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Tame Impala, Köln, 04.11.10


Konzert: Tame Impala (& My Bee's Garden)
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 04.11.2010
Zuschauer: nicht ausverkauft, vielleicht 3/4 voll
Dauer: Tame Impala knapp 70 min, My Bee's Garden 25 min


[Warnung] Wer euphorisch vom Tame Impala-Konzert zurückkommt oder sich wahnsinnig auf die Band aus Australien freut, sollte vielleicht besser hier weiterlesen. Ich gehöre nämlich nicht zur ersten Gruppe.

Vor etlichen Jahren habe ich einmal erlebt, wie ein Australier eine Ratte totgetreten hat - barfuß. Seitdem gehören Aussies mit nackten Füßen für mich in die gleiche Kategorie wie Batman oder Uma Thurman, sie sind Superhelden. Als gleich zwei davon die Bühne des Gebäude 9 betraten (also Australier, nicht Uma Thurmans), konnte eigentlich nichts schiefgehen. Aber offenbar gibt es zwischen dem Treten von Pedalen und Ratten Unterschiede, die heutigen hatten in meinen Ohren nämlich nichts Heldenhaftes, ich fand das Konzert der sehr gehypten Tame Impala äußerst langweilig, in Phasen sogar scheußlich.

Wären vorher mit My Bee's Garden nicht ganz tolle Franzosen aufgetreten, hätte ich die Fahrt nach Köln sehr bereut.

So fing es nämlich an: gegen neun war der Saal noch leer, zumindest vorne. Hinten, zur Kneipe hin, schienen schon viele zu stehen, von da kam nämlich unfassbarer Lärm. Bloggerkollege Oliver hatte mir von den Franzosen vorgeschwärmt, mich aber auch gewarnt, daß sie ohne zwei Musiker (u.a. das Schlagzeug) nach Deutschland kämen. Wären die dabei gewesen, wäre es vielleicht einfacher gewesen, gegen den Krach anzuspielen, so hörte man immer etwas vom Hintergrund, was nervig war.

My Bee's Garden stammen aus Paris und sind ein Projekt von Melody Prochet. Live wurde die Frau mit dem wundervollen Namen von Maude Nadal und Jérôme Pichon (siehe Kommentar) unterstützt. Melody und Maude singen und spielen Keyboard, nein falsch, Melody spielt etwas unendlich Cooleres, ein Omnichord. Jérôme begann mit E-Gitarre und sorgte für die Shoegaze-Note der Musik. Die ersten Lieder erinnerten mich aber trotz der Gitarre vor allem an Au Revoire Simone. Die zarten Stimmen der beiden Sängerinnen ergänzen sich sehr gut, nur ganz selten, eigentlich zu selten für meinen Geschmack kam auch Jérôme zu Gesangseinsätzen.

Eine Besonderheit im Set war das von ihnen regelmäßig gespielte My Bloody Valentine Cover Only shallow gegen Ende, das ich nicht erkannt hätte, weil My Bee's Garden es ganz und gar abgespeckt spielten, eigentlich nur mit Schellen als Instrumentierung, wundervoll! Ach, der ganze (kurze) Auftritt war wirklich toll!

Mit Abstand am besten gefiel mir aber, wie Maude und Melody synchron mitwippten. Ganze Lieder lang trippelten sie nicht nur im Takt, sie hoben auch gleichzeitig rechtes bzw. linkes Bein!

Setlist My Bee's Garden, Gebäude 9, Köln:

01: Bud and Deanie
02: All off a sudden
03: Favorite lion
04: Sailor mood
05: Lone wolf's home
06: Only shallow (My Bloody Valentine Cover)
07: Hunt the sleepers
08: New age ballad
09: Single finger

Das waren dann auch die neun besten Lieder des Abends. Nachdem My Bee's Garden abgeräumt hatten, betraten die vier Australier, die gerade in aller Munde sind, die Bühne. Tame Impala sind Kevin Parker (Gesang und Gitarre), Dominic Simper (Gitarre), Nic Allbrook (Bass) und Jay Watson (Schlagzeug). Kevin und Dominic stellten sich rechts und links an den Rand, die beiden anderen standen hinten in der Mitte, ein merkwürdiger Bühnenaufbau.

Sänger Kevin hatte ein eindrucksvolles Brett mit Effekten vor seinen nackten Füßen aufgebaut. Hätte mich der Blick auf den Fuß nicht immer wieder abgeschreckt, wäre es durchaus faszinierend gewesen, ihm beim Bedienen der Pedale zuzusehen. Auch der zweite Gitarrist spielte barfuß, die beiden anderen waren zunächst angezogen.

Mit Rock der späten 60er Jahre kann ich nicht viel anfangen, allerdings beschäftige ich mich damit mangels Interesse auch gar nicht. Mag
also sein, daß Tame Impala so klingen, wie das viele Kritiker schreiben, nämlich so, als kämen sie aus einer Zeitkapsel aus eben jener Epoche. Das wird schon stimmen, beurteilen kann ich es nicht. Für mich sind Referenzen eigentlich wenig relevant, wenn ich Musik zum ersten Mal höre und beurteilen möchte, also habe ich Tame Impala auf mich wirken lassen. Mein erstes Urteil war allerdings schnell gefällt, ich langweilte mich; die psychedelischen Melodien und der sanfte Gesang von Kevin packten mich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, nach drei Liedern war ich so weit, gehen zu wollen.

Ich blieb und hörte weiter zu. Die Stücke wirkten auf mich beliebig, es blieb nichts hängen. Weil dann auch die Musiker aussahen, als langweilten sie sich genauso, verstärkte das den Effekt des egalen Zuhörens noch weiter. Natürlich bin ich als jemand, der mit 60er Rock, Psychedelic-Rock, Blues und ähnlichen Dingen nichts anfangen kann, nicht der Richtige, ein Konzert von Tame Impala neutral beurteilen zu können. Aber ich habe auch eine große musikalische Neugierde und Toleranz, beides half hier nichts.

Richtig scheußlich wurde es gegen Ende, als Tame Impala
Remember me coverten. Das Original ist Teufelswerk, das Cover nicht viel besser. Nein, eine neue Lieblingsband habe ich hier nicht gefunden.

Ach, aber eines war dann trotzdem extrem toll: auch wenn das
Synchrontanzen der beiden Französinnen schon bemerkenswert war, kam die beste Konzertszene meines Lebens erst bei den langweiligen Aussies. Der Bassist der Band folgte irgendwann dem Beispiel seines Schlagzeugers und zog sein T-Shirt aus. Während einer kurzen Instrumental-Gefrickel-Pause hockte er sich auf den Bühnenboden, nahm die Wasserflasche und wusch seinen nackten Oberkörper! Warum? Keine Ahnung! Ich habe aber so meine Zweifel, daß der Musiker aus einer großen australischen Stadt stammt.

Setlist Tame Impala, Gebäude 9, Köln:

01: It's not meant to be
02: Solitude is bliss
03: Why won't you make up your mind
04: Alter ego
05: Lucidity
06: Expectation
07: Synth interlude
08: Desire be, desire go
09: Sundown syndrome
10: Reprise
11: Remember me (Blue Boy Cover)
12: Skeleton tiger / Half full glass of wine



Tame Impala, Köln, 04.11.10


Konzert: Tame Impala (& My Bee's Garden)
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 04.11.2010
Zuschauer: nicht ausverkauft, vielleicht 3/4 voll
Dauer: Tame Impala knapp 70 min, My Bee's Garden 25 min


[Warnung] Wer euphorisch vom Tame Impala-Konzert zurückkommt oder sich wahnsinnig auf die Band aus Australien freut, sollte vielleicht besser hier weiterlesen. Ich gehöre nämlich nicht zur ersten Gruppe.

Vor etlichen Jahren habe ich einmal erlebt, wie ein Australier eine Ratte totgetreten hat - barfuß. Seitdem gehören Aussies mit nackten Füßen für mich in die gleiche Kategorie wie Batman oder Uma Thurman, sie sind Superhelden. Als gleich zwei davon die Bühne des Gebäude 9 betraten (also Australier, nicht Uma Thurmans), konnte eigentlich nichts schiefgehen. Aber offenbar gibt es zwischen dem Treten von Pedalen und Ratten Unterschiede, die heutigen hatten in meinen Ohren nämlich nichts Heldenhaftes, ich fand das Konzert der sehr gehypten Tame Impala äußerst langweilig, in Phasen sogar scheußlich.

Wären vorher mit My Bee's Garden nicht ganz tolle Franzosen aufgetreten, hätte ich die Fahrt nach Köln sehr bereut.

So fing es nämlich an: gegen neun war der Saal noch leer, zumindest vorne. Hinten, zur Kneipe hin, schienen schon viele zu stehen, von da kam nämlich unfassbarer Lärm. Bloggerkollege Oliver hatte mir von den Franzosen vorgeschwärmt, mich aber auch gewarnt, daß sie ohne zwei Musiker (u.a. das Schlagzeug) nach Deutschland kämen. Wären die dabei gewesen, wäre es vielleicht einfacher gewesen, gegen den Krach anzuspielen, so hörte man immer etwas vom Hintergrund, was nervig war.

My Bee's Garden stammen aus Paris und sind ein Projekt von Melody Prochet. Live wurde die Frau mit dem wundervollen Namen von Maude Nadal und Jérôme Pichon (siehe Kommentar) unterstützt. Melody und Maude singen und spielen Keyboard, nein falsch, Melody spielt etwas unendlich Cooleres, ein Omnichord. Jérôme begann mit E-Gitarre und sorgte für die Shoegaze-Note der Musik. Die ersten Lieder erinnerten mich aber trotz der Gitarre vor allem an Au Revoire Simone. Die zarten Stimmen der beiden Sängerinnen ergänzen sich sehr gut, nur ganz selten, eigentlich zu selten für meinen Geschmack kam auch Jérôme zu Gesangseinsätzen.

Eine Besonderheit im Set war das von ihnen regelmäßig gespielte My Bloody Valentine Cover Only shallow gegen Ende, das ich nicht erkannt hätte, weil My Bee's Garden es ganz und gar abgespeckt spielten, eigentlich nur mit Schellen als Instrumentierung, wundervoll! Ach, der ganze (kurze) Auftritt war wirklich toll!

Mit Abstand am besten gefiel mir aber, wie Maude und Melody synchron mitwippten. Ganze Lieder lang trippelten sie nicht nur im Takt, sie hoben auch gleichzeitig rechtes bzw. linkes Bein!

Setlist My Bee's Garden, Gebäude 9, Köln:

01: Bud and Deanie
02: All off a sudden
03: Favorite lion
04: Sailor mood
05: Lone wolf's home
06: Only shallow (My Bloody Valentine Cover)
07: Hunt the sleepers
08: New age ballad
09: Single finger

Das waren dann auch die neun besten Lieder des Abends. Nachdem My Bee's Garden abgeräumt hatten, betraten die vier Australier, die gerade in aller Munde sind, die Bühne. Tame Impala sind Kevin Parker (Gesang und Gitarre), Dominic Simper (Gitarre), Nic Allbrook (Bass) und Jay Watson (Schlagzeug). Kevin und Dominic stellten sich rechts und links an den Rand, die beiden anderen standen hinten in der Mitte, ein merkwürdiger Bühnenaufbau.

Sänger Kevin hatte ein eindrucksvolles Brett mit Effekten vor seinen nackten Füßen aufgebaut. Hätte mich der Blick auf den Fuß nicht immer wieder abgeschreckt, wäre es durchaus faszinierend gewesen, ihm beim Bedienen der Pedale zuzusehen. Auch der zweite Gitarrist spielte barfuß, die beiden anderen waren zunächst angezogen.

Mit Rock der späten 60er Jahre kann ich nicht viel anfangen, allerdings beschäftige ich mich damit mangels Interesse auch gar nicht. Mag
also sein, daß Tame Impala so klingen, wie das viele Kritiker schreiben, nämlich so, als kämen sie aus einer Zeitkapsel aus eben jener Epoche. Das wird schon stimmen, beurteilen kann ich es nicht. Für mich sind Referenzen eigentlich wenig relevant, wenn ich Musik zum ersten Mal höre und beurteilen möchte, also habe ich Tame Impala auf mich wirken lassen. Mein erstes Urteil war allerdings schnell gefällt, ich langweilte mich; die psychedelischen Melodien und der sanfte Gesang von Kevin packten mich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, nach drei Liedern war ich so weit, gehen zu wollen.

Ich blieb und hörte weiter zu. Die Stücke wirkten auf mich beliebig, es blieb nichts hängen. Weil dann auch die Musiker aussahen, als langweilten sie sich genauso, verstärkte das den Effekt des egalen Zuhörens noch weiter. Natürlich bin ich als jemand, der mit 60er Rock, Psychedelic-Rock, Blues und ähnlichen Dingen nichts anfangen kann, nicht der Richtige, ein Konzert von Tame Impala neutral beurteilen zu können. Aber ich habe auch eine große musikalische Neugierde und Toleranz, beides half hier nichts.

Richtig scheußlich wurde es gegen Ende, als Tame Impala
Remember me coverten. Das Original ist Teufelswerk, das Cover nicht viel besser. Nein, eine neue Lieblingsband habe ich hier nicht gefunden.

Ach, aber eines war dann trotzdem extrem toll: auch wenn das
Synchrontanzen der beiden Französinnen schon bemerkenswert war, kam die beste Konzertszene meines Lebens erst bei den langweiligen Aussies. Der Bassist der Band folgte irgendwann dem Beispiel seines Schlagzeugers und zog sein T-Shirt aus. Während einer kurzen Instrumental-Gefrickel-Pause hockte er sich auf den Bühnenboden, nahm die Wasserflasche und wusch seinen nackten Oberkörper! Warum? Keine Ahnung! Ich habe aber so meine Zweifel, daß der Musiker aus einer großen australischen Stadt stammt.

Setlist Tame Impala, Gebäude 9, Köln:

01: It's not meant to be
02: Solitude is bliss
03: Why won't you make up your mind
04: Alter ego
05: Lucidity
06: Expectation
07: Synth interlude
08: Desire be, desire go
09: Sundown syndrome
10: Reprise
11: Remember me (Blue Boy Cover)
12: Skeleton tiger / Half full glass of wine



Tame Impala & My Bee's Garden, Paris, 01.11.10


Konzert: Tame Impala & My Bee's Garden

Ort: La Maroquinerie, Paris

Datum: 01.11.10

Zuschauer: ausverkauft

Konzertdauer: My Bee's Garden, etwa 35-40 Minuten, Tame Impala 70 Minuten



So etwas nennt man dann wohl einen Hype. Leute, die mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln (inklusive Bestechunsgversuche des Kartenabreißers) versuchen, noch in die restlos ausverkaufte Maroquinerie (Kapazität: 500 Plätze) zu kommen und Veranstalter, die auf den ausgehängten Zettel schreiben: "Le concert est vraiment complet!!!"- das Konzert ist wirklich ausverkauft!!!).

Fragt sich bloß, ob der Rummel um die psychedelisch rockenden Australier Tame Impala wirklich gerechtfertig ist. Das Szenario erinnert mich ziemlich stark an die Anfänge von MGMT. Auch da spielete eine junge Band zunächst in der Maroquinerie, bevor die Jungs dann ein paar Nummern größer wurden und in das Olympia (Kapazität 2500) wechselten. MGMT mochte ich - genau wie heute Tame Impala, damals in der Maroquinerie sehr, gingen mir schon ziemlich bald aber auf den Wecker. Ob mir mit Tame Impala das Gleiche passiert. Erst hui dann pfui? Schau' mer mal...

Demnächst ein ausführlicher Bericht! Dann auch lobende Worte zu den Parisern My Bee's Garden, die auch auf der Deutschland Tour Support von Tame Impala sein werden.

So hier ist er , der ausführliche Bericht:

Knoti Seauton - erkenne dich selbst.

Diesen Spruch, der Socrates (ein Philosoph, kein Rocker) zugeschrieben wird, brachte mein damaliger Mathepauker sehr gern. Ich bekam das Sätzlein in die Fresse geballert, als ich nach vorangegangener mündlicher Prüfung auf die Frage: "welche Note würdest Du dir selbst geben?" mit: "eine 2", antwortete. Mein Lehrer schüttelte den Kopf, grinste und meinte: "Knoti seauton, Oliver. Für mich war das eine vier. Weil du aber Selbstbewußtsein gezeigt hast, einigen wir uns in der Mitte, du kriegst eine 3"...

Kevin Parker, der kluge Kopf hinter der australischen Band Tame Impala ist mit seiner Selbsteinschätzung viel realistischer als ich damals. "Ich habe Probleme auf der Bühne charismatisch zu wirken, ich glaube ich gebe einen sehr schlechten Rockstar ab", sagte der langmähnige Barfußlatscher dem französischen Rolling Stone in einem Interview. Wie recht er hat! Charismatisch fand ich ihn beim Auftritt in der Pariser Maroquinerie nicht die Bohne. Allein schon die Tatsache, daß er nicht wie es sich gehört in der Mitte, sondern an der Seite singt und Gitarre spielt, spricht gegen ihn. Ich muss zugeben, daß ich gewisse Probleme hatte, ihm die gespielten 70 Minuten zuzugucken. Wie er da mit seine Käsefüßen auf die unzähligen Pedalen trat, sich seine strähnigen Haare nach hinten kämmte und bisweilen an der Seite danieldüsentriebte, das war schon wenig ästhetisch. Kein Vergleich zu meinen männlichen Helden der Musikszene: Paul Banks, Troy von Balthazar, Bill Callahan. Was sind diese Herren doch elegant in allem was sie auf der Bühne tun!

Aber mit dieser nicht bösartig gemeinten Lästerei bin ich auch schon durch mit meiner Kritik. Musikalisch war das Set der Australier nämlich tadellos. Sie spielten frisch und frei auf, hauten umbarmherzig ihre Hits raus und variierten wunderbar Tempo und Lautstärke. Vor einer flimmernden grünen Leinwand performend, zogen sie mit ihrer Mischung aus psychedelischem 60ies Pop, 70 er Jahre Hardrock und modernem Elektropop das Publikum schnell auf ihre Seite. Lange war die Stimmung in der knackig vollen Maroquinerie nicht mehr so elektrisch aufgeladen wie heute! Zum Crowdsurfing kam es zwar nicht ganz, aber es fehlte manchmal nicht viel.

Für eine solch junge Band war die Hitdichte beeindruckend. Solitude Is Bliss mischte schon sehr früh die Meute auf und man sah vorne die Köpfe der Zuschauer schnell nach vorne und hinten schnellen. Der treibende Rhythmus ging aber auch wirklich in die Beine und der Song schien fast wie der perfekte Soundtrack für ein Bikerrennen mit 200 Sachen! Letztlich wurde der (nackte) Fuß nie vom Gaspedal genommen und einige Leute rockten die ganzen 70 Minuten wie wild mit. Cool! Ich persönlich wurde von Desire Be, Desire Go am meisten gepackt. Mann, das war ein Hammer! In diesen Song packten die Jungs wirklich all ihre musikalischen Einflüsse rein, es war wie eine Zeitreise durch den Rockkatalog der letzten vierzig Jahre. Unverschämt melodisch und catchy und diabolisch wild und schnell. Auch hier dachte ich wieder an ein möderisch gefährliches Motorradrennen über einen Higway!

Tame Impala schenkten den Leuten wirklich krass ein und am Ende sah man unzählige schweißgebadete aber glückliche Gesichter. Herrschende Meinung war hinterher, daß man wohl die letzte Chance genutzt hat, die Senkrechtstarter in solch einem intimen Rahmen zu erleben. Sie spielen demächst definitiv in wesentlich größeren Locations. Darauf kann man einen lassen! Achso: Ohrenstöpsel nicht vergessen! Und früh zu den Konzerten in Deutschland und der Schweiz kommen, denn die Mädels (und der eine Junge) von My Bee's Garden sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern sie haben auch ein paar richtig schöne dreampoppige, shoegazige Songs im Gepäck, mit denen sie sicherlich einige Zuschauer bezaubern werden (wer eine ausführlichere Info zu My Bee's Garden haben möchte, lese bitte meine Archivartikel, die ich unten verlinkt habe).



Setlist Tame Impala, La Maroquinerie, Paris:

01: It's Not Meant To Be
02: Solitude Is Bliss
03: Make Up Your Mind
04: Alter Ego
05: Lucidity
06: Expectation
07: Interlude
08: Desire Be, Desire Go
09: Sundown Syndrome
10: Reprise
11: Medley-Remember Me
12: Skeleton Tiger
13: Half Full Glass Of Wine

- Aus unserem Archiv:

Tame Impala, Paris, 26.08.10

My Bee's Garden, Paris, 15.05.10
My Bee's Garden, Paris, 07.02.10


- Links:

- Das Klienicum zum Album Innerspeaker von Tame Impala. Eike schreibt (hier!) gewohnt blumig: "Tame Impala gelingt dabei ein Album seismografischer Abtastung all jener Klangexponate, die für eben jenes Genre herhalten müssen."


- Auch Spiegel Online schwärmt und zwar hier

Ausgewählte Konzerttermine von Tame Impala (ohne Gewähr):

03.11.2010: Botanique, Brüssel
04.11.2010: Gebäude 9, Köln
05.11.2010: Mascotte, Zürich
06.11.2010: Le Romandie, Lausanne
08.11.2010: B72, Wien
09.11.2010: 59: 1 München,
11.11.2010: Beatlemania, Hamburg
12.11.2010: Rolling Stone Weekender, Wangels


Tame Impala & My Bee's Garden, Paris, 01.11.10


Konzert: Tame Impala & My Bee's Garden

Ort: La Maroquinerie, Paris

Datum: 01.11.10

Zuschauer: ausverkauft

Konzertdauer: My Bee's Garden, etwa 35-40 Minuten, Tame Impala 70 Minuten



So etwas nennt man dann wohl einen Hype. Leute, die mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln (inklusive Bestechunsgversuche des Kartenabreißers) versuchen, noch in die restlos ausverkaufte Maroquinerie (Kapazität: 500 Plätze) zu kommen und Veranstalter, die auf den ausgehängten Zettel schreiben: "Le concert est vraiment complet!!!"- das Konzert ist wirklich ausverkauft!!!).

Fragt sich bloß, ob der Rummel um die psychedelisch rockenden Australier Tame Impala wirklich gerechtfertig ist. Das Szenario erinnert mich ziemlich stark an die Anfänge von MGMT. Auch da spielete eine junge Band zunächst in der Maroquinerie, bevor die Jungs dann ein paar Nummern größer wurden und in das Olympia (Kapazität 2500) wechselten. MGMT mochte ich - genau wie heute Tame Impala, damals in der Maroquinerie sehr, gingen mir schon ziemlich bald aber auf den Wecker. Ob mir mit Tame Impala das Gleiche passiert. Erst hui dann pfui? Schau' mer mal...

Demnächst ein ausführlicher Bericht! Dann auch lobende Worte zu den Parisern My Bee's Garden, die auch auf der Deutschland Tour Support von Tame Impala sein werden.

So hier ist er , der ausführliche Bericht:

Knoti Seauton - erkenne dich selbst.

Diesen Spruch, der Socrates (ein Philosoph, kein Rocker) zugeschrieben wird, brachte mein damaliger Mathepauker sehr gern. Ich bekam das Sätzlein in die Fresse geballert, als ich nach vorangegangener mündlicher Prüfung auf die Frage: "welche Note würdest Du dir selbst geben?" mit: "eine 2", antwortete. Mein Lehrer schüttelte den Kopf, grinste und meinte: "Knoti seauton, Oliver. Für mich war das eine vier. Weil du aber Selbstbewußtsein gezeigt hast, einigen wir uns in der Mitte, du kriegst eine 3"...

Kevin Parker, der kluge Kopf hinter der australischen Band Tame Impala ist mit seiner Selbsteinschätzung viel realistischer als ich damals. "Ich habe Probleme auf der Bühne charismatisch zu wirken, ich glaube ich gebe einen sehr schlechten Rockstar ab", sagte der langmähnige Barfußlatscher dem französischen Rolling Stone in einem Interview. Wie recht er hat! Charismatisch fand ich ihn beim Auftritt in der Pariser Maroquinerie nicht die Bohne. Allein schon die Tatsache, daß er nicht wie es sich gehört in der Mitte, sondern an der Seite singt und Gitarre spielt, spricht gegen ihn. Ich muss zugeben, daß ich gewisse Probleme hatte, ihm die gespielten 70 Minuten zuzugucken. Wie er da mit seine Käsefüßen auf die unzähligen Pedalen trat, sich seine strähnigen Haare nach hinten kämmte und bisweilen an der Seite danieldüsentriebte, das war schon wenig ästhetisch. Kein Vergleich zu meinen männlichen Helden der Musikszene: Paul Banks, Troy von Balthazar, Bill Callahan. Was sind diese Herren doch elegant in allem was sie auf der Bühne tun!

Aber mit dieser nicht bösartig gemeinten Lästerei bin ich auch schon durch mit meiner Kritik. Musikalisch war das Set der Australier nämlich tadellos. Sie spielten frisch und frei auf, hauten umbarmherzig ihre Hits raus und variierten wunderbar Tempo und Lautstärke. Vor einer flimmernden grünen Leinwand performend, zogen sie mit ihrer Mischung aus psychedelischem 60ies Pop, 70 er Jahre Hardrock und modernem Elektropop das Publikum schnell auf ihre Seite. Lange war die Stimmung in der knackig vollen Maroquinerie nicht mehr so elektrisch aufgeladen wie heute! Zum Crowdsurfing kam es zwar nicht ganz, aber es fehlte manchmal nicht viel.

Für eine solch junge Band war die Hitdichte beeindruckend. Solitude Is Bliss mischte schon sehr früh die Meute auf und man sah vorne die Köpfe der Zuschauer schnell nach vorne und hinten schnellen. Der treibende Rhythmus ging aber auch wirklich in die Beine und der Song schien fast wie der perfekte Soundtrack für ein Bikerrennen mit 200 Sachen! Letztlich wurde der (nackte) Fuß nie vom Gaspedal genommen und einige Leute rockten die ganzen 70 Minuten wie wild mit. Cool! Ich persönlich wurde von Desire Be, Desire Go am meisten gepackt. Mann, das war ein Hammer! In diesen Song packten die Jungs wirklich all ihre musikalischen Einflüsse rein, es war wie eine Zeitreise durch den Rockkatalog der letzten vierzig Jahre. Unverschämt melodisch und catchy und diabolisch wild und schnell. Auch hier dachte ich wieder an ein möderisch gefährliches Motorradrennen über einen Higway!

Tame Impala schenkten den Leuten wirklich krass ein und am Ende sah man unzählige schweißgebadete aber glückliche Gesichter. Herrschende Meinung war hinterher, daß man wohl die letzte Chance genutzt hat, die Senkrechtstarter in solch einem intimen Rahmen zu erleben. Sie spielen demächst definitiv in wesentlich größeren Locations. Darauf kann man einen lassen! Achso: Ohrenstöpsel nicht vergessen! Und früh zu den Konzerten in Deutschland und der Schweiz kommen, denn die Mädels (und der eine Junge) von My Bee's Garden sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern sie haben auch ein paar richtig schöne dreampoppige, shoegazige Songs im Gepäck, mit denen sie sicherlich einige Zuschauer bezaubern werden (wer eine ausführlichere Info zu My Bee's Garden haben möchte, lese bitte meine Archivartikel, die ich unten verlinkt habe).



Setlist Tame Impala, La Maroquinerie, Paris:

01: It's Not Meant To Be
02: Solitude Is Bliss
03: Make Up Your Mind
04: Alter Ego
05: Lucidity
06: Expectation
07: Interlude
08: Desire Be, Desire Go
09: Sundown Syndrome
10: Reprise
11: Medley-Remember Me
12: Skeleton Tiger
13: Half Full Glass Of Wine

- Aus unserem Archiv:

Tame Impala, Paris, 26.08.10

My Bee's Garden, Paris, 15.05.10
My Bee's Garden, Paris, 07.02.10


- Links:

- Das Klienicum zum Album Innerspeaker von Tame Impala. Eike schreibt (hier!) gewohnt blumig: "Tame Impala gelingt dabei ein Album seismografischer Abtastung all jener Klangexponate, die für eben jenes Genre herhalten müssen."


- Auch Spiegel Online schwärmt und zwar hier

Ausgewählte Konzerttermine von Tame Impala (ohne Gewähr):

03.11.2010: Botanique, Brüssel
04.11.2010: Gebäude 9, Köln
05.11.2010: Mascotte, Zürich
06.11.2010: Le Romandie, Lausanne
08.11.2010: B72, Wien
09.11.2010: 59: 1 München,
11.11.2010: Beatlemania, Hamburg
12.11.2010: Rolling Stone Weekender, Wangels


Tame Impala & Yeti Lane, Paris, 26.08.10


Konzert: Tame Impala (Yeti Lane)

Ort: Le Nouveau Casino,Paris
Datum: 26.08.10
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: gut eine Stunde, Yeti Lane ungefähr eine halbe Stunde


Ein verrücktes Szenario: Kaum jemand kennt die Hauptgruppe des heutigen Abends und dennoch ist das Nouveau Casino trotz Sommerlochs in den Indieclubs ausverkauft. Dürstet es etwa die heimgekommenen Urlauber nach Konzerten, egal wer spielt? Fast könnte man das meinen, obwohl das natürlich keineswegs die Band Tame Impala aus Australien abwerten soll.

Der junge Vierer aus Down Under bot ein fetziges, psychedelisch angehauchtes Konzert, das musikalisch irgendwo zwischen Can, den Beach Boys, Blur, Pavement , Black Mountain und King Crimson anzusiedeln war. Krautrock, 60ies Pop, Indierock, Noise und Progrock, hier und heute waren fast alle Stilrichtungen vertreten. Ich kannte vorher kein einziges Lied, was mich aber nicht daran hinderte, einen guten Abend mit den Jungs zu verleben. Ob Tame Impala die kommende Musiksensation sind, vermag ich indessen nicht zu beurteilen. Immerhin spielen sie dieses Wochenende beim Leeds/Reading Festival, was ja bekanntlich keine so schlechte Referenz ist. Danach geht es aber erst einmal wieder für eine ausgedehnte Tour nach Australien. Wann Tame Impala in Deutschland aufkreuzen werden, steht noch in den Sternen. Wenn ihr nächstes Jahr den Namen irgendwo aufschnappt, erinnert euch bitte daran, daß ihr wie immer beim Konzerttagebuch den ersten Konzertbericht gelesen habt, wo auch sonst.

Yeti Lane aus Frankreich waren übrigens Vorband und gut wie immer, obwohl aus dem Trio ein Duo geworden ist und die Sensationssingle Lonesome George nicht mehr gespielt werden kann, weil der Sänger Loac (es gibt/gab bei Yeti Lane zwei Sänger, der andere ist Ben Pleng, der auch Gitarrist bei Herman Dune ist.) nicht mehr dabei ist.


Tame Impala & Yeti Lane, Paris, 26.08.10


Konzert: Tame Impala (Yeti Lane)

Ort: Le Nouveau Casino,Paris
Datum: 26.08.10
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: gut eine Stunde, Yeti Lane ungefähr eine halbe Stunde


Ein verrücktes Szenario: Kaum jemand kennt die Hauptgruppe des heutigen Abends und dennoch ist das Nouveau Casino trotz Sommerlochs in den Indieclubs ausverkauft. Dürstet es etwa die heimgekommenen Urlauber nach Konzerten, egal wer spielt? Fast könnte man das meinen, obwohl das natürlich keineswegs die Band Tame Impala aus Australien abwerten soll.

Der junge Vierer aus Down Under bot ein fetziges, psychedelisch angehauchtes Konzert, das musikalisch irgendwo zwischen Can, den Beach Boys, Blur, Pavement , Black Mountain und King Crimson anzusiedeln war. Krautrock, 60ies Pop, Indierock, Noise und Progrock, hier und heute waren fast alle Stilrichtungen vertreten. Ich kannte vorher kein einziges Lied, was mich aber nicht daran hinderte, einen guten Abend mit den Jungs zu verleben. Ob Tame Impala die kommende Musiksensation sind, vermag ich indessen nicht zu beurteilen. Immerhin spielen sie dieses Wochenende beim Leeds/Reading Festival, was ja bekanntlich keine so schlechte Referenz ist. Danach geht es aber erst einmal wieder für eine ausgedehnte Tour nach Australien. Wann Tame Impala in Deutschland aufkreuzen werden, steht noch in den Sternen. Wenn ihr nächstes Jahr den Namen irgendwo aufschnappt, erinnert euch bitte daran, daß ihr wie immer beim Konzerttagebuch den ersten Konzertbericht gelesen habt, wo auch sonst.

Yeti Lane aus Frankreich waren übrigens Vorband und gut wie immer, obwohl aus dem Trio ein Duo geworden ist und die Sensationssingle Lonesome George nicht mehr gespielt werden kann, weil der Sänger Loac (es gibt/gab bei Yeti Lane zwei Sänger, der andere ist Ben Pleng, der auch Gitarrist bei Herman Dune ist.) nicht mehr dabei ist.