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Mixed up monday (57)

The White House Vinyl Room - Nixon started it. Obama inheritied it. http://musicfilter.tumblr.com/post/191469211/nixon-started-it-obama-inheritied-it-the-white
Heute, Montag, der 21. März 2011, ist Frühlingsanfang. Zu diesem Anlass sollte man etwas Besonderes schreiben; etwas, das den Leser berührt und bleibenden Bestand hat. Doch je länger ich darüber nachdenke, was ich mir zum Anliegen und Thema mache, desto bedeutungsleerer erscheinen mir die Worte. Daher lasst uns ganz schnell zur Musik wechseln.


Kick-off in den heutigen Abend macht in New York lebende Brennan Green. Die de:bug bezeichnet ihn als Disco-Eklektiker, die TAZ huldigt ihm in einem Portrait als musikalischem Freigeist und Vertreter des Beardo House. Vor nahezu vierzehn Tagen war er in Zürich und hat bei Dosci zusammen mit Lexx gespielt. Wer - wie ich - nicht dabei sein konnte, wird sich bestimmt über den folgenden Mix freuen: eine Aufzeichnung aus dem Londoner Club Bar A Bar:

Brennan Green - Toyama Set by BABradio


Eingefleischten und neuen Brennan Green-Fans sei an dieser Stelle auch sein Podcast auf XLR8R empfohlen.


Eklektisch - das Wort hat ob seines Vielgebrauchs jeglichen Gehalt verloren, steht aber alternativlos da, um unermesslichen musikalischen Stilreichtum, Vielseitigkeit und eine Offengeistigkeit, die für wenigstens drei Weekender-Festivals ausreichen würde, zusammenzufassen. Sollte man jedoch nicht überstrapazieren, diesen Begriff, da er je nach Ästhetik-/Kunstbegriff deutlich negativ konnotiert ist. Mit Sicherheit sehr ausgewählt und einen aufgeschlossenen Geist verlangend ist der folgende Mix, gefunden auf Plaid Music. Es ist ein Tribute Mix für Japan. Support:


Plaid Music: A Japanese Dream


Ein weiteres Mal hat Aera mich mit einem neuen Podcast verzaubert. Ausgewählte Sounds zwischen House, Techno, Dubtechno, Dubstep und so. Für das kleine Label Doumen Records. Big up!

Doumen Podcast 01 - AERA x DOUMEN by DOUMEN


Etwas kräftiger halten die DJs der folgenden Mixtapes die House- und Techno-Fahne hoch. Zum einen haben wir Dennis Kahnn. Er hat vergangene Woche für die Veranstaltungsreihe Instinct Raw in Paderborn einen Podcast zu Promo-Zwecken aufgenommen, mit dem ich mich 100% identifizieren kann. Recommended!

Kahnn exclusive for Instinct Raw by instinct.raw


Ebenfalls abheben kann ich zu dem neuesten Tape von KRL. Ebenfalls ein Promo-Tape für die Londoner Eventreihe Flux. Keep it slow ist auch hier das Motto:

Flux Guest Mix (March 2011) by KRL (Wolf Music)


Tief entspannt geht auch das Chicagoer Trio Damon Lamar, Specter und Chicagodeep das Auflegen an. Dieses Mal noch Sol Son mit an Bord. Fast acht Stunden insgesamt der Mitschnitt. Ein Oevre. "À la recherche du temps perdu". Mindestens!

Tetrode Sessions Damon Lamar,Specter,Chgodeep,Solson live 3-19-11 1 of 3 by chicagodeep


Tetrode Sessions - Damon Lamar, Specter, Chicagodeep, Sol Son - Part 2
Tetrode Sessions - Damon Lamar, Specter, Chicagodeep, Sol Son - Part 3


Frankfurt / Offenbach ist nicht nur Robert Johnson. Das vergessen Aussenstehende, Nicht-Insider wie ich gerne einmal. Man möge es mir Nachsehen. Umso mehr Aufmerksamkeit verdienen daher die folgenden beiden Mitschnitte. Sie stammen von der Clubnacht S T A Y, auf der regelmässig Max Vaahs, Benjamin Tritschler und Manuel Schatz an den Reglern stehen. Letzterer war ja vor langer, langer Zeit hier einmal als Guest Mixer am Start. Nahezu vor Jahr und Tag. Anyway. Letzten Freitag haben sich die S T A Y-Macher Vera und Jan Krueger eingeladen. Von Deep bis Dub, und stets 'nen trocken funkigen Grundton wahrend. Check:

Max Vaahs & Manuel Schatz:

Max Vaahs & Manuel Schatz @ STAY 18.3.2011 by Max Vaahs


Vera & Jan Krueger:

Jan Krueger + Vera b2b @ STAY, Frankfurt 18.03.11 by veragoesdeep


Top Mix auch wieder einmal von Moodytraxx, den wahrscheinlich jeder Liebhaber guter, ehrlicher House- und Techno-Musik von seinem Youtube-Kanal her kennt.

moodytraxx_d.d._märz_2011 by moodytraxx


Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf Hybrid Life und seine Podcast-Reihe. Nach DJs wie Keith Worthy, Maayan Nidam oder Deetron wurde der Ire John Daly mit der Aufgabe betraut, die nächste Folge abzumischen. Mit dem Download sollte man sich beeilen, hochgeladen ist der Mix auf einem nichtbesternten Soundcloud-Account:

HYBRIDLIFE PODCAST 14 - JOHN DALY by hlpodcast


Abschliessend noch der Hinweis auf den Essential Mix vom vergangenen Wochenende. Für ihn verantwortlich ist Dimitri From Paris. Insbesondere den Disco-Heads wird dabei das Wasser im Munde zusammenlaufen: BBC - Radio 1 - Essential Mix - Dimitri From Paris oder auf Soundcloud, einschliesslich Tracklist:

Dimitri From Paris - BBC Radio 1 Essential Mix - 19.03.2011 by djmixes


In höchstem Masse NERVIG sind jedoch die bescheuerten "Essential Mix"- und alle übrigen Jingles, die den Mix von der ersten bis zur letzten Minute durchziehen. Das trübt den Hörgenuss ungemein. Am Anfang oder Ende eines Podcasts ist diese Urheber-Kennzeichnung ja noch zu verstehen. Als DJ oder auch als Produzent eines Tracks würde ich es mir jedoch verbieten, dass mein Kunstwerk durch die inflationäre Verwendung solcher Jingles verunstaltet würde. Genug geschrieben. Ich mach' mich mal auf und davon ins Waldsee, Agent Schwiech is spinning some records!


English (short) version: today's the beginning of spring in the northern hemisphere. Therefore our mix selection is wonderfully relaxed, blessed with sun-drenched and friendly house, disco and techno chosen by Vera, Jan Krueger, Chicagodeep, Specter, Damon Lamar, Brennan Green, John Daly, and many others. Enjoy!!! [P.S. the "essential mix"-jingles that draw through the mix suck pricks!]

Mixed up... (53)

http://changethevoicesinyourhead.tumblr.com/post/3376551072
Fahrt aufnehmen habe ich vergangenen Mittwoch versprochen, und nun liegen schon wieder vier Tage zwischen den Blogeinträgen - den gestrigen Kurzeintrag einmal nicht mit eingerechnet. Das wird sich hoffentlich bald wieder ändern. Zeitmanagement und so.

Die Mixrundschau beginnen möchte ich mit einer Ausgabe von Tim Sweeneys Radiosendung Beats In Space. Zu Gast in der vergangenen Woche war Matthew Dear. Der US-amerikanische DJ und Produzent, Mitgründer der Label Ghostly International und Spectral Sound, ist ja dafür bekannt, seine Künstlerpersönlichkeit gerne in einzelne Spektralfarben zu zerlegen. So trat und tritt er auch als Audion, False oder Jabberjaw in Erscheinung. Sich selbst und bis auf Jabberjaw jedes ´dieser Pseudonyme hat er mit wenigstens einem Künstleralbum verewigt, zuletzt erschien "Black City im vergangenen Jahr, auf Ghostly International. A must listen!

Beats In Space Radio Show #560 - Matthew Dear - Part 1
Beats In Space Radio Show #560 - Matthew Dear - Part 2


Für Digger und Kuriositätensammler hält das Blog 20 Jazz Funk Greats eine Lehrstunde in Sachen nonkonformer Krautmusik bereit. Eingespielt hat diesen Podcast ein DJ aus dem Umfeld des Labels Dissident, das für seine stilistische Vielseitigkeit und Unangepasstheit bekannt ist. Tip!!

Kruton - Indie Splice Mix - 20 Jazz Funk Greats Podcast


Etwas bekanntere Sounds zum Wiederentdecken gibt es in einen Podcast auf Allez-Allez. Eamon Harkin, Mitorganisator einer namentlich sehr bekannten New Yorker Clubveranstaltung und sein Veranstalter- und DJ-Partner Justin Carter treten seit kurzem unter dem Pseudonym Mister Saturday Night auf. Hört sich für mich zwar ein wenig nach Travolta-artig käsigem Disco an, doch mit Tracks von Gunnar Wendel im Omar-S Remix, Steffi, Tyree Cooper oder Nitzer Ebb sind die beiden New Yorker davon weit entfernt. Thank God.

Mr. Saturday Night - Allez-Allez Mix


Der folgende Mix ist bald schon einen ganzen Monat alt. Hoffentlich verübelt mir niemand diesen verspäteten Hinweis darauf. Zu finden ist er bei den Liverpooler Jungs von Cosmic Boogie. Zusammengestellt hat das Arrangement Chris Barker, seines Zeichens Teilzeit-Dirigent und Vollzeit-Musiker des Deep Space Orchestra, das hier auch schon einmal zu Gast war. The Blackbyrds und Dayton treffen auf Langenberg im Manuel Tur Remix und Dâm-Funk. Top notch!

Liverpool Disco Mixes - Chris Barker @ Cosmic Boogie


Wer das Blog, vor allem die (montäglichen) Einträge bis dato aufmerksam verfolgt, weiss, dass Disco Outcasts Disco Outcasts - Serendipity by discooutcasts


Auch bei Testpressing hat sich in der Zeit meiner Blogger-Abwesenheit einiges getan. So hat beispielsweise Pete Wiggs von Saint Etienne - ja, genau, "Only Love Can Break Your Heart" heisst der Überhit - einen Mix für das Blog beigesteuert. Auch Max Essa geht steil auf Testpressing und teilt darüber einen Mitschnitt eines Sets.

Pete Wiggs - Mix @ Testpressing

Max Essa - Live At Jardin Studios Japan - Mix @ Testpressing


Für den folgenden Podcast verantwortlich zeichnet Levon Vincent. Im Hinblick auf seinen Auftritt im Londoner Club Fabric hat er einen Promo-Mix eingespielt und ein paar Fragen beantwortet (Levon Vincent - Novel Sound Promoganda Mix & Interview @ Fabric Blog). Gefällt!

Levon Vincent - NOVEL SOUND PROMOGANDA! Volume 1 - February 2011 by R_co


Nach Rødhåd zu Beginn des Monats war es in der letzten Woche das DJ- und Produzenten-Duo Goldwill, das zu Gast auf dem französischen Blog Input Selector. Mit im Gepräck ein eleganter Podcast, der in der heutigen Aufzählung nicht fehlen darf!

IS 082 - Goldwill [Liebe*Detail, Dessous Recordings] by Input Selector


Isodisco ist eine Veranstaltungsreihe in der nordirischen Stadt Belfast, die sich musikalisch an Disco und House orientiert. Das gleichnamige und zu der Veranstaltung gehörende Blog wird regelmässig gewartet und aufgefrischt. Letzter Eintrag? Zum einen der Hinweis auf die bevorstehende Clubnacht mit Eddie C - und für uns viel interessanter: das Mixtape des Kanadiers, das seinen Auftritt bewirbt. Worth to check!

isodisco mix #05: Eddie C by isodisco


Auf Coyote Howl gibt's einen Podcast von José Padilla. Für die Balearic-Liebhaber unter uns.

José Padilla - Balearic Mix @ Coyote Howl


Zum Abschluss noch folgender Hinweis: Moodini, einer der allerersten Guest Mixer auf keep-it-deep, legt eine weitere Ausgabe seiner Mix-Reihe "Snoozlroom Selections" auf. Krönender Abschluss der heutigen Rundschau.

Snoozlroom Selection V - Slower Emotion by moodinionthewheelz


English (short) version: we're late with our little overview featuring tons of house and disco flavoured mixes by artists like Goldwill, Levon Vincent, Max Essa or Eddie C. Enjoy!

Lost Tracks (1)

http27.media.tumblr.comtumblr_lcqpojaUA81qczi0eo1_500.jpg
Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Dies gibt Anlass, einmal innezuhalten, den Blick über Vergangenes, über Erinnerungen schweifen zu lassen. Für dieses Blog bedeutet das, in ein paar kurzen Worten auf Tracks und ganze EPs hinzuweisen, die zwar nicht tatsächlich untergegangen, die ganz bestimmt nicht zu wenig Aufmerksamkeit erfahren haben, die jedoch noch keine Berücksichtigung auf keep-it-deep erfahren haben. Zehn, fünfzehn an der Zahl, aufgeteilt in drei Rationen. We'll see.


1. Lawrence - Dwelling On The Dunes - Laid Records. Peter Kersten a.k.a. Sten a.k.a. Lawrence hat im Spätsommer diesen Jahres sein Debüt auf dem von ihm mitrealisierten Dial-Sublabel Laid gegeben. "Dwelling On The Dunes" ist eine EP, deren warmer Groove zwei Bilder in mir aufsteigen lässt. Zum einen ein Sonnenaufgang über der herbstlich-nebelverhangenen Hügellandschaft des Piemont; die frühmorgendlich gestreuten Sonnenstrahlen lassen das rotgefärbte Weinlaub noch stärker leuchten. Zum anderen spricht aus den beiden Tracks eine Klarheit und Reinheit, wie man sie an einem Wintermorgen nach nächtlichem Schneefall erfährt. Diese Bilder decken sich zwar nicht mit dem Titel, doch rollen die Tracks von Lawrence so unendlich relaxt dahin, feiert der Hamburger DJ und Produzent damit eine Leichtigkeit des Daseins, dass man selbst ganz entspannt, zurückgelehnt und unhektisch wird. Tip!




2. Akabu - Searchin' (Motor City Drum Ensemble Remix) - Z Records. Der Brite Dave Lee oder vielmehr Joey Negro hat in diesem Jahr unter seinem Akabu-Künstlernamen auf seinem eigenen Label Z Records ein Album mit dem Titel "The Phuture Aint What It Used To Be". Wer sich diesbezüglich einen akustischen Überblick verschaffen möchte, kann einmal auf Mixcloud vorbeischauen, und reinhören. Im Zuge dieses Projektes sind im Vorfeld einige 12" mit Tracks dieses Albums und Remixes erschienen, die mich jedoch nicht sonderlich angesprochen haben. Mit einer Ausnahme. "You Want It All" beinhaltet einen Remix des Stuttgarters und nun Wahl-Kölners Danilo Plessow alias Motor City Drum Ensemble. Pünktlich auf den Sommer 2010 hin liefert er mit seiner Überarbeitung ein Werk ab, das hell strahlt und eine spritzige Frische vermittelt. Durchzogen von einer leichtherzigen und lebensfrohen Chi-Town-Note - MCDE setzt die Akzente auf prägnante Claps und Pianoakkorde - hat man das Empfinden, als ob sich die Prescription Possee, bekannt für auch quirlig pumpenden, explosiven House, mit Larry Heard'scher Melancholie und Insichgekehrtheit versehen hat. KILLER!

Akabu - Searchin' (Motor City Drum Ensemble Remix) @ Soundcloud


3. Jozif - Chicago - Wolf + Lamb. Erst in dieser Woche kam der in London ansässige DJ und Produzent Jozif Goodman alias Jozif auf Resident Advisor zu grosser Ehre. Im gebührte das Vorrecht, einen Mix für die dortige Podcastreihe einzuspielen. Im Frühjahr 2010 gab es für ihn dort bereits einmal vier von fünf möglichen Punkten in Zusammenhang mit seiner zu diesem Zeitpunkt hoch im Kurs stehenden 12" auf dem New Yorker Label Wolf + Lamb. "Chicago" ist aber auch eine wundervolle EP, die an Rhythmus, Melodie, Harmonie und Dynamik nichts vermissen lässt. Aber auch gar nichts!




4. Aera - Continental Drift EP - Aleph Music. Ich greife ein wenig voraus: Aera wird in diesem Kurzüberblick zwei Mal vertreten sein. Zum einen mit dieser EP, "Continental Drift", zum anderen mit seinem Erstlingswerk auf dem hauseigenen Label Aleph Music, "Infinite Space". Sein Kreativgeist ist eine wahre Bereicherung für die elektronische Clubmusik, der gerne nachgesagt wird, dem schon seit Jahren wild grassierenden Virus des Neunziger Jahre-Nostalgismus immer wieder erneut zu erliegen. Aeras Musik hingegen scheint ein leichtfüssig mäandrierender Strom zu sein, der gespiesen wird aus den Quellen House, Disco, Techno und Dubstep und über deren Traditionen er mit einem Augenzwinkern hinwegtänzelt. Mit "Daidalus" beispielsweise kann er die ganze britische Insel, beziehungsweise den Londoner Untergrund, das Fürchten lehren. Mind = Blow!




5. SCB - 20_4 / 3_5 - SCB. Bleibt zum Schluss noch Paul Rose alias Scuba alias SCB. Er machte sich auf, Berlin und Dubstep zu erobern, und dort eroberten die tieffrequenten Techno-Klänge sein Herz (Check: Scuba @ Intruders TV). Die Vermählung der beiden Genre, Techno und Dubstep, war ganz besonders in diesem Jahr ein grosses Thema, und mit der ersten 12" unter seinem SCB-Nickname hat Paul Rose eine wahre Blaupause vorgelegt. Shit-hot!




English (short) version: some tracks that definitely aren't lost in the literal meaning, but facing this year's end, I'd love to point at a few sounds whose producers perfectly knew how to touch my soul and to work my body.

Goldwill - Keep It Deep Guest Mix

Freitag ist Guest Mix-Tag auf Keep-It-Deep. Daran ändert sich auch in dieser Woche nichts. Heute begrüsse ich das DJ- und Produzenten-Duo Goldwill aus Berlin beziehungsweise Schwerin. Mit ein paar Fragen (und auch deren Antworten) geht es los - Rede und Antwort stand Ralf alias Aera -, dann folgt der Mix, und nächste Woche geht's hier weiter mit den EPs von Trickski, Session Victim / Quarion und - längst überfällig - Johannes Albert.


1. Hallo Golldwill-Crew. Zum Einstieg folgendes: wie und wo habt ihr musikalisch zueinander gefunden? Von welchem Zeitpunkt an habt ihr beschlossen, gemeinsam Musik zu machen?

Also kennen gelernt haben wir uns bei Wordandsound, wo wir beide damals gearbeitet haben. Henry ist damals immer von Schwerin nach Hamburg gependelt. Als er irgendwann einen Platz zum übernachten brauchte, ist er dann bei mir gelandet. An diesem Abend haben wir unser erstes Stück gemacht. Wenn ich mich recht erinnere war das "Motion Team" welches dann kurze Zeit später auf Musik Gewinnt Freunde herausgekommen ist.


2. Wer beziehungsweise was sind eure grössten musikalischen Einflüsse?

Für mich war der erste und wichtigste musikalische Einfluss auf jeden Fall mein großer Bruder, der mich Anfang der neunziger mit Jungle und Hip Hop in Berührung brachte.

Zur gleichen Zeit fing ich auch an, mir alte Acid und Detroit-Techno Scheiben zu kaufen, die es in einem 2.Hand laden bei uns in der Stadt zu kaufen gab. Leider hab ich die alle irgendwann wieder verkauft, worüber ich mich heute noch ärger. Mein Bruder und ich sind auch ab und zu nach Hamburg zu Container Records gefahren, wo ich dann immer mit großen Augen vor der riesigen Auswahl stand und mir überlegen musste, was ich mir von meinen kleinen Taschengeld leisten konnte.

Weiter geht es dann mit einem kleinen Plattenladen bei uns in der Stadt wo ich herkomme. Frank Martiniq hat da auch mal gearbeitet. Da gab es die ganzen alten Warp Sachen, Ninja Tunes... die ganzen Klassiker halt.

Irgendwann hat dann Till von Sein dann seinen Skateboardladen bei uns in der Stadt aufgemacht. Till kannte ich schon vorher von diversen HipHop Jams bei uns in der Gegend. Durch ihn bin ich mit Mowax, K&D und mit Motorbass und der ganzen Französischen House Kiste in Berührung gekommen. Mit ihm hatte ich dann auch mein erstes Release auf Trenton...wodurch der Kontakt zu Wordandsound hergestellt war. Die sich ja aus Container Records entwickelt haben. So schließt sich der Kreis.


3. Wie würdet ihr euren eigenen Stil beschreiben? Gibt es Vorbilder, an denen ihr euch orientiert?

Also Vorbilder jetzt nicht direkt. Bei mir entwickelt sich alles eher aus einem Spontanen Gefühl, aus dem Bauch heraus. Natürlich kenne ich unheimlich viel Musik, weiß was ich machen muss, um einen bestimmten Sound zu produzieren. Aber ich versuche dann, wenn ich merke, jetzt geht das in eine bestimmte Richtung, eher dagegen zu arbeiten und etwas eigenständiges zu machen. Ohne dabei zu verkopft zu sein und mir selber im Weg im zu stehen. Am besten ist es, wenn alles einfach fließt, ohne viel Nachdenken und großen Masterplan.


4. Wie unterscheidet sich Goldwill von anderen Projekten?

Gewaltig! : D


5. Eure erste (?) gemeinsame EP war "One Bill", erschienen auf WasNotWas. Wie kam es zu dieser Release?

The mighty G.Digger!!! Er hat das Stück gehört und wollte es unbedingt raus bringen, hat dann noch den Sascha Dive Remix klar gemacht, und los ging es! Wobei der Release auf Musik Gewinnt Freunde noch früher da war, August 2008. Das kam über Henry zustande, der schon lange mit den Kollektiv Turmstrasse Jungs befreundet ist.


6. Seither folgten gemeinsame EPs und Tracks auf MusikGewinntFreunde, LiebeDetail oder LowMidHigh. Betreibt ihr jeweils auch ein Solo-Projekt?

Als Aera hatte ich mein erstes Release 2006, zusammen mit Till Von Sein. Seit kurzem habe ich mein eigenes Label, Aleph Music. Die erste 12" wird es Ende April, Anfang Mai geben, kommt dann über Wordandsound. Es wird ein Platz sein für Experimente und Ideen die ich mit keinem anderen Label verwirklichen kann...wobei ich ehrlich gesagt nie der Typ war, der allzu viele Demos verschickt hat. Ich mache meinen Kram lieber selbst, auch wenn es natürlich mehr Arbeit, Geld und Nerven kostet und ein gewisses Risiko beinhaltet. Aber das ist es mir wert! Mein eigenes kleines Baby...


7. Pläne für eure musikalische Zukunft?

Ich hoffe, dieses Jahr viel Live spielen zu können, Panoramabar im März war schon ein guter Anfang. Als Goldwill sind als nächstes VÖs auf Liebe*Detail und Wandering geplant, dem Mojuba Sublabel. Ansonsten wird es endlich wieder Stücke von Till und mir geben, angefangen mit einem Remix den wir für Chopstick & Johnjohn feat. Fritz Kalkbrenner gemacht haben, der kommt am 28.04. Auf Suol. Keep on keepin on!


Hier nun der Mix:
Goldwill - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep



English (short) version: this weeks guest mix was compiled and recorded by Berlin / Schwerin based Duo Goldwill. They stepped into production a couple of years ago, debuting on Musik Gewinnt Freunde following up with releases on liebe*detail, Was Not Was and Einmaleins Musik. They take things further on liebe*detail later on this year, on Wandering / Mojuba, a handful of solo-material, and so on.


Mehr im Web:

Goldwill @ MySpace
Goldwill @ Soundcloud
Aera Aleph @ MySpace
Goldwill Interview & Guest Mix @ House Is A Feeling