Tampilkan postingan dengan label DJ Qu. Tampilkan semua postingan
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Mixed up monday (38)

Die heutige Ausgabe der Mix-Rundschau erfolgt ein wenig früher als zur gewohnten spätabendlichen Zeit, und das hat seinen guten Grund: Johannes Albert a.k.a. Vinylgroover wird heute Abend bei Tageins antreten. Als Vorschau und Einstimmung hierauf beginne ich den Wochenüberblick auch mit ein paar Mixtapes des mittlerweile Wahlberliners.

Wäre zum einen der Guest Mix, den Johannes Albert fast vor Jahr und Tag für dieses Blog angefertigt hat. House in allen erdenklichen Klangschattierungen. Check:

Johannes Albert for 'keep-it-deep' by johannes-albert

Wer diesen Mix gerne auch "für unterwegs" haben möchte, kann hier vorbeischauen. Für kurze Zeit ist er wieder zum Download erhältlich.


Im Mai diesen Jahres bestritt die WHITE-Familie eine Nacht und einen Morgen in der Berliner Bar25. Da Johannes Albert mit "Wooden Pearls" einen Beitrag für den Veröffentlichungskatalog des Labels geleistet hat, war er ebenfalls mit einer handvoll Platten am Start und legte das Fundament für diese Clubnacht:

Johannes Albert @ Bar 25, 08.05.2010 by vinylgroover


Kritische Zungen können ihm alles vorwerfen. Nur eines nicht: kleinhorizontige Engstirnigkeit. Johannes Alberts Blick schweift über die (jeweiligen) Genregrenzen hinaus, seine Sets mäandrieren sich durch Soul, Jazz, Disco, durch alte Klassiker oder neue Hits hindurch - a journey into sound:

johannes albert is "being frank" by vinylgroover


Immer noch nicht überzeugt? Dann ist die Liebe zu Neonelektrorave-Sounds und Drei-Akkord-Gitarren-Liedern wirklich gross.



In der Mix-Welt hat sich in den vergangenen acht Tagen einiges Erfreuliches getan. Auf Alainfinkielkrautrock habe ich einen Mix des Blog-Mitglieds, Filmemachers, Plattensammlers, Nerds und überhaupt, Marco Dos Santos, entdeckt, der - zumindest für mich - jede Menge obskures Material zum Entdecken und Nachspüren beinhaltet. Dieser Marco Dos Santos ist es auch, der das offizielle Video zu Superpitchers "Rabbits In A Hurry" zu verantworten hat. Erst der Mix, dann das Video, beides gut! Marco Dos Santos - Happy Mix #3 @ Alainfinkielkrautrock.



SUPERPITCHER "RABBITS IN A HURRY" OFFICIAL VIDEO from Marco Dos Santos on Vimeo.


Auf Facebook bereits dutzendfach verlinkt, wurde im Verlauf der letzten zwei, drei Tage der neueste Mix auf Another Night On Earth. Sein Urheber ist der Greymatter und Wolf Music Honcho Graham "Greymatter" Luckhurt. Wer sich diesem Produzenten und DJ in Wort und Schrift nähern möchte, kann dies auf Datatransmission.co.uk gerne tun. Alle anderen, die Leseratten nicht ausgenommen, bitte hier lang. Recommended!


Zwei Lehrstunden in Sachen Musik (verzeiht dieses einfache, einfallslose Substantiv, aber ich weiss wirklich nicht, welche Genrebezeichnungen ich bemühen soll) lassen sich seit Wochenende auf Testpressing nehmen. Zum einen hat Paul Williams unter seinem Künstlernamen Balearik Soul einen wirklich launesteigernd wirkenden Mix für das kaleidoskopisch auf (Club-)Musik blickende Blog zusammengestellt: Balearik Soul - L. I. F. T. - Mix @ Testpressing. Zum anderen bastelten die Schweden von Eden Rock etwas Herbstliches-nicht-Herbstliches zusammen: Eden Rock - An Autumn Mix @ Testpressing.


Anlaufstelle für alle Digger, Nerds, Bewahrer, Vorantreiber, Avantgardisten, Stylisten und Trendsetter sowie faule Konsumenten war und ist Aor Disco. Martin Brew aus Manchester, der mit dem Label Fat City Recordings in Verbindung zu bringen ist, hat sich die Mühe gemacht, einen kleinen Mix unter dem Titel "Nooks & Crannies" einzuspielen. Anhören und / oder herunterladen hier oder hier:

Nooks & Crannies by Martin Brew


Jede Menge komprimierte Dateien zum herunterladen gibt es auch bei den - ebenfalls in Manchester beheimateten - Jungs von Cosmic Disco. Unter anderem eine Social Disco Club Radioshow sowie ein Mix vom Luke "Unabomber" Cowdrey. Einfach mal unter der Rubrik Musik stöbern.


Mit jede Menge balearic bliss wartet das Blog von plaidmusic: Modern Balearic Bliss @ Plaidmusic.


Irgendwann einmal muss man ihn abnehmen, den Disco-Bart, auch wenn der Trennung Wehen schmerzen. Darüber hinweg tröstet vielleicht der folgende Mix. Eingespielt hat ihn Kai von Glasow aus Essen. Er beinhaltet jede Menge Dubtechno / Techno, Basic Channel, Skudge, Redshape, und so weiter. Grossartig!

Poor People Must Work by kaivonglasow


Um den Orientierungsbegriff Techno dreht sich auch ein Mix vom Vidab-Mitgründer Oliver Deutschmann. Jede Menge Delsin, Music Man und R&S. Shit-Hot! Leider nur noch zum anhören, aber vll. gibt's ihn noch einmal zum Herunterladen in den kommenden Tagen:

Oliver Deutschmann's Dutch People are good AutumnSet 2010 by oliverdeutschmann


Bei Deepsounds, einer französischen Blog-Bastion rund um das Thema tiefgehender (elektronischer) (Club-)Musik, ist der jüngst erschienene Oktober Mix wärmstens zu empfehlen. Zahlreiche Klassiker aus dem House- und Techno-Becken, von Kings Of Tomorrow über Larry Heard zu Virgo sowie neue Klangware, die auf den jüngst gegründeten Label wie Praterei oder Tabernacle das Licht der Welt erblickt hat. Dope!


Und zum Schluss noch dies: DJ Qu mit einem Podcast auf Little White Earbuds - Tracks aus dem bekannten Umfeld, dafür einiges an unveröffentlichtem Material. Ein Durchhören wert.


English (short) version: Johannes Albert, an up and coming German producer and long time dj and music lover will show up at Tageins, the weekly hang out on Monday night. Therefore you'll find some of his recent mixes and his guest mix for this blog in our this weeks selection. After this, you are served with fresh mixes that will please the nerdiest balearic disco boogie nerd and noob at the same time, whereas DJ Qu, Oliver Deutschmann and Kai von Glasow, a German DJ from Essen, will satisfy all the deep and tech heads with their nourishing tune selection. Have fun!

Walt J - Reborn

Untergang und Neuerstehung, werden und vergehen. Seit jeher haben sich die Menschen mit diesem immer wiederkehrenden Kreislauf auseinandergesetzt und versucht, ihn in ein systematisches Gedankengebäude zu fassen. Ob das nun griechische Philosphen, (ur-)christlich geprägte Denker oder Vertreter indischer Philosophien waren, sie alle arbeiteten sich am Thema der Vergänglichkeit ab, ob mit Weiterlebensglauben oder ohne.

Diesem natürlichen Kreislauf, dem ihm innewohnenden Veränderungsprozess, unterliegt auch die Musik. Alte, längst in Vergessenheit geratene und untergegangen geglaubte Kompositionswerke tauchen Jahre später an anderer Stelle wieder auf. Eine längere Passage wird paraphrasisch in eine Neukomposition eingearbeitet, Ausschnitte werden als Genre-Versatzstücke zitiert (oder parodiert), so dass manch eine Quelle nur fragmentarisch erkennbar bleibt. So geschehen auch auf der vorliegenden 12", welche unlängst auf dem belgischen House- und Techno-Label Curle erschienen ist. (Wer mit diesem Label nicht mehr so viel in Verbindung bringen kann, sei an Efdemins Mix-Compilation aus dem Jahre 2008, "Carry On, Pretend We're Not In The Room" erinnert, einer wahrhaft atemberaubenden Reise durch Tracks von Patrice Scott, Craig Alexander, Dettmann & Klock sowie Efdemin persönlich.)

Walt J alias Walter Jones - nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen DFA- und Permanent Vacation - Produzenten - stammt selbst aus Detroit und hat vor allem in den Mittneunziger-Jahren auf dem Label Dow Records sehr, sehr moody House Tracks wie beispielsweise auf "Ascender" veröffentlicht. Auf discogs.com gibt es tatsächlich noch (!) jemanden, der diese Platte(n) zum Kauf anbietet, ansonsten sieht's schwierig aus mit der Beschaffung von Walt J-Platten - ein knappes und wertvolles (Kultur-)Gut.

Diesem (Wieder-)Beschaffungsengpass hilft diese 12" ab, denn sie liefert mit "Reborn" einen Walt J-Klassiker aus dem Jahre 1997, auf welchem sich der Detroiter Produzent eines schon zu dieser Zeit als Klassiker anerkannten Tracks zu Sampling- und Weiterverarbeitungszwecken angenommen hat, und zwar "Can You Feel It" von Fingers Inc. Bedenken ob der Unangreifbarkeit und Unantastbarkeit dieser Blaupause von Chicago House, von House im Allgemeinen, sollte man meines Erachtens keine hegen. Und wer die Frage ausdiskutiert haben möchte, ob Walt J in diesem Fall als kreativer Autor oder lediglich ausführender Interpret aufgetreten ist, der lade mich bitte auf eine Flasche Rotwein ein. Mit seiner Neuinterpretation hebt Walt J den pudrig sanften Akkord des Originals, der den Head in manch gefühlsstarkem Tanzflächenmoment auch heute noch zu Tränen rühren vermag, aus dem House-Fundament heraus und trägt ihn sanft über die Grenze zum (Detroit) Techno. Claude Young, Robert Hood, Stacey Pullen oder Joey Beltram - "Reborn" ist den Sets dieser DJs wie auf den Leib geschnitten.

Kalt, aggressiv, unheilvoll und eisig. So wirken teilweise auch die Klangskulpturen eines Ramon Lisandro Quezada alias DJ Qu. Der zu Jus-Eds Underground Quality-Familie zählende DJ und Produzent ist ein Meister wenn es darum geht, schaurige Verstörungsmomente, Angst und Beklemmung verströmende Seelenbilder auf Vinyl zu pressen, ob auf seinem eigenen Label Strength Music oder beispielsweise als Remixer auf Deconstruct. In seinem Remix für "Reborn" hält er am Techno des Ausgangswerkes fest, setzt am Akkordmuster an und baut - konzentriert auf einzelne Loops - auf zeitliche Ausdehnung. Eine nicht enden wollende Astralreise.


English (short) version: There are a few remarkable chord patterns that both, heads and newbies, are able to identify among thousands of musical faces. The original material, that Walt J cutted up and rearranged to create a new track, contains one of those patterns that shine like lighthouse luminaries in the dark, "Can You Feel It", carefully crafted by Fingers Inc. in the late eighties. On the flip you'll find New York based DJ Qu cutting, chopping and slicing the Walt J tune into a neverending astral techno travel. Large!


Mehr im Web:+

Walt J / Walter Jones @ discogs
DJ Qu / Strength Music @ MySpace
DJ Qu - Podcast @ Made Like A Tree
DJ Qu - Podcast @ djbroadcast.nl
Curle Records


(CURLE-P04) Walt J - Reborn (incl. DJ Qu rmx) by CurleRec

DJ Qu - Party People Clap They Hands

Erschreckend, welch deutliche Leistungseinbussen ich derzeit bei meinem Kurzzeitgedächtnis zu verzeichnen habe. Anderenfalls könnte ich mich an dieser Stelle noch daran erinnern, wo ich "Party People Clap They Hands" von DJ Qu das erste Mal gehört habe. Es muss in einem Mix gewesen sein, so viel steht fest. Als erstes zöge ich entweder Tama Sumos Panoramabar-Compilation oder Fred P / Black Jazz Consortiums Podcast für Little White Earbuds in Betracht, rein musikalisch würde es auch passen, doch mittlerweile kenne ich die Tracklist von beiden Einspielungen auswendig und weiss: it ain't on the list. So viele können's nicht sein, aber ich komme jetzt einfach nicht drauf. Wer etwas dazu weiss, bitte in die Kommentare schreiben.

Mit "Party People Clap They Hands" tritt Ramon Lisandro Quezada, wie DJ Qu mit bürgerlichem Namen heisst, das erste Mal auf Deconstruct Music, dem Label von Levon Vincent und Anthony Parasole, auf. Diese Verbindung entstand zum einen über den New Yorker Plattenladen Halycon Record Store, zum anderen über DJ Jus-Ed, der mit seinem Label Underground Quality einen wahren Start Hub für DJs und Produzenten geschaffen hat. So ist es auch kaum verwunderlich, dass sich auf der dritten Deconstruct 12" mit DJ Jus-Ed, Fred P, Levon Vincent und Anthony Parasole auch genau diese Label Buddies zu einer Remixtätigkeit eingefunden haben.

Wenn vom Titel eindeutig auf den Inhalt geschlossen werden kann, dann bei DJ Qus

Originalversion. "Party People Clap They Hands" ist eine eindeutige Programmansage, denn tonangebend sind die harten Claps und Bassdrums, welche regelrecht zum Tanzen auffordern. Kaum mit Flächen, Melodien oder sphärischen Klangelementen versehen, versetzt einen dieser Track in den Hinterhof eines backsteinernen Gebäudes, in dem sich ein paar Jungs zu hartem analogem Funk ihre rhythmischen Bewegungen auf den schmutzigen Asphalt zaubern. Hier möchte man im Kreis stehen, und sie mit Klatschen zu Höchstleistungen anspornen.

Den ersten Remix liefert Levon Vincent, seines Zeichens Label Co-Owner und (auch) in diesem Jahr konstant herausragende Leistungen abliefernder Produzent. Über die Drums und Bässe legt er disharmonisch-metallische Synthesizer-Klänge, die längst zu (einem seiner) Markenzeichen geworden sind. Die Frage "What's going on" wirft er als Fragment zu Recht im Break auf, denn Levon Vincents Auftritt bereichert eine Platte wieder einmal mit einer ebenso sinnlichen wie verstörenden Klangerfahrung.

Fred P a.k.a. Black Jazz Consortium und Anthony Parasole, der andere Label-Mitbetreiber, haben "Party People Clap They Hands" einer kompletten Überarbeitung und Neuarrangierung unterzogen und das Original dabei stark entfremdet. Dronig-loopig , harsch und dennoch rhythmisch wirkt ihre Herangehensweise auf mich, so dass ich geneigt bin, die Genrebegriffe Noise, Industrial und EBM miteinzubeziehen. Nachvollziehbar, wenn Noah Gibson in seinem ausgezeichneten Blog schreibt, dass einem dieser Sound einen Blick in die Zukunft öffnet ("This is probably what 2010 will sound like", http://thefuturist.se/2009/12/03/review-dj-qu-party-people-clap/ ).

DJ Jus-Ed schliesslich verpackt im Vergleich zu Levon Vincent, Fred P und Anthony Parasole den Track in ein klassisches House-Gewand. Der minimalistische, treibende und technoide Sound tritt in den Hintergrund und er injiziert eine gute Dosis New York-House der 90er Jahre in "Party People Clap They Hands".

Nichts für vorweihnachtliche Wohnzimmerbehaglichkeit!


Mehr im Web:

http://www.myspace.com/strengthmusic

Interview und Podcast mit DJ Qu unter http://madelikeatree.com/Pages/qu.html sowie bei meinem Namensvetter unter http://keepitdeep.wordpress.com/2009/10/12/k-d-feature-001-dj-qu-strength-in-music/.

http://www.myspace.com/levonvincent
http://www.myspace.com/blackjazzconsortium
http://www.myspace.com/ill_house_you
http://www.myspace.com/djjused
http://www.myspace.com/deconstructmusic