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Mogwai, Paris, 17.03.11


Konzert: Mogwai

Ort: Le Trianon, Paris

Datum: 17.03.2011

Zuschauer: seit langem ausverkauft

Konzertdauer: 80 Minuten oder so


Laaaaaangweeeeeeilig!*

Es spricht für den sanftmütigen Charakter meines Bloggerpartners Christoph, daß er diese maue, höhepunktarme Veranstaltung, die Mogwai in verschiedenen Städten Europas im Moment bietet, kürzlich noch mit solch schmeichelhaften Worten (" ein gutes, bzw. solides Konzert") belegt hat. Da ich ihn aber seit Kindheitstagen kenne, weiß ich haargenau, daß er die Show von Mogwai in Köln auch langweilig fand, das konnte man ganz deutlich zwischen den Zeilen lesen. Christoph sagt sowas halt eben bloß nie so direkt, beschönigt das Ganze immer ein wenig. Gerne übernehme ich die Rolle desjenigen, der Klartext redet.

Also: Das Ganze war zum Wegdämmern! Das Set plätscherte ereignislos vor sich hin und von den berühmten Laut-Leise-Wechselspielen war bei Mogwai kaum was zu spüren. Stattdessen gab es sphärischen, durchaus schönen und melodiösen Dream Pop, fast ganz ohne die berüchtigte Noisekeule, die ich bei Mogwai normalerweise so schätze. Allerdings: Wie soll man denn auch mit maximal 104 Dezibel ein Noisekonzert bieten? Ich konnte es kaum glauben, aber die Lautstärkeanzeige an der Konsole schlug wirklich kaum mal höher aus, meistens lagen die Werte sogar unter 100! Eine bodenlose Frechheit! Ich war hier mit dem Ziel hingekommen, mir so richtig schön die Ohren zerfetzen zu lassen und dann kriege ich ein Konzert bei Zimmerlautstärke. Das ist in etwa so, wie wenn jemand Bock auf schmutzige Sado Maso-Spielchen hat und stattdessen sanften Blümchensex bekommt. Wenn man bei Mac Donalds eine Stunde auf seinen fiesen Buger wartet, kann man dann noch von einem Schnellrestaurant reden? Nö! Genauso wenig war das hier ein Noisekonzert. Ich brauchte noch nicht einmal gleich neben (!) den Boxen meine Ohrenstöpsel. Kein Wunder, daß am End ein Franzose (ein besoffenes Schwein, aber das spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle) ständig reinrief: "Play it loud! Play louder! Putain, jouez plus fort! Play Bat Cat!" Zu diesem Zeitpunkt war schon etwa eine Stunde gespielt und mit dem letzten Track vor den Zugaben, You're Lionel Richie, wurde endlich mal ein wenig mehr mit den Muskeln gespielt. Ein dramaturgisch dichter und fetziger Song, der aus dem faden Set herausstach.

Auch der Zugabenteil war halbwegs gelungen. Ein von den Zuschauern freudig aufgenommener Autrorcok und zum Abschluß mit Mexican GP eine kompakte, kraftvolle Nummer, zu der sogar gesungen wurde.

Aber reicht das um einen Eintrittspreis von 35 Euro (auf dem Schwarzmarkt lagen die Preise sogar bei 50 Euro) zu rechtfertigen? Nein, keineswegs! Das hier war eine der Enttäuschungen des Konzertjahres 2011.

Vielleicht wurde ja aus Pietätsgründen nicht so laut gespielt. Auf Erdbeben -und an diese erinnern normale Mogwai-Konzerte nunmal ein wenig-, ist im Moment niemand gut zu sprechen und dazu passte, daß die Band mittels Zettel am Eingang Gästelisten-Inhaber darum bat, 5 Euro für Japan zu spenden. Eine gute, eine humane Geste. Ich hoffe die Band hat selbst auch Knete (z. B. vom überteuerten Merch) für die Erdbebenopfer nach Asien überwiesen.

* man schaue sich nur den gelangweilten Gesichtsausdruck der Besucher an, der spricht Bände.

Setlist Mogwai,Le Trianon, Paris:


01: White Noise
02: Rano Pano
03: Travel Is Dangerous
04: Death Rays
05: Christmas Steps
06: I Know You Are But What Am I?
07: How To Be A Werewolf
08: I'm Jim Morrison, I'm Dead
09: San Pedro
10: 2 Rights Make 1 Wrong
11: Helicon 1
12: You're Lionel Ritchie

13: George Square Thatcher Death Party
14: Autorock
15: Mexican Grand Prix

(all meine Lieblingsstücke fehlten: Like Herod, Hunted By A Freak, Batcat, Glasgow Mega-Snake, auch dies enttäuschend)

Aus unserem Archiv:

Mogwai, Köln, 14.03.11
Mogwai, Cergy Pontois, 05.07.09
Mogwai, Paris, 28.10.08
Mogwai, Paris, 24.08.07



Mogwai, Paris, 17.03.11


Konzert: Mogwai

Ort: Le Trianon, Paris

Datum: 17.03.2011

Zuschauer: seit langem ausverkauft

Konzertdauer: 80 Minuten oder so


Laaaaaangweeeeeeilig!*

Es spricht für den sanftmütigen Charakter meines Bloggerpartners Christoph, daß er diese maue, höhepunktarme Veranstaltung, die Mogwai in verschiedenen Städten Europas im Moment bietet, kürzlich noch mit solch schmeichelhaften Worten (" ein gutes, bzw. solides Konzert") belegt hat. Da ich ihn aber seit Kindheitstagen kenne, weiß ich haargenau, daß er die Show von Mogwai in Köln auch langweilig fand, das konnte man ganz deutlich zwischen den Zeilen lesen. Christoph sagt sowas halt eben bloß nie so direkt, beschönigt das Ganze immer ein wenig. Gerne übernehme ich die Rolle desjenigen, der Klartext redet.

Also: Das Ganze war zum Wegdämmern! Das Set plätscherte ereignislos vor sich hin und von den berühmten Laut-Leise-Wechselspielen war bei Mogwai kaum was zu spüren. Stattdessen gab es sphärischen, durchaus schönen und melodiösen Dream Pop, fast ganz ohne die berüchtigte Noisekeule, die ich bei Mogwai normalerweise so schätze. Allerdings: Wie soll man denn auch mit maximal 104 Dezibel ein Noisekonzert bieten? Ich konnte es kaum glauben, aber die Lautstärkeanzeige an der Konsole schlug wirklich kaum mal höher aus, meistens lagen die Werte sogar unter 100! Eine bodenlose Frechheit! Ich war hier mit dem Ziel hingekommen, mir so richtig schön die Ohren zerfetzen zu lassen und dann kriege ich ein Konzert bei Zimmerlautstärke. Das ist in etwa so, wie wenn jemand Bock auf schmutzige Sado Maso-Spielchen hat und stattdessen sanften Blümchensex bekommt. Wenn man bei Mac Donalds eine Stunde auf seinen fiesen Buger wartet, kann man dann noch von einem Schnellrestaurant reden? Nö! Genauso wenig war das hier ein Noisekonzert. Ich brauchte noch nicht einmal gleich neben (!) den Boxen meine Ohrenstöpsel. Kein Wunder, daß am End ein Franzose (ein besoffenes Schwein, aber das spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle) ständig reinrief: "Play it loud! Play louder! Putain, jouez plus fort! Play Bat Cat!" Zu diesem Zeitpunkt war schon etwa eine Stunde gespielt und mit dem letzten Track vor den Zugaben, You're Lionel Richie, wurde endlich mal ein wenig mehr mit den Muskeln gespielt. Ein dramaturgisch dichter und fetziger Song, der aus dem faden Set herausstach.

Auch der Zugabenteil war halbwegs gelungen. Ein von den Zuschauern freudig aufgenommener Autrorcok und zum Abschluß mit Mexican GP eine kompakte, kraftvolle Nummer, zu der sogar gesungen wurde.

Aber reicht das um einen Eintrittspreis von 35 Euro (auf dem Schwarzmarkt lagen die Preise sogar bei 50 Euro) zu rechtfertigen? Nein, keineswegs! Das hier war eine der Enttäuschungen des Konzertjahres 2011.

Vielleicht wurde ja aus Pietätsgründen nicht so laut gespielt. Auf Erdbeben -und an diese erinnern normale Mogwai-Konzerte nunmal ein wenig-, ist im Moment niemand gut zu sprechen und dazu passte, daß die Band mittels Zettel am Eingang Gästelisten-Inhaber darum bat, 5 Euro für Japan zu spenden. Eine gute, eine humane Geste. Ich hoffe die Band hat selbst auch Knete (z. B. vom überteuerten Merch) für die Erdbebenopfer nach Asien überwiesen.

* man schaue sich nur den gelangweilten Gesichtsausdruck der Besucher an, der spricht Bände.

Setlist Mogwai,Le Trianon, Paris:


01: White Noise
02: Rano Pano
03: Travel Is Dangerous
04: Death Rays
05: Christmas Steps
06: I Know You Are But What Am I?
07: How To Be A Werewolf
08: I'm Jim Morrison, I'm Dead
09: San Pedro
10: 2 Rights Make 1 Wrong
11: Helicon 1
12: You're Lionel Ritchie

13: George Square Thatcher Death Party
14: Autorock
15: Mexican Grand Prix

(all meine Lieblingsstücke fehlten: Like Herod, Hunted By A Freak, Batcat, Glasgow Mega-Snake, auch dies enttäuschend)

Aus unserem Archiv:

Mogwai, Köln, 14.03.11
Mogwai, Cergy Pontois, 05.07.09
Mogwai, Paris, 28.10.08
Mogwai, Paris, 24.08.07



Mogwai, Köln, 14.03.11


Konzert: Mogwai
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 14.03.2011
Zuschauer: deutlich mehr als erwartet, aber nicht ganz ausverkauft
Dauer: Mogwai 90 min, RM Hubbert lange 40 min


Wahnsinnig viel Lust auf dieses Konzert hatte ich nicht mehr, ich war nämlich beleidigt, daß Mogwai vom zunächst angesetzten Bürgerhaus Stollwerck in die immer weniger gemochte Live Music Hall verlegt worden waren. Und das nicht etwa, weil das (schöne) Stollwerck ausverkauft gewesen wäre, die LMH wurde einfach frei, denn Beady Eye wurden (Überraschung!) zu groß für die und zogen ins Ewerk. Als dann noch das Angebot kam, Efterklang stattdessen zu sehen, war ich fast so weit. Am Ende siegte aber die Neugier auf mein erstes Mogwai Konzert, und auf die Frage, ob es mir leichter fiele als meinem Blogger-Kollegen Oliver, nach dem Konzert einzuschätzen, wie Mogwai sich live geschlagen haben.

Komplizierter Satz - einfache Antwort: nein, das fällt mir nicht leicht.

Ich weiche dem aber zunächst noch etwas aus. Als wir in der Halle ankamen, war sie schon voller als gedacht und befürchtet. Wir fanden trotzdem weit vorne noch Platz, genau rechtzeitig, um das Vorprogramm von Beginn an zu erleben. RM Hubbert, ein Gitarrist aus Glasgow, setzte sich auf einen Stuhl und begann, instrumentale Akustikgitarrestücke zu spielen. Die Lieder klangen sehr spanisch, RM klopfte immer wieder auf sein Instrument, zupfte zum Teil atemberaubend schnell und wäre in jedem Flamenco- oder Salsa-Laden begeistert aufgenommen worden. Ich mache mir nichts aus spanischer Gitarrenmusik und langweilte mich wahnsinnig. Einzig mein Wunsch, nicht nach jedem Lied Olé zu brüllen, hielt mich wach. RM redete viel in wunderbaren schottischen Singsang, er erzählte oft, um was es in den Liedern gehe (da fehlt mir bei Instrumentalstücken leider die Phantasie - die sind schön oder nicht schön, die handeln aber von nichts). Mal erzählte er stumm von seinem Hund, mal arbeitete er in einem Lied den frühen Tod seiner Eltern auf. Das wirkte zwischen den Liedern sympathisch, manchmal rührend (wenn er zum Beispiel erklärte, daß das Publikum eigentlich sein Therapeut sei, er als Schotte diese günstige Art der Therapie liebe). Aber es war leider zwischen den Ansagen so unendlich langweilig und unpassend.

Es wurde zehn nach zehn, bis Mogwai schließlich auf die Bühne gingen. Die Schotten haben bekanntlich vor ein paar Wochen ihr neues Album mit dem tollen Titel Hardcore will never die, but you will veröffentlich und dafür gute Noten geerntet.

Mit dessen Opener White noise begann der Abend. White noise ist recht schnell und enorm melodisch und damit nicht untypisch für die Stücke des neuen Albums. How to be a werewolf ist weiteres gutes Beispiel für die flotten Mogwai Melodien auf Hardcore will never die... Oder San Pedro, das durchaus auch von den Thermals stammen könnte (die machen ja mittlerweile auch solche Balladen). Die drei gefielen mir von den neuen Stücken gestern am besten - bis gegen Ende You're Lionel Ritchie noch einmal richtig punktete.

Mogwai spielten vom neuen Album immerhin sieben Titel. Der Rest des Programms wurde mit Stücken aller früheren Platten mit Ausnahme des Debüts bestritten.

Live sehen Mogwai wie die meisten anderen Postrockbands
aus: mehr oder weniger zappelnde Gitarristen, manchmal auf dem Boden hockend und an den Effekten spielend, mehr passiert nicht. Von einer Bühnenshow zu sprechen, ist also verwegen. Abwechslungen bestanden ausschließlich darin, daß mal mehr (maximal drei) und mal weniger (einer) Gitarristen spielten. Oder ab und zu eine Geige eingesetzt wird. Man kann ein Mogwai Konzert also sicher auch mit geschlossenen Augen oder mit einem guten Buch, in der Ecke sitzend genießen, ohne zu viel zu versäumen; präsent wäre die Musik alleine schon wegen ihrer meist infernalischen Lautstärke.

So viel zur Beschreibung.

Auch wenn ich mit dieser Meinung vermutlich sehr alleine stehe und ordentlich Gegenwind bekomme, restlos überzeugt hat mich der Abend nicht. Und damit meine ich natürlich nicht die kleinen Pannen, die Verspieler, das verpatzte Ende eines Stücks oder die Probleme, die zum schnellen Abbruch der ersten Zugabe Auto rock geführt haben. Das ist alles vollkommen in Ordnung. Was mir fehlte, besonders im Vergleich zu den japanischen Mono, war das Gefühl, von dieser lauten Instrumentalmusik vollkommen gefesselt zu werden, begeistert und mit offenem Mund am Rand zu stehen. Ob es nur an der Halle, den 200 Konzerten, die zwischen Mono und Mogwai lagen oder meiner Müdigkeit lag, bezweifele ich. Auf Platte mag ich Mogwai lieber als Mono, live war es deutlich umgekehrt. Die Gründe dafür sind letztenendes egal, wie so oft entscheidet das Bauchgefühl und das urteilte während und nach der Show, daß es ein gutes, vielmehr ein solides Konzert war. Und daß Mogwai ganz sicher nicht meine liebste Liveband sind, ich mir aber vornehme, ihre Platten viel öfter zu hören, weil die schließlich großartig sind.


Setlist Mogwai, Live Music Hall, Köln:

01: White noise
02: Rano Pano
03: Letters to the Metro
04: Killing all the flies
05: I know you are but what am I?
06: How to be a werewolf
07: San Pedro
08: I'm Jim Morrison, I'm dead
09: George Square Thatcher death party
10: You're Lionel Ritchie
11: 2 rights make 1 wrong
12: Bat cat

13: Auto rock (abgebrochen) (Z)
14: Hunted by a freak (Z)
15: Christmas steps (Z)

Links und Fotos gleich!



Mogwai, Köln, 14.03.11


Konzert: Mogwai
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 14.03.2011
Zuschauer: deutlich mehr als erwartet, aber nicht ganz ausverkauft
Dauer: Mogwai 90 min, RM Hubbert lange 40 min


Wahnsinnig viel Lust auf dieses Konzert hatte ich nicht mehr, ich war nämlich beleidigt, daß Mogwai vom zunächst angesetzten Bürgerhaus Stollwerck in die immer weniger gemochte Live Music Hall verlegt worden waren. Und das nicht etwa, weil das (schöne) Stollwerck ausverkauft gewesen wäre, die LMH wurde einfach frei, denn Beady Eye wurden (Überraschung!) zu groß für die und zogen ins Ewerk. Als dann noch das Angebot kam, Efterklang stattdessen zu sehen, war ich fast so weit. Am Ende siegte aber die Neugier auf mein erstes Mogwai Konzert, und auf die Frage, ob es mir leichter fiele als meinem Blogger-Kollegen Oliver, nach dem Konzert einzuschätzen, wie Mogwai sich live geschlagen haben.

Komplizierter Satz - einfache Antwort: nein, das fällt mir nicht leicht.

Ich weiche dem aber zunächst noch etwas aus. Als wir in der Halle ankamen, war sie schon voller als gedacht und befürchtet. Wir fanden trotzdem weit vorne noch Platz, genau rechtzeitig, um das Vorprogramm von Beginn an zu erleben. RM Hubbert, ein Gitarrist aus Glasgow, setzte sich auf einen Stuhl und begann, instrumentale Akustikgitarrestücke zu spielen. Die Lieder klangen sehr spanisch, RM klopfte immer wieder auf sein Instrument, zupfte zum Teil atemberaubend schnell und wäre in jedem Flamenco- oder Salsa-Laden begeistert aufgenommen worden. Ich mache mir nichts aus spanischer Gitarrenmusik und langweilte mich wahnsinnig. Einzig mein Wunsch, nicht nach jedem Lied Olé zu brüllen, hielt mich wach. RM redete viel in wunderbaren schottischen Singsang, er erzählte oft, um was es in den Liedern gehe (da fehlt mir bei Instrumentalstücken leider die Phantasie - die sind schön oder nicht schön, die handeln aber von nichts). Mal erzählte er stumm von seinem Hund, mal arbeitete er in einem Lied den frühen Tod seiner Eltern auf. Das wirkte zwischen den Liedern sympathisch, manchmal rührend (wenn er zum Beispiel erklärte, daß das Publikum eigentlich sein Therapeut sei, er als Schotte diese günstige Art der Therapie liebe). Aber es war leider zwischen den Ansagen so unendlich langweilig und unpassend.

Es wurde zehn nach zehn, bis Mogwai schließlich auf die Bühne gingen. Die Schotten haben bekanntlich vor ein paar Wochen ihr neues Album mit dem tollen Titel Hardcore will never die, but you will veröffentlich und dafür gute Noten geerntet.

Mit dessen Opener White noise begann der Abend. White noise ist recht schnell und enorm melodisch und damit nicht untypisch für die Stücke des neuen Albums. How to be a werewolf ist weiteres gutes Beispiel für die flotten Mogwai Melodien auf Hardcore will never die... Oder San Pedro, das durchaus auch von den Thermals stammen könnte (die machen ja mittlerweile auch solche Balladen). Die drei gefielen mir von den neuen Stücken gestern am besten - bis gegen Ende You're Lionel Ritchie noch einmal richtig punktete.

Mogwai spielten vom neuen Album immerhin sieben Titel. Der Rest des Programms wurde mit Stücken aller früheren Platten mit Ausnahme des Debüts bestritten.

Live sehen Mogwai wie die meisten anderen Postrockbands
aus: mehr oder weniger zappelnde Gitarristen, manchmal auf dem Boden hockend und an den Effekten spielend, mehr passiert nicht. Von einer Bühnenshow zu sprechen, ist also verwegen. Abwechslungen bestanden ausschließlich darin, daß mal mehr (maximal drei) und mal weniger (einer) Gitarristen spielten. Oder ab und zu eine Geige eingesetzt wird. Man kann ein Mogwai Konzert also sicher auch mit geschlossenen Augen oder mit einem guten Buch, in der Ecke sitzend genießen, ohne zu viel zu versäumen; präsent wäre die Musik alleine schon wegen ihrer meist infernalischen Lautstärke.

So viel zur Beschreibung.

Auch wenn ich mit dieser Meinung vermutlich sehr alleine stehe und ordentlich Gegenwind bekomme, restlos überzeugt hat mich der Abend nicht. Und damit meine ich natürlich nicht die kleinen Pannen, die Verspieler, das verpatzte Ende eines Stücks oder die Probleme, die zum schnellen Abbruch der ersten Zugabe Auto rock geführt haben. Das ist alles vollkommen in Ordnung. Was mir fehlte, besonders im Vergleich zu den japanischen Mono, war das Gefühl, von dieser lauten Instrumentalmusik vollkommen gefesselt zu werden, begeistert und mit offenem Mund am Rand zu stehen. Ob es nur an der Halle, den 200 Konzerten, die zwischen Mono und Mogwai lagen oder meiner Müdigkeit lag, bezweifele ich. Auf Platte mag ich Mogwai lieber als Mono, live war es deutlich umgekehrt. Die Gründe dafür sind letztenendes egal, wie so oft entscheidet das Bauchgefühl und das urteilte während und nach der Show, daß es ein gutes, vielmehr ein solides Konzert war. Und daß Mogwai ganz sicher nicht meine liebste Liveband sind, ich mir aber vornehme, ihre Platten viel öfter zu hören, weil die schließlich großartig sind.


Setlist Mogwai, Live Music Hall, Köln:

01: White noise
02: Rano Pano
03: Letters to the Metro
04: Killing all the flies
05: I know you are but what am I?
06: How to be a werewolf
07: San Pedro
08: I'm Jim Morrison, I'm dead
09: George Square Thatcher death party
10: You're Lionel Ritchie
11: 2 rights make 1 wrong
12: Bat cat

13: Auto rock (abgebrochen) (Z)
14: Hunted by a freak (Z)
15: Christmas steps (Z)

Links und Fotos gleich!