Der zweite Teil der Quintessentials-Jubiläumsausgabe. Hierauf gehen Tracks von Toby Tobias, Marcello Napoletano, Ricardo Miranda und No Milk.
Toby Tobias, der Space Shuffler, setzt mit einem wie gewohnt discoiden Arrangement einen Akzent. Für seinen Track, "Rush Hour", verquirlt er Tiefbass mit hochpräzisen, sauberen Snare Claps, streut Glöckchensounds darüber und vermengt diese Mischung mit einem klein gehäckselten Streicher-Instrumental und feingewogenen Vocals. Gefiltert, gesamplet, Erinnerungen an die Cut up-Technik weckend, und alles eingepflegt in ein solides Fundament aus 4/4-Beats.
Hinter No Milk verbirgt sich der japanische Produzent Yusuke Uchiyama. Anfang / Mitte der Nuller-Jahre hat er unter seinem laktosefreien Künstlernamen ein paar Platten veröffentlicht, beispielsweise auf seinem eigenen Label Rhapsody. [War mir bis dato jedoch nicht bekannt]. Er geht sehr funky zu Werke, verarbeitet zudem Piano- und Trompetenklänge, und durch die Fassade einer gewollt brüchig erscheinenden Beat-Architektur schimmern seine grossen Vorbilder. Sie zu nennen wäre jedoch blosse Spekulation und uninteressantes Name Dropping.
Auch Marcello Napoletano nimmt sich in "All My Things" den rhythmischen Begleitfiguren eines Pianos an. Seine Bassdrums sind nach wie vor dynamisch und hochexplosiv, die Shuffle Hi Hat Patterns sind immer noch sehr jazzy, doch dürfte er gerne wieder einmal ein paar Schippen Sleaze auf seine Tracks aufladen.
Ricardo Miranda, Produzent aus Chicago und mit "Black Acid" einer der Hour House Is Your Rush-Hitschmiede, serviert ein modernes Stück Querflöten-/Rhodes Orgel-/Soulful-House. Zubereitet ist es allerdings ohne diesen Neunzigerjahre-Schmelzkäse, der so manch einen aus dieser Zeit stammenden Track überzieht. "Rush Hour" ist sehr low-key gehalten. Tiefsinn und dunkle Klangfarben überwiegen. In einem Wort: K.I.L.L.E.R.!
English (short) version: the second part of Quintessentials release anniversary comes with tracks by Toby Tobias - a disco tinged smasher -, Marcello Napoletano, No Milk and Chicago based artist Ricardo Miranda who delivers a piece of flute and fender rhodes / organ powerhouse without the slouchy nineties cheese.
Mehr im Web:
Toby Tobias @ MySpace
Toby Tobias @ Soundcloud
Marcello Napoletano @ MySpace
Marcello Napoletano @ Soudcloud
No Milk @ discogs
Ricardo Miranda @ MySpace
Tampilkan postingan dengan label Ricardo Miranda. Tampilkan semua postingan
Tampilkan postingan dengan label Ricardo Miranda. Tampilkan semua postingan
Rick Wilhite pres. Vibes New & Rare Part B
Den ersten Teil von Rick Wilhites (vierteiliger) Compilation habe ich bereits im April an dieser Stelle in aller epischen Länge und Breite, möglicherweise auch mit sehr viel unnützen Wortbeilagen angereichert, besprochen. Daher steige ich beim zweiten Teil direkt in medias res ein.Hierauf versammelt der „Godson“ zum einen seinen langjährigen 3 Chairs-Mitstreiter und –Weggefährten Theo Parrish sowie den (für mich) Newcomer-Produzenten aus Chicago, Ricardo Miranda, der jüngst mit „Black Acid“ auf Hour House Is Your Rush auf sich aufmerksam gemacht hat.
Theo Parrishs „When I’m Gone“ zementiert noch einmal / ein weiteres Mal / wiederholt – bei Theo Parrish gehen mir langsam aber sicher die Worte aus, um seiner Leistung gerecht zu werden – seine Leuchtturm-gleiche Ausnahmestellung in der (House-)Produzentenwelt. Wie schon so oft zuvor liegt auch bei „When I’m Gone“ sein Hauptaugenmerk nicht auf dem Aspekt der Clubtauglichkeit, dem „floor filling“, sondern dem Erzählen einer Geschichte und damit einhergehend auf der Erzeugung und dem Aufrechterhalten einer ganz bestimmten Stimmung. In welcher Stimmungslage sich Theo Parrish bei der Arbeit an diesem Track befand – ich weiss es nicht. Fest steht, dass er damit ein novellenhaft ergreifendes Stück voll tiefer Gefühle abliefert. Der system- und genreübergreifende Vergleich zum Schaffenswerk eines Anton Teschechow, Stefan Zweig und zu weiteren Grossmeistern der Erzählkunst liegt Nahe. Mit der (ungeschriebenen) Verpflichtung zum 4/4-Takt, die in der House- /Techno-Musik nahezu Verfassungsrang geniesst, geht Theo Parrish auf „When I’m Gone“ sehr unbefangen um. So begegnen dem Hörer holpernde, leicht schleppende Beats, die mit einem tief ausgeloteter Bassraum den (Grund-)Groove bilden. Allein dieses Grundgerüst würde mich in ganz andere Daseinssphären katapultieren, sollte ich je einmal die Möglichkeit haben, diesen Track auf einer raumausfüllenden, diesen Vibe transportierenden Anlage zu hören. Crossover-Anleihen zu Jazz, Blues und Fusion lassen sich ebenfalls heraushören. Dope shit!
Ganz ehrlich: auch wenn Ricardo Miranda mit „Urbanism“ einen wahnsinns Track abliefert, dessen Sound in der Tradition einer von Glenn Underground, Boo Williams und vielen anderen Produzenten aufgebauten Chicagoer Schule steht - hinter Theo Parrishs Teil tritt er ein wenig zurück. Aber es ist ganz bestimmt keine Schande, Zweiter hinter Theo Parrish zu sein.
Zum Abschluss noch dies: Part C befindet sich ebenfalls im Anflug. Man darf sich auf ein joint venture zwischen Rick „The Godson“ Wilhite und Kyle Hall freuen. Dass letzterem derzeit produzentenmässig alles gelingt, ist ja ein offenes Geheimnis.
English (short) version: the second part of Rick "The Godson" Wilhites New & Rare - Compilation comes along with a track by Theo Parrish - the finest of the illest music and beat patterns - and another tune by Ricardo Miranda - soulful house in a Chicago tradition.
Mehr im Web:
Ricardo Miranda @ last.fm
Ricardo Miranda @ MySpace
Ricardo Miranda – Black Acid Review @ Little White Earbuds
Theo Parrish / Sound Signature @ MySpace
Rick “The Godson” Wilhite @ MySpace
Langganan:
Postingan (Atom)
