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Chapel Club, Wien, 05.04.11

Konzert: Chapel Club & Seraphim
Ort: Flex, Wien
Datum: 05.04.2011
Zuschauer: 150
?
Konzertdauer: 40 Minuten oder so...

Es tut mir immer leid, wenn Locations weit unter den Erwartungen gefüllt sind. Von unseren eigenen Veranstaltungen weiß ich, wie schade das für alle Beteiligten ist, wenn die Leute nur spärlich kommen. Wie man Chapel Club nach einem (zugebenermaßen ausverkauften) Support-Auftritt für Two Door Cinema Club gleich das Flex bespielen lassen konnte, ist mir allerdings ein Rätsel. Wenn eine Freundin nicht Karten gewonnen hätte, hätte ich nicht mal von dem Konzert gewusst. Überhaupt kann ich mit dieser Musik im Windschatten von White Lies und eben Two Door Cinema Club ebenso wenig anfangen wie mit den genannten "Vorreitern". Was natürlich kein Grund ist, sich auf Kosten spendabler Gewinnspielorganisatoren nicht einen netten Abend zwischen Girlies und Lederjacken zu machen.

Als wir im Flex ankamen war noch nada los, vielleicht 20 Leute schauten den Linzern von Seraphim auf die Finger oder Löcher in die Luft. Die Band hat große Chancen, bei einem irgendwann sicher fälligen Placebo-Tribute-Konzert zu spielen, sehr viel Eigenständiges konnte ich aber nicht ausmachen. Mehr lässt sich dazu eigentlich auch nicht mehr sagen, sicher ganz nette Jungs, aber die Musik war für mich einfach in keiner Weise nachhaltig.

Von Chapel Club hatte ich mir erst einen Tag vor dem Konzert was angehört und das vorschnelle Urteil getroffen, es mit einer der wie Pilze aus dem Boden schießenden Indie-Schrammel-Boygroups zu tun zu haben. Das musste ich aber gleich wieder revidieren, denn anders als bei den Konsorten hat man bei Chapel Club nicht unbedingt den hübschesten zum Sänger gemacht, was vielleicht auch die überraschend geringe Girlie-Zahl erklärt. Ist mir eigentlich aber sogar sympathisch, wer mag denn auch schöne Menschen! Den Schlagzeuger mochte ich auch, er hatte ein Black Lips-Shirt.

Die Songs von Chapel Club klangen dann alle ähnlich gleich (Sound im Flex war gewohnt gut), ich war nach einer Viertelstunde ausgestiegen und hatte meinen Spaß mit dem Fotografen, der die aufgemaschelten Mädchen in der ersten Reihe aus ca. 10cm Entfernung ins Visier nahm, mit den vier Mitt-Zwanzigern nebeneinander, alle in Lederjacke und mit verwuscheltem Haar und mit dem Gepose des Sängers. Höhepunkt des Konzerts war die Überraschung desselben, als er feststellte, dass das Wasser von RedBull stammte. War mir auch neu, dass RedBull Getränke ohne einen Zuckeranteil von mindestens 50% verkauft...

Dass der Bericht hier schon wieder aus ist liegt unter anderem an der Kürze des Sets, nach gut 40 Minuten und keiner Zugabe war Schluss, Chapel Club waren wohl auch ein bisschen enttäuscht über den mageren Besuch und verzogen sich mit dem RedBull-Wasser.

Um halb elf war ich wieder zuhause, was sehr angenehm früh war. Wem dieser Bericht zu wenig tiefgehend, zu lustlos ist, dem kann ich leider nichts entgegensetzen, er und sie hat Recht. Chapel Club wirkten aber auch fast so, als wollten sie nicht überzeugen. Verschwendete Zeit war das trotzdem nicht, ich war froh, eine Abendgestaltung mit netten Leuten zu haben und im Flex war ich auch schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte man Bands wie Chapel Club einfach anderen Schreiberlingen überlassen - die Nachwuchs-Kollegen von diesem NME-dings aus Insulanien sollen auf "next big thing"-Sachen voll abfahren. Ich nehm sie euch nicht mehr weg, versprochen!

Setlist Chapel Club, Wien, 05.04.2011:

01: Surfacing
02: Blind
03: Roads
04: Fine Light
05:
O Maybe I
06: Bodies
07:
Paper Thin
08:
Eastern Girls
09:
Five Trees
10:
The Shore

Aus unserem Archiv:
- Haldern-Pop 2010, Tag 1 (u.a. mit Chapel Club), Haldern, 12.08.10


Die Austria Presse-Agentur hat übrigens eine völlig andere Sichtweise auf das Konzert, Chapel Club-Fans lesen wohl besser den Bericht als den meinigen.

Foto stammt von Deirdre O'Callaghan.
Deirdre O'CallaghanDeirdre O'Callaghan DDeirdre O'Callaghaneirdre O'Callaghan

Chapel Club, Wien, 05.04.11

Konzert: Chapel Club & Seraphim
Ort: Flex, Wien
Datum: 05.04.2011
Zuschauer: 150
?
Konzertdauer: 40 Minuten oder so...

Es tut mir immer leid, wenn Locations weit unter den Erwartungen gefüllt sind. Von unseren eigenen Veranstaltungen weiß ich, wie schade das für alle Beteiligten ist, wenn die Leute nur spärlich kommen. Wie man Chapel Club nach einem (zugebenermaßen ausverkauften) Support-Auftritt für Two Door Cinema Club gleich das Flex bespielen lassen konnte, ist mir allerdings ein Rätsel. Wenn eine Freundin nicht Karten gewonnen hätte, hätte ich nicht mal von dem Konzert gewusst. Überhaupt kann ich mit dieser Musik im Windschatten von White Lies und eben Two Door Cinema Club ebenso wenig anfangen wie mit den genannten "Vorreitern". Was natürlich kein Grund ist, sich auf Kosten spendabler Gewinnspielorganisatoren nicht einen netten Abend zwischen Girlies und Lederjacken zu machen.

Als wir im Flex ankamen war noch nada los, vielleicht 20 Leute schauten den Linzern von Seraphim auf die Finger oder Löcher in die Luft. Die Band hat große Chancen, bei einem irgendwann sicher fälligen Placebo-Tribute-Konzert zu spielen, sehr viel Eigenständiges konnte ich aber nicht ausmachen. Mehr lässt sich dazu eigentlich auch nicht mehr sagen, sicher ganz nette Jungs, aber die Musik war für mich einfach in keiner Weise nachhaltig.

Von Chapel Club hatte ich mir erst einen Tag vor dem Konzert was angehört und das vorschnelle Urteil getroffen, es mit einer der wie Pilze aus dem Boden schießenden Indie-Schrammel-Boygroups zu tun zu haben. Das musste ich aber gleich wieder revidieren, denn anders als bei den Konsorten hat man bei Chapel Club nicht unbedingt den hübschesten zum Sänger gemacht, was vielleicht auch die überraschend geringe Girlie-Zahl erklärt. Ist mir eigentlich aber sogar sympathisch, wer mag denn auch schöne Menschen! Den Schlagzeuger mochte ich auch, er hatte ein Black Lips-Shirt.

Die Songs von Chapel Club klangen dann alle ähnlich gleich (Sound im Flex war gewohnt gut), ich war nach einer Viertelstunde ausgestiegen und hatte meinen Spaß mit dem Fotografen, der die aufgemaschelten Mädchen in der ersten Reihe aus ca. 10cm Entfernung ins Visier nahm, mit den vier Mitt-Zwanzigern nebeneinander, alle in Lederjacke und mit verwuscheltem Haar und mit dem Gepose des Sängers. Höhepunkt des Konzerts war die Überraschung desselben, als er feststellte, dass das Wasser von RedBull stammte. War mir auch neu, dass RedBull Getränke ohne einen Zuckeranteil von mindestens 50% verkauft...

Dass der Bericht hier schon wieder aus ist liegt unter anderem an der Kürze des Sets, nach gut 40 Minuten und keiner Zugabe war Schluss, Chapel Club waren wohl auch ein bisschen enttäuscht über den mageren Besuch und verzogen sich mit dem RedBull-Wasser.

Um halb elf war ich wieder zuhause, was sehr angenehm früh war. Wem dieser Bericht zu wenig tiefgehend, zu lustlos ist, dem kann ich leider nichts entgegensetzen, er und sie hat Recht. Chapel Club wirkten aber auch fast so, als wollten sie nicht überzeugen. Verschwendete Zeit war das trotzdem nicht, ich war froh, eine Abendgestaltung mit netten Leuten zu haben und im Flex war ich auch schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte man Bands wie Chapel Club einfach anderen Schreiberlingen überlassen - die Nachwuchs-Kollegen von diesem NME-dings aus Insulanien sollen auf "next big thing"-Sachen voll abfahren. Ich nehm sie euch nicht mehr weg, versprochen!

Setlist Chapel Club, Wien, 05.04.2011:

01: Surfacing
02: Blind
03: Roads
04: Fine Light
05:
O Maybe I
06: Bodies
07:
Paper Thin
08:
Eastern Girls
09:
Five Trees
10:
The Shore

Aus unserem Archiv:
- Haldern-Pop 2010, Tag 1 (u.a. mit Chapel Club), Haldern, 12.08.10


Die Austria Presse-Agentur hat übrigens eine völlig andere Sichtweise auf das Konzert, Chapel Club-Fans lesen wohl besser den Bericht als den meinigen.

Foto stammt von Deirdre O'Callaghan.
Deirdre O'CallaghanDeirdre O'Callaghan DDeirdre O'Callaghaneirdre O'Callaghan

Frightened Rabbit, Wien, 11.11.10


Konzert: Frightened Rabbit
Ort: Flex, Wien
Datum: 11.11.2010
Zuschauer: jedenfalls mehr als weniger ausverkauft, so um die 500?!
Dauer: 90 Minuten


Frightened Rabbit sind Schotten und gaben sich im Flex auch nicht die geringste Mühe, dieses Tatsache unter den (karierten) Teppich zu kehren. Von Whiskey, Karomuster und Grölgesang war fast alles dabei. Alles? Nein. Den Dudelsack vermisste man schmerzlich, an seiner statt kam dafür eine Mundharmonika zum Einsatz.

Aber der Reihe nach: Als im Juni ihr Wien-Termin bestätigt wurde und als Location das B72 geplant war, konnte man von einem ausverkauften Haus ausgehen. Dass es aber schon im August ausverkauft sein sollte, war so nicht zu erwarten. Aber alles kein Problem, diejenigen, die es verschlafen hatten, sich Karten zuzulegen, konnten rasch wieder aufatmen, denn man verlegte die Sause einfach ins Flex.

Und so hoppelte man an diesem Donnerstagabend ans Ufer des Donaukanals, wo kurz nach acht von den erwarteten Scharen noch wenig zu sehen war. Frightened Rabbit hatten nämlich, wie auf der gesamten europäischen Festland-Tour, auf einen Support verzichtet, was sich neben dem späten Eintreffen des Publikums erfreulicherweise auch auf die Eintrittspreise niederschlug. Die 11€ (vgl. zB. Offenbach: 18€) waren wirklich nicht zu viel verlangt!

Als etwa eine Stunde später das Häschen-Quintett die Bühne betrat, war die Füllung der Halle bereits erfolgreich vonstatten gegangen, das Flex gedrängt voll und das Raumklima das Gegenstück zu den 3° draußen im Freien.

Mit Skip The Youth, einer Nummer mit langem Intro und depressivem, vergänglichem Charakter stellten sich die fünf Herren ein und wem bis dahin ihre Herkunft noch nicht bekannt war, durfte spätestens jetzt feststellen, dass sich Glasgow nicht unbedingt für Sprachferien mit dem Ziel, möglichst reines Englisch zu erlernen, eignet.

Das sollte heute aber auch nicht wirklich von Belang sein, man wollte ja Scott Hutchison und Anhang spielen hören. Diese ließen sich nicht lumpen und warfen gleich einmal ihren bekanntesten Song The Modern Leper ins Gefecht, welcher auch begeistert angenommen wurde. Die Schweißflecken unter Scotts Shirt waren nun nicht mehr zu sehen, da sie nun den ganzen Oberkörper in Beschlag genommen hatten. Sie hätten bis jetzt sechs Wochen schöne Tourerlebnisse gehabt und würden sich sehr über ihr erstes Gastspiel in Wien freuen, noch dazu vor so vielen Leuten, ließ er dann auch verlauten.

Beschwingt auf beiden Seiten des nicht vorhandenen Bühnengrabens ging es weiter, Scott verriet das erste Gebot der schottischen Heilkunst ("Whiskey is good for the throat"), man einigte sich darauf, dass niemand Rod Stewart möge, adaptierte die Setlist (Foot Shooter) und merkte den Schotten auch bei einigen technischen Problemen vom ersten Teil des Bandnamens nichts an.

Und so war bald eine Stunde rum, im Publikum forderte jemand lautstark Swim Until You Can't See Land, ein Wunsch, den Sccott mit dem Hinweis auf seine etwas angeschlagene Stimme erst nicht erfüllen wollte. Als er dann aber aus einer anderen Ecke des Flex auf seine Medizin im Pappbecher hingewiesen wurde, war er überredet, stellte Nummer zwei der nordbritischen Schamanenkunst in den Raum ("Whiskey is a natural anti-septic") und das bisherige Highlight des Abends auf.

Streck den kleinen Finger aus und sie werden deine ganze Hand nehmen: Kaum den einen Wunsch erfüllt, wollte eine Partie Mädels ein Geburtstagsständchen für eine Sabrina. Diesmal ließ sich der bärtige Sänger nicht so lange bitte und stimmt Happy Birthday an, was allerdings etwas in die Hose gang. Also kramte er kurz in seiner Schatzkiste und kündigte schließlich den "einzigen heiteren Frightened Rabbit-Song" an - Living In Colour. Ein schönes Geschenk - nicht nur für Sabrina - war das, und gleichzeitig auch schon fast das Ende.

Es folgte noch Keep Yourself Warm, in dem es (Achtung: FSK 16) heißt: "It takes more than fucking someone to keep yourself warm." Freche Ansage, aber ein schönes metaphorisches Bild. Im Flex bedurfte es jedenfalls keiner zwischenmenschlicher Zärtlichkeiten, um sich warm zu halten, es war auch so heiß.

Frightened Rabbit gingen von der Bühne, das Publikum aber nicht heim, logische Konsequenz aus diesen zwei Tatsachen war eine Zugabe. Scott begab sich wieder auf die kleine Bühne, bedankte sich für die tolle Unterstützung und gab akustisch Poke vom zweiten Album zum Besten. Und auf einmal sang das ganze Publikum eine spontane Melodie (Text etwa so: ah-ah-ah) dazu, was, wie auch Scott bemerkte, stark an Fußballstadionatmosphäre erinnerte. Gänsehaut!
Auch The Twist findet sich auf dem zweiten Album - benannt The Midnight Organ Fight - und wurde mit voller Band gespielt.

Mit dem aktuellen The Loneliness And The Scream ging ein tolles Konzert zu Ende. Waren ein an einigen Stellen (u.a. auch auf dieser Seite) etwas enttäuschte Konzertberichte zu lesen, stellten die Schotten im Flex mich zumindest ziemlich zufrieden. Klar - Konzert des Jahres oder etwas in diese Richtung war es nicht, aber doch ein höchst solides Konzert. Und auch wenn Frightened Rabbit zur Zeit ein bisschen vom letzten Hype um Mumford&Sons profitieren (Frightened Rabbit waren als Erste da!), war dieser Abend ein schönes, persönliches und intimes Erlebnis.
Hasen mag man eben.

Setlist Frightened Rabbit, Flex, Wien:

01: Skip The Youth
02: The Modern Leper
03: Nothing Like You
04: Old Old Fashioned
05: Heads Roll Off
06: Foot Shooter
07: Not Miserable
08: I Feel Better
09: The Wrestle
10: Fast Blood
11: My Backwards Walk
12: Be Less Rude
13: Good Arms vs. Bad Arms
14: Swim Until You Can't See Land
15: Living In Colour
16: Keep Yourself Warm

17: Poke (Z)
18: The Twist (Z)
19: The Loneliness And The Scream (Z)

Anmerkung: Die Fotos (by Oliver Peel) stammen vom Haldern Pop Festival 2010.


Frightened Rabbit, Wien, 11.11.10


Konzert: Frightened Rabbit
Ort: Flex, Wien
Datum: 11.11.2010
Zuschauer: jedenfalls mehr als weniger ausverkauft, so um die 500?!
Dauer: 90 Minuten


Frightened Rabbit sind Schotten und gaben sich im Flex auch nicht die geringste Mühe, dieses Tatsache unter den (karierten) Teppich zu kehren. Von Whiskey, Karomuster und Grölgesang war fast alles dabei. Alles? Nein. Den Dudelsack vermisste man schmerzlich, an seiner statt kam dafür eine Mundharmonika zum Einsatz.

Aber der Reihe nach: Als im Juni ihr Wien-Termin bestätigt wurde und als Location das B72 geplant war, konnte man von einem ausverkauften Haus ausgehen. Dass es aber schon im August ausverkauft sein sollte, war so nicht zu erwarten. Aber alles kein Problem, diejenigen, die es verschlafen hatten, sich Karten zuzulegen, konnten rasch wieder aufatmen, denn man verlegte die Sause einfach ins Flex.

Und so hoppelte man an diesem Donnerstagabend ans Ufer des Donaukanals, wo kurz nach acht von den erwarteten Scharen noch wenig zu sehen war. Frightened Rabbit hatten nämlich, wie auf der gesamten europäischen Festland-Tour, auf einen Support verzichtet, was sich neben dem späten Eintreffen des Publikums erfreulicherweise auch auf die Eintrittspreise niederschlug. Die 11€ (vgl. zB. Offenbach: 18€) waren wirklich nicht zu viel verlangt!

Als etwa eine Stunde später das Häschen-Quintett die Bühne betrat, war die Füllung der Halle bereits erfolgreich vonstatten gegangen, das Flex gedrängt voll und das Raumklima das Gegenstück zu den 3° draußen im Freien.

Mit Skip The Youth, einer Nummer mit langem Intro und depressivem, vergänglichem Charakter stellten sich die fünf Herren ein und wem bis dahin ihre Herkunft noch nicht bekannt war, durfte spätestens jetzt feststellen, dass sich Glasgow nicht unbedingt für Sprachferien mit dem Ziel, möglichst reines Englisch zu erlernen, eignet.

Das sollte heute aber auch nicht wirklich von Belang sein, man wollte ja Scott Hutchison und Anhang spielen hören. Diese ließen sich nicht lumpen und warfen gleich einmal ihren bekanntesten Song The Modern Leper ins Gefecht, welcher auch begeistert angenommen wurde. Die Schweißflecken unter Scotts Shirt waren nun nicht mehr zu sehen, da sie nun den ganzen Oberkörper in Beschlag genommen hatten. Sie hätten bis jetzt sechs Wochen schöne Tourerlebnisse gehabt und würden sich sehr über ihr erstes Gastspiel in Wien freuen, noch dazu vor so vielen Leuten, ließ er dann auch verlauten.

Beschwingt auf beiden Seiten des nicht vorhandenen Bühnengrabens ging es weiter, Scott verriet das erste Gebot der schottischen Heilkunst ("Whiskey is good for the throat"), man einigte sich darauf, dass niemand Rod Stewart möge, adaptierte die Setlist (Foot Shooter) und merkte den Schotten auch bei einigen technischen Problemen vom ersten Teil des Bandnamens nichts an.

Und so war bald eine Stunde rum, im Publikum forderte jemand lautstark Swim Until You Can't See Land, ein Wunsch, den Sccott mit dem Hinweis auf seine etwas angeschlagene Stimme erst nicht erfüllen wollte. Als er dann aber aus einer anderen Ecke des Flex auf seine Medizin im Pappbecher hingewiesen wurde, war er überredet, stellte Nummer zwei der nordbritischen Schamanenkunst in den Raum ("Whiskey is a natural anti-septic") und das bisherige Highlight des Abends auf.

Streck den kleinen Finger aus und sie werden deine ganze Hand nehmen: Kaum den einen Wunsch erfüllt, wollte eine Partie Mädels ein Geburtstagsständchen für eine Sabrina. Diesmal ließ sich der bärtige Sänger nicht so lange bitte und stimmt Happy Birthday an, was allerdings etwas in die Hose gang. Also kramte er kurz in seiner Schatzkiste und kündigte schließlich den "einzigen heiteren Frightened Rabbit-Song" an - Living In Colour. Ein schönes Geschenk - nicht nur für Sabrina - war das, und gleichzeitig auch schon fast das Ende.

Es folgte noch Keep Yourself Warm, in dem es (Achtung: FSK 16) heißt: "It takes more than fucking someone to keep yourself warm." Freche Ansage, aber ein schönes metaphorisches Bild. Im Flex bedurfte es jedenfalls keiner zwischenmenschlicher Zärtlichkeiten, um sich warm zu halten, es war auch so heiß.

Frightened Rabbit gingen von der Bühne, das Publikum aber nicht heim, logische Konsequenz aus diesen zwei Tatsachen war eine Zugabe. Scott begab sich wieder auf die kleine Bühne, bedankte sich für die tolle Unterstützung und gab akustisch Poke vom zweiten Album zum Besten. Und auf einmal sang das ganze Publikum eine spontane Melodie (Text etwa so: ah-ah-ah) dazu, was, wie auch Scott bemerkte, stark an Fußballstadionatmosphäre erinnerte. Gänsehaut!
Auch The Twist findet sich auf dem zweiten Album - benannt The Midnight Organ Fight - und wurde mit voller Band gespielt.

Mit dem aktuellen The Loneliness And The Scream ging ein tolles Konzert zu Ende. Waren ein an einigen Stellen (u.a. auch auf dieser Seite) etwas enttäuschte Konzertberichte zu lesen, stellten die Schotten im Flex mich zumindest ziemlich zufrieden. Klar - Konzert des Jahres oder etwas in diese Richtung war es nicht, aber doch ein höchst solides Konzert. Und auch wenn Frightened Rabbit zur Zeit ein bisschen vom letzten Hype um Mumford&Sons profitieren (Frightened Rabbit waren als Erste da!), war dieser Abend ein schönes, persönliches und intimes Erlebnis.
Hasen mag man eben.

Setlist Frightened Rabbit, Flex, Wien:

01: Skip The Youth
02: The Modern Leper
03: Nothing Like You
04: Old Old Fashioned
05: Heads Roll Off
06: Foot Shooter
07: Not Miserable
08: I Feel Better
09: The Wrestle
10: Fast Blood
11: My Backwards Walk
12: Be Less Rude
13: Good Arms vs. Bad Arms
14: Swim Until You Can't See Land
15: Living In Colour
16: Keep Yourself Warm

17: Poke (Z)
18: The Twist (Z)
19: The Loneliness And The Scream (Z)

Anmerkung: Die Fotos (by Oliver Peel) stammen vom Haldern Pop Festival 2010.


Wolf Parade, Wien, 22.09.10


Konzert: Wolf Parade

Ort: Flex, Wien
Datum: 22.09.2010
Zuschauer: etwa 500


Ein Gastbeitrag aus Wien. Vielen herzlichen Dank nach Österreich!


Wolf Parade sind die beiden Masterminds Dan Boeckner und Spencer Krug, live noch mit Bassisten und Schlagzeuger verstärkt. Manch einer wird sich während dem Konzert im Wiener Flex gedacht haben, dass er die beiden aus British Columbia stammenden Herren schon einmal anderswo gesehen habe. Und das kann gut sein, denn sowohl Dan als auch Spencer haben unzählige Nebenprojekte, die nicht minderer Qualität sind! Handsome Furs, Sunset Rubdown oder Frog Eyes um nur einige dieser grandiosen Side-Projects zu erwähnen. Mit diesen waren sie auch schon desÖfteren in Wien gewesen. Doch nun zur Veranstaltung selbst. Um Punkt 21:30 betraten die 4 Herren die Bühne, sichtlich begeistert von der Besucheranzahl und den Besuchern selber. Kein Wunder, beehrten Wolf Parade doch erst das erste Mal Wien und das zweite Mal Österreich überhaupt. Zu Buche stand bis dato ein – Hören-Sagen zufolge – unvergesslicher Abend am Kremser Donaufestival. Die Jubelchöre des Publikums nahmen kein Ende und sprangen wie ein Funke auf die Band über, schon zu Beginn waren alle rundum zufrieden und glücklich. Ein großer Abend sollte ins Haus stehen, einer mit denen Wolf Parade ihre schier unwahrscheinlich große Beliebtheit noch ausbauen sollten.

So außergewöhnlich die Musik der Kanadier ist, so weit weg ist die Bandstruktur auch
von herkömmlichem Format entfernt.
Jedes Bandmitglied hatte seine fixe Rollenzuteilung und so hatte das ganze Konzert dadurch eine Art Theatercharakter. Bei jedem Songwechselten sich Dan und Spencer mit den Lead Stimmen ab und gaben dadurch denTracks ihre jeweils persönliche Note mit. Dies wirkte, als wären zwei Solokünstler anstelle einer zusammengeschweißten Band am Werke. Jeder wollte sein Ding durchziehen, ein Miteinander gab es nicht. Diese Tatsache machte sich aber keineswegs negativ bemerkbar.

Ganz im Gegenteil, die rockigeren Parts von Dan, gepaart mit den balladenähnlichen
Gesängen von Spencer, ergab eine schöne Symbiose, die dem Zuschauer sowohl Zeit zum Feiern, als auch zum Entspannen und Nachdenken bot. Dan bedankte sich während des Konzerts öfters für die Besucheranzahl und betonte, dass er nicht damit gerechnet hätte, dass so viele Leute kämen. Die Stimmung war grandios, was auch vermutlich daran lag, dass Wolf Parade fast ausschließlich Tracks ihrer beiden Erfolgsalben „Apologies to the Queen Mary“ und „At Mount Zoomer“zum Besten gaben und das neue Album „Expo 86“ nur sporadisch bespielt wurde. Eben dieses wurde von Dan mit einem verlegenen Lächeln als „weird“ bezeichnet.
Vermutlich wollten sie bei ihrem zweiten Österreich-Besuch dem Wiener Publikum nicht zuviel zumuten, denn wenn neue Tracks von neuen noch nicht veröffentlichten Alben bespielt werden, steht man als Band im Prinzip immer auf heißen Kohlen. Der finale Song „Kissing The Beehive“ ihres zweiten Albums läutete dann auch das Ende des Konzerts ein. Nach guten 90 Minuten verließ die Band schweißgebadet die Bühne, die Besucher tobten. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die beiden Herren aus Kanada Österreich nach diesem grandiosen Konzert baldigst wieder beehren, sei es als Wolf Parade, Sunset Rubdown, Handsome Furs oder vielleicht wieder einem gänzlich neuem Projekt.

Setlist Wolf Parade, Flex, Wien:

01: You Are A Runner And I Am My Father's Son
02: What Did My Lover Say? (It Always Had To Go This Way)
03: Palm Road
04: Dear Sons And Daughters Of Hungry Ghosts
05: Ghost Pressure
06: In The Direction Of The Moon
07: Fine Young Cannibals
08: Cave-O-Sapien
09: This Heart' On Fire
10: I'll Believe In Anything
11: Little Golden Age
12: Californian Dreamer

13: You Are A Runner And I Am My Father's Son
14: Shine A Light
15: Kissing The Beehive

Anmerkung: Bei den Fotos handelt es sich um alte Archivbilder von Christoph.

- Wolf Parade, Brüssel, 16.05.2010


Wolf Parade, Wien, 22.09.10


Konzert: Wolf Parade

Ort: Flex, Wien
Datum: 22.09.2010
Zuschauer: etwa 500


Ein Gastbeitrag aus Wien. Vielen herzlichen Dank nach Österreich!


Wolf Parade sind die beiden Masterminds Dan Boeckner und Spencer Krug, live noch mit Bassisten und Schlagzeuger verstärkt. Manch einer wird sich während dem Konzert im Wiener Flex gedacht haben, dass er die beiden aus British Columbia stammenden Herren schon einmal anderswo gesehen habe. Und das kann gut sein, denn sowohl Dan als auch Spencer haben unzählige Nebenprojekte, die nicht minderer Qualität sind! Handsome Furs, Sunset Rubdown oder Frog Eyes um nur einige dieser grandiosen Side-Projects zu erwähnen. Mit diesen waren sie auch schon desÖfteren in Wien gewesen. Doch nun zur Veranstaltung selbst. Um Punkt 21:30 betraten die 4 Herren die Bühne, sichtlich begeistert von der Besucheranzahl und den Besuchern selber. Kein Wunder, beehrten Wolf Parade doch erst das erste Mal Wien und das zweite Mal Österreich überhaupt. Zu Buche stand bis dato ein – Hören-Sagen zufolge – unvergesslicher Abend am Kremser Donaufestival. Die Jubelchöre des Publikums nahmen kein Ende und sprangen wie ein Funke auf die Band über, schon zu Beginn waren alle rundum zufrieden und glücklich. Ein großer Abend sollte ins Haus stehen, einer mit denen Wolf Parade ihre schier unwahrscheinlich große Beliebtheit noch ausbauen sollten.

So außergewöhnlich die Musik der Kanadier ist, so weit weg ist die Bandstruktur auch
von herkömmlichem Format entfernt.
Jedes Bandmitglied hatte seine fixe Rollenzuteilung und so hatte das ganze Konzert dadurch eine Art Theatercharakter. Bei jedem Songwechselten sich Dan und Spencer mit den Lead Stimmen ab und gaben dadurch denTracks ihre jeweils persönliche Note mit. Dies wirkte, als wären zwei Solokünstler anstelle einer zusammengeschweißten Band am Werke. Jeder wollte sein Ding durchziehen, ein Miteinander gab es nicht. Diese Tatsache machte sich aber keineswegs negativ bemerkbar.

Ganz im Gegenteil, die rockigeren Parts von Dan, gepaart mit den balladenähnlichen
Gesängen von Spencer, ergab eine schöne Symbiose, die dem Zuschauer sowohl Zeit zum Feiern, als auch zum Entspannen und Nachdenken bot. Dan bedankte sich während des Konzerts öfters für die Besucheranzahl und betonte, dass er nicht damit gerechnet hätte, dass so viele Leute kämen. Die Stimmung war grandios, was auch vermutlich daran lag, dass Wolf Parade fast ausschließlich Tracks ihrer beiden Erfolgsalben „Apologies to the Queen Mary“ und „At Mount Zoomer“zum Besten gaben und das neue Album „Expo 86“ nur sporadisch bespielt wurde. Eben dieses wurde von Dan mit einem verlegenen Lächeln als „weird“ bezeichnet.
Vermutlich wollten sie bei ihrem zweiten Österreich-Besuch dem Wiener Publikum nicht zuviel zumuten, denn wenn neue Tracks von neuen noch nicht veröffentlichten Alben bespielt werden, steht man als Band im Prinzip immer auf heißen Kohlen. Der finale Song „Kissing The Beehive“ ihres zweiten Albums läutete dann auch das Ende des Konzerts ein. Nach guten 90 Minuten verließ die Band schweißgebadet die Bühne, die Besucher tobten. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die beiden Herren aus Kanada Österreich nach diesem grandiosen Konzert baldigst wieder beehren, sei es als Wolf Parade, Sunset Rubdown, Handsome Furs oder vielleicht wieder einem gänzlich neuem Projekt.

Setlist Wolf Parade, Flex, Wien:

01: You Are A Runner And I Am My Father's Son
02: What Did My Lover Say? (It Always Had To Go This Way)
03: Palm Road
04: Dear Sons And Daughters Of Hungry Ghosts
05: Ghost Pressure
06: In The Direction Of The Moon
07: Fine Young Cannibals
08: Cave-O-Sapien
09: This Heart' On Fire
10: I'll Believe In Anything
11: Little Golden Age
12: Californian Dreamer

13: You Are A Runner And I Am My Father's Son
14: Shine A Light
15: Kissing The Beehive

Anmerkung: Bei den Fotos handelt es sich um alte Archivbilder von Christoph.

- Wolf Parade, Brüssel, 16.05.2010