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Mixed up monday (42)

http://jodyrogac.com/
Welch unwirtlicher Tag. Niedrig hängende Wolken, Regen, ein Blättermatsch auf den Strassen und ein in die Glieder fahrender Wind. Nur für Pflichtgänge habe ich meine vier Wände verlassen und werde dies in den kommenden Tagen genauso handhaben. Kein tageins, kaum bis keine sozialen Kontakte, nur Arbeit und Musik. Die inhaltliche Ausrichtung der Podcasts weist deswegen heute stärker Richtung House.


Den Auftakt macht jedoch Thomas "Roskow" Kretschmann, seines Zeichens Mitglied bei Jazzanova und eigenständig unter dem Künstleralias Sygaire für Label wie Raw Fusion Recordings, Room With A View oder Sonar Kollektiv als Produzent in Erscheinung getreten. Für die Beautiful Vision Podcast-Reihe hat er die aller neueste Ausgabe eingespielt. Soul, Boogie, und so weiter. Roskow Kretschmann - Podcast @ Beautiful Vision.


Sehr smooth und dennoch von den ersten Takten an zupackend ist auch der folgende Mix. Eingespielt hat ihn Martin Hip aus dem Pumping Velvet-Umfeld. Beginnt mit Tracks von Wolf & Lamb und Session Victim, und baut von da an beständig Spannung auf. Ein Wort: KILLER!

Martin´s November Mix by Pumping Velvet


Weiter geht's mit einer "Soundscupltures" betitelten Mixreihe, die noch Ende Oktober ein gewisser Morris R. auf Soundcloud zur Verfügung gestellt hat. Besonders hinweisen möchte ich an dieser Stelle auf deren ersten Teil "The Session", der Tracks von The Oliverwho Factory, Eddie Fowlkes, Tevo Howard & Co. enthält. Check:

Soundsculptures - Part 1: the session (mix) by Morris R.


Anschliessend ein Mix aus Berlin. Hierfür an den Decks stand Moomin, der vor einiger Zeit auch für dieses Blog einen Guest Mix abgeliefert hat. Habe ich erst heute wieder gehört, seinen Guest Mix. Zeitlos gut, genauso wie auch diese Aufnahme:

moomin - Slices Of Life @ RTS.FM Berlin - 27.10.2010 by moomin


Von Falko Brocksiepers Mixtapes und Live-Mitschnitten bin ich ebenfalls Fan. Anfang des Monats hat er ein Tape für Samurai.FM erstellt, und dort Dave Twomeys MYM Tokyo Show. Eigenes Material trifft auf Walt J im DJ Qu Remix, Tracks von Ark oder Delta Funktionen treffen auf Daso im Fred P Remix. Anhören lohnt sich:




Der Londoner Ben Parkinson, der das Label Boe Recordings betreibt, unterhält ebenfalls eine Podcast-Reihe. Nummer neun kommt von Dubbyman und muss man gehört haben! Go for it:

boe Episode 009 - Dubbyman by boerecordings


DJ Red D, (Mit-)Gründer des Labels We Play House Recordings hat für Infinite State Machine einen Guest Mix erstellt, in dem er noch unveröffentlichtes, dem Label zuzuordnendes Material spielt. Allein deswegen ein kurzes "tune in" wert: DJ Red D - Guest Mix @ Infinite State Machine.


Boing Poum Tchak, das französischsprachige Web- und Fanzine für elektronische (Club-)Musik erscheint nun auch auf Papier gedruckt. Das wird gefeiert mit einem Podcast von Eli Verveine, der in der heutigen Sammlung keinesfalls fehlen darf: Eli Verveine - Podcast @ Boing Poum Tchak.


Bleiben noch zwei Mixtapes, die ich für diese Woche jedem wärmstens weiterempfehlen kann:

Zum einen Jitterbug auf Little White Earbuds (Jitterbug - Podcast @ Little White Earbuds.

Zum anderen der aktuelle Podcast auf Monday Edition. Diesen eingespielt hat der Dresdner Spunky, der mit seinem DJ-Partner Tiny des öfteren als Hombres Discos unterwegs ist. Ein DJ (und ein DJ-Duo), von deren Sets mir schon so oft vorgeschwärmt wurde. Dresden, seine Homebase, liegt leider etwas weiter von Freiburg entfernt, dafür nun der Podcast: Spunky - Podcast @ Monday Edition.


English (short) version: Dirty filthy rain falls down on my hometown. It is freezing cold and unpleasantly windy. I prefer staying in to go out tonight but there's soothing music enough that warms my heart. Enjoy the mixes from Roskow Kretschmann (Sygaire / Jazzanova), Falko Brocksieper, Eli Verveine and many, many others.

Dubbyman - Those Days of Radio Part II (Keep It Deep Guest Mix)

Zum Wochenendbeginn ein weiterer Guest Mix, der dieses Mal aus der Hand eines Produzenten stammt, dessen Tracks ich ausserordentlich schätze, genauso wie die Releases auf seinem eigenen Label, Deep Explorer Music. Es ist José Manuel Alvarez, besser bekannt unter seinem Künstleralias Dubbyman. Beatdown und entschleunigte House-Sounds sind sein Markenzeichen. Und was er für den Podcast eingespielt hat? Hört selbst. Me likey!


1. Hello Dubbyman, would you like to introduce yourself?

Hi everybody, I am Dubbyman from Deep Explorer music. I was born in Spain in 1973 and my life is the music. I collect and play vinyl since i was 12 years old.


2. When did your initial music spark ignite?

If you mean when I started to show interest in music, it was in the 80's listening to the radio.


3. Who and what is your most important influence?

Everybody and no one in no particular order. I mean, my influences come from everywhere and everything that has a good melody.


4. How would you describe your own style?

Sorry, I can't describe my own work.


5. You are the (co-)founder of Deep Explorer recordings, a label focused on deep house and beatdown sounds. What was the reason to launch your own imprint?

Since I was a little boy I used to make all the things on my very own, you know...so rebel... My parents didn't have much money so I used to build my own things.

Also in 2001 I was so tired to listen all night and day the same words from the all the label owners telling me "Ok, your sound is cool but don't you have something harder?" That's why I built my own platform, and my brother Above Smoke joined me.


6. Can you tell us something about your labels release policy?

We like it = we release it. Wwell, obviously the label has its limits... But believe me, if we really like the product, that we surely could cross that line...;)


7. You also produce your own tracks. What is your inspiration and what are you currently working on?

Sometimes I have a melody in my mind when I just wake up and this melody hits my brain throughout the day... So, at night, I go back to my studio... And this happens almost all the time.

I can't make it...XD So the less times that works or just i find another good sound...

During 2009 and this 2010 I published a lot of tracks and remixes. So, now, me and my brother Above Smoke are focusing on helping other artists to find their own sound and to build complete songs.


8. What are your future plans?

My plan is to think less about what might happen in the future and to fully live the present...;)


Hier geht's zum Mix:

Dubbyman - Keep It Deep Guest Mix by keep-it-deep


Mehr im Web:

Dubbyman @ MySpace
Deep Explorer Music
Dubbyman - Podcast @ DJ Broadcast
Dubbyman - Podcast @ Clubbing Spain

Dubbyman - Dubodenal EP

Ein feines Knistern, ein leichtes Rauschen, dringen wie von Ferne an mein Ohr. Sie erinnern an das Geräusch, welches Schmutz- und Staubpartikel auf der Schallplattenoberfläche mitverursachen können. Kaum wahrnehmbar ist das Krispeln und Spratzeln, und dennoch scheint es den Hintergrund der im Raum verhallenden Stimme und den kurz gespannten Synthesizer-Flächensounds zu bestimmen. Voice-A-Pella, Synth-A-Pella, wie auch immer man es bezeichnen mag. "The Dash Queen", das Intro zu Dubbymans neuer und erster 12" auf Quintessentials, präsentiert sich wie ein gesampelter und überarbeiteter musikalischer Gruss aus einer anderen Zeit. Fehlt nur noch der Einsatz eines trocken-griffigen Slap-Basses, fehlen nur noch schleifende Bassdrum-Pattern, und die Funk-Nummer wäre perfekt.

Doch (House-)Beats sind genug drauf, auf der neuen Quintessentials, die von "The Dash Queen" eingeleitet wird. Produzert hat sie, wie bereits erwähnt, der spanische Deephouse-Don José Manuel Alvarez alias Dubbyman, welchen der Discogs-User mancity1970 aus anerkennender Begeisterung heraus als "The Spanish Moodymann" bezeichnet hat. Mit "King Of Motown" und "Ocean In Motion" ist die Dubodenal EP die bereits dritte souldurchdränkte 12", welche der spanische DJ und Produzent in diesen Sommermonaten veröffentlicht. Respekt vor diesem Output!

Wie eine derartige, auf "The Dash Queen" nur kurz angerissene Stimmung von Beats getragen, vorangebracht und auf die Tanzfläche transportiert werden kann, zeigt er eindrücklich auf "Groovemanhour". Ein brummeliger Bass, der das Stimmsample dennoch nicht überrollt; kraftvolle, die zarten Perkussionselemente nicht überlagernde Kickdrums; seelenweiche Synth-Flächen - da nimmt man ihm die historisierende Ausstattung, erkennbar in der Aussage des Sprachsamples, so gar nicht übel. "All Attack Her" erscheint demgegenüber wie ein ehrlicher spanischer Zechwein. Knackig, spritzig, leicht fliessend und lebendig. Wer beim Intro aufgepast hat, wird das Vocalsample, das Spratzeln und Knacken wiedererkennen. Dieser Track hat von Dubbymans Bruder, Javier Alvarez alias Above Smoke, eine Veredelung erfahren. Er betont die Bassnoten, setzt Akzente mit der Perkussion und schafft somit den - meiner Meinung nach - perfekten Begleiter zu den wunderschön runden und weichen Klängen der "Dash Queen". Deep House. 'Nuff Said.


English (short) version: Dubbyman is on the run this year. The "Dubodenal EP" is his third release to which he has given birth that summer. Whisper-soft sounding synth waves alongside silky spun house beats and bear-like humming basslines tear apart a trippy evolving groove. Above Smoke, his brother, on remixing services serves up with intricate rhythms and extended harmonies. Deep house. 'Nuff said!


Mehr im Web:

Dubbyman @ MySpace
Above Smoke @ MySpace
Quintessentials @ MySpace
Quintessentials - Label Profile @ Beatportal
Dubbyman - Podcast @ Jujujordash.com

Dubbyman - Ocean In Motion

Weltmeisterliches Spanien. In Sachen Fussball auf jeden Fall. Der Gewinn der FIFA-Fussballweltmeisterschaft am vergangenen Sonntagabend (11. Juli 2010) hat dies ein weiteres Mal bestätigt, auch wenn sich die an den Tag gelegte Spielästhetik durchaus einiges Kritikwürdiges entdecken liess. Und wie sieht es in Sachen House aus? Welchen Stellenwert geniesst die (elektronische) Clubmusik Made In Spain? Minuendo Recordings, Cornuta Sounds, Your Only Friend sowie Deep Explorer oder DPress Industries sind ein paar Label, die sich über die vergangenen Jahre hinweg hervorgetan haben und bei deren Produzenten ein klassischer Housesound auf fruchtbaren Boden fiel und somit auch die Adaption und Rezeption dieser Musik prägte - nicht zuletzt, weil US-Boys wie Kai Alcé, DJ Jus-Ed oder Reggie Dokes auf Imprints wie beispielsweise Deep Explorer in der Vergangenheit gern gesehene Gäste waren.

Klassischer Housesound ist im übrigen so ein Begriff, der meiner Ansicht nach ein hohes Konfliktpotenzial birgt und über den man sich viel lieber bei einem Glas Rotwein - derzeit wohl eher ein gut gekühlter Weisswein / ein gut gekühltes Bier - die Köpfe einschlagen sollte, anstatt in eindimensionaler Kommunikation andere Menschen von seiner Definition des klassischen Housesounds zu überzeugen. Fehlt nur noch das Attribut "US-styled", und dann kann's abgehen mit dem Mund faserig reden.

Das Attribut "US-styled" wird mich im folgenden ebenfalls entlarven als Platitüdenproduzent, doch bedarf es hin und wieder solcher Floskeln gewissermassen als Steigbügel, um im Text voranschreiten zu können. Denn ich komme nicht umhin, dass der spanische DJ und Produzent auf "Ocean In Motion" sehr amerikanisch klingt. Als ob er aus einem Detroiter / Chicagoer Keller heraustritt in die untergehende Sonne der kalifornischen Westküste. Sein intensiver Austausch mit den bereits erwähnten Reggie Dokes, DJ Jus-Ed, Kai Alcé sowie Scott Ferguson oder Specter - alle haben schon einen Track für Dubbymans Label Deep Explorer beigesteuert - ist auf "Ocean In Motion" deutlich heraushörbar. Der Sound dieses Tracks ist irgendwo zwischen diesen Einflusssäulen anzusiedeln. Er hält mit seinen hellen, lichten Synth-Pads und dem perlenden Rhythmus sehr sommerliche Aquarellnuancen bereit und vermittelt ein Gefühl von Easyness, wie man es auf einer Strand- oder Roof Top-Party erwarten würde. Eine weitere Version von "Ocean In Motion" ist vom Eargasmic-Labelchef Daryl Cura alias dcee persönlich abgemischt, der mit ehemals Jamal Moss und Melvin Oliphant das Produktionstrio "The Dirty Criminals" bildete. Er rückt das Original mit seinem Schaffenswerk wieder in die Nähe eines Basement. Mit warmen Synth-Arrangements umhüllt Brian Cullen alias Bjak den Mix, soulful meets deep house.


English (short) version: Spain has a handful of excellent soccer athletes and just as little (deep) house djs and producers. Kidding. Dubbyman, co-founder of Deep Explorer Music, is a member of that mid- / late-noughties producer armada and now gets released by Chicago based Eargasmic Recordings. Summer-drenched deep house.


Mehr im Web:

Dubbyman @ MySpace
Deep Explorer Music
Daryl Cura
Eargasmic Recordings
Bjak @ MySpace
ReelDEEP Recordings

Lady Blacktronica - First Lady Of Beatdown EP

Spanien - wird dieses Land in ein und demselben Satz mit House, Techno, elektronischer (Club-)Musik im allgemeinen erwähnt, musste und muss ich - das Sonar-Festival davon einmal ausgenommen - stets ein wenig zusammen zucken. Das führe ich einmal darauf zurück, dass ich gedanklich Spanien stets mit einem Ibiza-Illes Balears->Gedonner gleichsetze - seelenlose stumpfe Grossraum-Rave-Monster eben.

Abseits dieses Zirkus konstituierte sich in den letzten vier, fünf Jahren jedoch eine sehr kleine, sehr feine Szene um Produzenten wie Dubbyman, Above Smoke, Ordell oder Ernie. Diese, teilweise aus der Minimal- /IDM-Gegend stammend, wandten sich über die Jahre hinweg einer langsameren, entschleunigteren Interpretationsweise von House und Techno zu, nahmen gerne auch von jenseits des Grossen Teiches musikalische Anleihen in ihren Eigenkompositionen auf. Auf ihren 12" fanden und finden sich dementsprechend auch Produzenten wie Patrice Scott (Deep Wars auf Minuendo) oder Kai Alcé Alpha Revisited auf Deep Explorer) ein. Chicago, Detroit, kennen wir ja!

Im Sogwasser der Label Deep Explorer, Minuendo, Cornuta Sounds & Co. ist auch Your Only Friend zu verorten, welches von den DJs und Produzenten Tres Manos und Steve Ferrand unlängst erst gegründet wurde.

Für ihr zweites Release zeichnet Akua Marcelle Grant, besser bekannt als Tha Lady Blacktronica verantwortlich. Wer im vergangenen Jahr auch auf Deep Explorer & Co. ein Auge geworfen hatte, konnte sie dort auf ihrer ersten 12", "Cocaine EP" kennen- und lieben lernen. Auch wenn Lady Blacktronica das House-Rad nicht weiterdreht, nicht neu erfindet, vermag sie es dennoch, diesen Bereich der (Club-)Musik persönlich auszugestalten und mit ihren entschleunigten, Beatdown-Sounds den Hörer hin zu einem meditativen Zustand zu bewegen.

"First Lady Of Beatdown" betitelt sie nun ihr erstes Werk für Your Only Friend. Ganz schön selbstbewusst, doch kokettiert die Dame aus Kalifornien meines Erachtens zu Recht mit diesem sich selbstverliehenen Status - so viele Ladies, die mit eigenen Produktionen die männerbesetzte House- und Technowelt aufmischen, gibt es eben doch noch nicht.

"Lose My Life", der erste Track ihrer EP, hat das Potential, zu einem meiner all day- und all time favourites zu werden. Es sind weder die beständig voranschreitenden Beats noch die mit leichtem Echo versehenen Vocals, die mich so faszinieren. Es ist das Piano-Instrumental insbesondere in der ersten Hälfte des Tracks, welches anzieht, bezaubert, gefangennimmt mit dissonantisch aufgebauten Akkorden, gegeneinander verschobenen Klangschichtungen. Hier lassen sich schräge Harmonien entdecken, welche in einem Spannungsverhältnis zum geradlinigen, gleichmässig pulsierenden Housebeat stehen.

"Lose My Life" erscheint auf der EP auch noch in einer Dub-Version, dem Dark Love Dub, dessen Breakdown sich für einmal über den üblichen Bass-raus-Bass-rein-Zeitraum erstreckt. Diese Temposchwankungen und die teils reingefauchten, teils durchgedrehten Vocals verstören ungemein und passen ausgezeichnet zu den sie flankierenden Drums und der verschraubten Bassline.

"Summertime In The City" befreit die EP aus ihrer kellerschweren Dunkelheit - Upbeats treiben an genauso wie auf "Never Everything", der mit seinen gesanglichen R'n'B-Reminiszenzen für mich jedoch der schwächste Track auf der EP ist. Anyway. Akua Marcelle Grant den Titel "First Lady Of Beatdown" zu Recht. Vorerst.


English (short) version: As you may know, I regularly fall in love with those slow-paced Beatdown beats hailing from Tha D or elswhere. Therefore I'm glad that there's a not so small homebase for those kinds of electronic club music in Spain, and Your Only Friend is just a little new label amongst many others (like Deep Explorer, Cornuta Sounds or Minuendo Recordings). The labels signed Lady Blacktronica for the first release which caught my attention because of a very special piano instrumental in "Lose My Life".


Mehr im Web:

Lady Blacktronica @ MySpace
Lady Blacktronica @ Your Only Friend
Lady Blacktronica @ Souncdloud
Your Only Friend

Anzuhören unter:

Your Only Friend 001 - Lady Blacktronika "First Lady of Beatdown" EP by youronlyfriend

Niko Marks - Voice Box Detroit EP

Zahlreiche Blogeinträge habe ich mir für diese Woche vorgenommen, gibt es doch einige neue Releases, die förmlich auf ein (kleine) Feature warten.

So erschien vor kurzem auf Underground Quality die "Take It As It Comes EP" von Anton Zap (http://www.discogs.com/Anton-Zap-Take-It-As-It-Comes/release/2032231) - ein Viertracker, auf dem der Moskauer DJ und Produzent mit puristischen und zugleich rauen Housebeats, tieffrequenten Basswellen, ausgedehnten sphärischen Flächensounds ("Bye") sowie düsteren Hallräumen ("I Get Deep Beat") zu begeistern weiss.

Reginald "Reggie" Dokes meldete sich noch einmal zurück mit "The Golden Years EP (Psychostasia 2001 - 2006), einer 12" auf Deep Explorer, der spanischen (Deep) House-Burg der Gebrüder Alvarez (Dubbyman & Above Smoke).

Und der Kanadier The Mole, in diesem Jahr bereits mit seinen beiden Seven Inches ("7 Inches Of Love 1" bzw. "7 Inches Of Love 3") zu Recht gefeiert, packte noch einen oben drauf und veröffentlichte auf Prins Thomas' Label Internasjonal "Family / Rotation" - schroffe, schleppende Basslines treffen auf ein melodisches und ergreifendes Streicherthema ("Family") treffen auf einen perkussiv verschachtelten Beat ("Rotation"). Für mich nicht ganz nachvollziehbar, weshalb diese beiden Tracks auf ResidentAdvisor so schlecht wegkommen (vgl. http://www.residentadvisor.net/review-view.aspx?id=6954).


Doch nun zu der eigentlichen 12". Ihr Titel lautet "Voice Box Detroit EP", erschienen ist sie auf Subject Detroit, und - ich gebe es zu - von ihrem Produzenten und Urheber, Niko Marks, habe ich bis vor kurzem noch nie etwas gehört. Deswegen ist es mir auch nicht möglich, mit irgendwelchen Hintergrundinformationen aufwarten zu können. Ein Blick auf discogs zeigt jedoch: ein absoluter Newcomer ist er nicht (vgl. http://www.discogs.com/artist/Niko+Marks).

Auf "I Can't Stop", dem ersten Track der EP, überzeugte mich vor allem die warme, gefühlsgeladene Stimme, die von sehnsuchtsvollen Momenten der Zuneigung, Liebe und Hingabe singt und im Ohr noch sehr lange nachklingt, auch wenn der temporeiche Housebeat und die Rhodes-Akkorde schon längst verklungen sind. Soulful House ist doch noch nicht ganz tot. Mit "All About Love" legt Niko Marks einen Track auf, der dem Selbstverständnis des Labels Subject Detroit absolut gerecht wird. "True To The Roots of Detroit Techno ... laying the foundation for Advanced Black Music" lautet es. Und Niko Marks führt mit einem kraftstrotzenden Bassriff, Strings und einem Hochtempo-Beat-/Rhythmuspattern gekonnt zurück in die Zeit des Hi Tech Soul / Hi Tech Funk der 90er-Jahre und hält somit der schwarzen Tanzmusik Detroiter Prägung die Treue. "Bring Back The Soul", der erste Track der B-Seite, ist mein persönlicher Favorit, auf dem ein schroffer Midtempo-Housebeat, verschlafen-dubbige Synthesizer-Flächen im Hintergrund, treibende Clap-Elemente sowie nostalgisch aufgeladene Lyrics aufeinander treffen. Bleibt noch "Technology" - mit vom Jazz beeinflusster Bläser-Sektion, einem einfachen Elektro-Beat und Acid Synthlines ein feines Stück Hi Tech Funk.


Mehr im Web: