Konzert: Richard Ascroft & The United Nations Of Sound
Ort: Live Music Hall
Datum: 12.06.2010
Zuschauer: vielleicht 1.000 bis 1.200 (nicht ausverkauft)
Dauer: 80 min
Wie gut, daß es Dinge gibt, auf die man sich auch in Zeiten von Finanz-, Euro-, Präsidenten- und was-auch-immer-Krise verlassen kann. Daß englische Nationaltorhüter bei großen Turnieren gerne mal menscheln zum Beispiel. Oder daß
Konzerte mit Richard Ashcroft immer mindestens einen guten Abend bedeuten. Es war - Überraschung! - auch diesmal so.
Fußball und britischer Pop gehören zusammen, sei es musikalisch, sei es modisch. Daher erschien mir die Ansetzung eines Konzerts eines Sängers, der sich Termine aussuchen kann, zeitgleich mit einem Englandspiel merkwürdig. Richard Ashcroft offenbar auch, denn kurz vor dem Termin verschickte der Veranstalter ein erklärendes mail:
"Liebe Richard Ashcroft - Fans, auf Wunsch des Künstlers beginnt das Konzert nach dem WM-Fußballspiel England gegen USA gegen 22:15 Uhr. Die Einlasszeit bleibt bei 19:00 Uhr, und wer möchte, kann sich das Spiel ab 20:30 Uhr auf TV-Geräten im Biergarten oder auf Großbildleinwand in der Halle anschauen"
Die Vorgruppe sollte also diesmal eine echte Supergroup sein; mit John Terry, Wayne Rooney, dem Teeniestar Landon Donovan. Aber wie so oft in Köln taugte die leider wenig.
Kaum war das Spiel vorbei, kurbelte ein Helfer die Leinwand hoch, während bereits die ersten Bandmitglieder der "United Nations Of Sound" (ein sehr dämlicher Name) erschienen. Inwieweit der Bandname Programm ist, kann ich nicht beurteilen. Mindestens einer der Musiker (Bassist DW Wright) kommt aus den USA - neben einer unfassbar lächerlich blinkenden Sonnenbrille hatte er als zweites Accessoire eine US-Fahne dabei. Alle neuen Bandkumpels haben gemeinsam, daß sie routinierte Livemusiker sind, die mit uns eigentlich nicht interessierenden Größen wie Toni Braxton oder Mary J. Blige zusammengearbeitet haben.
Furchtbar viel zum Konzert kann ich nicht schreiben. Neun der vierzehn gespielten Lieder stammten vom neuen Projekt und waren mir damit vollkommen unbekannt. Selbst das schon länger kursierende Are you ready?, mit dem alles begann, kannte ich nicht. Das Lied gefiel mir - wie auch das folgende Born again. Auf Vervesche Knaller wartete ich im Set allerdings vergeblich. Einige der neuen Lieder waren gut, einige ok, ein paar genau so, wie ich sie erwartet hätte, wenn ich vorher gewußt hätte, für wen die UNofSound sonst so arbeiten. Immer wenn es soulig wurde, wenn es nach Bon Jovi-Balladen klang - oder ganz schlimm - wenn man fürchten musste, daß gleich Whoopi Goldberg mitschwingen würde, war mein Vergnügen etwa so hoch wie das des englischen Torwarts.
Aber der Abend war eben trotzdem okay. Weil nämlich zum einen die wenigen Verve-Hits für ein paar Verve-Momente sorgten und weil Richard Ashcroft sehr unterhaltsam ist. Neben "I apologise for the England performance" sagte er zwar kaum etwas. Ihm bei seiner "Bühnenshow" zuzusehen, bereitet mir aber immer Freude. Mal geht er in die Knie, mal reckt er die Arme aus. Spektakulär war zudem Richards Modenschau. Er begann mit Jeans, T-Shirt, grüner Trainingsjacke (...Fußball, you know?) und Britpop-Lederjacke. Das Lederding legte er schnell ab, dann irgendwann auch die zweite. Die zog er nach einer Weile aber wieder an, obwohl es mollig warm war. Also wieder weg mit dem Ding - um dann aber wieder die Ledervariante überzuziehen. Das wirkte unstet.
Als die Band nach gut 40 Minuten und neun Lieder verschwand, nutzte der on-off [Bunte-Leser wissen mehr] Verve-Frontmann die kurze Pause für ein neues Oberteil. Jetzt kombinierte er ein Three-Lions-Polo mit den bekannten Jacken.
Das war alles schön anzusehen. Noch etwas unterhaltsamer war der köstliche Schlagzeuger, der alle Tricks drauf hatte incl. des Drehens der Drumsticks zwischen zwei schnellen Schlägen. Selten habe ich einen Drummer gesehen, der so energisch gespielt hat.
Nicht gebraucht hätte ich dagegen die Soulsängerin, die bei einigen Liedern zum Einsatz kam - das war nah an Whoopi Goldberg... "Halleluja, halleluja."
Kein schlechtes Konzert - auch vermutlich keine so schlechte Platte. Aber auch keine, die ich mir anschaffen werde; hören würde ich sie nämlich nicht. Die nächste ist sicher wieder mehr für mich, ob nun Richard Ashcroft, The Verve oder was auch immer draufsteht.
Also ein Abend mit gemischten Eindrücken. Ein Unentschieden eben.
Setlist England - USA, Rustenberg:
1:0 Gerrard (4.)
1:1 Dempsey (40.)
Setlist Richard Ascroft & The United Nations Of Sound, Live Music Hall, Köln:
01: Are you ready? (neu)
02: Born again (neu)
03: Beatitude (neu)
04: Music is power
05: How deep is your man (neu)
06: America (neu)
07: Lucky man
08: Glory (neu)
09: Let my soul rest (neu)
10: Sonnet (Z)
11: A song for the lovers (Z)
12: Royal Highness (Z) (neu)
13: This thing called life (Z) (neu)
14: Break the night with colours (Z)
Links:
- The Verve, Luxemburg, 21.06.08
- The Verve, Glasgow, 15.12.07
Ort: Live Music Hall
Datum: 12.06.2010
Zuschauer: vielleicht 1.000 bis 1.200 (nicht ausverkauft)
Dauer: 80 min
Wie gut, daß es Dinge gibt, auf die man sich auch in Zeiten von Finanz-, Euro-, Präsidenten- und was-auch-immer-Krise verlassen kann. Daß englische Nationaltorhüter bei großen Turnieren gerne mal menscheln zum Beispiel. Oder daß
Konzerte mit Richard Ashcroft immer mindestens einen guten Abend bedeuten. Es war - Überraschung! - auch diesmal so.Fußball und britischer Pop gehören zusammen, sei es musikalisch, sei es modisch. Daher erschien mir die Ansetzung eines Konzerts eines Sängers, der sich Termine aussuchen kann, zeitgleich mit einem Englandspiel merkwürdig. Richard Ashcroft offenbar auch, denn kurz vor dem Termin verschickte der Veranstalter ein erklärendes mail:
"Liebe Richard Ashcroft - Fans, auf Wunsch des Künstlers beginnt das Konzert nach dem WM-Fußballspiel England gegen USA gegen 22:15 Uhr. Die Einlasszeit bleibt bei 19:00 Uhr, und wer möchte, kann sich das Spiel ab 20:30 Uhr auf TV-Geräten im Biergarten oder auf Großbildleinwand in der Halle anschauen"
Die Vorgruppe sollte also diesmal eine echte Supergroup sein; mit John Terry, Wayne Rooney, dem Teeniestar Landon Donovan. Aber wie so oft in Köln taugte die leider wenig.
Kaum war das Spiel vorbei, kurbelte ein Helfer die Leinwand hoch, während bereits die ersten Bandmitglieder der "United Nations Of Sound" (ein sehr dämlicher Name) erschienen. Inwieweit der Bandname Programm ist, kann ich nicht beurteilen. Mindestens einer der Musiker (Bassist DW Wright) kommt aus den USA - neben einer unfassbar lächerlich blinkenden Sonnenbrille hatte er als zweites Accessoire eine US-Fahne dabei. Alle neuen Bandkumpels haben gemeinsam, daß sie routinierte Livemusiker sind, die mit uns eigentlich nicht interessierenden Größen wie Toni Braxton oder Mary J. Blige zusammengearbeitet haben.
Furchtbar viel zum Konzert kann ich nicht schreiben. Neun der vierzehn gespielten Lieder stammten vom neuen Projekt und waren mir damit vollkommen unbekannt. Selbst das schon länger kursierende Are you ready?, mit dem alles begann, kannte ich nicht. Das Lied gefiel mir - wie auch das folgende Born again. Auf Vervesche Knaller wartete ich im Set allerdings vergeblich. Einige der neuen Lieder waren gut, einige ok, ein paar genau so, wie ich sie erwartet hätte, wenn ich vorher gewußt hätte, für wen die UNofSound sonst so arbeiten. Immer wenn es soulig wurde, wenn es nach Bon Jovi-Balladen klang - oder ganz schlimm - wenn man fürchten musste, daß gleich Whoopi Goldberg mitschwingen würde, war mein Vergnügen etwa so hoch wie das des englischen Torwarts.
Aber der Abend war eben trotzdem okay. Weil nämlich zum einen die wenigen Verve-Hits für ein paar Verve-Momente sorgten und weil Richard Ashcroft sehr unterhaltsam ist. Neben "I apologise for the England performance" sagte er zwar kaum etwas. Ihm bei seiner "Bühnenshow" zuzusehen, bereitet mir aber immer Freude. Mal geht er in die Knie, mal reckt er die Arme aus. Spektakulär war zudem Richards Modenschau. Er begann mit Jeans, T-Shirt, grüner Trainingsjacke (...Fußball, you know?) und Britpop-Lederjacke. Das Lederding legte er schnell ab, dann irgendwann auch die zweite. Die zog er nach einer Weile aber wieder an, obwohl es mollig warm war. Also wieder weg mit dem Ding - um dann aber wieder die Ledervariante überzuziehen. Das wirkte unstet.
Als die Band nach gut 40 Minuten und neun Lieder verschwand, nutzte der on-off [Bunte-Leser wissen mehr] Verve-Frontmann die kurze Pause für ein neues Oberteil. Jetzt kombinierte er ein Three-Lions-Polo mit den bekannten Jacken.
Das war alles schön anzusehen. Noch etwas unterhaltsamer war der köstliche Schlagzeuger, der alle Tricks drauf hatte incl. des Drehens der Drumsticks zwischen zwei schnellen Schlägen. Selten habe ich einen Drummer gesehen, der so energisch gespielt hat.
Nicht gebraucht hätte ich dagegen die Soulsängerin, die bei einigen Liedern zum Einsatz kam - das war nah an Whoopi Goldberg... "Halleluja, halleluja."
Kein schlechtes Konzert - auch vermutlich keine so schlechte Platte. Aber auch keine, die ich mir anschaffen werde; hören würde ich sie nämlich nicht. Die nächste ist sicher wieder mehr für mich, ob nun Richard Ashcroft, The Verve oder was auch immer draufsteht.
Also ein Abend mit gemischten Eindrücken. Ein Unentschieden eben.
Setlist England - USA, Rustenberg:
1:0 Gerrard (4.)
1:1 Dempsey (40.)
Setlist Richard Ascroft & The United Nations Of Sound, Live Music Hall, Köln:
01: Are you ready? (neu)
02: Born again (neu)
03: Beatitude (neu)
04: Music is power
05: How deep is your man (neu)
06: America (neu)
07: Lucky man
08: Glory (neu)
09: Let my soul rest (neu)
10: Sonnet (Z)
11: A song for the lovers (Z)
12: Royal Highness (Z) (neu)
13: This thing called life (Z) (neu)
14: Break the night with colours (Z)
Links:
- The Verve, Luxemburg, 21.06.08
- The Verve, Glasgow, 15.12.07

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