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Jae, Paris, 31.01.11


Konzert: Jae

Ort: L'Espace B, Paris
Datum: 31.01.11
Zuschauer: um die 30


Eigentlich wollte ich heute zur Black Session von Iron & Wine, aber die junge Holländerin Jessica Sligter alisa Jae schaute mich beim heutigen Soundcheck im Espace B so treuherzig an, daß ich einfach nicht nein sagen konnte. "Wouldn't you like to come to my show tonight, Oliver? That would be really great!"

So kam es, daß ich den ganzen Tag mit Jessica und ihrem musikalischen Partner Viljam Nybacka verbrachte. Erst sah ich ihnen beim Soundcheck zu und bekam mit, wie perfektionistisch sie dabei vorgingen (" a bit more vocals on the monitor please", "a bit less guitar", etc.), dann zogen wir zusammen weiter in ein uriges Restaurant, das mit deftigen Portionen aus der Region Sud -Ouest aufwarten konnte. Es lag ganz am anderen Ende der Metrolinie, so daß wir insgesamt 22 (!) U-Bahnstationen zurücklegen mussten, um dort anzukommen. Auch im Zug gingen sie noch einmal gedanklich die Abläufe durch und diskutierten leidenschaftlich, wie man diesen und jenen Part zu interpretieren habe. Musiker eben.

Vor dem Restaurant angekommen, standen wir dann eine Weile in der Schweinekälte, denn drinnen waren alle Tische von studentischem Publikum bevölkert. Der Keller flitzte mit riesigen Portionen durch den engen Raum und empfahl uns, eine halbe Stunde zu warten. Wir froren uns draußen den Arsch ab, fanden es später drinnen aber um so gemütlicher. Ein süffiger Roter sorgte für rosige Wangen und öffnete den Magen für die üppigen Teller, die wir serviert bekamen. Jessica nahm übrigens Confit de Canard, das kannte sie aus Holland nicht, aber es mundete ihr. Kurze Zeit später stieß auch eine amerikanische Freundin hinzu, die als Berufsbezeichnung spannenderweise "Malerin" angab. Sie hatte ein unverschämt charmantes Lächeln und erzählte, daß sie in Japan aufgewachsen sei. In dieser netten Runde, an unserem Tisch saß auch Philippe, der Sänger von GeneralBye Bye, fühlte ich mich pudelwohl. Nicht dran zu denken, mich nach dem Essen aus dem Staub zu machen und Richtung Maison Radio de France zur Black Session von Iron & Wine aufzubrechen. Zumal ich ohnehin schon zu spät dran gewesen wäre. Wir hatten uns so angeregt unterhalten, daß Jae und Viljam fast zu spät zu ihrer eigenen Show gekommen wären. Viljam (30) erzählte ein wenig von seiner Heimat Finnland, aber auch von Oslo und der dortigen Musikszene und Jessica (27) bekannte, daß sie drei Jahre nach Oslo gegangen sei, weil sie die den Vibe in Amsterdam nicht als inspirierend empfunden hätte. In der U-Bahn auf dem Weg zum Espace B quatschten wir weiter und waren von dem Wein schon ein wenig angetüdelt. Die Ente lag Jessica noch schwer im Magen, aber das konnte nicht als Ausrede dienen, sie musste jetzt ran, raus auf die Bühne, zeigen, was in ihr steckt!

Es war bereits gegen 22 Uhr, als Jessica und Viljam die Bühne erklommen. Zwei französische Vorgruppen waren bereits mit ihrem Programm durch. Jae spielte Lieder, die sie schon am Vortag bei der Oliver Peel Session zum Besten gegeben hatte. Hier und heute klang das Ganze aber ein wenig anders, weil nicht akustisch, sondern elektrisch und mit mehr Lautstärke gespielt wurde. Schon früh kam ein absolutes Highlight. Jim's Place konnte fast mit beatlesker Melodieseligkeit aufwarten und im ohrwurmigen und herzenserwärmenden Refrain ging es um Everlasting Love und Everlasting Hope, Schön! Jae's liebliche Stimme hatte ein wenig Feedback und schwebte wie im Kirchenchor durch den Raum. Ihr Gesang war Balsam für die Seele, er war so friedvoll, zärtlich, Ruhe und Hoffnung spendend. Ein Genuß. Bei In The Garden hatte auch Viljam einen längeren Vocalpart und sein dunkles Organ harmonierte wunderbar mit der Stimme von Jessica. Sein Gitarrenspiel erinnerte mich zuweilen an Nick Drake und bezauberte mich außerordentlich.

Stilistisch wird Jae teilweise wie die Norwegerin Hanne Hukkelberg unter Jazz verortet und wenn man die betörende Ballade I Still Owe The Morning hört, weiß man, daß dies nicht ohne Grund geschieht. Ansonsten ist Jae aber gar nicht so leicht zu kategorisieren, die Zeitschrift Uncut sprach kürzlich in seinem 4 Sterne Rating (!) von "Soft Psychedelic Folk" und verglich sie sogr seltsamerwiese mit Morrissey. Ich würde hingegen eher Rockettothesky, Olöf Arnalds, Laura Gibson, Sharron van Etten und eben Hanne Hukelberg als Referenzen nennen. Festzuhalten ist auf jeden Fall die experimentelle Note, die Jae ihrer Musik bisweilen verleiht, wenn sie beispielsweise ein Gedicht (The Egg) rezitiert, eine Pause von 30 Sekunden einlegt (bei dem bezaubernden Red Around The Eyes nach der Textzeile: "Now I have to pause a bit") oder aber (zum Amüsement des Publikums) krächzige Laute von sich gibt. Noch avantgardistischer ist ihr anderes Projekt Sacred Harp, mit dem Jessica im März nach Paris zurückkommen wird. Ich werde wieder dabei sein, einem solchen Talent wie Fräulein Sligter weiche ich einfach nicht von der Seite!

Setlist Jae, Espace B, Paris:

01: Gentle Friend
02: Over, The White Snow
03: Jim's Place
04: Red Around The Eyes
05: They Said
06: The Egg
07: Shots
08: The Garden
09: I Still Owe

Jæ (preview) | Take Away Show from La Blogotheque on Vimeo.


http://vimeo.com/19293877


Jae, Paris, 31.01.11


Konzert: Jae

Ort: L'Espace B, Paris
Datum: 31.01.11
Zuschauer: um die 30


Eigentlich wollte ich heute zur Black Session von Iron & Wine, aber die junge Holländerin Jessica Sligter alisa Jae schaute mich beim heutigen Soundcheck im Espace B so treuherzig an, daß ich einfach nicht nein sagen konnte. "Wouldn't you like to come to my show tonight, Oliver? That would be really great!"

So kam es, daß ich den ganzen Tag mit Jessica und ihrem musikalischen Partner Viljam Nybacka verbrachte. Erst sah ich ihnen beim Soundcheck zu und bekam mit, wie perfektionistisch sie dabei vorgingen (" a bit more vocals on the monitor please", "a bit less guitar", etc.), dann zogen wir zusammen weiter in ein uriges Restaurant, das mit deftigen Portionen aus der Region Sud -Ouest aufwarten konnte. Es lag ganz am anderen Ende der Metrolinie, so daß wir insgesamt 22 (!) U-Bahnstationen zurücklegen mussten, um dort anzukommen. Auch im Zug gingen sie noch einmal gedanklich die Abläufe durch und diskutierten leidenschaftlich, wie man diesen und jenen Part zu interpretieren habe. Musiker eben.

Vor dem Restaurant angekommen, standen wir dann eine Weile in der Schweinekälte, denn drinnen waren alle Tische von studentischem Publikum bevölkert. Der Keller flitzte mit riesigen Portionen durch den engen Raum und empfahl uns, eine halbe Stunde zu warten. Wir froren uns draußen den Arsch ab, fanden es später drinnen aber um so gemütlicher. Ein süffiger Roter sorgte für rosige Wangen und öffnete den Magen für die üppigen Teller, die wir serviert bekamen. Jessica nahm übrigens Confit de Canard, das kannte sie aus Holland nicht, aber es mundete ihr. Kurze Zeit später stieß auch eine amerikanische Freundin hinzu, die als Berufsbezeichnung spannenderweise "Malerin" angab. Sie hatte ein unverschämt charmantes Lächeln und erzählte, daß sie in Japan aufgewachsen sei. In dieser netten Runde, an unserem Tisch saß auch Philippe, der Sänger von GeneralBye Bye, fühlte ich mich pudelwohl. Nicht dran zu denken, mich nach dem Essen aus dem Staub zu machen und Richtung Maison Radio de France zur Black Session von Iron & Wine aufzubrechen. Zumal ich ohnehin schon zu spät dran gewesen wäre. Wir hatten uns so angeregt unterhalten, daß Jae und Viljam fast zu spät zu ihrer eigenen Show gekommen wären. Viljam (30) erzählte ein wenig von seiner Heimat Finnland, aber auch von Oslo und der dortigen Musikszene und Jessica (27) bekannte, daß sie drei Jahre nach Oslo gegangen sei, weil sie die den Vibe in Amsterdam nicht als inspirierend empfunden hätte. In der U-Bahn auf dem Weg zum Espace B quatschten wir weiter und waren von dem Wein schon ein wenig angetüdelt. Die Ente lag Jessica noch schwer im Magen, aber das konnte nicht als Ausrede dienen, sie musste jetzt ran, raus auf die Bühne, zeigen, was in ihr steckt!

Es war bereits gegen 22 Uhr, als Jessica und Viljam die Bühne erklommen. Zwei französische Vorgruppen waren bereits mit ihrem Programm durch. Jae spielte Lieder, die sie schon am Vortag bei der Oliver Peel Session zum Besten gegeben hatte. Hier und heute klang das Ganze aber ein wenig anders, weil nicht akustisch, sondern elektrisch und mit mehr Lautstärke gespielt wurde. Schon früh kam ein absolutes Highlight. Jim's Place konnte fast mit beatlesker Melodieseligkeit aufwarten und im ohrwurmigen und herzenserwärmenden Refrain ging es um Everlasting Love und Everlasting Hope, Schön! Jae's liebliche Stimme hatte ein wenig Feedback und schwebte wie im Kirchenchor durch den Raum. Ihr Gesang war Balsam für die Seele, er war so friedvoll, zärtlich, Ruhe und Hoffnung spendend. Ein Genuß. Bei In The Garden hatte auch Viljam einen längeren Vocalpart und sein dunkles Organ harmonierte wunderbar mit der Stimme von Jessica. Sein Gitarrenspiel erinnerte mich zuweilen an Nick Drake und bezauberte mich außerordentlich.

Stilistisch wird Jae teilweise wie die Norwegerin Hanne Hukkelberg unter Jazz verortet und wenn man die betörende Ballade I Still Owe The Morning hört, weiß man, daß dies nicht ohne Grund geschieht. Ansonsten ist Jae aber gar nicht so leicht zu kategorisieren, die Zeitschrift Uncut sprach kürzlich in seinem 4 Sterne Rating (!) von "Soft Psychedelic Folk" und verglich sie sogr seltsamerwiese mit Morrissey. Ich würde hingegen eher Rockettothesky, Olöf Arnalds, Laura Gibson, Sharron van Etten und eben Hanne Hukelberg als Referenzen nennen. Festzuhalten ist auf jeden Fall die experimentelle Note, die Jae ihrer Musik bisweilen verleiht, wenn sie beispielsweise ein Gedicht (The Egg) rezitiert, eine Pause von 30 Sekunden einlegt (bei dem bezaubernden Red Around The Eyes nach der Textzeile: "Now I have to pause a bit") oder aber (zum Amüsement des Publikums) krächzige Laute von sich gibt. Noch avantgardistischer ist ihr anderes Projekt Sacred Harp, mit dem Jessica im März nach Paris zurückkommen wird. Ich werde wieder dabei sein, einem solchen Talent wie Fräulein Sligter weiche ich einfach nicht von der Seite!

Setlist Jae, Espace B, Paris:

01: Gentle Friend
02: Over, The White Snow
03: Jim's Place
04: Red Around The Eyes
05: They Said
06: The Egg
07: Shots
08: The Garden
09: I Still Owe

Jæ (preview) | Take Away Show from La Blogotheque on Vimeo.


http://vimeo.com/19293877


Milk & Fruit Juice & Bird On The Wire, Paris, 24.01.11


Konzert: Milk & Fruit Juice & Bird On The Wire

Ort: L'Espace B Paris

Datum: 24.01.11

Zuschauer: etwa 35



Mein erstes Konzert, das ich im Pariser Espace B promotet habe und gleichzeitig das letzte Mal, daß ich in diesen Laden einen Fuß gesetzt habe. Unsere Wege trennen sich hiermit.

Aber reden wir nicht über die ärgerlichen Begleitumstände, die auf einem Konzertblog nicht unbedingt in aller Länge ausgebreitet werden müssen, sondern kommen sofort zum musikalischen Teil. Denn der war höchst erfreulich! Die Pariser Tweepop Formation Milk & Fruit Juice bot genau wie schon im Pop In vor ein paar Tagen ein höchst erfrischendes, charmantes und Laune machendes Konzert. Die Ukulele von Bandleader Michel perlte frohlockend, das Glockenspiel von Cococerise und Sabine ertönte hell und schön, die Gitarre von Orouni dingeldengelte hochmelodisch und sogar der Schlagzeuger L'Homme Mystère agierte heute an einem richtigen Drumset. Die fünf Sympathen feuerten ihre Indiepop-Perlen wie mit einem Machinengewehr ab und eine Dreiergruppe niedlicher Mädels wippte wie in den 1960er Jahren im Takt mit. Ansonsten blieb es aber leider sehr ruhig, weil trotz meiner unermüdlichen Promobemühungen nur sehr wenige Zuschauer den Weg ins Espace B gefunden hatten. Man muss sich fragen, was hier falsch läuft, wenn man bedenkt, daß hier zuvor schon ganz feine Acts wie Woodpigeon vor 15 Leuten und eine Granate wie Nina Nastasia vor 30 Leuten ihre Kunst zum Besten gaben.

Aber das soll nicht mein Problem sein, sollen sich die Betreiber und die Programmgestalter des Ladens ihren Schädel darüber zerbrechen. Ich halte meinen nicht dafür hin!



Kommen wir zu Bird On The Wire, meiner ganz großen Entdeckungen im Bereich Indiepop/Folk. Am Sonntag hatten sie eine ganz tolle Oliver Peel Session abgeliefert, die unseren Gästen unglaublich gut gefallen hatte. Die Resonanz war geradezu überwältigend, einige Stammgäste sprachen gar von der besten Session, die sie je bei uns gesehen hatten. Und auch in der elektrischen Variante mit E-Gitarre und richtigem Schlagzeug enttäuschten sie nicht, im Gegenteil. Selbst meine Freundin Uschi, die die Oliver Peel Session sträflicherweise geschwänzt hatte (warum eigentlich?), hatte ein Lächeln auf den Lippen, das soviel bedeutete wie: "Mensch, diese jungen Hollander sind in der Tat eine Wucht!" Ungemein nonchalant und selbstsicher performten sie die Songs ihrer ersten Demo CD und zeigten, wie viel Potential in ihnen steckt. Auf Grund ihrer zahlreichen Auftritte in Holland 2010 sind sie handwerklich verblüffend schnell besser geworden und spielten ihrer Lieder mit wesentlich mehr Dampf, Präzision und Intensität. Besonders beeindruckend war, daß sie innerhalb von einem Tag (!) einen Trompeter, den sie auf unserem Fest am Vortag kennengelernt hatten, aktiv in das Geschehen mit einbezogen. Der Amerikaner Zach spielte mit, als sei er schon seit einem Jahr Mitglied der Band und gab mit seinem Getröte dem folkpoppigen Wildwest eine spezielle Note.



Gäbe es in der Konzertstadt Paris noch andere Blogger oder Konzertfotografen, die wirklich auf Zack sind, hätte man am nächsten Tag zahlreiche euphorische Berichte und ein Festival an Hochglanzfotos erleben können. So aber bleiben wir unter uns und die anderen schnarchnasigen Musikjorunalisten der Seine-Metropole werden halt eben deutlich später auf einen Rohdiamanten wie Bird On The Wire aufmerksam werden. Denkt bitte daran, wo ihr zuerst von den Holländern gelesen habt, wenn sie 2012 oder 2013 auf dem Haldern Pop Festival auftreten.

Links:

- English Review of this show by Rockerparis, click!

Aus unserem Archiv:

Bird On The Wire at Oliver Peel Session, Paris, 23.01.11
Bird On The Wire, Paris, 21.06.10
Milk & Fruit Juice, Paris, 17.01.11
Milk & Fruit Juice, Paris, 25.06.09



Milk & Fruit Juice & Bird On The Wire, Paris, 24.01.11


Konzert: Milk & Fruit Juice & Bird On The Wire

Ort: L'Espace B Paris

Datum: 24.01.11

Zuschauer: etwa 35



Mein erstes Konzert, das ich im Pariser Espace B promotet habe und gleichzeitig das letzte Mal, daß ich in diesen Laden einen Fuß gesetzt habe. Unsere Wege trennen sich hiermit.

Aber reden wir nicht über die ärgerlichen Begleitumstände, die auf einem Konzertblog nicht unbedingt in aller Länge ausgebreitet werden müssen, sondern kommen sofort zum musikalischen Teil. Denn der war höchst erfreulich! Die Pariser Tweepop Formation Milk & Fruit Juice bot genau wie schon im Pop In vor ein paar Tagen ein höchst erfrischendes, charmantes und Laune machendes Konzert. Die Ukulele von Bandleader Michel perlte frohlockend, das Glockenspiel von Cococerise und Sabine ertönte hell und schön, die Gitarre von Orouni dingeldengelte hochmelodisch und sogar der Schlagzeuger L'Homme Mystère agierte heute an einem richtigen Drumset. Die fünf Sympathen feuerten ihre Indiepop-Perlen wie mit einem Machinengewehr ab und eine Dreiergruppe niedlicher Mädels wippte wie in den 1960er Jahren im Takt mit. Ansonsten blieb es aber leider sehr ruhig, weil trotz meiner unermüdlichen Promobemühungen nur sehr wenige Zuschauer den Weg ins Espace B gefunden hatten. Man muss sich fragen, was hier falsch läuft, wenn man bedenkt, daß hier zuvor schon ganz feine Acts wie Woodpigeon vor 15 Leuten und eine Granate wie Nina Nastasia vor 30 Leuten ihre Kunst zum Besten gaben.

Aber das soll nicht mein Problem sein, sollen sich die Betreiber und die Programmgestalter des Ladens ihren Schädel darüber zerbrechen. Ich halte meinen nicht dafür hin!



Kommen wir zu Bird On The Wire, meiner ganz großen Entdeckungen im Bereich Indiepop/Folk. Am Sonntag hatten sie eine ganz tolle Oliver Peel Session abgeliefert, die unseren Gästen unglaublich gut gefallen hatte. Die Resonanz war geradezu überwältigend, einige Stammgäste sprachen gar von der besten Session, die sie je bei uns gesehen hatten. Und auch in der elektrischen Variante mit E-Gitarre und richtigem Schlagzeug enttäuschten sie nicht, im Gegenteil. Selbst meine Freundin Uschi, die die Oliver Peel Session sträflicherweise geschwänzt hatte (warum eigentlich?), hatte ein Lächeln auf den Lippen, das soviel bedeutete wie: "Mensch, diese jungen Hollander sind in der Tat eine Wucht!" Ungemein nonchalant und selbstsicher performten sie die Songs ihrer ersten Demo CD und zeigten, wie viel Potential in ihnen steckt. Auf Grund ihrer zahlreichen Auftritte in Holland 2010 sind sie handwerklich verblüffend schnell besser geworden und spielten ihrer Lieder mit wesentlich mehr Dampf, Präzision und Intensität. Besonders beeindruckend war, daß sie innerhalb von einem Tag (!) einen Trompeter, den sie auf unserem Fest am Vortag kennengelernt hatten, aktiv in das Geschehen mit einbezogen. Der Amerikaner Zach spielte mit, als sei er schon seit einem Jahr Mitglied der Band und gab mit seinem Getröte dem folkpoppigen Wildwest eine spezielle Note.



Gäbe es in der Konzertstadt Paris noch andere Blogger oder Konzertfotografen, die wirklich auf Zack sind, hätte man am nächsten Tag zahlreiche euphorische Berichte und ein Festival an Hochglanzfotos erleben können. So aber bleiben wir unter uns und die anderen schnarchnasigen Musikjorunalisten der Seine-Metropole werden halt eben deutlich später auf einen Rohdiamanten wie Bird On The Wire aufmerksam werden. Denkt bitte daran, wo ihr zuerst von den Holländern gelesen habt, wenn sie 2012 oder 2013 auf dem Haldern Pop Festival auftreten.

Links:

- English Review of this show by Rockerparis, click!

Aus unserem Archiv:

Bird On The Wire at Oliver Peel Session, Paris, 23.01.11
Bird On The Wire, Paris, 21.06.10
Milk & Fruit Juice, Paris, 17.01.11
Milk & Fruit Juice, Paris, 25.06.09



The Konki Duet, Paris,02.12.10


Konzert: The Konki Duet

Ort: L'Espace B,Paris
Datum: 02.12.2010
Zuschauer: 60 bis 70


Tamara Goukassova hat schon fast unverschämt schön zu nennende Beine. Wie sie da so langbeinig vor mir stand im Pariser Espace B und auf Pumps Geige und Gitarre spielte, wow!

Die aus Russland stammende Musikerin ist Teil der französischen Girlgroup The Konki Duet und hatte heute abend Besseres zu tun, als sich über die WM Vergabe an ihr Mutterland zu freuen. Zusammen mit ihren beiden Bandkolleginnen (das Duet ist somit eigentlich ein Trio) bot sie den trotz der eisigen Kälte recht zahlreich eingetrudelten Zuschauern eine gelungene Generalprobe der nagelneuen Lieder, die auf dem im nächsten Jahr erscheinenden vierten Album drauf sein werden. Tamara ist nicht die Einzige nicht aus Frankreich stammende Musikerin im Konki Duet, auch die Keyboarderin Kumi Okamoto ist hinzugezogen und kommt aus Japan. Lediglich die Gitarristin Zoé Wolf ist waschechte Französin und insofern kann man mit Fug und Recht von einer internationalen Girlgroup sprechen. Wer uns regelmäßig liest, weiß, daß ich Fan der drei Grazien bin. Ihre Musik ist einfach herrlich abwechslungsreich, ungewöhnlich und unfassbar cool. Sie rühren ihre ganz eigene Mischung aus schrägem Indierock, Elektropop, New Wave und Punk an und schaffen es jedes Mal, mir einen prima Konzertabend zu bereiten.

Heute stellte keine Ausnahme dar. Die neuen Stücke waren durch die Band weg toll und unterstrichen, daß The Konki Duet einer der besten Indieacts in ganz Frankreich ist. Als Referenzen mögen vor allem Deerhoof und Stereolab herhalten, aber die drei Nationalitäten innerhalb der Band sorgen für ein faszinierendes und ganz eigenes Gebräu. Schon einmal gehört, wie süß das klingt, wenn eine Japanerin auf französisch singt? Oder eine Französin auf englisch? Oder eine Russin auf französisch oder englisch? Oder alle drei im Gleichklang? Beim Konki Duet gibt es sowas. Aber hier vereinen sich nicht nur die Gesänge, sondern auch messerscharfe Gitarrenriffs, eine nach vorne galoppierende Violine und ein pluckernder Drumcomputer. Umwerfend!

Wenn das neue Album im nächsten Jahr erscheint, zücke ich wie schon bei den Vorgängern wieder mein Portemonnaie!

Hier kann man übrigens die letzte EP des Konki Duet ganz in Ruhe anhören.

Aus unserem Archiv:

Konki Duet, Paris, 23.11.09
Konki Duet, Paris, 01.04.09
Konki Duet, Paris, 14.03.09
Kumisolo, Paris, 24.11.09
Kumisolo, Paris, 25.03.08



The Konki Duet, Paris,02.12.10


Konzert: The Konki Duet

Ort: L'Espace B,Paris
Datum: 02.12.2010
Zuschauer: 60 bis 70


Tamara Goukassova hat schon fast unverschämt schön zu nennende Beine. Wie sie da so langbeinig vor mir stand im Pariser Espace B und auf Pumps Geige und Gitarre spielte, wow!

Die aus Russland stammende Musikerin ist Teil der französischen Girlgroup The Konki Duet und hatte heute abend Besseres zu tun, als sich über die WM Vergabe an ihr Mutterland zu freuen. Zusammen mit ihren beiden Bandkolleginnen (das Duet ist somit eigentlich ein Trio) bot sie den trotz der eisigen Kälte recht zahlreich eingetrudelten Zuschauern eine gelungene Generalprobe der nagelneuen Lieder, die auf dem im nächsten Jahr erscheinenden vierten Album drauf sein werden. Tamara ist nicht die Einzige nicht aus Frankreich stammende Musikerin im Konki Duet, auch die Keyboarderin Kumi Okamoto ist hinzugezogen und kommt aus Japan. Lediglich die Gitarristin Zoé Wolf ist waschechte Französin und insofern kann man mit Fug und Recht von einer internationalen Girlgroup sprechen. Wer uns regelmäßig liest, weiß, daß ich Fan der drei Grazien bin. Ihre Musik ist einfach herrlich abwechslungsreich, ungewöhnlich und unfassbar cool. Sie rühren ihre ganz eigene Mischung aus schrägem Indierock, Elektropop, New Wave und Punk an und schaffen es jedes Mal, mir einen prima Konzertabend zu bereiten.

Heute stellte keine Ausnahme dar. Die neuen Stücke waren durch die Band weg toll und unterstrichen, daß The Konki Duet einer der besten Indieacts in ganz Frankreich ist. Als Referenzen mögen vor allem Deerhoof und Stereolab herhalten, aber die drei Nationalitäten innerhalb der Band sorgen für ein faszinierendes und ganz eigenes Gebräu. Schon einmal gehört, wie süß das klingt, wenn eine Japanerin auf französisch singt? Oder eine Französin auf englisch? Oder eine Russin auf französisch oder englisch? Oder alle drei im Gleichklang? Beim Konki Duet gibt es sowas. Aber hier vereinen sich nicht nur die Gesänge, sondern auch messerscharfe Gitarrenriffs, eine nach vorne galoppierende Violine und ein pluckernder Drumcomputer. Umwerfend!

Wenn das neue Album im nächsten Jahr erscheint, zücke ich wie schon bei den Vorgängern wieder mein Portemonnaie!

Hier kann man übrigens die letzte EP des Konki Duet ganz in Ruhe anhören.

Aus unserem Archiv:

Konki Duet, Paris, 23.11.09
Konki Duet, Paris, 01.04.09
Konki Duet, Paris, 14.03.09
Kumisolo, Paris, 24.11.09
Kumisolo, Paris, 25.03.08



Les Shelleys & Gregory And The Hawk & Minor Sailor, Paris, 09.11.10


Konzert: Les Shelleys & Gregory And The Hawk & Minor Sailor
Ort: L'Espace B, Paris

Datum: 09.11.10

Zuschauer: etwa 40-50


Witzige Sache: Mary, die amerikanische Mangerin der Shelleys und Gregory and The Hawk, sieht mich im Pariser Espace B, kommt auf mich zugeeilt und küsst mich auf den Mund! Ein Ausdruck von Herzlichkeit wohlgemerkt, schließlich gehören wir nicht ganz der gleichen Generation an. Aber toll fand ich das trotzdem, denn es machte deutlich, daß Mary mit der Oliver Peel Session, bei denen ihre Künstler zwei Tage vorher geglänzt hatten, hochzufrieden war. Ist mir ohnehin das Wichtigste, daß sich die Künstler und das Publikum bei uns wohl fühlen und das war offensichtlich der Fall. Innerhalb kürzester Zeit ist mir die Truppe ans Herz gewachsen und wie so oft war ich traurig, daß die Bands und die Agentin weiterzogen und ich sie erst einmal eine ganze Weile nicht mehr sehen würde.

Heute aber noch einmal die Gelegenheit, die schöne Musik von Gregory and The Hawk und den Shelleys zu genießen.



Meredith Godreau aka GATH ging als Zweite an den Start. Die süße schwarzhaarige Sängerin mit den niedlichen Zöpfchen spielte ein ähnliches Set wie bei der Oliver Peel Session. Auch heute wechselte sie zwischen Akustikgitarre und Harfe ab und spielte überwiegend Stücke von dem nagelneuen Output Leche, aber auch Kleinode vom Vorgänger Moenie and Kitchi, allen voran die zartschmelzende Ballade Oats We Saw. Meine Güte, was für ein traumhaft schönes Lied! Meredith streichelte mich förmlich mit diesem Song! Ich war in solch einer traumversunkenen Stimmug, daß ich mich kurzerhand auf dem Boden des Espace B ausstreckte und meinen Kopf auf meine Tasche legte. Als würde ich an einem schönen Sommertag den blauen Himmel angucken (dabei war es draußen grau und ungemütlich). Die Musik von Meredith trug viel zu dieser relaxten Stimmung bei, man konnte sich so richtig fallen lassen in diese weiche Wolke, die sie ans Firmament zauberte. Tiefenentspannt genoß ich auch die anderen bildhübschen Stücke wie einen wohlschmeckenden Rosewein im Frühling.. Besonders angetan war ich von dem auf der Harfe vorgetragenen Landscapes. Dieses Lied hatte die Amerikanerin bei der Oliver Peel Session im Innenhof gespielt und mich damit völlig waidwund geschossen. Sensationell wie die Finger der zierlichen Frau durch die Saiten glitten, betörend wie sinnlich zart sie sang. Von dem neuen Album performte GATH auch For The Best. Der Opener des Longplayers kam so was von intim, melancholisch und berührend rüber, das es fast kaum auszuhalten war. Stimmlich zeigte Meredith alle Seiten ihres Könnens, sie besorgte es einem wehklagend, sinnlich, einfach unglaublich schön...



Nach ungefähr einer halben Stunde Spielzeit war klar, daß ich hier eine der Sängerinnen des Jahres gesehen hatte. Ganz bekifft von der Anmut des Vortrages rang ich Meredith auch noch das Versprechen ab, daß sie unbedingt wiederkommen muss, um eine neue Oliver Peel Session einzuspielen. Sie sagte schmunzelnd zu. Yes!!!!!!!!!!!!!!!

Auszüge aus der Setlist von Gregory and The Hawk, Espace B, Paris

Frebeight

Untitled (neues Lied)
Oats We Saw
Landscapes

Vor Gregory and The Hawk waren ihre Labelmates (beide Fatcat Records) Les Shelleys an den Start gegangen. Angela Correa und Tom Brosseau verbergen sich hinter diesem Projektnamen und die beiden sind nicht nur auf der Bühne ein Paar. Wie verliebte Turteltäubchen präsentierten sie ihre feinen Cover von traditionellen amerikanischen Songs dem Publikum und schienen die Welt um sich rum zu vergessen. Der schön Tom spielte Gitarre, während seine Süße lediglich Handclaps beisteuerte, ansonsten aber kein Instrument spielte. Die Stimmen der Shelleys passen wunderbar zusammen. Auf verblüffende Weise haben die Chöre einen gewissen Retrocharme, hauchen den Evergreens aber dennoch ein neues, modernes, Leben ein. Rum and Coca Cola (Andrew Sisters), Something Stupid (Sinatra), oder Deep Blue Sea, alles erstrahlt in neuem Glanz. Sympatisch, diese Shelleys! Angela spricht sogar ein sehr beachtliches französisch und gab Kostproben davon in den Pausen zwischen den Liedern zum Besten. Sie sei mal als Au Pair Mädchen ein Jahr in Paris gewesen, daher ihre Sprachkenntnisse. Tom hielt sich hingegen eher bedeckt, er scheint wohl der ruhende Pool in der Beziehung zu sein, das Temperament bringt Angela ein.

Ganz am Ende machten die beiden dann auch noch einen Abstecher ins Publikum und schmetterten zwischen den Besuchern den Klassiker Green Door. Toll! Wie ich erfahren durfte, werden die Shelleys ihr nächstes Album mit John Parish (PJ Harvey) aufnehmen. Bravo!




Ganz zum Schluß durfte auch noch der Franzose Minor Sailor ran, der kürzlich bereits im Vorprogramm von Perfume Genius aufgetreten war. Nur mit Akustikklampfe bewaffnet, bot er ein schönes, von Videos untermaltes Set, von dem ich allerdings nicht viel mitbekam. Ich hielt draußen Schwätzchen mit den Shelleys und Gregory and The Hawk. So liebe Menschen!

Deutsche Konzerttermine von Gregory and The Hawk und Les Shelleys:

15.11.2010: Hafen 2, Offenbach
16.11.2010: Mondial Halle, Hamburg
17.11.2010: In Love With, Berlin, 19 Uhr
17.11.2010: Bang Bang Club, Berlin, 23 Uhr

- Sehr lesenswert zu den Shelleys: Das Klienicum mit einem Porträt, klick!


Les Shelleys & Gregory And The Hawk & Minor Sailor, Paris, 09.11.10


Konzert: Les Shelleys & Gregory And The Hawk & Minor Sailor
Ort: L'Espace B, Paris

Datum: 09.11.10

Zuschauer: etwa 40-50


Witzige Sache: Mary, die amerikanische Mangerin der Shelleys und Gregory and The Hawk, sieht mich im Pariser Espace B, kommt auf mich zugeeilt und küsst mich auf den Mund! Ein Ausdruck von Herzlichkeit wohlgemerkt, schließlich gehören wir nicht ganz der gleichen Generation an. Aber toll fand ich das trotzdem, denn es machte deutlich, daß Mary mit der Oliver Peel Session, bei denen ihre Künstler zwei Tage vorher geglänzt hatten, hochzufrieden war. Ist mir ohnehin das Wichtigste, daß sich die Künstler und das Publikum bei uns wohl fühlen und das war offensichtlich der Fall. Innerhalb kürzester Zeit ist mir die Truppe ans Herz gewachsen und wie so oft war ich traurig, daß die Bands und die Agentin weiterzogen und ich sie erst einmal eine ganze Weile nicht mehr sehen würde.

Heute aber noch einmal die Gelegenheit, die schöne Musik von Gregory and The Hawk und den Shelleys zu genießen.



Meredith Godreau aka GATH ging als Zweite an den Start. Die süße schwarzhaarige Sängerin mit den niedlichen Zöpfchen spielte ein ähnliches Set wie bei der Oliver Peel Session. Auch heute wechselte sie zwischen Akustikgitarre und Harfe ab und spielte überwiegend Stücke von dem nagelneuen Output Leche, aber auch Kleinode vom Vorgänger Moenie and Kitchi, allen voran die zartschmelzende Ballade Oats We Saw. Meine Güte, was für ein traumhaft schönes Lied! Meredith streichelte mich förmlich mit diesem Song! Ich war in solch einer traumversunkenen Stimmug, daß ich mich kurzerhand auf dem Boden des Espace B ausstreckte und meinen Kopf auf meine Tasche legte. Als würde ich an einem schönen Sommertag den blauen Himmel angucken (dabei war es draußen grau und ungemütlich). Die Musik von Meredith trug viel zu dieser relaxten Stimmung bei, man konnte sich so richtig fallen lassen in diese weiche Wolke, die sie ans Firmament zauberte. Tiefenentspannt genoß ich auch die anderen bildhübschen Stücke wie einen wohlschmeckenden Rosewein im Frühling.. Besonders angetan war ich von dem auf der Harfe vorgetragenen Landscapes. Dieses Lied hatte die Amerikanerin bei der Oliver Peel Session im Innenhof gespielt und mich damit völlig waidwund geschossen. Sensationell wie die Finger der zierlichen Frau durch die Saiten glitten, betörend wie sinnlich zart sie sang. Von dem neuen Album performte GATH auch For The Best. Der Opener des Longplayers kam so was von intim, melancholisch und berührend rüber, das es fast kaum auszuhalten war. Stimmlich zeigte Meredith alle Seiten ihres Könnens, sie besorgte es einem wehklagend, sinnlich, einfach unglaublich schön...



Nach ungefähr einer halben Stunde Spielzeit war klar, daß ich hier eine der Sängerinnen des Jahres gesehen hatte. Ganz bekifft von der Anmut des Vortrages rang ich Meredith auch noch das Versprechen ab, daß sie unbedingt wiederkommen muss, um eine neue Oliver Peel Session einzuspielen. Sie sagte schmunzelnd zu. Yes!!!!!!!!!!!!!!!

Auszüge aus der Setlist von Gregory and The Hawk, Espace B, Paris

Frebeight

Untitled (neues Lied)
Oats We Saw
Landscapes

Vor Gregory and The Hawk waren ihre Labelmates (beide Fatcat Records) Les Shelleys an den Start gegangen. Angela Correa und Tom Brosseau verbergen sich hinter diesem Projektnamen und die beiden sind nicht nur auf der Bühne ein Paar. Wie verliebte Turteltäubchen präsentierten sie ihre feinen Cover von traditionellen amerikanischen Songs dem Publikum und schienen die Welt um sich rum zu vergessen. Der schön Tom spielte Gitarre, während seine Süße lediglich Handclaps beisteuerte, ansonsten aber kein Instrument spielte. Die Stimmen der Shelleys passen wunderbar zusammen. Auf verblüffende Weise haben die Chöre einen gewissen Retrocharme, hauchen den Evergreens aber dennoch ein neues, modernes, Leben ein. Rum and Coca Cola (Andrew Sisters), Something Stupid (Sinatra), oder Deep Blue Sea, alles erstrahlt in neuem Glanz. Sympatisch, diese Shelleys! Angela spricht sogar ein sehr beachtliches französisch und gab Kostproben davon in den Pausen zwischen den Liedern zum Besten. Sie sei mal als Au Pair Mädchen ein Jahr in Paris gewesen, daher ihre Sprachkenntnisse. Tom hielt sich hingegen eher bedeckt, er scheint wohl der ruhende Pool in der Beziehung zu sein, das Temperament bringt Angela ein.

Ganz am Ende machten die beiden dann auch noch einen Abstecher ins Publikum und schmetterten zwischen den Besuchern den Klassiker Green Door. Toll! Wie ich erfahren durfte, werden die Shelleys ihr nächstes Album mit John Parish (PJ Harvey) aufnehmen. Bravo!




Ganz zum Schluß durfte auch noch der Franzose Minor Sailor ran, der kürzlich bereits im Vorprogramm von Perfume Genius aufgetreten war. Nur mit Akustikklampfe bewaffnet, bot er ein schönes, von Videos untermaltes Set, von dem ich allerdings nicht viel mitbekam. Ich hielt draußen Schwätzchen mit den Shelleys und Gregory and The Hawk. So liebe Menschen!

Deutsche Konzerttermine von Gregory and The Hawk und Les Shelleys:

15.11.2010: Hafen 2, Offenbach
16.11.2010: Mondial Halle, Hamburg
17.11.2010: In Love With, Berlin, 19 Uhr
17.11.2010: Bang Bang Club, Berlin, 23 Uhr

- Sehr lesenswert zu den Shelleys: Das Klienicum mit einem Porträt, klick!