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South West Seven - Mels Pockets

Setzen Produzenten ein Klavier - klassisch, Rhodes Piano,... - als Klanggeber für den Instrumentalpart eines Tracks ein, haben sie schnell meine Aufmerksamkeit geweckt. Das ist nicht nur auf die (elektronische) Tanzmusik bezogen. Auch bei Disco Songs, der vielgestaltigen klassischen Musik oder im Jazz kann ich mich der Magie und Anziehungskraft des Pianoforte nur schwer widersetzen. Klavierkonzerte von Brahms oder Schumann, Solowerke von Liszt oder Chopin, die Kompositionen eines Keith Jarrett oder Thelonious Monk - gross! Was an diesem Name-Dropping auffällt: ich bin in Sachen klassischer Musik / Jazz doch etwas konservativ und übertrage diese Haltung gerne auch auf House/Techno.

Wieder zurück zu dieser 12". Von klassischer Musik oder Jazz ist das Piano-Instrumental, welches das nordirische DJ- und Produzenten-Duo South West Seven (das sind Ric McClelland & Sean Grieve)für seinen Track "Mel's Pockets" verwendet, zwar weit entfernt. Dennoch gelingt es ihnen, mich damit zu verführen. Das immer wiederkehrende Akkordmotiv könnte den Auftakt für einen Gospel Song bilden. Es könnte sich dabei jedoch auch um ein gedankenverlorenes, gleichermassen jedoch leidenschaftliches In-die-Tasten-greifen im Rahmen einer nächtlichen Jamsession sein. Den Gospel-Charakter unterstützen die Vocal-Schnipsel einer Soul-Diva - über die Nähe der Stilelemente des Gospel zu Disco brauche ich euch ja nichts mehr zu erzählen. Für die Jam-Session sprechen kurze Einsprengsel eines Saxophons und die tiefe Stimme des warmen Funk-Basses.

Mels Pockets by SouthWestSeven

"Mel's Pockets" - soeben erschienen auf einem kleinen Label namens Carry On - erscheint mit drei Neuabmischungen. Zwei davon haben Graeme Clark und Ali Herron unter ihrem Ooft-Kürzel produziert. Die beiden schneiden für ihren Remix die im Original noch zart im Hintergrund perlenden Blubber-Sounds heraus und verleihen ihnen eine stärkere Bedeutung in der Gesamtkomposition des Tracks. Dieser kommt im Übrigen in einem sehr klassischen House-Gewand daher. Tiefe Grummel-Bassline, warme, organische Synthflächen, und die Kickdrums führen Magengrubentritte aus. Für so Menschen wie mich mit einer wertkonservativen Vorstellung von House kann es kaum etwas besseres geben.

Southwestseven - Mel's Pockets (OOFT! Remix) by aliOOFT


Für einen weiteren Remix zeichnet Pete Herbert verantwortlich. Er ist vor allem bekannt geworden durch sein Projekt "Reverso 68", das er zusammen mit Phil Mison betreibt und im Rahmen dessen er jede Menge Remixe und EPs für Eskimo, DFA, International Feel, und, und, und veröffentlicht hat. In seinen Produktionen nimmt er gerne Bezug auf die Disco-Kultur der Achtziger Jahre mit Electro-/Cosmic Disco. So erklingen in seinem Remix für "Mel's Pockets" auch jede Menge Sequenzer-Arpeggi, blubbernde Synth-Lines, mit einem Hauch von 303 versehen, Glockenklänge, und so weiter.

Nach "Chasing Dream" im vergangenen Jahr von einem mir bis dato noch unbekannten Produzenten namens Chasing Kurt eine weitere tolle EP auf dem noch jungen Frankfurter Label Carry On.


English (short) version: deep house, cosmic and electric disco, soul and funk are the basic ingredients that are blended together by Ric McClelland and Sean Grieve from Belfast / Northern Ireland on this 12" that just hit the stores. On remixing duties you have Pete Herbert and Ooft that shake and stir up the original with their own personal twist.


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The Gathering - In My System

Wer kennt ihn noch, den allwinterlichen Saisonschlussverkauf? Stets in der letzten Januarwoche lockten die Kaufhäuser mit Preisnachlässen, die oftmals weit unter dem Einkaufspreis lagen. Die Folge? Wühltischschlachten sonderlichen Ausmasses. Als ein einzelnes Ereignis, das auch die schwächste Kaufkraft noch zu aktivieren vermag, sicher hinnehmbar. Aber jeder weiss, dass auf Dauer gesehen Rabatte, Rabattspiralen gar, sich negativ auf den Markt und dessen Preisgefüge auswirken.

Mit Sicherheit lässt sich dieses Bild nicht eins zu eins auf die Musik übertragen. Man setze jedoch in der Folge Markt mit Musik, Preisgefüge mit Qualitätsgefüge, und so weiter gleich. Denn schon seit langer Zeit findet ein in meinen Augen für die Qualität und Wertigkeit eines Musikstückes ruinöses Geschehen statt. Es ist die - irgendwann einmal in Gang gesetzte - Remix-Spirale. Damit meine ich nicht den künstlerischen Austausch zwischen befreundeten Produzenten oder die mit einer Remix-Anfrage verbundene Ehrerweisung. Angesprochen sind damit die zigtausend Neuabmischungen eines möglicherweise auch guten Songs / Tracks, die im Bekanntheitssog dieses, nun ja, Hits mitveröffentlicht und nachgeschoben werden. Angeblich, um das Werk einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen. Liest man immer wieder in den Presse- / Promo-Mitteilungen. Wer daran glaubt...! Orchesterwerke, Liederzyklen, Klaviersonaten, und so weiter werden ja auch nicht ein, zwei Jahre nach ihrer (Erst-)Aufführung durch den Komponistenfleischwolf gedreht in der Hoffnung, dass das Faschierte nun auch für kunstfernere oder primär anderweitig interessierte Bürger leichter verdaulich erscheint.

Sprüche wie "Verrat an der Szene" oder "kommerzieller Ausverkauf" sind mir jedoch fern. Mit Clubmusik lässt sich sowieso kaum noch Geld verdienen, es sei denn, man hat zum Sound auch schon ein Konzept für die entsprechend bühnenartige Inszenierung ausgearbeitet.

"In My System" von Chez Damier, Jef K und Chris Carrier, die sich unter The Gathering zusammengeschlossen haben, scheint derzeit eine ähnliche Entwicklung für sich verbuchen zu können. Letztes Jahr vereinte es auf Tanzveranstaltungen unter freiem Himmel oder in geschlossenen Räumen unzählig viele Menschen und kam damit dem Ideal von "one nation under a groove" verdammt nahe. Ich behaupte einmal, dass sich mit "In My System" wohl (fast) alle identifizieren konnten. Der Raver hatte Spass und Menschen, die sich auf jeder Party freiwillig in eine Musik-Nerd-Aussenseiterrolle begeben, konnten damit wohl auch noch etwas anfangen. Egal.

Für dieses Jahr stehen allerdings fünf neue Versionen an. Ob jede von ihnen nötig war, kann ich beim besten Willen nicht beurteilen. Zu schnell landet man dabei nämlich bei höchst streitbaren Geschmacksfragen. Fest steht jedoch, dass nahezu alle Remixer Rang und Namen haben, sich in der Vergangenheit mehrmals schon als Produzenten und DJs bewährt, gar Kultstatus erworben haben. Da wäre zum einen The Revenge. Einer der Edit-Könige der späten Nuller-Jahre. Seine Neuinterpretation ist überaus Bass-schwer, kommt mit hart angeschlagenen Snare-Claps und Rim-Shots daher und lässt "In My System" insgesamt schroffer, rauer und irgendwie direkter wirken, zumal er auch erst sehr spät dem Remix mit weichen Synth Pads ein wenig die Härte nimmt. Zudem auch noch die üblichen Einflüsse von Chicago House, Acid House, Disco, und so weiter. Nichts, was wir nicht kennen.

Wirklich von Anbeginn an überzeugt hat mich die Neuabmischung von Nicolas Chaix alias I:Cube. Vorbei ist die sonnenhelle Sommertagsstimmung des Originals, denn bei I:Cube eröffnen sich nebelverhangene Klanglandschaften. Die Vocals jagt er durch Filter und Effektgeräte hindurch, lässt sie in tiefe Hallräume hinabstürzen, in denen sie sich mit dubschweren Chords verbinden. Dazu noch der House-Beat als zuverlässiger und gleichmässiger Drehmomentlieferant. Groovt!



Daneben wirken die Überarbeitungen von Milton Jackson, Soul Minority sowie Shade & Steve Ferrand fast ein wenig blass mit ihrem House-Sound, der immer noch irgendwo Mitte der Nuller-Jahre herzukommen scheint, die Zeit, in der ich Milton Jackson & Co. lieben und schätzen gelernt habe. Ist okay, der Sound, aber die Tracks hauen mich auch nicht wirklich um. Bleibt nur zu hoffen, dass es mit diesen Remixen sein Bewenden hat. Will sagen: Jack bewahre uns vor einer Defected-Flut!


English (short) version: "In My System" an anthem of your last summer's day time raves and club experiences gets reshaped by five artists. All are well experienced djs and producers and tried to give a personal note to this well-known tune. Not as easy as it looks. It is the dark version by I:Cube that is garnished with meandering synth patterns that I fell in love with. Don't miss!


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Various Artists - Pack Mentality EP

Und noch einmal eine Various Artists - 12". Mit KRL und Ooft, das sind Ali Herron und The Revenge, begegnen wir drei alten Bekannten, die uns in den letzten Jahren mit zuverlässiger Regelmässigkeit Disco in Form von stark nachgefragten Edits sowie auf Schrittgeschwindigkeit gedrosselten House serviert haben.

Die Zeiten langsamer Taktfrequenzen sind keineswegs vorbei, wie man unschwer auf Brother's Rice "Make Love" feststellen kann, dessen warmen Streicherklänge und der charmant rumpelnde Boogie-Rhythmus von Anfang an verzaubern. Der Australier Fantastic Man begeistert mit synkopisch leicht zerschlagenen Beats, verwurstelt obendrein ein Sprachsample von Erykah Badu, und lässt - im direkten Vergleich - die bisherigen Star-Editierer Ali Herron und Graeme Clark in ihrem Ooft-Gewand ganz schön blass dastehen. Stark!




English (short) version: Wolf Music is a still-to-discover label that contains powerful re-edited disco tunes and completely whirled around samples underlayed with slow steppin house beats and infectious killer basslines. Heavy stuff from up and coming Fantastic Man and Brother's Rice, day work by Ooft and KRL.


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Ooft - Ride Into The Red Zone

Instruments Of Rapture, L.E.S.S. Productions, Five20East Records und Home Taping Is Killing Music haben ein (Halb-)Geschwisterchen bekommen: Foto Recordings. Die Existenz geschenkt hat ihm Alistair "Ali" Herron, der bereits an der Entstehung und Entwicklung von des Labels L.E.S.S. Productions sowie des Musikprojektes Ooft mitbeteiligt war. Wie bei diesen steht Alistair "Ali" Herron auch jetzt ein erfahrener und erfolgreicher Gründungspartner zur Seite, kein geringerer, als der raketengleich ins Produzenten- und DJ-Universum gestartete Graeme Clark alias The Revenge.

Schon wieder ein neues Label, mag man kritisch anmerken. Schon wieder dieselbe wohlbekannte Doppelbesetzung und schon wieder dieselbe Wortgruppe, unter die sich die Musik subsumieren lässt, "disco-tinged slow motion house". Diese Wortgruppe ist wie ein Hirnwurm, der zwischen meinen Synapsen unermüdlich herumturnt und inzwischen eine so starke Gedächtnisspur belegt, dass sie wohl nicht mehr zerfallen wird und dass ich sie mein ganzes Leben lang aus dem Langzeitgedächtnis abrufen kann. "Disco tinged slow motion house" bestimmt sogar meine Träume.

Doch der Grundsatz "Never change a winning team" wenigstens in diesem Fall seine Richtigkeit, und dass Ali Herron und The Revenge als Ooft auch anders können, als im Akkord ultraverlangsamte, einlullende und bass-wummernde House-Grooves zu veröffentlichen, zeigen sie auf auf ihrer ersten 12" auf Foto Recordings, "Ride Into The Red Zone". Mit dem gleichnamigen Track auf der A-Seite repräsentieren die beiden schottischen Produzenten den Sound New Yorks / New Jerseys der frühen Neunziger Jahre - die Zeit, an die so viele gegenwärtig anzuknüpfen versuchen und Prädikate wie "Classic" oder "timeless" so gerne verleiht bekommen. Anyway. Ali Herron und Graeme Clark, die beiden (Nu)Disco-Protagonisten der späten Nuller-Jahre, bekommen es mit einem tonnenschweren Bass, einem gnadenlosen Kickdrum-Punch sowie gemächlichen Claps bestens hin mit dem basement feel. Mit einer genialen Hookline versehen, die Synthies brummen wie eine Hummel, und den gesungenen, fast teilweise schon geschrienen Vocals, erzählen sie diese Zeit der House Musik anschaulich und zeitgemäss nach, ohne dabei an historischer Glaubwürdigkeit zu verlieren.

OOFT! - Ride Into The Red Zone by warmhq


"Spanky Spanky", ich nehme mein Werturteil vorweg, gefällt mir im Vergleich dazu nicht annähernd so sehr. Dieser Track ist eine weitere Neuarrangierung eines Disco-/Boogie-Klassikers, und zwar "Spank von Jimmy Bo Horne. Zwar machen die Oofties auch hier, was sie am besten können, am Groove des Originals arbeiten. Doch fehlt mir ehrlich gesagt ein wenig die Laszivität, wie sie vielen Disco-Anthems eigen ist, und wie man sie auch nach einem Titel wie "Spanky Spanky" hätte erwarten können. Hört selbst:

OOFT! - Spanky Spanky by warmhq


English (short) version: The small nineties house revival continues with "Ride Into The Red Zone" by Scottish boogie masters Alistair "Ali" Herron and Graeme "The Revenge" Clarke. Punchy kick drum, low humming synths drifting in and out, slick'n'fresh bassline and some vocals are the ingredients for this tasty Jersey-style soup. On the flip the both deliver another rework of a disco/boogie classic, which is, imho, not as lascivious as you might have expected to get from this title.


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Ali Herron @ MySpace
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The Revenge Podcast @ djbroadcast.nl

6th Borough Project - Instruments Of Rapture Part 5

In einigen seltenen Momenten wirft die Flut an Releases, die aus dem hohen Norden Grossbritanniesn zu uns herüber schwappt, bei mir die Fragen auf, woher die DJs und Produzenten ihre Energie und Kreativität hernehmen, um einen beständig grossen und doch qualitativ hochwertigen Output abzuliefern, und ob nicht bald das Ideen- und Rohmaterial-Reservoir der Herren Craig Smith & The Revenge ausgeschöpft sein könnte.

Denn es ist erst ein gutes Jahr her, da machten die beiden schottischen Überflieger-Modelleditierer mit zwei unter ihrem 6th Borough Project-Alias veröffentlichten Edits auf dem Label Instruments Of Rapture von sich reden, zwei (Tanzflächen füllende) Adaptionen alter Disco Funk-Klassiker, die in meinen Augen schwerlich zu toppen sind (sehr wohl in dem Wissen, dass für einige Puristen das Herumschrauben an den Klassikern dieser Zeit an Blasphemie grenzen mag). Mit "Do It To The Max", einer Überarbeitung des gleichnamigen Songs von Xavier aus dem Jahre 1982 und mit "Just A Memory", einer Editierung des Hi Gloss-Klassikers "You'll Never Know", hat das 6th Borough Project zwei Kunstwerke abgeliefert, hinter denen eine Folgeveröffentlichung, zumal auf demselben Label, geradezu zurückstehen muss, auch wenn diese ebenfalls das Prädikat "hervorragend" verdient.

Mit grosser Spannung erwartete ich daher die Ankunft der Instruments Of Rapture Part 5, die für Ende März 2010 angekündigt war und die drei weitere ruff jamz aus der bekannten Edinburgher Ultra Slow Motion-Schmiede versprach. Ob diese nun an die Instruments Of Rapture Part 5 anzuknüpfen vermag, muss jeder für sich selbst beantworten. Ich bin ein kleiner Fan dieses Imprints, und daher auch ein wenig befangen.

Beim Hören von "Slow Down Baby", dem ersten Track der 12", hatte ich stets im Kopf die Frage: "How slow can you go?", denn Craig Smith & The Revenge liefern hier ein Arrangement ab, das von einem Höchstmass an Verlangsamung gekennzeichnet und mit einem hohen Energiepotential aufgeladen ist. Als Ausgangsmaterial hierfür diente "Body Fusion" von Starvue, einer aus Chicago stammenden Soul- und Disco Boogie-Formation der späten Siebziger und frühen 80er Jahre. Aus diesem Song schnitzte das schottische Disco Tag Team einen prägnanten Vokalpart heraus, welchen sie als Grundstein für den Aufbau ihres Tracks verwendeten. Unter diesen legten sie eine - wieder einmal - Heiss- und Kaltschauer auslösende Bassline, die tief wie ein Achtzylinder-Dieselmotor vor sich hin grummelt. Ruhige Instrumentalpassagen lösen in regelmässigen Abständen die Vokalparts ab, was für eine gewisse motivisch-thematische Dramatik in diesem über neun Minuten langen Edit sorgt. Perkussion und magic strings runden das Arrangement ab. Grossartig.

"Closer", der zweite Track, ist ganz für Verzögerungsgeniesser ausgelegt, genauso wie "Stratus Quo". Über drei Minuten lang versetzen Craig Smith & The Revenge Hörer und Tanzende gleichermassen durch schwebende Congas, treibende Bassdrums und markante Perkussions-Akzente gleichermassen in einen tranceartigen Zustand. Dazu wieder magic strings sowie ein paar Effekte, und fertig ist das Rework von Marcel Chapmans "The Opening Theme". Basschwerer Disco Funk, der auf der Tanzfläche für körperliches und emotionales Wohlbefinden zugleich sorgt.


English (short) version: Craig Smith and The Revenge are back on their imprint Instruments Of Rapture with a 12" that contains three rough and rugged bass-heavy reworks of classic disco funk songs. The uberflying scottish edit-athletes come across in a very compelling and hard to resist manner. One nation under a slowed down groove!


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6th Borough Project : Slow Down Baby by The Revenge

6th Borough Project : Closer by The Revenge

6th Borough Project : Stratus Quo by The Revenge

Ryo Murakami - Just For This

Ryo Murakami legt derzeit einfach einen Wahnsinnslauf hin, oder?! Er schnürt ein hochpotentes Trackpaket nach dem anderen. Ob das nun seine "Lost It EP", die "Lovin EP" aus dem Vorjahr waren oder die hier vorliegende 12" "Just For This" auf Dessous Recordings, dem Poker Flat-Sublabel.

(Rechtlich wird Dessous wahrscheinlich immer noch unter ein und demselben Dach wie Poker Flat geführt. Aber ansonsten laufen Dessous und Poker Flat weitestgehend unabhängig voneinander. Zumindest ist es schon sehr lange her, dass ich die beiden Labelnamen in einem Atemzug, bzw. die Umschreibung Mutter-, Tochterlabel gehört habe. Und über die Verselbständigung der Tochtergesellschaftenlabel zu philosphieren, gehört vielmehr ins Steuerrecht wohin auch immer).

Da ich noch eine ganze Menge anderer Dinge zu erledigen habe, bevor ich mich auf einen kurzen Wochenendtrip raus aus Freiburg mache, fasse ich mich an dieser Stelle kurz. "Just For This" in seinem Original hat aufgrund seines langsamen Grundtempos beinahe eine mediative Wirkung auf mich. Schön, um sich allmählich in eine Clubnacht einzugrooven. Prägnant der Bass, warm der Klang der orgelartigen Pads - i like! Graeme Clark alias The Revenge erhielt den Auftrag, diesen Track zu überarbeiten. Er lockert ein wenig die Handbremse, zieht das Tempo an, macht sich an den Synthesizersounds zu schaffen, frickelt an Claps und Snares herum, und verleiht "Just For This" dadurch einen überaus tanzflächentauglichen Charakter. Bleibt noch "Untitled", der dritte Track auf der EP. Hier mischt Ryo Murakami gluckernde Soundsequenzen mit unterschiedlichen Vocalsamplen zusammen, packt einen eingängigen Housebeat darunter, und gut ist. Nicht für die allerfernste Ewigkeit, aber allemal eine solide 4/4-Produktion, die nicht Gefahr läuft, auch nach mehrmaligem hören / spielen ausgelaugt zu wirken.

English (short) version: Ryo Murakami had a a very fertile year in 2009 with releases on Relaxine, Morris Audio City Sport, and so on. Now he is turning back home to his prior hub Dessous Recordings on releasing duties. "Just For This" is a custom made deep house 12" that convinced me due to its slow paced rhythm textures and organ pads. Remixed by Graeme Clark a.k.a. The Revenge, who directly aimed at the dancefloor with a more forward driving tempo. Finally, you have an untitled track on this ep which is characterized by freaky vocal samples forming crazy dialogues, some click clack- and gurgle-sounds. Fine.


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2009 oct_Live@ryo murakami by Ryo Murakami

Mixed up monday (1)

Mit Verlaub, wer behauptet, Montagslaune sei ihm fremd, lügt. Oder die betreffende Person will sich nicht eingestehen, (wenigstens einmal) mit bescheidener Stimmung aufgewacht zu sein; nur mit grosser Unlust an den Ausbildungsplatz zurückgekehrt zu sein; nur mechanisch seine Arbeit wieder aufgenommen zu haben oder eine auf 8 Uhr s.t. angesetzte Vorlesung zuhause stattfinden zu lassen.

Und wer kennt sie nicht, diese nagenden Selbstzweifel und aufkommenden Fragen nach der arbeits- oder studienplatzspezifischen Eignung, wenn man seinen vor Vitalität, Spannkraft und Dynamik nur so strotzenden Arbeitskollegen oder gar dem Vorgesetzten begegnet, kaum dass der erste Arbeitstag der Woche begonnen hat?! Ganz zu schweigen von den regelmässig Scham- und Schuldgefühle auslösenden Momenten, in denen man in das schon von ferne hell glänzende Dentalhygienikerlächeln seiner Kommilitoninnen blickt, die bereits nach der ersten Vorlesungspause ins (germanistische, historische oder juristische) Seminar eilen, um sämtliche Literaturhinweise des Dozenten herauszusuchen und zu kopieren. Allein die Vorstellung daran löst bei mir Gänsehaut, Schweissausbrüche und Panikattacken aus!

Anyway. Wer sich nicht zu der raren Spezies Mensch zählt, die sich Freitagabend bereits wieder auf das montägliche Weckerläuten freut, dem ist das Montagsdurcheinander ein treuer Begleiter. Daher wird es in Zukunft auf Keep-It-Deep unter dem Titel "Mixed up monday" in regelmässiger Wiederkehr akustische Gute-Laune-Drops geben. Links zu Mixen, Podcasts und Live-Mitschnitten, die über das Wochenende hinweg veröffentlicht wurden und die nach meinem Dafürhalten geeignet sind, vom ersten (Arbeits-)Tag der Woche ein wenig Abstand nehmen zu können.

Beginnen möchte ich daher mit dem heute in aller Herrgottsfrühe auf D(eep) and T(ribal) H(ouse) veröffentlichten Mix "Bright" von SE62. Discotrunkener Slow Motion-House mit einer guten Prise rauem Funk - genau das richtige für mich, um in eine neue Woche einzutakten. Here you go.

Als nächstes lohnt sich der Blick auf das jüngste Mixwerk der Herren Ooft! für Ruff Jamz Audio. Disco, Funk, House, Originale und aufbereitete Classics durch Ali Herron und The Revenge - worth to check. Here you go.

Noch aus der vergangenen Woche stammt der Podcast des Stuttgarters Danilo Plessow alias Motor City Drum Ensemble für die Jungs und Mädels vom xlr8r-Magazin. Haben sicher alle schon gezogen und gehört. Anyway. Ich verlinke ihn dennoch. Here you go.

Wer die Schnauze gestrichen voll hat von diesem ganzen House- und Disco-Kram, sollte sich schnellst möglich auf die Seite des FACT Magazine begeben. Für dieses stand der Berliner René Pawlowitz alias Shed an den Plattenspielern und versorgt uns mit Klangware von Peverelist, Martyn, Joy Orbison, Zomby und Skream auf der einen sowie Surgeon, Underground Resistance, oder Pan Sonic und Marcel Dettmann auf der anderen Seite, wie der Einleitung zu entnehmen ist. Und auf geht's...!.

Etwas technoider als in der vergangenen Woche startete auch Residentadvisor in die neue Woche, diesesmal mit dem aus dem Underground Resistance-Umfeld stammenden DJ Stingray. Worth to check.

Zum Schluss noch ein Mix, der dem in den vergangenen Tagen verstorbenen Teddy Pendergrass Tribut zollt: DJ Wonder's Teddy P. Tribute Mix. R.I.P.!

Morgen geht's hier wieder weiter mit der Vorstellung ein paar Releases, unter anderem Tracks von Jacob Korn und Scott Ferguson.


English (short) version: Mondays suck. Mondays really suck. Mondays suck the most when everyone around you seems to be fitter and better looking than you. Therefore, I'd love to provide you every monday evening with a good dose of freshly handcrafted and mixed media, mixes, podcasts, recorded live sets, to avoid or to get rid of this monday feelings. C ya tomorrow, when I will be back to talk about some new tunes by Jacob Korn, Scott Ferguson and other producers.