Was ich an Produktionen aus dem Hause Steinhoff - sei es erschaffen als Einzelproduzent mit Something Like Wonderful", sei es zusammen mit Dionne unter dem Smallpeople-Alias und "Before Leaving To Paris" - besonders schätze, ist folgendes:
Die Tracks sind durchzogen von einer düsteren, geheimnisvollen Stimmung, wie sie nur das blaue Licht der Dämmerung vermitteln kann. Ätherische Synthesizer-Flächen und Melodieläufe lassen die Hörer / Tänzer scheinbar davon schweben, auf eine nicht enden wollende Reise. Ganz entrückt. Doch die vollkommene Leichtigkeit fehlt. Etwas Schweres ist zu spüren. Ein feiner Schmerz. Gar mag Wehmut aufkommen. Ein Gefühl von zarter Traurigkeit, das vielleicht durch Erinnerungen an Vergangenes hervorgerufen wird. Die Tracks von Julius Steinhoff verharren jedoch nicht in diesem Gefühlskosmos. Aus ihnen sprechen meiner Ansicht nach zugleich eine unbändige Lebenslust und Freude. Diese kommen in den durchweg treibenden Beats und in deren gefühlvollen, warmen Groove zum Ausdruck.
So ist auch die Grundstimmung auf seiner EP, die bald auf dem schwedischen, in Malmö beheimateten Label Geography Records erscheinen wird. Es ist die zweite 12" der skandinavischen Label-Neuentdeckung, die im Vorjahr mit "Macedonia / Iraq" ein grosses Ausrufezeichen gesetzt hat. Oscar Villata und Adam Lundberg, die beiden Labelgründer und -betreiber, bezwecken mit ihrer Plattform einen Musikatlas deeper elektronischer (Club-)Musik, möglichst facettenreich und vielseitig, zu erstellen. So jedenfalls kann man es aus "Mapping deep sounds of the world", ihrem strategisch-programmatischen Ansatz, herauslesen. Geography 001 und Geography 002 sind mehr als nur ein gelungener Einstand. Wir hoffen auf Fortsetung!
GEO 002 by Geography
English (short) version: it is difficult to highlight a scandinavian (deep) house / electronica label at this very moment as there is at least half a dozen of - more or less - underground imprints that beat up the house scene with a raw yet melodic and tasteful sound. Geography Records is one of those imprints. It kicked off its release series with "Macedonia / Iraq" by Swedish producers Shakarchi & Straneus. Now, it is up to Julius Steinhoff to continue to setting the pace. He, who is the co-founder and co-owner of Smallville Records, convinces with three melancholic yet beautiful house tracks, decent yet wild, extrovert yet introverted. Dope!
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Julius Steinhoff @ MySpace
Julius Steinhoff - Portrait @ fudder.de
Geography Records @ MySpace
Geography Records @ Facebook
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Smallpeople & Rau - Meadows
Dieses Jahr ist ein guter House-Herbst. John Roberts hat mit seinem Debüt-Album "Glass Eights", dieser Tage auf Dial Records erschienen, gezeigt, dass er ein würdiger Träger aller für ihn bisher gewundenen Lorbeerkränze ist (heute Abend übrigens zu hören im Tanzhaus West in Frankfurt am Main, los geht's ab 23 Uhr). Nicht mehr lange wird es dauern, bis Christopher Rau seine "Asper Clouds" von Smallville Records aus aufsteigen lässt.
Dieser, Christopher Rau, der 2009 mit "Ne Travaillez Jamais" auf Dérive Schallplatten erhebliche Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte, findet sich auf der vorliegenden 12" mit den Smallpeople, also Dionne und Julius Steinhoff, für eine Teamarbeit zusammen. Noch vor Veröffentlichung seines Albums, während dessen Entstehungsprozesses, Zeit zu finden, um mit dem Kernteam des Smallville-Imperiums an einer Platte zu arbeiten, ganz ohne grosses Aufheben, das nenne ich Leidenschaft.
Diese enthusiastische Begeisterung und Hingabe ist denn auch aus den beiden Tracks dieser 12", "Meadows" und "Life Aquatic" sehr deutlich herauszuhören. Mit dem ersten, "Meadows", verfolgen die Smallpeople in Begleitung von Christopher Rau einen Weg der Reduktion. Mit Behutsamkeit wagen sie sich daran, aus Drum- und Bassstrukturen einen auf Rasiermesserschärfe polierten Groove herauszuschälen, der nur sparsam, dafür umso sorgfältiger eingebettet wird in pumpende, pulsierende Synth-Sequenzen. "Life Aquatic" beginnt mit einem Zusammentreffen kühler, traumhafter Sequenzen und vorantreibenden, die Klangszenerie und Rhythmik des Tracks beschleunigenden Beats. Trotz aller Geeignetheit für die Tanzfläche begibt man sich mit "Life Aquatic" auf eine langsam Fahrt aufnehmende Reise. Als ob man mit einem kleinen Boot im Morgengrauen ablegt, sich allmählich warmrudert und sanft durch zarte, auf dem Gewässer emporsteigende Nebelschleier - die Synth-Flächen im Hintergrund - hindurchgleitet. Mit der Zeit verdichten sich diese, hüllen einen vollständig ein, und kaum merklich nimmt man Kurs auf eine verwunschene Insel - wahrlich eine melancholisch-atlantische Stimmung. Dieser Herbst ist wirklich ein guter House-Herbst. Big up!
English (short) version: The Smallpeople, Dionne and Julius Steinhoff, join forces to work together with Christopher Rau. On this 12", they deliver two tracks. "Meadows", the first, is a razorknife sharp and heavy-groove oriented funky-ass thang whereas "Life Aquatic" takes you on a hazy seaside szene. Beyond this hazy ocean waves, Atlantis is waiting for you and your dreams will come true. Big up!
Mehr im Web:
Christopher Rau @ MySpace
Julius Steinhoff @ MySpace
Dionne @ MySpace
Smallville Records
Christopher Rau - Podcast @ Little White Earbuds
Christopher Rau - Common Cause Podcast
Dieser, Christopher Rau, der 2009 mit "Ne Travaillez Jamais" auf Dérive Schallplatten erhebliche Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte, findet sich auf der vorliegenden 12" mit den Smallpeople, also Dionne und Julius Steinhoff, für eine Teamarbeit zusammen. Noch vor Veröffentlichung seines Albums, während dessen Entstehungsprozesses, Zeit zu finden, um mit dem Kernteam des Smallville-Imperiums an einer Platte zu arbeiten, ganz ohne grosses Aufheben, das nenne ich Leidenschaft.
Diese enthusiastische Begeisterung und Hingabe ist denn auch aus den beiden Tracks dieser 12", "Meadows" und "Life Aquatic" sehr deutlich herauszuhören. Mit dem ersten, "Meadows", verfolgen die Smallpeople in Begleitung von Christopher Rau einen Weg der Reduktion. Mit Behutsamkeit wagen sie sich daran, aus Drum- und Bassstrukturen einen auf Rasiermesserschärfe polierten Groove herauszuschälen, der nur sparsam, dafür umso sorgfältiger eingebettet wird in pumpende, pulsierende Synth-Sequenzen. "Life Aquatic" beginnt mit einem Zusammentreffen kühler, traumhafter Sequenzen und vorantreibenden, die Klangszenerie und Rhythmik des Tracks beschleunigenden Beats. Trotz aller Geeignetheit für die Tanzfläche begibt man sich mit "Life Aquatic" auf eine langsam Fahrt aufnehmende Reise. Als ob man mit einem kleinen Boot im Morgengrauen ablegt, sich allmählich warmrudert und sanft durch zarte, auf dem Gewässer emporsteigende Nebelschleier - die Synth-Flächen im Hintergrund - hindurchgleitet. Mit der Zeit verdichten sich diese, hüllen einen vollständig ein, und kaum merklich nimmt man Kurs auf eine verwunschene Insel - wahrlich eine melancholisch-atlantische Stimmung. Dieser Herbst ist wirklich ein guter House-Herbst. Big up!
English (short) version: The Smallpeople, Dionne and Julius Steinhoff, join forces to work together with Christopher Rau. On this 12", they deliver two tracks. "Meadows", the first, is a razorknife sharp and heavy-groove oriented funky-ass thang whereas "Life Aquatic" takes you on a hazy seaside szene. Beyond this hazy ocean waves, Atlantis is waiting for you and your dreams will come true. Big up!
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Somebody Scream - Agent Schwiech & Julius Steinhoff, Samstag, 15. Mai 2010 - ein kleiner Nachtrag
Ein wolkenverhangener Himmel und immer wieder Regen, dem Wonnemonat Mai also in keiner Weise gerecht werdendes Wetter, sowie eine bereits zur Monatsmitte beachtliche finanzielle Klammheit waren jedoch nicht die ausschlaggebenden Gründe, die mich in meiner derzeitigen Wahlheimat festhielten. Seit Anfang des Jahres ist es die Veranstaltung „Somebody Scream“ im Freiburger Club Drifter’s, welche meinen Wochenend- und Ausgehkalender bestimmt, ganz nach dem Prinzip „Support your local cookie dealer“. Dieses umzusetzen fällt mir bei den „Somebody Scream“-Resident DJs Agent Schwiech, Kowski und Shaddy auch nicht sonderlich schwer, gewährleisten diese doch eine gleichbleibend hohe Qualität auf den Plattentellern. Im Wechsel zu Resident-Nächten, bei denen die drei Locals mitreissende musikalische Stimmungsbögen von melancholisch langsam dahinfliessenden Disco- und Housetunes bis hin zu treibenden, Detroit infizierten Sounds spannen, standen bereits erfahrene Turntable-Athleten wie Oliver Hafenbauer (Robert Johnson, Itsoktohateyourjob) und Langenberg (Mild Pitch) an den Plattentellern, um ihre Vision von House, Techno und Disco vorzustellen.
Für die Clubnacht am vergangenen Samstag war mit Julius Steinhoff der Mitgründer und Mitbetreiber von Smallville (Plattenladen und Label gleichermassen) gebucht. Zuletzt erlebte ich ihn im Februar diesen Jahres im Berliner Club Watergate, wo er gemeinsam mit Dionne und Dor den Waterfloor bespielte – ein Abend, eine Nacht, die mich insbesondere musikalisch beeindruckt hatte.
Nicht minder erinnerungswert war beziehungsweise ist auch der vergangene Samstagabend. Ich betrete den Club, das Drifter’s, zu sehr früher Stunde. Lediglich vereinzelt sitzen oder stehen ein paar Jungs und Mädels an der Bar beziehungsweise haben es sich in den Sitznischen, welche in der Wand eingelassen sind, gemütlich gemacht. Der raue Boden, die nackten Betonwände, die schon etwas zersessenen Sitzmöbel, die schummrig-düsteren Lichtverhältnisse sowie die leicht abgestandene, nach vielen durchtanzten Nächten riechende Luft – all dies kommt meiner persönlichen Vorstellung der vielzitierten Dreiecksbeziehung „basement – red light – feeling“ sehr nahe.
Auf den Punkt eingekochte, druckvoll reduzierte Housegrooves, u.a. das straffe Funkgerüst der Mountain People sowie Daniel Stefaniks „In Days Of Old Part One“, locken eine Vielzahl weiterer Nachtschwärmer auf die Tanzfläche des Drifter’s, die sich von nun an – es ist inzwischen etwa ein Uhr – beständig füllt.
So übergibt Agent Schwiech eine bestens gelaunte und gut aufgewärmte Crowd an Julius Steinhoff, den „Freiburger aus St. Pauli“. Dieser setzt nahtlos am bestehenden Housegroove an mit „All Night“ von Steve Bug, das dieser 1997 produzierte und unter seinem Pseudonym Superlova auf seinem damaligen Label Raw Elements veröffentlichte. In der Folgezeit spielt sich der Gast-DJ des Abends, Julius Steinhoff, durch eine auserlesene Auswahl (US-amerikanischer) House-Platten, Klassiker aus dem Hause Chez Damier /KMS gleichermassen sowie neues Material, u.a. von Kerri Chandler. Neuveröffentlichungen und gut bewährte Klassiker in Sachen Techno verbindet er in seinem Set ebenfalls meisterlich. So führt Julius Steinhoff beispielsweise G-Mans „Quo Vadis“ mit der aktuellen Release seines eigenen Labels, „7 Up“ von Quince & Benny Rodrigues zusammen, beides Tracks mit einer grossen Sprengkraft, um anschliessend wieder in housigere Gefilde überzublenden. Nur ein Steigerungsmoment von vielen. Vielen Dank!
English (short) version: the Drifter’s is one of the longest running clubs in Freiburg focusing on electronic music with a widely varied mix of styles. It is located in a car garage like building with an industrial flair that is close to my “basement – red light – feeling”-requirements, as raw house and techno was and still is for the backyard and basement – and clubs that deliver a relaxed and carefree mid-eighties airport business mezzanine lounge atmosphere really suck balls! Drifter’s club therefore is a good endroit to celebrate the spirit of underground house and techno, which has been, and still is, difficult in a city with a high (student) population that either wants to dance to “party tunes”, “cool” nu rave sounds or minimal techno. Nevertheless, the Freiburg based DJs Agent Schwiech, Shaddy and Kowski joined forces and launched “Somebody Scream”, a monthly night held on a Saturday evening, where they showcase their approach to and interpretation of house, techno and disco, either on their own or with guest djs. Last Saturday, Agent Schwiech and Julius Steinhoff, co-founder of Smallville Records, were gracing the decks. The first-mentioned DJ opened up and set on fire the dancefloor with an excellent blend of sleezy low slung house grooves (some tracks above), underpinning his skills as a well-experienced and open-minded DJ. Julius Steinhoff took over the turntables and spinned some massive raw house tunes. He constantly set the pace, culminating in a handful of techno, classics (G-Man, Quo Vadis) and new releases (Quince & Benny Rodrigues, 7 Up). Lost in sound and time. Thank you for this!
Smallville @ Slices
Slices - The Electronic Music Magazine berichtete in seiner Ausgabe 4/09 in einem Label Feature über Smallville Records, den Plattenladen, das Label, Interpretation von und Herangehensweise an elektronische (Club-)Musik im Zeichen der Deepness, Veröffentlichungsphilosophie, und so weiter. Zu Wort kommen Julius Steinhoff und Just von Ahlefeld alias Dionne. Anschauen!
Smallpeople - Before Leaving To Paris
Die co-kreative Dial-Laid-Smallville-Connection ist für die elektronische (Club-)Musikkultur ein wahrer Segen. Verbindungen wie diese müssen geknüpft, gepflegt und aufrecht erhalten werden, sind sie doch Ausdruck von Aktivität, Lebendigkeit und, ja, Schöpfergeist. Denn aus einer dynamischen Allianz wie dieser entstehen spannende und berührende Werke.Mittlerweile steht auf Laid Records die fünfte EP bereit, um die Clubs musikalisch zu bereichern, wie es zuvor bereits die 12" von Rick Wade (Intelligence und First Darkness) oder John Roberts (Blame) gemacht haben. Bewegt sich der Kurs des Mutterschiffs Dial Records sehr grosszügig innerhalb der groben Orientierungsmarken House und Techno, ist dabei auch offen für eine Aufnahme experimenteller Einflüsse, hat Laid seinen Kurs ausschliesslich auf eines ausgerichtet: House.
Diesen halten die Smallpeople, dahinter verbergen sich Julius Steinhoff, Hammouda, Dionne (und Jacques Bon), mit geradezu mechanischer Präzision ein. Auf ihrer EP "Before Leaving To Paris" liefern die Smallpeople denn auch drei feinfühlige Interpretationen deeper Housesounds ab, die einen in die Nacht aufbrechen lassen.
"Before Leaving To Paris" markiert für mich den Augenblick des Aufbruchs mit den behutsam, beinahe beiläufig einfliessenden golden-warmen Streicher-Synthesizern, die den Moment des Sich-Erhebens und Aufbrechens metrisch-stilistisch untermauern. Zum Aufbruch treibt die Sehnsucht, die Sehnsucht nach Ferne, Weite (und möglicherweise nach einem erfüllten, glücklichen Leben), und dieses Gefühl beschreiben die Smallpeople mit den watteweichen, sphärischen Synthesizerflächen im Hintergrund des Tracks sowie den subtil eingebauten Clap- und Hi Hat-Elementen meiner Meinung nach sehr trefflich.
Ein stärkeres Voranschreiten erwartet einen dagegen auf "A Place Called Dream", dessen unheilvoll grummelnde Bassline mit den bestechend sanften Streichertupfern und (Piano-)Synth-Akkorden kontrastiert. Im Zusammenspiel damit entwickeln die Claps hier eine inhaltliche, geradezu hypnotische Leitfunktion. Sie nehmen einen bei der Hand und führen einen an eien traumverlorenen, nachtschwärmerischen Ort.
Bleibt noch "Rites De Passages", das im Breakdown mit seinem Preacher-Vocal-Sample einen kurzen Moment des Innehaltens und Nachdenkens bereithält. Insgesamt drei top notch house tunes!
English (short) version: The Dial-Laid-Smallville connection definitely is a pool of creativity and innovation that fosters collaboration and creativity. In 2010, we're already facing the fifth release on Laid, which is the Dial-sublabel, vinyl only and focusing strictly on house music. On "Before Leaving To Paris", you'll find three tunes arranged and produced by the Smallpeople that are Julius Steinhoff, Dionne, Hammouda (and Jacques Bon). And, as you may have noticed, they all ooze house - deep, raw and hypnotic due to subtle beat programming, thick basslines and ethereal synthesizer soundscapes in the background of each tune. Great!
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Julius Steinhoff @ MySpace
Dionne @ MySpace
Hammouda @ MySpace
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