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Tender Trap & Betty And The Werewolves, Paris, 29.01.11


Konzert: Tender Trap & Betty And The Werewolves, Paris, 29.01.11

Ort: International, Paris
Datum: 29.01.11
Zuschauer: sehr viele


Der Sternekoch Antony Bourdain hat in seinem amüsanten Besteller "Geständnisse eines Küchenchefs" herrlich zynisch über das Samstagspublikum gelästert. "Unkultivierte Banausen, Deppen aus der Vorstadt, unerträgliche Gutdurchesser", so oder so ähnlich nannte er die Leute, die am Samstag sein Restaurant frequentierten. Er hasste diesen Menschenschlag, hätte ihn am liebsten auf den Mond geschossen, wußte aber andererseits genau, daß diese tölpelhaften Typen für den Umsatz sorgen, von dem sein Laden unter der Woche zehrte.

Beim Konzert von Tender Trap im International musste ich das ein oder andere mal an Bourdins Worte denken. Selten bin ich so oft von ahnunglosen Mitbürgern gefragt worden, wie denn der Name der Band sei, die dort oben auf der Bühne stehe, wo die her kämen und ob man die kennen müsse. Samstagsabendgesindel halt eben. Feiste Gutdurchesser. Leute ohne Kultur. Der elitäre Musiknerd rümpft über den Anblick dieser Blödmänner angewidert die Nase. Auch mein langjähriger Konzertgängerfreund Philippe, Musikexperte par excellence, hatte hinterher nur abschätzige Worte für diese Typen übrig. Die Barkeeper und die Location "International" werden da anders gedacht haben. Gutdurchesser saufen nun einmal gerne und viel und lassen die Kassen klingeln. Zu dumm nur, daß die Kerle im Suff auch auf die Idee kamen, die Refrains und Singalongs von Tender Trap nachzugröhlen, selbst als die schon bei einem ganz anderen Lied waren.

Aber wie war das Konzert in musikalischer Hisicht? Und wie haben sich Betty And The Werevolves geschlagen?

Zu Betty And The Werevolves kann ich leider nicht sehr viel sagen, außer vielleicht, daß die Sängerin einen wunderschönen Pagenschnitt hatte, wie ich ihn liebe. Der Zugang zum Bereich vor der Bühne war von hunderten Mitbürgern versperrt und mir blieb nur der räudige Platz auf der Treppe. Von hier aus konnte ich durch die Glasscheibe beobachten, was auf der Bühne passiert, viel hören konnte ich allerdings nicht. Passend zum Headliner Tender Trap ging es bei Betty und ihren Werwölfen aber natürlich auch um Sixties Pop/Garagenrock.
Die niedlich lächelnde Gitarristin der Band konnte ich zwanzig Minuten später genauer beäugen, denn sie wirbelte auch bei Tender Trap, obwohl sie nicht zum regulären Line Up zählt. Der Rest der Truppe, vor allem John Stanley, Rob Pursey an Bass und Gitarre und natürlich die kurzhaarige Sängerin Amelia Fletcher, gehörten aber zur Gründungsformation. Auch die im Stehen spielende Schlagzeugerin Katrina Dixon ist fester Bestandteil von Tender Trap. Elizabeth Morris fehlte hingegen.

Die fünf Musiker fackelten nicht lange und hauten ihre garagigen Twee Pop Stücke mit den Bababa-, Sha-La-La und Wahoohoos- Singalongs raus.
Das Allermeiste stammte von ihrem letzten Output Dansette Dansette, mit Talking backwards gab es aber auch was vom 2006er Output & Billion People und die Zugabe Oh Katrina kam von Film Molecules (2002). Das Set war durchgängig catchy, charmant und kurzweilig und gefiel mir außerordentlich gut. Ich war sogar dermaßen angetan, daß ich hinterher drei CDs und eine Single zum absolut fairen Preis von 30 Euro erstand. Bandleaderin Amelia Fletscher höchstpersönlich erledigte den Merch von der Bühne aus, verzauberte durch ihr strahlendes Lächeln und ihr angenhemes Wesen und wünschte mir noch einen schönen abend. Dieser wurde übrigens von den aufgeweckten Mädels (und dem einen Jungen) von Another Sunny Night veranstaltet. Allesamt Indiepop Fans, die hier und heute ihr drittes Konzert im International organisierten und bereits am 19 März erneut mit einem Leckerbissen aufwarten können. Dann kommen nämlich die Felt Tips! Schön! Und es wird wieder voll werden, denn es ist erneut ein Samstag. Der Ausgeh- Tag für Gutdurchesser schlechthin.

Link:

Bloggerorakel Eike vom Klienicum prophezeit, daß Tender Trap eine große Zeit bevorsteht. Klick!!

Setlist Tender Trap, Another Sunny Night # 3, Paris:

01: Counting The Hours
02: 2 to the n
03: Talking Backwards
04: Could This Be?
05: Dansette Dansette
06: Grand National
07: Bye Bye Xmas Day
08: Girls With Guns
09: Suddenly
10: Fireworks
11: Do you Want A Boyfriend?

12: Oh Katrina


Tender Trap & Betty And The Werewolves, Paris, 29.01.11


Konzert: Tender Trap & Betty And The Werewolves, Paris, 29.01.11

Ort: International, Paris
Datum: 29.01.11
Zuschauer: sehr viele


Der Sternekoch Antony Bourdain hat in seinem amüsanten Besteller "Geständnisse eines Küchenchefs" herrlich zynisch über das Samstagspublikum gelästert. "Unkultivierte Banausen, Deppen aus der Vorstadt, unerträgliche Gutdurchesser", so oder so ähnlich nannte er die Leute, die am Samstag sein Restaurant frequentierten. Er hasste diesen Menschenschlag, hätte ihn am liebsten auf den Mond geschossen, wußte aber andererseits genau, daß diese tölpelhaften Typen für den Umsatz sorgen, von dem sein Laden unter der Woche zehrte.

Beim Konzert von Tender Trap im International musste ich das ein oder andere mal an Bourdins Worte denken. Selten bin ich so oft von ahnunglosen Mitbürgern gefragt worden, wie denn der Name der Band sei, die dort oben auf der Bühne stehe, wo die her kämen und ob man die kennen müsse. Samstagsabendgesindel halt eben. Feiste Gutdurchesser. Leute ohne Kultur. Der elitäre Musiknerd rümpft über den Anblick dieser Blödmänner angewidert die Nase. Auch mein langjähriger Konzertgängerfreund Philippe, Musikexperte par excellence, hatte hinterher nur abschätzige Worte für diese Typen übrig. Die Barkeeper und die Location "International" werden da anders gedacht haben. Gutdurchesser saufen nun einmal gerne und viel und lassen die Kassen klingeln. Zu dumm nur, daß die Kerle im Suff auch auf die Idee kamen, die Refrains und Singalongs von Tender Trap nachzugröhlen, selbst als die schon bei einem ganz anderen Lied waren.

Aber wie war das Konzert in musikalischer Hisicht? Und wie haben sich Betty And The Werevolves geschlagen?

Zu Betty And The Werevolves kann ich leider nicht sehr viel sagen, außer vielleicht, daß die Sängerin einen wunderschönen Pagenschnitt hatte, wie ich ihn liebe. Der Zugang zum Bereich vor der Bühne war von hunderten Mitbürgern versperrt und mir blieb nur der räudige Platz auf der Treppe. Von hier aus konnte ich durch die Glasscheibe beobachten, was auf der Bühne passiert, viel hören konnte ich allerdings nicht. Passend zum Headliner Tender Trap ging es bei Betty und ihren Werwölfen aber natürlich auch um Sixties Pop/Garagenrock.
Die niedlich lächelnde Gitarristin der Band konnte ich zwanzig Minuten später genauer beäugen, denn sie wirbelte auch bei Tender Trap, obwohl sie nicht zum regulären Line Up zählt. Der Rest der Truppe, vor allem John Stanley, Rob Pursey an Bass und Gitarre und natürlich die kurzhaarige Sängerin Amelia Fletcher, gehörten aber zur Gründungsformation. Auch die im Stehen spielende Schlagzeugerin Katrina Dixon ist fester Bestandteil von Tender Trap. Elizabeth Morris fehlte hingegen.

Die fünf Musiker fackelten nicht lange und hauten ihre garagigen Twee Pop Stücke mit den Bababa-, Sha-La-La und Wahoohoos- Singalongs raus.
Das Allermeiste stammte von ihrem letzten Output Dansette Dansette, mit Talking backwards gab es aber auch was vom 2006er Output & Billion People und die Zugabe Oh Katrina kam von Film Molecules (2002). Das Set war durchgängig catchy, charmant und kurzweilig und gefiel mir außerordentlich gut. Ich war sogar dermaßen angetan, daß ich hinterher drei CDs und eine Single zum absolut fairen Preis von 30 Euro erstand. Bandleaderin Amelia Fletscher höchstpersönlich erledigte den Merch von der Bühne aus, verzauberte durch ihr strahlendes Lächeln und ihr angenhemes Wesen und wünschte mir noch einen schönen abend. Dieser wurde übrigens von den aufgeweckten Mädels (und dem einen Jungen) von Another Sunny Night veranstaltet. Allesamt Indiepop Fans, die hier und heute ihr drittes Konzert im International organisierten und bereits am 19 März erneut mit einem Leckerbissen aufwarten können. Dann kommen nämlich die Felt Tips! Schön! Und es wird wieder voll werden, denn es ist erneut ein Samstag. Der Ausgeh- Tag für Gutdurchesser schlechthin.

Link:

Bloggerorakel Eike vom Klienicum prophezeit, daß Tender Trap eine große Zeit bevorsteht. Klick!!

Setlist Tender Trap, Another Sunny Night # 3, Paris:

01: Counting The Hours
02: 2 to the n
03: Talking Backwards
04: Could This Be?
05: Dansette Dansette
06: Grand National
07: Bye Bye Xmas Day
08: Girls With Guns
09: Suddenly
10: Fireworks
11: Do you Want A Boyfriend?

12: Oh Katrina


Red Shoe Diaries & The Cavalcade, Paris, 01.09.10


Konzert: Red Shoe Diaries & The Cavalcade

Ort: L'international, Paris,
Datum: 01.09.2010
Zuschauer: viele, ungefähr 250


So. Nach so vielen Festivals mit großen Namen und Tausenden von Zuschauern gibt es auf dem Konzerttagebuch endlich mal wieder was für Fans des kleinen, feinen Indiepops. Bei den feisten Massenveranstaltungen des Sommers tauchen tolle Twee- Bands wie die Red Shoe Diaries oder The Cavalcade so gut wie nie auf. Sie werden plattgewalzt von Gruppen mit einem üppigen Marketingetat und und gewievten Managern. Schön, daß es im International anders zugeht!

Verantwortlich für das charmante Line Up des heutigen Abends waren 4 junge Pariser namens Joanny, Clémence, Marion und Emilie, die ihre Konzertreihe Another Sunny Night nennen und heute ihren zweiten Gig im International organisierten. Ende Juli hatten sie mich bereits durch die Programmierung von den Smittens und Allo Darlin' begeistert und heute schafften sie es erneut, mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Die Macher der Another Sunny Night haben aber auch wirklich einen exquisiten Geschmack! Ihre Lieblingskünstler nennen sich unter anderem Belle & Sebastian (logisch, bei dem Namen!), The Field Mice, Teenage Fanclub, The Smiths, The Pastels oder Camera Obscura und ihre favorisierten Label Sarah Records, Postcard Records, Cloudberry oder Slumberland. Entzückender geht es kaum!

Logisch, daß auch die heutigen Konzerte den Stilrichtungen Twee/60ies Pop/Indiepop zuzuordnen waren. Die Franzosen Lovely Rita hatte ich verpasst, aber zu den Engländern The Cavalcade stand ich pünktlich auf der Matte. Hinter dem Bandnamen verbergen sich zwei junge Herren namens Craig Phillips und Stephen Birtchnell, die frisch und unbeschwert aufspielten und so unschuldig und zart wie der erste Kuss klangen (man verzeihe mir meine platte Metapher, aber irgendwie passt sie hier). Felt, The Smiths und die Young Marble Giants heißen ihre Lieblingsgruppen und von diesen steckte auch einiges im Sound von The Cavalcade. Ihr Set gefiel mir gut, hätte allerdings etwas fetziger sein können. Manchmal fehlte einfach das Schlagzeug, um mehr Abwechslung und Pfeffer in die Sache zu bringen. Dennoch lohnt sicherlich die Anschaffung ihres kürzlich erschienenen Debütalbums Many Moons von denen sie so einige träumerische Lieder spielten. Ein gelungener Auftakt!

The Cavalcade live in Deutschland:

29.09.2010: Wimp Club @ Ostpol, Dresden
30.09.2010: Let's Kiss And Make Up, Berlin
19. 10.2010: Prinz Willy, Kiel


Als letzte Band gingen die Red Shoe Diaries an den Start. Und die waren richtig dufte! Fünf junge Musiker aus Nottingham, England, die den zauberhaftesten Pop spielten, den man sich nur vorstellen kann. Ein blonder Hüne sang den Großteil der Texte, aber auch die unverschämt niedliche Dame in der von Männern dominierten Band trällerte herzallerliebst ins Mikro. Umwerfend charmant wie sie tanzte, die 60er Jahre, sie leben noch! Sämtliche Songs waren so dermaßen süffig und lieblich, daß ich Glückshormone en masse aussonderte. Hach, das war wirklich was fürs Herz! Aber auch die Tänzer kamen auf ihre Kosten, denn zu den schwungvollen Nummern konnte man herrlich mitwippen. Toll, diese Red Shoe Diaries! Wer die nicht mag, frisst auch kleine Kinder! Logisch, daß ich nach dem viel zu schnell zu Ende gehenden Konzert unbedingt ihre Debüt EP haben musste. Auch hier zeigte sich, daß bei den heutige aufgetretenen Gruppen alles mit Hand und Liebe gemacht wurde: Der Bassist schrieb mir noch schnell mit einem schwarzen Textmarker die Namen der Titel auf die Rückseite des Pappcovers. Das hatten sie wohl im Tourbus auf dem Weg nach Paris nicht mehr geschafft. Ist das nicht enzückend?

Setlist Red Shoe Diaries, L'International, Paris, Another Sunny Night # 2:
01: Parisian
02: Underage Disco
03: Penpals
04: Fossils
05: Infinity + 1
06: Rainy
07: Ice & Snow
08: Snow Bird
09: Fireflies
At Dawn


Red Shoe Diaries & The Cavalcade, Paris, 01.09.10


Konzert: Red Shoe Diaries & The Cavalcade

Ort: L'international, Paris,
Datum: 01.09.2010
Zuschauer: viele, ungefähr 250


So. Nach so vielen Festivals mit großen Namen und Tausenden von Zuschauern gibt es auf dem Konzerttagebuch endlich mal wieder was für Fans des kleinen, feinen Indiepops. Bei den feisten Massenveranstaltungen des Sommers tauchen tolle Twee- Bands wie die Red Shoe Diaries oder The Cavalcade so gut wie nie auf. Sie werden plattgewalzt von Gruppen mit einem üppigen Marketingetat und und gewievten Managern. Schön, daß es im International anders zugeht!

Verantwortlich für das charmante Line Up des heutigen Abends waren 4 junge Pariser namens Joanny, Clémence, Marion und Emilie, die ihre Konzertreihe Another Sunny Night nennen und heute ihren zweiten Gig im International organisierten. Ende Juli hatten sie mich bereits durch die Programmierung von den Smittens und Allo Darlin' begeistert und heute schafften sie es erneut, mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Die Macher der Another Sunny Night haben aber auch wirklich einen exquisiten Geschmack! Ihre Lieblingskünstler nennen sich unter anderem Belle & Sebastian (logisch, bei dem Namen!), The Field Mice, Teenage Fanclub, The Smiths, The Pastels oder Camera Obscura und ihre favorisierten Label Sarah Records, Postcard Records, Cloudberry oder Slumberland. Entzückender geht es kaum!

Logisch, daß auch die heutigen Konzerte den Stilrichtungen Twee/60ies Pop/Indiepop zuzuordnen waren. Die Franzosen Lovely Rita hatte ich verpasst, aber zu den Engländern The Cavalcade stand ich pünktlich auf der Matte. Hinter dem Bandnamen verbergen sich zwei junge Herren namens Craig Phillips und Stephen Birtchnell, die frisch und unbeschwert aufspielten und so unschuldig und zart wie der erste Kuss klangen (man verzeihe mir meine platte Metapher, aber irgendwie passt sie hier). Felt, The Smiths und die Young Marble Giants heißen ihre Lieblingsgruppen und von diesen steckte auch einiges im Sound von The Cavalcade. Ihr Set gefiel mir gut, hätte allerdings etwas fetziger sein können. Manchmal fehlte einfach das Schlagzeug, um mehr Abwechslung und Pfeffer in die Sache zu bringen. Dennoch lohnt sicherlich die Anschaffung ihres kürzlich erschienenen Debütalbums Many Moons von denen sie so einige träumerische Lieder spielten. Ein gelungener Auftakt!

The Cavalcade live in Deutschland:

29.09.2010: Wimp Club @ Ostpol, Dresden
30.09.2010: Let's Kiss And Make Up, Berlin
19. 10.2010: Prinz Willy, Kiel


Als letzte Band gingen die Red Shoe Diaries an den Start. Und die waren richtig dufte! Fünf junge Musiker aus Nottingham, England, die den zauberhaftesten Pop spielten, den man sich nur vorstellen kann. Ein blonder Hüne sang den Großteil der Texte, aber auch die unverschämt niedliche Dame in der von Männern dominierten Band trällerte herzallerliebst ins Mikro. Umwerfend charmant wie sie tanzte, die 60er Jahre, sie leben noch! Sämtliche Songs waren so dermaßen süffig und lieblich, daß ich Glückshormone en masse aussonderte. Hach, das war wirklich was fürs Herz! Aber auch die Tänzer kamen auf ihre Kosten, denn zu den schwungvollen Nummern konnte man herrlich mitwippen. Toll, diese Red Shoe Diaries! Wer die nicht mag, frisst auch kleine Kinder! Logisch, daß ich nach dem viel zu schnell zu Ende gehenden Konzert unbedingt ihre Debüt EP haben musste. Auch hier zeigte sich, daß bei den heutige aufgetretenen Gruppen alles mit Hand und Liebe gemacht wurde: Der Bassist schrieb mir noch schnell mit einem schwarzen Textmarker die Namen der Titel auf die Rückseite des Pappcovers. Das hatten sie wohl im Tourbus auf dem Weg nach Paris nicht mehr geschafft. Ist das nicht enzückend?

Setlist Red Shoe Diaries, L'International, Paris, Another Sunny Night # 2:
01: Parisian
02: Underage Disco
03: Penpals
04: Fossils
05: Infinity + 1
06: Rainy
07: Ice & Snow
08: Snow Bird
09: Fireflies
At Dawn


Bird On The Wire, Paris, 21.06.10


Konzert: Bird On The Wire

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 21.06.10
Zuschauer: circa 40
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


"Dutch people hate germans", sagte ich zu dem jungen Engländer Thos Henley, der zusammen mit seiner schwedischen Freundin, ein paar anderen Skandinavierinnen und Holländern auf den Treppenstufen in der Nähe des Pop In saß und auf den Beginn des Konzertes der niederländischen Band Bird On The Wire wartete. Thos nickte zustimmend und fügte schmunzelnd hinzu: "You know what Oliver? English people hate germans too." Dann ruderte er aber wieder etwas zurück und ergänzte: "I love you, but my father can't stand the germans because of the war and everything"...

Manchmal ist es hart, Deutscher zu sein. Aber wir sind es ja gewohnt, unbeliebt zu sein und leben irgendwie ganz gut damit. Im Grunde genommen können wir nur positiv überraschen und wenn wir uns aufgeschlossen und höflich verhalten, stellen Holländer, Franzosen, Engländer etc hinterher fest: "Die Deutschen sind doch gar nicht so verkehrt. Sie haben viel mehr Humor und Selbstironie als wir dachten."


Inzwischen war es fast 22 Uhr geworden und die Leute begaben sich langsam aber sicher ins Pop In, ein Laden, in dem das Publikum sehr jung und international ist. Im Gewölbekeller des Pubs finden die Konzerte statt und weil diese keinen Eintritt kosten, finden sich hier viele Studenten ein. Die Qualität der angebotenen Gigs ist erstaunlich hoch. Ich habe schon viele vorzügliche Künstler gesehen, Laura Marling, Sam Amidon oder This Is The Kit seien nur beispielshaft erwähnt. Wie mir wohl Bird On The Wire gefallen würden? Die Frage war schon nach den ersten Takten beantwortet: unverschämt gut!! Das Trio, eine großgewachsene Brünette am Schlagzeug (Akkordeon, Glockenspiel), eine bildhübsche Blondine an der Gitarre und am Keyboard und ein blonder Jüngling an der elektrischen Gitarre spielte unfassbar frisch auf und zauberte eine prima Stimmung in den Gewölbekeller. Für den Gesangespart war die Blondine namens Rosa hauptverantwortlich. Ihre Stimme war so schön und unschuldig, daß ich Schmetterlinge im Bauch hatte! Assoziationen an Alison Statton oder Isobelle Campbell kamen mir in den Sinn, bloß daß bei den Holländern alles noch amateurhafter und somit charmanter wirkte. Man merkte sofort, daß die drei Musiker unfassbar viel Spaß am Musizieren hatten und diese Spielfreude war hochansteckend. Sensationell wie das brünette Mädel auf ihr Schlagzeug draufknallte, daß mir fast die Ohren wegflogen! Und welch tolle Melodien der Bursche aus seiner Elektrischen zauberte! Ein Genuß, eine Wonne, ein Ohrenschmaus! Wahnsinn, ich hätte vor Freude Luftsprünge machen können! Dabei kannte ich vorher keine einzigen Titel. Jedes, aber wirklich jedes Lied war der schönste kleine Popsong der Welt. Das ganze Set über dachte ich nur daran, daß ich mir unbedingt die CD besorgen müsse. Aber es gab leider keine! Soweit sind die drei Jungspunde noch nicht, obwohl sie schon so viel tolle Nummern zusammenhaben. Ich ließ es mir nicht nehmen, Sängerin Rosa Ronsdorf zu erklären, daß mir das Konzert wahnsinnig gut gefallen hatte. Sie war total happy und sehr nett und wollte wissen, wo man meinen Konzertreview lesen könne. Ich erzählte ihr vom Konzerttagebuch, aber sie erklärte, daß sie kein Deutsch könne. Ihre Schwester (die bei einem Lied auch mitspielte) hingegen schon, denn sie wohne in Berlin. Junge Holländer zieht es also auch in unsere deutsche Kapitale. Wenn das nicht der Beweis dafür ist, daß wir Deutsche inzwischen viel positiver wahrgenommen werden und so langsam aber sicher die Negativklischees der mürrischen, kleinkarierten und stimmungsfeindlichen Antipathen wiederlegen können.

Sehr schön!

- Noch viel mehr Fotos von Bird On The Wire, klick!


Bird On The Wire, Paris, 21.06.10


Konzert: Bird On The Wire

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 21.06.10
Zuschauer: circa 40
Konzertdauer: etwa 45 Minuten


"Dutch people hate germans", sagte ich zu dem jungen Engländer Thos Henley, der zusammen mit seiner schwedischen Freundin, ein paar anderen Skandinavierinnen und Holländern auf den Treppenstufen in der Nähe des Pop In saß und auf den Beginn des Konzertes der niederländischen Band Bird On The Wire wartete. Thos nickte zustimmend und fügte schmunzelnd hinzu: "You know what Oliver? English people hate germans too." Dann ruderte er aber wieder etwas zurück und ergänzte: "I love you, but my father can't stand the germans because of the war and everything"...

Manchmal ist es hart, Deutscher zu sein. Aber wir sind es ja gewohnt, unbeliebt zu sein und leben irgendwie ganz gut damit. Im Grunde genommen können wir nur positiv überraschen und wenn wir uns aufgeschlossen und höflich verhalten, stellen Holländer, Franzosen, Engländer etc hinterher fest: "Die Deutschen sind doch gar nicht so verkehrt. Sie haben viel mehr Humor und Selbstironie als wir dachten."


Inzwischen war es fast 22 Uhr geworden und die Leute begaben sich langsam aber sicher ins Pop In, ein Laden, in dem das Publikum sehr jung und international ist. Im Gewölbekeller des Pubs finden die Konzerte statt und weil diese keinen Eintritt kosten, finden sich hier viele Studenten ein. Die Qualität der angebotenen Gigs ist erstaunlich hoch. Ich habe schon viele vorzügliche Künstler gesehen, Laura Marling, Sam Amidon oder This Is The Kit seien nur beispielshaft erwähnt. Wie mir wohl Bird On The Wire gefallen würden? Die Frage war schon nach den ersten Takten beantwortet: unverschämt gut!! Das Trio, eine großgewachsene Brünette am Schlagzeug (Akkordeon, Glockenspiel), eine bildhübsche Blondine an der Gitarre und am Keyboard und ein blonder Jüngling an der elektrischen Gitarre spielte unfassbar frisch auf und zauberte eine prima Stimmung in den Gewölbekeller. Für den Gesangespart war die Blondine namens Rosa hauptverantwortlich. Ihre Stimme war so schön und unschuldig, daß ich Schmetterlinge im Bauch hatte! Assoziationen an Alison Statton oder Isobelle Campbell kamen mir in den Sinn, bloß daß bei den Holländern alles noch amateurhafter und somit charmanter wirkte. Man merkte sofort, daß die drei Musiker unfassbar viel Spaß am Musizieren hatten und diese Spielfreude war hochansteckend. Sensationell wie das brünette Mädel auf ihr Schlagzeug draufknallte, daß mir fast die Ohren wegflogen! Und welch tolle Melodien der Bursche aus seiner Elektrischen zauberte! Ein Genuß, eine Wonne, ein Ohrenschmaus! Wahnsinn, ich hätte vor Freude Luftsprünge machen können! Dabei kannte ich vorher keine einzigen Titel. Jedes, aber wirklich jedes Lied war der schönste kleine Popsong der Welt. Das ganze Set über dachte ich nur daran, daß ich mir unbedingt die CD besorgen müsse. Aber es gab leider keine! Soweit sind die drei Jungspunde noch nicht, obwohl sie schon so viel tolle Nummern zusammenhaben. Ich ließ es mir nicht nehmen, Sängerin Rosa Ronsdorf zu erklären, daß mir das Konzert wahnsinnig gut gefallen hatte. Sie war total happy und sehr nett und wollte wissen, wo man meinen Konzertreview lesen könne. Ich erzählte ihr vom Konzerttagebuch, aber sie erklärte, daß sie kein Deutsch könne. Ihre Schwester (die bei einem Lied auch mitspielte) hingegen schon, denn sie wohne in Berlin. Junge Holländer zieht es also auch in unsere deutsche Kapitale. Wenn das nicht der Beweis dafür ist, daß wir Deutsche inzwischen viel positiver wahrgenommen werden und so langsam aber sicher die Negativklischees der mürrischen, kleinkarierten und stimmungsfeindlichen Antipathen wiederlegen können.

Sehr schön!

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