wanted to make sure it was right when I put it out. I’ve got a whole load of music but I am my own worst critic and I’m like ‘is this good enough?’. If I got good music that I feel is ready to put out every other month then maybe…".

So unterliegt auch kaum einem Zweifel, dass "Distance Against Time", seine neueste 12", ein Kondensationsprodukt ist, bei dem zwischen Entstehung und Herausgabe ebenfalls ein sehr langer Zeitraum verging. Vielleicht ist auch der Titel als eine dahingehende Anspielung zu verstehen. Das jedoch weiss nur der Urheber selbst.

"Distance Against Time" kann musikalisch nahtlos daran ansetzen, wo er mit der im Frühsommer 2009 veröffentlichten Excursions EP aufgehört hat. Aus den einfachsten Grundzutaten, Beat, Bass sowie Instrumental-Sample, gelingt ihm wiederholt meisterhaft, einen langgedehnten Spannungsbogen zu entwickeln und den hypnotisierenden Charakter repetitiver Drumpatterns einzufangen, sei es auf "Distance Against Time", sei es auf "Eclipse". Der Titeltrack bringt die Schläfen zum Pochen mit ostinaten Basstönen und dumpfen Kickdrums, die sich mit einer geschmeidigen, gefühlvollen und fast schon zerbrechlichen Klavier-Akkordmelodie verzahnen. In ihr, so scheint es, schwingt die sehnsüchtige Haltung eines nachdenklichen Produzenten mit, der wie Patrice Scott tief im Jetzt verankert ist und sich dennoch gerne an die (Hoch)Zeit der Motor City jenseits des grossen Teiches erinnert. "Eclipse" hingegen atmet mit seinen Synthesizer-Modulationen, seinem metallisch schmetternden Klang ein wenig den Geist der Detroiter Elektro-Formation Drexciya oder der DMX crew. Grossartig! Und wenn ich nicht Mitte März so viel um die Ohren hätte, würd' ich mich am 06. März 2010 - wieder einmal - nach Basel begeben, um ihn im Satisfactory erleben zu können.


English (short) version: Patrice Scott, the Detroit based master of deep grooves in between house and techno, is again producing evidence on his latest 12" "Distance Against Time", on which he dives deep into raw hypnotic drum patterns sustained by a lush piano melody on the on side and electronica soundscapes in a Drexciyan- or DMX Crew-way on the other side. Great!


Mehr im Web:

Sistrum Recordings
Patrice Scott @ MySpace
Patrice Scott - Deep In Detroit Mix 2009