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Patrick Wolf, Wien, 08.04.11


Konzert: Patrick Wolf & Rowdy Superstar
Ort: WUK, Wien
Datum: 08.04.11
Zuschauer: ausverkauft, mehr als 500
Konzertdauer: Patrick Wolf ca. 90 Minuten

Patrick Wolf und Wien, das ist eine Bilderbuch-Partnerschaft. Wie schon vor zwei Jahren war das WUK wieder in Rekordzeit ausverkauft und womit? Mit Recht. Der Engländer lieferte abermals ein tolles Konzert ab, das Publikum tat das Seinige dazu, am Ende stand einmal mehr ein maßstab-gleicher Abend. Mehr dazu (und Fotos) ganz bald!

Setlist Patrick Wolf, Wien, 08.04.11:

01 Armistice
02 Time Of My Life
03 To The Lighthouse
04 The Bachelor
05 Tristan
06 Accident & Emergency
07 Vulture
08 Souvenirs
09 Slouching Towards Bethlehem
10 House
11 The Bluebell
12 Bluebells
13 The Days
14 Who Will?
15 Together
16 Bermondsey Street
17 Magic Position

18 Hard Times (Z)
19 The City (Z)
20 Bloodbeat (Z)

Patrick Wolf, Wien, 08.04.11


Konzert: Patrick Wolf & Rowdy Superstar
Ort: WUK, Wien
Datum: 08.04.11
Zuschauer: ausverkauft, mehr als 500
Konzertdauer: Patrick Wolf ca. 90 Minuten

Patrick Wolf und Wien, das ist eine Bilderbuch-Partnerschaft. Wie schon vor zwei Jahren war das WUK wieder in Rekordzeit ausverkauft und womit? Mit Recht. Der Engländer lieferte abermals ein tolles Konzert ab, das Publikum tat das Seinige dazu, am Ende stand einmal mehr ein maßstab-gleicher Abend. Mehr dazu (und Fotos) ganz bald!

Setlist Patrick Wolf, Wien, 08.04.11:

01 Armistice
02 Time Of My Life
03 To The Lighthouse
04 The Bachelor
05 Tristan
06 Accident & Emergency
07 Vulture
08 Souvenirs
09 Slouching Towards Bethlehem
10 House
11 The Bluebell
12 Bluebells
13 The Days
14 Who Will?
15 Together
16 Bermondsey Street
17 Magic Position

18 Hard Times (Z)
19 The City (Z)
20 Bloodbeat (Z)

Chapel Club, Wien, 05.04.11

Konzert: Chapel Club & Seraphim
Ort: Flex, Wien
Datum: 05.04.2011
Zuschauer: 150
?
Konzertdauer: 40 Minuten oder so...

Es tut mir immer leid, wenn Locations weit unter den Erwartungen gefüllt sind. Von unseren eigenen Veranstaltungen weiß ich, wie schade das für alle Beteiligten ist, wenn die Leute nur spärlich kommen. Wie man Chapel Club nach einem (zugebenermaßen ausverkauften) Support-Auftritt für Two Door Cinema Club gleich das Flex bespielen lassen konnte, ist mir allerdings ein Rätsel. Wenn eine Freundin nicht Karten gewonnen hätte, hätte ich nicht mal von dem Konzert gewusst. Überhaupt kann ich mit dieser Musik im Windschatten von White Lies und eben Two Door Cinema Club ebenso wenig anfangen wie mit den genannten "Vorreitern". Was natürlich kein Grund ist, sich auf Kosten spendabler Gewinnspielorganisatoren nicht einen netten Abend zwischen Girlies und Lederjacken zu machen.

Als wir im Flex ankamen war noch nada los, vielleicht 20 Leute schauten den Linzern von Seraphim auf die Finger oder Löcher in die Luft. Die Band hat große Chancen, bei einem irgendwann sicher fälligen Placebo-Tribute-Konzert zu spielen, sehr viel Eigenständiges konnte ich aber nicht ausmachen. Mehr lässt sich dazu eigentlich auch nicht mehr sagen, sicher ganz nette Jungs, aber die Musik war für mich einfach in keiner Weise nachhaltig.

Von Chapel Club hatte ich mir erst einen Tag vor dem Konzert was angehört und das vorschnelle Urteil getroffen, es mit einer der wie Pilze aus dem Boden schießenden Indie-Schrammel-Boygroups zu tun zu haben. Das musste ich aber gleich wieder revidieren, denn anders als bei den Konsorten hat man bei Chapel Club nicht unbedingt den hübschesten zum Sänger gemacht, was vielleicht auch die überraschend geringe Girlie-Zahl erklärt. Ist mir eigentlich aber sogar sympathisch, wer mag denn auch schöne Menschen! Den Schlagzeuger mochte ich auch, er hatte ein Black Lips-Shirt.

Die Songs von Chapel Club klangen dann alle ähnlich gleich (Sound im Flex war gewohnt gut), ich war nach einer Viertelstunde ausgestiegen und hatte meinen Spaß mit dem Fotografen, der die aufgemaschelten Mädchen in der ersten Reihe aus ca. 10cm Entfernung ins Visier nahm, mit den vier Mitt-Zwanzigern nebeneinander, alle in Lederjacke und mit verwuscheltem Haar und mit dem Gepose des Sängers. Höhepunkt des Konzerts war die Überraschung desselben, als er feststellte, dass das Wasser von RedBull stammte. War mir auch neu, dass RedBull Getränke ohne einen Zuckeranteil von mindestens 50% verkauft...

Dass der Bericht hier schon wieder aus ist liegt unter anderem an der Kürze des Sets, nach gut 40 Minuten und keiner Zugabe war Schluss, Chapel Club waren wohl auch ein bisschen enttäuscht über den mageren Besuch und verzogen sich mit dem RedBull-Wasser.

Um halb elf war ich wieder zuhause, was sehr angenehm früh war. Wem dieser Bericht zu wenig tiefgehend, zu lustlos ist, dem kann ich leider nichts entgegensetzen, er und sie hat Recht. Chapel Club wirkten aber auch fast so, als wollten sie nicht überzeugen. Verschwendete Zeit war das trotzdem nicht, ich war froh, eine Abendgestaltung mit netten Leuten zu haben und im Flex war ich auch schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte man Bands wie Chapel Club einfach anderen Schreiberlingen überlassen - die Nachwuchs-Kollegen von diesem NME-dings aus Insulanien sollen auf "next big thing"-Sachen voll abfahren. Ich nehm sie euch nicht mehr weg, versprochen!

Setlist Chapel Club, Wien, 05.04.2011:

01: Surfacing
02: Blind
03: Roads
04: Fine Light
05:
O Maybe I
06: Bodies
07:
Paper Thin
08:
Eastern Girls
09:
Five Trees
10:
The Shore

Aus unserem Archiv:
- Haldern-Pop 2010, Tag 1 (u.a. mit Chapel Club), Haldern, 12.08.10


Die Austria Presse-Agentur hat übrigens eine völlig andere Sichtweise auf das Konzert, Chapel Club-Fans lesen wohl besser den Bericht als den meinigen.

Foto stammt von Deirdre O'Callaghan.
Deirdre O'CallaghanDeirdre O'Callaghan DDeirdre O'Callaghaneirdre O'Callaghan

Chapel Club, Wien, 05.04.11

Konzert: Chapel Club & Seraphim
Ort: Flex, Wien
Datum: 05.04.2011
Zuschauer: 150
?
Konzertdauer: 40 Minuten oder so...

Es tut mir immer leid, wenn Locations weit unter den Erwartungen gefüllt sind. Von unseren eigenen Veranstaltungen weiß ich, wie schade das für alle Beteiligten ist, wenn die Leute nur spärlich kommen. Wie man Chapel Club nach einem (zugebenermaßen ausverkauften) Support-Auftritt für Two Door Cinema Club gleich das Flex bespielen lassen konnte, ist mir allerdings ein Rätsel. Wenn eine Freundin nicht Karten gewonnen hätte, hätte ich nicht mal von dem Konzert gewusst. Überhaupt kann ich mit dieser Musik im Windschatten von White Lies und eben Two Door Cinema Club ebenso wenig anfangen wie mit den genannten "Vorreitern". Was natürlich kein Grund ist, sich auf Kosten spendabler Gewinnspielorganisatoren nicht einen netten Abend zwischen Girlies und Lederjacken zu machen.

Als wir im Flex ankamen war noch nada los, vielleicht 20 Leute schauten den Linzern von Seraphim auf die Finger oder Löcher in die Luft. Die Band hat große Chancen, bei einem irgendwann sicher fälligen Placebo-Tribute-Konzert zu spielen, sehr viel Eigenständiges konnte ich aber nicht ausmachen. Mehr lässt sich dazu eigentlich auch nicht mehr sagen, sicher ganz nette Jungs, aber die Musik war für mich einfach in keiner Weise nachhaltig.

Von Chapel Club hatte ich mir erst einen Tag vor dem Konzert was angehört und das vorschnelle Urteil getroffen, es mit einer der wie Pilze aus dem Boden schießenden Indie-Schrammel-Boygroups zu tun zu haben. Das musste ich aber gleich wieder revidieren, denn anders als bei den Konsorten hat man bei Chapel Club nicht unbedingt den hübschesten zum Sänger gemacht, was vielleicht auch die überraschend geringe Girlie-Zahl erklärt. Ist mir eigentlich aber sogar sympathisch, wer mag denn auch schöne Menschen! Den Schlagzeuger mochte ich auch, er hatte ein Black Lips-Shirt.

Die Songs von Chapel Club klangen dann alle ähnlich gleich (Sound im Flex war gewohnt gut), ich war nach einer Viertelstunde ausgestiegen und hatte meinen Spaß mit dem Fotografen, der die aufgemaschelten Mädchen in der ersten Reihe aus ca. 10cm Entfernung ins Visier nahm, mit den vier Mitt-Zwanzigern nebeneinander, alle in Lederjacke und mit verwuscheltem Haar und mit dem Gepose des Sängers. Höhepunkt des Konzerts war die Überraschung desselben, als er feststellte, dass das Wasser von RedBull stammte. War mir auch neu, dass RedBull Getränke ohne einen Zuckeranteil von mindestens 50% verkauft...

Dass der Bericht hier schon wieder aus ist liegt unter anderem an der Kürze des Sets, nach gut 40 Minuten und keiner Zugabe war Schluss, Chapel Club waren wohl auch ein bisschen enttäuscht über den mageren Besuch und verzogen sich mit dem RedBull-Wasser.

Um halb elf war ich wieder zuhause, was sehr angenehm früh war. Wem dieser Bericht zu wenig tiefgehend, zu lustlos ist, dem kann ich leider nichts entgegensetzen, er und sie hat Recht. Chapel Club wirkten aber auch fast so, als wollten sie nicht überzeugen. Verschwendete Zeit war das trotzdem nicht, ich war froh, eine Abendgestaltung mit netten Leuten zu haben und im Flex war ich auch schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte man Bands wie Chapel Club einfach anderen Schreiberlingen überlassen - die Nachwuchs-Kollegen von diesem NME-dings aus Insulanien sollen auf "next big thing"-Sachen voll abfahren. Ich nehm sie euch nicht mehr weg, versprochen!

Setlist Chapel Club, Wien, 05.04.2011:

01: Surfacing
02: Blind
03: Roads
04: Fine Light
05:
O Maybe I
06: Bodies
07:
Paper Thin
08:
Eastern Girls
09:
Five Trees
10:
The Shore

Aus unserem Archiv:
- Haldern-Pop 2010, Tag 1 (u.a. mit Chapel Club), Haldern, 12.08.10


Die Austria Presse-Agentur hat übrigens eine völlig andere Sichtweise auf das Konzert, Chapel Club-Fans lesen wohl besser den Bericht als den meinigen.

Foto stammt von Deirdre O'Callaghan.
Deirdre O'CallaghanDeirdre O'Callaghan DDeirdre O'Callaghaneirdre O'Callaghan

Immanu El, Wien, 30.03.11

Konzert: Immanu El & Lars Stigler
Ort: Chelsea
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: 40
Konzertdauer: Lars Stigler 40 Minuten, Immanu El 45 Minuten

Auf den ersten Blick (den ersten Lauscher) passt Musik, wie Immanu El sie machen, nicht zum derzeitigen Wetter. An diesen Tagen des Jahres, da selbst der allergrößte Griesgram nicht umhin kann, seinen Mitmenschen auf der Straße ein Lächeln zu schenken, lässt sich schwer melancholisch sein. Auf den zweiten funktioniert das aber sehr wohl. Eine schöne Stunde während den letzten Sonnenstrahlen im Votivpark neben der Uni in der Wiese, untermalt von den Klängen des Immanu El-Zweitlings Moen, hatte das eindrucksvoll bewiesen. Den Begriff Melancholie mit dem der Niedergeschlagenheit gleichzusetzen, greift eben viel zu kurz, blendet einige Facetten aus. Wie zum Beispiel den, Wolken, Menschen, Vögeln bei träumerischer Musik nachzuhängen.

Aber bevor es hier laienpsychologisch oder gar kitschig wird, wechseln wir lieber den Schauplatz: Als ich das Chelsea betrat, wo noch nichts los war, traf ich auf Bernhard Eder, Österreichs herausragendsten Songwriter und auch in Deutschland sehr bekannt, der gerade eben auf Plakatier-Tour war (und sich über die Schreibweise von Immanu El amüsierte). Gerade vor zwei Tagen hat er ein neues Video zu In a foreign land veröffentlicht, getragen von düsterer Schwarz/Weiß-Optik und dementsprechend sah auch er das derzeitige Wetter ein wenig im Konflikt mit seinem künstlerischen Produkt. Na gut, jetzt echt mal weg vom Wetter!

Lars Stigler, Wiener Klangexperimentalist und u.a. auch Tontechniker des rhiz, hatte noch nicht viel Publikum, als er die Bühne betrat und sich mit seiner Gitarre auf einen Hocker setzte. Er wirkte sehr mürrisch, war aber - habe ich mir sagen lassen - einfach konzentriert. Muss man wohl auch sein, wenn man sich nur auf sich selbst verlassen kann. Stiglers (Lars ist übrigens ein schöner Vorname - wieso gibts den in Österreich so selten?) Musik bestand aus Improvisationen zwischen Ambient und Post-Rock, wirklich ausnehmend gut. Dass ich vorher noch nichts von diesem Projekt gehört hatte, liegt teilweise auch wohl daran, dass Live-Auftritte sehr rar sind. Wenns nach mir geht dürfte der Herr ruhig öfter mal spielen und in seine Klangwelten entführen.

Immanu El standen dann gegen 23.00 auf der Bühne, vor der sich mittlerweile schon mehr Leute eingefunden hatten, allerdings auch deutlich weniger als erwartet. Das ist ein wenig schade, wenn man bedenkt, dass vor etwa zwei Jahren noch rund 70 Leute ins rhiz gekommen waren und das zweite Album eigentlich mindestens so gut wie das erste ist. Andererseits finden im kleinsten Rahmen meist die besten Konzerte statt und dieser These wurde auch heute Beweismaterial beigestellt.

Eröffnet wurde mit Under your wings I'll hide, dem ersten Stück des ersten Albums They'll come, they come, das wahrscheinlich bekannteste aus dem ganzen Immanu El-Werk. Das beste daran war, dass der Song nicht gekürzt wurde, wie es bei 10+-Minuten oft der Fall ist, in seiner ganzen, anschwellenden Größe erfüllte er den Raum.

Die Band aus Göteborg (auf englisch heißt das Gothenburg, soso) stand fünf Mann hoch in minimalem Licht auf der Bühne, bis zu drei Gitarristen wechselten zwischen verspieltem und lärmendem Modus, beides mit immenser Präzision. Dass man sich ein klitzekleinwenig versingt, das kann in einer reinen Bubi-Band schon mal vorkommen, passierte aber nur einmal. Hochkonzentriert spielte man sich durch Storm, danach wurde das Publikum begrüßt: Die letzten Monate hätten sie mit dem Schreiben neuer Songs für das nächste Album (erscheint im Oktober) verbracht, die würde sie jetzt gerne live testen. Immer her damit!

Eine leichte Tendenz zum Eruptiven war bei diesem ersten neuen Song festzustellen, die Vorfreude auf das Album wurde jedenfalls noch genährt. Astral Days ist dagegen ein altes Stück und eins der besten, mit fast spirituellen Lyrics
"Wanted to stay/Wanted to pray/I wanted to feel your light hands/It's all I can see/All I can feel/While we were dying from ourselves."

Der nächste neue Song folgte, auch der klang sehr vielversprechend, mit Tunnel und Agnes Day, in dessen Lyrics ein Rückgriff auf das erste Album erfolgt. Großartig war das und noch nicht vorbei. Auch wenn sie von der nächtlichen Reise von Paris nach Wien sichtbar ein wenig angeschlagen waren, bedankten sie sich beim (treuen oder neuen?) Publikum für das Erscheinen erst verbal und dann mit Panda. Wer bis dahin noch nicht von der Größe bzw. der Nähe dieses Abends überzeugt war, war es wohl spätestens jetzt. "I will stand tall when the winter gets to us/if you stay with me." Der Winter ist glücklicherweise vorbei, dass wir für Immanu El wieder da sind, wenn der Winter (und mit ihm Album und nächste Tour) kommt, versteht sich von selbst.

Am Merchstand konnte man dann noch ein wenig mit den Schweden plaudern, ihnen limitiertes Vinyl abkaufen und vergeblich Informationen zum neuen Album zu entlocken versuchen. Immanu El waren toll, wer zu faul war, ins Chelsea zu kommen, ist selber schuld. Wer bei Polarkreis18 war, hat sowieso andere Vorlieben. Wer bei Christiane Rösinger war, hat Erzählungen zufolge auch ein schönes Konzert erlebt - Stichwort: Liebe wird oft überbewertet.
Im Chelsea wars trotzdem am Besten - for sure! Wer mir was anderes beweisen will und im Flex war, ist herzlich dazu eingeladen einen Bericht zu schreiben - Gastautoren immer gerne gesehen.
Das Amen zum Gebet kommt nochmal von Immanu El:
"I took a picture/a window of a dream/a whisper of a fear/we dance with wrong chords to wrong songs."



Setlist Immanu El, Chelsea, Wien:

01: Under your wings I'll hide
02: Storm
03: (New Song)
04: Astral Days
05: (New Song)
06: Tunnel
07: Agnes Day

08: Panda (Z)


Die Konzert-Fotos stammen von Caroline Traitler. Dankeschön!
Das Bild von Lars Stigler ist auf seiner Myspace-Site zu finden.
Das letzte Bild stammt von Immanu El, setzt die Serie "Dedicated to Oliver Peel" fort und wurde in Paris aufgenommen. Da hat sich wohl wer an Sartre versucht....
Den hübschen Flyer hat Tristan gebastelt.
Danke vor allem an Andrei für den schönen Abend!

Immanu El, Wien, 30.03.11

Konzert: Immanu El & Lars Stigler
Ort: Chelsea
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: 40
Konzertdauer: Lars Stigler 40 Minuten, Immanu El 45 Minuten

Auf den ersten Blick (den ersten Lauscher) passt Musik, wie Immanu El sie machen, nicht zum derzeitigen Wetter. An diesen Tagen des Jahres, da selbst der allergrößte Griesgram nicht umhin kann, seinen Mitmenschen auf der Straße ein Lächeln zu schenken, lässt sich schwer melancholisch sein. Auf den zweiten funktioniert das aber sehr wohl. Eine schöne Stunde während den letzten Sonnenstrahlen im Votivpark neben der Uni in der Wiese, untermalt von den Klängen des Immanu El-Zweitlings Moen, hatte das eindrucksvoll bewiesen. Den Begriff Melancholie mit dem der Niedergeschlagenheit gleichzusetzen, greift eben viel zu kurz, blendet einige Facetten aus. Wie zum Beispiel den, Wolken, Menschen, Vögeln bei träumerischer Musik nachzuhängen.

Aber bevor es hier laienpsychologisch oder gar kitschig wird, wechseln wir lieber den Schauplatz: Als ich das Chelsea betrat, wo noch nichts los war, traf ich auf Bernhard Eder, Österreichs herausragendsten Songwriter und auch in Deutschland sehr bekannt, der gerade eben auf Plakatier-Tour war (und sich über die Schreibweise von Immanu El amüsierte). Gerade vor zwei Tagen hat er ein neues Video zu In a foreign land veröffentlicht, getragen von düsterer Schwarz/Weiß-Optik und dementsprechend sah auch er das derzeitige Wetter ein wenig im Konflikt mit seinem künstlerischen Produkt. Na gut, jetzt echt mal weg vom Wetter!

Lars Stigler, Wiener Klangexperimentalist und u.a. auch Tontechniker des rhiz, hatte noch nicht viel Publikum, als er die Bühne betrat und sich mit seiner Gitarre auf einen Hocker setzte. Er wirkte sehr mürrisch, war aber - habe ich mir sagen lassen - einfach konzentriert. Muss man wohl auch sein, wenn man sich nur auf sich selbst verlassen kann. Stiglers (Lars ist übrigens ein schöner Vorname - wieso gibts den in Österreich so selten?) Musik bestand aus Improvisationen zwischen Ambient und Post-Rock, wirklich ausnehmend gut. Dass ich vorher noch nichts von diesem Projekt gehört hatte, liegt teilweise auch wohl daran, dass Live-Auftritte sehr rar sind. Wenns nach mir geht dürfte der Herr ruhig öfter mal spielen und in seine Klangwelten entführen.

Immanu El standen dann gegen 23.00 auf der Bühne, vor der sich mittlerweile schon mehr Leute eingefunden hatten, allerdings auch deutlich weniger als erwartet. Das ist ein wenig schade, wenn man bedenkt, dass vor etwa zwei Jahren noch rund 70 Leute ins rhiz gekommen waren und das zweite Album eigentlich mindestens so gut wie das erste ist. Andererseits finden im kleinsten Rahmen meist die besten Konzerte statt und dieser These wurde auch heute Beweismaterial beigestellt.

Eröffnet wurde mit Under your wings I'll hide, dem ersten Stück des ersten Albums They'll come, they come, das wahrscheinlich bekannteste aus dem ganzen Immanu El-Werk. Das beste daran war, dass der Song nicht gekürzt wurde, wie es bei 10+-Minuten oft der Fall ist, in seiner ganzen, anschwellenden Größe erfüllte er den Raum.

Die Band aus Göteborg (auf englisch heißt das Gothenburg, soso) stand fünf Mann hoch in minimalem Licht auf der Bühne, bis zu drei Gitarristen wechselten zwischen verspieltem und lärmendem Modus, beides mit immenser Präzision. Dass man sich ein klitzekleinwenig versingt, das kann in einer reinen Bubi-Band schon mal vorkommen, passierte aber nur einmal. Hochkonzentriert spielte man sich durch Storm, danach wurde das Publikum begrüßt: Die letzten Monate hätten sie mit dem Schreiben neuer Songs für das nächste Album (erscheint im Oktober) verbracht, die würde sie jetzt gerne live testen. Immer her damit!

Eine leichte Tendenz zum Eruptiven war bei diesem ersten neuen Song festzustellen, die Vorfreude auf das Album wurde jedenfalls noch genährt. Astral Days ist dagegen ein altes Stück und eins der besten, mit fast spirituellen Lyrics
"Wanted to stay/Wanted to pray/I wanted to feel your light hands/It's all I can see/All I can feel/While we were dying from ourselves."

Der nächste neue Song folgte, auch der klang sehr vielversprechend, mit Tunnel und Agnes Day, in dessen Lyrics ein Rückgriff auf das erste Album erfolgt. Großartig war das und noch nicht vorbei. Auch wenn sie von der nächtlichen Reise von Paris nach Wien sichtbar ein wenig angeschlagen waren, bedankten sie sich beim (treuen oder neuen?) Publikum für das Erscheinen erst verbal und dann mit Panda. Wer bis dahin noch nicht von der Größe bzw. der Nähe dieses Abends überzeugt war, war es wohl spätestens jetzt. "I will stand tall when the winter gets to us/if you stay with me." Der Winter ist glücklicherweise vorbei, dass wir für Immanu El wieder da sind, wenn der Winter (und mit ihm Album und nächste Tour) kommt, versteht sich von selbst.

Am Merchstand konnte man dann noch ein wenig mit den Schweden plaudern, ihnen limitiertes Vinyl abkaufen und vergeblich Informationen zum neuen Album zu entlocken versuchen. Immanu El waren toll, wer zu faul war, ins Chelsea zu kommen, ist selber schuld. Wer bei Polarkreis18 war, hat sowieso andere Vorlieben. Wer bei Christiane Rösinger war, hat Erzählungen zufolge auch ein schönes Konzert erlebt - Stichwort: Liebe wird oft überbewertet.
Im Chelsea wars trotzdem am Besten - for sure! Wer mir was anderes beweisen will und im Flex war, ist herzlich dazu eingeladen einen Bericht zu schreiben - Gastautoren immer gerne gesehen.
Das Amen zum Gebet kommt nochmal von Immanu El:
"I took a picture/a window of a dream/a whisper of a fear/we dance with wrong chords to wrong songs."



Setlist Immanu El, Chelsea, Wien:

01: Under your wings I'll hide
02: Storm
03: (New Song)
04: Astral Days
05: (New Song)
06: Tunnel
07: Agnes Day

08: Panda (Z)


Die Konzert-Fotos stammen von Caroline Traitler. Dankeschön!
Das Bild von Lars Stigler ist auf seiner Myspace-Site zu finden.
Das letzte Bild stammt von Immanu El, setzt die Serie "Dedicated to Oliver Peel" fort und wurde in Paris aufgenommen. Da hat sich wohl wer an Sartre versucht....
Den hübschen Flyer hat Tristan gebastelt.
Danke vor allem an Andrei für den schönen Abend!

Wild Moccasins & Diver, Wien, 14.03.11


Konzert: Wild Moccasins & Diver
Ort: rhiz, Wien
Datum: 14.03.2011
Besucher: hm, 100?
Dauer: Diver ca. 35 Minuten, Wild Moccasins eine knappe Stunde


Die Wild Moccasins sind bis jetzt eine meiner Entdeckungen des Jahres. Wobei das Possesivpronomen da eigentlich nichts verloren hat, diese Entdeckung habe ich Andrei von den dendritic shows zu verdanken, der diesen Tipp vermutlich wieder von jemand anderem gesteckt bekommen haben wird. Whatever - diese Band hat mich die ersten Frühlingstage begleitet und auch schon so manchen kalten Wintertag, der 14.03. fiel in die Kategorie 'Frühling' und hatte auch nach Verschwinden der Sonne ein Highlight zu bieten: Wild Moccasins im rhiz.

Als ich gegen zehn dort eintraf, war das mir mit Abstand liebste der Gürtellokale bereits sehr gut gefüllt. Zuerst dachte ich ja kurz, Deckchair Orange hätten kurzfristig den Support übernommen, weil ich deren gesamte Band unter den Leuten erspähte, aber das war wohl eher so eine Art Betriebsausflug. Oder sind DCO vielleicht sogar abseits der Bühne noch Freunde? In der Post-Oasis-Ära soll ja tatsächlich so einiges möglich sein...

Diver waren mir an diesem Abend eh lieber, von denen an dieser Stelle ja schon einmal berichtet wurde. WUK und rhiz sind dann dimensionell doch ein wenig auseinander, weswegen mir zweiter Auftritt noch besser gefiel. Eröffnet wurde der Auftritt der drei Mann-Band wieder mit Illusions, einem Song, den ich im Februar noch den Kings of Convenience zugeschrieben hatte, so sehr klang der nach denen. Sorry liebe Diver - aber es soll einem nichts Schlimmeres passieren, als mit den Norwegern verglichen zu werden.

Auch die anderen Songs, fast alle auf der kürzlich erschienen EP drauf, wussten zu überzeugen, am Besten gefiel mir Paralyzed mit der Mundharmonika-Begleitung. Wenn sich Diver, die im Sinne der DÖF aus Berlin, München und Wien stammen, mit den hoffentlich folgenden Machenschaften noch ein wenig von den großen Vorbildern (in Interviews werden da Bon Iver, Bob Dylan und eben KoC genannt) emanzipieren, kann man sich durchaus sehr Gutes erwarten. Eine große Zukunft kann man in Zeiten wie diesen sowieso keinem im Musikbusiness prophezeien.

Die EP habe ich hernach auch erworben, die ganzen Bewerbungen bezüglich "selbstgenäht" hatten mich neugierig gemacht. Und im WUK hatte ich keine mehr bekommen. Im Endeffekt hatte man zwei hübsch bedruckte Pappestückchen an den Rändern zusammengenäht. Das nennt man Marketing...

Aber es geht ja weniger um die Verpackung, als um den Inhalt und der ist sehr gut, schwermütig und ruhig. Wild Moccasins machen dagegen sehr lebhafte Musik.
Sogar der U-Bahn-Zeitung, die gewöhnlich eher selten auf Konzerte unseres Zuschnitts hinweist, war die texanische Band eine Ankündigung mit Bild wert. Es geschehen noch Zeichen und Wunder...

Fünfköpfig standen die Wild Moccasins dann auf der Bühne, Energiebündel Zahira Gutierrez sang, hin und wieder unterstützt von ihrem Adjutanten Cody Swann.
Ein Album und eine EP hat man bereits herausgebracht, die im Wesentlichen das gesamte Set trugen. Song vier war bereits mein Liebling, Late Night Television, ein flottes Stück der ganz reizenden Art, eine Einladung zum Tanz per se. Der folgten allerdings noch nicht so viele. Zahira begrüßte dann Wien, bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen, der Bassist zupfte im Hintergrund die Melodie der Kleinen Nachtmusik. Ein Wolfgang Amadeus-Cover sozusagen. Erntete auch zustimmende Lacher.

Am Nachmittag hatten They Shoot Music (das Wiener Pendant zu Vincent Moon's Take-Away Shows) eine Session mit Wild Moccasins am Gelände von Schloss Schönbrunn aufgezeichnet, das dürfte wohl kreativ gefruchtet haben.
Aber an Kreativität mangelt es den fünf lebensfreudigen Südstaatlern sowieso nicht, besonders Skin Collision Past ist ein herzliches, fröhlich-beschwingtes und dabei
ausgenommen vielfältiges Album.

Live geht zwar ein wenig von den Details der Songs verloren, die Wild Moccasins tauschen hier Perfektionismus gegen Spielfreude und das ist wohl eine richtige, auf jeden Fall aber tanzbare Entscheidung.

Und so taute das Publikum langsam auf, wippten anfangs nur einzelne Zehen, konnte man bei Skin Collision Past schon ganze Körper in Bewegung sehen.
Schön so - die letzten vier Songs waren diesbezüglich die ausgelassensten. Vor den großen Glasfenstern hatten sich auch einige Schaulustige eingefunden, die zwar eher weniger hörten, dafür optisch mehr geboten bekamen. Nach Fruit Tea verabschiedete sich die Band dann schnell von der Bühne, die nach Beifallsbekundungen aber auch schnell wieder betreten wurde. Shiny Strings von der EP, einer der wenigen Songs, auf denen Cody die Hauptstimme übernimmt, wurde somit der Schlusspunkt eines ausgelassenen Konzerts, das hoffentlich alle U-Bahn-Zeitungsleser (gibt natürlich niemand zu, dass er den Müll liest - ich hab mir ja eigentlich auch nur sagen lassen, dass Wild Moccasins darin erwähnt werden...), den Anhang von Diver und auch Deckchair Orange überzeugt hat. Fotos gibts leider keine - die superhippen Bloggerknipser waren entweder zu hip für das rhiz, beim Friseur oder noch im Post-Wochenendmodus. Deshalb zeigen wir euch lieber, wie es ausschaut, wenn Wild Moccasins in Washington spielen:

Wild Moccasins @ Walter's on Washington from James Ha on Vimeo.



Setlist Wild Moccasins, Wien, 14.03.11:*

01: 80's song
02: It's Health & My Own
03: Calendar
04: Late Night Television
05: Spanish & Jazz
06: Born Blonde
07: Psychic China
08: Funk song
09: Skin Collision Past
10: Zylophone
11: My Favourite Die
12: Fruit Tea

13: Shiny Strings (Z)

* Danke an Alexander für die Hilfe bei der Setlist!

Foto#1 stammt von den Kollegen von They Shoot Music, die vor dem Konzert eine Session mit Wild Moccasins aufgezeichnet haben.
Foto#2 stammt von ink.music.
Foto#3 stammt von den Wild Moccasins, geschossen in Schönbrunn.
Foto #4 is dedicated to Oliver Peel, taken by Wild Moccasins.

Aus unserem Archiv:

- She Keeps Bees & Wild Moccasins, Paris, 05.02.11
- Francis International Airport & Diver, Wien, 02.02.11


Wild Moccasins & Diver, Wien, 14.03.11


Konzert: Wild Moccasins & Diver
Ort: rhiz, Wien
Datum: 14.03.2011
Besucher: hm, 100?
Dauer: Diver ca. 35 Minuten, Wild Moccasins eine knappe Stunde


Die Wild Moccasins sind bis jetzt eine meiner Entdeckungen des Jahres. Wobei das Possesivpronomen da eigentlich nichts verloren hat, diese Entdeckung habe ich Andrei von den dendritic shows zu verdanken, der diesen Tipp vermutlich wieder von jemand anderem gesteckt bekommen haben wird. Whatever - diese Band hat mich die ersten Frühlingstage begleitet und auch schon so manchen kalten Wintertag, der 14.03. fiel in die Kategorie 'Frühling' und hatte auch nach Verschwinden der Sonne ein Highlight zu bieten: Wild Moccasins im rhiz.

Als ich gegen zehn dort eintraf, war das mir mit Abstand liebste der Gürtellokale bereits sehr gut gefüllt. Zuerst dachte ich ja kurz, Deckchair Orange hätten kurzfristig den Support übernommen, weil ich deren gesamte Band unter den Leuten erspähte, aber das war wohl eher so eine Art Betriebsausflug. Oder sind DCO vielleicht sogar abseits der Bühne noch Freunde? In der Post-Oasis-Ära soll ja tatsächlich so einiges möglich sein...

Diver waren mir an diesem Abend eh lieber, von denen an dieser Stelle ja schon einmal berichtet wurde. WUK und rhiz sind dann dimensionell doch ein wenig auseinander, weswegen mir zweiter Auftritt noch besser gefiel. Eröffnet wurde der Auftritt der drei Mann-Band wieder mit Illusions, einem Song, den ich im Februar noch den Kings of Convenience zugeschrieben hatte, so sehr klang der nach denen. Sorry liebe Diver - aber es soll einem nichts Schlimmeres passieren, als mit den Norwegern verglichen zu werden.

Auch die anderen Songs, fast alle auf der kürzlich erschienen EP drauf, wussten zu überzeugen, am Besten gefiel mir Paralyzed mit der Mundharmonika-Begleitung. Wenn sich Diver, die im Sinne der DÖF aus Berlin, München und Wien stammen, mit den hoffentlich folgenden Machenschaften noch ein wenig von den großen Vorbildern (in Interviews werden da Bon Iver, Bob Dylan und eben KoC genannt) emanzipieren, kann man sich durchaus sehr Gutes erwarten. Eine große Zukunft kann man in Zeiten wie diesen sowieso keinem im Musikbusiness prophezeien.

Die EP habe ich hernach auch erworben, die ganzen Bewerbungen bezüglich "selbstgenäht" hatten mich neugierig gemacht. Und im WUK hatte ich keine mehr bekommen. Im Endeffekt hatte man zwei hübsch bedruckte Pappestückchen an den Rändern zusammengenäht. Das nennt man Marketing...

Aber es geht ja weniger um die Verpackung, als um den Inhalt und der ist sehr gut, schwermütig und ruhig. Wild Moccasins machen dagegen sehr lebhafte Musik.
Sogar der U-Bahn-Zeitung, die gewöhnlich eher selten auf Konzerte unseres Zuschnitts hinweist, war die texanische Band eine Ankündigung mit Bild wert. Es geschehen noch Zeichen und Wunder...

Fünfköpfig standen die Wild Moccasins dann auf der Bühne, Energiebündel Zahira Gutierrez sang, hin und wieder unterstützt von ihrem Adjutanten Cody Swann.
Ein Album und eine EP hat man bereits herausgebracht, die im Wesentlichen das gesamte Set trugen. Song vier war bereits mein Liebling, Late Night Television, ein flottes Stück der ganz reizenden Art, eine Einladung zum Tanz per se. Der folgten allerdings noch nicht so viele. Zahira begrüßte dann Wien, bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen, der Bassist zupfte im Hintergrund die Melodie der Kleinen Nachtmusik. Ein Wolfgang Amadeus-Cover sozusagen. Erntete auch zustimmende Lacher.

Am Nachmittag hatten They Shoot Music (das Wiener Pendant zu Vincent Moon's Take-Away Shows) eine Session mit Wild Moccasins am Gelände von Schloss Schönbrunn aufgezeichnet, das dürfte wohl kreativ gefruchtet haben.
Aber an Kreativität mangelt es den fünf lebensfreudigen Südstaatlern sowieso nicht, besonders Skin Collision Past ist ein herzliches, fröhlich-beschwingtes und dabei
ausgenommen vielfältiges Album.

Live geht zwar ein wenig von den Details der Songs verloren, die Wild Moccasins tauschen hier Perfektionismus gegen Spielfreude und das ist wohl eine richtige, auf jeden Fall aber tanzbare Entscheidung.

Und so taute das Publikum langsam auf, wippten anfangs nur einzelne Zehen, konnte man bei Skin Collision Past schon ganze Körper in Bewegung sehen.
Schön so - die letzten vier Songs waren diesbezüglich die ausgelassensten. Vor den großen Glasfenstern hatten sich auch einige Schaulustige eingefunden, die zwar eher weniger hörten, dafür optisch mehr geboten bekamen. Nach Fruit Tea verabschiedete sich die Band dann schnell von der Bühne, die nach Beifallsbekundungen aber auch schnell wieder betreten wurde. Shiny Strings von der EP, einer der wenigen Songs, auf denen Cody die Hauptstimme übernimmt, wurde somit der Schlusspunkt eines ausgelassenen Konzerts, das hoffentlich alle U-Bahn-Zeitungsleser (gibt natürlich niemand zu, dass er den Müll liest - ich hab mir ja eigentlich auch nur sagen lassen, dass Wild Moccasins darin erwähnt werden...), den Anhang von Diver und auch Deckchair Orange überzeugt hat. Fotos gibts leider keine - die superhippen Bloggerknipser waren entweder zu hip für das rhiz, beim Friseur oder noch im Post-Wochenendmodus. Deshalb zeigen wir euch lieber, wie es ausschaut, wenn Wild Moccasins in Washington spielen:

Wild Moccasins @ Walter's on Washington from James Ha on Vimeo.



Setlist Wild Moccasins, Wien, 14.03.11:*

01: 80's song
02: It's Health & My Own
03: Calendar
04: Late Night Television
05: Spanish & Jazz
06: Born Blonde
07: Psychic China
08: Funk song
09: Skin Collision Past
10: Zylophone
11: My Favourite Die
12: Fruit Tea

13: Shiny Strings (Z)

* Danke an Alexander für die Hilfe bei der Setlist!

Foto#1 stammt von den Kollegen von They Shoot Music, die vor dem Konzert eine Session mit Wild Moccasins aufgezeichnet haben.
Foto#2 stammt von ink.music.
Foto#3 stammt von den Wild Moccasins, geschossen in Schönbrunn.
Foto #4 is dedicated to Oliver Peel, taken by Wild Moccasins.

Aus unserem Archiv:

- She Keeps Bees & Wild Moccasins, Paris, 05.02.11
- Francis International Airport & Diver, Wien, 02.02.11


Efterklang, Wien, 08.03.11 + Interview


Konzert: Efterklang (inkl. Film-Screening von "An Island")

Ort: Szene, Wien
Datum: 08.03.2011
Zuschauer: ausverkauft, wohl 500
Dauer: 90 Minuten reine Live-Performance


Es war durchaus nicht abzusehen, dass das Konzert von Efterklang ein Erfolg werden würde. Mit Mogwai (das schmerzt) und den White Lies (schmerzt nicht) hatte man zwei große Konkurrenten an diesem Tag in der Stadt. Eine derartige Ballung von "großen" Konzerten funktioniert wohl in Paris, in Wien ist das eher nicht der Fall. Diesmal schon, Mogwai waren seit zehn Tagen ausverkauft, die White Lies dürften ihre angehenden Stadionambitionen auch vor zahlreich erschienenem Publikum demonstriert haben und das Schönste: Efterklang brachten mit einem großen Finale ihre Hütte auch noch voll.

Völlig zurecht auch noch. Mit einem gewohnten Konzerbericht kann ich zwar diesmal leider nicht aufwarten, ob der Schönheit war ich einfach zu faul bzw. zu andächtig, um die Setlist mitzuschreiben. Dafür gibt es hier ein paar fragmenthafte Erinnerungen und, was mich besonders freut, ein kleines Interview.

Pünktlich um 20:15 (TV-Potatoes auch als Prime-Time bekannt) betrat Casper die Bühne, sprach ein paar Worte zum Film, der anstelle einer Vorband gespielt werden würde und bat um Ruhe. Anders als im Theater, wo immer genau die Leute hingehen, die chronischen Schnupfen haben, funktionierte das auch ganz gut. Und als wäre das noch nicht höflich genug, setzten sich auch alle brav hin, auf dass auch jeder noch so kleine Mensch freien Blick auf die Leinwand habe.

Auf dieser wurde in langen Szenen ohne hektische Schnitte und in der typischen Vincent Moon-Optik An Island gezeigt. Eine Insel - sie nannten sie "Als". Quasi eine Rückkehr zu den Wurzeln der Band, noch schöner als die Idee der Heimkehr ist nur jene des gemeinsamen Performens ihrer Songs mit Nachbarn, Schulkindern und Familie.
An das Standardwerk in der Kategorie "Musik-Film", nämlich an Heima, kommt An Island zwar nicht heran, für gerade mal vier Tage Drehzeit ist allen Beteiligten aber ein erstaunlich dichter Film gelungen, mit beeindruckenden Perspektiven und der nun mal eben tollen Musik der Alser.
Kein Wunder also, dass mit dem Abspann der Applaus losrauschte und nicht zu knapp ausfiel. Wer den Film sehen will kann übrigens ein Screening in seinen eigenen vier Wänden veranstalten, es gibt nur zwei Bedinungen: Es darf kein Eintritt verlangt werden und der Raum muss mindestens fünf Leuten Platz bieten (also vielleicht nicht unbedingt im Kellerabteil). Zahlt sich definitiv aus!

Auszahlen tun sich auch 14€, wenn man sie für Efterklang springen lässt (Gästeliste natürlich noch mehr), dieser Beweis wurde 20 Minuten später angetreten. Siebenköpfig bestreitet die Band die derzeitige Tour, was bedeutet, das vor allem neueres Material gespielt wurde. Mit dem neuen Album schaffte man einen Durchbruch ("fairly small" wie Casper sagen würde) und so kamen Songs wie Harmonics und natürlich Modern Drift besonders gut an.

Mein persönliches Highlight war aber Frida Found A Friend, besonders der Einstieg mit dem Duett von Caspar Clausen und der Keyboarderin Heather Woods Broderick. Tolle Momente hatte auch der durchgeknallte Schlagzeuger zu bieten, der am Bühnengerüst rumkletterte und nach potenziellen Perkussionsobjekten suchte, schlussendlich aber an einem Metallpfosten hängen blieb und dort seiner plötzlichen Leidenschaft zu Industrial nachging. Das sind einfach Momente, die Konzerte unvergesslich machen, für die man lebt, für die man auch mal ein missratenes Konzert in Kauf nimmt.

In Erinnerung bleiben wird auch der Song, den Casper im (zum Glück winzigen- siehe Interview) Bühnengraben pfeifend anstimmte und der in einem den Saal erfüllenden Gezwitschere von Band und Publikum endete.

All das wurde begleitet von einem wirklich erstklassigen Sound. Schade, dass die Szene eigentlich eher ein Metal-Schuppen ist, weil an den Sound hier kommt echt vielleicht gerade mal das WUK ran. Auf der anderen Seite auch wieder gut, weil nach Simmering muss ich jetzt echt nicht jeden Tag... Zeit ist Geld, habe ich mir sagen lassen. Die White Lies dagegen im fünf Minuten entfernten Gasometer haben vermutlich mit der grauenhaft wabernden Akustik dort zu kämpfen gehabt. Naja, früh übt sich, wer später mal das Happel-Stadion bespielen will. Das wäre schließlich auch rund.

Nach etwa 70 Minuten machte man, nach bereits erfolgter Zugabe, Anstalten, endgültig von der Bühne zu gehen, als der hintere Gitarrist zum Glück Herrn von und zu Clausen (kein Freiherr, aber mit der Zuneigung der Musikwelt geadelt) sanft, aber bestimmt zurückzog, mit dem Tontechniker per Handzeichen schnell noch ein weiteres Lied aushandelte und dies dann mit seiner Mannschaft in eine Krönung des Abends verwandelte.

"Probably the best evening in Vienna so far", gab Casper alle Komplimente zurück, erntete damit aber zuviel Begeisterung, um sie nochmals zurückgeben zu können. Was blieb ihm also anderes übrig, als sich nach hinten zu verziehen. Man selbst war sich gewiss, das bislang beste Konzert 2011 gerade eben erlebt zu haben. Diese grundglückliche Euphorie, der Einklang mit der Welt, Simmering inklusive... An der Größe dieses Abends bestand kein Zweifel. Was 2011 noch kommt kann sich mal warm anziehen!

Interview mit Casper Clausen:

Casper ist ein wirklich netter Mensch, fröhlich und offen. Wieso er den schönen Pulli, den er beim Interview (und gleichzeitigem Abendessen: Gemüsestrudel) trug, später gegen ein weißes Hemd tauschte, habe ich aber nicht ganz verstanden. Seis drum, viel Spaß beim Lesen! Und lieber Casper: Mahlzeit!
(Auf Wunsch übersetze ich das Interview gerne, da es aber aufgrund der Sprachkenntnisse beider Beteiligten sowieso in Simple English gehalten ist, dürfte es da ja wohl keine Probleme geben? Oder etwa doch?)

Your film „An Island“ shows Efterklang performing their songs with neighbours, relatives, school pupils. What does the term “home” means to you?

Home is where you come from, home is where you have your things.

Ok, so you go along with the dictionary. When you are on tour, do you miss home?

From time to time, yes. I think all of us are part-time missing home, but there are also attempts to find, to explore new homes. Of course we all miss certain people, the familiar environment – and sometimes we miss to stay at the same place for a while. But all in all we are mostly happy with what we do.

This film takes out your island into the big wide world, makes a tiny area famous. How do the inhabitants of Als think about the world outside, how do they think about your success?

Well, our success is fairly small, but I think they’re proud when they see people and bands from their island being recognised outside their local area. Our project was more about what Efterklang was and less about our success. Als is in a way far from the world, you know. There are a few highschools in the island, but generally speaking it often feels like time stands still. It was nice – not only for us – to go back where we once lived. People got kind of in contact with our music, getting to know what we are, what we are doing– people that we didn’t know, as well as people we did know very well – like our parents.

The director Vincent Moon has worked together with quite outstanding bands like Arcade Fire or R.E.M. How was working with him?

We’ve worked with Mathieu (Moon's real name, edited) before, we met him two years ago. He did a Take-Away Show with us in New York and right after we started talking about doing a longer project. We didn’t know then what we wanted to do but we both negotiated each other’s work so it was no question that we really wanted to do that.
In the meantime he had a project in Kopenhagen called Temporary Kopenhagen and he produced an album with our friends from Slaraffenland, so he was the friend of ours and our friends’ friend at the same time. Last time we went out with Magic Chairs and right afterwards we decided that it would be a good idea to shoot the film on the island.

I’m sure you know Sigur Rós’ movie “Heima”. Was it kind of a rolemodel for you?

To be honest, we first saw that comparison after we had finished the movie – although it seems very obvious, both bands coming back to their island. But I think when you watched both films, you see that they are very different films in the way they’re made, they look and so on… Als is besides a much smaller island than Iceland. And of course you can similarities between these two films – musicians going back home, visiting the local people, performing for them… But I think the storyline is quite different.
So it was actually interesting: we tried everything we could to avoid the comparison but at the same time we can’t deny, that we are very pleased about such a compliment, being compared to Sigur Rós. You’re in fact the second person who noticed that. So I think we did pretty well!

Your latest album “Magic Chairs” is less experimental than the records before, what is behind this musical change?

Every time we make a new album, there is a need to change – that’s the idea behind. Efterklang is the only continuum to stay, we as bandmembers put all our energy in changing the music. For instance the album before Magic Chairs – called Parades – took us one and a half years without doing any live gigs, all we did was studio recordings. After that we released Performing Parades just before we started working on Magic Chairs, what was a really exciting job to do with a huge orchestra.
So the least thing we wanted to do was something we already did before. Hence we tried not to be that epic, we wanted to challenge ourselves and in fact it was kind of “try and see”. We tried to do something more simple as well as something based around our live team. This time it was very important for us to do something we could convincingly play with our live band. So we started writing and producing songs, took them with us on our US tour and then tried to play them live before we went to the studio. That was a new way for us although it sounds very conventional.

In a way it’s not conventional at all, because you did something completely else before.

Yeah. from a band’s point of view I think you can truly call Magic Chairs a band’s opus. For the first time I feel and hear every voice, every instrument, every band member on stage. And I think Magic Chairs sums up the music that worked best live. People might see that tonight.
Some of the oldest songs are a bit hard for us to play, because the environment they were made in was such a big, but on stage we don’t have these facilities and have to scale it down. That could be interesting – the new songs however are made for stage.

Scandinavian bands very often seem to relate their music to nature, often lonely landscapes. What influence has nature on your work?

It’s about what we are, what we do together, which locations we own, I think. Actually travelling that much, working and playing together with different people is in fact the biggest inspiration. But in making music you have plenty of inspiring moments, that could be everything from music that you hear to the sound of an escalator.
So all our songs start at a different point out of certain reasons with a small melody that grows into a song, and when you have finished the songs after months you don’t know where the inspiration came from any more. That’s kind of the way we work, rather than writing a specific tune with a given background. That would be a new way for us…

Maybe we talk about this after your next album. Keyword Scandinavian Love: Could you describe the musical scene in the north of Europe, could it be called a big friendship?

I don’t think so. There are lots of musicians and of course many friendships between bands, but it’s also as diverse as the Central Europe musical scene, I would assume. Sweden has a very strong Pop-history, I think their scene is more solid in all respects – the attention they’re giving new bands, there’re a lot of great producers in Sweden – so I think they have an impressing background. In contrast, Denmark is more like a junior in this region. We had success with Aqua and King Diamond, but we never had a strong identity in the alternative pop business within the past ten years. At the moment, that’s changing. There are a lot of smaller bands popping up, going their own way and then being recognised. That means that Denmark gets some new power in its scene, bands are finding new partners in mind and create new friendships, what results in a refreshment and growth of the business. But to say that Danish bands have a lot of connections to Norwegian or Swedish bands would be a lie.
Of course we know some bands from there, but that’s as many as we know from Germany.

Which German musicians do you know?

We mixed the record at the studio of Apparat, so at least we know him. Then there are of course the bands you meet at festivals, many of them inspiring us.

You are said to be a band that always wants to keep a gig familial, so how do you think about big festival performances? And do you prefer playing open air concerts to in-hall concerts?

I think we do better in playing concerts than festivals. Outdoor festivals really challenge our music. The thing is, that there is no certain room you can deal with, you have a lot of people in front of you and often you can’t see the horizon, that makes a outdoor gig often undynamic or at least you have a hard time finding the right ways and means. Generally speaking we have an easier time when the location is kind of a room. But also festivals can have something of a closed room, when I look back, we had some really amazing concerts on festivals. It depends on some certain conditions, but finally I think our music fits best into a room.

I would say Haldern Pop was probably the best festival for bands like you.

Definitely. We played there last year, it was wonderful and it’s actually one of the better examples of festival gigs.
It can be hard sometimes, playing two metres above the festival visitors’ heads, often there is additionally a gap of another three metres between us and the people. Basically we need the audience and of course we try to convince them every show, but it can be really frustrating.
At Haldern we never have these problems, we feel the love from the first minute there.
Another good example was our show at Immergut – so: never say never. Although…

It depends on the conditions…

Yes and first of all it depends on what kind of festival it is. If it is a big rock festival, where you’re just a single rock in the wide ocean…

Speaking of Roskilde?

We have a good reputation there, people really wanted to see us there, that made it easier for us, it was a so-called home game.

There are rumours, that this tour will be the last one for a while…

I can confirm the rumours!

What a pity. Tell us what you do instead and what we should do meanwhile without Efterklang?

Haha, just live your lives, keep on doing and change what you need to change!

And what do you change?

Basically we need some time off touring. Behind us are three and a half years of instant touring and about hundred shows every year. So we need to gain new energy – but not because we are tired of it. Then we focus on a new album. That’s how we started Magic Chairs and that’s what is now again: We need to change. There will definitely be a different approach than last time again.

I’m finished with my questions, do you have some last words to say?

Famous last words?

For your Gravestone maybe!

Well, I just want to say thank you to all the people supporting us. It’s always wonderful to come back to Vienna and see, that there are more and more people at our concerts, more people listening to us – that’s exactly what keeps us doing our thing, that’s what excites us.

Thanks!

Thank you!


Die großartigen Livefotos stammen von Claudia, das Film-Foto von Antje Taiga Jandrig. Vielen Dank!