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Mogwai, Köln, 14.03.11


Konzert: Mogwai
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 14.03.2011
Zuschauer: deutlich mehr als erwartet, aber nicht ganz ausverkauft
Dauer: Mogwai 90 min, RM Hubbert lange 40 min


Wahnsinnig viel Lust auf dieses Konzert hatte ich nicht mehr, ich war nämlich beleidigt, daß Mogwai vom zunächst angesetzten Bürgerhaus Stollwerck in die immer weniger gemochte Live Music Hall verlegt worden waren. Und das nicht etwa, weil das (schöne) Stollwerck ausverkauft gewesen wäre, die LMH wurde einfach frei, denn Beady Eye wurden (Überraschung!) zu groß für die und zogen ins Ewerk. Als dann noch das Angebot kam, Efterklang stattdessen zu sehen, war ich fast so weit. Am Ende siegte aber die Neugier auf mein erstes Mogwai Konzert, und auf die Frage, ob es mir leichter fiele als meinem Blogger-Kollegen Oliver, nach dem Konzert einzuschätzen, wie Mogwai sich live geschlagen haben.

Komplizierter Satz - einfache Antwort: nein, das fällt mir nicht leicht.

Ich weiche dem aber zunächst noch etwas aus. Als wir in der Halle ankamen, war sie schon voller als gedacht und befürchtet. Wir fanden trotzdem weit vorne noch Platz, genau rechtzeitig, um das Vorprogramm von Beginn an zu erleben. RM Hubbert, ein Gitarrist aus Glasgow, setzte sich auf einen Stuhl und begann, instrumentale Akustikgitarrestücke zu spielen. Die Lieder klangen sehr spanisch, RM klopfte immer wieder auf sein Instrument, zupfte zum Teil atemberaubend schnell und wäre in jedem Flamenco- oder Salsa-Laden begeistert aufgenommen worden. Ich mache mir nichts aus spanischer Gitarrenmusik und langweilte mich wahnsinnig. Einzig mein Wunsch, nicht nach jedem Lied Olé zu brüllen, hielt mich wach. RM redete viel in wunderbaren schottischen Singsang, er erzählte oft, um was es in den Liedern gehe (da fehlt mir bei Instrumentalstücken leider die Phantasie - die sind schön oder nicht schön, die handeln aber von nichts). Mal erzählte er stumm von seinem Hund, mal arbeitete er in einem Lied den frühen Tod seiner Eltern auf. Das wirkte zwischen den Liedern sympathisch, manchmal rührend (wenn er zum Beispiel erklärte, daß das Publikum eigentlich sein Therapeut sei, er als Schotte diese günstige Art der Therapie liebe). Aber es war leider zwischen den Ansagen so unendlich langweilig und unpassend.

Es wurde zehn nach zehn, bis Mogwai schließlich auf die Bühne gingen. Die Schotten haben bekanntlich vor ein paar Wochen ihr neues Album mit dem tollen Titel Hardcore will never die, but you will veröffentlich und dafür gute Noten geerntet.

Mit dessen Opener White noise begann der Abend. White noise ist recht schnell und enorm melodisch und damit nicht untypisch für die Stücke des neuen Albums. How to be a werewolf ist weiteres gutes Beispiel für die flotten Mogwai Melodien auf Hardcore will never die... Oder San Pedro, das durchaus auch von den Thermals stammen könnte (die machen ja mittlerweile auch solche Balladen). Die drei gefielen mir von den neuen Stücken gestern am besten - bis gegen Ende You're Lionel Ritchie noch einmal richtig punktete.

Mogwai spielten vom neuen Album immerhin sieben Titel. Der Rest des Programms wurde mit Stücken aller früheren Platten mit Ausnahme des Debüts bestritten.

Live sehen Mogwai wie die meisten anderen Postrockbands
aus: mehr oder weniger zappelnde Gitarristen, manchmal auf dem Boden hockend und an den Effekten spielend, mehr passiert nicht. Von einer Bühnenshow zu sprechen, ist also verwegen. Abwechslungen bestanden ausschließlich darin, daß mal mehr (maximal drei) und mal weniger (einer) Gitarristen spielten. Oder ab und zu eine Geige eingesetzt wird. Man kann ein Mogwai Konzert also sicher auch mit geschlossenen Augen oder mit einem guten Buch, in der Ecke sitzend genießen, ohne zu viel zu versäumen; präsent wäre die Musik alleine schon wegen ihrer meist infernalischen Lautstärke.

So viel zur Beschreibung.

Auch wenn ich mit dieser Meinung vermutlich sehr alleine stehe und ordentlich Gegenwind bekomme, restlos überzeugt hat mich der Abend nicht. Und damit meine ich natürlich nicht die kleinen Pannen, die Verspieler, das verpatzte Ende eines Stücks oder die Probleme, die zum schnellen Abbruch der ersten Zugabe Auto rock geführt haben. Das ist alles vollkommen in Ordnung. Was mir fehlte, besonders im Vergleich zu den japanischen Mono, war das Gefühl, von dieser lauten Instrumentalmusik vollkommen gefesselt zu werden, begeistert und mit offenem Mund am Rand zu stehen. Ob es nur an der Halle, den 200 Konzerten, die zwischen Mono und Mogwai lagen oder meiner Müdigkeit lag, bezweifele ich. Auf Platte mag ich Mogwai lieber als Mono, live war es deutlich umgekehrt. Die Gründe dafür sind letztenendes egal, wie so oft entscheidet das Bauchgefühl und das urteilte während und nach der Show, daß es ein gutes, vielmehr ein solides Konzert war. Und daß Mogwai ganz sicher nicht meine liebste Liveband sind, ich mir aber vornehme, ihre Platten viel öfter zu hören, weil die schließlich großartig sind.


Setlist Mogwai, Live Music Hall, Köln:

01: White noise
02: Rano Pano
03: Letters to the Metro
04: Killing all the flies
05: I know you are but what am I?
06: How to be a werewolf
07: San Pedro
08: I'm Jim Morrison, I'm dead
09: George Square Thatcher death party
10: You're Lionel Ritchie
11: 2 rights make 1 wrong
12: Bat cat

13: Auto rock (abgebrochen) (Z)
14: Hunted by a freak (Z)
15: Christmas steps (Z)

Links und Fotos gleich!



Mogwai, Köln, 14.03.11


Konzert: Mogwai
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 14.03.2011
Zuschauer: deutlich mehr als erwartet, aber nicht ganz ausverkauft
Dauer: Mogwai 90 min, RM Hubbert lange 40 min


Wahnsinnig viel Lust auf dieses Konzert hatte ich nicht mehr, ich war nämlich beleidigt, daß Mogwai vom zunächst angesetzten Bürgerhaus Stollwerck in die immer weniger gemochte Live Music Hall verlegt worden waren. Und das nicht etwa, weil das (schöne) Stollwerck ausverkauft gewesen wäre, die LMH wurde einfach frei, denn Beady Eye wurden (Überraschung!) zu groß für die und zogen ins Ewerk. Als dann noch das Angebot kam, Efterklang stattdessen zu sehen, war ich fast so weit. Am Ende siegte aber die Neugier auf mein erstes Mogwai Konzert, und auf die Frage, ob es mir leichter fiele als meinem Blogger-Kollegen Oliver, nach dem Konzert einzuschätzen, wie Mogwai sich live geschlagen haben.

Komplizierter Satz - einfache Antwort: nein, das fällt mir nicht leicht.

Ich weiche dem aber zunächst noch etwas aus. Als wir in der Halle ankamen, war sie schon voller als gedacht und befürchtet. Wir fanden trotzdem weit vorne noch Platz, genau rechtzeitig, um das Vorprogramm von Beginn an zu erleben. RM Hubbert, ein Gitarrist aus Glasgow, setzte sich auf einen Stuhl und begann, instrumentale Akustikgitarrestücke zu spielen. Die Lieder klangen sehr spanisch, RM klopfte immer wieder auf sein Instrument, zupfte zum Teil atemberaubend schnell und wäre in jedem Flamenco- oder Salsa-Laden begeistert aufgenommen worden. Ich mache mir nichts aus spanischer Gitarrenmusik und langweilte mich wahnsinnig. Einzig mein Wunsch, nicht nach jedem Lied Olé zu brüllen, hielt mich wach. RM redete viel in wunderbaren schottischen Singsang, er erzählte oft, um was es in den Liedern gehe (da fehlt mir bei Instrumentalstücken leider die Phantasie - die sind schön oder nicht schön, die handeln aber von nichts). Mal erzählte er stumm von seinem Hund, mal arbeitete er in einem Lied den frühen Tod seiner Eltern auf. Das wirkte zwischen den Liedern sympathisch, manchmal rührend (wenn er zum Beispiel erklärte, daß das Publikum eigentlich sein Therapeut sei, er als Schotte diese günstige Art der Therapie liebe). Aber es war leider zwischen den Ansagen so unendlich langweilig und unpassend.

Es wurde zehn nach zehn, bis Mogwai schließlich auf die Bühne gingen. Die Schotten haben bekanntlich vor ein paar Wochen ihr neues Album mit dem tollen Titel Hardcore will never die, but you will veröffentlich und dafür gute Noten geerntet.

Mit dessen Opener White noise begann der Abend. White noise ist recht schnell und enorm melodisch und damit nicht untypisch für die Stücke des neuen Albums. How to be a werewolf ist weiteres gutes Beispiel für die flotten Mogwai Melodien auf Hardcore will never die... Oder San Pedro, das durchaus auch von den Thermals stammen könnte (die machen ja mittlerweile auch solche Balladen). Die drei gefielen mir von den neuen Stücken gestern am besten - bis gegen Ende You're Lionel Ritchie noch einmal richtig punktete.

Mogwai spielten vom neuen Album immerhin sieben Titel. Der Rest des Programms wurde mit Stücken aller früheren Platten mit Ausnahme des Debüts bestritten.

Live sehen Mogwai wie die meisten anderen Postrockbands
aus: mehr oder weniger zappelnde Gitarristen, manchmal auf dem Boden hockend und an den Effekten spielend, mehr passiert nicht. Von einer Bühnenshow zu sprechen, ist also verwegen. Abwechslungen bestanden ausschließlich darin, daß mal mehr (maximal drei) und mal weniger (einer) Gitarristen spielten. Oder ab und zu eine Geige eingesetzt wird. Man kann ein Mogwai Konzert also sicher auch mit geschlossenen Augen oder mit einem guten Buch, in der Ecke sitzend genießen, ohne zu viel zu versäumen; präsent wäre die Musik alleine schon wegen ihrer meist infernalischen Lautstärke.

So viel zur Beschreibung.

Auch wenn ich mit dieser Meinung vermutlich sehr alleine stehe und ordentlich Gegenwind bekomme, restlos überzeugt hat mich der Abend nicht. Und damit meine ich natürlich nicht die kleinen Pannen, die Verspieler, das verpatzte Ende eines Stücks oder die Probleme, die zum schnellen Abbruch der ersten Zugabe Auto rock geführt haben. Das ist alles vollkommen in Ordnung. Was mir fehlte, besonders im Vergleich zu den japanischen Mono, war das Gefühl, von dieser lauten Instrumentalmusik vollkommen gefesselt zu werden, begeistert und mit offenem Mund am Rand zu stehen. Ob es nur an der Halle, den 200 Konzerten, die zwischen Mono und Mogwai lagen oder meiner Müdigkeit lag, bezweifele ich. Auf Platte mag ich Mogwai lieber als Mono, live war es deutlich umgekehrt. Die Gründe dafür sind letztenendes egal, wie so oft entscheidet das Bauchgefühl und das urteilte während und nach der Show, daß es ein gutes, vielmehr ein solides Konzert war. Und daß Mogwai ganz sicher nicht meine liebste Liveband sind, ich mir aber vornehme, ihre Platten viel öfter zu hören, weil die schließlich großartig sind.


Setlist Mogwai, Live Music Hall, Köln:

01: White noise
02: Rano Pano
03: Letters to the Metro
04: Killing all the flies
05: I know you are but what am I?
06: How to be a werewolf
07: San Pedro
08: I'm Jim Morrison, I'm dead
09: George Square Thatcher death party
10: You're Lionel Ritchie
11: 2 rights make 1 wrong
12: Bat cat

13: Auto rock (abgebrochen) (Z)
14: Hunted by a freak (Z)
15: Christmas steps (Z)

Links und Fotos gleich!



Band Of Horses, Köln, 15.02.11


Konzert: Band Of Horses
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 15.02.2011
Zuschauer: fast ausverkauft
Dauer: knapp 95 min

Bericht von Michael aus Düsseldorf:


Vor fast ziemlich genau 3 Jahren gab die Band of Horses ein - für mich nicht in Worte zu beschreiben - schönes Konzert im Gebäude 9. Dieser Abend hat mich für viele Konzerte meines Lebens motiviert, die BoH spielte die Zuschauer an die Wand, seit diesem Tag bin ich grosser Fan. Ich denke die Band selbst war ziemlich begeistert über ihren Auftritt, was ich mit dem Profilbild der Band auf Myspace begründe, welches bestimmt 4 Monate das Eingangschild zum Gebäude 9 zeigte.

In den 36 Monaten dazwischen liegen jetzt ein Auftritt für den WDR Rockpalast in der Kulturkirche Köln und ein neues Album, Infinite Arms. Das Album selbst enttäuschte mich, die Qualität des Vorgängers Cease to Beginn konnte trotz einiger guter Ansätze nicht gehalten werden. Daß Ben Bridewell, der unverschämt gutaussehende Frontmann der Band, irgendwann noch grössere Konzerte spielen und noch mehr Platten verkaufen möchte, das kann ich mir gut vorstellen, dieser Erfolg ist aber nicht planbar.

Vom Gebäude 9 ging es vor einem Jahr in die Kulturkirche und nun in die Live Music Hall. Um es vorweg zu nehmen - dieses Konzert war nicht so berauschend wie 2009, aber einen fantastisch guten Abend hat die Band mir trotzdem bereitet.



Nachdem ich also die Vorband verpasste hatte (ich betrat den Saal als der letzte Song verkündet wurde), ging es pünktlich um 21h los. Das Publikum empfand ich als sehr gemischt, ich konnte kaum junge Leute unter den Konzertbesuchern finden, das Durchschnittsalter lag schätzungsweise zwischen 30 und 35 Jahren. Ein aufmerksames Publikum könnte man meinen? Nun ja - Das Kölner Publikum ist bekannt dafür, daß während der Songs gerne mal geredet wird, das bringt einen so ausgeglichen Menschen wie mich schon mal gerne auf die Palme.

Kurzes Intro, erste Projektion hinten auf die Leinwand und laut wurde es. Nächste Überraschung - der Sound in der ansonsten für die schlechte Akustik bekannte Live Music Hall war gut, der Abend konnte beginnen. Das zunächst einige schnelle Songs abgefeuert wurden machten den Abend auf die Länge gesehen nicht langweilig, das Zusammenspiel der Band funktionierte von Lied zu Lied besser. Gerade die Stimme Ben Bridewell´s, die live alles andere als perfekt klingt, macht diese Band für mich so besonders, für mich eine absolute charismatische Person, der sein Potential auch heute Abend nicht ausgeschöpft hat. Warum wurde das Publikum nicht mit eingebunden? Sind wir jetzt etwa doch beim Stadionrock angekommen? Chance verspielt.

Die Band ist professioneller geworden, die Songs klingen auch live besser ausgespielt, Überraschungsmomente ausgeschlossen - trotzdem ist der Magie dieser Gruppe am heutigen Abend bei mir angekommen. Gute Konzerte bemerke ich daran, nicht auf die Uhr zu schauen, die Band spielt 90 Minuten und ich merke es nicht, das war auch heute Abend der Fall. Das die Amerikaner aber exakt die gleichen Zugaben wie vor 10 Monaten in der Kulturkirche wählte, empfand ich als unpassend. Ein neuer Song wurde im Set auch eingebunden, der Klang gut und lebte vom Gitarrenspiel des Keyboarders, der bei einigen Stücken auch die Gitarre in die Hand nimmt, guter Durchschnitt - mehr aber auch nicht. Dabei wünsche ich mir so sehr einen neuen Lieblingssong ala Ode To LRC oder General Specific, der bei mir in Dauerschleife geht.

Im Sommer kommt die Band übrigens zurück Europa und nach Deutschland um (Achtung!) die Foo Fighters auf ihrer grossen Tour zu supporten. Wird das funktionieren?

Bitte dann das nächste Mal nicht ins Palladium. Wie hat die Band Of Horses einen Song auf dem neuen Album benannt? On My Way Back Home - na hoffentlich.

8/10


Setlist Band Of Horses, Live Music Hall, Köln:

01: Cigarettes, wedding bands

02: Factory
03: Compliments
04: Marry song
05: Older
06: No one's gonna love you
07: Islands on the coast (?)
08: NW apt.
09: The Great Salt Lake
10: Is there a ghost
11: Part one
12: Laredo
13: The general specific
14: Mirage rock (neu)
15: Dilly
16: Ode to LRC
17: Wicked gil
18: The funeral

19: Evening kitchen (Z)
20: Monsters (Z)

Aus dem Archiv:

Band Of Horses, Paris, 30.08.10
Band Of Horses, Paris, 27.08.10
Band Of Horses, Paris, 08.04.10
Band Of Horses, Paris, 28.02.08



Band Of Horses, Köln, 15.02.11


Konzert: Band Of Horses
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 15.02.2011
Zuschauer: fast ausverkauft
Dauer: knapp 95 min

Bericht von Michael aus Düsseldorf:


Vor fast ziemlich genau 3 Jahren gab die Band of Horses ein - für mich nicht in Worte zu beschreiben - schönes Konzert im Gebäude 9. Dieser Abend hat mich für viele Konzerte meines Lebens motiviert, die BoH spielte die Zuschauer an die Wand, seit diesem Tag bin ich grosser Fan. Ich denke die Band selbst war ziemlich begeistert über ihren Auftritt, was ich mit dem Profilbild der Band auf Myspace begründe, welches bestimmt 4 Monate das Eingangschild zum Gebäude 9 zeigte.

In den 36 Monaten dazwischen liegen jetzt ein Auftritt für den WDR Rockpalast in der Kulturkirche Köln und ein neues Album, Infinite Arms. Das Album selbst enttäuschte mich, die Qualität des Vorgängers Cease to Beginn konnte trotz einiger guter Ansätze nicht gehalten werden. Daß Ben Bridewell, der unverschämt gutaussehende Frontmann der Band, irgendwann noch grössere Konzerte spielen und noch mehr Platten verkaufen möchte, das kann ich mir gut vorstellen, dieser Erfolg ist aber nicht planbar.

Vom Gebäude 9 ging es vor einem Jahr in die Kulturkirche und nun in die Live Music Hall. Um es vorweg zu nehmen - dieses Konzert war nicht so berauschend wie 2009, aber einen fantastisch guten Abend hat die Band mir trotzdem bereitet.



Nachdem ich also die Vorband verpasste hatte (ich betrat den Saal als der letzte Song verkündet wurde), ging es pünktlich um 21h los. Das Publikum empfand ich als sehr gemischt, ich konnte kaum junge Leute unter den Konzertbesuchern finden, das Durchschnittsalter lag schätzungsweise zwischen 30 und 35 Jahren. Ein aufmerksames Publikum könnte man meinen? Nun ja - Das Kölner Publikum ist bekannt dafür, daß während der Songs gerne mal geredet wird, das bringt einen so ausgeglichen Menschen wie mich schon mal gerne auf die Palme.

Kurzes Intro, erste Projektion hinten auf die Leinwand und laut wurde es. Nächste Überraschung - der Sound in der ansonsten für die schlechte Akustik bekannte Live Music Hall war gut, der Abend konnte beginnen. Das zunächst einige schnelle Songs abgefeuert wurden machten den Abend auf die Länge gesehen nicht langweilig, das Zusammenspiel der Band funktionierte von Lied zu Lied besser. Gerade die Stimme Ben Bridewell´s, die live alles andere als perfekt klingt, macht diese Band für mich so besonders, für mich eine absolute charismatische Person, der sein Potential auch heute Abend nicht ausgeschöpft hat. Warum wurde das Publikum nicht mit eingebunden? Sind wir jetzt etwa doch beim Stadionrock angekommen? Chance verspielt.

Die Band ist professioneller geworden, die Songs klingen auch live besser ausgespielt, Überraschungsmomente ausgeschlossen - trotzdem ist der Magie dieser Gruppe am heutigen Abend bei mir angekommen. Gute Konzerte bemerke ich daran, nicht auf die Uhr zu schauen, die Band spielt 90 Minuten und ich merke es nicht, das war auch heute Abend der Fall. Das die Amerikaner aber exakt die gleichen Zugaben wie vor 10 Monaten in der Kulturkirche wählte, empfand ich als unpassend. Ein neuer Song wurde im Set auch eingebunden, der Klang gut und lebte vom Gitarrenspiel des Keyboarders, der bei einigen Stücken auch die Gitarre in die Hand nimmt, guter Durchschnitt - mehr aber auch nicht. Dabei wünsche ich mir so sehr einen neuen Lieblingssong ala Ode To LRC oder General Specific, der bei mir in Dauerschleife geht.

Im Sommer kommt die Band übrigens zurück Europa und nach Deutschland um (Achtung!) die Foo Fighters auf ihrer grossen Tour zu supporten. Wird das funktionieren?

Bitte dann das nächste Mal nicht ins Palladium. Wie hat die Band Of Horses einen Song auf dem neuen Album benannt? On My Way Back Home - na hoffentlich.

8/10


Setlist Band Of Horses, Live Music Hall, Köln:

01: Cigarettes, wedding bands

02: Factory
03: Compliments
04: Marry song
05: Older
06: No one's gonna love you
07: Islands on the coast (?)
08: NW apt.
09: The Great Salt Lake
10: Is there a ghost
11: Part one
12: Laredo
13: The general specific
14: Mirage rock (neu)
15: Dilly
16: Ode to LRC
17: Wicked gil
18: The funeral

19: Evening kitchen (Z)
20: Monsters (Z)

Aus dem Archiv:

Band Of Horses, Paris, 30.08.10
Band Of Horses, Paris, 27.08.10
Band Of Horses, Paris, 08.04.10
Band Of Horses, Paris, 28.02.08



Richard Ashcroft & The United Nations Of Sound, Köln, 12.06.10


Konzert: Richard Ascroft & The United Nations Of Sound
Ort: Live Music Hall
Datum: 12.06.2010
Zuschauer: vielleicht 1.000 bis 1.200 (nicht ausverkauft)
Dauer: 80 min


Wie gut, daß es Dinge gibt, auf die man sich auch in Zeiten von Finanz-, Euro-, Präsidenten- und was-auch-immer-Krise verlassen kann. Daß englische Nationaltorhüter bei großen Turnieren gerne mal menscheln zum Beispiel. Oder daß
Konzerte mit Richard Ashcroft immer mindestens einen guten Abend bedeuten. Es war - Überraschung! - auch diesmal so.

Fußball und britischer Pop gehören zusammen, sei es musikalisch, sei es modisch. Daher erschien mir die Ansetzung eines Konzerts eines Sängers, der sich Termine aussuchen kann, zeitgleich mit einem Englandspiel merkwürdig. Richard Ashcroft offenbar auch, denn kurz vor dem Termin verschickte der Veranstalter ein erklärendes mail:

"Liebe Richard Ashcroft - Fans, auf Wunsch des Künstlers beginnt das Konzert nach dem WM-Fußballspiel England gegen USA gegen 22:15 Uhr. Die Einlasszeit bleibt bei 19:00 Uhr, und wer möchte, kann sich das Spiel ab 20:30 Uhr auf TV-Geräten im Biergarten oder auf Großbildleinwand in der Halle anschauen"

Die Vorgruppe sollte also diesmal eine echte Supergroup sein; mit John Terry, Wayne Rooney, dem Teeniestar Landon Donovan. Aber wie so oft in Köln taugte die leider wenig.

Kaum war das Spiel vorbei, kurbelte ein Helfer die Leinwand hoch, während bereits die ersten Bandmitglieder der "United Nations Of Sound" (ein sehr dämlicher Name) erschienen. Inwieweit der Bandname Programm ist, kann ich nicht beurteilen. Mindestens einer der Musiker (Bassist DW Wright) kommt aus den USA - neben einer unfassbar lächerlich blinkenden Sonnenbrille hatte er als zweites Accessoire eine US-Fahne dabei. Alle neuen Bandkumpels haben gemeinsam, daß sie routinierte Livemusiker sind, die mit uns eigentlich nicht interessierenden Größen wie Toni Braxton oder Mary J. Blige zusammengearbeitet haben.

Furchtbar viel zum Konzert kann ich nicht schreiben. Neun der vierzehn gespielten Lieder stammten vom neuen Projekt und waren mir damit vollkommen unbekannt. Selbst das schon länger kursierende Are you ready?, mit dem alles begann, kannte ich nicht. Das Lied gefiel mir - wie auch das folgende Born again. Auf Vervesche Knaller wartete ich im Set allerdings vergeblich. Einige der neuen Lieder waren gut, einige ok, ein paar genau so, wie ich sie erwartet hätte, wenn ich vorher gewußt hätte, für wen die UNofSound sonst so arbeiten. Immer wenn es soulig wurde, wenn es nach Bon Jovi-Balladen klang - oder ganz schlimm - wenn man fürchten musste, daß gleich Whoopi Goldberg mitschwingen würde, war mein Vergnügen etwa so hoch wie das des englischen Torwarts.

Aber der Abend war eben trotzdem okay. Weil nämlich zum einen die wenigen Verve-Hits für ein paar Verve-Momente sorgten und weil Richard Ashcroft sehr unterhaltsam ist. Neben
"I apologise for the England performance" sagte er zwar kaum etwas. Ihm bei seiner "Bühnenshow" zuzusehen, bereitet mir aber immer Freude. Mal geht er in die Knie, mal reckt er die Arme aus. Spektakulär war zudem Richards Modenschau. Er begann mit Jeans, T-Shirt, grüner Trainingsjacke (...Fußball, you know?) und Britpop-Lederjacke. Das Lederding legte er schnell ab, dann irgendwann auch die zweite. Die zog er nach einer Weile aber wieder an, obwohl es mollig warm war. Also wieder weg mit dem Ding - um dann aber wieder die Ledervariante überzuziehen. Das wirkte unstet.

Als die Band nach gut 40 Minuten und neun Lieder verschwand, nutzte der on-off [Bunte-Leser wissen mehr] Verve-Frontmann die kurze Pause für ein neues Oberteil. Jetzt kombinierte er ein Three-Lions-Polo mit den bekannten Jacken.

Das war alles schön anzusehen. Noch etwas unterhaltsamer war der köstliche Schlagzeuger, der alle Tricks drauf hatte incl. des Drehens der Drumsticks zwischen zwei schnellen Schlägen. Selten habe ich einen Drummer gesehen, der so energisch gespielt hat.

Nicht gebraucht hätte ich dagegen die Soulsängerin, die bei einigen Liedern zum Einsatz kam - das war nah an Whoopi Goldberg... "Halleluja, halleluja."

Kein schlechtes Konzert - auch vermutlich keine so schlechte Platte. Aber auch keine, die ich mir anschaffen werde; hören würde ich sie nämlich nicht. Die nächste ist sicher wieder mehr für mich, ob nun Richard Ashcroft, The Verve oder was auch immer draufsteht.

Also ein Abend mit gemischten Eindrücken. Ein Unentschieden eben.

Setlist England - USA, Rustenberg:

1:0 Gerrard (4.)
1:1 Dempsey (40.)

Setlist Richard Ascroft & The United Nations Of Sound, Live Music Hall, Köln:

01: Are you ready? (neu)
02: Born again (neu)
03: Beatitude (neu)
04: Music is power
05: How deep is your man (neu)
06: America (neu)
07: Lucky man
08: Glory (neu)
09: Let my soul rest (neu)

10: Sonnet (Z)
11: A song for the lovers (Z)
12: Royal Highness (Z) (neu)
13: This thing called life (Z) (neu)
14: Break the night with colours (Z)

Links:

- The Verve, Luxemburg, 21.06.08
- The Verve, Glasgow, 15.12.07



Richard Ashcroft & The United Nations Of Sound, Köln, 12.06.10


Konzert: Richard Ascroft & The United Nations Of Sound
Ort: Live Music Hall
Datum: 12.06.2010
Zuschauer: vielleicht 1.000 bis 1.200 (nicht ausverkauft)
Dauer: 80 min


Wie gut, daß es Dinge gibt, auf die man sich auch in Zeiten von Finanz-, Euro-, Präsidenten- und was-auch-immer-Krise verlassen kann. Daß englische Nationaltorhüter bei großen Turnieren gerne mal menscheln zum Beispiel. Oder daß
Konzerte mit Richard Ashcroft immer mindestens einen guten Abend bedeuten. Es war - Überraschung! - auch diesmal so.

Fußball und britischer Pop gehören zusammen, sei es musikalisch, sei es modisch. Daher erschien mir die Ansetzung eines Konzerts eines Sängers, der sich Termine aussuchen kann, zeitgleich mit einem Englandspiel merkwürdig. Richard Ashcroft offenbar auch, denn kurz vor dem Termin verschickte der Veranstalter ein erklärendes mail:

"Liebe Richard Ashcroft - Fans, auf Wunsch des Künstlers beginnt das Konzert nach dem WM-Fußballspiel England gegen USA gegen 22:15 Uhr. Die Einlasszeit bleibt bei 19:00 Uhr, und wer möchte, kann sich das Spiel ab 20:30 Uhr auf TV-Geräten im Biergarten oder auf Großbildleinwand in der Halle anschauen"

Die Vorgruppe sollte also diesmal eine echte Supergroup sein; mit John Terry, Wayne Rooney, dem Teeniestar Landon Donovan. Aber wie so oft in Köln taugte die leider wenig.

Kaum war das Spiel vorbei, kurbelte ein Helfer die Leinwand hoch, während bereits die ersten Bandmitglieder der "United Nations Of Sound" (ein sehr dämlicher Name) erschienen. Inwieweit der Bandname Programm ist, kann ich nicht beurteilen. Mindestens einer der Musiker (Bassist DW Wright) kommt aus den USA - neben einer unfassbar lächerlich blinkenden Sonnenbrille hatte er als zweites Accessoire eine US-Fahne dabei. Alle neuen Bandkumpels haben gemeinsam, daß sie routinierte Livemusiker sind, die mit uns eigentlich nicht interessierenden Größen wie Toni Braxton oder Mary J. Blige zusammengearbeitet haben.

Furchtbar viel zum Konzert kann ich nicht schreiben. Neun der vierzehn gespielten Lieder stammten vom neuen Projekt und waren mir damit vollkommen unbekannt. Selbst das schon länger kursierende Are you ready?, mit dem alles begann, kannte ich nicht. Das Lied gefiel mir - wie auch das folgende Born again. Auf Vervesche Knaller wartete ich im Set allerdings vergeblich. Einige der neuen Lieder waren gut, einige ok, ein paar genau so, wie ich sie erwartet hätte, wenn ich vorher gewußt hätte, für wen die UNofSound sonst so arbeiten. Immer wenn es soulig wurde, wenn es nach Bon Jovi-Balladen klang - oder ganz schlimm - wenn man fürchten musste, daß gleich Whoopi Goldberg mitschwingen würde, war mein Vergnügen etwa so hoch wie das des englischen Torwarts.

Aber der Abend war eben trotzdem okay. Weil nämlich zum einen die wenigen Verve-Hits für ein paar Verve-Momente sorgten und weil Richard Ashcroft sehr unterhaltsam ist. Neben
"I apologise for the England performance" sagte er zwar kaum etwas. Ihm bei seiner "Bühnenshow" zuzusehen, bereitet mir aber immer Freude. Mal geht er in die Knie, mal reckt er die Arme aus. Spektakulär war zudem Richards Modenschau. Er begann mit Jeans, T-Shirt, grüner Trainingsjacke (...Fußball, you know?) und Britpop-Lederjacke. Das Lederding legte er schnell ab, dann irgendwann auch die zweite. Die zog er nach einer Weile aber wieder an, obwohl es mollig warm war. Also wieder weg mit dem Ding - um dann aber wieder die Ledervariante überzuziehen. Das wirkte unstet.

Als die Band nach gut 40 Minuten und neun Lieder verschwand, nutzte der on-off [Bunte-Leser wissen mehr] Verve-Frontmann die kurze Pause für ein neues Oberteil. Jetzt kombinierte er ein Three-Lions-Polo mit den bekannten Jacken.

Das war alles schön anzusehen. Noch etwas unterhaltsamer war der köstliche Schlagzeuger, der alle Tricks drauf hatte incl. des Drehens der Drumsticks zwischen zwei schnellen Schlägen. Selten habe ich einen Drummer gesehen, der so energisch gespielt hat.

Nicht gebraucht hätte ich dagegen die Soulsängerin, die bei einigen Liedern zum Einsatz kam - das war nah an Whoopi Goldberg... "Halleluja, halleluja."

Kein schlechtes Konzert - auch vermutlich keine so schlechte Platte. Aber auch keine, die ich mir anschaffen werde; hören würde ich sie nämlich nicht. Die nächste ist sicher wieder mehr für mich, ob nun Richard Ashcroft, The Verve oder was auch immer draufsteht.

Also ein Abend mit gemischten Eindrücken. Ein Unentschieden eben.

Setlist England - USA, Rustenberg:

1:0 Gerrard (4.)
1:1 Dempsey (40.)

Setlist Richard Ascroft & The United Nations Of Sound, Live Music Hall, Köln:

01: Are you ready? (neu)
02: Born again (neu)
03: Beatitude (neu)
04: Music is power
05: How deep is your man (neu)
06: America (neu)
07: Lucky man
08: Glory (neu)
09: Let my soul rest (neu)

10: Sonnet (Z)
11: A song for the lovers (Z)
12: Royal Highness (Z) (neu)
13: This thing called life (Z) (neu)
14: Break the night with colours (Z)

Links:

- The Verve, Luxemburg, 21.06.08
- The Verve, Glasgow, 15.12.07