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Mixed up monday (43)

http://girlsareperfect.tumblr.com/post/1704752681
Nach einer Woche Pause erfolgt heute die Wiederaufnahme der Mixed up monday - Reihe mit elektronischen Mixtapes. tageins, ursprünglich mit dem Freiburger Shaddy und dem Züricher Kejeblos einer Grippe- und Erkältungswelle zum Opfer gefallen. Weder diese beiden noch der erste und zweite Ersatz, die Freiburger Kowski und Chris Veron, können den heutigen Montagabend musikalisch bestreiten. Sollte ich mich dazu aufraffen können, ins Waldsee aufzubrechen, bin ich schon sehr gespannt, wer letztendlich an den Decks stehen wird. Davor ist jedoch noch jede Menge Arbeit zu erledigen.


Der erste Mix des heutigen Abends schlummert auf dem DOSCI Blog, stammt von Lexx, was Qualitätshinweis genug sein sollte. Der Züricher spielt sich dieses Mal durch Black Music von ungefähr Mitte der Achtziger bis ungefähr Mitte der Neunziger Jahre, die "Aurea Aetas", das Goldene Zeitalter also des Hip Hop.


Auf Label wie u.a. Stones Throw wird die Geschichte der Goldenen Hip Hop- (oder Black Music) Zeit fortgeschrieben. Die auf der Labelsite gehostete Podcastreihe kann ich jedem ans Herz legen, der für diese Soundmische aus Soul, Funk, Hip Hop und Electronica zu haben ist. Die neueste Ausgabe stammt von Dimlite. Top! Stones Throw Podcast # 63 - Dimlite.


Liebe zur Musik und Eklektizismus gelebt sowie gefeiert wird auch bei der Bernerin Sassy J. Ihre Mixtapes gehören allein nur der Horizonterweiterung wegen auf jeden mp3-Player. Keine vierundzwanzig Stunden ist es her, dass sie mit "Kaleidoskopes Vol. 1" einen neuen Mix auf Soundcloud zur Verfügung gestellt hat. Gerne mehr davon!

Kaleidoskopes Vol.1 by DJ Sassy J by Sassy J


Bevor die Beats wieder merklich gerader werden, sei noch ein kurzer Blick auf Electronic Explorations empfohlen. Dieses Blog widmet sich vornehmlich Dubstep, IDM, Techno und obskuren / experimentellen Electronica-Sounds. Die Podcast-Reihe listet Künstler wie Neil Landstrumm, Vex'd, Pangaea, Kowton, Untold, October und viele weitere mehr auf. Die jüngste Ausgabe stammt von Skull Disco-Mitgründer Shackleton, der auch die bevorstehende inzwischen 55. Compilation der Fabric-Reihe erstellt. Shackleton - Podcast @ Electronic Explorations.


Aus diesen dunklen Bassuntiefen heraus führt der folgende Link. Die Macher von Heads Down verlinken auf eine Mixreihe des Briten Michael Smith alias Balearic Mike. Vier Kapitel sozusagen, beginnend mit einem "Warm Up", endend mit einem "Fall Down", dazwischen viel Raum und Zeit für "Get Up"- und "Hands Up"-Momente. Exclusive Balearic Mike Mixes @ Heads Down. Must have!


Ruff Jamz Audio begrüsst in der jüngsten Ausgabe seiner Podcast-Reihe den im Wolf Music-Umfeld agierenden KRL: KRL - Ruff Jamz Audio Podcast #28 und Another Night On Earth heisst den Kanadier Eddie C für eine weitere Folge der beliebten Press Play-Reihe willkommen: Eddie C - Press Play # 42 @ Another Night On Earth. Eddie C wird übrigens vom 04. Februar 2011 an ein paar Auftritte in Europa haben. Mehr Infos unter Eddie C @ Facebook.


Immer gerne angesteuert wegen der darauf ruhenden Mixtapes wird das Blog AOR Disco. Titas Sid, ein - zumindst für mich - noch gänzlich unbekannter Musikliebhaber und DJ stand für das neueste Mixtape an den Plattentellern. Remixe, Edits, auch eigenes Material. Anhören! (via)

Tito Sid - AOR DISCO REDUX by Titas Sid


Rune Lindbaek müsste eigentlich jedem ein Begriff sein. Klubb Kebabb und so. Auf der Soundcloud-Page des norwegischen Labels Smalltown Supersound steht ein (Live-Mitschnitt? Mixtape?) aus dem Jahre 1997 bereit. Zu Erziehungszwecken anhören:

Rune Lindbæk DJ mix from Oslo (1997) by smalltownsupersound


Wer dieses Blog nur der hier hochgelobten geraden Bassdrum wegen ansteuert, kann und darf sich vor allem über den dritten Teil der Mixrundschau freuen. Strictly (Deep) House steht auf dem Programm. Na ja. Vielleicht nicht ganz so "strictly", denn Scott von Trackwerk spielt sich in seinem erst am vergangenen Samstag veröffentlichten Tape, "New Arrivals", auch zu den Grenzen anderer Genre hin. (Dies aber nur als Anmerkung für alle diejenigen, die gerne zu Haarspaltereien ansetzen.)

Scotts New Arrival Mix by trackwerk


Der von mir sehr geschätzte Scott Ferguson stand letztens auch wieder einmal an den Decks für einen Guest Mix. Nichts ausser gute Musik von Produzenten aus dem grossen "D". Hört selbst:

Ferguson DJMix From the Alps [Part 2] by ferrispark


Zu einer Entdeckungsreise lädt - wieder einmal - Roof.fm ein. Die Sex Tags Crew aus Schweden zeichnet für den neuesten Podcast verantwortlich. Welchem Sound, welchem Label und damit auch welchen Produzenten sie ehrenvoll gedenken, geht bereits aus ihrem Namen hervor. Entsprechend körperlich aufgeheizt auch ihr Mix: Sex Tags Crew - Mix @ Roof.fm oder:

Nr. 36: Sex Tags Crew (Sex Tags Mania) by ROOF.FM


Mit einem Mixtape des (Wahl-Freiburgers) Ricordo, der mir auf Veranstaltungen wie Deep Station oder Tageins schon zum einen oder anderen musikalischen Gücksmoment verholfen hat, schliesse ich die heutige Rundschau ab:

RICORDO - sunset dancer by r.v.d.


English (short) version: after a one-week-break we serve you with another resume of mixtapes that we fell in love. Zurich based DJ and sixth-sense crate digger kicks off this edition of mixed up monday with a dope selection of golden age hip hop (or black music, if you like). After this you'll find a couple of best value eclectic mixes by Berne / Switzerland based DJane Sassy J, Balearic Mike, Eddie C and, after a figurative jump, you may dive deep into housey soundscapes that are delivered by Scott (Trackwerk), Scott Ferguson and Ricordo, a Freiburg local hero.

Scott Ferguson - Death Of The Diggers 2

Lange Zeit liegt der letzte Eintrag über Tracks von Scott Ferguson zurück, ein kurzer Text über seine 12" Warehouse Dream / SOSAD, soweit ich mich erinnern kann. Auch in diesem Jahr zeigte der in London lebende Produzent mit zwei EPs auf seinem eigenen Label Ferrispark Recordings sowie dem einen oder anderen Remix-Beitrag in seinen Stücken, wie charakterstark doch (s)ein analoger Sound ist. Rohe Skizzen, die zu keiner Zeit den Anschein von Unfertigkeit erwecken.

Nimmt man mit "Death Of The Diggers 2" seinen jüngsten Output zur Hand, so scheint es auf das erste Anhören hin, als ob man Scott Ferguson von einer anderen Seite kennen lernt. Blickt man jedoch in die Vergangenheit von Scott Ferguson und Ferrispark Recordings zurück, verzeichnet der Labelkatalog im Jahre 2003 eine EP, die damals bereits im Titel den Tod der Goldgräber / (Platten-)Sammler / (Disco-)Veteranen ankündigte: Death Of The Diggers". Feine Platte, insbesondere der Track "Dramatic Disco" hat es mir angetan. Er scheint - verklärend geschrieben - aus einer anderen Zeit, aus einer anderen Welt zu stammen, aus der Hochphase der (House-)Clubs in New York / New Jersey mit Tony Humphries & Co. Nacht für Nacht an den Plattentellern.

Mit den vier Tracks auf "Death Of The Diggers 2" lehrt Scott Ferguson in diesem Winter die Bastler schneller, tiefschwarzer Boogie-Tunes sowie das ganze Slow Motion-Universum das fürchten. Denn es muss ein bacchantischer Schöpfungstag gewesen sein, an dem Scott Ferguson "Merano Disco" und "Flying Trapeze Disco" mit ihren rauschhaften Rhythmen und freudigen Melodien geschaffen hat. Im Gegensatz dazu entsprechen "SF Estilo Disco" und "Sole Disco", zwei schwer an Funk und Soul trunken gewordenen, langsam torkelnden Tunes, die nie House waren und vielleicht auch gar nie sein wollten. Top EP!

FPR030 Death of the Diggers 2 by ferrispark


English (short) version: Scott Ferguson on a disco tip. Shit-hot!


Mehr im Web:

Scott Ferguson / Ferrispark Recordings @ MySpace
Scott Ferguson / Ferrispark Recordings

Ferguson DJMix From the Alps by ferrispark

Jazz Not Dead Festival @ Youtube

Zum sechsten Mal bereits fand in diesem Jahr das sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinwegstreckende Festival "Jazz Not Dead" in der norditalienischen Stadt Vicenza statt. Austragungsort hierfür war die Bar Sartea, die von Ende Januar 2010 bis Ende März 2010 jeweils Dienstag abends zum Treffpunkt für House- und Disco-Gourmets wurde. Gemeinsam mit dem italienischen DJ Dario Bedin alias Dax DJ standen namhafte Produzenten und DJs wie Tama Sumo & Prosumer, Scott Ferguson, Levon Vincent oder Daniel Wang an den Plattentellern. Ich war leider nicht dabei, doch die kurzen Interviews mit den auftretenden Künstlern laden zum Schwärmen, Träumen und Teilnehmer zum Nacherleben ein:







Und hier die Links zu den weiteren Videos:

Marcello Napoletano @ Jazz Not Dead 2010
Levon Vincent @ Jazz Not Dead 2010
Quarion @ Jazz Not Dead 2010
Ralf @ Jazz Not Dead 2010
Tama Sumo & Prosumer @ Jazz Not Dead 2010
Dor @ Jazz Not Dead 2010
Scott Ferguson @ Jazz Not Dead
Daniel Wang @ Jazz Not Dead 2010


English (short) version: "Raw House" was this year's theme of Vicenza / Italy based festival Jazz Not Dead, taking place at Bar Sartea in Vicenza. If you hadn't had the chance of attending at least one event, check out the small video snippets above.


Mehr im Web:

Bar Sartea
Bar Sartea @ MySpace
Family House Collective

Ryo Murakami - Lunch Of God

Dass Quintessentials zu meinen Lieblingslabel gehört, ist mittlerweile hinreichend bekannt. Dass des Japaners Ryo Murakami geschaffene Musikwerke mich in letzter Zeit zu begeistern wussten, ist inzwischen auch kein Geheimnis mehr. Nun gibt es seit einigen Tagen beides in einem, denn das britische House-/Techno-Label nahm den Japaner für sein zwölftes Release unter Vertrag.

Ein kleiner Exkurs an dieser Stelle: Vor kurzem habe ich eine brüchige und nicht belegbare These vertreten, dass der Qualitätsverlauf eines Labels bis zur Katalognummer #10 steil nach oben zieht. Spätestens mit dieser hat das Imprint einen gewissen Bekanntheitsgrad und eine gewisse Marktposition erworben, deren Ausbau die Macher vorantreiben wollen. Ein durchaus legitimes und nachvollziehbares Bestreben, doch kommt mit einer schnellen Erweiterung und Vergrösserung die Gefahr auf, vermehrt kleine Zugeständnisse an den Geschmack einer breiteren Masse zu machen, was unweigerlich zu (unerwünschten) Qualitätseinbussen führt - Verwässerung droht.

Wie Quintessentials sich entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls für mich steht fest, dass Ryo Murakami mit seiner EP "Lunch Of God" ein kraftvolles Paket geschnürt und abgeliefert hat, nicht zuletzt auch aufgrund der überragenden Vorstellung seines Remixers Scott Ferguson.

"Lunch Of God" ist ein kompakter, intensiver Track, in dem Ryo Murakami behäbig brummende Bässe auf Stimmfragmente verschiedener Personen in unterschiedlichen Situationen - Gespräch, Gelächter - sowie harte Kickdrums und kurze Snare Claps auf Akkorde einer ruhigen Klavierbegleitung und rauschende Synthesizerwellen treffen lässt. "Depths" ist auf ein hypnotisch wirkendes Beatgerüst heruntergestrippt, das strukturell gegliedert wird durch Zeitschlag-gleiche Synthesizer-Pads. Wer die Hochzeit stark heruntergepitchter Vocals als "voll 2009" bezeichnet, eindrücklich persifliert durch DJ Kozes Dr. Fuck auf Circus Company, wird hier noch einmal mit voller Wucht in den Sprachsample-Abyss getaucht und bekommt dort erklärt, was die unter der "basic foundation of a track" zu verstehen ist. Ya know?! Für den Remix von "Lunch Of God" zeichnet der im vorigen Absatz bereits erwähnte Scott Ferguson verantwortlich. Und wieder einmal wusste er, seine musikalische Vision von House konsequent in ein überragendes Ergebnis umzusetzen, bei dem der unverfälschte Soul - kompromisslos, kräftig und melodisch zugleich - von Anfang an mitschwingt. Gestreckt in seiner zeitlichen Ausdehnung - über 11 Minuten - ist Geduld angesagt und angebracht, denn irgendwann schlägt Scott Ferguson eine ungekannte, unerwartete Richtung ein und lässt "Lunch Of God" in eine feinfühlig arrangierte, zart groovende Soul-Ballade übergehen - zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt gespielt, vermag dieser (Hidden)Track mit Sicherheit, tiefe Gefühlsregungen auszulösen.


English (short) version: Quintessentials, one of my most favourite labels right now, signed two new artists - Ryo Murakami and, for remixing duties, Scott Ferguson. The Japanese producer, who already convinced me with jams on Dessous or Morris Audio City Sport, delivered two tracks with a rough and tough beat structure, stripped down to raw and teasing with some melody parts and vocals snippets. Scott Ferguson is taking "Lunch Of God", the title track, into another whole deep direction - emphasizing the difference between soul and soul. Ya know?!


Mehr im Web:

Ryo Murakami @ MySpace
Quintessentials @ MySpace
Scott Ferguson @ MySpace

Scott Ferguson - Keep It Deep Guest Mix

Scott Ferguson - bedarf es da noch weiterer einführender Worte von meiner Seite? Ich denke nicht, bekommt ihr doch genauso glänzende Augen wie ich, wenn die Stichworte Detroit, Ferrispark Recordings und der Name Scott Ferguson fallen. Deswegen sei an dieser Stelle auch umgehend ihm das Wort überlassen:


1. Dear Scott, you published and released an artist album via the music blog Infinite State Machine last Christmas - available for free download. What induced you to do that?

I thought giving it away as a gift would be nice to do, especially so my friends and supporters could have easy access to it. After all I really make music because I enjoy it and so that hopefully others will find joy in it as well.


2. Did you ever consider to promote and distribute your music this way?

I think the whole download thing is a great way to give away music. I haven't really got that involved in selling my music digitally, really only on Juno Download. (name drop, BAM!)


3. What were people's reactions on your artist album?

Hopefully good. ;-)


4. What is the concept behind "For All Days, My Blood, My Brothers"? As we take a short glance at the tracklist, we can see a dedication and tribute to many artists...

Each track is dedicated to one of my friends (male; hence 'brothers') who have heavily supported myself and my music. The track that I dedicated to them should hopefully say something about their personality and/or our relationship. Its really an album that is dedicated to their kindness.


5. There's always a face behind an artwork. So let's talk a little bit about yourself. What is your musical background?

I don't have much of a musical background, I can play the drums some, deejay halfway decent, and have a good enough ear to produce some very minimal music. Mainly I just dig music that makes me feel united with other humans or like sitting in a dingy dive bar drinking Scotch.


6. When and what was your initial spark in respect of house music?

Starting in 1994 I attended some raves in Detroit and across the border in Canada but it wasn't until I witnessed Kenny Dixon Jr. & Theo Parrish play at a Hot Box Party that I really became fixated. Then I found out about a shitload more of Detroit, Chicago, and New York house producers. 99.9% of my house & techno record collection comes from these 3 cities. The other .1% is on F Comm. ;-)


7. How much time passed until you got your first turntables and spun your first records?

I started buying records in 1995, the same year I saw KDJ & Theo and by 1996 I had purchased 2 Technic 1210's and a small Gemini DJ Mixer.


8. You also produce your own music and your records are - let me say it like this - characterized by high emotional content. What were and what are your most important influences?

Black Americans. For me almost all of the music I listen to would not exist if not for Black Americans.


9. Your releases mostly come out on your own imprint, Ferrispark Records. What did you push to found your own label?

I'll sum it up fast...

saw KDJ & Theo
bought records
bought turntables
left Michigan for 1.5 years to work 3 jobs, save money, buy records, practice deejaying, buy ASR-10, learn ASR-10.
returned to Detroit (actually Highland Park)
founded Ferrispark
completed 3 tracks
pressed at Archer
found distribution
kept on making records


10. How difficult, or how easy is it to stand your ground?

For me rather easy because I'm just going to keep doing what I do. I think if you listen to my first record or my last record you'll hear its still really the same thing. Me expressing how I feel in the universal language of music. HOLLAH!


11. What are your future plans?

God only knows playah, I just take it one day at a time. SOLID!


Hier nun der Mix (mit Hinweis von Scott Ferguson: "mixed February 2nd 2010 by S. Ferguson @ home on 2 x Technic 1210 TT, Vestax PMC25 Mixer, and 12" vinyl records..."):

Scott Ferguson - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep


Die Tracklist:

01. Revolution (Main Mix) - Scott Ferguson - Ferrispark Records (2009/10)
02. God's Promise (Original Mix) - Black Jazz Consortium - Soul People Music (2009)
03. Believe - Black Jazz Consortium - Soul People Music (2009)
04. I Won't Lay Back (Instrumental) - Rick Poppa Howard - Hour House Is Your Rush (2010)
05. Can Your Love Find Its Way (Instrumental) - Rick Poppa Howard - Beautiful Granville (2009)
06. In The Light - Marvin Belton - Ferrispark Records (2009/10)
07. I'm The Baddest Bitch (Bassino Dub) - Norma Jean Bell - F Comm (1996)
08. CPT Time feat. Jus-Ed - Nina Kraviz - Underground Quality (2009)
09. Oasis #1 - Omar S & Shadow Ray- Oasis/FXHE (2004)
10. Erase The Pain - Marcellus Pittman - Fit (2009/10)

Marvin Belton - The Letter EP

Endlich wieder einmal eine 12" als Thema. Wurde auch höchste Zeit! Habe ich an dieser Stelle den Tod von Soulful House mindestens genauso oft beklagt wie gleichzeitig seine Auferstehung, Neu- oder Wiedergeburt gefeiert, kann und darf ich (rückblickend und vorerst) zu dem Schluss kommen: auf der Strecke geblieben sind in Sachen Soulful House vornehmlich bekannte Namen, mit denen man einen ganz bestimmten Sound verbindet. Haben diese Produzenten in den 90ern und zu Beginn des neuen Jahrtausends wahrhaft Grosses geleistet, Platten von bleibendem, zeitüberdauerndem Wert veröffentlicht, enttäuschen sie (mittlerweile) nur noch und gehen ihm Selbstzitat ihres Ruhmes, ihrer Werke unter.

Den Soul, den Charakter, findet man abseits der grossen, längst breitgetretener Pfade. Es sind Label wie beispielsweise Ferrispark Recordings, die den Nährboden bieten für Platten, deren Musik ein sehr eigenwilliges und eigenständiges, dafür umso eindrücklicheres Bild von "Soulful House" zeichnet. Und genau auf diesem, Ferrispark Recordings, erschien vor nicht allzu langer Zeit "The Letter EP" von Marvin Belton (und Scott Ferguson, als Produzent im Hintergrund).

"Bleed To Be Free" war 2002 seine Aufsehen erregende Debüt-12". Damals erfuhren dieser Künstler und sein Werk jedoch nicht die Beachtung, die man ihm eigentlich zukommen lassen müsste (und muss), denn "Bleed To Be Free" ist eine einfache, melancholische, fast schon zu Tränen rührende House-Ballade.

Nicht weniger huldigt Marvin Belton diesem romantischen Moment in der House-Musik auch in seinem jüngsten Werk, der "The Letter EP". "Any Day Now (Elektro Mix)" tritt ein reiches Assoziationserbe an, denn dieser Titel ruft unweigerlich Erinnerungen wach an Burt Bacharachs gleichnamigen Song "Any Day Now".

Anyway. Marvin Belton besticht hier mit seinen minimalistischen Drumpattern, deren analoger Kickdrum-Sound deutlich erkennbar die Handschrift Scott Fergusons trägt. Die Kicks übernehmen unmittelbar eine Schrittmacherfunktion und gewinnen die Herrschaftsmacht über den Herzschlag (genauso exakt ist im übrigen auch die metronomische Periodizität bei Burt Bacharachs Song). Im starken Kontrast dazu die weichgezeichnete Stimme Marvin Beltons, die auf vertraute Weise nachdenklich, fast schwermütig und schwebend leicht zugleich sich über das Beatkonstrukt legt. Ist bereits "Any Day Now (Elektro Mix)" die 12" wert, ist "The Light" mehr als nur eine blosse Zugabe. Ob frühe 90er-Jahre, hier und jetzt oder in einem Jahrzehnt, "The Light" ist einer dieser Songs, die mich innehalten, aufhorchen und die Frage aufwerfen lassen, wer diesen Track wann produziert hat. Kantiger Soul, schroffer Funk, und eine tief empfundene Herzlichkeit ausstrahlend. Keep-It-Deep likes this!


English (short) version: Keep-It-Deep likes Scott Ferguson, Ferrispark Recordings and Marvin Belton. This is not only a senseless phrase as I always was and still am an admirer of Scott Fergusons precisely timed, raw hearbeat like analogue beats accompanied either by weet-as-candy floss vocals or smooth-as-silk synth pads. On "The Letter EP" you'll find Marvin Belton on singing duties with his softly-dramatic, honey-warm voice. Soulful house is dead? Long live soulful house!


Mehr im Web:

Marvin Belton @ MySpace
Scott Ferguson @ MySpace
Ferrispark @ MySpace
Ferrispark Recordings

Anzuhören unter:

FPR027 The Letter EP by ferrispark

Mixed up monday (6)

Was war denn heute mit der Blogger-Software los? Während einer guten Stunde konnte ich mich nicht zu meinem Blog-Account anmelden, und Facebook, meine liebste Zeitvernichtungsmatrix, zickte rum. Kaum eingeloggt, wurde mein Rechner immer langsamer, der Seitenaufbau vollzog sich über Minuten hinweg, der Chat setzte phasenweise aus, und das Versenden von Nachrichten war reine Glücks- und somit auch Nervensache. Meist sind es diese Augenblicke, in denen ich den festen Entschluss fasse, mich endgültig aus sozialen Netzwerkplattformen dieser Art zurückzuziehen und mich wieder auf Festnetz, Mobilfunk, E- und Snail Mail als Kommunikationsmittel zu beschränken. Und das, obwohl ich erst vor kurzen eine eigene Fan-Seite dort eingerichtet habe.

Nach diesem schamlosen Selbstfeature noch ein kleiner Rückblick auf das vergangene Wochenende. Auf dem Programm stand ja die hier gesondert angekündigte Resident Night der Somebody Scream-Veranstaltungsreihe im Drifter's, an den Decks die Freiburger Shaddy, Agent Schwiech und Kowski. Da ich ein grosser Liebhaber der die Nacht musikalisch einleitenden Stunden bin, war ich auch schon sehr früh vor Ort, kaum dass der Club seine Tür geöffnet hatte. Hat sich definitiv gelohnt, "Blame" von John Roberts, den Willie Hutch-Klassiker "Brothers Gonna Work It Out" im Remix von The Revenge, und eine weitere Vielzahl 12" zwischen (Deep) House und Disco (Edits) kamen auf die Plattenteller, pure bliss!

Ebenfalls einen Abstecher Wert war Stunden zuvor "The Soul Of Nora" im Jos Fritz Café. Neugierde und der unstillbare Durst nach guter Musik führten mich dorthin, denn u.a. war die Hamburgerin Marga Glanz vom dortigen Plattenladen Groove City für ein Showcase vorgesehen. Ob sie auch schon zu der frühen Stunde, zu der ich dort aufkreuzte, an den Decks stand, entzieht sich leider meiner Kenntnis - ich wusste und weiss auch jetzt noch nicht, wie Marga Glanz aussieht - doch musikalisch haben mich die gut eineinhalb Stunden in diesem schlauchartig langgestreckten Lokal sehr bewegt. Gespielt wurde eine feine Auswahl Soul und Funk der Sechziger und Siebziger Jahre, aufgelockert durch Yacht-, Surf- oder Folk Rockplatten aus derselben Zeit.


Deswegen führt auch mein erster Mix nicht in housige Gefilde, sondern zur Aufzeichnung des Sets von Kon im Rahmen der Basler - nun ja - Veranstaltung livingroom.fm. Als die Crate Digger Kon & Amir dort ihren Auftritt hatten, war ich ebenfalls anwesend. Doch nachdem die beiden New Yorker auch nach dreieinhalb Stunden noch immer keine Platte abgespielt hatten, machte ich mich enttäuscht vom Acker. Da Donnerstag und doch hin und wieder in gesellschaftlichen, beruflichen und universitären Verpflichtungen stehend, konnte ich es mir nicht erlauben, länger zu bleiben.

Langer Rede kurzer Sinn: Kon hat sein Set aufgezeichnet und auf (seinem) Blog Playin 4 Keeps zum Download zur Verfügung gestellt. Eine aufmerksame Geste, da die livingroom.fm-Macher seit Wochen ihren Soundcloud-Account nicht aktualisiert haben und dieses einzigartige Set aus Soul, Funk und Disco Boogie nicht zum Download, auch nicht zum anhören und nachvollziehen zur Verfügung gestellt haben. Das Set gibt's hier. Viel Spass!


Auch der zweite Mix, den ich jedem ans Herz legen möchte, ist kein auf House oder Techno basierender. Er wurde eingespielt und aufgezeichnet von Mr. Ferrispark, Scott Ferguson für Infinitestatemachine.com und beinhaltet ausgewählte Stücke von Mos Def, Talib Kweli, Common & Co. Here you go.


Jetzt wird's elektronisch, doch nicht minder mit viel rauhem Soul. Fred P a.k.a. Black Jazz Consortium hat für den englischsprachigen "Wunderkind"-Blog einen exklusiven Podcast eingespielt sowie ein paar Fragen zu seiner Person und zu seiner Musik beantwortet. Viel eigenes Material und das von den befreundeten DJ Jus-Ed und DJ Qu, fein. Check it out.


Soundcloud-Musikenzyklopädist und User mit den vermutlich meisten Jüngern Followern Rico Passerini (who's dat guy?!) hat in der vergangenen Woche wieder Unmengen an Sets zur Verfügung gestellt, von denen ich drei als Must Listen To erachte.

Zum einen Tama Sumo @ Pacotek (Tel Aviv / Jerusalem):

Tama Sumo Live @ Pacotek, Tel-Aviv, Jerusalem - 15-05-2009 by R_co

Zum anderen Manuel Tur @ Very Nice (Podgorica):

Manuel Tur Live @ Very Nice Podgorica, Montenegro - 05-02-2010 by R_co

Und schliesslich Akufen live @ Fuse In Detroit (Underground Stage):

Akufen Live @ Fuse-in Detroit, Underground Stage - 28-05-2005 by R_co


Zum Schluss noch ein Hinweis auf einen Mix des Tübinger DJs Mirano, der in seinem Mix Tracks von Smallpeople, Black Jazz Consortium, John Daly und vielen anderen mehr verarbeitet:

Mirano - "Lose myself" (Music for your soul) by Mirano


Das war's dann auch für diese Woche. Über hinweise auf andere Mixe bin ich jedem einzelnen sehr dankbar. Morgen geht's an dieser Stelle - definitiv - weiter mit der neuen Smallville, Mild Pitch, Mirau und Mule. Gute Nacht!


English (short) version: A new week, many new mixes to give a listen to. Starting off with no-house-no-techno mixes by Kon, live at livingroom.fm in Basel / Switzerland (which was - due to the host - one of the most boring and wretched nights in the last three or four years, and therefore I'm thankful and grateful that Kon recorded his set) and Scott Ferguson who did an excellent Rap / Hip Hop mix for infinitestatemachine.com. The rest is just house, some techno and disco - as usual, coming from jocks like Fred P a.k.a. Black Jazz Consortium, Manuel Tur, Tama Sumo and a guy hailing from Tübingen, a cosy university town close to Germanys motor city Stuttgart. Good nite!

Scott Ferguson - Evolution Of A Revolutionary

Eigentlich genügt der Name des Produzenten, um den sprichwörtlichen Glanz in die Augen zu zaubern. Denn es steht ausser Frage, dass Scott Ferguson, der eigenwillige, traditionsbewusste und kreative Produzent und Gründer von Ferrispark Records zu den wenigen Qualitätsgaranten des abgelaufenen Jahrzehnts zählt, einmal im Hinblick auf seine eigene Klangware, einmal in Bezug auf seine A & R-Arbeit - man denke nur an "Bleed To Be Free" von Marvin Belton.

2009 erfreute er (nicht nur) mich mit zwei 12" - einmal "Warehouse Dream" auf Ferrispark Records sowie "Chord Pushing" auf Kinda Soul Recordings; erdiger, rauer und ungeschliffener House mit einer dennoch sehr zarten Seele. Ach ja, da war doch noch etwas. Am Morgen des 25. Dezembers 2009 veröffentlichten die Macher von Infinitestatemachine sein exklusives Album "For All Days, My Blood, My Brothers", das auf ihrer Seite (immer noch) frei erhältlich ist (feel free to check: Scott Ferguson @ Infinitestatemachine).

Kaum hat das neue Jahr begonnen, gelingt es Scott Ferguson erneut, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wiederum auf Ferrispark Records erscheint sein neuestes Kind, die "Evolution Of A Revolutionary EP" mit drei Tracks, in denen Mr. Ferrispark seinem dreckigen, ungeschliffenen Soul-Charakter - Gott sei Dank - treu geblieben ist.

"Revolution (Main Mix)" windet sich zwischen Aggression und Elegie. Ersteres, weil Scott Ferguson nicht davor zurückschreckt, hier einen Ausschnitt aus einer Rede von Malcolm x und damit ein absolut plakatives Element zu verwenden; es gewinnt die Aufmerksamkeit des Hörers von der ersten Sekunde an, erfüllt also seinen Zweck. Aus diesen wenigen Worten spricht die ganze Verachtung gegenüber dem US-amerikanischen gesellschaftlichen und politischen Systems der 60er Jahre, stachelt zu Auflehnung und Widerspruch an. Das elegische Moment erhält dieser Track, weil Scott Ferguson hier ein Händchen für einprägsame Melodien beweist und er ein im Duktus inniges und klagendes Saxophon als Instrumental den harten Kickdrums beifügt. Sehr schön anzuhören unter:

A1 Revolution [Main Mix] by ferrispark

Ohne diesen langen Spannungbogen, ohne Intro und Rede-Fragmente kommt "Revolution (Dub)" aus. Hier steigt Scott Ferguson unmittelbar ins Thema ein:

B1 Revolution [Dub] by ferrispark

Bleibt schliesslich noch "Evolution Of A Revolutionary" auf der B-Seite. Hier erfreut uns Scott Ferguson mit einm balladesk gefühlvoller Track, an dessen Aussagegehalt, "It's like I'm fighting for freedom", er langsam heranführt. Zäh wie Lava treiben knackige Kick- / Bassdrum-Sounds voran, begleitet einmal von homophonen, ein anderes mal von arpeggierten Synthesizer-Akkorden, die jedem Klangraum, strukturiert durch die Breakdowns, seine eigene Melodie, sein eigenes Leitmotiv verleihen. Grande!

B2 Evolution Of A Revolutionary by ferrispark


English (short) version: as if the free-release of Scott Fergusons recent artist album "For All Days, My Blood, My Brothers" (available at the outstanding music blog Infinitestatemachine) and two 12" with raw funk-driven house tunes weren't enough. This guy has become a prolific producer and studio engineer for the last couple of months whose quality did not degrade. Therefore I highly recommend you to check out his recent musical artwork on Ferrispark Recordings, "Evolution Of A Revolutionary". On this 12", Scott Ferguson is carving out an agressive, somber and elegiac atmosphere due to the use of a vocal snippet taken from a Malcolm X speech, a warm saxophone melody and some analogue, raw and punchy kickdrums. Killer!


Mehr im Web:

Bereits im Text oben sind derart viele Verlinkungen, so dass sich eine gesonderte Auflistung erübrigt.