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Our Broken Garden & Tearist & Phoebe Killdeer, Paris, 31.03.11


Konzert: Our Broken Garden & Tearist & Phoebe Killdeer

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 31.03.11
Zuschauer: leider nicht ausverkauft



Die 1980er Jahre sind voll zurück! Und dies nicht erst seit gestern, man hat seit spätestens 2002 den Eindruck, daß sämtliche Scheußlichkeiten aus diesem nicht sonderlich geschmackssicheren Jahrzehnt wieder ausgekramt werden. Auch vor der Musik macht dieses Revival keinen Halt. Fever Ray hatte 2009 ein irre erfolgreiches Album auf den Markt gebracht, daß unglaublich eightieslastig war und seitdem schießen die Fever Ray-Klone wie die Pilze aus dem Boden. Zola Jesus, Glasser, Juliette Commagère, Austra, Tearist, alle klingen sie mehr oder weniger nach dem Projekt von Karin Dreijer Andersson.

Das Festival les femmes s'en mêlent springt 2011 auf diesen Trend auf und hetzte dem Publikum gestern Glasser und heute Tearist auf den Hals. Morgen schicken sie Austra hinterher.

Und Yasmine Kittles aka Tearist gebärdete sich wahrlich als wilde, furchteinflößende Furie und bot ein Spektakel mit gothischer Diskosoße und theatralischer Bühnenshow. Am Ende schlug sie mit einer kurzen Eisenstange um sich, wälzte sich wie eine Gestörte auf dem Boden und schrie wie eine Hexe. Scarry! Ich selbst hatte von dem Set der jungen Dame aus Los Angeles aber nicht allzu viel mitbekommen, so daß ich mich um ein Urteil drücke. Speziell, sehr speziell. In Berlin würde man sagen: "ey voll krass, Alter!"

Auch bei der in Paris lebenden Australierin Phoebe Kildeer und ihrer Band The Short Strawes, die am Ende auftrat, muss ich passen, denn ich sah mir nur zwei Stücke an, weil ich noch zur Fotoaustellung von Troy von Balthazar wollte. Allerdings weiß ich von einem früheren Konzert her, daß mir die Phoebe nicht so wirklich zusagt. Knödelstimme, Rockröhrengehabe auf der Bühne, irgendwie nix für mich. Aber wie gesagt, ich weiß nicht wie es im Divan Du Monde war.



Kommen wir deshalb direkt zu der Dänin Anna Brönsted aka Our Broken Garden. Für die Dame mit der glockenhellen Hauchstimme war ich hauptsächlich aufgelaufen und mein Erscheinen sollte sich als lohnend herausstellen. Wir schon vor ein paar Monaten im Européen (Vorprogamm Emily Jane White) begeisterte sie mich mit ihrem sahnig gerührten Dream Pop mit unwiderstehlichen, melodisch melancholischen Gitarren und pulsierendem Bass. Auch ihr Set war sehr eightieslastig, aber nicht so trashig wie bei den anderen oben zitierten Damen. Vielmehr macht sie sich das romantische (und zugegebenermaßen recht kitschige) Moment der 1980 er Jahre zu Eigen, redet von wilden Pferden und singt wie eine Fee. Ohnehin ein irreal hübsches Wesen diese Anna. Blond, blauäugig, langbeinig und mit einem Lächeln gesegnet, mit dem sie Eisberge zum Schmelzen bringen könnte. Heute zeigte sie sich besonders sexy. Extrem hohe Absätze, güldnes Kleid, fürs Auge war viel geboten. Aber auch die drei Männer in ihrer Band machten ihre Sache ausgezeichnet. Toll vor allem der Basser. Er spielte fast wie Peter Hook und setzte mit seinem schnellen, druckvollen Spiel viele positive Akzente. Der Gitarrist wiederum kitzelte wundersame Melodien aus seiner Elektrischen und ließ die Riffs meterhoch durch den Divan du Monde segeln.

In einem ausgewogenen Set stachen Garden Grow und The Burial besonders hervor. Schade, daß die durchaus nicht schlechte letzte CD Golden Sea die live vermittelten rauschhaften Gefühle nicht wirklich einfangen kann und etwas glatt und seicht klingt. Dreampoppigen Shoegaze wie ihn Our Broken Garden spielt, genießt man deshalb am besten live vor Ort. Eine Genuß für Ohren und Augen!

Aus unserem Archiv:

Our Broken Garden, 16.11.10
Our Broken Garden, Paris, 20.04.09



Our Broken Garden & Tearist & Phoebe Killdeer, Paris, 31.03.11


Konzert: Our Broken Garden & Tearist & Phoebe Killdeer

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 31.03.11
Zuschauer: leider nicht ausverkauft



Die 1980er Jahre sind voll zurück! Und dies nicht erst seit gestern, man hat seit spätestens 2002 den Eindruck, daß sämtliche Scheußlichkeiten aus diesem nicht sonderlich geschmackssicheren Jahrzehnt wieder ausgekramt werden. Auch vor der Musik macht dieses Revival keinen Halt. Fever Ray hatte 2009 ein irre erfolgreiches Album auf den Markt gebracht, daß unglaublich eightieslastig war und seitdem schießen die Fever Ray-Klone wie die Pilze aus dem Boden. Zola Jesus, Glasser, Juliette Commagère, Austra, Tearist, alle klingen sie mehr oder weniger nach dem Projekt von Karin Dreijer Andersson.

Das Festival les femmes s'en mêlent springt 2011 auf diesen Trend auf und hetzte dem Publikum gestern Glasser und heute Tearist auf den Hals. Morgen schicken sie Austra hinterher.

Und Yasmine Kittles aka Tearist gebärdete sich wahrlich als wilde, furchteinflößende Furie und bot ein Spektakel mit gothischer Diskosoße und theatralischer Bühnenshow. Am Ende schlug sie mit einer kurzen Eisenstange um sich, wälzte sich wie eine Gestörte auf dem Boden und schrie wie eine Hexe. Scarry! Ich selbst hatte von dem Set der jungen Dame aus Los Angeles aber nicht allzu viel mitbekommen, so daß ich mich um ein Urteil drücke. Speziell, sehr speziell. In Berlin würde man sagen: "ey voll krass, Alter!"

Auch bei der in Paris lebenden Australierin Phoebe Kildeer und ihrer Band The Short Strawes, die am Ende auftrat, muss ich passen, denn ich sah mir nur zwei Stücke an, weil ich noch zur Fotoaustellung von Troy von Balthazar wollte. Allerdings weiß ich von einem früheren Konzert her, daß mir die Phoebe nicht so wirklich zusagt. Knödelstimme, Rockröhrengehabe auf der Bühne, irgendwie nix für mich. Aber wie gesagt, ich weiß nicht wie es im Divan Du Monde war.



Kommen wir deshalb direkt zu der Dänin Anna Brönsted aka Our Broken Garden. Für die Dame mit der glockenhellen Hauchstimme war ich hauptsächlich aufgelaufen und mein Erscheinen sollte sich als lohnend herausstellen. Wir schon vor ein paar Monaten im Européen (Vorprogamm Emily Jane White) begeisterte sie mich mit ihrem sahnig gerührten Dream Pop mit unwiderstehlichen, melodisch melancholischen Gitarren und pulsierendem Bass. Auch ihr Set war sehr eightieslastig, aber nicht so trashig wie bei den anderen oben zitierten Damen. Vielmehr macht sie sich das romantische (und zugegebenermaßen recht kitschige) Moment der 1980 er Jahre zu Eigen, redet von wilden Pferden und singt wie eine Fee. Ohnehin ein irreal hübsches Wesen diese Anna. Blond, blauäugig, langbeinig und mit einem Lächeln gesegnet, mit dem sie Eisberge zum Schmelzen bringen könnte. Heute zeigte sie sich besonders sexy. Extrem hohe Absätze, güldnes Kleid, fürs Auge war viel geboten. Aber auch die drei Männer in ihrer Band machten ihre Sache ausgezeichnet. Toll vor allem der Basser. Er spielte fast wie Peter Hook und setzte mit seinem schnellen, druckvollen Spiel viele positive Akzente. Der Gitarrist wiederum kitzelte wundersame Melodien aus seiner Elektrischen und ließ die Riffs meterhoch durch den Divan du Monde segeln.

In einem ausgewogenen Set stachen Garden Grow und The Burial besonders hervor. Schade, daß die durchaus nicht schlechte letzte CD Golden Sea die live vermittelten rauschhaften Gefühle nicht wirklich einfangen kann und etwas glatt und seicht klingt. Dreampoppigen Shoegaze wie ihn Our Broken Garden spielt, genießt man deshalb am besten live vor Ort. Eine Genuß für Ohren und Augen!

Aus unserem Archiv:

Our Broken Garden, 16.11.10
Our Broken Garden, Paris, 20.04.09



The Big Crunch Theory & Glasser & Anika, Paris, 30.03.11


Konzert: The Big Crunch Theory, Glasser, Anika, Festival les femmes s'en mêlent

Ort: Le Divan Du monde, Paris
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft, vielleicht 300
Konzertdauer: pro Künstlerin etwa 40 Minuten


Gar nicht so einfach nach einem solch grandiosen Konzert wie dem gestrigen zur Tagesordnung überzugehen. Syd Matters hatten mich mit ihrer atemberaubenden Show im Olympia über alle Maßen berauscht und heute hatte ich eine Art Post- Syd Matters Depression zu erleiden.

Insofern eine kuriose Sache, daß ich im Divan Du Monde zu meiner Überraschung Olivier Marguerit, den Gitarristen, Pianisten und Querflötenspieler meiner Helden von gestern traf (Foto). Er hatte seinerseits den Sensationsauftritt mit seiner Band schon wieder abgehakt und sagte mir als Erstes, daß er die Show der Deutsch-Engländerin Anika sehr gemocht habe. Kein Wort zum Gig im Olympia. So etwas nenne ich Nüchternheit! Ich selbst hätte wohl an seiner Stelle durch keine Tür mehr gepasst, weil meine Brust vor Stolz so angeschwollen gewesen wäre.

Aber Olivier hatte recht, Anika war in der Tat erneut positiv aufgefallen. Genau in der gleichen Location hatte ich sie vor 5 Monaten gesehen und war auf Anhieb von ihrem düsteren Dubstep und ihrer apatischen Erscheinung sehr angetan gewesen. Seitdem ist etwas Zeit ins Land gegangen, Albert Koch vom Musikexpress hatte Anikas Album sehr gelobt (alle plappern sie mir nach) und die junge Blondine hat auch ein paar neue, nicht auf dem Album erhältliche Songs einstudiert, die in den nächsten Wochen auf einer EP veröffentlicht werden sollen. 2-3 davon spielte sie auch heute und die Songs waren wirklich klasse. Stilistisch bleibt sich Anika treu. Minimalistischer, bassgeprägter Sound mit gespenstisch anmutenden Synthiepassagen, verhallter, tiefer Gesang im Stile von Nico und eine eiskalte, depressive Atmosphäre, die mir kurioserweise Glücksgefühle bereitete. Auch die neuen Sachen sollen zum Teil originelle Cover sein, aber nicht ausschließlich. Die Kaltschnäuzigkeit, Klassiker wie den Bob Dylan Song Masters Of War oder Yang Yang von der ollen Yoko Ono so zu covern, das man sie nicht wiedererkennt, war ohnehin eine der großen Stärken des Debütalbums, das auf dem Label von Geoff Barrow (Portishead) erschienen war. Natürlich spielte sie auch die Albumtracks fast vollständig, schließlich kannte längst nicht jeder anwesende Gast dieses Material.

Highlights für mich die klaustrophob jaulende Yoko Ono Nummer Yang Yang ("join the revolution"), der großartige Orgelsong I Go To Sleep, vor allem aber das schnellste Stück in ihrem Repertoire, der an Joy Division gemahnende Feger Officer Officer. Ein schneller, bedrohlich- polternder Bass, ein gothischer Keyboardsound und ein weltentrückter Gesang, Zutaten, die einen faszinierenden Song ergaben, der der beste des heutigen Abends bleiben sollte.

Hinterher zeigte sich Anika dennoch ein wenig unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung, war mit dem Sound nicht so recht glücklich gewesen und meinte, sie hätte eines ihrer neuen Lieder in den Sand gesetzt. Der rege Absatz ihres roten Vinylalbums (nur auf der Tour erhältlich) widerlegte aber ihre Skepsis. Viele Besucher trugen die Scheibe hinterher stolz aus dem Divan Du Monde und schließlich kann sich ja wohl auch ein Olivier Marguerit kaum täuschen, oder?

Zuvor hatte die Schwedin/Französin Lisa Li Lund, vor den Augen ihres berühmten Brüders Herman Dune und ihren Eltern, zusammen mit ihrem neuen Bandprojekt The Big Crunch Theory ein abwechslungsreiches Set geboten. Die Stücke klangen sehr unterschiedlich und waren je nachdem in die Schubladen Folk, Indierock, New Wave oder Elektropop einzuordnen. Der Tonfall und die Rhythmik beim Gesang trug aber ziemlich deutlich die Handschrift ihres Bruders David-Ivar. Ähnlicher Akzent, gleicher textlicher Sinn für Absurdes und Kurioses und immer mit einem Augenzwinkern versehen. Ihre Band war eine Art Supergroup, denn neben zwei Damen an Schlagzeug und Bass, agierten Guillaumes Léglise von My Broken Frame (und Go Go Charlton) und Etienne Chaumet, der nerdige Compterfreak von Zombie- Zombie, mit denen er sogar in England in Insiderkreisen sehr bekannt und angesehen ist.

Der Abend wurde schließlich von der Amerikanerin Cameron Mesirow alias Glasser abgeschlossen. Die rotblonde Sängerin war mit einem sehr extravaganten Kleid erschienen, zu dessen Beschreibung mir die passenden Worte fehlen. Da fragt man besser bei Modeblogs nach, die verstehen sich auf so was. Für mich sah das Ganze so ähnlich aus wie der Fummel von Cindy Lauper und auf dem Kopf trug Glasser ein schwarzes Mützchen, um das sie sicherlich deutsche Autofahrer beneiden werden. Jene Autofahrer nämlich (bevorzugte Marken: Mercedes, Audi), die gerne ihre Klopapierrollen auf dem Rücksitz ihrer Karre in ein Häkelteil wickeln und gleich neben den Regenschirm legen. Krass, Alter!

Über die Musik hüllen wir ohnehin besser den Mantel des Schweigens, denn welcher Mitbürger mit Geschmack steht schon auf kitschigen 1980 er Jahre Synthiepop mit Operndiva Gesang? Und wer mag eigentlich Björk, Camerons offensichtliches Vorbild? Keine Sau, genau!



The Big Crunch Theory & Glasser & Anika, Paris, 30.03.11


Konzert: The Big Crunch Theory, Glasser, Anika, Festival les femmes s'en mêlent

Ort: Le Divan Du monde, Paris
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft, vielleicht 300
Konzertdauer: pro Künstlerin etwa 40 Minuten


Gar nicht so einfach nach einem solch grandiosen Konzert wie dem gestrigen zur Tagesordnung überzugehen. Syd Matters hatten mich mit ihrer atemberaubenden Show im Olympia über alle Maßen berauscht und heute hatte ich eine Art Post- Syd Matters Depression zu erleiden.

Insofern eine kuriose Sache, daß ich im Divan Du Monde zu meiner Überraschung Olivier Marguerit, den Gitarristen, Pianisten und Querflötenspieler meiner Helden von gestern traf (Foto). Er hatte seinerseits den Sensationsauftritt mit seiner Band schon wieder abgehakt und sagte mir als Erstes, daß er die Show der Deutsch-Engländerin Anika sehr gemocht habe. Kein Wort zum Gig im Olympia. So etwas nenne ich Nüchternheit! Ich selbst hätte wohl an seiner Stelle durch keine Tür mehr gepasst, weil meine Brust vor Stolz so angeschwollen gewesen wäre.

Aber Olivier hatte recht, Anika war in der Tat erneut positiv aufgefallen. Genau in der gleichen Location hatte ich sie vor 5 Monaten gesehen und war auf Anhieb von ihrem düsteren Dubstep und ihrer apatischen Erscheinung sehr angetan gewesen. Seitdem ist etwas Zeit ins Land gegangen, Albert Koch vom Musikexpress hatte Anikas Album sehr gelobt (alle plappern sie mir nach) und die junge Blondine hat auch ein paar neue, nicht auf dem Album erhältliche Songs einstudiert, die in den nächsten Wochen auf einer EP veröffentlicht werden sollen. 2-3 davon spielte sie auch heute und die Songs waren wirklich klasse. Stilistisch bleibt sich Anika treu. Minimalistischer, bassgeprägter Sound mit gespenstisch anmutenden Synthiepassagen, verhallter, tiefer Gesang im Stile von Nico und eine eiskalte, depressive Atmosphäre, die mir kurioserweise Glücksgefühle bereitete. Auch die neuen Sachen sollen zum Teil originelle Cover sein, aber nicht ausschließlich. Die Kaltschnäuzigkeit, Klassiker wie den Bob Dylan Song Masters Of War oder Yang Yang von der ollen Yoko Ono so zu covern, das man sie nicht wiedererkennt, war ohnehin eine der großen Stärken des Debütalbums, das auf dem Label von Geoff Barrow (Portishead) erschienen war. Natürlich spielte sie auch die Albumtracks fast vollständig, schließlich kannte längst nicht jeder anwesende Gast dieses Material.

Highlights für mich die klaustrophob jaulende Yoko Ono Nummer Yang Yang ("join the revolution"), der großartige Orgelsong I Go To Sleep, vor allem aber das schnellste Stück in ihrem Repertoire, der an Joy Division gemahnende Feger Officer Officer. Ein schneller, bedrohlich- polternder Bass, ein gothischer Keyboardsound und ein weltentrückter Gesang, Zutaten, die einen faszinierenden Song ergaben, der der beste des heutigen Abends bleiben sollte.

Hinterher zeigte sich Anika dennoch ein wenig unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung, war mit dem Sound nicht so recht glücklich gewesen und meinte, sie hätte eines ihrer neuen Lieder in den Sand gesetzt. Der rege Absatz ihres roten Vinylalbums (nur auf der Tour erhältlich) widerlegte aber ihre Skepsis. Viele Besucher trugen die Scheibe hinterher stolz aus dem Divan Du Monde und schließlich kann sich ja wohl auch ein Olivier Marguerit kaum täuschen, oder?

Zuvor hatte die Schwedin/Französin Lisa Li Lund, vor den Augen ihres berühmten Brüders Herman Dune und ihren Eltern, zusammen mit ihrem neuen Bandprojekt The Big Crunch Theory ein abwechslungsreiches Set geboten. Die Stücke klangen sehr unterschiedlich und waren je nachdem in die Schubladen Folk, Indierock, New Wave oder Elektropop einzuordnen. Der Tonfall und die Rhythmik beim Gesang trug aber ziemlich deutlich die Handschrift ihres Bruders David-Ivar. Ähnlicher Akzent, gleicher textlicher Sinn für Absurdes und Kurioses und immer mit einem Augenzwinkern versehen. Ihre Band war eine Art Supergroup, denn neben zwei Damen an Schlagzeug und Bass, agierten Guillaumes Léglise von My Broken Frame (und Go Go Charlton) und Etienne Chaumet, der nerdige Compterfreak von Zombie- Zombie, mit denen er sogar in England in Insiderkreisen sehr bekannt und angesehen ist.

Der Abend wurde schließlich von der Amerikanerin Cameron Mesirow alias Glasser abgeschlossen. Die rotblonde Sängerin war mit einem sehr extravaganten Kleid erschienen, zu dessen Beschreibung mir die passenden Worte fehlen. Da fragt man besser bei Modeblogs nach, die verstehen sich auf so was. Für mich sah das Ganze so ähnlich aus wie der Fummel von Cindy Lauper und auf dem Kopf trug Glasser ein schwarzes Mützchen, um das sie sicherlich deutsche Autofahrer beneiden werden. Jene Autofahrer nämlich (bevorzugte Marken: Mercedes, Audi), die gerne ihre Klopapierrollen auf dem Rücksitz ihrer Karre in ein Häkelteil wickeln und gleich neben den Regenschirm legen. Krass, Alter!

Über die Musik hüllen wir ohnehin besser den Mantel des Schweigens, denn welcher Mitbürger mit Geschmack steht schon auf kitschigen 1980 er Jahre Synthiepop mit Operndiva Gesang? Und wer mag eigentlich Björk, Camerons offensichtliches Vorbild? Keine Sau, genau!



Clara Luzia & Lail Arad, Paris, 25.03.11


Konzert: Clara Luzia & Lail Arad (N'Relax), Festival les femmes s'en mêlent # 14
Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 26.03.2011
Zuschauer: relativ viele


Ja, was ist denn in Österreich bloß los? Seit geraumer Zeit schicken uns unsere alpenländischen Nachbarn die tollsten Sängerinnen und wir Musikfans kommen gar nicht mehr hinterher. Aber beklagen wollen wir uns darüber nicht, im Gegenteil! Nach Gustav und Soap & Skin nun also Clara Luzia. Wobei die junge Frau mit dem Bubihaarschnitt und den feinen Gesichtszügen alles andere als Novizin ist und schon sage und schreibe vier Longplayer und eine EP auf ihrer Habenseite zu verzeichnen hat. Seltsam, daß man zumindest in Frankreich bis vor kurzem nicht viel Wind davon bekommen hat. Denn Clara Luzia ist wirklich etwas Besonderes. Großartig motzige Mädchenstimme mit einem außergewöhnlichen Timbre, intelligentes Songwriting und feine Arrangements mit Cello und Akkordeon, Freunde melancholischen Kammerpops kamen heute im Divan Du Monde wirklich voll auf ihre Kosten. Und die gespielten Lieder waren samt und sonders fabelhaft, eines schöner und bewegender als das andere. Bei soviel Ohrenschmaus war es fast eine Randnotiz, daß auch eine umwerfend hübsche Cellistin (Heidi) mit blauen Gletscheraugen und unwiderstehlichem Sonnenaufgangslächeln auf der Bühne agierte. Ein männlicher Bassist namens Max (und gelegentlicher Akkordeonspieler, Pianist) und eine weibliche Drummerin (Ines) komplettierten das Line-Up. Eine sympathische Truppe, die mir einen wunderbaren Konzertabend bereitet hat und mich zum CD-Kauf verleitete. Schade, daß ich so geizig war und nur das aktuelle Album erworben habe, denn die Scheibe ist so großartig, daß ich auch die anderen drei Longplayer haben muss. Gegen Zahlung von 40 Euro konnte man übrigens das Gesamtwerk erwerben.

Fünf Herzen für Clara Luzia!






Bericht Lail Arad morgen, dann auch Fotos und Setlisten.


Clara Luzia & Lail Arad, Paris, 25.03.11


Konzert: Clara Luzia & Lail Arad (N'Relax), Festival les femmes s'en mêlent # 14
Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 26.03.2011
Zuschauer: relativ viele


Ja, was ist denn in Österreich bloß los? Seit geraumer Zeit schicken uns unsere alpenländischen Nachbarn die tollsten Sängerinnen und wir Musikfans kommen gar nicht mehr hinterher. Aber beklagen wollen wir uns darüber nicht, im Gegenteil! Nach Gustav und Soap & Skin nun also Clara Luzia. Wobei die junge Frau mit dem Bubihaarschnitt und den feinen Gesichtszügen alles andere als Novizin ist und schon sage und schreibe vier Longplayer und eine EP auf ihrer Habenseite zu verzeichnen hat. Seltsam, daß man zumindest in Frankreich bis vor kurzem nicht viel Wind davon bekommen hat. Denn Clara Luzia ist wirklich etwas Besonderes. Großartig motzige Mädchenstimme mit einem außergewöhnlichen Timbre, intelligentes Songwriting und feine Arrangements mit Cello und Akkordeon, Freunde melancholischen Kammerpops kamen heute im Divan Du Monde wirklich voll auf ihre Kosten. Und die gespielten Lieder waren samt und sonders fabelhaft, eines schöner und bewegender als das andere. Bei soviel Ohrenschmaus war es fast eine Randnotiz, daß auch eine umwerfend hübsche Cellistin (Heidi) mit blauen Gletscheraugen und unwiderstehlichem Sonnenaufgangslächeln auf der Bühne agierte. Ein männlicher Bassist namens Max (und gelegentlicher Akkordeonspieler, Pianist) und eine weibliche Drummerin (Ines) komplettierten das Line-Up. Eine sympathische Truppe, die mir einen wunderbaren Konzertabend bereitet hat und mich zum CD-Kauf verleitete. Schade, daß ich so geizig war und nur das aktuelle Album erworben habe, denn die Scheibe ist so großartig, daß ich auch die anderen drei Longplayer haben muss. Gegen Zahlung von 40 Euro konnte man übrigens das Gesamtwerk erwerben.

Fünf Herzen für Clara Luzia!






Bericht Lail Arad morgen, dann auch Fotos und Setlisten.


Austra, Paris, 20.01.11


Konzert: Austra

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 20.01.11
Zuschauer: voll
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


Austra heißt der neuste "heiße Scheiß" des renommierten Labels Domino (Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, u.v.a.), der dem unschuldigen Publikum im Pariser Divan Du Monde am 20. Januar auf den Hals gehetzt wurde. Ganz berauscht von dem großen Medieninteresse für Anna Calvi, legt das Londoner Label nach und versucht uns eine neue Frau anzudrehen. Austra ist Kandierin und ihr Projekt wohl eine Band, aber eigentlich steckt dahinter in allererster Linie die klassisch ausgebildete Opernsängerin Katie Stelamanis, die nun nicht mehr unter ihrem Namen, sondern dem neuen Moniker operiert. Früher hatte sie mal ne Band namens Galaxy und zudem sang sie auch ein wenig bei Fucked Up (Christoph, deine Lieblingsgruppe!) mit.

Austra will nun 2011 die Welt erobern und von dem Kuchen, den Fever Ray angeschnitten hat, ein großes Stück abbekommen. 2010 hatte Zola Jesus versucht, die Fever Ray- Jünger für ihre gothisch angehauchte Tanzmusik zu begeistern, nun also Austra. Wer gelesen hat, wie schauderhaft ich das Konzert von Zola Jesus im Olympia 2010 fand, wird wohl stark vermuten, daß ich auch mit Katie Stelamanis neuem Projekt nicht viel anfangen konnte.

Aber erstaunlicherwiese fühlte ich mich im Divan Du Monde von Austra gut unterhalten! Die Blondine (echte? unechte?) erschien mit zwei äußerst niedlichen Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen und hatte zudem einen Bassisten, einen Keyboarder und eine Drummerin dabei. Zu siebt schmetterten die jungen Leute ihren düsteren, stark 1980er Jahre angehauchten tribalischen Diskosound und ließen gut 40 Minuten lang keine Langweile aufkommen. Mit ihrer saumäßig festen, powervollen und durchdringenden Stimme nagelte Katie einen regelrecht an die Wand. So klingen Frauen also, die eine klassiche Stimmausbildung genossen haben! Eigentlich überhaupt nicht meine Tasse Tee, aber bei Austra störte mich das seltsamerweise nicht die Bohne, im Gegenteil. Ihr Gesang faszinierte mich, törnte mich an und brachte mich in Stimmung. Als sei ich nochmal 20, hüpfte ich im bollernden Takt mit und glotze mit Stielaugen auf die beiden brünetten Tänzerinnen. Süße Dinger! Und als die eine der beiden ihr Bolero- Jäckchen fallen ließ und mit kurzem Röckchen rumtanzte, wäre ich am liebsten zu ihr auf die Bühne geklettert.

Aber ich beherrschte mich und hörte den Liedern zu, die vom Debüt Beat and The Pulse stammten. Allesamt catchy und eingängig, potentielle Ohrwürmer. Herauragend der Titeltrack Beat and The Pulse. Donnernde, wuchtige Beats, fetzige Samples, gruselige Synthielinien und darüber der morbide Gesang von Katie. Ein Hit!

Die Zeit verging deshalb auch wie im Fluge und am Ende musste ich überrascht feststellen, daß mir die Show richtig gut gefallen hatte. Austra entspricht eigentlich nicht meinem Beuteschema, aber man kann ja nicht den gazen Tag depressive Folksängerinnen mit fragiler Stimme hören, oder? Eine gute Abwechslung.

Nach dem Auftritt von Austra verließ ich den Divan Du Monde, weil ich noch ins International zu Kim Novak wollte und sah deshalb auch nicht die eigentlichen Headliner des Abends, Robots in Disguise.


Austra, Paris, 20.01.11


Konzert: Austra

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 20.01.11
Zuschauer: voll
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


Austra heißt der neuste "heiße Scheiß" des renommierten Labels Domino (Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, u.v.a.), der dem unschuldigen Publikum im Pariser Divan Du Monde am 20. Januar auf den Hals gehetzt wurde. Ganz berauscht von dem großen Medieninteresse für Anna Calvi, legt das Londoner Label nach und versucht uns eine neue Frau anzudrehen. Austra ist Kandierin und ihr Projekt wohl eine Band, aber eigentlich steckt dahinter in allererster Linie die klassisch ausgebildete Opernsängerin Katie Stelamanis, die nun nicht mehr unter ihrem Namen, sondern dem neuen Moniker operiert. Früher hatte sie mal ne Band namens Galaxy und zudem sang sie auch ein wenig bei Fucked Up (Christoph, deine Lieblingsgruppe!) mit.

Austra will nun 2011 die Welt erobern und von dem Kuchen, den Fever Ray angeschnitten hat, ein großes Stück abbekommen. 2010 hatte Zola Jesus versucht, die Fever Ray- Jünger für ihre gothisch angehauchte Tanzmusik zu begeistern, nun also Austra. Wer gelesen hat, wie schauderhaft ich das Konzert von Zola Jesus im Olympia 2010 fand, wird wohl stark vermuten, daß ich auch mit Katie Stelamanis neuem Projekt nicht viel anfangen konnte.

Aber erstaunlicherwiese fühlte ich mich im Divan Du Monde von Austra gut unterhalten! Die Blondine (echte? unechte?) erschien mit zwei äußerst niedlichen Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen und hatte zudem einen Bassisten, einen Keyboarder und eine Drummerin dabei. Zu siebt schmetterten die jungen Leute ihren düsteren, stark 1980er Jahre angehauchten tribalischen Diskosound und ließen gut 40 Minuten lang keine Langweile aufkommen. Mit ihrer saumäßig festen, powervollen und durchdringenden Stimme nagelte Katie einen regelrecht an die Wand. So klingen Frauen also, die eine klassiche Stimmausbildung genossen haben! Eigentlich überhaupt nicht meine Tasse Tee, aber bei Austra störte mich das seltsamerweise nicht die Bohne, im Gegenteil. Ihr Gesang faszinierte mich, törnte mich an und brachte mich in Stimmung. Als sei ich nochmal 20, hüpfte ich im bollernden Takt mit und glotze mit Stielaugen auf die beiden brünetten Tänzerinnen. Süße Dinger! Und als die eine der beiden ihr Bolero- Jäckchen fallen ließ und mit kurzem Röckchen rumtanzte, wäre ich am liebsten zu ihr auf die Bühne geklettert.

Aber ich beherrschte mich und hörte den Liedern zu, die vom Debüt Beat and The Pulse stammten. Allesamt catchy und eingängig, potentielle Ohrwürmer. Herauragend der Titeltrack Beat and The Pulse. Donnernde, wuchtige Beats, fetzige Samples, gruselige Synthielinien und darüber der morbide Gesang von Katie. Ein Hit!

Die Zeit verging deshalb auch wie im Fluge und am Ende musste ich überrascht feststellen, daß mir die Show richtig gut gefallen hatte. Austra entspricht eigentlich nicht meinem Beuteschema, aber man kann ja nicht den gazen Tag depressive Folksängerinnen mit fragiler Stimme hören, oder? Eine gute Abwechslung.

Nach dem Auftritt von Austra verließ ich den Divan Du Monde, weil ich noch ins International zu Kim Novak wollte und sah deshalb auch nicht die eigentlichen Headliner des Abends, Robots in Disguise.


Anika & Dag för Dag, Paris, 03.11.10


Konzert: Anika & Dag för Dag (Screaming Females)

Ort: Le Divan Du Monde
Datum: 03.11.2010
Zuschauer: mittlere Raumauslastung



Da sieht man mal wie schlaftrunken ich von den vielen Konzerten und durchgemachten Nächten bin!

Ich Trottel bringe es doch tatsächlich fertig, in die Boule Noire zu latschen, mir mein Ticket abreissen zu lassen, mit Vorfreude im Bauch Richtung Konzertsaal zu gehen, nur um dann darauf aufmerksam gemacht zu werden, daß mein Festivalpass erst ab dem 4. November gültig ist! Der Kartenabreisser hat eine geschlagene Viertelstunde gebraucht, um ihn wieder zu finden.

Nix also mit School Of Seven Bells, sondern Rückzug auf die Straße. Was tun? Nach Hause fahren? Nö, kommt gar nicht in die Tüte! Zufällig hatte ich mitbekommen, daß im gleich um die Ecke liegenden Divan Du Monde auch ein Konzertabend läuft. Glücklicherweise kenne ich die Veranstalter und die lassen mich prompt gratis eintreten. Weil ich Konzertblogger bin wohlgemerkt, nicht weil ich so nett gucke.

Drinnen sind die Screaming Females bereits mit ihrem Programm durch. Der Zuschauerandrang hält sich in recht engen Grenzen, was auch damit zu tun hat, daß im November unzählige gute Konzerte gleichzeitig stattfinden. Egal, so hat man Luft zum Atmen. Die Schweden Dag för Dag stehen nun an. Schon beim ersten Song sieht man, wie wild die drauf sind! Das Geschwister-Pärchen Sarah und Jacob Snavely (begleitet von dem Drummer Chuck Bukowski) rockt ab wie Hölle! Sarah ist besonders aufgestachelt, sie spielt barfuß und reißt ihren Fuß wie eine Ballettänzerin nach oben, performt aber dennoch auf einem Bein lässig weiter. Saucool! Der Sound ist garagig, melodiös und treibend, die Schweden denken nicht im Traum daran, ruhigen Folk-Pop wie ihre zahlreichen Landsleute zu spielen. Als Referenzen schießen mir die Kills, die Handsome Furs oder Joe Gideon and The Shark in den Kopf, aber was die Skandinavier hier treiben, ist dennoch eigen. Neben der Gitarre und dem Bass gehören auch vereinzelt eine Geige und eine Trommel zum Instrumentarium dazu. Die gespielten Lieder kenne ich nicht, aber das macht nichts, das Material ist catchy genug, um mich gut zu entertainen. Sarah erzählt in einer Szene irgend etwas von ihrer Schwangerschaft, aber ich kapiere nicht so recht, ob sie zur Zeit schwanger ist, oder schwanger war. Hinterher sagt man mir, daß sie bereits Mutter geworden ist (ob das stimmt?) und deshalb wieder volle Pulle losrocken kann. Wenn das Kind nach der Mami kommt, dann wird es ein Temperamentsbündel!

Zum letzten Song machen die Snavelys noch einmal die allerletzten Kräfte frei. Die Haare von Sarah fliegen wie bei Heavy Metal Musikern durch die Luft und zusammen mit Jacob hüpft sie meterhoch im Gleichklang. Abgefahren! Mein Freund Michael kauft hinterher ihre CD Boo, die beim Haldern Pop-Label erschienen ist.

Setlist Dag för Dag, Le Divan du Monde, Paris:

01: Light on your feet
02: Cry cry (?)
03: Hands an knees
04: ?
05: Hearts and bones
06: Boxed in pine
07: In hiding
08: Animal
09: Traffic jam
10: Ring me, Elise

Exkurs: Dag för Dag, Albumkritik Boo bei Plattentest. de , klick!

Haldern Pop ist auch das Stichwort beim letzten Act des Abends. Die Deutsch- Engländerin Anika, erzählte mir nach ihrem Konzert, daß sie seit 10 Jahren für das schöne Festival am Niederrhein helfenderweise tätig ist und von der Arbeit am Kassenhäuschen bis hin zur Betreuung im Backstage-Bereich schon alle Jobs gemacht hat. Anika pendelt zwischen Berlin und Bristol und hat kürzlich ihr erstes selbstbetiteltes Album auf den Markt gebracht. Songs von diesem Werk, in den meisten Fällen ungewöhnliche Cover, performt sie auch beim heutigen Konzert. Ganz in schwarz gekleidet, erscheint die bildhübsche Blondine auf der Bühne und wird musikalisch von einer mehrköpfigen Rhythmustruppe begleitet. Ihre Musik ist extrem düster, trist, monoton. Und genau diese Tristesse ist es, die mich fasziniert! Sie erinnert mich an die Anfänge von Joy Division aber auch an die Young Marble Giants. Kein Gramm Zucker wird dem minimalistischem Sound hinzugemischt, alles ist karg, nüchtern, deprimierend. Toll, ich liebe das! Anika bewegt sich keinen Zentimeter auf der Bühne. Wie angewurzelt murmelt sie die Texte ins Mikro (es ist mehr ein Sprechen als ein Singen) und wirkt dabei wie eine moderne Nico. Von Lied zu Lied bin ich mehr begeistert. Vor allem das Cover von Masters Of War ist der Hammer! Ich verbringe eine ganz tolle Zeit, bin hingerissen vom kühlen Charisma der Blondine und den gemeinen Bassläufen, die viele Songs begleiten. Selbst die Drummachine erinnert an She's Lost Control von Joy Division. Joy Division, immer wieder Joy Division*, tausende aktuelle Bands versuchen den Stil der Kultband zu reproduzieren. Aber so gut wie Anika hat es in den letzten Jahren kaum jemand hinbekommen, die suizidäre Atmosphäre von Manchester in die Neuzeit und andere Städte zu übertragen. Anika hat ihr Album mit den Leutchen von Beak aufgenommen. Dahinter steckt unter anderem Geoff Barrow, Mastermind von Portishead. Kein Wunder, daß das Resultat so überzeugend geworden ist!

Kurzum: Anika ist granatenhaft toll! Eine spitzenmäßige Neuentdeckung! Und sie hat seltsamerweise noch nie in Deutschland gespielt...

Was für ein feiner Konzertabend, bestimmt besser als der ursprünglich angedachte in der Boule Noire. Die Leute, die bei School Of Seven Bells dabei waren, äußern sich nämlich hinterher sehr enttäuscht. Meine Verpenntheit hat also doch manchmal gute Nebeneffekte!

Setlist Anika, Le Divan du Monde, Paris:

01: Terry
02: End of the world
03: No one's there
04: He hit me
05: Yang Yang
06: Go to sleep
07: Masters of war
08: Love buzz
09: Officer officer
10: Sadness hides the sun

Setlist Screaming Females, Le Divan du Monde, Paris, klick!


* man könnte natürlich auch andere Bands von Factory nennen, zum Beispiel A Certain Ratio, Cabaret Voltaire und The Durutti Column. Ansonsten Sucide, Blondie oder Throbbing Gristle. Aber lassen wir am besten das Namedropping...



Anika & Dag för Dag, Paris, 03.11.10


Konzert: Anika & Dag för Dag (Screaming Females)

Ort: Le Divan Du Monde
Datum: 03.11.2010
Zuschauer: mittlere Raumauslastung



Da sieht man mal wie schlaftrunken ich von den vielen Konzerten und durchgemachten Nächten bin!

Ich Trottel bringe es doch tatsächlich fertig, in die Boule Noire zu latschen, mir mein Ticket abreissen zu lassen, mit Vorfreude im Bauch Richtung Konzertsaal zu gehen, nur um dann darauf aufmerksam gemacht zu werden, daß mein Festivalpass erst ab dem 4. November gültig ist! Der Kartenabreisser hat eine geschlagene Viertelstunde gebraucht, um ihn wieder zu finden.

Nix also mit School Of Seven Bells, sondern Rückzug auf die Straße. Was tun? Nach Hause fahren? Nö, kommt gar nicht in die Tüte! Zufällig hatte ich mitbekommen, daß im gleich um die Ecke liegenden Divan Du Monde auch ein Konzertabend läuft. Glücklicherweise kenne ich die Veranstalter und die lassen mich prompt gratis eintreten. Weil ich Konzertblogger bin wohlgemerkt, nicht weil ich so nett gucke.

Drinnen sind die Screaming Females bereits mit ihrem Programm durch. Der Zuschauerandrang hält sich in recht engen Grenzen, was auch damit zu tun hat, daß im November unzählige gute Konzerte gleichzeitig stattfinden. Egal, so hat man Luft zum Atmen. Die Schweden Dag för Dag stehen nun an. Schon beim ersten Song sieht man, wie wild die drauf sind! Das Geschwister-Pärchen Sarah und Jacob Snavely (begleitet von dem Drummer Chuck Bukowski) rockt ab wie Hölle! Sarah ist besonders aufgestachelt, sie spielt barfuß und reißt ihren Fuß wie eine Ballettänzerin nach oben, performt aber dennoch auf einem Bein lässig weiter. Saucool! Der Sound ist garagig, melodiös und treibend, die Schweden denken nicht im Traum daran, ruhigen Folk-Pop wie ihre zahlreichen Landsleute zu spielen. Als Referenzen schießen mir die Kills, die Handsome Furs oder Joe Gideon and The Shark in den Kopf, aber was die Skandinavier hier treiben, ist dennoch eigen. Neben der Gitarre und dem Bass gehören auch vereinzelt eine Geige und eine Trommel zum Instrumentarium dazu. Die gespielten Lieder kenne ich nicht, aber das macht nichts, das Material ist catchy genug, um mich gut zu entertainen. Sarah erzählt in einer Szene irgend etwas von ihrer Schwangerschaft, aber ich kapiere nicht so recht, ob sie zur Zeit schwanger ist, oder schwanger war. Hinterher sagt man mir, daß sie bereits Mutter geworden ist (ob das stimmt?) und deshalb wieder volle Pulle losrocken kann. Wenn das Kind nach der Mami kommt, dann wird es ein Temperamentsbündel!

Zum letzten Song machen die Snavelys noch einmal die allerletzten Kräfte frei. Die Haare von Sarah fliegen wie bei Heavy Metal Musikern durch die Luft und zusammen mit Jacob hüpft sie meterhoch im Gleichklang. Abgefahren! Mein Freund Michael kauft hinterher ihre CD Boo, die beim Haldern Pop-Label erschienen ist.

Setlist Dag för Dag, Le Divan du Monde, Paris:

01: Light on your feet
02: Cry cry (?)
03: Hands an knees
04: ?
05: Hearts and bones
06: Boxed in pine
07: In hiding
08: Animal
09: Traffic jam
10: Ring me, Elise

Exkurs: Dag för Dag, Albumkritik Boo bei Plattentest. de , klick!

Haldern Pop ist auch das Stichwort beim letzten Act des Abends. Die Deutsch- Engländerin Anika, erzählte mir nach ihrem Konzert, daß sie seit 10 Jahren für das schöne Festival am Niederrhein helfenderweise tätig ist und von der Arbeit am Kassenhäuschen bis hin zur Betreuung im Backstage-Bereich schon alle Jobs gemacht hat. Anika pendelt zwischen Berlin und Bristol und hat kürzlich ihr erstes selbstbetiteltes Album auf den Markt gebracht. Songs von diesem Werk, in den meisten Fällen ungewöhnliche Cover, performt sie auch beim heutigen Konzert. Ganz in schwarz gekleidet, erscheint die bildhübsche Blondine auf der Bühne und wird musikalisch von einer mehrköpfigen Rhythmustruppe begleitet. Ihre Musik ist extrem düster, trist, monoton. Und genau diese Tristesse ist es, die mich fasziniert! Sie erinnert mich an die Anfänge von Joy Division aber auch an die Young Marble Giants. Kein Gramm Zucker wird dem minimalistischem Sound hinzugemischt, alles ist karg, nüchtern, deprimierend. Toll, ich liebe das! Anika bewegt sich keinen Zentimeter auf der Bühne. Wie angewurzelt murmelt sie die Texte ins Mikro (es ist mehr ein Sprechen als ein Singen) und wirkt dabei wie eine moderne Nico. Von Lied zu Lied bin ich mehr begeistert. Vor allem das Cover von Masters Of War ist der Hammer! Ich verbringe eine ganz tolle Zeit, bin hingerissen vom kühlen Charisma der Blondine und den gemeinen Bassläufen, die viele Songs begleiten. Selbst die Drummachine erinnert an She's Lost Control von Joy Division. Joy Division, immer wieder Joy Division*, tausende aktuelle Bands versuchen den Stil der Kultband zu reproduzieren. Aber so gut wie Anika hat es in den letzten Jahren kaum jemand hinbekommen, die suizidäre Atmosphäre von Manchester in die Neuzeit und andere Städte zu übertragen. Anika hat ihr Album mit den Leutchen von Beak aufgenommen. Dahinter steckt unter anderem Geoff Barrow, Mastermind von Portishead. Kein Wunder, daß das Resultat so überzeugend geworden ist!

Kurzum: Anika ist granatenhaft toll! Eine spitzenmäßige Neuentdeckung! Und sie hat seltsamerweise noch nie in Deutschland gespielt...

Was für ein feiner Konzertabend, bestimmt besser als der ursprünglich angedachte in der Boule Noire. Die Leute, die bei School Of Seven Bells dabei waren, äußern sich nämlich hinterher sehr enttäuscht. Meine Verpenntheit hat also doch manchmal gute Nebeneffekte!

Setlist Anika, Le Divan du Monde, Paris:

01: Terry
02: End of the world
03: No one's there
04: He hit me
05: Yang Yang
06: Go to sleep
07: Masters of war
08: Love buzz
09: Officer officer
10: Sadness hides the sun

Setlist Screaming Females, Le Divan du Monde, Paris, klick!


* man könnte natürlich auch andere Bands von Factory nennen, zum Beispiel A Certain Ratio, Cabaret Voltaire und The Durutti Column. Ansonsten Sucide, Blondie oder Throbbing Gristle. Aber lassen wir am besten das Namedropping...



The Posies, Paris, 04.10.10


Konzert: The Posies

Ort: Le Divan Du Monde
Datum: 04.10.2010
Zuschauer: nicht ausverkauft
Konzertdauer: mindestens 80 Minuten


For our english readers: This show was absolutely ace! The Posies are still great and they have lost nothing of their freshness and catchyness. Lots of small children at this show. Jon said: " Finally our public gets younger." Ken replied: "Yes, but unfortunately they don't have the money to buy our record." Such great guys! Go to see them live!


Die 90er Jahre sind zurück! Pavement (auf dem Foto), Teenage Fanclub, Blur, The Vaselines, The Pastels und auch The Posies. All diese Kultbands spielen noch bzw. wieder. Da lacht das Slackerherz. Wie sich Jon Auer, Ken Stringfellow und Special Guest Hugh Cornwell (The Stranglers) heute im Pariser Divan Du Monde geschlagen haben, berichte ich morgen hier. Genau!

Hier ist der Bericht:

Jon Auer und Ken Stringfellow, ein lustiges Pärchen voller augenfälliger Gegensätze. John, der verschmitzte und eher stille Melancholiker, Ken, der schelmische, äußerst draufgängerische Berufsjugendliche mit dem breiten Grinsen. Der Erste mit einer gewissen Leibesfülle, die er unter schwarzen Klamotten zu kaschieren versucht, der Zweite spargeldürr wie ein alter Punk. Auer mit dunklen schwarzen Locken, die ihn wie eine Kreuzung aus Antonio Banderas und Robert "The Cure" Smith aussehen lassen, Stringfellow mit ausgefransten glatten Haaren, die ihn noch einmal ein paar Jahre jünger machen, als er eigentlich ist (nämlich fast 42). Auch stimmlich gibt es Unterschiede. Jon Auer singt verträumt-sentimental wie Elliott Smith, Ken Stringfellow bissig und hoch wie A.C. Newman von den New Pornographers. Ein tolles Duo, das strengenommen aber keines ist, denn neben den beiden Leithammeln gibt es bei den Posies mit Matt Harris (Bass) und Darius Minwalla (Drums) auch noch zwei andere Musiker. Und heute im Pariser Divan Du Monde gesellte sich noch ein fünfter Musiker hinzu und zwar kein Geringerer als Hugh Cornwell, alter Haudegen der Kult- Punkband The Stranglers und seit den späten 80ern, frühen Neunzigern als Solokünstler aktiv!

Für das Eintrittsgeld, recht happige 25 Euro, war also etwas geboten in diesem Pariser Bistro/Club! Die Fans sahen ein tightes, schnörkelloses Set, vollgepackt mit catchy Power Pop- Nummern, die live viel lauter und rockiger klangen als auf Platte. Der Großteil der gespielten Lieder stammte vom letzten Output Blood/Candy, den man auf jeden Fall als gelungen bezeichnen kann. Vor allem The Glitter Prize (mit Stringfellow am Piano) und So Caroline sind toll und kamen auch heute prima rüber. Aber auch der Backkatalog wurde gewürdigt und das 1993 Kultalbum Frosting On The Beater kam in besonderem Maße zum Zuge. Solar Sisters, Love Letter Boxes, Flavor Of The Month und Dream All Day, all dise fetzigen Uptempo-Stücke wurden gespielt. Solar Sister kam gleich an dritter Stelle und zeigte den Leuten wo der Hammer hängt. Ken Stringfellow greinte, sprang mit Scherenschritt duch die Luft und spuckte wie ein Lama auf den Boden, daß die (Speichel-) Funken nur so sprühten! Auch Love Letter Boxes hatte Dampf unter dem Kessel und erinnerte mich an zwei weitere Lieblingsbands, Buit To Spill und The Shins. Flavor Of The Month war ursprünglich nicht vorgesehen (dafür aber eigentlich Definite Doors), schloss aber auf noisige und äußerst rockige Weise den offiziellen Teil ab, in dem auch das ohrwurmige Prachtstück Please Return It (von Amazing Disgrace) seinen Platz hatte.

Der Zugabenteil wurde dann überwiegend zusammen mit Hugh Cornwell bestritten. Der hagere Bursche gab den Old School punkigen Stücken Rain On A River und Going To The City eine dritte Stimme, bevor Jon Auer noch einmal den Hauptgesangespart übernahm: Dream All Day war eine Slackerhymne par excellence und unterstrich, daß auch die alten Sachen der Posies noch nichts von ihrem Charme verloren hatten.

Ob die kleine Tochter von Ken die Musik ihres Vaters mag? Daürber wurde nichts bekannt, aber sie half zumindest ihrem Daddy beim Verkauf von Tonträgern auf der Bühne. Süß!

Setlist The Posies, Divan Du Monde, Paris:

01: So Caroline
02: Please Return It
03: Licenses To Hide
04: Sad To Be Aware
05: Solar Sister
06: The Glitter Prize
07: Plastic Paperbacks ( mit Hugh Cornwell)
08: Accidental Architecture
09: Take Care Of Yourself
10: Cleopatra Street
11: Enewetak
12: Conversations
13: Love Letter Boxes
14: Throwaway
15: I Guess You're Right
16: Flavor Of The Month (danke an Uschi!)

17: She's Coming Down Again
18: Rain On A River (mit Hugh)
19: Goin To The City (mit Hugh)
20: Dream All Day

Ausgewählte Konzertdaten The Posies (ohne Gewähr):

07.10.2010: Botanique, Brüssel
08.10.2010: Caserne Fonck, Liège (Lüttich)
09.10.2010: Sugar Factory, Amsterdam
10.10.2010: Vera, Groningen
12.10.2010: Tivoli, Utrecht
13.10.2010: Gleis 22, Münster
14.10.2010: Comet Club, Berlin



The Posies, Paris, 04.10.10


Konzert: The Posies

Ort: Le Divan Du Monde
Datum: 04.10.2010
Zuschauer: nicht ausverkauft
Konzertdauer: mindestens 80 Minuten


For our english readers: This show was absolutely ace! The Posies are still great and they have lost nothing of their freshness and catchyness. Lots of small children at this show. Jon said: " Finally our public gets younger." Ken replied: "Yes, but unfortunately they don't have the money to buy our record." Such great guys! Go to see them live!


Die 90er Jahre sind zurück! Pavement (auf dem Foto), Teenage Fanclub, Blur, The Vaselines, The Pastels und auch The Posies. All diese Kultbands spielen noch bzw. wieder. Da lacht das Slackerherz. Wie sich Jon Auer, Ken Stringfellow und Special Guest Hugh Cornwell (The Stranglers) heute im Pariser Divan Du Monde geschlagen haben, berichte ich morgen hier. Genau!

Hier ist der Bericht:

Jon Auer und Ken Stringfellow, ein lustiges Pärchen voller augenfälliger Gegensätze. John, der verschmitzte und eher stille Melancholiker, Ken, der schelmische, äußerst draufgängerische Berufsjugendliche mit dem breiten Grinsen. Der Erste mit einer gewissen Leibesfülle, die er unter schwarzen Klamotten zu kaschieren versucht, der Zweite spargeldürr wie ein alter Punk. Auer mit dunklen schwarzen Locken, die ihn wie eine Kreuzung aus Antonio Banderas und Robert "The Cure" Smith aussehen lassen, Stringfellow mit ausgefransten glatten Haaren, die ihn noch einmal ein paar Jahre jünger machen, als er eigentlich ist (nämlich fast 42). Auch stimmlich gibt es Unterschiede. Jon Auer singt verträumt-sentimental wie Elliott Smith, Ken Stringfellow bissig und hoch wie A.C. Newman von den New Pornographers. Ein tolles Duo, das strengenommen aber keines ist, denn neben den beiden Leithammeln gibt es bei den Posies mit Matt Harris (Bass) und Darius Minwalla (Drums) auch noch zwei andere Musiker. Und heute im Pariser Divan Du Monde gesellte sich noch ein fünfter Musiker hinzu und zwar kein Geringerer als Hugh Cornwell, alter Haudegen der Kult- Punkband The Stranglers und seit den späten 80ern, frühen Neunzigern als Solokünstler aktiv!

Für das Eintrittsgeld, recht happige 25 Euro, war also etwas geboten in diesem Pariser Bistro/Club! Die Fans sahen ein tightes, schnörkelloses Set, vollgepackt mit catchy Power Pop- Nummern, die live viel lauter und rockiger klangen als auf Platte. Der Großteil der gespielten Lieder stammte vom letzten Output Blood/Candy, den man auf jeden Fall als gelungen bezeichnen kann. Vor allem The Glitter Prize (mit Stringfellow am Piano) und So Caroline sind toll und kamen auch heute prima rüber. Aber auch der Backkatalog wurde gewürdigt und das 1993 Kultalbum Frosting On The Beater kam in besonderem Maße zum Zuge. Solar Sisters, Love Letter Boxes, Flavor Of The Month und Dream All Day, all dise fetzigen Uptempo-Stücke wurden gespielt. Solar Sister kam gleich an dritter Stelle und zeigte den Leuten wo der Hammer hängt. Ken Stringfellow greinte, sprang mit Scherenschritt duch die Luft und spuckte wie ein Lama auf den Boden, daß die (Speichel-) Funken nur so sprühten! Auch Love Letter Boxes hatte Dampf unter dem Kessel und erinnerte mich an zwei weitere Lieblingsbands, Buit To Spill und The Shins. Flavor Of The Month war ursprünglich nicht vorgesehen (dafür aber eigentlich Definite Doors), schloss aber auf noisige und äußerst rockige Weise den offiziellen Teil ab, in dem auch das ohrwurmige Prachtstück Please Return It (von Amazing Disgrace) seinen Platz hatte.

Der Zugabenteil wurde dann überwiegend zusammen mit Hugh Cornwell bestritten. Der hagere Bursche gab den Old School punkigen Stücken Rain On A River und Going To The City eine dritte Stimme, bevor Jon Auer noch einmal den Hauptgesangespart übernahm: Dream All Day war eine Slackerhymne par excellence und unterstrich, daß auch die alten Sachen der Posies noch nichts von ihrem Charme verloren hatten.

Ob die kleine Tochter von Ken die Musik ihres Vaters mag? Daürber wurde nichts bekannt, aber sie half zumindest ihrem Daddy beim Verkauf von Tonträgern auf der Bühne. Süß!

Setlist The Posies, Divan Du Monde, Paris:

01: So Caroline
02: Please Return It
03: Licenses To Hide
04: Sad To Be Aware
05: Solar Sister
06: The Glitter Prize
07: Plastic Paperbacks ( mit Hugh Cornwell)
08: Accidental Architecture
09: Take Care Of Yourself
10: Cleopatra Street
11: Enewetak
12: Conversations
13: Love Letter Boxes
14: Throwaway
15: I Guess You're Right
16: Flavor Of The Month (danke an Uschi!)

17: She's Coming Down Again
18: Rain On A River (mit Hugh)
19: Goin To The City (mit Hugh)
20: Dream All Day

Ausgewählte Konzertdaten The Posies (ohne Gewähr):

07.10.2010: Botanique, Brüssel
08.10.2010: Caserne Fonck, Liège (Lüttich)
09.10.2010: Sugar Factory, Amsterdam
10.10.2010: Vera, Groningen
12.10.2010: Tivoli, Utrecht
13.10.2010: Gleis 22, Münster
14.10.2010: Comet Club, Berlin