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Shout Out Louds, Wien, 22.10.10

Konzert: Shout Out Louds, Dag För Dag
Ort: WUK, Wien
Dauer: Dag För Dag 40 Minuten, SOL 90 Minuten
Datum: 22.10.2010
Zuschauer: alles voll, 500


Es ist ja wirklich was Schönes, alle paar Tage auf ein Konzert gehen zu können, aber die Vorfreude geht so sehr leicht verloren. Früher war das doch anders, da hat
man wochenlang auf den Abend hingefiebert, die jeweilige CD zu Dauerrotation verdammt...

Ein Gefühl, dass ich in letzter Zeit nicht mehr oft hatte. Bei den Shout Out Louds schon.

Es war im kalten Winter 2008 und es war im WUK. Mein erstes Konzert, genau die gleichen Bands wie heute. Es war ein toller Abend. Einer, an den nur ganz wenige danach herankamen, einer, dem die Shouties auch bei ihren Festivalauftritten nicht das Wasser reichen konnten.

Auf ihrer Tour zu
Work im Frühjahr schaute für Wien dann leider "nur" eine exklusive Radio-Session im Funkhaus raus, hierfür Tickets gewinnen: mission impossible.

Karten fürs Frequency Festival zu bekommen stellt dagegen zwar kein Problem dar, ob man sich mit dem Massenauflauf in der Provinz aberein Freude macht ist die andere Frage. Jedenfalls wurde nach dem Auftritt der Shout Out Louds, dem ich als Teil des Massenauflaufs beiwohnte und den ich ein wenig leidenschaftslos fand, ein neuer Wien-Termin verlautbart. Eine schöne Sache!
Wieder im WUK, wieder mit Dag För Dag. Auch die Außentemperaturen gaben ihr Bestes, den Abend jenem 08 möglichst ähnlich (brr, kalt) zu gestalten. Auf diesen Aspekt hätte man zwar liebend gerne verzichtet, aber man sollte ja noch ordentlich ins Schwitzen kommen.
Und im Foyer war es auch warm.

Vor einer bereits gut gefüllten Halle begannen dann Dag För Dag als Trio ihr Set, einen Schlagzeuger hatte ich allerdings nicht in Erinnerung. Wenn ich mich recht erinnere, hatte man es bei Dag För Dag früher mit dem schwedisch-amerikanischen Geschwisterpaar Sarah und Jacob Snavely zu tun. Der Drummer, ob neu oder nicht, sorgte jedenfalls für ziemlich Dampf, während Sarah in einem 80ies/Disco/Retro-Kleid herumglitzerte und mit Jacob scherzte.
Der erste Song war ein instrumentales Intro, das auch ein bisschen die Marschroute vorgab. Esklang alles schwer nach shoegaziger Ungehobeltheit, eigentlich klingt das ganze Album so, mein Fehler, dass ich nur ihre erste EP besitze. Auf dieser fanden sich vier nette, zierliche Songs, die mir sehr gefallen. Mit der neuen Lage musste ich mich erst arrangieren, das dauerte aber zum Glück nicht lange. Das neue Boxed Up In Pine gefiel mir so z.B. ganz gut, während die beiden Geschwister Instrumente tauschten fanden sie auch immer wieder Zeit für kleine Scherzchen, so beklagten sie etwa, dass Wien derart weit im Osten läge, um im nächsten Moment skurrile Vampir-Geschichten zu erzählen. Sehr erheiternd, aber vielleicht wähnten sich die Schweden gar in Transsylvanien? Jedenfalls luden sie alle, die sich blutsaugerisch veranlagt fühlten, ein, nach dem Konzert zum Merch-Stand zu kommen, um dort ein bisschen zu plaudern.
Es täte ihnen sehr leid, dass sie durch Sarahs Schwangerschaft nicht unmittelbar nach Erscheinen des Albums getourt hätten, deshalb hätten sie jetzt noch mehr Freude am ganzen Tourleben. Ted von SOL durfte das bestätigen, war er doch "zufällig" gerade auf der Bühne.
Nach 40 Minuten endete die Freude dann mit - dem alten - Ring Me, Elise. Ein Abschluss, der mir fast am Besten gefiel. Dag För Dag haben ihre Chance als Support für die großen Geschwister von den Shout Out Louds wieder gut genützt und einige schöne Songs ausgepackt.

Auf den Hauptact musste das mittlerweile prall gefüllte WUK allerdings noch ein wenig warten. Ein einziger Roadie nahm seine Arbeit ernst und bereitete gewissenhaft alles für das Hochfest vor. Die Stimmung war bereits blendend, von Kälte auch keine Spur.

Begeisterungsstürme gabs dann schon, als der Fünfer aus Stockholm die Stiegen hinabkam. Die höchst ansehnliche Bebban voran wurde Platz genommen, um gleich loszulegen. Hierfür auserkoren ward Candle Burned Out, ein Song des aktuellen Albums.
Eine gute Wahl für den Beginn, eine klassische Aufwärmübung. Denn als die ersten Töne von Tonight I Have To Leave It, vor zwei Jahren übrigens Opener gewesen, erklangen, gab es kein Halten mehr. So demonstrativ wurde mit schwedischen Mini-Fahnen vor Sänger Adams Gesicht herumgewachelt, dass dieser gar nicht anders konnte, als es sich im Publikum bequem zu machen. Die alten Songs, speziell aus der Hitfabrik „Our Ill Wills“, kommen einfach am Besten an. Besonders das Intro mit den Kuhglocken ist immer was Tolles.

Weiter ging es mit einem neuen Song, bezeichnenderweise Show Me Something New. Darin ist unter anderem vom jünger werden die Rede, was zumindest auf das Publikum nicht zutraf. Genauso, wie die neuen Songs reifer und erwachsener klingen, ist auch die Zuhörerschaft mitgealtert. Wenn jemand behauptet hätte, es wären eins zu eins die selben Leute im Publikum wie beim letzen Konzert, hätte ich das sicher nicht hinterfragt. Zwei Jahre älter und wieder einen derartigen Spaß an den Tag gelegt, das gefällt.

In dieser Art und Weise ging es weiter, Altes, Neues und ganz Altes wurde gespielt, gegen Mitte des Sets dann auch Normandie. Ein absolutes Lieblingslied. Und auch ein wenig programmatisch, heißt es da doch „how can such a nordic city make me sweat“. Eine schöne Umschreibung des Hier und Jetzt. Draußen kalt, drinnen die Sauna in blau-gelb.

Mit Fall Hard kam dann auch das erste Stück des neuen Albums, das richtig ausgelassen betanzt wurde, unmittelbar danach The Comeback. Danach gabs zum Ausruhen ein paar gelassenere Songs, bis mit Impossible, und zwar wirklich der ganzen siebenminütigen Version, nicht der kürzeren Live-Version. Verständlich, dass sich die Band danach zurückzog und nach mehreren Minuten intensiver Beifallsbekundungen ihr eigenes Comeback vollbrachten.

Das sich Please Please Please in der Zugabe wiederfand, war wohl keine große Überraschung. Aber schön. Mit Seagull und Walls endete dann ihr Set, das um einiges länger war, als an den Abenden zuvor.

Und so ließ man im Foyer, mit den Schweden, ein schönes Konzert ausklingen, dass die Vorfreude vollkommen rechtfertigen konnte und das vor allem gezeigt hat, dass Band und Publikum, auch wenn sie gereift sein mögen, einander immer noch lieben.

Eine Freundin zitierte hernach die Band und sagte, das Konzert sei "like a punch in the face"gewesen, ein Schlag ins Gesicht also, so gut war es. Mag die Musik vielleicht nicht die anspruchsvollste unter der Sonne sein, mit guter Laune und unverbogener Ehrlichkeit kann man so einiges wett machen. Wien und das WUK wurden ihrem Ruf als Heimspiel der Shouties jedenfalls wieder gerecht, bleibt nur zu hoffen, dass bis zum nächsten regulären Konzert nicht wieder zwei Jahre vergehen...

your love is just...impossible...

Danke für die Bilder an Patrick!

Setlist Shout Out Louds, WUK, Wien:


01: Candle Burned Out
02: Tonight I Have To Leave It
03: Show Me Something New
04: South America
05: Very Loud
06: Four By Four
07: Normandie
08: Paper Moon
09: Fall Hard
10: The Comeback
11: Throwing Stones
12: 1999
13: There's Nothing
14: Shut your Eyes
15: Impossible

16: Please Please Please (Z)
17: Seagull (Z)
18: Walls (Z)

Aus unserem Archiv:

-
Shout Out Louds, Köln, 20.08.10
-
Shout Out Louds, Frankfurt, 29.03.10
-
Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
-
Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
-
Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07


Shout Out Louds, Wien, 22.10.10

Konzert: Shout Out Louds, Dag För Dag
Ort: WUK, Wien
Dauer: Dag För Dag 40 Minuten, SOL 90 Minuten
Datum: 22.10.2010
Zuschauer: alles voll, 500


Es ist ja wirklich was Schönes, alle paar Tage auf ein Konzert gehen zu können, aber die Vorfreude geht so sehr leicht verloren. Früher war das doch anders, da hat
man wochenlang auf den Abend hingefiebert, die jeweilige CD zu Dauerrotation verdammt...

Ein Gefühl, dass ich in letzter Zeit nicht mehr oft hatte. Bei den Shout Out Louds schon.

Es war im kalten Winter 2008 und es war im WUK. Mein erstes Konzert, genau die gleichen Bands wie heute. Es war ein toller Abend. Einer, an den nur ganz wenige danach herankamen, einer, dem die Shouties auch bei ihren Festivalauftritten nicht das Wasser reichen konnten.

Auf ihrer Tour zu
Work im Frühjahr schaute für Wien dann leider "nur" eine exklusive Radio-Session im Funkhaus raus, hierfür Tickets gewinnen: mission impossible.

Karten fürs Frequency Festival zu bekommen stellt dagegen zwar kein Problem dar, ob man sich mit dem Massenauflauf in der Provinz aberein Freude macht ist die andere Frage. Jedenfalls wurde nach dem Auftritt der Shout Out Louds, dem ich als Teil des Massenauflaufs beiwohnte und den ich ein wenig leidenschaftslos fand, ein neuer Wien-Termin verlautbart. Eine schöne Sache!
Wieder im WUK, wieder mit Dag För Dag. Auch die Außentemperaturen gaben ihr Bestes, den Abend jenem 08 möglichst ähnlich (brr, kalt) zu gestalten. Auf diesen Aspekt hätte man zwar liebend gerne verzichtet, aber man sollte ja noch ordentlich ins Schwitzen kommen.
Und im Foyer war es auch warm.

Vor einer bereits gut gefüllten Halle begannen dann Dag För Dag als Trio ihr Set, einen Schlagzeuger hatte ich allerdings nicht in Erinnerung. Wenn ich mich recht erinnere, hatte man es bei Dag För Dag früher mit dem schwedisch-amerikanischen Geschwisterpaar Sarah und Jacob Snavely zu tun. Der Drummer, ob neu oder nicht, sorgte jedenfalls für ziemlich Dampf, während Sarah in einem 80ies/Disco/Retro-Kleid herumglitzerte und mit Jacob scherzte.
Der erste Song war ein instrumentales Intro, das auch ein bisschen die Marschroute vorgab. Esklang alles schwer nach shoegaziger Ungehobeltheit, eigentlich klingt das ganze Album so, mein Fehler, dass ich nur ihre erste EP besitze. Auf dieser fanden sich vier nette, zierliche Songs, die mir sehr gefallen. Mit der neuen Lage musste ich mich erst arrangieren, das dauerte aber zum Glück nicht lange. Das neue Boxed Up In Pine gefiel mir so z.B. ganz gut, während die beiden Geschwister Instrumente tauschten fanden sie auch immer wieder Zeit für kleine Scherzchen, so beklagten sie etwa, dass Wien derart weit im Osten läge, um im nächsten Moment skurrile Vampir-Geschichten zu erzählen. Sehr erheiternd, aber vielleicht wähnten sich die Schweden gar in Transsylvanien? Jedenfalls luden sie alle, die sich blutsaugerisch veranlagt fühlten, ein, nach dem Konzert zum Merch-Stand zu kommen, um dort ein bisschen zu plaudern.
Es täte ihnen sehr leid, dass sie durch Sarahs Schwangerschaft nicht unmittelbar nach Erscheinen des Albums getourt hätten, deshalb hätten sie jetzt noch mehr Freude am ganzen Tourleben. Ted von SOL durfte das bestätigen, war er doch "zufällig" gerade auf der Bühne.
Nach 40 Minuten endete die Freude dann mit - dem alten - Ring Me, Elise. Ein Abschluss, der mir fast am Besten gefiel. Dag För Dag haben ihre Chance als Support für die großen Geschwister von den Shout Out Louds wieder gut genützt und einige schöne Songs ausgepackt.

Auf den Hauptact musste das mittlerweile prall gefüllte WUK allerdings noch ein wenig warten. Ein einziger Roadie nahm seine Arbeit ernst und bereitete gewissenhaft alles für das Hochfest vor. Die Stimmung war bereits blendend, von Kälte auch keine Spur.

Begeisterungsstürme gabs dann schon, als der Fünfer aus Stockholm die Stiegen hinabkam. Die höchst ansehnliche Bebban voran wurde Platz genommen, um gleich loszulegen. Hierfür auserkoren ward Candle Burned Out, ein Song des aktuellen Albums.
Eine gute Wahl für den Beginn, eine klassische Aufwärmübung. Denn als die ersten Töne von Tonight I Have To Leave It, vor zwei Jahren übrigens Opener gewesen, erklangen, gab es kein Halten mehr. So demonstrativ wurde mit schwedischen Mini-Fahnen vor Sänger Adams Gesicht herumgewachelt, dass dieser gar nicht anders konnte, als es sich im Publikum bequem zu machen. Die alten Songs, speziell aus der Hitfabrik „Our Ill Wills“, kommen einfach am Besten an. Besonders das Intro mit den Kuhglocken ist immer was Tolles.

Weiter ging es mit einem neuen Song, bezeichnenderweise Show Me Something New. Darin ist unter anderem vom jünger werden die Rede, was zumindest auf das Publikum nicht zutraf. Genauso, wie die neuen Songs reifer und erwachsener klingen, ist auch die Zuhörerschaft mitgealtert. Wenn jemand behauptet hätte, es wären eins zu eins die selben Leute im Publikum wie beim letzen Konzert, hätte ich das sicher nicht hinterfragt. Zwei Jahre älter und wieder einen derartigen Spaß an den Tag gelegt, das gefällt.

In dieser Art und Weise ging es weiter, Altes, Neues und ganz Altes wurde gespielt, gegen Mitte des Sets dann auch Normandie. Ein absolutes Lieblingslied. Und auch ein wenig programmatisch, heißt es da doch „how can such a nordic city make me sweat“. Eine schöne Umschreibung des Hier und Jetzt. Draußen kalt, drinnen die Sauna in blau-gelb.

Mit Fall Hard kam dann auch das erste Stück des neuen Albums, das richtig ausgelassen betanzt wurde, unmittelbar danach The Comeback. Danach gabs zum Ausruhen ein paar gelassenere Songs, bis mit Impossible, und zwar wirklich der ganzen siebenminütigen Version, nicht der kürzeren Live-Version. Verständlich, dass sich die Band danach zurückzog und nach mehreren Minuten intensiver Beifallsbekundungen ihr eigenes Comeback vollbrachten.

Das sich Please Please Please in der Zugabe wiederfand, war wohl keine große Überraschung. Aber schön. Mit Seagull und Walls endete dann ihr Set, das um einiges länger war, als an den Abenden zuvor.

Und so ließ man im Foyer, mit den Schweden, ein schönes Konzert ausklingen, dass die Vorfreude vollkommen rechtfertigen konnte und das vor allem gezeigt hat, dass Band und Publikum, auch wenn sie gereift sein mögen, einander immer noch lieben.

Eine Freundin zitierte hernach die Band und sagte, das Konzert sei "like a punch in the face"gewesen, ein Schlag ins Gesicht also, so gut war es. Mag die Musik vielleicht nicht die anspruchsvollste unter der Sonne sein, mit guter Laune und unverbogener Ehrlichkeit kann man so einiges wett machen. Wien und das WUK wurden ihrem Ruf als Heimspiel der Shouties jedenfalls wieder gerecht, bleibt nur zu hoffen, dass bis zum nächsten regulären Konzert nicht wieder zwei Jahre vergehen...

your love is just...impossible...

Danke für die Bilder an Patrick!

Setlist Shout Out Louds, WUK, Wien:


01: Candle Burned Out
02: Tonight I Have To Leave It
03: Show Me Something New
04: South America
05: Very Loud
06: Four By Four
07: Normandie
08: Paper Moon
09: Fall Hard
10: The Comeback
11: Throwing Stones
12: 1999
13: There's Nothing
14: Shut your Eyes
15: Impossible

16: Please Please Please (Z)
17: Seagull (Z)
18: Walls (Z)

Aus unserem Archiv:

-
Shout Out Louds, Köln, 20.08.10
-
Shout Out Louds, Frankfurt, 29.03.10
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Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
-
Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
-
Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07


Shout Out Louds, Köln, 20.08.10


Konzert: Shout Out Louds
Ort: gamescom-Festival, Hohenzollernring, Köln
Datum: 20.08.2010
Dauer: 70 min
Zuschauer: eine ganze Menge, keine Ahnung, wie viele
Erster Konzertbericht bei uns: 04.08.07 (Haldern)


Gerade findet in Köln die gamescom, die weltgrößte Daddel-Messe statt. Obwohl ich persönlich weniges abwegiger als Computerspielemessen finde, lockte mich die Veranstaltung trotzdem. Unter dem Namen gamescom-Festival bieten die Zocker den Mitspielern nämlich ein fabelhaftes musikalisches Rahmenprogramm auf dem abgesperrten Hohenzollernring an. Heute spielten die Shout Out Louds, die uns vor drei Jahren in Haldern sehr viel Freude gemacht hatten.

Anfang des Jahres erschien die dritte Platte der
Schweden, die ich auf der Hinfahrt zum ersten Mal gehört habe. Überzeugt hatte sie mich noch nicht - vermutlich, weil mir die ganz großen Popsongs, die auf den ersten beiden Alben reichlich vorhanden sind, noch fehlten. Aber bekanntlich lernt man Musik ja am besten live kennen - vielleicht dann auch einige der neuen Lieder lieben.

Ich war spät dran, verpasste aber nichts, weil sich das Programm auf der Bühne verzögert hatte. Dúné lief da noch, und wenn das letzte halbe Lied Maßstab für die Band ist, ist das so wirklich gar nichts für mich.

Die Bühne des gamescom-Festivals steht auf dem Ring, auf Höhe der Ehrenstraße. Es gibt keine Absperrungen und keine Einlasskontrollen. Das ist herrlich entspannt und angenehm und bringt den Bands sicher so auch einige Besucher, die einfach mal zur Bühne gehen und gucken wollen. Der Nachteil eines solchen Konzepts zeigte sich hinterher, denn da lagen überall auf dem Boden hunderte leerer Kölschflaschen, auf denen man sich schnell alle Bänder abreißen konnte.

Gegen neun ging es schließlich los mit den Shout Out Louds. Die Band spielt noch in der gleichen Besetzung wie 2007, zumindest waren wir uns sicher, alle Musiker wiedererkannt zu haben. Frontmann ist Adam Olenius, der Meister der leidenden
Gesichtsausdrücke. An seiner Seite stehen Gitarrist Carl, Bassist Ted (unnützes Indiewissen: der einzige Vater in der Band und der Regisseur des Young Folks Videos), Schlagzeuger Eric und Keyboarderin Bebban.

Der Startsong 1999 war mir wegen des lustigen Singens der Zahl auf Platte schon aufgefallen. "191999" singt Adam da nämlich, warum auch immer. Das Lied gefiel mir live ziemlich gut. Es sollten einige Stücke von der dritten (aktuellen) Platte Work folgen, nicht alle überzeugten mich, 1999, Walls und Fall hard zum Beispiel waren aber schon einmal sehr ordentliche Lieder, auch wenn keines von denen an die Ohrwürmer des zweiten Albums Our ill wills herankommt.

Die Shout Out Louds sind eine dankbare Festivalband, weil sie auch Leute, die nichts
von ihnen kennen, schnell mitreißen. Sie hatten das Publikum ruckzuck erobert und schafften eine prima Stimmung. Natürlich guckte Adam trotzdem extrem qualvoll, aber das gehört nun mal dazu.

Bei Please please please gab es dann sogar Crowdsurfing! Das war auch nicht unbedingt
erwartbar - aber lustig.

Ganz besonders lustig waren aber ein paar Dinge, die auf der Bühne passierten. Das kleine Walk like an Egyptian Sample in Very loud machte den Anfang. Bei Throwing
stones wurde es noch besser. Da trommelte Bebban auf dem Boden sitzend auf eine Trommel ein. Wie sie da saß und trommelte, war herrlich anzusehen! Am besten gefiel mir aber, daß bei einem der letzten Stücke zwei der Roadies ganz hinten am Rand saßen und Percussions spielten! Wie herrlich!

Ein tolles Konzert, auch wenn meine Shout Out Louds Euphorie in den vergangenen Jahren eingeschlafen ist. Der Ausflug nach Köln hatte sich aber trotz dieses nachgelassenen Interesses alleine wegen der Kracher The comeback, Impossible, You are dreaming und Tonight I have to leave it sehr gelohnt!

Setlist Shout Out Louds, gamescom-Festival, Köln:


01: 1999
02: Very loud
03: Paper moon
04: Please please please
05: Throwing stones
06: Candle burned out
07: The comeback
08: Play the game
09: Fall hard
10: South America
11: Tonight I have to leave it

12: Impossible (Z)
13: You are dreaming (Z)
14: Walls (Z)

Aus unserem Archiv:

- Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
- Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
- Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07

Ausgewählte Konzerttermine der Shout Out Louds, Herbst 2010 (ohne Gewähr):

27.08.2010: Zürich Open Air
13.10.2010: La Maroquinerie, Paris
14.010.2010: Ubu, Rennes
15.10.2010: Nancy Jazz Pulsation Festival, Nancy
16.10.2010: Marche Gare, Lyon
18.10.2010: Modernes, Bremen
19.10.2010: Astra Kulturkaufhaus, Berlin
20.10.2010: Löwensaal, Nürnberg
21.10.2010: Ostwerk, Augsburg
23.10.2010: Alte Feuerwache, Mannheim
25.10.2010: Steintor Variété, Halle
26.10.2010: Capitol, Hannover
27.10.2010: Rosenhof, Osnabrück
28.10.2010: Rockhal, Luxemburg
30.10.2010: Les Docks, Lausanne
01.11.2010: Rotonde, Brüssel
02.11.2010: Melkweg, Amsterdam


Shout Out Louds, Köln, 20.08.10


Konzert: Shout Out Louds
Ort: gamescom-Festival, Hohenzollernring, Köln
Datum: 20.08.2010
Dauer: 70 min
Zuschauer: eine ganze Menge, keine Ahnung, wie viele
Erster Konzertbericht bei uns: 04.08.07 (Haldern)


Gerade findet in Köln die gamescom, die weltgrößte Daddel-Messe statt. Obwohl ich persönlich weniges abwegiger als Computerspielemessen finde, lockte mich die Veranstaltung trotzdem. Unter dem Namen gamescom-Festival bieten die Zocker den Mitspielern nämlich ein fabelhaftes musikalisches Rahmenprogramm auf dem abgesperrten Hohenzollernring an. Heute spielten die Shout Out Louds, die uns vor drei Jahren in Haldern sehr viel Freude gemacht hatten.

Anfang des Jahres erschien die dritte Platte der
Schweden, die ich auf der Hinfahrt zum ersten Mal gehört habe. Überzeugt hatte sie mich noch nicht - vermutlich, weil mir die ganz großen Popsongs, die auf den ersten beiden Alben reichlich vorhanden sind, noch fehlten. Aber bekanntlich lernt man Musik ja am besten live kennen - vielleicht dann auch einige der neuen Lieder lieben.

Ich war spät dran, verpasste aber nichts, weil sich das Programm auf der Bühne verzögert hatte. Dúné lief da noch, und wenn das letzte halbe Lied Maßstab für die Band ist, ist das so wirklich gar nichts für mich.

Die Bühne des gamescom-Festivals steht auf dem Ring, auf Höhe der Ehrenstraße. Es gibt keine Absperrungen und keine Einlasskontrollen. Das ist herrlich entspannt und angenehm und bringt den Bands sicher so auch einige Besucher, die einfach mal zur Bühne gehen und gucken wollen. Der Nachteil eines solchen Konzepts zeigte sich hinterher, denn da lagen überall auf dem Boden hunderte leerer Kölschflaschen, auf denen man sich schnell alle Bänder abreißen konnte.

Gegen neun ging es schließlich los mit den Shout Out Louds. Die Band spielt noch in der gleichen Besetzung wie 2007, zumindest waren wir uns sicher, alle Musiker wiedererkannt zu haben. Frontmann ist Adam Olenius, der Meister der leidenden
Gesichtsausdrücke. An seiner Seite stehen Gitarrist Carl, Bassist Ted (unnützes Indiewissen: der einzige Vater in der Band und der Regisseur des Young Folks Videos), Schlagzeuger Eric und Keyboarderin Bebban.

Der Startsong 1999 war mir wegen des lustigen Singens der Zahl auf Platte schon aufgefallen. "191999" singt Adam da nämlich, warum auch immer. Das Lied gefiel mir live ziemlich gut. Es sollten einige Stücke von der dritten (aktuellen) Platte Work folgen, nicht alle überzeugten mich, 1999, Walls und Fall hard zum Beispiel waren aber schon einmal sehr ordentliche Lieder, auch wenn keines von denen an die Ohrwürmer des zweiten Albums Our ill wills herankommt.

Die Shout Out Louds sind eine dankbare Festivalband, weil sie auch Leute, die nichts
von ihnen kennen, schnell mitreißen. Sie hatten das Publikum ruckzuck erobert und schafften eine prima Stimmung. Natürlich guckte Adam trotzdem extrem qualvoll, aber das gehört nun mal dazu.

Bei Please please please gab es dann sogar Crowdsurfing! Das war auch nicht unbedingt
erwartbar - aber lustig.

Ganz besonders lustig waren aber ein paar Dinge, die auf der Bühne passierten. Das kleine Walk like an Egyptian Sample in Very loud machte den Anfang. Bei Throwing
stones wurde es noch besser. Da trommelte Bebban auf dem Boden sitzend auf eine Trommel ein. Wie sie da saß und trommelte, war herrlich anzusehen! Am besten gefiel mir aber, daß bei einem der letzten Stücke zwei der Roadies ganz hinten am Rand saßen und Percussions spielten! Wie herrlich!

Ein tolles Konzert, auch wenn meine Shout Out Louds Euphorie in den vergangenen Jahren eingeschlafen ist. Der Ausflug nach Köln hatte sich aber trotz dieses nachgelassenen Interesses alleine wegen der Kracher The comeback, Impossible, You are dreaming und Tonight I have to leave it sehr gelohnt!

Setlist Shout Out Louds, gamescom-Festival, Köln:


01: 1999
02: Very loud
03: Paper moon
04: Please please please
05: Throwing stones
06: Candle burned out
07: The comeback
08: Play the game
09: Fall hard
10: South America
11: Tonight I have to leave it

12: Impossible (Z)
13: You are dreaming (Z)
14: Walls (Z)

Aus unserem Archiv:

- Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
- Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
- Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07

Ausgewählte Konzerttermine der Shout Out Louds, Herbst 2010 (ohne Gewähr):

27.08.2010: Zürich Open Air
13.10.2010: La Maroquinerie, Paris
14.010.2010: Ubu, Rennes
15.10.2010: Nancy Jazz Pulsation Festival, Nancy
16.10.2010: Marche Gare, Lyon
18.10.2010: Modernes, Bremen
19.10.2010: Astra Kulturkaufhaus, Berlin
20.10.2010: Löwensaal, Nürnberg
21.10.2010: Ostwerk, Augsburg
23.10.2010: Alte Feuerwache, Mannheim
25.10.2010: Steintor Variété, Halle
26.10.2010: Capitol, Hannover
27.10.2010: Rosenhof, Osnabrück
28.10.2010: Rockhal, Luxemburg
30.10.2010: Les Docks, Lausanne
01.11.2010: Rotonde, Brüssel
02.11.2010: Melkweg, Amsterdam