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Austra u.a., Paris, 01.04.11


Konzert: Austra (und viele andere), Festival les femmes s'en mêlent

Ort: La Machine du Moulin Rouge, Paris
Datum: 01.04.2011
Zuschauer: knapp 1000
Konzertdauer: Austra etwa 50 Minuten


Ich zusammen mit meiner Frau in einer Disco.

Das gab es zuletzt wohl in den 1990er Jahren, kurz nachdem wir uns an der Uni kennengelernt haben. Damals war ich so besoffen, daß ich ihr in dem doofen Schuppen auf Anhieb einen Heiratsantrag gemacht habe. Aber auch nüchtern kam ich zu keinem anderen Ergebnis, ich musste sie haben und so ziert mein Ehering immer noch meine Wurstfinger. Gut so.

Inzwischen ist mein Bauch rund und mein Gesicht feist geworden. Meine Süße sieht hingegen immer noch so gut wie früher aus. Grund genug, um sie mal auszuführen und meinen konzertsüchtigen Freuden zu zeigen. Die meisten kennen sie eh von den Sessions her, aber ein paar neue Bekannte fragten schon desöfteren ganz blöd: "Wo ist denn deine Frau gerade? Kommt sie denn nie mal mit?" Genau diesen Nervensägen wollte ich mal den Wind aus den Segeln nehmen.

Cool wie wir beide nun mal sind, kamen wir erst um 1 Uhr morgens in der Machine de la Moulin Rouge an, einer ehemals unter dem Namen La Locomotiv bekannten Disco, mitten im sündigen Pigalle-Viertel gelegen. Zuvor hatten schon etliche andere Bands, u. a. das tolle Konki Duet , gespielt, aber ich persönlich wollte mir nur Austra ansehen und dann wieder Leine ziehen. Heute abend wurde der letzte Abend des Festivals les femmes s'en mêlent gefeiert und der Hauptfokus lag auf elektronischem Pop, passend zur Location.

Der Laden war gut gefühlt, mehrere Hundertschaften junger, tanzwütiger Menschen bevölkerten die weiträumige Fläche vor der Bühne. Es schien, als seien viele von ihnen auch hauptsächlich für Astra gekommen. Allerdings war Kondition gefragt, denn die blonde Kanadierin begann ihre gothische Discoshow erst um 1 Uhr 40.

Lauter Jubel toste auf, als Austra mit zwei männlichen Mitmusikern und einer Schlagzeugerin einlief. Ich persönlich war allerdings enttäuscht, daß ihre zwei schnuckelsüßen brünetten Tänzerinnen vom letzten Mal nicht dabei waren. Aber egal!


Schon beim zweiten Song Lose It war die Stimmung im Saal ausgezeichnet. Die Fans reckten ausgestreckte Zeigefinger in die Höhe und tanzten als gäbe es kein Morgen. Der an Kate Bush erinnernde Singalong in dem Stück wurde ausgelassen mitgegröhlt. Kein Zweifel Lose It ist bewies sich als Hit, als Floorfiller. Auch ich amüsierte mich richtig gut, obwohl der wabernde, basslastige 80 er Discosound und die feste durchdringende Knödelstimme von Austra eigentlich so gar nicht meinem Beuteschema entsprechen. Aber man muss ja nicht immer reduzierten Folk oder Indierock hören, manchmal tut etwas Abwechslung Not.

Kurzum: ich verbrachte sehr unterhaltsame 50 Minuten, die gespickt waren mit fetzigen Popnummern, die die Meute so richtig schön aufwühlten. Austra hat sich als hervorragende Zugnummer des letzten Festivalabends herausgestellt und selbst meine Frau konnte der Sache etwas abgewinnen. Überraschender war allerdings, daß selbst Isabelle von Pollyanna angetan war. Ihr geschmackssicherer Folk/Indierock hat stilistisch ja so gar nichts mit einer Austra zu tun.

Fazit: Ich sollte öfter mit meiner Frau in die Disco gehen. Also 2017 können wir gerne mal wieder gemeinsam unsere Aufwartung machen.



Austra u.a., Paris, 01.04.11


Konzert: Austra (und viele andere), Festival les femmes s'en mêlent

Ort: La Machine du Moulin Rouge, Paris
Datum: 01.04.2011
Zuschauer: knapp 1000
Konzertdauer: Austra etwa 50 Minuten


Ich zusammen mit meiner Frau in einer Disco.

Das gab es zuletzt wohl in den 1990er Jahren, kurz nachdem wir uns an der Uni kennengelernt haben. Damals war ich so besoffen, daß ich ihr in dem doofen Schuppen auf Anhieb einen Heiratsantrag gemacht habe. Aber auch nüchtern kam ich zu keinem anderen Ergebnis, ich musste sie haben und so ziert mein Ehering immer noch meine Wurstfinger. Gut so.

Inzwischen ist mein Bauch rund und mein Gesicht feist geworden. Meine Süße sieht hingegen immer noch so gut wie früher aus. Grund genug, um sie mal auszuführen und meinen konzertsüchtigen Freuden zu zeigen. Die meisten kennen sie eh von den Sessions her, aber ein paar neue Bekannte fragten schon desöfteren ganz blöd: "Wo ist denn deine Frau gerade? Kommt sie denn nie mal mit?" Genau diesen Nervensägen wollte ich mal den Wind aus den Segeln nehmen.

Cool wie wir beide nun mal sind, kamen wir erst um 1 Uhr morgens in der Machine de la Moulin Rouge an, einer ehemals unter dem Namen La Locomotiv bekannten Disco, mitten im sündigen Pigalle-Viertel gelegen. Zuvor hatten schon etliche andere Bands, u. a. das tolle Konki Duet , gespielt, aber ich persönlich wollte mir nur Austra ansehen und dann wieder Leine ziehen. Heute abend wurde der letzte Abend des Festivals les femmes s'en mêlent gefeiert und der Hauptfokus lag auf elektronischem Pop, passend zur Location.

Der Laden war gut gefühlt, mehrere Hundertschaften junger, tanzwütiger Menschen bevölkerten die weiträumige Fläche vor der Bühne. Es schien, als seien viele von ihnen auch hauptsächlich für Astra gekommen. Allerdings war Kondition gefragt, denn die blonde Kanadierin begann ihre gothische Discoshow erst um 1 Uhr 40.

Lauter Jubel toste auf, als Austra mit zwei männlichen Mitmusikern und einer Schlagzeugerin einlief. Ich persönlich war allerdings enttäuscht, daß ihre zwei schnuckelsüßen brünetten Tänzerinnen vom letzten Mal nicht dabei waren. Aber egal!


Schon beim zweiten Song Lose It war die Stimmung im Saal ausgezeichnet. Die Fans reckten ausgestreckte Zeigefinger in die Höhe und tanzten als gäbe es kein Morgen. Der an Kate Bush erinnernde Singalong in dem Stück wurde ausgelassen mitgegröhlt. Kein Zweifel Lose It ist bewies sich als Hit, als Floorfiller. Auch ich amüsierte mich richtig gut, obwohl der wabernde, basslastige 80 er Discosound und die feste durchdringende Knödelstimme von Austra eigentlich so gar nicht meinem Beuteschema entsprechen. Aber man muss ja nicht immer reduzierten Folk oder Indierock hören, manchmal tut etwas Abwechslung Not.

Kurzum: ich verbrachte sehr unterhaltsame 50 Minuten, die gespickt waren mit fetzigen Popnummern, die die Meute so richtig schön aufwühlten. Austra hat sich als hervorragende Zugnummer des letzten Festivalabends herausgestellt und selbst meine Frau konnte der Sache etwas abgewinnen. Überraschender war allerdings, daß selbst Isabelle von Pollyanna angetan war. Ihr geschmackssicherer Folk/Indierock hat stilistisch ja so gar nichts mit einer Austra zu tun.

Fazit: Ich sollte öfter mit meiner Frau in die Disco gehen. Also 2017 können wir gerne mal wieder gemeinsam unsere Aufwartung machen.



Austra, Paris, 20.01.11


Konzert: Austra

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 20.01.11
Zuschauer: voll
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


Austra heißt der neuste "heiße Scheiß" des renommierten Labels Domino (Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, u.v.a.), der dem unschuldigen Publikum im Pariser Divan Du Monde am 20. Januar auf den Hals gehetzt wurde. Ganz berauscht von dem großen Medieninteresse für Anna Calvi, legt das Londoner Label nach und versucht uns eine neue Frau anzudrehen. Austra ist Kandierin und ihr Projekt wohl eine Band, aber eigentlich steckt dahinter in allererster Linie die klassisch ausgebildete Opernsängerin Katie Stelamanis, die nun nicht mehr unter ihrem Namen, sondern dem neuen Moniker operiert. Früher hatte sie mal ne Band namens Galaxy und zudem sang sie auch ein wenig bei Fucked Up (Christoph, deine Lieblingsgruppe!) mit.

Austra will nun 2011 die Welt erobern und von dem Kuchen, den Fever Ray angeschnitten hat, ein großes Stück abbekommen. 2010 hatte Zola Jesus versucht, die Fever Ray- Jünger für ihre gothisch angehauchte Tanzmusik zu begeistern, nun also Austra. Wer gelesen hat, wie schauderhaft ich das Konzert von Zola Jesus im Olympia 2010 fand, wird wohl stark vermuten, daß ich auch mit Katie Stelamanis neuem Projekt nicht viel anfangen konnte.

Aber erstaunlicherwiese fühlte ich mich im Divan Du Monde von Austra gut unterhalten! Die Blondine (echte? unechte?) erschien mit zwei äußerst niedlichen Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen und hatte zudem einen Bassisten, einen Keyboarder und eine Drummerin dabei. Zu siebt schmetterten die jungen Leute ihren düsteren, stark 1980er Jahre angehauchten tribalischen Diskosound und ließen gut 40 Minuten lang keine Langweile aufkommen. Mit ihrer saumäßig festen, powervollen und durchdringenden Stimme nagelte Katie einen regelrecht an die Wand. So klingen Frauen also, die eine klassiche Stimmausbildung genossen haben! Eigentlich überhaupt nicht meine Tasse Tee, aber bei Austra störte mich das seltsamerweise nicht die Bohne, im Gegenteil. Ihr Gesang faszinierte mich, törnte mich an und brachte mich in Stimmung. Als sei ich nochmal 20, hüpfte ich im bollernden Takt mit und glotze mit Stielaugen auf die beiden brünetten Tänzerinnen. Süße Dinger! Und als die eine der beiden ihr Bolero- Jäckchen fallen ließ und mit kurzem Röckchen rumtanzte, wäre ich am liebsten zu ihr auf die Bühne geklettert.

Aber ich beherrschte mich und hörte den Liedern zu, die vom Debüt Beat and The Pulse stammten. Allesamt catchy und eingängig, potentielle Ohrwürmer. Herauragend der Titeltrack Beat and The Pulse. Donnernde, wuchtige Beats, fetzige Samples, gruselige Synthielinien und darüber der morbide Gesang von Katie. Ein Hit!

Die Zeit verging deshalb auch wie im Fluge und am Ende musste ich überrascht feststellen, daß mir die Show richtig gut gefallen hatte. Austra entspricht eigentlich nicht meinem Beuteschema, aber man kann ja nicht den gazen Tag depressive Folksängerinnen mit fragiler Stimme hören, oder? Eine gute Abwechslung.

Nach dem Auftritt von Austra verließ ich den Divan Du Monde, weil ich noch ins International zu Kim Novak wollte und sah deshalb auch nicht die eigentlichen Headliner des Abends, Robots in Disguise.


Austra, Paris, 20.01.11


Konzert: Austra

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 20.01.11
Zuschauer: voll
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


Austra heißt der neuste "heiße Scheiß" des renommierten Labels Domino (Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, u.v.a.), der dem unschuldigen Publikum im Pariser Divan Du Monde am 20. Januar auf den Hals gehetzt wurde. Ganz berauscht von dem großen Medieninteresse für Anna Calvi, legt das Londoner Label nach und versucht uns eine neue Frau anzudrehen. Austra ist Kandierin und ihr Projekt wohl eine Band, aber eigentlich steckt dahinter in allererster Linie die klassisch ausgebildete Opernsängerin Katie Stelamanis, die nun nicht mehr unter ihrem Namen, sondern dem neuen Moniker operiert. Früher hatte sie mal ne Band namens Galaxy und zudem sang sie auch ein wenig bei Fucked Up (Christoph, deine Lieblingsgruppe!) mit.

Austra will nun 2011 die Welt erobern und von dem Kuchen, den Fever Ray angeschnitten hat, ein großes Stück abbekommen. 2010 hatte Zola Jesus versucht, die Fever Ray- Jünger für ihre gothisch angehauchte Tanzmusik zu begeistern, nun also Austra. Wer gelesen hat, wie schauderhaft ich das Konzert von Zola Jesus im Olympia 2010 fand, wird wohl stark vermuten, daß ich auch mit Katie Stelamanis neuem Projekt nicht viel anfangen konnte.

Aber erstaunlicherwiese fühlte ich mich im Divan Du Monde von Austra gut unterhalten! Die Blondine (echte? unechte?) erschien mit zwei äußerst niedlichen Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen und hatte zudem einen Bassisten, einen Keyboarder und eine Drummerin dabei. Zu siebt schmetterten die jungen Leute ihren düsteren, stark 1980er Jahre angehauchten tribalischen Diskosound und ließen gut 40 Minuten lang keine Langweile aufkommen. Mit ihrer saumäßig festen, powervollen und durchdringenden Stimme nagelte Katie einen regelrecht an die Wand. So klingen Frauen also, die eine klassiche Stimmausbildung genossen haben! Eigentlich überhaupt nicht meine Tasse Tee, aber bei Austra störte mich das seltsamerweise nicht die Bohne, im Gegenteil. Ihr Gesang faszinierte mich, törnte mich an und brachte mich in Stimmung. Als sei ich nochmal 20, hüpfte ich im bollernden Takt mit und glotze mit Stielaugen auf die beiden brünetten Tänzerinnen. Süße Dinger! Und als die eine der beiden ihr Bolero- Jäckchen fallen ließ und mit kurzem Röckchen rumtanzte, wäre ich am liebsten zu ihr auf die Bühne geklettert.

Aber ich beherrschte mich und hörte den Liedern zu, die vom Debüt Beat and The Pulse stammten. Allesamt catchy und eingängig, potentielle Ohrwürmer. Herauragend der Titeltrack Beat and The Pulse. Donnernde, wuchtige Beats, fetzige Samples, gruselige Synthielinien und darüber der morbide Gesang von Katie. Ein Hit!

Die Zeit verging deshalb auch wie im Fluge und am Ende musste ich überrascht feststellen, daß mir die Show richtig gut gefallen hatte. Austra entspricht eigentlich nicht meinem Beuteschema, aber man kann ja nicht den gazen Tag depressive Folksängerinnen mit fragiler Stimme hören, oder? Eine gute Abwechslung.

Nach dem Auftritt von Austra verließ ich den Divan Du Monde, weil ich noch ins International zu Kim Novak wollte und sah deshalb auch nicht die eigentlichen Headliner des Abends, Robots in Disguise.