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Bird On The Wire & SuperBravo, Paris, 25.01.11


Konzert: Bird On The Wire & SuperBravo

Ort: L'International, Paris
Datum: 25.01.11

Zuschauer: etwa 150





Die Kratzer, die mein Selbstvertrauen als (relativ) frischgebackener Konzertpromoter durch den sehr mäßig besuchten Gig am Vortage im Espace B bekommen hatte, wurden am heutigen 25. Januar postwendend mit Balsam zugepudert.

"Oliver Peel is a hero, a legend, he makes bands", oder "Oliver is the best booker in the world", solche (natürlich völlig übertriebenen) Sätze, gingen runter wie Öl. Schon schmeichelhaft, daß Leute so etwas von mir behaupten, aber die unverhältnismäßigen Komplimente nahm ich natürlich trotzdem gerne an, da die letzten Tage psychisch und physisch enorm fordernd waren und ich Aufmunterung gut gebrauchen konnte. Dennoch werde ich energisch dagegen angehen, die Bodenhaftung zu verlieren und mir auf Lob allzuviel einzubilden. Zumal ich selbst einigen anderen engagierten Leuten zum Dank verpflichtet bin. Da wäre zunächst Vincent zu nennen, mein Partner von Mon Petit Club, mit dem ich zusammen den insgesamt vierten Konzertabend im International auf die Beine gestellt habe.* Wie er in der Vorbereitung gewuselt und gewirkt hat, das war schon große Klasse. In seiner kargen Freizeit hat er die schmucken Flyer drucken lassen, permanent für das Konzert getrommelt und bis zum letzten Tag Handzettel verteilt. Am meisten beindruckt hat er mich mit einer Szene, die sich mittags beim Soundcheck ereignete. Armelle Pioline aka Superbravo stand bereits auf der Bühne, um den Sound zu testen, da sah Vincent das plötzlich direkt vor der Tür des International ein Parkplatz frei wurde. Er sprintete die Treppenstufen zu Armelle runter, ließ sich die Autoschlüssel geben und parkte den Wagen der Sängerin um. Vincent, der voiturier. Was für ein Service! Mensch, der Junge kann anpacken! Und wie er nach dem Konzert als DJ die Leute zum Tanzen und Feiern brachte, war beeindruckend. Er hatte genau das Feeling dafür, was die Leute brauchten, um in Stimmung zu kommen und servierte es ihnen punktgenau. Alle johlten und lagen sich in den Armen. Freundschaften (und Liebschaften?) wurden im Handumdrehen geschlossen. Selbst der in Paris lebende britische Sänger Thos Henley (sein erstes Album wird demnächst erscheinen, berichtete er mir freudstrahlend) ließ sich blicken und hatte seine Fans mitgebracht, die im Laufe des Abends ordentlich becherten.

Desweiteren muss auch unbedingt Clô alias Onewomanpictures geannt werden, die Bird On The Wire an drei nachfolgedne Tagen auf äußerst charmante und gekonnte Weise filmte und so ein wunderbares Tourdokument schuf, an dem ich mich gar nicht satt sehen kann.

Und schließlich meine Freunde von den Oliverpeelsessions, die sich heute zu meiner großen Freude zahlreich im International eingefunden hatten.

Aber kommen wir zu den Konzerten, schließlich sind wir hier ja nicht bei einer Oscarverleihung. Absolutes Highlight nach der gelungenen Einleitung durch Armelle Pioline aka SuperBravo war natürlich der Auftritt der jungen Holländer Bird On The Wire. Rosa (Gesang, Akustikgitarre Orgel, Melodica), Thijs (E-Gitarre, Gesang) und Nina (Schlagzeug, Percussions, Glockenspiel, Melodica) sind meine Helden dieser tristen Spätjanuartage. Sie brachten Licht und Farbe ins Dunkel, haben mit ihren drei Konzerten meine kühnsten Erwartungen übertroffen und im Handumdrehen einige neue Fans hinzugewonnen. Wenn man alle 25 Demo CDs absetzt, dann muss man so einiges richtig gemacht haben. Dabei biedern sie sich keineswegs an, sondern spielen scheinbar simple, aber dennoch so bewegende Folkpopsongs mit Wildwestnote. Die drei Amsterdamer haben definitiv das gewisse Etwas. Trotz ihres jungen Alters machen sie allein bühnentechnisch schon was her. Bandleaderin Rosa Ronsdorf beispielsweise hat ein unglaubliches Charisma. Sie ist eine Mischung aus Pipi Langstrumpf und Stilikonen von Alfred Hitchock Filmen. Ihr Augenaufschlag ist betörend und ihre Austrahlung kühl, aber sinnlich, sexy aber nicht verrucht. Sie umgibt eine mysteriöse Aura, die vollkommen faszinierend ist. Sie ist gleichzeitig nett und natürlich, aber dennoch ein wenig unnahbar und distanziert. Ihre Blicke sind schwer zu deuten. Erkennt man in ihren wundervollen blauen Augen Trauer und Melancholie oder Verträumtheit und Sanftheit?

Die zweite Frau in der Band ist ebenfalls auffällig. Nina ist 1,80 groß und hat unglaublich schöne Hände mit langen, feinen Fingern, mit denen sie auf äußerst gelungene Weise das Glockenspiel erklingen lässt, oder filigran und perkussiv trommelt. Ihr Haupt wird von schweren Rastazöpfen geschmückt, die sie sich vor 5 Jahren in Amsterdam hat flechten lassen. Ein auf den ersten Blick eher schüchternes und stilles Mädchen, das aber an einigen schelmischen Schmunzlern erkennen ließ, daß sie keineswegs stoisch ist.

Und dann gibt es noch Thijs, den einzigen jungen Mann in der Band, der gerade einmal 19 Jahre auf dem schmalen Buckel hat und schon so ausgebufft spielt wie ein Alter. Er ist für das feine Artwork der Band verantwortlich, gestaltet die Webseite und die Cover der Demo CDs und kann auch prima zeichnen. Ein Sympath, der als letzter zu der Girlgroup gestoßen ist.

Heute gab es sogar noch einen vierten Musiker auf der Bühne. Den amerikanischen Trompeter Zach hatten Bird On The Wire lediglich zwei Tage zuvor bei der Oliver Peel Session kennengelernt. Der ungemein attraktiv aussehende junge Mann war keineswegs nur Zierrat, sondern sorgte mit seinem Trompetensolo bei dem abschließenden Song Words für ein furioses Finale.

Überhaupt die Songs von Bird On The Wire. Alle toll. Mal beschwingt und tanzbar (Strange Days) mal kontemplativ und melancholisch (No Man's Land), mal sanft und träumerisch (Choose Now), immer herzerwärmend. Hier passt einfach alles zusammen. Die sehnsüchtige Melodica, das liebliche Glockenspiel, die alte Vintage Orgel, die melodische Gitarre und vor allem die Stimmen von Rosa und Thijs. Der Applaus im Publikum wurde logischerweise von Lied zu Lied größer. Ein farbiger Mitbürger war gar so angetan (oder war er einfach nur besoffen?), daß er vorne am Bühnerand zu jedem Lied mit ausschweifender Gestik tanzte, was die Band verschmitzt grinsend aus den Augenwinkeln beobachtete.

Am Ende hatten alle ein Lächeln auf den Lippen, die Band, die Besucher und sogar Konzertfotografenzar Robert Gil, der hier völlig überraschend aufgekreuzt war.

Bei der Aftershow erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Bird On The Wire wünschten sich etwas von Gainsbourg (Vincent ließ draufhin prompt die Stöhnnumer Je t'aime moi non plus laufen), dann auch Love Will Tear Us Apart von Joy Division und um ihnen heimatliche Gefühle zu bereiten, ließ ich mit Northern Territory von Alamo Race Track, einen Titel einer anderen fabelhaften holländischen Band laufen. An der Bar lernte ich dann noch eine hübsche Münchnerin kennen und lud sie prompt zur nächsten Oliver Peel Session ein ("ich lüsterner alter Mann" wird Eike jetzt vermutlich wieder ausrufen). Alles war perfekt gelaufen. Nur ein Taxi für die Band zu bekommen, daß den ganzen Instrumentenkram auflädt, gestaltete sich um 2 Uhr nachts als ziemlich schwierg und langwierig. Dann aber kam es und lud die jungen Menschen ein. Draußen regnete es und Wasser lief meine Wangen runter. In den Regen hatten sich Tränen gemischt. Freudentränen, weil das Konzert so gut gelaufen war und Tränen der Wehmut, weil ich mich von meinen liebgewonnenen Musikern schon wieder verabschieden musste. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder. Die Zukunft gehört ihnen.

*Camille, unser dritter Mann fehlte krankheitsbedingt. Gute Besserung!




Bird On The Wire & SuperBravo, Paris, 25.01.11


Konzert: Bird On The Wire & SuperBravo

Ort: L'International, Paris
Datum: 25.01.11

Zuschauer: etwa 150





Die Kratzer, die mein Selbstvertrauen als (relativ) frischgebackener Konzertpromoter durch den sehr mäßig besuchten Gig am Vortage im Espace B bekommen hatte, wurden am heutigen 25. Januar postwendend mit Balsam zugepudert.

"Oliver Peel is a hero, a legend, he makes bands", oder "Oliver is the best booker in the world", solche (natürlich völlig übertriebenen) Sätze, gingen runter wie Öl. Schon schmeichelhaft, daß Leute so etwas von mir behaupten, aber die unverhältnismäßigen Komplimente nahm ich natürlich trotzdem gerne an, da die letzten Tage psychisch und physisch enorm fordernd waren und ich Aufmunterung gut gebrauchen konnte. Dennoch werde ich energisch dagegen angehen, die Bodenhaftung zu verlieren und mir auf Lob allzuviel einzubilden. Zumal ich selbst einigen anderen engagierten Leuten zum Dank verpflichtet bin. Da wäre zunächst Vincent zu nennen, mein Partner von Mon Petit Club, mit dem ich zusammen den insgesamt vierten Konzertabend im International auf die Beine gestellt habe.* Wie er in der Vorbereitung gewuselt und gewirkt hat, das war schon große Klasse. In seiner kargen Freizeit hat er die schmucken Flyer drucken lassen, permanent für das Konzert getrommelt und bis zum letzten Tag Handzettel verteilt. Am meisten beindruckt hat er mich mit einer Szene, die sich mittags beim Soundcheck ereignete. Armelle Pioline aka Superbravo stand bereits auf der Bühne, um den Sound zu testen, da sah Vincent das plötzlich direkt vor der Tür des International ein Parkplatz frei wurde. Er sprintete die Treppenstufen zu Armelle runter, ließ sich die Autoschlüssel geben und parkte den Wagen der Sängerin um. Vincent, der voiturier. Was für ein Service! Mensch, der Junge kann anpacken! Und wie er nach dem Konzert als DJ die Leute zum Tanzen und Feiern brachte, war beeindruckend. Er hatte genau das Feeling dafür, was die Leute brauchten, um in Stimmung zu kommen und servierte es ihnen punktgenau. Alle johlten und lagen sich in den Armen. Freundschaften (und Liebschaften?) wurden im Handumdrehen geschlossen. Selbst der in Paris lebende britische Sänger Thos Henley (sein erstes Album wird demnächst erscheinen, berichtete er mir freudstrahlend) ließ sich blicken und hatte seine Fans mitgebracht, die im Laufe des Abends ordentlich becherten.

Desweiteren muss auch unbedingt Clô alias Onewomanpictures geannt werden, die Bird On The Wire an drei nachfolgedne Tagen auf äußerst charmante und gekonnte Weise filmte und so ein wunderbares Tourdokument schuf, an dem ich mich gar nicht satt sehen kann.

Und schließlich meine Freunde von den Oliverpeelsessions, die sich heute zu meiner großen Freude zahlreich im International eingefunden hatten.

Aber kommen wir zu den Konzerten, schließlich sind wir hier ja nicht bei einer Oscarverleihung. Absolutes Highlight nach der gelungenen Einleitung durch Armelle Pioline aka SuperBravo war natürlich der Auftritt der jungen Holländer Bird On The Wire. Rosa (Gesang, Akustikgitarre Orgel, Melodica), Thijs (E-Gitarre, Gesang) und Nina (Schlagzeug, Percussions, Glockenspiel, Melodica) sind meine Helden dieser tristen Spätjanuartage. Sie brachten Licht und Farbe ins Dunkel, haben mit ihren drei Konzerten meine kühnsten Erwartungen übertroffen und im Handumdrehen einige neue Fans hinzugewonnen. Wenn man alle 25 Demo CDs absetzt, dann muss man so einiges richtig gemacht haben. Dabei biedern sie sich keineswegs an, sondern spielen scheinbar simple, aber dennoch so bewegende Folkpopsongs mit Wildwestnote. Die drei Amsterdamer haben definitiv das gewisse Etwas. Trotz ihres jungen Alters machen sie allein bühnentechnisch schon was her. Bandleaderin Rosa Ronsdorf beispielsweise hat ein unglaubliches Charisma. Sie ist eine Mischung aus Pipi Langstrumpf und Stilikonen von Alfred Hitchock Filmen. Ihr Augenaufschlag ist betörend und ihre Austrahlung kühl, aber sinnlich, sexy aber nicht verrucht. Sie umgibt eine mysteriöse Aura, die vollkommen faszinierend ist. Sie ist gleichzeitig nett und natürlich, aber dennoch ein wenig unnahbar und distanziert. Ihre Blicke sind schwer zu deuten. Erkennt man in ihren wundervollen blauen Augen Trauer und Melancholie oder Verträumtheit und Sanftheit?

Die zweite Frau in der Band ist ebenfalls auffällig. Nina ist 1,80 groß und hat unglaublich schöne Hände mit langen, feinen Fingern, mit denen sie auf äußerst gelungene Weise das Glockenspiel erklingen lässt, oder filigran und perkussiv trommelt. Ihr Haupt wird von schweren Rastazöpfen geschmückt, die sie sich vor 5 Jahren in Amsterdam hat flechten lassen. Ein auf den ersten Blick eher schüchternes und stilles Mädchen, das aber an einigen schelmischen Schmunzlern erkennen ließ, daß sie keineswegs stoisch ist.

Und dann gibt es noch Thijs, den einzigen jungen Mann in der Band, der gerade einmal 19 Jahre auf dem schmalen Buckel hat und schon so ausgebufft spielt wie ein Alter. Er ist für das feine Artwork der Band verantwortlich, gestaltet die Webseite und die Cover der Demo CDs und kann auch prima zeichnen. Ein Sympath, der als letzter zu der Girlgroup gestoßen ist.

Heute gab es sogar noch einen vierten Musiker auf der Bühne. Den amerikanischen Trompeter Zach hatten Bird On The Wire lediglich zwei Tage zuvor bei der Oliver Peel Session kennengelernt. Der ungemein attraktiv aussehende junge Mann war keineswegs nur Zierrat, sondern sorgte mit seinem Trompetensolo bei dem abschließenden Song Words für ein furioses Finale.

Überhaupt die Songs von Bird On The Wire. Alle toll. Mal beschwingt und tanzbar (Strange Days) mal kontemplativ und melancholisch (No Man's Land), mal sanft und träumerisch (Choose Now), immer herzerwärmend. Hier passt einfach alles zusammen. Die sehnsüchtige Melodica, das liebliche Glockenspiel, die alte Vintage Orgel, die melodische Gitarre und vor allem die Stimmen von Rosa und Thijs. Der Applaus im Publikum wurde logischerweise von Lied zu Lied größer. Ein farbiger Mitbürger war gar so angetan (oder war er einfach nur besoffen?), daß er vorne am Bühnerand zu jedem Lied mit ausschweifender Gestik tanzte, was die Band verschmitzt grinsend aus den Augenwinkeln beobachtete.

Am Ende hatten alle ein Lächeln auf den Lippen, die Band, die Besucher und sogar Konzertfotografenzar Robert Gil, der hier völlig überraschend aufgekreuzt war.

Bei der Aftershow erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Bird On The Wire wünschten sich etwas von Gainsbourg (Vincent ließ draufhin prompt die Stöhnnumer Je t'aime moi non plus laufen), dann auch Love Will Tear Us Apart von Joy Division und um ihnen heimatliche Gefühle zu bereiten, ließ ich mit Northern Territory von Alamo Race Track, einen Titel einer anderen fabelhaften holländischen Band laufen. An der Bar lernte ich dann noch eine hübsche Münchnerin kennen und lud sie prompt zur nächsten Oliver Peel Session ein ("ich lüsterner alter Mann" wird Eike jetzt vermutlich wieder ausrufen). Alles war perfekt gelaufen. Nur ein Taxi für die Band zu bekommen, daß den ganzen Instrumentenkram auflädt, gestaltete sich um 2 Uhr nachts als ziemlich schwierg und langwierig. Dann aber kam es und lud die jungen Menschen ein. Draußen regnete es und Wasser lief meine Wangen runter. In den Regen hatten sich Tränen gemischt. Freudentränen, weil das Konzert so gut gelaufen war und Tränen der Wehmut, weil ich mich von meinen liebgewonnenen Musikern schon wieder verabschieden musste. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder. Die Zukunft gehört ihnen.

*Camille, unser dritter Mann fehlte krankheitsbedingt. Gute Besserung!




Milk & Fruit Juice & Bird On The Wire, Paris, 24.01.11


Konzert: Milk & Fruit Juice & Bird On The Wire

Ort: L'Espace B Paris

Datum: 24.01.11

Zuschauer: etwa 35



Mein erstes Konzert, das ich im Pariser Espace B promotet habe und gleichzeitig das letzte Mal, daß ich in diesen Laden einen Fuß gesetzt habe. Unsere Wege trennen sich hiermit.

Aber reden wir nicht über die ärgerlichen Begleitumstände, die auf einem Konzertblog nicht unbedingt in aller Länge ausgebreitet werden müssen, sondern kommen sofort zum musikalischen Teil. Denn der war höchst erfreulich! Die Pariser Tweepop Formation Milk & Fruit Juice bot genau wie schon im Pop In vor ein paar Tagen ein höchst erfrischendes, charmantes und Laune machendes Konzert. Die Ukulele von Bandleader Michel perlte frohlockend, das Glockenspiel von Cococerise und Sabine ertönte hell und schön, die Gitarre von Orouni dingeldengelte hochmelodisch und sogar der Schlagzeuger L'Homme Mystère agierte heute an einem richtigen Drumset. Die fünf Sympathen feuerten ihre Indiepop-Perlen wie mit einem Machinengewehr ab und eine Dreiergruppe niedlicher Mädels wippte wie in den 1960er Jahren im Takt mit. Ansonsten blieb es aber leider sehr ruhig, weil trotz meiner unermüdlichen Promobemühungen nur sehr wenige Zuschauer den Weg ins Espace B gefunden hatten. Man muss sich fragen, was hier falsch läuft, wenn man bedenkt, daß hier zuvor schon ganz feine Acts wie Woodpigeon vor 15 Leuten und eine Granate wie Nina Nastasia vor 30 Leuten ihre Kunst zum Besten gaben.

Aber das soll nicht mein Problem sein, sollen sich die Betreiber und die Programmgestalter des Ladens ihren Schädel darüber zerbrechen. Ich halte meinen nicht dafür hin!



Kommen wir zu Bird On The Wire, meiner ganz großen Entdeckungen im Bereich Indiepop/Folk. Am Sonntag hatten sie eine ganz tolle Oliver Peel Session abgeliefert, die unseren Gästen unglaublich gut gefallen hatte. Die Resonanz war geradezu überwältigend, einige Stammgäste sprachen gar von der besten Session, die sie je bei uns gesehen hatten. Und auch in der elektrischen Variante mit E-Gitarre und richtigem Schlagzeug enttäuschten sie nicht, im Gegenteil. Selbst meine Freundin Uschi, die die Oliver Peel Session sträflicherweise geschwänzt hatte (warum eigentlich?), hatte ein Lächeln auf den Lippen, das soviel bedeutete wie: "Mensch, diese jungen Hollander sind in der Tat eine Wucht!" Ungemein nonchalant und selbstsicher performten sie die Songs ihrer ersten Demo CD und zeigten, wie viel Potential in ihnen steckt. Auf Grund ihrer zahlreichen Auftritte in Holland 2010 sind sie handwerklich verblüffend schnell besser geworden und spielten ihrer Lieder mit wesentlich mehr Dampf, Präzision und Intensität. Besonders beeindruckend war, daß sie innerhalb von einem Tag (!) einen Trompeter, den sie auf unserem Fest am Vortag kennengelernt hatten, aktiv in das Geschehen mit einbezogen. Der Amerikaner Zach spielte mit, als sei er schon seit einem Jahr Mitglied der Band und gab mit seinem Getröte dem folkpoppigen Wildwest eine spezielle Note.



Gäbe es in der Konzertstadt Paris noch andere Blogger oder Konzertfotografen, die wirklich auf Zack sind, hätte man am nächsten Tag zahlreiche euphorische Berichte und ein Festival an Hochglanzfotos erleben können. So aber bleiben wir unter uns und die anderen schnarchnasigen Musikjorunalisten der Seine-Metropole werden halt eben deutlich später auf einen Rohdiamanten wie Bird On The Wire aufmerksam werden. Denkt bitte daran, wo ihr zuerst von den Holländern gelesen habt, wenn sie 2012 oder 2013 auf dem Haldern Pop Festival auftreten.

Links:

- English Review of this show by Rockerparis, click!

Aus unserem Archiv:

Bird On The Wire at Oliver Peel Session, Paris, 23.01.11
Bird On The Wire, Paris, 21.06.10
Milk & Fruit Juice, Paris, 17.01.11
Milk & Fruit Juice, Paris, 25.06.09



Milk & Fruit Juice & Bird On The Wire, Paris, 24.01.11


Konzert: Milk & Fruit Juice & Bird On The Wire

Ort: L'Espace B Paris

Datum: 24.01.11

Zuschauer: etwa 35



Mein erstes Konzert, das ich im Pariser Espace B promotet habe und gleichzeitig das letzte Mal, daß ich in diesen Laden einen Fuß gesetzt habe. Unsere Wege trennen sich hiermit.

Aber reden wir nicht über die ärgerlichen Begleitumstände, die auf einem Konzertblog nicht unbedingt in aller Länge ausgebreitet werden müssen, sondern kommen sofort zum musikalischen Teil. Denn der war höchst erfreulich! Die Pariser Tweepop Formation Milk & Fruit Juice bot genau wie schon im Pop In vor ein paar Tagen ein höchst erfrischendes, charmantes und Laune machendes Konzert. Die Ukulele von Bandleader Michel perlte frohlockend, das Glockenspiel von Cococerise und Sabine ertönte hell und schön, die Gitarre von Orouni dingeldengelte hochmelodisch und sogar der Schlagzeuger L'Homme Mystère agierte heute an einem richtigen Drumset. Die fünf Sympathen feuerten ihre Indiepop-Perlen wie mit einem Machinengewehr ab und eine Dreiergruppe niedlicher Mädels wippte wie in den 1960er Jahren im Takt mit. Ansonsten blieb es aber leider sehr ruhig, weil trotz meiner unermüdlichen Promobemühungen nur sehr wenige Zuschauer den Weg ins Espace B gefunden hatten. Man muss sich fragen, was hier falsch läuft, wenn man bedenkt, daß hier zuvor schon ganz feine Acts wie Woodpigeon vor 15 Leuten und eine Granate wie Nina Nastasia vor 30 Leuten ihre Kunst zum Besten gaben.

Aber das soll nicht mein Problem sein, sollen sich die Betreiber und die Programmgestalter des Ladens ihren Schädel darüber zerbrechen. Ich halte meinen nicht dafür hin!



Kommen wir zu Bird On The Wire, meiner ganz großen Entdeckungen im Bereich Indiepop/Folk. Am Sonntag hatten sie eine ganz tolle Oliver Peel Session abgeliefert, die unseren Gästen unglaublich gut gefallen hatte. Die Resonanz war geradezu überwältigend, einige Stammgäste sprachen gar von der besten Session, die sie je bei uns gesehen hatten. Und auch in der elektrischen Variante mit E-Gitarre und richtigem Schlagzeug enttäuschten sie nicht, im Gegenteil. Selbst meine Freundin Uschi, die die Oliver Peel Session sträflicherweise geschwänzt hatte (warum eigentlich?), hatte ein Lächeln auf den Lippen, das soviel bedeutete wie: "Mensch, diese jungen Hollander sind in der Tat eine Wucht!" Ungemein nonchalant und selbstsicher performten sie die Songs ihrer ersten Demo CD und zeigten, wie viel Potential in ihnen steckt. Auf Grund ihrer zahlreichen Auftritte in Holland 2010 sind sie handwerklich verblüffend schnell besser geworden und spielten ihrer Lieder mit wesentlich mehr Dampf, Präzision und Intensität. Besonders beeindruckend war, daß sie innerhalb von einem Tag (!) einen Trompeter, den sie auf unserem Fest am Vortag kennengelernt hatten, aktiv in das Geschehen mit einbezogen. Der Amerikaner Zach spielte mit, als sei er schon seit einem Jahr Mitglied der Band und gab mit seinem Getröte dem folkpoppigen Wildwest eine spezielle Note.



Gäbe es in der Konzertstadt Paris noch andere Blogger oder Konzertfotografen, die wirklich auf Zack sind, hätte man am nächsten Tag zahlreiche euphorische Berichte und ein Festival an Hochglanzfotos erleben können. So aber bleiben wir unter uns und die anderen schnarchnasigen Musikjorunalisten der Seine-Metropole werden halt eben deutlich später auf einen Rohdiamanten wie Bird On The Wire aufmerksam werden. Denkt bitte daran, wo ihr zuerst von den Holländern gelesen habt, wenn sie 2012 oder 2013 auf dem Haldern Pop Festival auftreten.

Links:

- English Review of this show by Rockerparis, click!

Aus unserem Archiv:

Bird On The Wire at Oliver Peel Session, Paris, 23.01.11
Bird On The Wire, Paris, 21.06.10
Milk & Fruit Juice, Paris, 17.01.11
Milk & Fruit Juice, Paris, 25.06.09



Bird On The Wire & Sister Fay & Agathe, Paris, 23.01.11


Konzert: Bird On The Wire & Sister Fay & Agathe

Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, Oliver Peel Session # 33
Datum: 23.01.11
Zuschauer: 55 oder so, wahrscheinlich wieder ein neuer Rekord

Konzertdauer: Bird On The Wire etwa 40 Minuten, die beiden anderen Mädels je 4 Lieder



"Encore une session pleine", würde der Franzose sagen - erneut eine mit guter Musik vollgepackte Session.



Bird On The Wire aus Amsterdam waren meine Gäste und begeisterten die Zuschauer mit ihrem sehr charmanten und intimen Folkpop. Eine Band mit einer guten Frauenquote - zwei Mädchen ein Junge- und der liebreizenden Rosa Ronsdorf an der Spitze. Ganz junge Leute noch, diese netten Holländer. Gitarrist Thijs ist gerade einmal 19, Drummerin und Glockenspielerin Nina 22 und Sängerin Rosa 23. Dafür, daß sie erst seit 2010 zusammen spielen, harmonisieren sie bereits erstaunlich gut. Die Demo-Cd mit dem schönen Artwork fand reißenden Absatz.



Ebenfalls sehr jung die Schwedin Frida Andersson aka Sister Fay. die 21jährige hatte ich gebeten, ein paar Lieder zu Einstimmung zu spielen und diese Aufgabe meisterte sie mit Bravour. Mit ihrer jazzigen Kleinmädchenstimme und ihren wundervollen blauen Augen bezirzte die Blondine so manchen unserer Gäste und durfte sich über Applaus und einige CD Verkäufe freuen.



Als special guest für die Aftershow hatte ich zudem die junge Pariserin Agathe gewinnen können.



Ich hatte sie erst kürzlich auf der Homeshow von Valerie kennengelernt und war auf ihre überaus entzückenden Videos auf youtube auferksam geworden. Zusammen mit ihrer Freundin Josephine spielt sie dort exzellente Coverversionen von Beirut, Radiohead, Alela Diane und anderen. Heute brachte sie zwei Eigenkompositionen zum Vortrage, bevor sie mit einem Lied der französischen Chansonsängerin Barbara aufwarten konnte. Die Gäste, die geblieben waren, tobten vor Begeisterung.
Was für eine Stimme!



Demnächst mehr Details, dann auch Videos von dieser Session # 33.

Bei Rockerparis gibt es bereits hübsche Fotos von Bird On The Wire, Sister Fay, Agathe und dem Publikum zu bewundern, klick!


Bird On The Wire & Sister Fay & Agathe, Paris, 23.01.11


Konzert: Bird On The Wire & Sister Fay & Agathe

Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, Oliver Peel Session # 33
Datum: 23.01.11
Zuschauer: 55 oder so, wahrscheinlich wieder ein neuer Rekord

Konzertdauer: Bird On The Wire etwa 40 Minuten, die beiden anderen Mädels je 4 Lieder



"Encore une session pleine", würde der Franzose sagen - erneut eine mit guter Musik vollgepackte Session.



Bird On The Wire aus Amsterdam waren meine Gäste und begeisterten die Zuschauer mit ihrem sehr charmanten und intimen Folkpop. Eine Band mit einer guten Frauenquote - zwei Mädchen ein Junge- und der liebreizenden Rosa Ronsdorf an der Spitze. Ganz junge Leute noch, diese netten Holländer. Gitarrist Thijs ist gerade einmal 19, Drummerin und Glockenspielerin Nina 22 und Sängerin Rosa 23. Dafür, daß sie erst seit 2010 zusammen spielen, harmonisieren sie bereits erstaunlich gut. Die Demo-Cd mit dem schönen Artwork fand reißenden Absatz.



Ebenfalls sehr jung die Schwedin Frida Andersson aka Sister Fay. die 21jährige hatte ich gebeten, ein paar Lieder zu Einstimmung zu spielen und diese Aufgabe meisterte sie mit Bravour. Mit ihrer jazzigen Kleinmädchenstimme und ihren wundervollen blauen Augen bezirzte die Blondine so manchen unserer Gäste und durfte sich über Applaus und einige CD Verkäufe freuen.



Als special guest für die Aftershow hatte ich zudem die junge Pariserin Agathe gewinnen können.



Ich hatte sie erst kürzlich auf der Homeshow von Valerie kennengelernt und war auf ihre überaus entzückenden Videos auf youtube auferksam geworden. Zusammen mit ihrer Freundin Josephine spielt sie dort exzellente Coverversionen von Beirut, Radiohead, Alela Diane und anderen. Heute brachte sie zwei Eigenkompositionen zum Vortrage, bevor sie mit einem Lied der französischen Chansonsängerin Barbara aufwarten konnte. Die Gäste, die geblieben waren, tobten vor Begeisterung.
Was für eine Stimme!



Demnächst mehr Details, dann auch Videos von dieser Session # 33.

Bei Rockerparis gibt es bereits hübsche Fotos von Bird On The Wire, Sister Fay, Agathe und dem Publikum zu bewundern, klick!


Bird On The Wire, Paris, 21.06.10


Konzert: Bird On The Wire

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 21.06.10
Zuschauer: circa 40
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


"Dutch people hate germans", sagte ich zu dem jungen Engländer Thos Henley, der zusammen mit seiner schwedischen Freundin, ein paar anderen Skandinavierinnen und Holländern auf den Treppenstufen in der Nähe des Pop In saß und auf den Beginn des Konzertes der niederländischen Band Bird On The Wire wartete. Thos nickte zustimmend und fügte schmunzelnd hinzu: "You know what Oliver? English people hate germans too." Dann ruderte er aber wieder etwas zurück und ergänzte: "I love you, but my father can't stand the germans because of the war and everything"...

Manchmal ist es hart, Deutscher zu sein. Aber wir sind es ja gewohnt, unbeliebt zu sein und leben irgendwie ganz gut damit. Im Grunde genommen können wir nur positiv überraschen und wenn wir uns aufgeschlossen und höflich verhalten, stellen Holländer, Franzosen, Engländer etc hinterher fest: "Die Deutschen sind doch gar nicht so verkehrt. Sie haben viel mehr Humor und Selbstironie als wir dachten."


Inzwischen war es fast 22 Uhr geworden und die Leute begaben sich langsam aber sicher ins Pop In, ein Laden, in dem das Publikum sehr jung und international ist. Im Gewölbekeller des Pubs finden die Konzerte statt und weil diese keinen Eintritt kosten, finden sich hier viele Studenten ein. Die Qualität der angebotenen Gigs ist erstaunlich hoch. Ich habe schon viele vorzügliche Künstler gesehen, Laura Marling, Sam Amidon oder This Is The Kit seien nur beispielshaft erwähnt. Wie mir wohl Bird On The Wire gefallen würden? Die Frage war schon nach den ersten Takten beantwortet: unverschämt gut!! Das Trio, eine großgewachsene Brünette am Schlagzeug (Akkordeon, Glockenspiel), eine bildhübsche Blondine an der Gitarre und am Keyboard und ein blonder Jüngling an der elektrischen Gitarre spielte unfassbar frisch auf und zauberte eine prima Stimmung in den Gewölbekeller. Für den Gesangespart war die Blondine namens Rosa hauptverantwortlich. Ihre Stimme war so schön und unschuldig, daß ich Schmetterlinge im Bauch hatte! Assoziationen an Alison Statton oder Isobelle Campbell kamen mir in den Sinn, bloß daß bei den Holländern alles noch amateurhafter und somit charmanter wirkte. Man merkte sofort, daß die drei Musiker unfassbar viel Spaß am Musizieren hatten und diese Spielfreude war hochansteckend. Sensationell wie das brünette Mädel auf ihr Schlagzeug draufknallte, daß mir fast die Ohren wegflogen! Und welch tolle Melodien der Bursche aus seiner Elektrischen zauberte! Ein Genuß, eine Wonne, ein Ohrenschmaus! Wahnsinn, ich hätte vor Freude Luftsprünge machen können! Dabei kannte ich vorher keine einzigen Titel. Jedes, aber wirklich jedes Lied war der schönste kleine Popsong der Welt. Das ganze Set über dachte ich nur daran, daß ich mir unbedingt die CD besorgen müsse. Aber es gab leider keine! Soweit sind die drei Jungspunde noch nicht, obwohl sie schon so viel tolle Nummern zusammenhaben. Ich ließ es mir nicht nehmen, Sängerin Rosa Ronsdorf zu erklären, daß mir das Konzert wahnsinnig gut gefallen hatte. Sie war total happy und sehr nett und wollte wissen, wo man meinen Konzertreview lesen könne. Ich erzählte ihr vom Konzerttagebuch, aber sie erklärte, daß sie kein Deutsch könne. Ihre Schwester (die bei einem Lied auch mitspielte) hingegen schon, denn sie wohne in Berlin. Junge Holländer zieht es also auch in unsere deutsche Kapitale. Wenn das nicht der Beweis dafür ist, daß wir Deutsche inzwischen viel positiver wahrgenommen werden und so langsam aber sicher die Negativklischees der mürrischen, kleinkarierten und stimmungsfeindlichen Antipathen wiederlegen können.

Sehr schön!

- Noch viel mehr Fotos von Bird On The Wire, klick!


Bird On The Wire, Paris, 21.06.10


Konzert: Bird On The Wire

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 21.06.10
Zuschauer: circa 40
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


"Dutch people hate germans", sagte ich zu dem jungen Engländer Thos Henley, der zusammen mit seiner schwedischen Freundin, ein paar anderen Skandinavierinnen und Holländern auf den Treppenstufen in der Nähe des Pop In saß und auf den Beginn des Konzertes der niederländischen Band Bird On The Wire wartete. Thos nickte zustimmend und fügte schmunzelnd hinzu: "You know what Oliver? English people hate germans too." Dann ruderte er aber wieder etwas zurück und ergänzte: "I love you, but my father can't stand the germans because of the war and everything"...

Manchmal ist es hart, Deutscher zu sein. Aber wir sind es ja gewohnt, unbeliebt zu sein und leben irgendwie ganz gut damit. Im Grunde genommen können wir nur positiv überraschen und wenn wir uns aufgeschlossen und höflich verhalten, stellen Holländer, Franzosen, Engländer etc hinterher fest: "Die Deutschen sind doch gar nicht so verkehrt. Sie haben viel mehr Humor und Selbstironie als wir dachten."


Inzwischen war es fast 22 Uhr geworden und die Leute begaben sich langsam aber sicher ins Pop In, ein Laden, in dem das Publikum sehr jung und international ist. Im Gewölbekeller des Pubs finden die Konzerte statt und weil diese keinen Eintritt kosten, finden sich hier viele Studenten ein. Die Qualität der angebotenen Gigs ist erstaunlich hoch. Ich habe schon viele vorzügliche Künstler gesehen, Laura Marling, Sam Amidon oder This Is The Kit seien nur beispielshaft erwähnt. Wie mir wohl Bird On The Wire gefallen würden? Die Frage war schon nach den ersten Takten beantwortet: unverschämt gut!! Das Trio, eine großgewachsene Brünette am Schlagzeug (Akkordeon, Glockenspiel), eine bildhübsche Blondine an der Gitarre und am Keyboard und ein blonder Jüngling an der elektrischen Gitarre spielte unfassbar frisch auf und zauberte eine prima Stimmung in den Gewölbekeller. Für den Gesangespart war die Blondine namens Rosa hauptverantwortlich. Ihre Stimme war so schön und unschuldig, daß ich Schmetterlinge im Bauch hatte! Assoziationen an Alison Statton oder Isobelle Campbell kamen mir in den Sinn, bloß daß bei den Holländern alles noch amateurhafter und somit charmanter wirkte. Man merkte sofort, daß die drei Musiker unfassbar viel Spaß am Musizieren hatten und diese Spielfreude war hochansteckend. Sensationell wie das brünette Mädel auf ihr Schlagzeug draufknallte, daß mir fast die Ohren wegflogen! Und welch tolle Melodien der Bursche aus seiner Elektrischen zauberte! Ein Genuß, eine Wonne, ein Ohrenschmaus! Wahnsinn, ich hätte vor Freude Luftsprünge machen können! Dabei kannte ich vorher keine einzigen Titel. Jedes, aber wirklich jedes Lied war der schönste kleine Popsong der Welt. Das ganze Set über dachte ich nur daran, daß ich mir unbedingt die CD besorgen müsse. Aber es gab leider keine! Soweit sind die drei Jungspunde noch nicht, obwohl sie schon so viel tolle Nummern zusammenhaben. Ich ließ es mir nicht nehmen, Sängerin Rosa Ronsdorf zu erklären, daß mir das Konzert wahnsinnig gut gefallen hatte. Sie war total happy und sehr nett und wollte wissen, wo man meinen Konzertreview lesen könne. Ich erzählte ihr vom Konzerttagebuch, aber sie erklärte, daß sie kein Deutsch könne. Ihre Schwester (die bei einem Lied auch mitspielte) hingegen schon, denn sie wohne in Berlin. Junge Holländer zieht es also auch in unsere deutsche Kapitale. Wenn das nicht der Beweis dafür ist, daß wir Deutsche inzwischen viel positiver wahrgenommen werden und so langsam aber sicher die Negativklischees der mürrischen, kleinkarierten und stimmungsfeindlichen Antipathen wiederlegen können.

Sehr schön!

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