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Horse Feathers, Paris, 04.04.11


Konzert: Horse Feathers

Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, Oliver Peel Session # 36
Datum: 04.04.2011
Zuschauer: 37 glaube ich
Konzertdauer: satte 70 Minuten!


Als Catherine, die charmante Cellistin von Horse Feathers am Sonntag beim (öffentlichen) Konzert im Café de la Danse verkündete, daß sie am Montag einen freien Tag hätten und diesen zum ausgiebigen Sightseeing nutzen wollten, stockte mir kurz der Atem. Sie hatte doch wohl nicht vergessen, daß sie am 4. April abends etwas vor hatte? Nämlich zusammen mit Sänger und Songwriter Justin, dem Geiger Nathan und dem neuen Drummer Matthew eine Session in unserem Wohnzimmer zu spielen? Würde mein Traum etwa wie eine Seifenblase zerplatzen, weil Horse Feathers lieber auf dem Montmartre flanieren gehen wollen?

Nach der Show im Café de la Danse klärte sich aber alles auf. Nein, Catherine hatte die Oliver Peel Session nicht vergessen. Das Touristenprogramm würden sie tagsüber erledigen und abends dann wie geplant bei uns musizieren. Mir fiel ein Stein vom Herzen, zumal ich vorher keinerlei direkten Kontakt zur Band aufgenommen hatte. Ungewöhnlich, denn in der Regel gehen der Session unzählige E-Mails (im Fall von Eux Autres sagenhafte 58!) mit der auftreten Gruppe voraus. In diesem Falle aber hatte alles eine in Paris lebende Amerikanerin namens Colleen eingefädelt. Sie kannte Nathan, den Geiger von Horse Feathers, und leitete alle Informationen weiter. Ein Riesendank an sie! Und auch ihre Hauptsorge konnte zerstreut werden. Sie hatte ziemlich große Panik davor, daß unser Wohnzimmer bei einer solch tollen Band aus allen Nähten platzen würde und so versendete ich die Einladungsmails erst zwei Tage vorher, was eine gewisse Selektion bewirkte. Letztlich waren wir etwa 35 Leute und das war absolut ok so.

Wie die Session selbst war? Na absolut himmlisch und unbeschreiblich schön! Bloggerfreund Eike hat neulich in einem Konzertbericht den treffenden Ausdruck "beseelt" verwendet und diese Vokabel schien mir hier absolut passend. Es war in der Tat eine beseelte Session, die meine kühnsten Erwartungen noch übertraf. Wow!!

Obwohl es auch wieder ein paar Pannen gab. Schon beim ersten Lied riss ich Trottel die Gardine aus der Verankerung und das Ding hängt jetzt noch auf Halbmast. Und dann blieben auch noch zwei Leute nachts um 1 im Aufzug stecken, so daß wir einen Notdienst rufen mussten, um sie zu befreien.

Die Musiker selbst jammten am Ende noch lange auf dem Fußboden und hätten wahrscheinlich noch die ganze Nacht weitergemacht, wenn nicht meine Frau zu verstehen gegeben hätte, daß sie morgens früh raus und zur Arbeit muß. Ich und die anderen sahen das ein, obwohl es wirklich immer gemütlicher wurde und ich mich mit Justin, dem Sänger von Horse Feathers, ganz blendend unterhielt (er erklärte mir unter anderem, daß deutsches Bier tausend mal besser sei als diese belgische Affenpisse
und er stehe besonders auf Hefeweizen).

Demnächst mehr!

Fotos: Archivbilder, aktuelle Pics in Kürze!

Topaktuelle Videos. Tausend Dank an Uschi-Darling!!





Setlist Horse Feathers, Oliver Peel Session # 36, Paris:

01: Waltz
02: Starving Robins
03: Dust Bowl
04: Belly Of June
05: Mother's Sick
06: Thistled Spring
07: Helen
08: Heathen's Kiss
09: The Drought
10: Cascades
11: Curs In The Weeds

12: Hardwood Pews

Link: Auf dem Klienicum gibt es einen ganz vorzügliche CD-Besprechung von Thistled Spring, klick!

Aus unserem Archiv:

Horse Feathers, Wien 30.09.10
Horse Feathers, Paris, 23.02.09



Horse Feathers, Paris, 04.04.11


Konzert: Horse Feathers

Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, Oliver Peel Session # 36
Datum: 04.04.2011
Zuschauer: 37 glaube ich
Konzertdauer: satte 70 Minuten!


Als Catherine, die charmante Cellistin von Horse Feathers am Sonntag beim (öffentlichen) Konzert im Café de la Danse verkündete, daß sie am Montag einen freien Tag hätten und diesen zum ausgiebigen Sightseeing nutzen wollten, stockte mir kurz der Atem. Sie hatte doch wohl nicht vergessen, daß sie am 4. April abends etwas vor hatte? Nämlich zusammen mit Sänger und Songwriter Justin, dem Geiger Nathan und dem neuen Drummer Matthew eine Session in unserem Wohnzimmer zu spielen? Würde mein Traum etwa wie eine Seifenblase zerplatzen, weil Horse Feathers lieber auf dem Montmartre flanieren gehen wollen?

Nach der Show im Café de la Danse klärte sich aber alles auf. Nein, Catherine hatte die Oliver Peel Session nicht vergessen. Das Touristenprogramm würden sie tagsüber erledigen und abends dann wie geplant bei uns musizieren. Mir fiel ein Stein vom Herzen, zumal ich vorher keinerlei direkten Kontakt zur Band aufgenommen hatte. Ungewöhnlich, denn in der Regel gehen der Session unzählige E-Mails (im Fall von Eux Autres sagenhafte 58!) mit der auftreten Gruppe voraus. In diesem Falle aber hatte alles eine in Paris lebende Amerikanerin namens Colleen eingefädelt. Sie kannte Nathan, den Geiger von Horse Feathers, und leitete alle Informationen weiter. Ein Riesendank an sie! Und auch ihre Hauptsorge konnte zerstreut werden. Sie hatte ziemlich große Panik davor, daß unser Wohnzimmer bei einer solch tollen Band aus allen Nähten platzen würde und so versendete ich die Einladungsmails erst zwei Tage vorher, was eine gewisse Selektion bewirkte. Letztlich waren wir etwa 35 Leute und das war absolut ok so.

Wie die Session selbst war? Na absolut himmlisch und unbeschreiblich schön! Bloggerfreund Eike hat neulich in einem Konzertbericht den treffenden Ausdruck "beseelt" verwendet und diese Vokabel schien mir hier absolut passend. Es war in der Tat eine beseelte Session, die meine kühnsten Erwartungen noch übertraf. Wow!!

Obwohl es auch wieder ein paar Pannen gab. Schon beim ersten Lied riss ich Trottel die Gardine aus der Verankerung und das Ding hängt jetzt noch auf Halbmast. Und dann blieben auch noch zwei Leute nachts um 1 im Aufzug stecken, so daß wir einen Notdienst rufen mussten, um sie zu befreien.

Die Musiker selbst jammten am Ende noch lange auf dem Fußboden und hätten wahrscheinlich noch die ganze Nacht weitergemacht, wenn nicht meine Frau zu verstehen gegeben hätte, daß sie morgens früh raus und zur Arbeit muß. Ich und die anderen sahen das ein, obwohl es wirklich immer gemütlicher wurde und ich mich mit Justin, dem Sänger von Horse Feathers, ganz blendend unterhielt (er erklärte mir unter anderem, daß deutsches Bier tausend mal besser sei als diese belgische Affenpisse
und er stehe besonders auf Hefeweizen).

Demnächst mehr!

Fotos: Archivbilder, aktuelle Pics in Kürze!

Topaktuelle Videos. Tausend Dank an Uschi-Darling!!





Setlist Horse Feathers, Oliver Peel Session # 36, Paris:

01: Waltz
02: Starving Robins
03: Dust Bowl
04: Belly Of June
05: Mother's Sick
06: Thistled Spring
07: Helen
08: Heathen's Kiss
09: The Drought
10: Cascades
11: Curs In The Weeds

12: Hardwood Pews

Link: Auf dem Klienicum gibt es einen ganz vorzügliche CD-Besprechung von Thistled Spring, klick!

Aus unserem Archiv:

Horse Feathers, Wien 30.09.10
Horse Feathers, Paris, 23.02.09



Someone Still Loves You Boris Yeltsin u.a., Paris, 08.10.10


Konzert: Someone Still Loves You Boris Yeltsin (Horse Feathers, Oh No Ono)
Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 08.10.2010
Zuschauer: nichts sehr viele eigentlich
Konzertdauer: Horse Feathers 35 Minuten, Oh No Ono 40 Minuten, SSLYBY etwa eine Stunde


Es ist ein immer wieder vorkommenes Ärgernis, daß ruhige Folkacts bei Konzertabenden extrem früh angesetzt werden und nur kurz spielen dürfen. Vorrang haben grundsätzlich die Lärmmacher, egal ob sie musikalisch gut sind oder nicht. Die Veranstalter tragen hiermit dem Publikumsgeschmack Rechnung, denn die meisten Leute finden Folkbands und Singer/Songwriter langweilig. Ein gute Beispiel dafür, wie abgestumpft, überdreht und verdummt unsere Gesellschaft ist! Selbst studentisches Publikum ist nicht willens, eine Stunde lang stillzuhalten, zuzuhören und auch mal auf Texte zu achten. Es muss schon Bum-Tschak machen und der Beat entweder tanzbar, oder höllisch laut sein. Generation Lady Gaga! Bezeichnend, daß sogar der selbsternannte Plattenmeister Albert Koch Lobgesänge auf die wasserstoffblonde Heulboje anstimmt.

Auf den heutigen Abend bezogen: Das Konzert der vorzüglichen Horse Feathers habe ich verpasst. Entgegen üblicher Gewohnheiten wurde heute in der Flèche d'or bereits vor 21 Uhr angefangen. Horse Feathers, die mit Cello, Geige und Schlagzeug gekommen waren, hetzte man bereits um 20 Uhr 30 auf die Bühne und ließ sie gerade einmal 35 Minuten lang spielen. So etwas nennt man dann wohl Perlen vor die Säue geworfen! Sehr gerne hätte ich ihre warmen Folksongs und das Gillian Welch Cover Orphan Girl gehört, aber mir blieb nur ein Plausch mit den Musikern am Merchandising-Stand. Die Band selbst war natürlich auch enttäuscht, aber Degradierungen dieser Art sind viele Folkkünstler bereits gewohnt. Wenn ich bedenke, daß eine höchst mittelmäßige Band aus England (deren Namen ich schon wieder vergessen habe) heute einen prominenten Platz und mehr Spielzeit eingeräumt bekommen hatte, könnte ich mir glatt die Sackhaare einzeln ausreißen! Vor den belanglosen Briten waren die Dänen Oh No Ono an den Start gegangen und boten ein kurzweiliges Set psychedelisch angehauchter Rocksongs, vorgetragen von einem Sänger mit Pumuckl Frisur und Kastratenstimme. Wenn sie nicht relativ stark nach den verfluchten MGMT klängen, könnte ich mich glatt mit Oh No Ono anfreunden.

Setlist Oh No Ono, La Flèche d'or, Paris:

01: Sunshine
02: Helplessly Young
03: The Tea Party
04: Ba Ba Baba Ba Ba Well Anyway
05: Eleanor Speaks
06: Internet Warrior
07: Icicles
08: Am I Right?
09: The Wave Ballet
10: Keeping Warm In Cold Country
11: Practical Money Skills For Life
12: Miss Miss Moss
13: Fat Simon Says
14: Tomorrow Never Knows

Wenigstens die letzte Band des heutigen Abends entschädigte aber ein wenig für die erlittene Enttäuschung. Someone Still Loves You Boris Yeltsin spielten frisch und frei auf, gefielen mit kleinen sonnigen Gitarrenmelodien, catchy Refrains und indierockigen/popwerpoppigen Liedern im Stile der Posies und sorgten mit dieser Mixtur für gute Stimmung im Publikum. Besonders eine kleine amerikanische Delegation mt asiatischem Migrationshintergund (sagt man doch heutzutage so, oder?) ging zu jedem einzelnen Song ab wie ein Zäpfchen. Ich vermute stark, daß die Mädels und Jungs vorher in München beim Oktoberfest waren, denn sie ließen immer mal wieder aufgeschnappte Sprüche los wie: "Kein Alkohol ist auch keine Lösung" und das sexy Mädel der Truppe hatte eine echte Krachlederne an, zu der sie heiße schwarze Strümpfe trug.

Was mir sonst aufgefallen ist? Einer der beiden Sänger* von SSLYBY (der große) erinnerte mich optisch an Troy von Balthazar. Er hätte der jüngere Bruder sein können und auch die Art und Weise wie er eine Symbiose mit dem Mikro einging, ließ mich an den eleganten Hawaiianer denken...


Setlist Someone Still Loves You Bors Yeltsin
, Flèche d'or, Paris:

01: Banned (By The Man)
02: Everlyn
03: Gwyneth
04: Glue Girls
05: House Fire
06: Critical Drain
07: Made To Last
08: Dead Right
09: Back In The Saddle
10: Sink/Let It Sway
11: Modern Mystery
(12: Pangea) vorgesehen, aber nicht gespielt

Ausgewählte Konzerttermine von Someone Still Loves You Bors Yeltsin:

13.10.2010: Pretty Vacant, Düsseldorf
14.10.2010: Stuk, Leuven, Belgien
16.10.2010: Paradiso, Amsterdam
17.10.2010: Molotow, Hamburg
22.10.2010: Bang Bang Club, Berlin
23.10.2010: Hafen 2, Offenbach
24.10.2010: Jugendhaus West, Stuttgart

* richtig gelesen. SSLYBY haben zwei verschiedene Sänger, die jeweils eine Halbzeit lang (Fußballsprache) sangen.

Aus unserem Archiv:

SSLYBY, Wien, 03.10.2010
Someone Still Loves You Boris Yeltsin, Köln, 01.10.08
Someone Still Loves You Boris Yeltsin, Köln, 21.05.07

Horse Feathers, Paris, 23.02.09
Oh No Ono, Paris, 25.02.2010





Someone Still Loves You Boris Yeltsin u.a., Paris, 08.10.10


Konzert: Someone Still Loves You Boris Yeltsin (Horse Feathers, Oh No Ono)
Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 08.10.2010
Zuschauer: nichts sehr viele eigentlich
Konzertdauer: Horse Feathers 35 Minuten, Oh No Ono 40 Minuten, SSLYBY etwa eine Stunde


Es ist ein immer wieder vorkommenes Ärgernis, daß ruhige Folkacts bei Konzertabenden extrem früh angesetzt werden und nur kurz spielen dürfen. Vorrang haben grundsätzlich die Lärmmacher, egal ob sie musikalisch gut sind oder nicht. Die Veranstalter tragen hiermit dem Publikumsgeschmack Rechnung, denn die meisten Leute finden Folkbands und Singer/Songwriter langweilig. Ein gute Beispiel dafür, wie abgestumpft, überdreht und verdummt unsere Gesellschaft ist! Selbst studentisches Publikum ist nicht willens, eine Stunde lang stillzuhalten, zuzuhören und auch mal auf Texte zu achten. Es muss schon Bum-Tschak machen und der Beat entweder tanzbar, oder höllisch laut sein. Generation Lady Gaga! Bezeichnend, daß sogar der selbsternannte Plattenmeister Albert Koch Lobgesänge auf die wasserstoffblonde Heulboje anstimmt.

Auf den heutigen Abend bezogen: Das Konzert der vorzüglichen Horse Feathers habe ich verpasst. Entgegen üblicher Gewohnheiten wurde heute in der Flèche d'or bereits vor 21 Uhr angefangen. Horse Feathers, die mit Cello, Geige und Schlagzeug gekommen waren, hetzte man bereits um 20 Uhr 30 auf die Bühne und ließ sie gerade einmal 35 Minuten lang spielen. So etwas nennt man dann wohl Perlen vor die Säue geworfen! Sehr gerne hätte ich ihre warmen Folksongs und das Gillian Welch Cover Orphan Girl gehört, aber mir blieb nur ein Plausch mit den Musikern am Merchandising-Stand. Die Band selbst war natürlich auch enttäuscht, aber Degradierungen dieser Art sind viele Folkkünstler bereits gewohnt. Wenn ich bedenke, daß eine höchst mittelmäßige Band aus England (deren Namen ich schon wieder vergessen habe) heute einen prominenten Platz und mehr Spielzeit eingeräumt bekommen hatte, könnte ich mir glatt die Sackhaare einzeln ausreißen! Vor den belanglosen Briten waren die Dänen Oh No Ono an den Start gegangen und boten ein kurzweiliges Set psychedelisch angehauchter Rocksongs, vorgetragen von einem Sänger mit Pumuckl Frisur und Kastratenstimme. Wenn sie nicht relativ stark nach den verfluchten MGMT klängen, könnte ich mich glatt mit Oh No Ono anfreunden.

Setlist Oh No Ono, La Flèche d'or, Paris:

01: Sunshine
02: Helplessly Young
03: The Tea Party
04: Ba Ba Baba Ba Ba Well Anyway
05: Eleanor Speaks
06: Internet Warrior
07: Icicles
08: Am I Right?
09: The Wave Ballet
10: Keeping Warm In Cold Country
11: Practical Money Skills For Life
12: Miss Miss Moss
13: Fat Simon Says
14: Tomorrow Never Knows

Wenigstens die letzte Band des heutigen Abends entschädigte aber ein wenig für die erlittene Enttäuschung. Someone Still Loves You Boris Yeltsin spielten frisch und frei auf, gefielen mit kleinen sonnigen Gitarrenmelodien, catchy Refrains und indierockigen/popwerpoppigen Liedern im Stile der Posies und sorgten mit dieser Mixtur für gute Stimmung im Publikum. Besonders eine kleine amerikanische Delegation mt asiatischem Migrationshintergund (sagt man doch heutzutage so, oder?) ging zu jedem einzelnen Song ab wie ein Zäpfchen. Ich vermute stark, daß die Mädels und Jungs vorher in München beim Oktoberfest waren, denn sie ließen immer mal wieder aufgeschnappte Sprüche los wie: "Kein Alkohol ist auch keine Lösung" und das sexy Mädel der Truppe hatte eine echte Krachlederne an, zu der sie heiße schwarze Strümpfe trug.

Was mir sonst aufgefallen ist? Einer der beiden Sänger* von SSLYBY (der große) erinnerte mich optisch an Troy von Balthazar. Er hätte der jüngere Bruder sein können und auch die Art und Weise wie er eine Symbiose mit dem Mikro einging, ließ mich an den eleganten Hawaiianer denken...


Setlist Someone Still Loves You Bors Yeltsin
, Flèche d'or, Paris:

01: Banned (By The Man)
02: Everlyn
03: Gwyneth
04: Glue Girls
05: House Fire
06: Critical Drain
07: Made To Last
08: Dead Right
09: Back In The Saddle
10: Sink/Let It Sway
11: Modern Mystery
(12: Pangea) vorgesehen, aber nicht gespielt

Ausgewählte Konzerttermine von Someone Still Loves You Bors Yeltsin:

13.10.2010: Pretty Vacant, Düsseldorf
14.10.2010: Stuk, Leuven, Belgien
16.10.2010: Paradiso, Amsterdam
17.10.2010: Molotow, Hamburg
22.10.2010: Bang Bang Club, Berlin
23.10.2010: Hafen 2, Offenbach
24.10.2010: Jugendhaus West, Stuttgart

* richtig gelesen. SSLYBY haben zwei verschiedene Sänger, die jeweils eine Halbzeit lang (Fußballsprache) sangen.

Aus unserem Archiv:

SSLYBY, Wien, 03.10.2010
Someone Still Loves You Boris Yeltsin, Köln, 01.10.08
Someone Still Loves You Boris Yeltsin, Köln, 21.05.07

Horse Feathers, Paris, 23.02.09
Oh No Ono, Paris, 25.02.2010





Horsefeathers & Woodpigeon, Wien, 30.09.10


Konzert: Woodpigeon, Horse Feathers
Datum: 30.09.10
Ort: rhiz, Wien

Zuschauer: 100

Dauer: Woodpigeon 40 Minuten, Horse Feathers 65 Minuten



Von Julius aus Wien:



Sollte dieser Abend auch nur halb so gut werden wie es das Lineup versprach, würde es ein Freudenfest werden. Die Amerikaner Horse Feathers hatten sich fürs rhiz angkündigt, mit im Gepäck Woodpigeon – Kanadier sind doch einfach die besten!

Gewohnt spät begann es auch, gut gefüllt und sehr wohlwollend begrüßte das Publikum Woodpigeon. Einmal hatte ich das kanadische Folk-Indie-Kollektiv bereits zu Buche stehen, ein sehr schöner Auftritt am letztjährigen Haldern hatte schon eine gewisse Erwartungshaltung bei mir aufgebaut... Dass diese gleich mal untergraben werden sollte und zwar von Bandleader Mark Hamilton persönlich, war eine schöne Überraschung. Er kam nämlich völlig alleine auf die Bühne. Das war zwar wohl auf der gesamten Tour mit den Horse Feathers so, aber mir bis dahin nicht bekannt.So stand dann also ein etwas untersetzter Kerl vor etwa 100 Leuten und spielte einfach mal drauf los. Nach dem ersten Song bedankte er sich für das zahlreiche Erscheinen und begann von seiner Mutter zu erzählen, die ja in Wien geboren sei. Er hätte ihr Geburtshaus auch schon besichtigt – Simmeringer Hauptstraße 102 für all die Ahnenforscher unter euch… Es könne auch gut sein, dass er in Wien noch unbekannte Verwandte habe, „so you don’t have to like my music. But remember, that we are still relatives.“ So schnell wird man also in die Familie Woodpigeon aufgenommen…Den folgenden Song „Knock Knock“ widmete er dann auch – ganz klassisch und guterzogen – seiner Mutter.

Da wo seine Ansprache vor dem Song geendet hatte, machte er auch weiter. Es folgte nämlich Familiengeschichte, Part II. Dass es in „Duck Duck Goose“ direkt darauf dann hieß „ some things in life you don't get to choose” passte wie die Faust aufs Auge bzw. wie die Waldtaube ins Baumdickhicht. Denn Mark Hamilton gab die Geschichte seines bürgerlichen Namens zum Besten. Dreimal wurde dieser geändert, um jeweils einen anderen Teil seiner Familie zufrieden zu stellen, wie ihn sein österreichischer Großvater darauf hin enterbte und wie er zu seinem heutigenNamen gelangt ist. „Mark Hamilton – the most usual name I ever had.“Bestens aufgelegt und charmant erzählte und sang sich Hamilton durch sein Set, das hauptsächlich aus Songs des neuen Albums „Die Stadtmuzikanten“ bestand, dankte den Horse Feathers dafür, dass es mit ihnen auf Tour so viel Spaß mache, mit „Don’t Fence Me In“, einem Cover des Klassikers, das Woodpigeon für einen kanadischen Nationalpark eingespielt hatten. Munter ging es weiter mit „Devotions“, als nächstes war Falco an der Reihe. Als Kind der 80er sei seine erste Musikkassette nun mal „Rock Me Amadeus“ gewesen und auch wenn er andere Songs („Jeanny“) furchtbar finde, hätte er seine Liebe zum Falken noch immer nicht verloren. Deshalb wolle er dem Wiener auch „Morningside“ widmen. Gesagt getan. Und wem wollte der gute Herr nun einen seiner Songs verehren?„This is a song about drowning. It’s for Vienna.“ Ok, vielleicht sollte ich meine Zuschreibung “charmant” nochmal überdenken, musikalisch geriet „…And As The Ship Went Down, You’d Never Look Finer“ wunderbar melancholisch und herzerwärmend.

Vor dem letzten Song bat Hamilton dann Mitglieder der Horse Feathers auf die Bühne und so, wieder zu einem Kollektiv gewachsen, fand der Kanadier auch seinen Charme wieder. „Thank you for coming. This song is for you.“ Und mit “True Love Will Find You in The End” endete einerseits die “dedicated to”-Orgie, andererseit sauch Woodpigeons Auftritt. Ein sehr schöner und unterhaltsamer. Sollte Hamilton eines Tages wieder die Simmeringer Hauptstraße sein Heim nennen, hätte Wien da sicher nichts dagegen!

Setlist Woodpigeon, rhiz, Wien:

01: Die Stadtmuzikanten
02: Knock Knock
03: Duck Duck Goose
04: Oberkampf
05: Our Love is as Tall as the Calgary Tower
06: Don’t Fence Me In
07:Morningside
08: …And As The Ship Went Down, You’d Never Look Finer
09: True Love Will Find You In The End


Weniger redselig gaben sich die Horse Feathers, dafür geriet das Konzert selbst umso intensiver. Kurze irritierte Blicke nach oben gab es nur bei der ersten U-Bahn, die über dem rhiz verkehrte, aber sofort hatten sich die vier aus Oregon wieder in ihre Arbeit vertieft, die ihnen wunderbar konzentriert und hingebungsvoll von derHand ging. Drei Alben hat man schon abgeliefert, die man auch alle an diesem Abend berücksichtigte, vor allem aber das aktuelle „Thistled Spring“.

Den Werken der Band rund um Justin Ringle wird ja nachgesagt, die Jahreszeiten, in denen sie entstanden, abzubilden. Sollte das so sein, hat man auf „Thistled Spring“ eine erleichterte, erwachende Stimmung eingefangen, die den Frühling in all seiner Vielfalt einfängt. Nun haben wir aber leider Herbst und so wurde auch reichlich von „House With No Name“ gespielt. Zum Beispiel der – wenn man so sagen will – „Hit“ „Curse In TheWeeds“ gegen Ende. Ein nettes Zwiegespräch zwischen Ringle und einem aus Portland mitgereisten Fan der Band sorgte dann noch für ein wenig Gelächter, grundsätzlich war das Konzert aber mehr etwas zum träumerischen Genießen als eines der Marke Woodpigeon. Zwei Zugaben später hatten die Horse Feathers eine neue Stadt, ja ein neues Land in ihrem Tourarchiv zu ergänzen, das Konzert war nach einer guten Stunde zu Ende. Wir hatten einen Abend mit zwei Bands verlebt, die beide Musik ähnlichen Einschlags machen, live aber jeweils einen anderen Zugang wählen. DaWoodpigeon bzw. Hamilton, der zwischen den Songs die Melancholie ablegt und erheiternde Kommentare abliefert, da Horse Feathers, die ihre Auftritte so in sichgeschlossen wie möglich gestalten wollen, die Kraft ihrer Songs alleine für sich sprechen lassen. Zwei Konzepte, zweimal tolles Konzert. Meinen ersten Satz müsste ich wohl überarbeiten. Es war nicht halb so gut wie erwartet, sondern doppelt so gut. Zu gut,um wahr zu sein!

Setlist Horse Feathers, rhiz, Wien

01: Working Poor
02:Dustbowl
03:Belly of June
04: Mother's Sick
05: Helen
06: Falling Through the Roof
07: Cascades
08: Starving Robins
09: In Our Blood
10: Thistled Spring
11: Orphan Girl
12: Heathen's Kiss
13: Curse in the Weeds

14: Finch on Saturday (Z)
15: Vernonia Blues (Z)


Anmerkung: Bei den Fotos handelt es sich um Archivbilder von Oliver Peel.

Aus unserem Archiv:

Horse Feathers, Paris, 23.02.09
Woodpigeon, Haldern, 14.08.09
Woodpigeon, Paris, 16.02.09




Horsefeathers & Woodpigeon, Wien, 30.09.10


Konzert: Woodpigeon, Horse Feathers
Datum: 30.09.10
Ort: rhiz, Wien

Zuschauer: 100

Dauer: Woodpigeon 40 Minuten, Horse Feathers 65 Minuten



Von Julius aus Wien:



Sollte dieser Abend auch nur halb so gut werden wie es das Lineup versprach, würde es ein Freudenfest werden. Die Amerikaner Horse Feathers hatten sich fürs rhiz angkündigt, mit im Gepäck Woodpigeon – Kanadier sind doch einfach die besten!

Gewohnt spät begann es auch, gut gefüllt und sehr wohlwollend begrüßte das Publikum Woodpigeon. Einmal hatte ich das kanadische Folk-Indie-Kollektiv bereits zu Buche stehen, ein sehr schöner Auftritt am letztjährigen Haldern hatte schon eine gewisse Erwartungshaltung bei mir aufgebaut... Dass diese gleich mal untergraben werden sollte und zwar von Bandleader Mark Hamilton persönlich, war eine schöne Überraschung. Er kam nämlich völlig alleine auf die Bühne. Das war zwar wohl auf der gesamten Tour mit den Horse Feathers so, aber mir bis dahin nicht bekannt.So stand dann also ein etwas untersetzter Kerl vor etwa 100 Leuten und spielte einfach mal drauf los. Nach dem ersten Song bedankte er sich für das zahlreiche Erscheinen und begann von seiner Mutter zu erzählen, die ja in Wien geboren sei. Er hätte ihr Geburtshaus auch schon besichtigt – Simmeringer Hauptstraße 102 für all die Ahnenforscher unter euch… Es könne auch gut sein, dass er in Wien noch unbekannte Verwandte habe, „so you don’t have to like my music. But remember, that we are still relatives.“ So schnell wird man also in die Familie Woodpigeon aufgenommen…Den folgenden Song „Knock Knock“ widmete er dann auch – ganz klassisch und guterzogen – seiner Mutter.

Da wo seine Ansprache vor dem Song geendet hatte, machte er auch weiter. Es folgte nämlich Familiengeschichte, Part II. Dass es in „Duck Duck Goose“ direkt darauf dann hieß „ some things in life you don't get to choose” passte wie die Faust aufs Auge bzw. wie die Waldtaube ins Baumdickhicht. Denn Mark Hamilton gab die Geschichte seines bürgerlichen Namens zum Besten. Dreimal wurde dieser geändert, um jeweils einen anderen Teil seiner Familie zufrieden zu stellen, wie ihn sein österreichischer Großvater darauf hin enterbte und wie er zu seinem heutigenNamen gelangt ist. „Mark Hamilton – the most usual name I ever had.“Bestens aufgelegt und charmant erzählte und sang sich Hamilton durch sein Set, das hauptsächlich aus Songs des neuen Albums „Die Stadtmuzikanten“ bestand, dankte den Horse Feathers dafür, dass es mit ihnen auf Tour so viel Spaß mache, mit „Don’t Fence Me In“, einem Cover des Klassikers, das Woodpigeon für einen kanadischen Nationalpark eingespielt hatten. Munter ging es weiter mit „Devotions“, als nächstes war Falco an der Reihe. Als Kind der 80er sei seine erste Musikkassette nun mal „Rock Me Amadeus“ gewesen und auch wenn er andere Songs („Jeanny“) furchtbar finde, hätte er seine Liebe zum Falken noch immer nicht verloren. Deshalb wolle er dem Wiener auch „Morningside“ widmen. Gesagt getan. Und wem wollte der gute Herr nun einen seiner Songs verehren?„This is a song about drowning. It’s for Vienna.“ Ok, vielleicht sollte ich meine Zuschreibung “charmant” nochmal überdenken, musikalisch geriet „…And As The Ship Went Down, You’d Never Look Finer“ wunderbar melancholisch und herzerwärmend.

Vor dem letzten Song bat Hamilton dann Mitglieder der Horse Feathers auf die Bühne und so, wieder zu einem Kollektiv gewachsen, fand der Kanadier auch seinen Charme wieder. „Thank you for coming. This song is for you.“ Und mit “True Love Will Find You in The End” endete einerseits die “dedicated to”-Orgie, andererseit sauch Woodpigeons Auftritt. Ein sehr schöner und unterhaltsamer. Sollte Hamilton eines Tages wieder die Simmeringer Hauptstraße sein Heim nennen, hätte Wien da sicher nichts dagegen!

Setlist Woodpigeon, rhiz, Wien:

01: Die Stadtmuzikanten
02: Knock Knock
03: Duck Duck Goose
04: Oberkampf
05: Our Love is as Tall as the Calgary Tower
06: Don’t Fence Me In
07:Morningside
08: …And As The Ship Went Down, You’d Never Look Finer
09: True Love Will Find You In The End


Weniger redselig gaben sich die Horse Feathers, dafür geriet das Konzert selbst umso intensiver. Kurze irritierte Blicke nach oben gab es nur bei der ersten U-Bahn, die über dem rhiz verkehrte, aber sofort hatten sich die vier aus Oregon wieder in ihre Arbeit vertieft, die ihnen wunderbar konzentriert und hingebungsvoll von derHand ging. Drei Alben hat man schon abgeliefert, die man auch alle an diesem Abend berücksichtigte, vor allem aber das aktuelle „Thistled Spring“.

Den Werken der Band rund um Justin Ringle wird ja nachgesagt, die Jahreszeiten, in denen sie entstanden, abzubilden. Sollte das so sein, hat man auf „Thistled Spring“ eine erleichterte, erwachende Stimmung eingefangen, die den Frühling in all seiner Vielfalt einfängt. Nun haben wir aber leider Herbst und so wurde auch reichlich von „House With No Name“ gespielt. Zum Beispiel der – wenn man so sagen will – „Hit“ „Curse In TheWeeds“ gegen Ende. Ein nettes Zwiegespräch zwischen Ringle und einem aus Portland mitgereisten Fan der Band sorgte dann noch für ein wenig Gelächter, grundsätzlich war das Konzert aber mehr etwas zum träumerischen Genießen als eines der Marke Woodpigeon. Zwei Zugaben später hatten die Horse Feathers eine neue Stadt, ja ein neues Land in ihrem Tourarchiv zu ergänzen, das Konzert war nach einer guten Stunde zu Ende. Wir hatten einen Abend mit zwei Bands verlebt, die beide Musik ähnlichen Einschlags machen, live aber jeweils einen anderen Zugang wählen. DaWoodpigeon bzw. Hamilton, der zwischen den Songs die Melancholie ablegt und erheiternde Kommentare abliefert, da Horse Feathers, die ihre Auftritte so in sichgeschlossen wie möglich gestalten wollen, die Kraft ihrer Songs alleine für sich sprechen lassen. Zwei Konzepte, zweimal tolles Konzert. Meinen ersten Satz müsste ich wohl überarbeiten. Es war nicht halb so gut wie erwartet, sondern doppelt so gut. Zu gut,um wahr zu sein!

Setlist Horse Feathers, rhiz, Wien

01: Working Poor
02:Dustbowl
03:Belly of June
04: Mother's Sick
05: Helen
06: Falling Through the Roof
07: Cascades
08: Starving Robins
09: In Our Blood
10: Thistled Spring
11: Orphan Girl
12: Heathen's Kiss
13: Curse in the Weeds

14: Finch on Saturday (Z)
15: Vernonia Blues (Z)


Anmerkung: Bei den Fotos handelt es sich um Archivbilder von Oliver Peel.

Aus unserem Archiv:

Horse Feathers, Paris, 23.02.09
Woodpigeon, Haldern, 14.08.09
Woodpigeon, Paris, 16.02.09