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The Big Crunch Theory & Glasser & Anika, Paris, 30.03.11


Konzert: The Big Crunch Theory, Glasser, Anika, Festival les femmes s'en mêlent

Ort: Le Divan Du monde, Paris
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft, vielleicht 300
Konzertdauer: pro Künstlerin etwa 40 Minuten


Gar nicht so einfach nach einem solch grandiosen Konzert wie dem gestrigen zur Tagesordnung überzugehen. Syd Matters hatten mich mit ihrer atemberaubenden Show im Olympia über alle Maßen berauscht und heute hatte ich eine Art Post- Syd Matters Depression zu erleiden.

Insofern eine kuriose Sache, daß ich im Divan Du Monde zu meiner Überraschung Olivier Marguerit, den Gitarristen, Pianisten und Querflötenspieler meiner Helden von gestern traf (Foto). Er hatte seinerseits den Sensationsauftritt mit seiner Band schon wieder abgehakt und sagte mir als Erstes, daß er die Show der Deutsch-Engländerin Anika sehr gemocht habe. Kein Wort zum Gig im Olympia. So etwas nenne ich Nüchternheit! Ich selbst hätte wohl an seiner Stelle durch keine Tür mehr gepasst, weil meine Brust vor Stolz so angeschwollen gewesen wäre.

Aber Olivier hatte recht, Anika war in der Tat erneut positiv aufgefallen. Genau in der gleichen Location hatte ich sie vor 5 Monaten gesehen und war auf Anhieb von ihrem düsteren Dubstep und ihrer apatischen Erscheinung sehr angetan gewesen. Seitdem ist etwas Zeit ins Land gegangen, Albert Koch vom Musikexpress hatte Anikas Album sehr gelobt (alle plappern sie mir nach) und die junge Blondine hat auch ein paar neue, nicht auf dem Album erhältliche Songs einstudiert, die in den nächsten Wochen auf einer EP veröffentlicht werden sollen. 2-3 davon spielte sie auch heute und die Songs waren wirklich klasse. Stilistisch bleibt sich Anika treu. Minimalistischer, bassgeprägter Sound mit gespenstisch anmutenden Synthiepassagen, verhallter, tiefer Gesang im Stile von Nico und eine eiskalte, depressive Atmosphäre, die mir kurioserweise Glücksgefühle bereitete. Auch die neuen Sachen sollen zum Teil originelle Cover sein, aber nicht ausschließlich. Die Kaltschnäuzigkeit, Klassiker wie den Bob Dylan Song Masters Of War oder Yang Yang von der ollen Yoko Ono so zu covern, das man sie nicht wiedererkennt, war ohnehin eine der großen Stärken des Debütalbums, das auf dem Label von Geoff Barrow (Portishead) erschienen war. Natürlich spielte sie auch die Albumtracks fast vollständig, schließlich kannte längst nicht jeder anwesende Gast dieses Material.

Highlights für mich die klaustrophob jaulende Yoko Ono Nummer Yang Yang ("join the revolution"), der großartige Orgelsong I Go To Sleep, vor allem aber das schnellste Stück in ihrem Repertoire, der an Joy Division gemahnende Feger Officer Officer. Ein schneller, bedrohlich- polternder Bass, ein gothischer Keyboardsound und ein weltentrückter Gesang, Zutaten, die einen faszinierenden Song ergaben, der der beste des heutigen Abends bleiben sollte.

Hinterher zeigte sich Anika dennoch ein wenig unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung, war mit dem Sound nicht so recht glücklich gewesen und meinte, sie hätte eines ihrer neuen Lieder in den Sand gesetzt. Der rege Absatz ihres roten Vinylalbums (nur auf der Tour erhältlich) widerlegte aber ihre Skepsis. Viele Besucher trugen die Scheibe hinterher stolz aus dem Divan Du Monde und schließlich kann sich ja wohl auch ein Olivier Marguerit kaum täuschen, oder?

Zuvor hatte die Schwedin/Französin Lisa Li Lund, vor den Augen ihres berühmten Brüders Herman Dune und ihren Eltern, zusammen mit ihrem neuen Bandprojekt The Big Crunch Theory ein abwechslungsreiches Set geboten. Die Stücke klangen sehr unterschiedlich und waren je nachdem in die Schubladen Folk, Indierock, New Wave oder Elektropop einzuordnen. Der Tonfall und die Rhythmik beim Gesang trug aber ziemlich deutlich die Handschrift ihres Bruders David-Ivar. Ähnlicher Akzent, gleicher textlicher Sinn für Absurdes und Kurioses und immer mit einem Augenzwinkern versehen. Ihre Band war eine Art Supergroup, denn neben zwei Damen an Schlagzeug und Bass, agierten Guillaumes Léglise von My Broken Frame (und Go Go Charlton) und Etienne Chaumet, der nerdige Compterfreak von Zombie- Zombie, mit denen er sogar in England in Insiderkreisen sehr bekannt und angesehen ist.

Der Abend wurde schließlich von der Amerikanerin Cameron Mesirow alias Glasser abgeschlossen. Die rotblonde Sängerin war mit einem sehr extravaganten Kleid erschienen, zu dessen Beschreibung mir die passenden Worte fehlen. Da fragt man besser bei Modeblogs nach, die verstehen sich auf so was. Für mich sah das Ganze so ähnlich aus wie der Fummel von Cindy Lauper und auf dem Kopf trug Glasser ein schwarzes Mützchen, um das sie sicherlich deutsche Autofahrer beneiden werden. Jene Autofahrer nämlich (bevorzugte Marken: Mercedes, Audi), die gerne ihre Klopapierrollen auf dem Rücksitz ihrer Karre in ein Häkelteil wickeln und gleich neben den Regenschirm legen. Krass, Alter!

Über die Musik hüllen wir ohnehin besser den Mantel des Schweigens, denn welcher Mitbürger mit Geschmack steht schon auf kitschigen 1980 er Jahre Synthiepop mit Operndiva Gesang? Und wer mag eigentlich Björk, Camerons offensichtliches Vorbild? Keine Sau, genau!



The Big Crunch Theory & Glasser & Anika, Paris, 30.03.11


Konzert: The Big Crunch Theory, Glasser, Anika, Festival les femmes s'en mêlent

Ort: Le Divan Du monde, Paris
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft, vielleicht 300
Konzertdauer: pro Künstlerin etwa 40 Minuten


Gar nicht so einfach nach einem solch grandiosen Konzert wie dem gestrigen zur Tagesordnung überzugehen. Syd Matters hatten mich mit ihrer atemberaubenden Show im Olympia über alle Maßen berauscht und heute hatte ich eine Art Post- Syd Matters Depression zu erleiden.

Insofern eine kuriose Sache, daß ich im Divan Du Monde zu meiner Überraschung Olivier Marguerit, den Gitarristen, Pianisten und Querflötenspieler meiner Helden von gestern traf (Foto). Er hatte seinerseits den Sensationsauftritt mit seiner Band schon wieder abgehakt und sagte mir als Erstes, daß er die Show der Deutsch-Engländerin Anika sehr gemocht habe. Kein Wort zum Gig im Olympia. So etwas nenne ich Nüchternheit! Ich selbst hätte wohl an seiner Stelle durch keine Tür mehr gepasst, weil meine Brust vor Stolz so angeschwollen gewesen wäre.

Aber Olivier hatte recht, Anika war in der Tat erneut positiv aufgefallen. Genau in der gleichen Location hatte ich sie vor 5 Monaten gesehen und war auf Anhieb von ihrem düsteren Dubstep und ihrer apatischen Erscheinung sehr angetan gewesen. Seitdem ist etwas Zeit ins Land gegangen, Albert Koch vom Musikexpress hatte Anikas Album sehr gelobt (alle plappern sie mir nach) und die junge Blondine hat auch ein paar neue, nicht auf dem Album erhältliche Songs einstudiert, die in den nächsten Wochen auf einer EP veröffentlicht werden sollen. 2-3 davon spielte sie auch heute und die Songs waren wirklich klasse. Stilistisch bleibt sich Anika treu. Minimalistischer, bassgeprägter Sound mit gespenstisch anmutenden Synthiepassagen, verhallter, tiefer Gesang im Stile von Nico und eine eiskalte, depressive Atmosphäre, die mir kurioserweise Glücksgefühle bereitete. Auch die neuen Sachen sollen zum Teil originelle Cover sein, aber nicht ausschließlich. Die Kaltschnäuzigkeit, Klassiker wie den Bob Dylan Song Masters Of War oder Yang Yang von der ollen Yoko Ono so zu covern, das man sie nicht wiedererkennt, war ohnehin eine der großen Stärken des Debütalbums, das auf dem Label von Geoff Barrow (Portishead) erschienen war. Natürlich spielte sie auch die Albumtracks fast vollständig, schließlich kannte längst nicht jeder anwesende Gast dieses Material.

Highlights für mich die klaustrophob jaulende Yoko Ono Nummer Yang Yang ("join the revolution"), der großartige Orgelsong I Go To Sleep, vor allem aber das schnellste Stück in ihrem Repertoire, der an Joy Division gemahnende Feger Officer Officer. Ein schneller, bedrohlich- polternder Bass, ein gothischer Keyboardsound und ein weltentrückter Gesang, Zutaten, die einen faszinierenden Song ergaben, der der beste des heutigen Abends bleiben sollte.

Hinterher zeigte sich Anika dennoch ein wenig unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung, war mit dem Sound nicht so recht glücklich gewesen und meinte, sie hätte eines ihrer neuen Lieder in den Sand gesetzt. Der rege Absatz ihres roten Vinylalbums (nur auf der Tour erhältlich) widerlegte aber ihre Skepsis. Viele Besucher trugen die Scheibe hinterher stolz aus dem Divan Du Monde und schließlich kann sich ja wohl auch ein Olivier Marguerit kaum täuschen, oder?

Zuvor hatte die Schwedin/Französin Lisa Li Lund, vor den Augen ihres berühmten Brüders Herman Dune und ihren Eltern, zusammen mit ihrem neuen Bandprojekt The Big Crunch Theory ein abwechslungsreiches Set geboten. Die Stücke klangen sehr unterschiedlich und waren je nachdem in die Schubladen Folk, Indierock, New Wave oder Elektropop einzuordnen. Der Tonfall und die Rhythmik beim Gesang trug aber ziemlich deutlich die Handschrift ihres Bruders David-Ivar. Ähnlicher Akzent, gleicher textlicher Sinn für Absurdes und Kurioses und immer mit einem Augenzwinkern versehen. Ihre Band war eine Art Supergroup, denn neben zwei Damen an Schlagzeug und Bass, agierten Guillaumes Léglise von My Broken Frame (und Go Go Charlton) und Etienne Chaumet, der nerdige Compterfreak von Zombie- Zombie, mit denen er sogar in England in Insiderkreisen sehr bekannt und angesehen ist.

Der Abend wurde schließlich von der Amerikanerin Cameron Mesirow alias Glasser abgeschlossen. Die rotblonde Sängerin war mit einem sehr extravaganten Kleid erschienen, zu dessen Beschreibung mir die passenden Worte fehlen. Da fragt man besser bei Modeblogs nach, die verstehen sich auf so was. Für mich sah das Ganze so ähnlich aus wie der Fummel von Cindy Lauper und auf dem Kopf trug Glasser ein schwarzes Mützchen, um das sie sicherlich deutsche Autofahrer beneiden werden. Jene Autofahrer nämlich (bevorzugte Marken: Mercedes, Audi), die gerne ihre Klopapierrollen auf dem Rücksitz ihrer Karre in ein Häkelteil wickeln und gleich neben den Regenschirm legen. Krass, Alter!

Über die Musik hüllen wir ohnehin besser den Mantel des Schweigens, denn welcher Mitbürger mit Geschmack steht schon auf kitschigen 1980 er Jahre Synthiepop mit Operndiva Gesang? Und wer mag eigentlich Björk, Camerons offensichtliches Vorbild? Keine Sau, genau!



Glasser & Thus:Owls, Paris, 13.10.10


Konzert: Glasser & Thus:Owls

Ort: Point Ephémère, Paris
Datum: 13.10.10

Zuschauer: mehr Fotografen als Fans



Erleben wir in popmusikalischer Hinsicht zur Zeit die Ära Indie-Shakira? Oder eher die Ära Post-Björk? Hmm, vermutlich ist es eine Mischung aus beidem.


Wie ich auf solch käsige Begriffe und absurde Vergleiche komme? Nun, in den letzten Wochen sind mir gleich mehrfach Sängerinnen untergekommen, bei denen ich bizarrerweise an Shakira (und eben eine moderne Björk) denken musste.

Angefangen hatte es mit Zola Jesus, die ich als Support-Act von Fever Ray im Pariser Olympia gesehen hatte. Wie sie da so tribalisch rumhüpfte und wie ein Tiger im Käfig hin und her lief erinnerte mich stark an Videos der Kolumbianerin. Und dann das Show Off mit der Stimme, dieser effektheischende kraftstrotzende Gesang mit den man das Publikum beeindrucken will, damit die Leute hinterher sagen: "Boa ey, hat die aber eine Power!" Fast so wie bei den Castingshows, wo die Kandidatinnen scheußliche Lieder von Alicia Keys oder Anastacia brüllernderweise zum Besten geben, als wollten sie die Jury gegen die Wand singen.

Weiter ging es mit der Sängerin von Wilbirds & Peacedrums, die im Café de la Danse barfüßig zu Trommelrhythmen rumhopste und mit der Kraft der 1000 Bären sang.

Und heute schließlich im Point Ephémère erneut dieser Gedanke an eine Indie-Shakira gemischt mit einer Post-Björk. Die Amerikanerin Cameron Mesirow alias Glasser bewegte sich mit gewachster Windkutte zu tribalischen Elektro Beats wie ein Raubtier im Käfig und drückte stimmlich von Anfang bis Ende extrem auf die Tube. Begleitet wurde sie hierbei von drei Typen in weißen Antarktis Anzügen (bei Polarkreis 18 geklaut??), von denen der Schlagzeuger ein mehrstückiges Drumset mit kleinen runden Flächen benutzte, das ältere Semester wie ich das noch von den 1980 er Jahren her kennen. Ohnehin war der Sound bei Glasser sehr 80ies -lastig. Eine Mischung aus Elektro-Pop und New Wave, der auf den neuesten Stand der Mode gebracht wurde. Schade, daß der Gesang von Cameron Mesirow live nicht so unschuldig und verträumt wie auf MySpace, sodern zu kraftvoll und forciert klang. Stücke wie Home und Apply (hat sie eigentlich Schluckauf bei diesem Lied, sie hickst so?) haben nämlich definitiv Potential.

Potential haben auch die Schweden Thus:Owls. Angeführt von Erika Angell einer ehemaligen Backgroundsängerin und Keyboarderin von Loney, Dear und mit Ola Hultgren über einen weiteren Loney, Dear Musiker verfügend. Eine fünfköpfige Truppe mit bildhübscher blonder Pianistin/Orglerin (dieses Lächeln, hach!) und Simon Angell, dem brillanten Gitarristen von Patrick Watson, der gleichzeitig Eheman von Erika ist. Zusammen kredenzen sie einen unglaublich dramatischen Barock Pop mit komplexen Arrangements und düsterer, bisweilen experimenteller Duftnote. Beim Haldern Pop Festival 2010 sind sie damit um 2 Uhr nachts (morgens?) im Spiegelzelt aufgetreten und haben etliche Leute begeistert. Auch ich fand gefallen an ihren Kompositionen und an der an Anna Ternheim erinnernden Stimme von Erika, allerdings schoßen mir Thus:Owls an ein paar Stellen über das Ziel hinaus und überspannten den Dramatik/Bombast-Bogen. Dennoch, ihr Konzert war insgesamt gut und ich empfehle auch das Album Cardiac Malformations. Bei Thus:Owls passt übrigens der Post-Björk Vergleich. Irgendwo spürt man den bewußten oder unbewußten Einfluss der Isländerin genau wie bei Acts wie Olöf Arnalds, Coco Rosie, Emilliana Torrini, Emilie Simon und so vielen anderen.

Setlist Thus:Owls, Point Ephémère, Paris:

01: Yellow Desert
02: Climbing The Fjelds Of Norway
03: I weed
04: The tree
05: They Fight
06: You Arose To The Gods
07: Let Your Blood Run
08: Eagles Coming In


Aus unserem Archiv:

Thus:Owls, Paris, 03.03.10



Glasser & Thus:Owls, Paris, 13.10.10


Konzert: Glasser & Thus:Owls

Ort: Point Ephémère, Paris
Datum: 13.10.10

Zuschauer: mehr Fotografen als Fans



Erleben wir in popmusikalischer Hinsicht zur Zeit die Ära Indie-Shakira? Oder eher die Ära Post-Björk? Hmm, vermutlich ist es eine Mischung aus beidem.


Wie ich auf solch käsige Begriffe und absurde Vergleiche komme? Nun, in den letzten Wochen sind mir gleich mehrfach Sängerinnen untergekommen, bei denen ich bizarrerweise an Shakira (und eben eine moderne Björk) denken musste.

Angefangen hatte es mit Zola Jesus, die ich als Support-Act von Fever Ray im Pariser Olympia gesehen hatte. Wie sie da so tribalisch rumhüpfte und wie ein Tiger im Käfig hin und her lief erinnerte mich stark an Videos der Kolumbianerin. Und dann das Show Off mit der Stimme, dieser effektheischende kraftstrotzende Gesang mit den man das Publikum beeindrucken will, damit die Leute hinterher sagen: "Boa ey, hat die aber eine Power!" Fast so wie bei den Castingshows, wo die Kandidatinnen scheußliche Lieder von Alicia Keys oder Anastacia brüllernderweise zum Besten geben, als wollten sie die Jury gegen die Wand singen.

Weiter ging es mit der Sängerin von Wilbirds & Peacedrums, die im Café de la Danse barfüßig zu Trommelrhythmen rumhopste und mit der Kraft der 1000 Bären sang.

Und heute schließlich im Point Ephémère erneut dieser Gedanke an eine Indie-Shakira gemischt mit einer Post-Björk. Die Amerikanerin Cameron Mesirow alias Glasser bewegte sich mit gewachster Windkutte zu tribalischen Elektro Beats wie ein Raubtier im Käfig und drückte stimmlich von Anfang bis Ende extrem auf die Tube. Begleitet wurde sie hierbei von drei Typen in weißen Antarktis Anzügen (bei Polarkreis 18 geklaut??), von denen der Schlagzeuger ein mehrstückiges Drumset mit kleinen runden Flächen benutzte, das ältere Semester wie ich das noch von den 1980 er Jahren her kennen. Ohnehin war der Sound bei Glasser sehr 80ies -lastig. Eine Mischung aus Elektro-Pop und New Wave, der auf den neuesten Stand der Mode gebracht wurde. Schade, daß der Gesang von Cameron Mesirow live nicht so unschuldig und verträumt wie auf MySpace, sodern zu kraftvoll und forciert klang. Stücke wie Home und Apply (hat sie eigentlich Schluckauf bei diesem Lied, sie hickst so?) haben nämlich definitiv Potential.

Potential haben auch die Schweden Thus:Owls. Angeführt von Erika Angell einer ehemaligen Backgroundsängerin und Keyboarderin von Loney, Dear und mit Ola Hultgren über einen weiteren Loney, Dear Musiker verfügend. Eine fünfköpfige Truppe mit bildhübscher blonder Pianistin/Orglerin (dieses Lächeln, hach!) und Simon Angell, dem brillanten Gitarristen von Patrick Watson, der gleichzeitig Eheman von Erika ist. Zusammen kredenzen sie einen unglaublich dramatischen Barock Pop mit komplexen Arrangements und düsterer, bisweilen experimenteller Duftnote. Beim Haldern Pop Festival 2010 sind sie damit um 2 Uhr nachts (morgens?) im Spiegelzelt aufgetreten und haben etliche Leute begeistert. Auch ich fand gefallen an ihren Kompositionen und an der an Anna Ternheim erinnernden Stimme von Erika, allerdings schoßen mir Thus:Owls an ein paar Stellen über das Ziel hinaus und überspannten den Dramatik/Bombast-Bogen. Dennoch, ihr Konzert war insgesamt gut und ich empfehle auch das Album Cardiac Malformations. Bei Thus:Owls passt übrigens der Post-Björk Vergleich. Irgendwo spürt man den bewußten oder unbewußten Einfluss der Isländerin genau wie bei Acts wie Olöf Arnalds, Coco Rosie, Emilliana Torrini, Emilie Simon und so vielen anderen.

Setlist Thus:Owls, Point Ephémère, Paris:

01: Yellow Desert
02: Climbing The Fjelds Of Norway
03: I weed
04: The tree
05: They Fight
06: You Arose To The Gods
07: Let Your Blood Run
08: Eagles Coming In


Aus unserem Archiv:

Thus:Owls, Paris, 03.03.10