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Mixed up monday (27)

Ein Wochenende liegt hinter mir, hinter sehr vielen, wenn nicht sogar hinter (uns) allen, das ein Ereignis mit sich brahcte, welches einen angesichts seines tragischen Ausmasses und des persönlichen Unvermögens, es auf einer Verstandesebene nachvollziehen zu können, mit einem gedanklichen Fragezeichen zurücklässt, vor dem lediglich ein Wort steht: Warum?

Zu Recht werden / sind schon eingeleitet mehrere staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren, um auf einer sachlichen Tatsachenebene festzuhalten und einer gerichtlichen Beurteilung zuzuführen, was (und wie es) sich (genau) ereignet hat. Die von oberster, bundespräsidialer, Stelle angeordnete rückhaltlose Aufklärung. Es werden psychologische Betreuung und seelsorgerliche Begleitung den (un-)mittelbar Betroffenen, Angehörigen, Hinterbliebenen und Freunden gleichermassen, angeboten. Doch selbst wenn es gelänge, lückenlos und in minutiöser Kleinstarbeit den genauen Hergang, vom auslösenden Flügelschlag über den Höhepunkt der Katastrophe bis hin zu ihren Nachwehen, nachzuzeichnen und zu rekonstruieren, am Ende blieben immer noch - um mit Gottfried Benn zu sprechen - zwei Dinge:

Die Leere und das gezeichnete Ich.


Abschliessend möchte ich an dieser Stelle noch eines festgehalten wissen: was sich am vergangenen Wochenende Unfassbares zugetragen hat, kann und darf zu keiner Zeit als Strafgericht irgendeines Gottes erklärt und dargestellt werden, wie Sie, liebe Frau Eva Herman es zu Wort gebracht haben. Solch ein Rückschluss ist naiv einfach, realitätsfern, kleingeistig und ohne jegliche, auch theologische, Substanz. Ihnen kann noch nicht einmal zu Gute gehalten werden, dass Sie - möglicherweise - aufgrund einer inneren Ohnmacht heraus geschrieben haben angesichts der dramatischen Stunden am gestrigen Sonntag, den 25. Juli 2010. Ihnen geht jegliche Ehrfurcht vor einem menschlichen Leben, jeglicher Respekt vor den Angehörigen und Hinterbliebenen ab. Ihnen mangelt es gänzlich an menschlichem Einfühlungsvermögen und der Fähigkeit, mit ihren Mitmenschen mitzufühlen, gar mitzuleiden. Was ihre schriftliche Stellungnahme obendrein so unerträglich macht, ist: als - zumindest in den Medien - bekennende Christin überschreiten Sie in rücksichtsloser Selbstherrlichkeit die Ihnen von Ihrem Gott gesetzten Grenzen und verletzen die Ihnen aufgrund der christlichen Verantwortungs- und Situationsethik obliegende Pflicht, ein Wort des Beileids, des Mitgefühls, an die von diesem tragischen Ereignis betroffenen Menschen zu richten. Mögen Ihnen stets, in jeder Lebenslage, Menschen zur Seite stehen, welche eine wahrhaft christliche Nächstenliebe verinnerlicht haben.


Ich bitte um Nachsicht, zum einen, dass ich mich doch davon hinreissen liess, in Richtung Eva Herman zu treten, und zum anderen, dass ich nun wieder zum Blogalltag übergehen werde. Denn ich darf, was vielen mir unbekannten Menschen nicht vergönnt ist, tief dankbar darf ich aufatmen, dass kein von mir geschätzter und geliebter Bekannter am vergangenen Wochenende in Mitleidenschaft gezogen wurde und Schaden an Leib und Leben genommen hat. Da ich im vergangenen Sommer jedoch mehrere Stunden in der Angst lebte, einen von mir sehr geliebten Menschen zu verlieren, fühle ich umso stärker mit, mit der Ohnmacht der Angehörigen, den Hinterbliebenen, Freunden und Bekannten. Leere und ein gezeichnetes Ich - vielmehr ist da (vorerst) nicht.


In der vergangenen Woche hatte ich einen Eintrag verfasst über Theo Parrishs Set Live At Watergate. Inzwischen ist dies auch als Download erhältlich. Bei Soundclouds R_co. Wo sonst?!

Theo Parrish Live @ Watergate, Berlin - 08-07-2009 by R_co


Bei den Jungs von Sleazy Beats gibt es seit vergangenem Mittwoch ein neues Mixtape. Für sie eingespielt hat es der Ukrainer Yura alias SE62, der auch schon auf dem Sleazy Beats-Label mit einem Track vertreten war. Slowdisco. Slowhouse. Mark E. Tornado Wallace. Er selbst. Fein.

SE62 - Sleazy Beats Mix by SleazyBeats


Andrés "Specter" Ordonez hat sich vor einigen Tagen mit Victor Aguinaga alias Chicagodeep im Rahmen der "Tetrode Session Live Beatdown" ein kleines Battle geliefert um herauszufinden, wer deeper und deeper und deeper gehen könne. Solo und Back-To-Back. Wer the deepest cat ist, dürft ihr für euch selbst ausmachen:

Tetrode Session Live Beatdown 7-10-10 (Specter Mix) by chicagodeep


Tetrode Session Live Beatdown 7-10-10 (Chicagodeep Mix) by chicagodeep


Tetrode Session Live Beatdown 7-10-10 (Specter vs.Chicagodeep) (Part One) by chicagodeep


Tetrode Session Live Beatdown 7-10-10 (Specter vs.Chicagodeep) (Part Two) by chicagodeep


Jérémy alias Underground Paris, Deep House- und Vinyl-Nerd aus Paris, war über die letzten Tage hinweg wieder einmal sehr fleissig, was das Erstellen kurzer Mixtapes betrifft. "Lately" und "What The Heck ??!" sind seit kurzem Online. Beide kann ich nur empfehlen:

Underground Paris - Lately by Underground Paris


Underground Paris - What The Heck??! by Underground Paris


Sehr lange Zeit habe ich nichts mehr von Vincent Williams alias DJ Spinna gehört. Über Soulkombinat wurde ich auf einen - Vinyl Only! - Mix des stilistisch versatilen DJs und Produzenten aus Brooklyn geführt, für diesen er seine neuesten Errungenschaften in einem der wenigen noch verbliebenen Plattenläden des Big Apple verarbeitet hat. Kerri Chandler, Mirko Loko im Carl Craig Remix, Losoul im Mike Huckaby Remix, und so weiter. Danke ans Soulkombinat für die Verlinkung und Danke an DJ Spinna für den Mix:

DJ Spinna - Journey Sunday Sessions - All Vinyl Episode One


Ebenfalls aus New York stammt der folgende Mitschnitt. Verantwortlich dafür Fred Peterkin alias Fred P alias Black Jazz Consortium. Er spielte vor kurzem im Rahmen der Veranstaltung Sunday Best. Einfach nur KILLER. Fred P @ Sunday Best.


Bleibt noch Dicky Trisco, der Kopf hinter Disco Deviance. Disco, Electrofunk, Edits und vieles mehr erwarten den Hörer in seinem "Top Deck Disco Mix":

Dicky Trisco Top Deck Disco Mix by Dicky Trisco


Hieran schliesst sich eine - schon fast - Rarität an: DJ Kent von Force Of Nature, der japanische Plattensammler und Disco-Nerd schlechthin, in einem Podcast / Mix für eine Party / Veranstaltungsreihe / ein Label namens "erection". Leider zu spät entdeckt, leider nicht mehr als Download erhältlich, weil die 100er-Marke überschritten. Aber zum anhören auch mehr als genial! Here you go:

Erection mixed by DJ KENT ( '09 12/20 at SALOON ) by _erection_


Das war's dann auch schon. Mehr Mixmische gibt es nächste Woche wieder. Tracks & Co. ab morgen.


English (short) version: I feel faint after this very weekend on behalf of the tragedy that happened in Duisburg. I feel speechless and all I can write is, that I feel deeply sad about this. Nevertheless, you'll find a handful of mixes, disco and house, by artists like Fred P, Specter, SE62, Dicky Trisco and so on. Hopefully, see you tomorrow!

Mixed up monday (1)

Mit Verlaub, wer behauptet, Montagslaune sei ihm fremd, lügt. Oder die betreffende Person will sich nicht eingestehen, (wenigstens einmal) mit bescheidener Stimmung aufgewacht zu sein; nur mit grosser Unlust an den Ausbildungsplatz zurückgekehrt zu sein; nur mechanisch seine Arbeit wieder aufgenommen zu haben oder eine auf 8 Uhr s.t. angesetzte Vorlesung zuhause stattfinden zu lassen.

Und wer kennt sie nicht, diese nagenden Selbstzweifel und aufkommenden Fragen nach der arbeits- oder studienplatzspezifischen Eignung, wenn man seinen vor Vitalität, Spannkraft und Dynamik nur so strotzenden Arbeitskollegen oder gar dem Vorgesetzten begegnet, kaum dass der erste Arbeitstag der Woche begonnen hat?! Ganz zu schweigen von den regelmässig Scham- und Schuldgefühle auslösenden Momenten, in denen man in das schon von ferne hell glänzende Dentalhygienikerlächeln seiner Kommilitoninnen blickt, die bereits nach der ersten Vorlesungspause ins (germanistische, historische oder juristische) Seminar eilen, um sämtliche Literaturhinweise des Dozenten herauszusuchen und zu kopieren. Allein die Vorstellung daran löst bei mir Gänsehaut, Schweissausbrüche und Panikattacken aus!

Anyway. Wer sich nicht zu der raren Spezies Mensch zählt, die sich Freitagabend bereits wieder auf das montägliche Weckerläuten freut, dem ist das Montagsdurcheinander ein treuer Begleiter. Daher wird es in Zukunft auf Keep-It-Deep unter dem Titel "Mixed up monday" in regelmässiger Wiederkehr akustische Gute-Laune-Drops geben. Links zu Mixen, Podcasts und Live-Mitschnitten, die über das Wochenende hinweg veröffentlicht wurden und die nach meinem Dafürhalten geeignet sind, vom ersten (Arbeits-)Tag der Woche ein wenig Abstand nehmen zu können.

Beginnen möchte ich daher mit dem heute in aller Herrgottsfrühe auf D(eep) and T(ribal) H(ouse) veröffentlichten Mix "Bright" von SE62. Discotrunkener Slow Motion-House mit einer guten Prise rauem Funk - genau das richtige für mich, um in eine neue Woche einzutakten. Here you go.

Als nächstes lohnt sich der Blick auf das jüngste Mixwerk der Herren Ooft! für Ruff Jamz Audio. Disco, Funk, House, Originale und aufbereitete Classics durch Ali Herron und The Revenge - worth to check. Here you go.

Noch aus der vergangenen Woche stammt der Podcast des Stuttgarters Danilo Plessow alias Motor City Drum Ensemble für die Jungs und Mädels vom xlr8r-Magazin. Haben sicher alle schon gezogen und gehört. Anyway. Ich verlinke ihn dennoch. Here you go.

Wer die Schnauze gestrichen voll hat von diesem ganzen House- und Disco-Kram, sollte sich schnellst möglich auf die Seite des FACT Magazine begeben. Für dieses stand der Berliner René Pawlowitz alias Shed an den Plattenspielern und versorgt uns mit Klangware von Peverelist, Martyn, Joy Orbison, Zomby und Skream auf der einen sowie Surgeon, Underground Resistance, oder Pan Sonic und Marcel Dettmann auf der anderen Seite, wie der Einleitung zu entnehmen ist. Und auf geht's...!.

Etwas technoider als in der vergangenen Woche startete auch Residentadvisor in die neue Woche, diesesmal mit dem aus dem Underground Resistance-Umfeld stammenden DJ Stingray. Worth to check.

Zum Schluss noch ein Mix, der dem in den vergangenen Tagen verstorbenen Teddy Pendergrass Tribut zollt: DJ Wonder's Teddy P. Tribute Mix. R.I.P.!

Morgen geht's hier wieder weiter mit der Vorstellung ein paar Releases, unter anderem Tracks von Jacob Korn und Scott Ferguson.


English (short) version: Mondays suck. Mondays really suck. Mondays suck the most when everyone around you seems to be fitter and better looking than you. Therefore, I'd love to provide you every monday evening with a good dose of freshly handcrafted and mixed media, mixes, podcasts, recorded live sets, to avoid or to get rid of this monday feelings. C ya tomorrow, when I will be back to talk about some new tunes by Jacob Korn, Scott Ferguson and other producers.

SE62 - Wall Ride

Wall Ride - war das nicht dieser adrenalintreibende und knochenbrecherische (Skateboard-)Trick, bei dem man auf irgendein Mäuerchen zufährt und dessen Wand - daher das wall - man mittels Ollie oder einem ähnlichen Standardtrick in Angriff nimmt und abfährt - daher das ride - ? Ich stelle fest, dass ich schon sehr lange aus dieser Sportart, die immer noch eine grosse Anziehungskraft auf mich als Zuschauer ausübt, draussen bin. Der Titel dieser 12" löste daher wehmütig träumerische, teilweise auch sehr schmerzhafte Erinnerungen an aufgeschürfte Knie und Ellenbogen, überdehnte Bänder, und sonstige Verletzungen aus, auch wenn die beiden darauf befindlichen Tracks alles andere als in dieser Stimmungslage produzierte Stücke sind.

Auf der 12" "Wall Ride" begegne ich wieder dem Kürzel SE62, das ich zuerst Anfang Oktober mehr flüchtig denn bewusst in der Tracklist von Red Rack'ems Guest Mix (http://keep-it-deep.blogspot.com/2009/10/red-rackem-beatdown-mix-keep-it-deep.html) wahrgenommen aber nicht weiter verfolgt habe. Dahinter verbirgt sich ein (junger) Produzent aus der Ukraine, von dem man möglicherweise und hoffentlich noch sehr viel in den kommenden Jahren hören wird. Die Chancen dazu stehen gut, denn er zählt zum engen Kern des in diesem Herbst neu gegründeten Labels Home Taping Is Killing Music, einer weiteren mittel-/nordenglischen und schottischen Plattform für Slow-Kultur in House und Disco.

Die A-Seite wartet denn mit dem Kanadier Eddie C als Remixer einer meiner liebsten Produzenten und Mixbastler mit einer Überarbeitung des bis dato noch unveröffentlicht gebliebenen "Wall Ride" auf. Ein sommerlicher Track mit leichtbeschwingtem Melodielauf, sanft schnurrendem Bass, rhythmischen Hand Claps, der jedoch auch das sanfte gleiten über einen zugefrorenen See sehr gut begleiten könnte. Der Ukrainer SE62 brilliert mit "The Tape" und setzt mit seinem Oevre einen Kontrapunkt zur Hochgeschwindigkeitsgesellschaft, deren Sogwirkung oftmals auch vor Clubs nicht zurückschreckt ( so auch der Freiburger DJ Bertram, der aus mir immer noch unerklärlichen Gründen seine Platten in seinem Warm Up für Prosumer so unerträglich hochgepitcht hat).


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