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Vakula - Saturday

Ich kenne kein (House-)Label der Jetztzeit, auf dem ER nicht schon vertreten ist. Ob es Quintessentials ist, auf welchem er uns auf eine Klangreise durch seine Heimatstadt Konotop nimmt, ob Uzuri, Best Works Records, Ethereal Sounds oder Firecracker Recordings - überall dort, wo Wert auf handarbeitlich gefertigte, naturbelassene und ehrliche House Musik gelegt wird, war ER bereits zugegen.

Die Rede ist von Vakula Karpenko, dem DJ / Produzenten aus der Ukraine. Sein Repertoire ist breitgefächert. Es umfasst verschiedene Erscheinungsformen von House, die jedoch ein gemeinsames Erkennungsmerkmal aufweisen. An irgendeiner Stelle, sei es bei den Rhythmuspattern, sei es in der Melodieführung, schimmern Soul und Jazz deutlich hervor. Hier zeigt sich auch die Qualität seiner Produktionen, die keineswegs in einem engen Dogma-Gehäuse eingeschlossen sind. House, Deep House kann nämlich auch Spass machen.

Mit dem Viertracker "Saturday" zündet Vakula eine weitere Stufe. Er serviert Sounds, üppig und reichhaltig ausgeschmückt wie ein herbstlicher Erntedankaltar. Trotzdem wirken sie nicht überladen und schon gar nicht erscheinen sie wie ein undurchdachtes, gar blindes Zitat der Vergangenheit. Er fügt klassische Vierviertel-Rhythmuspattern so geschickt aneinander, dass die vier Tracks durchweg auf einem komplexen, dennoch subtilen Unterbau ruhen. Darauf schichtet er harmonische Synth-Pads und instrumentale Kompositionen - ein dezent-funkiges Gitarrenlick, ein transparent perlendes Vibraphon, weiche (Hammond-)Orgelpads und (selbstredend) Pianoläufe. Festgezurrt und zusammengehalten werden sie von warmen Basstexturen. Mit einem Wort: KILLER!


Vakula - Saturday




Vakula - Touch





English (short) version: house music with deep inflections of jazz and soul bursting with atmosphere by Ukrainian producer Vakula. In a word: KILLER!


Mehr im Web:

Vakula @ Facebook
Vakula @ MySpace
Vakula @ Soundcloud
3rd Strike Records @ Resident Advisor
Under The Shade


P.S. Vakula mit "Picture of You" demnächst ein weiteres Label, das in Amsterdam beheimatete Dekmantel, mit seiner Musik bereichern. Man ist geneigt, ihm eine kreative Auszeit zu empfehlen, zu gross ist die Angst - nicht nur meine -, dass er sich selbst aufreiben, an Qualität und Ausdruckskraft verlieren könnte. Bis jetzt sehe ich jedoch noch keine Anzeichen dafür. Hoffentlich bleibt das auch so.

Francis Inferno Orchestra - Meet Me In Salt Lake City

Under The Shade, das Label von David Griffiths, weiss mit vorzüglichen Releases zu erfreuen. Seit "Ipso Facto" von Sam Williams alias Chamboche erscheint es regelmässig auf meinem Radarmonitor. Ob der Gehäuftheit des Labelausstosses ist es auf diesem Blog allerdings ein wenig untergegangen. Will schreiben: die einzelnen Trackpakete konnten nicht immer zeitnah berücksichtigt werden. Dementsprechend dient die Nr. 19 des Labelkataloges dazu, die Gedanken einmal über die zurückliegenden 12" schweifen zu lassen.


In den vergangenen beiden Jahren hat David Griffiths einer ganzen Reihe Künstlern, die einem breiteren Publikum weitgehend unbekannt waren, eine Plattform geboten, die zwischen dem Noch-Underground und einer ersten deutlichen Marktposition vermittelt und diese auch nachhaltig ausbaut. Im Falle eines Chamboche ist ihm das sehr gut gelungen. Im Hinblick auf Talentsuche und -förderung gebührt ihm, wenigstens die italienische Szene betreffend, ein "Neuland-Award" zugesprochen, verhalf er doch Projekten wie Mushrooms Project oder The Heels Of Love zur Stärkung und Stabilisierung ihres Wirkungsbereiches. Jede 12" für sich genommen war und ist eine gute Produktion, die sich am klassischen Diskokonzept orientiert. Gesang mit Falsett-Anleihen, der - wir wissen es spätestens seit diesem ausgezeichneten Artikel in der Neuen Züricher Zeitung - die Tracks mit dem rauschhaften Charakter dionysischer Orgien versehen möchte; Bass und Melodien mit passgenau eingefügtem Acid-Implantat, ummantelt von einer künstlichen Club-Patina, die auch ein Laie sehr leicht erkennen kann. Was mir bisher jedoch gefehlt hat (die beiden 12" von Mark E einmal aussen vor gelassen): ein Geschmackserlebnis, das sich nicht so schnell verflüchtigt, wie man es auch von Kaugummis mit Pfirsichgeschmack kennt oder den gerne im Vorfeld der Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen aufgetischten exotischen Früchte. Farbreichtung, Formenvielfalt, alles gegeben, doch die daraus abgeleitete Vorstellung deckt sich nicht mit dem tatsächlichen Erleben. Aber vielleicht bin ich da auch ein wenig zu erwartungssensibel. Wobei: der Runaway Remix für Chamboches "Closer" ist nicht zu unterschätzen.

Anyway. Bevor das Label die Zwanzig erreicht, erscheint das Francis Inferno Orchestra aus dem australischen Melbourne mit einer 12", an der es nicht zuletzt auch aufgrund der beiden Remixe von Soul Clap und Eddie C kein Vorbeikommen gibt. Die australische Szene rückt ja seit einiger Zeit stärker in den Fokus unserer Aufmerksamkeit mit Releases von Andy Hart, Mic Newman, Lewie Day alias Tornado Wallace und eben Griffin James unter seinem Francis Inferno Orchestra-Nick. Mit "So Divine" auf DiKSO hatte er mich vor einiger Zeit schwer beeindruckt - ganz gewiss keine einmalige Verpuffung. Auf "Under The Shade" lädt der Australier zu einem Treffen in Salt Lake City ein.

"Meet Me In Salt Lake City" - so lautet das Thema seiner 12". Griffin James alias Francis Inferno Orchestra bedient sich hierfür bei House und Disco. Den knackigen Funk dieser Genre - unterstützt durch britzelnde Claps - vermengt er auf dem Titeltrack seiner EP mit jeder Menge verzwirbelter Effekte, wie Champagner fein perlender Sounds und entspannt federnden Klavierakkorden, die eine Nachmittagsstimmung an Bord eines Kreuzfahrtschiffes vermitteln. Barpiano, ein weisser zerknitterter Leinenanzug und der erste Longdrink des Tages. Ein Song, der möglicherweise auch die sprichwörtliche Mormonenstrenge der Stadt Salt Lake City ausheblen könnte.

Als Remixer erscheinen die Bostoner Soul Clap-Jungs sowie der Kanadier Eddie C. Zu letzterem schreibe ich nur noch wenig, denn Edward "Eddie C" Currelly spielt sowieso in einer anderen Liga. Sein Remix scheint aus einer anderen Zeit, aus einer anderen Welt zu stammen, und beinahe wage ich zu behaupten, dass er in seiner Kindheit einen magischen Sternenstaub eingeatmet hat, der es ihm ermöglicht, die Grundcharakteristika eines Tracks beizubehalten, und dennoch ein Mehr an sexueller Spannung in seine Remixe einzubauen.

Bleibt noch "Me And You" - unglaublich schiebend, rauschhaft-orgiastisch trotz des eher gemächlichen Tempos. KILLER!!!

Me and You (Original Mix) by Francis Inferno Orchestra


English (short) version: Australian Griffin James a.k.a. Francis Inferno Orchestra with a 12" on Under The Shade records. He goes through House and Disco with ease like butter on hot toast. Comes with a remix by Boston based Soul Clap crew and Eddie C who, again, gives further proof of his extraterrestrial producing skills! HOT!


Mehr im Web:

Francis Inferno Orchestra @ MySpace
Francis Inferno Orchestra @ Soundcloud
Francis Inferno Orchestra - Guest Mix @ Back And Forth
Under The Shade @ Facebook
Under The Shade / Jisco @ MySpace
Under The Shade

DiKSO Podcast 07 - The Francis Inferno Orchestra by DiKSO Edits