Tampilkan postingan dengan label Dial. Tampilkan semua postingan
Tampilkan postingan dengan label Dial. Tampilkan semua postingan

Efdemin - Chicago Remixes

Dial Records bringt derzeit ein Killer-Release nach dem anderen heraus. Nicht, dass das Label bisher nur Ramschware in der Auslage hatte, aber die letzten fünf, sechs 12" haben mich wirklich schwer beeindruckt, allen voran die Remixes von Pawel, Roman Flügels "How To Spread Lies" und Isolées "Fantastic Researches Of Yushin Maru".

"Chicago", das Album von Philip Sollmann a.k.a. Efdemin war ebenfalls so ein Killer-Release. Es hat dementsprechend auch für sehr viel Gesprächsstoff gesorgt, ob in der taz oder der Zeit, ob bei Resident Advisor, Little White Earbuds oder Monday Edition. Den mehrheitlich lobenden Worten kann ich mich nur anschliessen. Wer sich dem Longplayer allerdings in einer Art Nostalgiesuche annähert, könnte leicht enttäuscht werden, da Philip Sollmann die Stadt und ihren Sound vielmehr mit der Seele sucht, als dass er bestimmte Klangbilder einfach nur abmalt.

Wie auch zuvor bei Pawel folgt auf das Album nun eine Single-Auskoppelung. Auch für sie wurden zwei Produzenten sorgfältig ausgesucht und mit der Affinage der Tracks betraut. In diesem Fall sind es Alan Abrahams, der dafür die Maske seines Portable-Alias überstreift und DJ Koze. Beide Künstler muss man eigentlich nicht mehr vorstellen. Ihr musikalisches Schaffenswerk umfasst zahlreiche EPs, Alben und Remixe. Teilweise sicher keine leichtverdauliche Kost, so dass ein homogener Querschnitt schwer zu bilden ist, auch wenn man vermeintlich glaubt, "DEN" Sound eines Portable oder DJ Koze operational effizient in einem Satz beschreiben zu können. Dennoch verfügen beide, Portable und DJ Koze, über eine unverwechselbare und starke Identität, beide verwenden ausdrucksstarke Klangbilder und Gestaltungselemente, die beim Hörer durchaus zu einer Soforterkennung des Urhebers führen kann.

Portable nimmt sich dabei "Night Train" an, dem wahrscheinlich mit Abstand bekanntesten und meistgespielten Track der LP. Wer sich schon einmal mit seinen Arbeiten auseinandergesetzt hat, weiss, dass er sehr gerne mit sprachlichen Versatzstücken - die oftmals auch keinen (zusammenhängenden) Sinn ergeben -, mit in Fragmente aufgesplittete Sätzen oder Worten arbeitet. So finden wir auch in seiner Überarbeitung von "Night Train" kurze Laute. Aufgrund der Akzentuierung wirken sie nicht mehr nur als Hintergrundmotiv, ihnen wird eine dominante Rolle zuteil. Der charakterlich vorwärts treibende Rhythmus hebt das Original aus seiner Tiefenentspanntheit heraus, schiebt es in Richtung Tanzfläche. Besonders überzeugt mich jedoch die Art, wie Alan Abrahams den Identitätskern von "Night Train", den gleichsam verhallenden und im Nebel verschwimmenden Melodielauf im Hintergrund seines Tracks unscharf aufsteigen lässt.

DJ Koze nimmt sich Efdemins "There Will Be Singing" an. Man könnte seinem Remix eine unverblümte, gar unlyrische Direktheit vorwerfen. Man könnte ihn jedoch gerade aufgrund der provokativen Direktheit loben, die dem absolut rund laufenden Drumloop innewohnt, auf dem der Track aufbaut. Letztendlich entfaltet der Mentalist und Hypnotiseur gerade damit eine magische Wirkungskraft, der man sich nicht entziehen kann. Schwarz und unheilbringend senken sich dräuende Synth Pads auf diesen Loop. Umso kontrastreicher und heller wirkt daher auch das Klangmotiv des Originals, welches hin und wieder durch die düsteren Partien hindurchscheint.

Bleibt noch die Dub-Version von "Night Train". Für sie zeichnet der Urheber des Originals, Efdemin verantwortlich. Er lässt darin Hintergrund und Vordergrund verschwimmen und löst das raum-zeitliche Vorstellungsvermögen auf, als ob man den Nachtzug nach Nirgendwo besteigt. Gross!


English (short) version: Efdemin gets remixed by DJ Koze and Alan Abraham who is appearing here under his Portable moniker. DJ Koze rearranging "There Will Be Singing", is following a hypnosis strategy using power loops. A simple, straight forward targeting the entire body. Portable enriches "Night Train" with vocal chop-ups and pulsating lush electronic sounds and presents the original's main theme steadily diffunding into space. There's also a Dub version of "Night Train" by Efdemin. Great Package!


Mehr im Web:

Dial Records @ Facebook
Dial Records
Efdemin @ MySpace
Efdemin @ Facebook
Efdemin @ Soundcloud
Portable a.k.a. Bodycode @ Facebook
Portable a.k.a. Bodycode @ MySpace
Portable a.k.a. Bodycode @ Soundcloud
Portable - Hit Me With Your Rhythm Stick - Feature @ Electronic Beats
DJ Koze

Pawel - The Remixes

Paul Komineks Album aus dem letzten Jahr - es trägt den Titel seines Künstler-Alias Pawel - ist leider ein wenig untergegangen zwischen den Veröffentlichungen eines Shed, John Roberts, Pantha Du Prince & Co., die im Vorjahr alle ein entsprechendes Format aufgelegt haben.

[Mein Gott, was war 2010 doch für ein Jahr, oder?! So viel gute Musik im Albumformat. Ich bin wirklich sehr gespannt auf 2011, welche Entwicklung dieses Jahr nehmen wird, und ob es mit dem letzten Jahr auf musikalischer Ebene Schritt halten kann.]

Das Album ist durchaus ein Hörausflug wert. Genaus sind es aber auch die Remixe dreier Tracks, die in der vergangenen Woche unter der Flagge von Dial ausgelaufen sind.

Da ist zum einen "Crillon", dessen - man möchte fast sagen: infernalisch - tiefen Bässe den Klangcharakter der federleicht schwebenden, transparent klingenden Soundkörper kontrastieren und mit ihnen dennoch in einem harmonischen Gleichklang stehen. Mit Patrice Scott hat sich hier ein Produzent aus Detroit, einer der unzähligen musikalischen Sehnsuchtsheimaten eines Pawel, verewigt. Er transferiert das energetisch treibende Ausgangsmaterial in eine melancholisch getragene Stimmung. Die sphärischen Synthiewellen umspielen den ostinaten, wie ein Herzschlag pochenden House-Beat. Auf ihnen reiten sachte federnd die hellen Klangkaskaden des Originals und verströmen damit eine verschmitzte Fröhlichkeit in diesem deeper-than-deep Kosmos.

Für einen Remix von "Panamerican" durfte Osunlade ran. Hört man das Original, das bereits sehr perkussiv und rhythmisch ist, kann man sich den Grossmeister des Yoruba Soul als Affineur sehr gut vorstellen. Er belässt demzufolge auch den Grundcharakter, verpackt ihn jedoch sexy und hüftschwingend mit knisternden, rasselnden und wispernde Elementen sowie - unverkennbar die Handschrift Osunlades - Vocals, die möglicherweise von vergangenen Tagen und den Erfahrungen der Vorfahren erzählen.

Bleibt noch "Kramnik. Melodisch, beinahe orchestral wirkend, vielleicht ein bisschen trancey. Ihm zur Seite steht John Roberts. Mit seinem Remix sorgt er für Entschleunigung, auch wenn die polyrhythmisch anmutenden, synopisch versetzten Drums dazu ermuntern, sein ganzes Bewegungspotenzial abzurufen. Was mich an diesem Track jedoch sehr stark berührt, ist der verträumte Charakter des Breakdown. Die Streicher. Zum schwelgen. Atemberaubend.


English (short) version: Patrice Scott creating a dreamy beatuy and amelancholic Detroitish feel; Osunlade gets funky with a hot, sweaty sex jam; John Roberts is energetic, upbeat and introvert at the same time. His remix is deep-dive music. Heavy remix package!


Mehr im Web:

Pawel @ Facebook
Pawel @ MySpace
Patrice Scott / Sistrum Music @ Facebook
Sistrum Music
John Roberts @ Facebook
John Roberts @ MySpace
John Roberts
Osunlade / Yoruba Records @ Facebook
Dial Records
Dial Records