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The Rural Alberta Advantage & Roken Is Dodelijk, Paris, 30.11.10


Konzert: The Rural Alberta Advantage & Roken Is Dodelijk

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 30.11.10
Zuschauer: so gut wie ausverkauft, also etwa 350 Leute
Konzertdauer: Roken Is Dodelijk etwa 75 Minuten, TRAA etwa 45-50 Minuten


Meine derzeitige Müdigkeit spottet jeder Beschreibung. Bereits in der U-Bahn auf dem Weg ins Nouveau Casino bin ich eingenickt, verfiel in einen narkotösen Kurzschlaf und hatte große Mühe, frühzeitig auszusteigen und nicht einfach bis zum Ende der Linie durchzufahren.



Umso erstaunlicher, daß bereits eine viertel Stunde später meine Schlaffheit (kurzfristig) wie weggeblasen war. Das kanadische Trio The Rural Alberta Advantage spielte so frisch und rasant auf, daß sie noch Bären aus dem Winterschlaf gerissen hätten. Hei, was war das ein flottes, berauschendes Set! Drei hübsche junge Menschen (Nils Edenloff, Amy Cole und Paul Banwatt) vermittelten Spiel-und Lebensfreude pur und zauberten mir ein Dauerlächeln auf die Lippen. Alle drei waren auf ihre Art und Weise außergewöhnlich. Drummer Paul trommelte druchgängig mit 250 Sachen und riß dabei den Mund herrlich weit auf, Sänger Nils greinte mit krächzig kehliger Stimme im Stile eines John McCauley von Deer Tick und Amy sah nicht nur umwerfend hübsch aus, sondern spielte zudem Schlagzeug, Glockenspiel, Keyboard und alle möglichen Percussioninstrumente. Jeder einzelne Song war ein Knaller. Four Night Rider wirbelte wie ein Tornado (witzigerweise ein anderer Titel der Band) durchs Nouveau Casino und Drain The Blood setzte hinsichtlich Tempo, Catchyness und und Melodienverliebtheit noch einen obendrauf. Soviel Schmiss und Lässigkeit hatte ich zuletzt bei Tokyo Police Club erlebt und die teilen mit The Rural Alberta Advantage nicht nur das famose Label Saddle Creek, sondern auch das Gespür für süchtig machende Indiepop Songs. In dem heutigen Set gab es keinen einzigen Ausfall oder Langweiler, es wurde von der ersten bis zur letzten Minute gesprintet und hinterher fragte ich mich, warum die nicht schon viel bekannter sind. Ace! Totally ace!

Mehr Photos The Rural Alberta Advantage @ Nouveau Casino, Paris, klick!

Setlist The Rural Alberta Advantage, Nouveau Casino, Paris*

01: Luciana
02: Rush Apart
03: Don't Haunt This Place
04: Muscle
05: Frank, AB
06: The Ballad Of The RAA
07: 4 Night Rider
08: Edmonton
09: Tornado
10: Stamp
11: In The Summertime
12: Drain The Blood
13: The Deadroads
14: Knife
15: Sleep All Day
16: The Dethbridge In Lethbridge

* es wurden nicht alle aufgelisteten Lieder gespielt. Vielmehr handelte es sich um einen Pool aus Songs, aus dem man sich auf der aktuellen Tour bedient.

Aber wie waren die Headliner Roken Is Dodelijk aus Frankreich? Konnten sie die wahnsinnig gute Vorgruppe noch toppen?

Genügend Spielzeit bekamen sie zumindest eingeräumt. Opulente 75 Minuten, sehr viel für eine Band, die bisher noch kein richtiges Album, sondern lediglich zwei EPs (R.I.P, The Terrible Things) veröffentlicht hat. Roken Is Dodelijk kommen aus dem nordfranzösischen Lille und hatten mir bereits beim Festival Rock en Seine 2010 vor den Toren von Paris richtig gut gefallen.



Heute ging es um zehn nach 9 los. In der Mitte gleich vor mir agierte der hibbelige, hyperaktive Sänger, der über eine soulig angehauchte Stimme im Stile eines Patrick Watson verfügt, wenn er ins Falsett abdriftet aber auch an Morrissey erinnert. Links außen dann Lena Deluxe, zierliche Keyboarderin und Backgroundsängerin, die auch eine vielversprechende Solokarriere verfolgt und zudem vier andere Musiker, die abgesehen vom Schlagzeuger untereinander ihren Bass, die Elektrische oder die Akustische wechselten. Ein schwungvolles Sextett, das sich anschickt, eine der besten aktuellen Indiebands in Frankreich zu werden. Eingängige Hits haben sie auf jeden Fall zu bieten, King Of This Town oder The Terrible Things seien nur beispielshaft erwähnt. Alles bei ihnen klingt frisch, melodiös und treibend, sie sind so etwas wie die französische Antwort auf Acts wie Fanfarlo, Patrick Watson, Arcade Fire, Modest Mouse und den Magic Numbers und müssen sich vor diesen internationalen Namen wirklich nicht verstecken. Fast mühelos schafften sie es, das Pariser Publikum auf ihre Seite zu ziehen und durchgängig einen hohen Spannungsbogen zu halten.

Schwer zu sagen, ob sie genauso gut wie die hervorragende Vorgruppe des heutigen Abends waren, aber sie standen nicht zu Unrecht im Rampenlicht und werden sicherlich 2011 so richtig durchstarten. Ich drücke ihnen jedenfalls die Daumen!

Auf ihrem Blog kann man sich alle Stücke in Ruhe anhören.

- Die weltberühmte Pariser Blogothèque hat mit Roken Is Dodelijk jede Menge Videos gedreht, klick!

Setlist Roken Is Dodelijk, Nouveau Casino, Paris:

01: Good Enough
02: The Story
03: King Of This Town
04: I Believe
05: The Tribe
06: Cover
07: Even After All
08: Sound
09: The Letter
10: MDC
11: Jogging
12: 75

13: Stereo King

The Rural Alberta Advantage in Deutschland:

02.12.2010: Haldern Pop Bar, Rees-Haldern
03.12.2010: Magnet Club, Berlin

und am 4.12.2010 im Paradiso in Amsterdam

Link: Das Klienicum hat bereits im Februar 2008 über The Rural Alberta Advantage berichtet. Lesenswert wie immer, klick!


The Rural Alberta Advantage & Roken Is Dodelijk, Paris, 30.11.10


Konzert: The Rural Alberta Advantage & Roken Is Dodelijk

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 30.11.10
Zuschauer: so gut wie ausverkauft, also etwa 350 Leute
Konzertdauer: Roken Is Dodelijk etwa 75 Minuten, TRAA etwa 45-50 Minuten


Meine derzeitige Müdigkeit spottet jeder Beschreibung. Bereits in der U-Bahn auf dem Weg ins Nouveau Casino bin ich eingenickt, verfiel in einen narkotösen Kurzschlaf und hatte große Mühe, frühzeitig auszusteigen und nicht einfach bis zum Ende der Linie durchzufahren.



Umso erstaunlicher, daß bereits eine viertel Stunde später meine Schlaffheit (kurzfristig) wie weggeblasen war. Das kanadische Trio The Rural Alberta Advantage spielte so frisch und rasant auf, daß sie noch Bären aus dem Winterschlaf gerissen hätten. Hei, was war das ein flottes, berauschendes Set! Drei hübsche junge Menschen (Nils Edenloff, Amy Cole und Paul Banwatt) vermittelten Spiel-und Lebensfreude pur und zauberten mir ein Dauerlächeln auf die Lippen. Alle drei waren auf ihre Art und Weise außergewöhnlich. Drummer Paul trommelte druchgängig mit 250 Sachen und riß dabei den Mund herrlich weit auf, Sänger Nils greinte mit krächzig kehliger Stimme im Stile eines John McCauley von Deer Tick und Amy sah nicht nur umwerfend hübsch aus, sondern spielte zudem Schlagzeug, Glockenspiel, Keyboard und alle möglichen Percussioninstrumente. Jeder einzelne Song war ein Knaller. Four Night Rider wirbelte wie ein Tornado (witzigerweise ein anderer Titel der Band) durchs Nouveau Casino und Drain The Blood setzte hinsichtlich Tempo, Catchyness und und Melodienverliebtheit noch einen obendrauf. Soviel Schmiss und Lässigkeit hatte ich zuletzt bei Tokyo Police Club erlebt und die teilen mit The Rural Alberta Advantage nicht nur das famose Label Saddle Creek, sondern auch das Gespür für süchtig machende Indiepop Songs. In dem heutigen Set gab es keinen einzigen Ausfall oder Langweiler, es wurde von der ersten bis zur letzten Minute gesprintet und hinterher fragte ich mich, warum die nicht schon viel bekannter sind. Ace! Totally ace!

Mehr Photos The Rural Alberta Advantage @ Nouveau Casino, Paris, klick!

Setlist The Rural Alberta Advantage, Nouveau Casino, Paris*

01: Luciana
02: Rush Apart
03: Don't Haunt This Place
04: Muscle
05: Frank, AB
06: The Ballad Of The RAA
07: 4 Night Rider
08: Edmonton
09: Tornado
10: Stamp
11: In The Summertime
12: Drain The Blood
13: The Deadroads
14: Knife
15: Sleep All Day
16: The Dethbridge In Lethbridge

* es wurden nicht alle aufgelisteten Lieder gespielt. Vielmehr handelte es sich um einen Pool aus Songs, aus dem man sich auf der aktuellen Tour bedient.

Aber wie waren die Headliner Roken Is Dodelijk aus Frankreich? Konnten sie die wahnsinnig gute Vorgruppe noch toppen?

Genügend Spielzeit bekamen sie zumindest eingeräumt. Opulente 75 Minuten, sehr viel für eine Band, die bisher noch kein richtiges Album, sondern lediglich zwei EPs (R.I.P, The Terrible Things) veröffentlicht hat. Roken Is Dodelijk kommen aus dem nordfranzösischen Lille und hatten mir bereits beim Festival Rock en Seine 2010 vor den Toren von Paris richtig gut gefallen.



Heute ging es um zehn nach 9 los. In der Mitte gleich vor mir agierte der hibbelige, hyperaktive Sänger, der über eine soulig angehauchte Stimme im Stile eines Patrick Watson verfügt, wenn er ins Falsett abdriftet aber auch an Morrissey erinnert. Links außen dann Lena Deluxe, zierliche Keyboarderin und Backgroundsängerin, die auch eine vielversprechende Solokarriere verfolgt und zudem vier andere Musiker, die abgesehen vom Schlagzeuger untereinander ihren Bass, die Elektrische oder die Akustische wechselten. Ein schwungvolles Sextett, das sich anschickt, eine der besten aktuellen Indiebands in Frankreich zu werden. Eingängige Hits haben sie auf jeden Fall zu bieten, King Of This Town oder The Terrible Things seien nur beispielshaft erwähnt. Alles bei ihnen klingt frisch, melodiös und treibend, sie sind so etwas wie die französische Antwort auf Acts wie Fanfarlo, Patrick Watson, Arcade Fire, Modest Mouse und den Magic Numbers und müssen sich vor diesen internationalen Namen wirklich nicht verstecken. Fast mühelos schafften sie es, das Pariser Publikum auf ihre Seite zu ziehen und durchgängig einen hohen Spannungsbogen zu halten.

Schwer zu sagen, ob sie genauso gut wie die hervorragende Vorgruppe des heutigen Abends waren, aber sie standen nicht zu Unrecht im Rampenlicht und werden sicherlich 2011 so richtig durchstarten. Ich drücke ihnen jedenfalls die Daumen!

Auf ihrem Blog kann man sich alle Stücke in Ruhe anhören.

- Die weltberühmte Pariser Blogothèque hat mit Roken Is Dodelijk jede Menge Videos gedreht, klick!

Setlist Roken Is Dodelijk, Nouveau Casino, Paris:

01: Good Enough
02: The Story
03: King Of This Town
04: I Believe
05: The Tribe
06: Cover
07: Even After All
08: Sound
09: The Letter
10: MDC
11: Jogging
12: 75

13: Stereo King

The Rural Alberta Advantage in Deutschland:

02.12.2010: Haldern Pop Bar, Rees-Haldern
03.12.2010: Magnet Club, Berlin

und am 4.12.2010 im Paradiso in Amsterdam

Link: Das Klienicum hat bereits im Februar 2008 über The Rural Alberta Advantage berichtet. Lesenswert wie immer, klick!


Yoav, Paris, 15.10.10


Konzert: Yoav

Ort: Le Nouveau Casino, Paris

Datum: 15.10.2010

Zuschauer: etwa 200-250

Konzertdauer: gut 45 Minuten



Da ich heute auf kein Konzert gehe, bliebt etwas Zeit auf den Soirée Custom des 15. Oktobers zurückzublicken. Ich hatte von den feschen Mädels von The Like und ihrem frischen 60iesPop berichtet, aber kein Wort über einen jungen, aus Südafrika stammenden Musiker namens Yoav verloren. Ein Versäumnis, das es nachzuholen gilt, denn der Bursche ist sehr talentiert und richtet lediglich mit seiner Akustikgitarre ein paar verblüffende Dinge an. Seine Technik erinnerte mich an die famose Kaki King. Er bearbeite seine Akustische auf jede erdenkliche Art und Weise, zupfte, klopfte, loopte was das Zeug hielt und schuf so einen kinsternden Wüstenfolk mit Shoegaze-Einschlag. Ein prickelndes Gebräu! Auch sein Gesang gefiel mir. Mal war er trocken und nüchtern, mal glitt er ins himmelhochjauchzende Falsett ab. Jammerschade, daß das Publikum wieder einmal zu ungeduldig und unkonzentriert war und einige Leute behaupteten, das Gebotene sei langweilig gewesen. Diesen Langweile-Vorwurf kann ich ohnehin nicht mehr ertragen. Bei etlichen Folkkünstlern kommt er wie das Amen in der Kirche: "Langweilig!", stöhnen sie dann diese entertainmentgeilen Mitbürger. Das nächste Mal ziehe ich ihnen mal kräftig an den Hammelohren, das erhöht ihre Pulsfrequenz!

Kurzum: Yoav eher spannend, als langweilig. So! Ich bleibe jedenfalls am Ball.

Yoav, Paris, 15.10.10


Konzert: Yoav

Ort: Le Nouveau Casino, Paris

Datum: 15.10.2010

Zuschauer: etwa 200-250

Konzertdauer: gut 45 Minuten



Da ich heute auf kein Konzert gehe, bliebt etwas Zeit auf den Soirée Custom des 15. Oktobers zurückzublicken. Ich hatte von den feschen Mädels von The Like und ihrem frischen 60iesPop berichtet, aber kein Wort über einen jungen, aus Südafrika stammenden Musiker namens Yoav verloren. Ein Versäumnis, das es nachzuholen gilt, denn der Bursche ist sehr talentiert und richtet lediglich mit seiner Akustikgitarre ein paar verblüffende Dinge an. Seine Technik erinnerte mich an die famose Kaki King. Er bearbeite seine Akustische auf jede erdenkliche Art und Weise, zupfte, klopfte, loopte was das Zeug hielt und schuf so einen kinsternden Wüstenfolk mit Shoegaze-Einschlag. Ein prickelndes Gebräu! Auch sein Gesang gefiel mir. Mal war er trocken und nüchtern, mal glitt er ins himmelhochjauchzende Falsett ab. Jammerschade, daß das Publikum wieder einmal zu ungeduldig und unkonzentriert war und einige Leute behaupteten, das Gebotene sei langweilig gewesen. Diesen Langweile-Vorwurf kann ich ohnehin nicht mehr ertragen. Bei etlichen Folkkünstlern kommt er wie das Amen in der Kirche: "Langweilig!", stöhnen sie dann diese entertainmentgeilen Mitbürger. Das nächste Mal ziehe ich ihnen mal kräftig an den Hammelohren, das erhöht ihre Pulsfrequenz!

Kurzum: Yoav eher spannend, als langweilig. So! Ich bleibe jedenfalls am Ball.

The Like, Paris, 15.10.10


Konzert: The Like
(Yoav, Zach Miskin)
Ort: Le Nouveau Casino, Paris

Datum: 15.10.2010

Zuschauer: nicht ausverkauft

Konzertdauer: 39 Minuten für The Like


Ob da ausgebuffte Marketingstrategen dahinter stecken? Leute, die genau wissen, daß lustmolchige Konzertblogger wie ich wehrlos und vor Geilheit sabbernd auf die heißen Frauenbeine glotzen, die da vorne auf der Bühne von kessen Weibsbildern spazieren geführt werden? Nach den Dum Dum Girls (auf dem Foto) und den Vivian Girls trat schon wieder solch eine weibliche 60ies Pop/Garagenrockband auf, in der viel Wert auf Sexappeal und die richtige Pose gelegt wurde. Ihr Name diesmal: The Like. Wie die Musik war? Moment mal, lass mich mal überlegen, ich war mit den Gedanken (und den Augen) immer auf den Strumpfhosen und den schicken Stiefelchen...

Vielleicht fällt es mir morgen wieder ein...

"Let's Spend The Night Together, trallalalala"

So, Freunde!, jetzt also:

Noch immer ganz benebelt von der atemberaubenden Erscheinung der vier Mädels von The Like versuche ich einen Tag nach dem Konzert ein paar klare Gedanken zur Musik des Quartetts zu formulieren. Wenn renommierte Musikzeitschriften wie Q und Mojo jeweils vier Sterne für das neue Album Release Me springen lassen und von einem zuküftigen Kult-Klassiker sprechen (Q), dann müssen doch auch die Lieder toll sein, oder etwa nicht? Tatsache ist jedenfalls schon mal, daß ich mich während des fetzigen Gigs keine Sekunde gelangweilt habe. Wie es sich für 60ies Pop/Garagenrock gehört, überschritt kein Lied die drei Minuten Marke und zwischen den einzelnen Songs wurde auch nicht lange getrödelt. Konzerte von den Dum Dum Girls, den Vivian Girls und eben The Like konsumiert man wie ein herrlich kühles Bier an einem heißen Sommertag. Man zischt es auf ex runter und fühlt sich danach gleich viel besser. Die Drummerin schlägt schnell den Takt an und schwups wird auf den Gitarren geschrammelt, mit den Hüften gewackelt und den Köpfchen geschüttelt. Soviel geballte Frauenpower gepaart mit dem süßen 60ies Charme ist schon ansteckend und man muss schon ein störrischer Griesgram sein, wenn man zu Nummern wie dem flotten He's Not A Boy oder dem Beach Boys angehauchten Release Me nicht mitwippt. Über die Halbwertzeit von diesen ganzen Retro- Girlgroups kann man sicherlich streiten und behaupten, daß die Mädels immer nur einen Sommer lang tanzen, The Like aber gibt es immerhin schon seit 2001. Die temperamentvolle blonde Sängerinn Elizabeth "Z" Berg hält den Laden zusammen und hat auch schon den ein oder anderen Wechsel im Line-Up kompensieren müssen. Bestens aufgelegt verkündete Z, daß ihre Eltern eigentlich schon damals nach Paris ziehen wollten, aber es dummerweise nie getan hätten. Aber was soll's Los Angeles ist auch schön und wenn sie uns noch mehr Frauenbands wie die Dum Dum Girls oder The Like schicken, haben wir in Paris nichts dagegen, wir sind ja schließlich keine Kostverächter!

Ausgewählte Konzerttermine The Like (ohne Gewähr):

16.10.2010: Rotown, Rotterdam
17.10.2010: Übel & Gefährlich, Hamburg
18.10.2010: Magnet Club, Berlin
19.10.2010: Gebäude 9, Köln



The Like, Paris, 15.10.10


Konzert: The Like
(Yoav, Zach Miskin)
Ort: Le Nouveau Casino, Paris

Datum: 15.10.2010

Zuschauer: nicht ausverkauft

Konzertdauer: 39 Minuten für The Like


Ob da ausgebuffte Marketingstrategen dahinter stecken? Leute, die genau wissen, daß lustmolchige Konzertblogger wie ich wehrlos und vor Geilheit sabbernd auf die heißen Frauenbeine glotzen, die da vorne auf der Bühne von kessen Weibsbildern spazieren geführt werden? Nach den Dum Dum Girls (auf dem Foto) und den Vivian Girls trat schon wieder solch eine weibliche 60ies Pop/Garagenrockband auf, in der viel Wert auf Sexappeal und die richtige Pose gelegt wurde. Ihr Name diesmal: The Like. Wie die Musik war? Moment mal, lass mich mal überlegen, ich war mit den Gedanken (und den Augen) immer auf den Strumpfhosen und den schicken Stiefelchen...

Vielleicht fällt es mir morgen wieder ein...

"Let's Spend The Night Together, trallalalala"

So, Freunde!, jetzt also:

Noch immer ganz benebelt von der atemberaubenden Erscheinung der vier Mädels von The Like versuche ich einen Tag nach dem Konzert ein paar klare Gedanken zur Musik des Quartetts zu formulieren. Wenn renommierte Musikzeitschriften wie Q und Mojo jeweils vier Sterne für das neue Album Release Me springen lassen und von einem zuküftigen Kult-Klassiker sprechen (Q), dann müssen doch auch die Lieder toll sein, oder etwa nicht? Tatsache ist jedenfalls schon mal, daß ich mich während des fetzigen Gigs keine Sekunde gelangweilt habe. Wie es sich für 60ies Pop/Garagenrock gehört, überschritt kein Lied die drei Minuten Marke und zwischen den einzelnen Songs wurde auch nicht lange getrödelt. Konzerte von den Dum Dum Girls, den Vivian Girls und eben The Like konsumiert man wie ein herrlich kühles Bier an einem heißen Sommertag. Man zischt es auf ex runter und fühlt sich danach gleich viel besser. Die Drummerin schlägt schnell den Takt an und schwups wird auf den Gitarren geschrammelt, mit den Hüften gewackelt und den Köpfchen geschüttelt. Soviel geballte Frauenpower gepaart mit dem süßen 60ies Charme ist schon ansteckend und man muss schon ein störrischer Griesgram sein, wenn man zu Nummern wie dem flotten He's Not A Boy oder dem Beach Boys angehauchten Release Me nicht mitwippt. Über die Halbwertzeit von diesen ganzen Retro- Girlgroups kann man sicherlich streiten und behaupten, daß die Mädels immer nur einen Sommer lang tanzen, The Like aber gibt es immerhin schon seit 2001. Die temperamentvolle blonde Sängerinn Elizabeth "Z" Berg hält den Laden zusammen und hat auch schon den ein oder anderen Wechsel im Line-Up kompensieren müssen. Bestens aufgelegt verkündete Z, daß ihre Eltern eigentlich schon damals nach Paris ziehen wollten, aber es dummerweise nie getan hätten. Aber was soll's Los Angeles ist auch schön und wenn sie uns noch mehr Frauenbands wie die Dum Dum Girls oder The Like schicken, haben wir in Paris nichts dagegen, wir sind ja schließlich keine Kostverächter!

Ausgewählte Konzerttermine The Like (ohne Gewähr):

16.10.2010: Rotown, Rotterdam
17.10.2010: Übel & Gefährlich, Hamburg
18.10.2010: Magnet Club, Berlin
19.10.2010: Gebäude 9, Köln



Tame Impala & Yeti Lane, Paris, 26.08.10


Konzert: Tame Impala (Yeti Lane)

Ort: Le Nouveau Casino,Paris
Datum: 26.08.10
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: gut eine Stunde, Yeti Lane ungefähr eine halbe Stunde


Ein verrücktes Szenario: Kaum jemand kennt die Hauptgruppe des heutigen Abends und dennoch ist das Nouveau Casino trotz Sommerlochs in den Indieclubs ausverkauft. Dürstet es etwa die heimgekommenen Urlauber nach Konzerten, egal wer spielt? Fast könnte man das meinen, obwohl das natürlich keineswegs die Band Tame Impala aus Australien abwerten soll.

Der junge Vierer aus Down Under bot ein fetziges, psychedelisch angehauchtes Konzert, das musikalisch irgendwo zwischen Can, den Beach Boys, Blur, Pavement , Black Mountain und King Crimson anzusiedeln war. Krautrock, 60ies Pop, Indierock, Noise und Progrock, hier und heute waren fast alle Stilrichtungen vertreten. Ich kannte vorher kein einziges Lied, was mich aber nicht daran hinderte, einen guten Abend mit den Jungs zu verleben. Ob Tame Impala die kommende Musiksensation sind, vermag ich indessen nicht zu beurteilen. Immerhin spielen sie dieses Wochenende beim Leeds/Reading Festival, was ja bekanntlich keine so schlechte Referenz ist. Danach geht es aber erst einmal wieder für eine ausgedehnte Tour nach Australien. Wann Tame Impala in Deutschland aufkreuzen werden, steht noch in den Sternen. Wenn ihr nächstes Jahr den Namen irgendwo aufschnappt, erinnert euch bitte daran, daß ihr wie immer beim Konzerttagebuch den ersten Konzertbericht gelesen habt, wo auch sonst.

Yeti Lane aus Frankreich waren übrigens Vorband und gut wie immer, obwohl aus dem Trio ein Duo geworden ist und die Sensationssingle Lonesome George nicht mehr gespielt werden kann, weil der Sänger Loac (es gibt/gab bei Yeti Lane zwei Sänger, der andere ist Ben Pleng, der auch Gitarrist bei Herman Dune ist.) nicht mehr dabei ist.


Tame Impala & Yeti Lane, Paris, 26.08.10


Konzert: Tame Impala (Yeti Lane)

Ort: Le Nouveau Casino,Paris
Datum: 26.08.10
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: gut eine Stunde, Yeti Lane ungefähr eine halbe Stunde


Ein verrücktes Szenario: Kaum jemand kennt die Hauptgruppe des heutigen Abends und dennoch ist das Nouveau Casino trotz Sommerlochs in den Indieclubs ausverkauft. Dürstet es etwa die heimgekommenen Urlauber nach Konzerten, egal wer spielt? Fast könnte man das meinen, obwohl das natürlich keineswegs die Band Tame Impala aus Australien abwerten soll.

Der junge Vierer aus Down Under bot ein fetziges, psychedelisch angehauchtes Konzert, das musikalisch irgendwo zwischen Can, den Beach Boys, Blur, Pavement , Black Mountain und King Crimson anzusiedeln war. Krautrock, 60ies Pop, Indierock, Noise und Progrock, hier und heute waren fast alle Stilrichtungen vertreten. Ich kannte vorher kein einziges Lied, was mich aber nicht daran hinderte, einen guten Abend mit den Jungs zu verleben. Ob Tame Impala die kommende Musiksensation sind, vermag ich indessen nicht zu beurteilen. Immerhin spielen sie dieses Wochenende beim Leeds/Reading Festival, was ja bekanntlich keine so schlechte Referenz ist. Danach geht es aber erst einmal wieder für eine ausgedehnte Tour nach Australien. Wann Tame Impala in Deutschland aufkreuzen werden, steht noch in den Sternen. Wenn ihr nächstes Jahr den Namen irgendwo aufschnappt, erinnert euch bitte daran, daß ihr wie immer beim Konzerttagebuch den ersten Konzertbericht gelesen habt, wo auch sonst.

Yeti Lane aus Frankreich waren übrigens Vorband und gut wie immer, obwohl aus dem Trio ein Duo geworden ist und die Sensationssingle Lonesome George nicht mehr gespielt werden kann, weil der Sänger Loac (es gibt/gab bei Yeti Lane zwei Sänger, der andere ist Ben Pleng, der auch Gitarrist bei Herman Dune ist.) nicht mehr dabei ist.


Vivian Girls & El Boy Die, Paris, 22.07.10


Konzert: Vivian Girls & El Boy Die

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 22.07.10
Zuschauer: nicht ausverkauft
Konzertdauer: Vivian Girls 45 Minuten, El Boy Die etwas kürzer



Junge, hübsche, stark tätowierte Frauen, was gibt es eigentlich Schöneres auf der Welt? Ich meine mal abgesehen von meiner Katze und meiner untätowierten Gattin (in dieser Reihenfolge, ha!)? Muss man nicht lange überlegen, gell?, natürlich sind diese Integraltattoo-Miezen scharf wie Rettich und an Schönheit kaum zu überbieten, zumal wenn sie wie die Vivian Girls noch dazu ungemein flotte und berauschende Musik machen. Donnerwetter, war das ein duftes Konzert! 45 Minuten Vollgas, catchy Melodien und packende, ungemein euphorisierende Gitarrenriffs im Überfluß plus ein vom 60 ies Pop infizierter Gesang, dieser Gig hatte wirklich alle Zutaten eines fantastischen Konzertabends! Die Vivian Girls waren toll, toll, toll!!!

Morgen noch etwas mehr spätpubertierende, testosterongeschwängerte Lobhudelei und auch ein paar Sätze zur guten Vorgruppe El Boy Die, die durch eine CD-Besprechung der Bloggergötter vom Klienicum (Gründer Eike scheint dort nicht mehr die einzige Granate zu sein, die Rede ist immer von "wir") kürzlich den Ritterschlag erhielten. (klick!)

So mal eine Nacht drüber geschlafen und inzwischen nüchtern. Der Rausch, den mir die Vivian Girls mit ihrem packenden Konzert bereitet haben, war allerdings von der ganz feinen Art. Diese Ungestümheit, diese jugendliche Frische, dieses girliehafte Selbstbewußtsein, hach, das war schon höchstgradig charmant! Ich muss noch die ganze Zeit daran denken, wie die niedliche BassistinKickball Katy ihre tollen roten Haare geschüttelt hat und Lebensfreude pur versprühte. Ich konnte mich kaum an ihr sattsehen, oder wie der Engländer/Amerikaner es ausdrückt: "I had a crush on her! "Aber auch die gleich vor mir spielende Sängerin Cassie Ramone hatte was. Deutlich magerer und androgyner als ihre Bassistenkollegin, aber ähnlich stark tätowiert (dieses Tattoo mit der Katze: süß!) sang sie die kaum verständlichen Tetxe auf das Wundervollste. Traumhaft unschuldig und zartschmelzend ihre Stimme, perfekt abgerundet durch den Backgroundgesang von Katy. Sie wirkte recht schüchtern und in sich gekehrt udn so war es die aufgeweckte Katy Goodman, die für die wenigen Ansagen zuständig war. "How do you guys doing?, oder thanks for coming out tonight", die üblichen artigen Allgemeinplätze, allerdings mit einem aufrichtigen Lächeln aufgesagt. Die Franzosen im Publikum verstanden sowieso schon wieder nix und so kam es zu dem lustigen Ergebnis, daß auf die Frage: "Who is in love her in the audiece?" keine Antwort kam und die Katy folgerte: "Oh nobody is in love with anybody here, that's quite sad." Aber diese kurzen Kontaktaufnahmen waren eh nur Verschnaufpausen in einem flüssig und mit viel Pep vorgetragenen Set, das auch mit zwei neuen Titel aufwarten konnte. Wobei für mich persönlich sowieso jedes Lied Neuland war, denn ich hatte mich bisher überhaupt nicht in das Repertoire der Mädels aus Brooklyn eingearbeitet. Zwei Alben stehen zu Buche, Vivian Girls (2008) und Everything Goes Wrong (2009).

Ich glaube keiner im Publikum hat sich auch nur eine Minute gelangweilt und falls doch jemand die Perfomance doof fand, so wurde er nah knappen 45 Minuten und einer einzigen Zugabe erlöst. Für mich häte es allerdings durchaus noch Nachschlag geben dürfen. Das Ganze noch einmal hätte ich am liebsten Hereingerufen, als das Power Trio die Bühne verließ, aber die Grazien mussten weiter zum Midi Festival nach Hyères in Südfrankreich...

Setlist Vivian Girls, Nouveau Casino, Paris, klick!

Vor den Vivian Girls durfte ein französisches Power Duo namens El Boy Die zeigen, was sie so drauf haben. Sie am Schlagzeug, er an der Elektrischen. Also genau wie bei den White Stripes oder Joe Gideon & The Shark. Zweierformationen dieser Art sind bekannt dafür, live genau auf den Punkt zu spielen und die ungefiltertste Form von Rock'n Roll zu bieten, die man sich vorstellen kann. Man denke in diesem Zusammenhang auch an die Black Keys oder die Blood Red Shoes, die ebenfalls für ihre explosiven Shows geliebt und gelobt werden. El Boy Die stellen hinsichtlich der Explosivität und Rohheit keine Ausnahme dar. Ihr pechschwarzer grungeinfizierter Sound war 100 % zuckerfrei, knochentrocken und diabolisch noisig. Nach oft schleppendem Beginn steigerten sich die Songs in einen hypnotischen Rausch aus verzerrten Gitarren und peitschenden Drums und wirbelten mich ordentlich durch. An den Gesichtern der Zuschauer war abzulesen, daß der weitestgehend melodienfreie Stil von El Boy Die nicht unbedingt jedermans Sache war, aber zumindest ich verbrachte eine spannungsgeladene halbe Stunde, die liedtechnisch mit Stücken von How The Way Is Long und dem Neuling The Black Hawk Ladies & Tambourins bestritten wurde. Auf jeden Fall eine Band, die man als alter Fan von Nirvana im Auge behalten sollte!



Vivian Girls & El Boy Die, Paris, 22.07.10


Konzert: Vivian Girls & El Boy Die

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 22.07.10
Zuschauer: nicht ausverkauft
Konzertdauer: Vivian Girls 45 Minuten, El Boy Die etwas kürzer



Junge, hübsche, stark tätowierte Frauen, was gibt es eigentlich Schöneres auf der Welt? Ich meine mal abgesehen von meiner Katze und meiner untätowierten Gattin (in dieser Reihenfolge, ha!)? Muss man nicht lange überlegen, gell?, natürlich sind diese Integraltattoo-Miezen scharf wie Rettich und an Schönheit kaum zu überbieten, zumal wenn sie wie die Vivian Girls noch dazu ungemein flotte und berauschende Musik machen. Donnerwetter, war das ein duftes Konzert! 45 Minuten Vollgas, catchy Melodien und packende, ungemein euphorisierende Gitarrenriffs im Überfluß plus ein vom 60 ies Pop infizierter Gesang, dieser Gig hatte wirklich alle Zutaten eines fantastischen Konzertabends! Die Vivian Girls waren toll, toll, toll!!!

Morgen noch etwas mehr spätpubertierende, testosterongeschwängerte Lobhudelei und auch ein paar Sätze zur guten Vorgruppe El Boy Die, die durch eine CD-Besprechung der Bloggergötter vom Klienicum (Gründer Eike scheint dort nicht mehr die einzige Granate zu sein, die Rede ist immer von "wir") kürzlich den Ritterschlag erhielten. (klick!)

So mal eine Nacht drüber geschlafen und inzwischen nüchtern. Der Rausch, den mir die Vivian Girls mit ihrem packenden Konzert bereitet haben, war allerdings von der ganz feinen Art. Diese Ungestümheit, diese jugendliche Frische, dieses girliehafte Selbstbewußtsein, hach, das war schon höchstgradig charmant! Ich muss noch die ganze Zeit daran denken, wie die niedliche BassistinKickball Katy ihre tollen roten Haare geschüttelt hat und Lebensfreude pur versprühte. Ich konnte mich kaum an ihr sattsehen, oder wie der Engländer/Amerikaner es ausdrückt: "I had a crush on her! "Aber auch die gleich vor mir spielende Sängerin Cassie Ramone hatte was. Deutlich magerer und androgyner als ihre Bassistenkollegin, aber ähnlich stark tätowiert (dieses Tattoo mit der Katze: süß!) sang sie die kaum verständlichen Tetxe auf das Wundervollste. Traumhaft unschuldig und zartschmelzend ihre Stimme, perfekt abgerundet durch den Backgroundgesang von Katy. Sie wirkte recht schüchtern und in sich gekehrt udn so war es die aufgeweckte Katy Goodman, die für die wenigen Ansagen zuständig war. "How do you guys doing?, oder thanks for coming out tonight", die üblichen artigen Allgemeinplätze, allerdings mit einem aufrichtigen Lächeln aufgesagt. Die Franzosen im Publikum verstanden sowieso schon wieder nix und so kam es zu dem lustigen Ergebnis, daß auf die Frage: "Who is in love her in the audiece?" keine Antwort kam und die Katy folgerte: "Oh nobody is in love with anybody here, that's quite sad." Aber diese kurzen Kontaktaufnahmen waren eh nur Verschnaufpausen in einem flüssig und mit viel Pep vorgetragenen Set, das auch mit zwei neuen Titel aufwarten konnte. Wobei für mich persönlich sowieso jedes Lied Neuland war, denn ich hatte mich bisher überhaupt nicht in das Repertoire der Mädels aus Brooklyn eingearbeitet. Zwei Alben stehen zu Buche, Vivian Girls (2008) und Everything Goes Wrong (2009).

Ich glaube keiner im Publikum hat sich auch nur eine Minute gelangweilt und falls doch jemand die Perfomance doof fand, so wurde er nah knappen 45 Minuten und einer einzigen Zugabe erlöst. Für mich häte es allerdings durchaus noch Nachschlag geben dürfen. Das Ganze noch einmal hätte ich am liebsten Hereingerufen, als das Power Trio die Bühne verließ, aber die Grazien mussten weiter zum Midi Festival nach Hyères in Südfrankreich...

Setlist Vivian Girls, Nouveau Casino, Paris, klick!

Vor den Vivian Girls durfte ein französisches Power Duo namens El Boy Die zeigen, was sie so drauf haben. Sie am Schlagzeug, er an der Elektrischen. Also genau wie bei den White Stripes oder Joe Gideon & The Shark. Zweierformationen dieser Art sind bekannt dafür, live genau auf den Punkt zu spielen und die ungefiltertste Form von Rock'n Roll zu bieten, die man sich vorstellen kann. Man denke in diesem Zusammenhang auch an die Black Keys oder die Blood Red Shoes, die ebenfalls für ihre explosiven Shows geliebt und gelobt werden. El Boy Die stellen hinsichtlich der Explosivität und Rohheit keine Ausnahme dar. Ihr pechschwarzer grungeinfizierter Sound war 100 % zuckerfrei, knochentrocken und diabolisch noisig. Nach oft schleppendem Beginn steigerten sich die Songs in einen hypnotischen Rausch aus verzerrten Gitarren und peitschenden Drums und wirbelten mich ordentlich durch. An den Gesichtern der Zuschauer war abzulesen, daß der weitestgehend melodienfreie Stil von El Boy Die nicht unbedingt jedermans Sache war, aber zumindest ich verbrachte eine spannungsgeladene halbe Stunde, die liedtechnisch mit Stücken von How The Way Is Long und dem Neuling The Black Hawk Ladies & Tambourins bestritten wurde. Auf jeden Fall eine Band, die man als alter Fan von Nirvana im Auge behalten sollte!



Chris Garneau & Holly Miranda, Paris, 19.07.10


Konzert: Chris Garneau & Holly Miranda

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 19.07.10

Zuschauer: recht viele
Konzertdauer: Chris Garneau etwa 50, Holly Miranda circa 65 Minuten



Die 2. Auflage des Pariser Festivals Colors sorgt dafür, daß auch in den heißen Sommermonaten (die für Konzertveranstalter in geschlossenen Clubs eigentlich die typische Saure-Gurken Zeit darstellen) etwas für Indiemusikfans geboten wird. Erstaunlich viele Hauptstädter sind noch nicht in den Urlaub an die Côte d'Azur oder die Bretagne abgedüst und so war es heute dann auch recht voll im Nouveau Casino. Man kann von Glück reden, daß die Location recht gut klimatisiert ist und relativ erträgliche Temperaturen herrschten. Der den Konzertabend eröffnende Amerikaner Chris Garneau hatte trotzdem vorgesorgt. Nur mit einem dunklen Unterhemd bekleidet saß er traumversunken hinter seinem Flügel, klimperte gefühlvoll und hauchte seine Herz-Schmerz Balladen in die Luft. Aber er war nicht ganz alleine gekommen, sondern wurde vortrefflich durch ein richtiges kleines Orchester begleitet. Mein geschultes Auge erspähte eine bildhübsche Cellistin in der Mitte, aber auch zwei Streicher (ein Männlein, ein Weiblein) und eine Trompetensektion. Gerade jene Trompeter die bei ein paar Liedern zum Einsatz kamen, gefielen mir mit Abstand am Besten. Mindestens seit Fanfarlo wurde nicht mehr so schön in ein Blechinstrument geblasen, manchmal erreichte die Tröterei gar Beatlessche Schönheitsdimensionen. Alles klang harmonisch rund und ausgewogen und auch der Sound hätte nicht besser sein können. Wenn doch bloß der Barkeeper mit siner Eishackerie nicht den Vortag gestört hätte! Aus zahlreichen Kehlchen zischte es ihm entgegen, er solle damit sofort aufhören und peinlich berührt stellte er den Lärm (der zur Ausübung seines Jobs gehörte) daraufhin sofort ein. Der Rest war Hörgenuß pur und wenn es Chris Garneau mit seinem Geseufze und Gewimmere nicht manchmal ein wenig übertreiben würde, wäre ich sein größter Fan. An den viel zu früh verstorbenen Großmeister der betörend schönen Melancholie namens Elliott Smith kommt Garneau für mich deshalb noch nicht ran, auch wenn er meinen Helden zum Abschluß coverte (Between The Bars). Dennoch: insgesamt ein traumhaftes Konzert, in dem munter zwischen Songs vom Debüt Music For Tourists (Baby's Romance, Relief) und Neuheiten von El Radio (besonders toll: Fireflies) hin und her gewechselt wurde.

Gut 20 Minuten später ging es mit Holly Miranda und ihrer Band weiter. In den letzten Monaten von der Musikpresse gehypt, hatte es die kesse Lady zur Headlinerin geschafft. Schon erstaunlich, Chris Garneau spielt seit 2 bis 3 Jahren regelmäßig in Paris (er war schon mindestens fünf mal auf den Bühnen der schönen Seine -Metropole zu sehen) und eine Newcomerin schnappt ihm prompt die Hauptrolle weg! Holly wußte ihr Glück aber zu schätzen, betonte mehrfach, wie klasse es für sie sei in dieser tollen Location zu spielen und konnte auch sonst mit ihrem sympatischen Auftreten punkten. Schade insofern, daß ich letztlich doch ein wenig enttäuscht wurde. Die Stimme der Amerikanerin war mir zu soulig/jazzig und rief bisweilen unschöne Assoziationen zu der scheußlichen Engländerin Elie Goulding hervor. Natürlich war die Musik von Holly Miranda nicht so beknackt wie die der blonden Britin, aber mit ihrer Stimme, die auch ein wenig nach Joan As Police Woman klang, konnte ich mich dennoch nicht 100 % anfreuden. Die shoegazigen Gitarren und das fetzige Schlagzeug machten aber einiges wett und so verlebte ich ein passables Set mit viel Druck und wenig Leerlauf. Gegen Ende machte Holly auch noch ihrem Herzen Luft, indem sie angrifflsutig bekannte, daß es doch in heutigen Zeiten eigentlich nicht mehr diskussionswürdig sei, wer wen heiraten dürfe. Ein deutliches Bekenntnis zur Homoehe, ausgesprochen von einer lesbischen jungen Dame, die mit ihrer direkten und authentischen Art (irgendwie erinnerte sie mich im Auftreten auch an Kaki King oder Tegan and Sara) noch viele Fans hinzugewinnen dürfte. Coole Frau, fast gutes Konzert! Hinweis: Holly Miranda tritt am 22. Juli im Hamburger Molotow auf.

Pour nos lecteurs français:

Le Festival Colors proposait ce soir une bien belle affiche: Chris Garneau et Holly Miranda. Deux artistes américains dotés d'une bonne renommé dans les cercles indés et encensé par la critique. Contre la règle "ladys first" c'est le monsieur qui commence:

Chris Garneau: Je me souviens de ce pianiste portant une (assez moche) moustache et de grosses lunettes lors de son concert donné à la Cigale le 7 octobre 2008. Mon étonnement était donc très grand de voir ce jeune homme sans moustache ni lunettes, habillé d'un marcel noir derrière son piano.
Il faut avouer qu'il est beau comme un jeune dieu, les traits très fins, menton marqué et yeux bleus magnifiques. Musicalement le changement est moins radical. Toujours la même voix douce et fragile, presque gémissante, avec des éclats de rébellion post-adolescente. Mais l'instrumentation est bien différente par rapport à la dernière fois. Cette fois-ci pas d'harmonium mais un petit orchestre classique avec violons, violoncelle, trompète et trombone. Et cela fait le plus grand bien au set! La trompète surtout, jubilatoire, presque beatlesque, m'a ravi. Visuellement je suis très charmé par la présence d'une ultra belle violoncelliste qui à l'air super concentré. Malgré tout c'est la voix de Garneau qui donne son cachet au spectacle. Certains la trouvent beaucoup trop maniérée et artificielle, mais je la trouve plutôt touchante et belle. Certes, il y a des moments où le côté larmoyant devient trop, mais c'est son style bien à lui. Le concert profite beaucoup de la prestation savante et harmonieuse ainsi que du bon son et du mélange agréable entre les morceaux du premier album Music For Tourists et du deuxième El Radio. Les temps forts sont certainement Fireflies avec des paroles en partie en français (la première partie, le reste est en anglais) et l'entêtant No More Pirates. Mais les chansons du premier album restent plaisantes à écouter notamment son petit tube Relief. Dommage que le concert s'achève sur une reprise un peu médiocre de mon héros Elliott Smith. Between The Bars reste beaucoup mieux dans sa version originale ce qui prouve que Chris ne peut pas rivaliser avec Elliott, ce qui est tout à fait normal puisque Monsieur Smith était le meilleur chanteur mélancolique de tous les temps!

La pause après dure un peu longtemps, mais j'ai la chance de ne pas être pas loin de la clim qui semble de sortir des murs. 25 minutes plus tard, la soirée reprend enfin:

Holly Miranda: Une fille naturelle et attachante fait son apparition entourée de trois mecs qui restent un peu sans visages. Tous les regards sont rivés vers l'américaine qui a travaillé avec le fameux producteur Dave Sitek (TV On The Radio) pour réaliser son premier album The Magician's Private Library. La brune saluée par le rapeur Kanye West et l'actrice et chanteuse Scarlett Johanson passe aisément du piano à la guitare et nous montre de beaux exemples de son caractère bien trempé. Voix forte et dynamique, visage d'ange variant entre regard rêveur et clin d'oeil carnassier. Stylistiquement le tout n'est pas simple à cataloguer. Il y a du shoegaze, du rock indé, mais aussi un côté blues/jazz surtout pour la voix. (reprise d'Etta James I'd Rather Go Blind) Et c'est un peu mon problème. Je ne suis pas vraiment fan de sa voix, pourtant particulière et ferme. Il m'a semblé qu'elle force et "hurle" un peu trop. Néanmois le concert a eu peu de temps mort et surtout le batteur m'impressionne par son jeu ultra-explosif et sec. Il y a de bons morceaux aussi, notamment Forest Green, Oh Forest Green, l'opener de son album. Vers la fin je commençais à m'ennuyer un peu, mais Holly me réveilla en expliquant que selon elle il ne faudrait plus interdire les mariages gay ("it shouldn't matter what sex you are, as long as there are two people in love"). Elle a bien raison et soudainement je sais à qui elle me fait penser avec son personnage cool, mais naturelle et coquine: à Kaki King et à Tegan and Sara! Une fille super sympa donc, qui finit par une ballade en piano en rappel et se laisse prendre en photo après le concert devant son camion qui l'emmène à l'Amsterdam ou elle jouera au Paradiso le lendemain.

Links:

- sehr schöne Albumbesprechung Chris Garneau-El Radio auf dem Klienicum, klick!
- mehr Fotos von Holly Miranda, klick!
- mehr Fotos von Chris Garneau, klick!
- Jolie chronique de cette soirée en français sur amazinglyblog, click!