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Our Broken Garden & Tearist & Phoebe Killdeer, Paris, 31.03.11


Konzert: Our Broken Garden & Tearist & Phoebe Killdeer

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 31.03.11
Zuschauer: leider nicht ausverkauft



Die 1980er Jahre sind voll zurück! Und dies nicht erst seit gestern, man hat seit spätestens 2002 den Eindruck, daß sämtliche Scheußlichkeiten aus diesem nicht sonderlich geschmackssicheren Jahrzehnt wieder ausgekramt werden. Auch vor der Musik macht dieses Revival keinen Halt. Fever Ray hatte 2009 ein irre erfolgreiches Album auf den Markt gebracht, daß unglaublich eightieslastig war und seitdem schießen die Fever Ray-Klone wie die Pilze aus dem Boden. Zola Jesus, Glasser, Juliette Commagère, Austra, Tearist, alle klingen sie mehr oder weniger nach dem Projekt von Karin Dreijer Andersson.

Das Festival les femmes s'en mêlent springt 2011 auf diesen Trend auf und hetzte dem Publikum gestern Glasser und heute Tearist auf den Hals. Morgen schicken sie Austra hinterher.

Und Yasmine Kittles aka Tearist gebärdete sich wahrlich als wilde, furchteinflößende Furie und bot ein Spektakel mit gothischer Diskosoße und theatralischer Bühnenshow. Am Ende schlug sie mit einer kurzen Eisenstange um sich, wälzte sich wie eine Gestörte auf dem Boden und schrie wie eine Hexe. Scarry! Ich selbst hatte von dem Set der jungen Dame aus Los Angeles aber nicht allzu viel mitbekommen, so daß ich mich um ein Urteil drücke. Speziell, sehr speziell. In Berlin würde man sagen: "ey voll krass, Alter!"

Auch bei der in Paris lebenden Australierin Phoebe Kildeer und ihrer Band The Short Strawes, die am Ende auftrat, muss ich passen, denn ich sah mir nur zwei Stücke an, weil ich noch zur Fotoaustellung von Troy von Balthazar wollte. Allerdings weiß ich von einem früheren Konzert her, daß mir die Phoebe nicht so wirklich zusagt. Knödelstimme, Rockröhrengehabe auf der Bühne, irgendwie nix für mich. Aber wie gesagt, ich weiß nicht wie es im Divan Du Monde war.



Kommen wir deshalb direkt zu der Dänin Anna Brönsted aka Our Broken Garden. Für die Dame mit der glockenhellen Hauchstimme war ich hauptsächlich aufgelaufen und mein Erscheinen sollte sich als lohnend herausstellen. Wir schon vor ein paar Monaten im Européen (Vorprogamm Emily Jane White) begeisterte sie mich mit ihrem sahnig gerührten Dream Pop mit unwiderstehlichen, melodisch melancholischen Gitarren und pulsierendem Bass. Auch ihr Set war sehr eightieslastig, aber nicht so trashig wie bei den anderen oben zitierten Damen. Vielmehr macht sie sich das romantische (und zugegebenermaßen recht kitschige) Moment der 1980 er Jahre zu Eigen, redet von wilden Pferden und singt wie eine Fee. Ohnehin ein irreal hübsches Wesen diese Anna. Blond, blauäugig, langbeinig und mit einem Lächeln gesegnet, mit dem sie Eisberge zum Schmelzen bringen könnte. Heute zeigte sie sich besonders sexy. Extrem hohe Absätze, güldnes Kleid, fürs Auge war viel geboten. Aber auch die drei Männer in ihrer Band machten ihre Sache ausgezeichnet. Toll vor allem der Basser. Er spielte fast wie Peter Hook und setzte mit seinem schnellen, druckvollen Spiel viele positive Akzente. Der Gitarrist wiederum kitzelte wundersame Melodien aus seiner Elektrischen und ließ die Riffs meterhoch durch den Divan du Monde segeln.

In einem ausgewogenen Set stachen Garden Grow und The Burial besonders hervor. Schade, daß die durchaus nicht schlechte letzte CD Golden Sea die live vermittelten rauschhaften Gefühle nicht wirklich einfangen kann und etwas glatt und seicht klingt. Dreampoppigen Shoegaze wie ihn Our Broken Garden spielt, genießt man deshalb am besten live vor Ort. Eine Genuß für Ohren und Augen!

Aus unserem Archiv:

Our Broken Garden, 16.11.10
Our Broken Garden, Paris, 20.04.09



Our Broken Garden & Tearist & Phoebe Killdeer, Paris, 31.03.11


Konzert: Our Broken Garden & Tearist & Phoebe Killdeer

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 31.03.11
Zuschauer: leider nicht ausverkauft



Die 1980er Jahre sind voll zurück! Und dies nicht erst seit gestern, man hat seit spätestens 2002 den Eindruck, daß sämtliche Scheußlichkeiten aus diesem nicht sonderlich geschmackssicheren Jahrzehnt wieder ausgekramt werden. Auch vor der Musik macht dieses Revival keinen Halt. Fever Ray hatte 2009 ein irre erfolgreiches Album auf den Markt gebracht, daß unglaublich eightieslastig war und seitdem schießen die Fever Ray-Klone wie die Pilze aus dem Boden. Zola Jesus, Glasser, Juliette Commagère, Austra, Tearist, alle klingen sie mehr oder weniger nach dem Projekt von Karin Dreijer Andersson.

Das Festival les femmes s'en mêlent springt 2011 auf diesen Trend auf und hetzte dem Publikum gestern Glasser und heute Tearist auf den Hals. Morgen schicken sie Austra hinterher.

Und Yasmine Kittles aka Tearist gebärdete sich wahrlich als wilde, furchteinflößende Furie und bot ein Spektakel mit gothischer Diskosoße und theatralischer Bühnenshow. Am Ende schlug sie mit einer kurzen Eisenstange um sich, wälzte sich wie eine Gestörte auf dem Boden und schrie wie eine Hexe. Scarry! Ich selbst hatte von dem Set der jungen Dame aus Los Angeles aber nicht allzu viel mitbekommen, so daß ich mich um ein Urteil drücke. Speziell, sehr speziell. In Berlin würde man sagen: "ey voll krass, Alter!"

Auch bei der in Paris lebenden Australierin Phoebe Kildeer und ihrer Band The Short Strawes, die am Ende auftrat, muss ich passen, denn ich sah mir nur zwei Stücke an, weil ich noch zur Fotoaustellung von Troy von Balthazar wollte. Allerdings weiß ich von einem früheren Konzert her, daß mir die Phoebe nicht so wirklich zusagt. Knödelstimme, Rockröhrengehabe auf der Bühne, irgendwie nix für mich. Aber wie gesagt, ich weiß nicht wie es im Divan Du Monde war.



Kommen wir deshalb direkt zu der Dänin Anna Brönsted aka Our Broken Garden. Für die Dame mit der glockenhellen Hauchstimme war ich hauptsächlich aufgelaufen und mein Erscheinen sollte sich als lohnend herausstellen. Wir schon vor ein paar Monaten im Européen (Vorprogamm Emily Jane White) begeisterte sie mich mit ihrem sahnig gerührten Dream Pop mit unwiderstehlichen, melodisch melancholischen Gitarren und pulsierendem Bass. Auch ihr Set war sehr eightieslastig, aber nicht so trashig wie bei den anderen oben zitierten Damen. Vielmehr macht sie sich das romantische (und zugegebenermaßen recht kitschige) Moment der 1980 er Jahre zu Eigen, redet von wilden Pferden und singt wie eine Fee. Ohnehin ein irreal hübsches Wesen diese Anna. Blond, blauäugig, langbeinig und mit einem Lächeln gesegnet, mit dem sie Eisberge zum Schmelzen bringen könnte. Heute zeigte sie sich besonders sexy. Extrem hohe Absätze, güldnes Kleid, fürs Auge war viel geboten. Aber auch die drei Männer in ihrer Band machten ihre Sache ausgezeichnet. Toll vor allem der Basser. Er spielte fast wie Peter Hook und setzte mit seinem schnellen, druckvollen Spiel viele positive Akzente. Der Gitarrist wiederum kitzelte wundersame Melodien aus seiner Elektrischen und ließ die Riffs meterhoch durch den Divan du Monde segeln.

In einem ausgewogenen Set stachen Garden Grow und The Burial besonders hervor. Schade, daß die durchaus nicht schlechte letzte CD Golden Sea die live vermittelten rauschhaften Gefühle nicht wirklich einfangen kann und etwas glatt und seicht klingt. Dreampoppigen Shoegaze wie ihn Our Broken Garden spielt, genießt man deshalb am besten live vor Ort. Eine Genuß für Ohren und Augen!

Aus unserem Archiv:

Our Broken Garden, 16.11.10
Our Broken Garden, Paris, 20.04.09



The Big Crunch Theory & Glasser & Anika, Paris, 30.03.11


Konzert: The Big Crunch Theory, Glasser, Anika, Festival les femmes s'en mêlent

Ort: Le Divan Du monde, Paris
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft, vielleicht 300
Konzertdauer: pro Künstlerin etwa 40 Minuten


Gar nicht so einfach nach einem solch grandiosen Konzert wie dem gestrigen zur Tagesordnung überzugehen. Syd Matters hatten mich mit ihrer atemberaubenden Show im Olympia über alle Maßen berauscht und heute hatte ich eine Art Post- Syd Matters Depression zu erleiden.

Insofern eine kuriose Sache, daß ich im Divan Du Monde zu meiner Überraschung Olivier Marguerit, den Gitarristen, Pianisten und Querflötenspieler meiner Helden von gestern traf (Foto). Er hatte seinerseits den Sensationsauftritt mit seiner Band schon wieder abgehakt und sagte mir als Erstes, daß er die Show der Deutsch-Engländerin Anika sehr gemocht habe. Kein Wort zum Gig im Olympia. So etwas nenne ich Nüchternheit! Ich selbst hätte wohl an seiner Stelle durch keine Tür mehr gepasst, weil meine Brust vor Stolz so angeschwollen gewesen wäre.

Aber Olivier hatte recht, Anika war in der Tat erneut positiv aufgefallen. Genau in der gleichen Location hatte ich sie vor 5 Monaten gesehen und war auf Anhieb von ihrem düsteren Dubstep und ihrer apatischen Erscheinung sehr angetan gewesen. Seitdem ist etwas Zeit ins Land gegangen, Albert Koch vom Musikexpress hatte Anikas Album sehr gelobt (alle plappern sie mir nach) und die junge Blondine hat auch ein paar neue, nicht auf dem Album erhältliche Songs einstudiert, die in den nächsten Wochen auf einer EP veröffentlicht werden sollen. 2-3 davon spielte sie auch heute und die Songs waren wirklich klasse. Stilistisch bleibt sich Anika treu. Minimalistischer, bassgeprägter Sound mit gespenstisch anmutenden Synthiepassagen, verhallter, tiefer Gesang im Stile von Nico und eine eiskalte, depressive Atmosphäre, die mir kurioserweise Glücksgefühle bereitete. Auch die neuen Sachen sollen zum Teil originelle Cover sein, aber nicht ausschließlich. Die Kaltschnäuzigkeit, Klassiker wie den Bob Dylan Song Masters Of War oder Yang Yang von der ollen Yoko Ono so zu covern, das man sie nicht wiedererkennt, war ohnehin eine der großen Stärken des Debütalbums, das auf dem Label von Geoff Barrow (Portishead) erschienen war. Natürlich spielte sie auch die Albumtracks fast vollständig, schließlich kannte längst nicht jeder anwesende Gast dieses Material.

Highlights für mich die klaustrophob jaulende Yoko Ono Nummer Yang Yang ("join the revolution"), der großartige Orgelsong I Go To Sleep, vor allem aber das schnellste Stück in ihrem Repertoire, der an Joy Division gemahnende Feger Officer Officer. Ein schneller, bedrohlich- polternder Bass, ein gothischer Keyboardsound und ein weltentrückter Gesang, Zutaten, die einen faszinierenden Song ergaben, der der beste des heutigen Abends bleiben sollte.

Hinterher zeigte sich Anika dennoch ein wenig unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung, war mit dem Sound nicht so recht glücklich gewesen und meinte, sie hätte eines ihrer neuen Lieder in den Sand gesetzt. Der rege Absatz ihres roten Vinylalbums (nur auf der Tour erhältlich) widerlegte aber ihre Skepsis. Viele Besucher trugen die Scheibe hinterher stolz aus dem Divan Du Monde und schließlich kann sich ja wohl auch ein Olivier Marguerit kaum täuschen, oder?

Zuvor hatte die Schwedin/Französin Lisa Li Lund, vor den Augen ihres berühmten Brüders Herman Dune und ihren Eltern, zusammen mit ihrem neuen Bandprojekt The Big Crunch Theory ein abwechslungsreiches Set geboten. Die Stücke klangen sehr unterschiedlich und waren je nachdem in die Schubladen Folk, Indierock, New Wave oder Elektropop einzuordnen. Der Tonfall und die Rhythmik beim Gesang trug aber ziemlich deutlich die Handschrift ihres Bruders David-Ivar. Ähnlicher Akzent, gleicher textlicher Sinn für Absurdes und Kurioses und immer mit einem Augenzwinkern versehen. Ihre Band war eine Art Supergroup, denn neben zwei Damen an Schlagzeug und Bass, agierten Guillaumes Léglise von My Broken Frame (und Go Go Charlton) und Etienne Chaumet, der nerdige Compterfreak von Zombie- Zombie, mit denen er sogar in England in Insiderkreisen sehr bekannt und angesehen ist.

Der Abend wurde schließlich von der Amerikanerin Cameron Mesirow alias Glasser abgeschlossen. Die rotblonde Sängerin war mit einem sehr extravaganten Kleid erschienen, zu dessen Beschreibung mir die passenden Worte fehlen. Da fragt man besser bei Modeblogs nach, die verstehen sich auf so was. Für mich sah das Ganze so ähnlich aus wie der Fummel von Cindy Lauper und auf dem Kopf trug Glasser ein schwarzes Mützchen, um das sie sicherlich deutsche Autofahrer beneiden werden. Jene Autofahrer nämlich (bevorzugte Marken: Mercedes, Audi), die gerne ihre Klopapierrollen auf dem Rücksitz ihrer Karre in ein Häkelteil wickeln und gleich neben den Regenschirm legen. Krass, Alter!

Über die Musik hüllen wir ohnehin besser den Mantel des Schweigens, denn welcher Mitbürger mit Geschmack steht schon auf kitschigen 1980 er Jahre Synthiepop mit Operndiva Gesang? Und wer mag eigentlich Björk, Camerons offensichtliches Vorbild? Keine Sau, genau!



The Big Crunch Theory & Glasser & Anika, Paris, 30.03.11


Konzert: The Big Crunch Theory, Glasser, Anika, Festival les femmes s'en mêlent

Ort: Le Divan Du monde, Paris
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft, vielleicht 300
Konzertdauer: pro Künstlerin etwa 40 Minuten


Gar nicht so einfach nach einem solch grandiosen Konzert wie dem gestrigen zur Tagesordnung überzugehen. Syd Matters hatten mich mit ihrer atemberaubenden Show im Olympia über alle Maßen berauscht und heute hatte ich eine Art Post- Syd Matters Depression zu erleiden.

Insofern eine kuriose Sache, daß ich im Divan Du Monde zu meiner Überraschung Olivier Marguerit, den Gitarristen, Pianisten und Querflötenspieler meiner Helden von gestern traf (Foto). Er hatte seinerseits den Sensationsauftritt mit seiner Band schon wieder abgehakt und sagte mir als Erstes, daß er die Show der Deutsch-Engländerin Anika sehr gemocht habe. Kein Wort zum Gig im Olympia. So etwas nenne ich Nüchternheit! Ich selbst hätte wohl an seiner Stelle durch keine Tür mehr gepasst, weil meine Brust vor Stolz so angeschwollen gewesen wäre.

Aber Olivier hatte recht, Anika war in der Tat erneut positiv aufgefallen. Genau in der gleichen Location hatte ich sie vor 5 Monaten gesehen und war auf Anhieb von ihrem düsteren Dubstep und ihrer apatischen Erscheinung sehr angetan gewesen. Seitdem ist etwas Zeit ins Land gegangen, Albert Koch vom Musikexpress hatte Anikas Album sehr gelobt (alle plappern sie mir nach) und die junge Blondine hat auch ein paar neue, nicht auf dem Album erhältliche Songs einstudiert, die in den nächsten Wochen auf einer EP veröffentlicht werden sollen. 2-3 davon spielte sie auch heute und die Songs waren wirklich klasse. Stilistisch bleibt sich Anika treu. Minimalistischer, bassgeprägter Sound mit gespenstisch anmutenden Synthiepassagen, verhallter, tiefer Gesang im Stile von Nico und eine eiskalte, depressive Atmosphäre, die mir kurioserweise Glücksgefühle bereitete. Auch die neuen Sachen sollen zum Teil originelle Cover sein, aber nicht ausschließlich. Die Kaltschnäuzigkeit, Klassiker wie den Bob Dylan Song Masters Of War oder Yang Yang von der ollen Yoko Ono so zu covern, das man sie nicht wiedererkennt, war ohnehin eine der großen Stärken des Debütalbums, das auf dem Label von Geoff Barrow (Portishead) erschienen war. Natürlich spielte sie auch die Albumtracks fast vollständig, schließlich kannte längst nicht jeder anwesende Gast dieses Material.

Highlights für mich die klaustrophob jaulende Yoko Ono Nummer Yang Yang ("join the revolution"), der großartige Orgelsong I Go To Sleep, vor allem aber das schnellste Stück in ihrem Repertoire, der an Joy Division gemahnende Feger Officer Officer. Ein schneller, bedrohlich- polternder Bass, ein gothischer Keyboardsound und ein weltentrückter Gesang, Zutaten, die einen faszinierenden Song ergaben, der der beste des heutigen Abends bleiben sollte.

Hinterher zeigte sich Anika dennoch ein wenig unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung, war mit dem Sound nicht so recht glücklich gewesen und meinte, sie hätte eines ihrer neuen Lieder in den Sand gesetzt. Der rege Absatz ihres roten Vinylalbums (nur auf der Tour erhältlich) widerlegte aber ihre Skepsis. Viele Besucher trugen die Scheibe hinterher stolz aus dem Divan Du Monde und schließlich kann sich ja wohl auch ein Olivier Marguerit kaum täuschen, oder?

Zuvor hatte die Schwedin/Französin Lisa Li Lund, vor den Augen ihres berühmten Brüders Herman Dune und ihren Eltern, zusammen mit ihrem neuen Bandprojekt The Big Crunch Theory ein abwechslungsreiches Set geboten. Die Stücke klangen sehr unterschiedlich und waren je nachdem in die Schubladen Folk, Indierock, New Wave oder Elektropop einzuordnen. Der Tonfall und die Rhythmik beim Gesang trug aber ziemlich deutlich die Handschrift ihres Bruders David-Ivar. Ähnlicher Akzent, gleicher textlicher Sinn für Absurdes und Kurioses und immer mit einem Augenzwinkern versehen. Ihre Band war eine Art Supergroup, denn neben zwei Damen an Schlagzeug und Bass, agierten Guillaumes Léglise von My Broken Frame (und Go Go Charlton) und Etienne Chaumet, der nerdige Compterfreak von Zombie- Zombie, mit denen er sogar in England in Insiderkreisen sehr bekannt und angesehen ist.

Der Abend wurde schließlich von der Amerikanerin Cameron Mesirow alias Glasser abgeschlossen. Die rotblonde Sängerin war mit einem sehr extravaganten Kleid erschienen, zu dessen Beschreibung mir die passenden Worte fehlen. Da fragt man besser bei Modeblogs nach, die verstehen sich auf so was. Für mich sah das Ganze so ähnlich aus wie der Fummel von Cindy Lauper und auf dem Kopf trug Glasser ein schwarzes Mützchen, um das sie sicherlich deutsche Autofahrer beneiden werden. Jene Autofahrer nämlich (bevorzugte Marken: Mercedes, Audi), die gerne ihre Klopapierrollen auf dem Rücksitz ihrer Karre in ein Häkelteil wickeln und gleich neben den Regenschirm legen. Krass, Alter!

Über die Musik hüllen wir ohnehin besser den Mantel des Schweigens, denn welcher Mitbürger mit Geschmack steht schon auf kitschigen 1980 er Jahre Synthiepop mit Operndiva Gesang? Und wer mag eigentlich Björk, Camerons offensichtliches Vorbild? Keine Sau, genau!



Promise & The Monster & Serafina Steer, Paris, 27.03.11


Konzert: Promise & The Monster & Serafina Steer

Ort: Théatre de la Cité Internationale, Paris

Datum: 27.03.11
Zuschauer: 250-300 vielleicht? (Kapazität 500 Plätze)



Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, aber wer als Mann zu früh kommt, wird seine Frau nie glücklich machen können.
..

Ähem, ja. Lassen wir die Schlüpfrigkeiten und kommen zu den traumhaft schönen Konzerten, die im Rahmen des Festival les femme s'en mêlent, im Théatre de la Cité Internationale geboten wurden. Eine wundervolle Location, gelegen auf dem Campus der Universität des 14. Pariser Arrondissements. Man fühlte sich wie auf einem englischen Elite- College, wenn man die gepflegten Grünanlagen entlangschlenderte und einen Blick auf die Trutzburgen der Wissenschaft richtete.

Großartig Zeit für Rundgänge hatte ich allerdings nicht, ich war wie eingangs gesagt zu spät dran. Das Théatre dela Cité Internationale war für mich schwer zu erreichen, keine U-Bahn in der Nähe und die Tram, die als Transportmittel herhalten musste, war verflucht langsam unterwegs.

Als ich gegen 19 Uhr in das Theater eintrat, war die britische Harfespielerin Serafina Steer deshalb auch mit ihrem Programm schon so gut wie durch. Als ich auf die weiträumige Bühne schaute, war neben Serafina auch noch eine andere Dame zu erkennen. Es handelte sich um die Französin Emmanuelle Parrenin, die auf einem wundersamen Instrument namens vielle à roue (auf deutsch: Drehleier) performte. Ich glaube Regine Chassagne von Arcade Fire spielt auch gelegentlich auf so einem Ding, daß seltsame, mystische Laute ausstößt. Nach nur einem Lied verließ aber Emmanuelle wieder das Parkett und Serafina performte alleine bereits ihren letzten Sing des Abends. Unglaublich behände und agil sausten ihre Hände die Saiten ihres riesigen Instruments (gut und gerne 2 Meter hoch!) entlang und sie sang dazu im Stile einer Sandy Denny (Fairport Convention). Es war herrlich und ich war dementsprechend sauer, quasi das gesamte Konzert verpasst zu haben. Glücklicherweise kam Serafina nach Abschluß dieses Stücks noch einmal zu einer Zugabe zurück und spielte Tiger, einen ihrer bekanntesten Songs. Atemberaubend melancholisch, verstörend, betörend und mit einem tollen Rhythmus aufwartend. Wundervoll die Stimme von Serafina, voller Sehnsucht, auch in hohen Tonlagen absolut sicher und unglaublich bewegend.

Nicht nachvollziehbar, warum Serafina in Zeiten der riesigen Erfolge von Joanna Newsom noch kein Weltstar ist, der große Säle füllt. Sie hat eine klassische Ausbildung mit Bestnoten abgeschlossen und ist ein Wahnsinnstalent!



Hoch talentiert ist ohne jeden Zweifel auch die Schwedin Billie Lindahl aka Promise & The Monster. Die junge Dame trat nach Serafina Steer auf und wurde ab Song zwei von ihrer Landsfrau Lisa O Piu begleitet. Die beiden Skandinavierinnen (eine schwarz, die andere blond, für jeden etwas) schufen eine enorm dichte, knisternde Atmosphäre, fast wie in einer Kirche. Billie sang auf das Wundervollste und ihre ätherische Stimme schien durch den Raum zu gleiten. Unterdessen spielte Lisa Querflöte, ab und zu Autoharfe und in einer der spekatulärsten Momente brachte sie mit ihren zarten Fingern sogar zwei gefüllte Wassergläser zum Schwingen. Die beiden harmonierten perfekt miteinander und ein Lied war schöner als das andere. Gesanglich fühlte ich mich manchmal an Mariee Sioux erinnert, aber auch Marissa Nadler schien nie allzu weit zu sein. Alles klang so verwunschen, so weltentrückt, einfach so irreal schön. Die weichen Sessel im Theater trugen zusätzlich zu meiner Entspannung bei, so daß ich mich dabei ertappte, fast wegzunicken. Aber nicht etwa weil es langweilig war! Nein, vielmehr, weil mich das Ambiente so perfekt relaxte, daß ich jedwede Muskelspannung fallen und mich zu den engelsgleichen Gesängen hinabgleiten ließ.



Schade, daß man die gehörten Songs nicht anschließend auf einem Tonträger erwerben konnte. Bis auf The Delusioned And Insane, das von der hübschen Antarktis Ep stammt, handelte es sich um noch unveröffentlichte Tracks, die auf einem künftigen Album Platz finden sollen. Zumindest hatte ich aber die Gelegenheit, hinterher ein wenig mit Billie und Lisa zu plaudern. Die beiden Schwedinnen waren unglaublich nett und liebenswürdig, erzählten, daß sie auch noch andere Projekte hätten (Shore For Shelters für Promise The Monster, Birch Book für Lisa O' Piu) und versprachen, bald wiederzukommen.

Unter dem Strich: ein wahnsinnig gelunger Konzertabend. Stilvolles Ambiente, entzückende Artistinnen und ein vorbildlich leises Publikum. Genuß pur!

Setlist Promise & The Monster, Théatre de la Cité Internationale, Paris

01: The Delusioned and Insane
02: Wither
03: Night Out
04: Spine
05. Nico
06: Sheets
07: Sharp
08: Slopes
09: Sand
10: Dorothy


Promise & The Monster & Serafina Steer, Paris, 27.03.11


Konzert: Promise & The Monster & Serafina Steer

Ort: Théatre de la Cité Internationale, Paris

Datum: 27.03.11
Zuschauer: 250-300 vielleicht? (Kapazität 500 Plätze)



Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, aber wer als Mann zu früh kommt, wird seine Frau nie glücklich machen können.
..

Ähem, ja. Lassen wir die Schlüpfrigkeiten und kommen zu den traumhaft schönen Konzerten, die im Rahmen des Festival les femme s'en mêlent, im Théatre de la Cité Internationale geboten wurden. Eine wundervolle Location, gelegen auf dem Campus der Universität des 14. Pariser Arrondissements. Man fühlte sich wie auf einem englischen Elite- College, wenn man die gepflegten Grünanlagen entlangschlenderte und einen Blick auf die Trutzburgen der Wissenschaft richtete.

Großartig Zeit für Rundgänge hatte ich allerdings nicht, ich war wie eingangs gesagt zu spät dran. Das Théatre dela Cité Internationale war für mich schwer zu erreichen, keine U-Bahn in der Nähe und die Tram, die als Transportmittel herhalten musste, war verflucht langsam unterwegs.

Als ich gegen 19 Uhr in das Theater eintrat, war die britische Harfespielerin Serafina Steer deshalb auch mit ihrem Programm schon so gut wie durch. Als ich auf die weiträumige Bühne schaute, war neben Serafina auch noch eine andere Dame zu erkennen. Es handelte sich um die Französin Emmanuelle Parrenin, die auf einem wundersamen Instrument namens vielle à roue (auf deutsch: Drehleier) performte. Ich glaube Regine Chassagne von Arcade Fire spielt auch gelegentlich auf so einem Ding, daß seltsame, mystische Laute ausstößt. Nach nur einem Lied verließ aber Emmanuelle wieder das Parkett und Serafina performte alleine bereits ihren letzten Sing des Abends. Unglaublich behände und agil sausten ihre Hände die Saiten ihres riesigen Instruments (gut und gerne 2 Meter hoch!) entlang und sie sang dazu im Stile einer Sandy Denny (Fairport Convention). Es war herrlich und ich war dementsprechend sauer, quasi das gesamte Konzert verpasst zu haben. Glücklicherweise kam Serafina nach Abschluß dieses Stücks noch einmal zu einer Zugabe zurück und spielte Tiger, einen ihrer bekanntesten Songs. Atemberaubend melancholisch, verstörend, betörend und mit einem tollen Rhythmus aufwartend. Wundervoll die Stimme von Serafina, voller Sehnsucht, auch in hohen Tonlagen absolut sicher und unglaublich bewegend.

Nicht nachvollziehbar, warum Serafina in Zeiten der riesigen Erfolge von Joanna Newsom noch kein Weltstar ist, der große Säle füllt. Sie hat eine klassische Ausbildung mit Bestnoten abgeschlossen und ist ein Wahnsinnstalent!



Hoch talentiert ist ohne jeden Zweifel auch die Schwedin Billie Lindahl aka Promise & The Monster. Die junge Dame trat nach Serafina Steer auf und wurde ab Song zwei von ihrer Landsfrau Lisa O Piu begleitet. Die beiden Skandinavierinnen (eine schwarz, die andere blond, für jeden etwas) schufen eine enorm dichte, knisternde Atmosphäre, fast wie in einer Kirche. Billie sang auf das Wundervollste und ihre ätherische Stimme schien durch den Raum zu gleiten. Unterdessen spielte Lisa Querflöte, ab und zu Autoharfe und in einer der spekatulärsten Momente brachte sie mit ihren zarten Fingern sogar zwei gefüllte Wassergläser zum Schwingen. Die beiden harmonierten perfekt miteinander und ein Lied war schöner als das andere. Gesanglich fühlte ich mich manchmal an Mariee Sioux erinnert, aber auch Marissa Nadler schien nie allzu weit zu sein. Alles klang so verwunschen, so weltentrückt, einfach so irreal schön. Die weichen Sessel im Theater trugen zusätzlich zu meiner Entspannung bei, so daß ich mich dabei ertappte, fast wegzunicken. Aber nicht etwa weil es langweilig war! Nein, vielmehr, weil mich das Ambiente so perfekt relaxte, daß ich jedwede Muskelspannung fallen und mich zu den engelsgleichen Gesängen hinabgleiten ließ.



Schade, daß man die gehörten Songs nicht anschließend auf einem Tonträger erwerben konnte. Bis auf The Delusioned And Insane, das von der hübschen Antarktis Ep stammt, handelte es sich um noch unveröffentlichte Tracks, die auf einem künftigen Album Platz finden sollen. Zumindest hatte ich aber die Gelegenheit, hinterher ein wenig mit Billie und Lisa zu plaudern. Die beiden Schwedinnen waren unglaublich nett und liebenswürdig, erzählten, daß sie auch noch andere Projekte hätten (Shore For Shelters für Promise The Monster, Birch Book für Lisa O' Piu) und versprachen, bald wiederzukommen.

Unter dem Strich: ein wahnsinnig gelunger Konzertabend. Stilvolles Ambiente, entzückende Artistinnen und ein vorbildlich leises Publikum. Genuß pur!

Setlist Promise & The Monster, Théatre de la Cité Internationale, Paris

01: The Delusioned and Insane
02: Wither
03: Night Out
04: Spine
05. Nico
06: Sheets
07: Sharp
08: Slopes
09: Sand
10: Dorothy


Mohna & Oy, Paris, 26.03.11


Konzert: Mohna & Oy

Ort: Théatre de la Cité Internationale, Paris
Datum: 26.03.11

Zuschauer: hmm, 200 vielleicht?



Vom Wohnzimmer in ein stimmungsvolles Theater. Voilà der Werdegang der Hamburger Pianistin Mohna, zumindest was ihre Auftritte in Paris anbelangt.

Etwa ein Jahr nachdem Mohna in unserer guten Stube musiziert hat, ist sie zurück in der Seine Metropole und gibt im Théatre de la Cité Internationale ein wundervolles Konzert. Überflüssig zu sagen, daß dies für mich eine sehr emotionale Angelegenheit war und ich still vor mich hinschluchzend in meinem bequemen Sessel die Show verfolgte.

Etliche fabelhafte neue Lieder hatte die stilvolle Musikerin dabei und mein Heißhunger auf ein neues Album (nach dem bildhübschen Erstling Mohna 1985-1994) könnte deshalb auch kaum größer sein.

Ein ausführlicher Bericht und ein Interview folgen in Kürze.

Foto: Archivaufnahme.

Aus unserem Archiv:

Mohna, Paris, 16.03.10
Mohna, Paris, 14.03.10*


Mohna & Oy, Paris, 26.03.11


Konzert: Mohna & Oy

Ort: Théatre de la Cité Internationale, Paris
Datum: 26.03.11

Zuschauer: hmm, 200 vielleicht?



Vom Wohnzimmer in ein stimmungsvolles Theater. Voilà der Werdegang der Hamburger Pianistin Mohna, zumindest was ihre Auftritte in Paris anbelangt.

Etwa ein Jahr nachdem Mohna in unserer guten Stube musiziert hat, ist sie zurück in der Seine Metropole und gibt im Théatre de la Cité Internationale ein wundervolles Konzert. Überflüssig zu sagen, daß dies für mich eine sehr emotionale Angelegenheit war und ich still vor mich hinschluchzend in meinem bequemen Sessel die Show verfolgte.

Etliche fabelhafte neue Lieder hatte die stilvolle Musikerin dabei und mein Heißhunger auf ein neues Album (nach dem bildhübschen Erstling Mohna 1985-1994) könnte deshalb auch kaum größer sein.

Ein ausführlicher Bericht und ein Interview folgen in Kürze.

Foto: Archivaufnahme.

Aus unserem Archiv:

Mohna, Paris, 16.03.10
Mohna, Paris, 14.03.10*


Clara Luzia & Lail Arad, Paris, 25.03.11


Konzert: Clara Luzia & Lail Arad (N'Relax), Festival les femmes s'en mêlent # 14
Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 26.03.2011
Zuschauer: relativ viele


Ja, was ist denn in Österreich bloß los? Seit geraumer Zeit schicken uns unsere alpenländischen Nachbarn die tollsten Sängerinnen und wir Musikfans kommen gar nicht mehr hinterher. Aber beklagen wollen wir uns darüber nicht, im Gegenteil! Nach Gustav und Soap & Skin nun also Clara Luzia. Wobei die junge Frau mit dem Bubihaarschnitt und den feinen Gesichtszügen alles andere als Novizin ist und schon sage und schreibe vier Longplayer und eine EP auf ihrer Habenseite zu verzeichnen hat. Seltsam, daß man zumindest in Frankreich bis vor kurzem nicht viel Wind davon bekommen hat. Denn Clara Luzia ist wirklich etwas Besonderes. Großartig motzige Mädchenstimme mit einem außergewöhnlichen Timbre, intelligentes Songwriting und feine Arrangements mit Cello und Akkordeon, Freunde melancholischen Kammerpops kamen heute im Divan Du Monde wirklich voll auf ihre Kosten. Und die gespielten Lieder waren samt und sonders fabelhaft, eines schöner und bewegender als das andere. Bei soviel Ohrenschmaus war es fast eine Randnotiz, daß auch eine umwerfend hübsche Cellistin (Heidi) mit blauen Gletscheraugen und unwiderstehlichem Sonnenaufgangslächeln auf der Bühne agierte. Ein männlicher Bassist namens Max (und gelegentlicher Akkordeonspieler, Pianist) und eine weibliche Drummerin (Ines) komplettierten das Line-Up. Eine sympathische Truppe, die mir einen wunderbaren Konzertabend bereitet hat und mich zum CD-Kauf verleitete. Schade, daß ich so geizig war und nur das aktuelle Album erworben habe, denn die Scheibe ist so großartig, daß ich auch die anderen drei Longplayer haben muss. Gegen Zahlung von 40 Euro konnte man übrigens das Gesamtwerk erwerben.

Fünf Herzen für Clara Luzia!






Bericht Lail Arad morgen, dann auch Fotos und Setlisten.


Clara Luzia & Lail Arad, Paris, 25.03.11


Konzert: Clara Luzia & Lail Arad (N'Relax), Festival les femmes s'en mêlent # 14
Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 26.03.2011
Zuschauer: relativ viele


Ja, was ist denn in Österreich bloß los? Seit geraumer Zeit schicken uns unsere alpenländischen Nachbarn die tollsten Sängerinnen und wir Musikfans kommen gar nicht mehr hinterher. Aber beklagen wollen wir uns darüber nicht, im Gegenteil! Nach Gustav und Soap & Skin nun also Clara Luzia. Wobei die junge Frau mit dem Bubihaarschnitt und den feinen Gesichtszügen alles andere als Novizin ist und schon sage und schreibe vier Longplayer und eine EP auf ihrer Habenseite zu verzeichnen hat. Seltsam, daß man zumindest in Frankreich bis vor kurzem nicht viel Wind davon bekommen hat. Denn Clara Luzia ist wirklich etwas Besonderes. Großartig motzige Mädchenstimme mit einem außergewöhnlichen Timbre, intelligentes Songwriting und feine Arrangements mit Cello und Akkordeon, Freunde melancholischen Kammerpops kamen heute im Divan Du Monde wirklich voll auf ihre Kosten. Und die gespielten Lieder waren samt und sonders fabelhaft, eines schöner und bewegender als das andere. Bei soviel Ohrenschmaus war es fast eine Randnotiz, daß auch eine umwerfend hübsche Cellistin (Heidi) mit blauen Gletscheraugen und unwiderstehlichem Sonnenaufgangslächeln auf der Bühne agierte. Ein männlicher Bassist namens Max (und gelegentlicher Akkordeonspieler, Pianist) und eine weibliche Drummerin (Ines) komplettierten das Line-Up. Eine sympathische Truppe, die mir einen wunderbaren Konzertabend bereitet hat und mich zum CD-Kauf verleitete. Schade, daß ich so geizig war und nur das aktuelle Album erworben habe, denn die Scheibe ist so großartig, daß ich auch die anderen drei Longplayer haben muss. Gegen Zahlung von 40 Euro konnte man übrigens das Gesamtwerk erwerben.

Fünf Herzen für Clara Luzia!






Bericht Lail Arad morgen, dann auch Fotos und Setlisten.