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Wax - Wax 30003

„I have always Shed with me – I never go anywhere without a Shed record, Shed or Wax or Equalized, one of them.“ Diese klaren und überzeugten Worte gab im April diesen Jahres Tama Sumo in einem Interview auf Little White Earbuds zu Protokoll auf die Frage, ob es Veröffentlichungen von Produzenten oder Erscheinungen auf gewissen Labels gebe, die ihren Plattenkoffer niemals verliessen.

Über diese Aussage musste ich nicht lange nachdenken, denn ich bin der festen Überzeugung, dass jeder, der einmal das unter den verschiedensten Künstlernamen des Berliner Musikers und Produzenten René Pawlowitz veröffentlichte Material auf einer (Club-)Anlage mit druckvollem, bassintensivem Sound gehört oder selbst aufgelegt hat, Tama Sumo bedingungslos beipflichten kann: never leave home without your Wax (or Shed or Equalized)! Denn wer seine Tracks schon einmal erfahren durfte, kann in den folgenden Satz guten Gewissens miteinstimmen: „Wer mit der Feuerseele dieser Musik einmal in Berührung kam, dem schwindet sie nicht wieder aus der Erinnerung.“ (frei nach Dr. Löning, Brief an Karl Emil Franzos, Über Georg Büchner).

Diese, die Feuerseele, heiss und lodernd, mag manch ein Rezensent in der unmittelbaren Gegenüberstellung zu den beiden vorangegangenen Platten des Berliners, Wax 10001 und Wax 20002 vermissen. Und vielleicht haben diese auch Recht, fügt René Pawlowitz auf der Wax 30003 nicht ganz so ungestüm und wild pumpende Bässe, kräftige Kickdrums und schwere Dub Chords aneinander, wie man es zuvor gewohnt war. In der Gegenüberstellung zu den beiden anderen Nummern dieser Veröffentlichungsreihe sind die beiden Tracks etwas geometrischer, formstrenger. Und dennoch: die B-Seite zieht einen von den ersten Takten an mit ihrem den Track antreibenden Basslauf in ein Meer aus Bass und Chords, auf deren Wellen sich der Einsatz der Becken als Champagnergischt entpuppt. Riesen Sache, die am vergangenen Montag der PA des Waldsee ihre Grenzen aufzeigte, als Agent Schwiech sie zum Einsatz brachte. Auf der A-Seite besticht René Pawlowitz als Klangkonditor mit einem langsamen Aufbau. Schicht um Schicht trägt er auf seiner Kostbarkeit auf und zögert die Geschmacks- hier: Klangexplosion besonders weit hinaus. Grande!


English (short) version: Berlin based musician and producer Shed is truly the master of raw and powerful tones that never disappoint. The third edition of his highly acclaimed Wax-releases is a delicate balancing act between gritty raw and stripped down sounds, and I'm sure that we gonna face even more powerful wax-quakes in the future.


Mehr im Web:

Shed @ MySpace
Shed / Soloaction
Shed @ Waxtreatment Podcast - #003

Mixed up monday (1)

Mit Verlaub, wer behauptet, Montagslaune sei ihm fremd, lügt. Oder die betreffende Person will sich nicht eingestehen, (wenigstens einmal) mit bescheidener Stimmung aufgewacht zu sein; nur mit grosser Unlust an den Ausbildungsplatz zurückgekehrt zu sein; nur mechanisch seine Arbeit wieder aufgenommen zu haben oder eine auf 8 Uhr s.t. angesetzte Vorlesung zuhause stattfinden zu lassen.

Und wer kennt sie nicht, diese nagenden Selbstzweifel und aufkommenden Fragen nach der arbeits- oder studienplatzspezifischen Eignung, wenn man seinen vor Vitalität, Spannkraft und Dynamik nur so strotzenden Arbeitskollegen oder gar dem Vorgesetzten begegnet, kaum dass der erste Arbeitstag der Woche begonnen hat?! Ganz zu schweigen von den regelmässig Scham- und Schuldgefühle auslösenden Momenten, in denen man in das schon von ferne hell glänzende Dentalhygienikerlächeln seiner Kommilitoninnen blickt, die bereits nach der ersten Vorlesungspause ins (germanistische, historische oder juristische) Seminar eilen, um sämtliche Literaturhinweise des Dozenten herauszusuchen und zu kopieren. Allein die Vorstellung daran löst bei mir Gänsehaut, Schweissausbrüche und Panikattacken aus!

Anyway. Wer sich nicht zu der raren Spezies Mensch zählt, die sich Freitagabend bereits wieder auf das montägliche Weckerläuten freut, dem ist das Montagsdurcheinander ein treuer Begleiter. Daher wird es in Zukunft auf Keep-It-Deep unter dem Titel "Mixed up monday" in regelmässiger Wiederkehr akustische Gute-Laune-Drops geben. Links zu Mixen, Podcasts und Live-Mitschnitten, die über das Wochenende hinweg veröffentlicht wurden und die nach meinem Dafürhalten geeignet sind, vom ersten (Arbeits-)Tag der Woche ein wenig Abstand nehmen zu können.

Beginnen möchte ich daher mit dem heute in aller Herrgottsfrühe auf D(eep) and T(ribal) H(ouse) veröffentlichten Mix "Bright" von SE62. Discotrunkener Slow Motion-House mit einer guten Prise rauem Funk - genau das richtige für mich, um in eine neue Woche einzutakten. Here you go.

Als nächstes lohnt sich der Blick auf das jüngste Mixwerk der Herren Ooft! für Ruff Jamz Audio. Disco, Funk, House, Originale und aufbereitete Classics durch Ali Herron und The Revenge - worth to check. Here you go.

Noch aus der vergangenen Woche stammt der Podcast des Stuttgarters Danilo Plessow alias Motor City Drum Ensemble für die Jungs und Mädels vom xlr8r-Magazin. Haben sicher alle schon gezogen und gehört. Anyway. Ich verlinke ihn dennoch. Here you go.

Wer die Schnauze gestrichen voll hat von diesem ganzen House- und Disco-Kram, sollte sich schnellst möglich auf die Seite des FACT Magazine begeben. Für dieses stand der Berliner René Pawlowitz alias Shed an den Plattenspielern und versorgt uns mit Klangware von Peverelist, Martyn, Joy Orbison, Zomby und Skream auf der einen sowie Surgeon, Underground Resistance, oder Pan Sonic und Marcel Dettmann auf der anderen Seite, wie der Einleitung zu entnehmen ist. Und auf geht's...!.

Etwas technoider als in der vergangenen Woche startete auch Residentadvisor in die neue Woche, diesesmal mit dem aus dem Underground Resistance-Umfeld stammenden DJ Stingray. Worth to check.

Zum Schluss noch ein Mix, der dem in den vergangenen Tagen verstorbenen Teddy Pendergrass Tribut zollt: DJ Wonder's Teddy P. Tribute Mix. R.I.P.!

Morgen geht's hier wieder weiter mit der Vorstellung ein paar Releases, unter anderem Tracks von Jacob Korn und Scott Ferguson.


English (short) version: Mondays suck. Mondays really suck. Mondays suck the most when everyone around you seems to be fitter and better looking than you. Therefore, I'd love to provide you every monday evening with a good dose of freshly handcrafted and mixed media, mixes, podcasts, recorded live sets, to avoid or to get rid of this monday feelings. C ya tomorrow, when I will be back to talk about some new tunes by Jacob Korn, Scott Ferguson and other producers.