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Mixed up monday (19)

Eine ganze Woche habe ich diesen Blog schmählich vernachlässigt. Fast schon unentschuldbar, dieses Nichtstun, zumindest, was die schreibenden Aktivitäten im Internet betrifft. Daher, bevor der wonnelose Monat Mai sich seinem Ende entgegen neigt, präsentiert sich der „Mixed up Monday“-Beitrag in nie dagewesener Ausführlichkeit und vereint wie bisher House, Techno und Disco.

Nach einem sehr kurzen sonnigen Zwischenspiel über Pfingsten liess die Sonne in den vergangenen Tagen auf sich warten. Deswegen beginne ich mit den musikalischen Lichtquellen und Aufhellern. Lies: Disco.


Das erste Mixtape eingespielt hat Martin Welzer alias DJ Friction – müssig, diesen Mann an dieser Stelle vorzustellen. Es trägt den Titel „Roller Boogie Mix“, diente als Vorschau für seine Roller Disco-Veranstaltung in Stuttgarts Club Rocker 33 am vergangenen Donnerstag, den 27. Mai 2010, und spannt einen wunderschönen Bogen von, unter anderem, Slave, De La Soul, Prince, Chic und Herbie Hancock bis hin zu Earth, Wind & Fire. Originale und Edits, manche davon auch von DJ Friction selbst angefertigt. Ein paar Bilder von der Veranstaltung gibt es auf dem Stuttgarter Blog kessel.tv.

Roller Boogie Mix by DJ Friction


An den Decks für das zweite Mixtape stand der Züricher Alex Storrer alias Lexx. Auf seine unbestritten genialen Mixe habe ich meines Wissens seit Beginn der Mixed up Monday-Reihe regelmässig hingewiesen, doch nicht nur deswegen gehört der „We love…Folk Ibiza Mix“ in meine Sammlung mit hinein. Es ist wie schon so oft zuvor die Auswahl an Disco, Klassiker und aus den tiefsten Winkeln eines Plattenladens ausgegrabenen raren Platten, Electronica-Nummern sowie aktuellen Veröffentlichungen, die seine Mixe durchaus als „a must listen“ qualifizieren. Also aufgeht’s, und anhören: Lexx @ We Love - Folk Ibiza Mix. Den Mix gibt’s auch über die DOSCI-Seite: Lexx @ We Love – Folk Ibiza Mix..


Auch der dritte Mix ist schon ein wenig älter. Zu finden ist dieser in der Podcast-Section des niederländischen Webzines djbroadcast.nl. Für diesen verantwortlich zeichnet Ray Mang, den man am vergangenen Samstag im Amsterdamer Veranstaltungsort „Canvas Op de 7“ hören konnte. Remixe von Larry Levan, Todd Terje und Herrn Mang persönlich. Here you go: Ray Mang @ djbroadcast.nl – Episode 105.

Hinüber geht’s zu Testpressing. Dort finden sich nämlich zwei Mixe, zum einen von Michael Smith alias Balearic Mike, Balearic Mike @ Testpressing – Let The Happiness In, zum anderen von Phil South, Phil South @ Testpressing – Lake Como 2010. Quality!


Allmählich gehen mir die süsslichen Noten im Abgang der Disco-Mixe auf die Nerven, doch, bevor das ganze zu House herunter gekocht wird, noch folgende Hinweise: auf Lovefingers gibt’s eine ganze Menge „truly infectious disco drenched stuff“, so beispielsweise den Mix des Angeleno Thriftcoteque oder Basso von The Growing Bin. Check’em out!

Und noch zum Schluss: Nicolas und Konrad, die kosmischen Zwillinge aus Basel, unter Pharao Black Magic firmierend, haben für Is It Balearic / Coyote Howl ein Mixtape eingespielt, das die von DJ Neevo begonnene Reihe „Love Tempo“ fortführt. Recommended! Pharao Black Magic @ Coyote Howl – Love Tempo Mix Part 2.


Jetzt aber back to the raw. House, beziehungsweise Techno, wie ich ihn mag, hat vor langer, langer Zeit der Ire Leonid (hier auch schon als Guest Mixer am Start), für Patrice Scotts Radio Show auf motion.fm in einem rund sechzig Minuten dauernden Mix arrangiert. 3 Chairs, Lerosa, Baby Ford, Kassem Mosse. Was will man mehr?!

Leonid Mix by Leonid909


Gut möglich, dass ich auf den folgenden Mix bereits in der vorangegangenen Ausgabe hingewiesen habe. Doppelt genäht hält jedoch bekanntermassen besser, und deswegen schadet es nicht, wenn er noch einmal hier verlinkt wird. Gabriel „Cole“ Medina, der unlängst mit seiner 12“ Red Hot auf Internasjonal eine wahre Bombe abgeliefert hat, machte sich an die Plattenteller um einmal einen Ausschnitt seiner House-Selection vorzuführen. Top.

Disk Union Mix 2 "Welcome To The Afterparty" by cole medina


Genauso empfehlenswert ist der Gast Mix des Glasgower Subclub-Residents Harri für das australische Veranstalterkollektiv CO-OP im Hinblick auf dessen Gastauftritt anlässlich des ersten Geburtstages dieser Veranstaltungsreihe. Puh. Komplizierter Satz. Deswegen auch umgehend der Link zum Mix:

Harri's CO-OP First Birthday Warm-Up Mix by CO_OP_CLUB


Berghain / Panoramabar-Resident Achim Brandenburg alias Prosumer muss ich an diesem Ort nicht mehr vorstellen. Deswegen sei auch ohne viel Aufhebens auf sein Set hingewiesen, das er für Tim Sweeneys Radiosendung Beats In Space eingespielt hat. Prosumer @ Beats In Space – 25. Mai 2010,


Jüngster Zugang bei Lerato Khatis Label und Booking-Agentur Uzuri ist die New Yorkerin Jenifa Mayanja. Zur Feier ihres Einstandes hat sie einen Mix abgeliefert, der mich insgesamt sehr beeindruckt hat. Recommended!

Jenifa Mayanja - Bu Mako Recordings Mix by uzuri


Noch drei Mixe, und dann ist Feierabend. Der in San Francisco beheimatete Circus Company-Act Marc Barrite, besser bekannt als Dave Aju, hat für das Kunst-, Musik und Lifestyle-Internetmagazin Plasmodium einen Podcast eingespielt. In diesen hat er eine Unmenge sonnigen Soul einfliessen lassen, wie ein Blick auf die Tracklist verrät. Jose James, Theo Parrish, Missing Linkx, Trus’me und Pepe Bradock, gewürzt mit Erykah Badu, Kindred Spirits und Kyle Hall. So sollte jedes Mixgericht aus der Westküstenküche sein. Soul, ohne Cheese. Dave Aju @ Plasmodium – Podcast # 35.


Darmstadt in the house mit – nach langer Zeit wieder einmal – einem Mix des leidenschaftlichen Musikliebhabers, Plattensammlers und –drehers Frank Willmann, der auf seinem Blog “Collected Mixes Of Frank” vor zwei Tagen einen wunderschönen Mix abgeliefert hat. Raw and soulful. I like! Frank Willmann – May Mix 2010.


Das Beste zuletzt? Diesmal eindeutig Ja. Mit einer kongenialen Leistung glänzt – wie nicht anders von ihm erwartet und gewohnt – Finn Johannsen auf mnml.ssgs. Zwei Mixe, die keinen Wunsch offen lassen. Und falls doch, ist man entweder unverschämt verzogen oder versteht nichts von elektronischer (Club-)Musik. Musste mal gesagt werden. Finn Johannsen for president! Finn Johannsen – SSGS Special.


Resident Advisor, Little White Earbuds, Infinite State Machine, Monday Edition, Druffmix und wie die anderen Blogs und Webzines alle heissen, dürft ihr gerne selbst durchkämmen. Aber vermutlich habt ihr die schon längst abonniert. Wiederum gilt: über Hinweise auf andere, feine Mixe bin ich sehr dankbar. Bitte in die Kommentare damit. Und noch etwas: keine persönlichen Nachrichten und E-Mails mit Anfragen, „wie man es schafft“, in der Mised Up Monday-Reihe verlinkt zu werden. Dies ist eine ganz persönliche Auswahl von Mixen, die den Verfasser die letzten Tage und Wochen begleitet haben und auch noch begleiten werden. Und hierfür kann man sich nun wirklich nicht bewerben.

Cole Medina - Red Hot

Leider viel zu selten kam und kommt auf Keep-It-Deep Internasjonal, das Label des eigenwilligen Norwegers Prins Thomas zur Sprache, das seit ungefähr drei Jahren mit EPs von Nick Chacona ("Eagle City / Mariacha"), Mark E ("Good Times") oder The Mole ("For The Lost / There's Hope") wirkungsvoll sich in Szene gesetzt hat und zeigt, dass Prins Thomas nicht nur als Produzent sondern auch in der Künstlerauswahl Stilsicherheit beweist.

Endlich - anders kann ich's nicht zum Ausdruck bringen - wird mit "Red Hot" auf Internasjonal ein Track seiner lange herbeigesehnten Veröffentlichung zugeführt. Zum (mutmasslich) ersten Mal anhören konnte man ihn sich vor rund zweieinhalb Jahren, als Prins Thomas die Ehre zuteil wurde, für ResidentAdvisor einen Podcast aufzunehmen (Prins Thomas - Resident Advisor Podcast #074), ein weiteres Mal in einem (namhaften) Mix wurde "Red Hot" ein halbes Jahr später von Todd Terje, ebenfalls für einen Podcast auf ResidentAdvisor (Todd Terje - Resident Advisor Podcast #098). Schon damals zog mich dieser aus dem Funk der 70er Jahre herausentwickelte Track magisch an, umso grösser daher auch die Freude über dieses Releases.

Hinter "Red Hot" steht mit Gabriel "Cole" Medina ein DJ und Produzent aus dem lichtverwöhnten und sonnendurchfluteten Kalifornien, einer (musikalischen) Region, die ich stets mit den orangenblütensüssen, leicht eingänglichen (House-)Tracks eines Miguel Migs, Julius Papp oder DJ MFR in Verbindung bringe, Musik für eine blütenduftende, palmschattige Terrasse, nichts jedoch für dunkle basement clubs. Im Gegensatz zu den erwähnten Künstlern reitet Cole Medina nicht auf dieser Welle. Seine Welt ist vielmehr "dirrrrttyy disco! old skool hip-hop, west coast funk & boogie, house, electro, new wave, 60s, 70s, 80s, 90s, gospel, techno, detroit house, any kind of foundational music related to house.", wie er seine Einflüsse kurz und prägnant auf seiner MySpace-Seite beschreibt. Nachempfinden und erfahren lässt sich dies beispielsweise in seinem eindrücklichen Kurz-Mix aus dem Jahr 2007 (Cole Medina - Radio NuBoogie UK - Mix July 2007.

"Red Hot" ist ein mitreissender Track voller Energie, aus dem der Funk im Überfluss herausquillt. Der scharf akzentuierte, kantige Rhythmus, der Rumpelbeat, die intensitätsgeladenen Klangfarben sowie das unwiderstehliche Gitarrenlick - grossartig! Auf der B-Seite kommt der Kanadier Colin de la Plante alias The Mole zum Einsatz, dessen musikalisches Schaffenswerk ich schon sehr lange mit grosser Begeisterung verfolge, besonders sein Album As High As The Sky, erschienen 2008 auf Wagon Repair. Für seinen "The Mole's MMD Remix" setzt er das musikchirurgische Skalpell am Groove-Design an und bringt in gewohnter Manier die Essenz des rohen Funks zum gepflegten Tanzflächen-Exzess. Hört selbst:




English (short) version: expect two funk-driven bombs with a splash of disco and deep dancefloor oriented house by Gabriel "Cole" Medina and The Mole on remixing duties. Excellent!


Mehr im Web:

Cole Medina
Cole Medina @ MySpace
The Mole
Internasjonal