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Owen Pallett, Paris, 22.02.11


Konzert: Owen Pallett (Karaokake & Buke and Gass & Gaspar Claus)

Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 22.02.2011
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: etwa 65 Minuten


Musikindustrie in der Krise? Zumindest die Konzertveranstalter können sich diese Woche in Paris mitnichten beklagen:

21.02.2011: Razorlight, La Flèche d'or: ausverkauft; Timber Timbre, La Maroquinerie: ausverkauft; Esben & The Witch: fast ausverkauft; Keren Ann, Canal +: ausverkauft
22.02.2011: Owen Pallet, Café de la Danse: ausverkauft; Razorlight, La Fléche d'or: ausverkauft; Skunk Anansie, Olympia: ausverkauft
23.02.2011: Joan As A Police Woman, La Flèche d'or: ausverkauft
24.02.2011: PJ Harvey, Olympia: ausverkauft
25.02.2011: PJ Harvey, Olympia: ausverkauft
26.02.2011: Band Of Horses, La Cigale: ausverkauft

Da fragt man sich, wie das Ganze in Boomzeiten aussehen soll. Müssen wir die Karten dann 1 Jahr im Voraus reservieren?

Dass Shows von Owen Pallett ausverkauft sind, wundert mich allerdings nicht im Geringsten. Der kanadische Geiger ist zweifelsohne ein großes Talent, vielleicht sogar ein Wunderkind.

Bevor die zahlreichen Zuschauer allerdings in den Genuß der Violin- und Loopkünste des Blondschopfs kamen, musste zunächst noch eine ziemlich schräge Vorgruppe erduldet werden. Buke and Gass ein gemischtes Duo aus Brooklyn spielte schrammeligsten Lofi-Punk, der ins Vorprogramm von Scout Niblett oder Hole gepasst hätte, aber hier nicht hingehörte. Warum man den beiden über eine Stunde Spielzeit eingräumt hat, blieb mir und vielen anderen ein Rätsel. Zumal Buke and Gass bereits die zweite Vorgruppe waren, denn ganz am Anfang hatten die tollen Elektropopper Karaokake (die französische Antwort auf Au Revoir Simone und Ladytron) aus Paris gespielt (ausführlichere Reviews siehe unser Archiv). Und damit nicht genug, während der Umbaupause vor dem Konzert von Owen durfte sogar der französische Cellist Gaspar Claus (Foto) noch fiedeln was das Zeug hält. Ich hatte den talentierten Burschen bereits einmal bei einer Home Show erlebt und weiß auch, daß er schon mehrfach von Vincent Moon (auf dem Foto hinten links mit dem weißen Hemd) gefilmt wurde.



Um 22 Uhr dann aber endlich Herr Pallett. Ganz alleine mit Schirmmütze, Violine, Keyboard und seinen Pedalen erschienen, brillierte der Sympath* mit der engelsgleichen Stimme und den verblüffenden Zupfkünststückchen von Anfang an. Er hielt das hohe Niveau durchgängig (abgesehen von zwei verpatzten Loops, menschlich) und lediglich im Mittelteil wurde es ein klein wenig zäh und anstrengend (was bestimmt auch meiner chronischen Müdigkeit geschuldet war), bevor er dann nach gut einer Stunde zu einem furiosen Finale einsetzte und die Intensität seines Geigenspiels noch einmal erhöhte. Himalaja hohe Gipfel wurden erklommen, Owen ging ins Hohlkreuz, lief mit seiner Violine auf und ab und gab noch mal alles. Die Zuschauer schnalzten mit der Zunge und stürmischer Applaus brandete auf. Eine Zugabe, dann war das hochfeine Konzert auch schon beendet. Fragt mich bitte nicht nach einzelnen Songs, ich kenne mich da bei Owen Pallett viel weniger gut aus als mein Kollege Christoph, der zu recht von dem Geiger in den höchsten Tönen schwärmt.



Stellt sich natürlich die Frage, warum Owen so spät gespielt hat (normal ist hier 21 Uhr für die Hauptgruppe). War er etwa verpätet in der Location angekommen, gab es Probleme mit den Transportmitteln, oder was war der Grund warum mit Buke und Gass eine nicht vorgesehene zweite Vorgruppe auf die unschuldigen Zuschauer gehetzt wurde, die genauso lange (!) spielen durfte, wie der Headliner?? Fragen über Fragen...

Die hohe Musikalität von Owen Pallett ist allerdings unfraglich. Ich sehe und höre ihn wieder gerne!



* Sympath auch deshalb, weil er im Gegensatz zu seinem spröden und introvertierten Widersacher Andrew Bird oft und spontan lächelt, auf angenehm bescheidene Weise mit dem Publikum kommuniziert (" Oh, ihr werdet euch sicherlich fragen, wie ihr auf die seltsame Idee kamt, für einen Typen wie mich 20 Euro auszugeben") und sich nicht zu ernst nimmt. In der witzigsten Szene des Abends griff er sich spontan eine Pulle Weißwein (einen Chardonnay, wie mir Weinkenner soufflierten) und trank ungeniert aus der Flasche. Haha!

Anmerkung: die beiden Fotos stammen von Christoph und entstanden in Eindhoven. Meine kommen in Kürze.

Setlist Owen Pallett, Café de la Danse, Paris:

01: A Man With No Ankles
02: Scandal At The Parkade
03: This Is The Dream Of Win & Régine
04: Arctic Circle
05: Midnight Directives
06: Keep The Dog Quite
07: Lewis Takes Action
08: E Is For Estranged
09: What Do You Think Will Happen Now?
10: Took You Two 2 Years To Win My Heart
11: This Lamb Sells Condos
12: Many Lives - 49 MP
13: Honour The Dead, or Else
14: Odessa (Caribou)
15: Lewis Takes Off His Shirt

16: The CN Tower Belongs To The Dead

Aus unserem Archiv:

- Owen Pallett, Eindhoven, 18.02.11
- Owen Pallett, Paris, 01.06.10
- Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
- Owen Pallett, Haldern, 14.08.09
- Karaocake, Paris, 09.12.10
- Karaocake, Paris, 06.09.10




Owen Pallett, Paris, 22.02.11


Konzert: Owen Pallett (Karaokake & Buke and Gass & Gaspar Claus)

Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 22.02.2011
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: etwa 65 Minuten


Musikindustrie in der Krise? Zumindest die Konzertveranstalter können sich diese Woche in Paris mitnichten beklagen:

21.02.2011: Razorlight, La Flèche d'or: ausverkauft; Timber Timbre, La Maroquinerie: ausverkauft; Esben & The Witch: fast ausverkauft; Keren Ann, Canal +: ausverkauft
22.02.2011: Owen Pallet, Café de la Danse: ausverkauft; Razorlight, La Fléche d'or: ausverkauft; Skunk Anansie, Olympia: ausverkauft
23.02.2011: Joan As A Police Woman, La Flèche d'or: ausverkauft
24.02.2011: PJ Harvey, Olympia: ausverkauft
25.02.2011: PJ Harvey, Olympia: ausverkauft
26.02.2011: Band Of Horses, La Cigale: ausverkauft

Da fragt man sich, wie das Ganze in Boomzeiten aussehen soll. Müssen wir die Karten dann 1 Jahr im Voraus reservieren?

Dass Shows von Owen Pallett ausverkauft sind, wundert mich allerdings nicht im Geringsten. Der kanadische Geiger ist zweifelsohne ein großes Talent, vielleicht sogar ein Wunderkind.

Bevor die zahlreichen Zuschauer allerdings in den Genuß der Violin- und Loopkünste des Blondschopfs kamen, musste zunächst noch eine ziemlich schräge Vorgruppe erduldet werden. Buke and Gass ein gemischtes Duo aus Brooklyn spielte schrammeligsten Lofi-Punk, der ins Vorprogramm von Scout Niblett oder Hole gepasst hätte, aber hier nicht hingehörte. Warum man den beiden über eine Stunde Spielzeit eingräumt hat, blieb mir und vielen anderen ein Rätsel. Zumal Buke and Gass bereits die zweite Vorgruppe waren, denn ganz am Anfang hatten die tollen Elektropopper Karaokake (die französische Antwort auf Au Revoir Simone und Ladytron) aus Paris gespielt (ausführlichere Reviews siehe unser Archiv). Und damit nicht genug, während der Umbaupause vor dem Konzert von Owen durfte sogar der französische Cellist Gaspar Claus (Foto) noch fiedeln was das Zeug hält. Ich hatte den talentierten Burschen bereits einmal bei einer Home Show erlebt und weiß auch, daß er schon mehrfach von Vincent Moon (auf dem Foto hinten links mit dem weißen Hemd) gefilmt wurde.



Um 22 Uhr dann aber endlich Herr Pallett. Ganz alleine mit Schirmmütze, Violine, Keyboard und seinen Pedalen erschienen, brillierte der Sympath* mit der engelsgleichen Stimme und den verblüffenden Zupfkünststückchen von Anfang an. Er hielt das hohe Niveau durchgängig (abgesehen von zwei verpatzten Loops, menschlich) und lediglich im Mittelteil wurde es ein klein wenig zäh und anstrengend (was bestimmt auch meiner chronischen Müdigkeit geschuldet war), bevor er dann nach gut einer Stunde zu einem furiosen Finale einsetzte und die Intensität seines Geigenspiels noch einmal erhöhte. Himalaja hohe Gipfel wurden erklommen, Owen ging ins Hohlkreuz, lief mit seiner Violine auf und ab und gab noch mal alles. Die Zuschauer schnalzten mit der Zunge und stürmischer Applaus brandete auf. Eine Zugabe, dann war das hochfeine Konzert auch schon beendet. Fragt mich bitte nicht nach einzelnen Songs, ich kenne mich da bei Owen Pallett viel weniger gut aus als mein Kollege Christoph, der zu recht von dem Geiger in den höchsten Tönen schwärmt.



Stellt sich natürlich die Frage, warum Owen so spät gespielt hat (normal ist hier 21 Uhr für die Hauptgruppe). War er etwa verpätet in der Location angekommen, gab es Probleme mit den Transportmitteln, oder was war der Grund warum mit Buke und Gass eine nicht vorgesehene zweite Vorgruppe auf die unschuldigen Zuschauer gehetzt wurde, die genauso lange (!) spielen durfte, wie der Headliner?? Fragen über Fragen...

Die hohe Musikalität von Owen Pallett ist allerdings unfraglich. Ich sehe und höre ihn wieder gerne!



* Sympath auch deshalb, weil er im Gegensatz zu seinem spröden und introvertierten Widersacher Andrew Bird oft und spontan lächelt, auf angenehm bescheidene Weise mit dem Publikum kommuniziert (" Oh, ihr werdet euch sicherlich fragen, wie ihr auf die seltsame Idee kamt, für einen Typen wie mich 20 Euro auszugeben") und sich nicht zu ernst nimmt. In der witzigsten Szene des Abends griff er sich spontan eine Pulle Weißwein (einen Chardonnay, wie mir Weinkenner soufflierten) und trank ungeniert aus der Flasche. Haha!

Anmerkung: die beiden Fotos stammen von Christoph und entstanden in Eindhoven. Meine kommen in Kürze.

Setlist Owen Pallett, Café de la Danse, Paris:

01: A Man With No Ankles
02: Scandal At The Parkade
03: This Is The Dream Of Win & Régine
04: Arctic Circle
05: Midnight Directives
06: Keep The Dog Quite
07: Lewis Takes Action
08: E Is For Estranged
09: What Do You Think Will Happen Now?
10: Took You Two 2 Years To Win My Heart
11: This Lamb Sells Condos
12: Many Lives - 49 MP
13: Honour The Dead, or Else
14: Odessa (Caribou)
15: Lewis Takes Off His Shirt

16: The CN Tower Belongs To The Dead

Aus unserem Archiv:

- Owen Pallett, Eindhoven, 18.02.11
- Owen Pallett, Paris, 01.06.10
- Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
- Owen Pallett, Haldern, 14.08.09
- Karaocake, Paris, 09.12.10
- Karaocake, Paris, 06.09.10




Owen Pallett, Eindhoven, 18.02.11


Konzert: Owen Pallett
Ort: Muziekgebouw Eindhoven, Cross Linx Festival
Datum: 18.02.2011
Zuschauer: vielleicht 200
Dauer: 60 min


Mein Hauptgrund, zum Eindhovener Cross Linx Festival zu fahren, war der Auftritt von Owen Pallett. Nachdem ich eine Weile gebraucht hatte, die Musik des kanadischen Geigers liebenzulernen, gehört der Musiker mittlerweile zu meinen Lieblingskünstlern. Daß Efterklang und The National weitere Teilnehmer des Cross Linx' sein würden, war selbstverständlich auch kein Nachteil und rechtfertigte den Ausflug.

Das Cross Linx Festival findet in vier niederländischen Städten an vier aufeinander folgenden Tagen statt. Für uns kam aus terminlichen und geografischen Gründen nur Eindhoven in Frage. Nachdem bereits Efterklang im Kulturhaus Effenaar gespielt hatten (Bericht folgt), zog der Festivaltroß durch die Eindhovener Fußgängerzone zum Muziekgebouw, das in einer Shoppingpassage liegt und mehrere klassische Konzertsäle beherbergt. Owen Pallett war in einem der kleineren Säle angesetzt, der bestuhlt war und etwa 300 Zuschauern Platz bot. Ganz gefüllt war er allerdings zu Beginn nicht, parallel trat im großen Saal Sharon van Etten auf, die offenbar deutlich attraktiver wirkte.

Owen Pallett macht zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige Musik. Für das Radio-Ohr ist der Kanadier vollkommen unhörbar. Da die Mehrzahl des Festivalpublikums kulturinteressiert, aber nicht unbedingt Stammgast in Indieclubs war, war gut nachvollziehbar, daß die amerikanische Singer/Songwriterin den großen Saal füllte, während für Owen Pallett eine überschaubarere Zuschauergruppe blieb.

Owens Musik ist nicht (auf den ersten Blick) eingängig, weil im Regelfall klassiche Songstrukturen fehlen. Der Musiker baut seine Stücke mit eigentlich sehr einfachen Mitteln auf, er benutzt eine Geige, ein Keyboard und seine Stimme. Dabei baut er - wir haben das häufiger beschrieben - die Lieder schichtweise auf, er nimmt zunächst etwa ein paar Geigenzupfer auf, spielt sie wiederholt ab und hat einen Rhythmus. Dazu kommt vielleicht eine Geigenspur oder eine Keyboardmelodie, die auch aufgenommen und wiedeholt abgespielt - geloopt werden. Im Gegensatz zu vielen (auch guten) Musikern, die sich dieser Technik bedienen, ist dieser Entstehungsprozess aber beim Kanadier so homogen, daß kein großes Vorbereiten passiert, das den Fluß des Konzerts stört.

Owen Pallett spielte ein Best off Set. Seine letzte Platte Heartland ist vor gut einem Jahr erschienen und bildete das Grundgerüst des Konzerts. Da Heartland von seinen drei Alben (die ersten beiden entstanden unter dem Namen Final Fantasy) das mit der größten Hitdichte ist und dazu die Knüller der beiden ersten Platten und der EP A Swedish Love Story vom vergangenen September gespielt wurden, hatte der Auftritt trotz der langen Dauer von einer Stunde keinerlei Hänger - im Gegenteil, ich hätte dem Kanadier gerne noch viel länger zugehört.

Neben meinen Lieblingen This is the dream of Win & Régine, Midnight directives, This lamb sells condos und den beiden Lewis-Liedern war ein Geräusch der schönste Moment für mich. Owen klopfte nämlich irgendwann auf die Decke seiner Violine. Statt eines Klopfgeräuschs ergab das einen fast elektronisch klingenden, peitschenden Ton, der geloopt einen Doppelgänger eines Diskobeats erzeugte, unglaublich, auf wie viele Arten einer Geige offensichtlich Töne entlockt werden können!

Wenn man ein Haar in der Loopsuppe suchen wollte, was ich will, weil ich viel zu oft viel zu unkritisch wirke, dann war das das Fehlen eines lustigen Covers. Owen Pallett spielt häufig vollkommen anders klingende Versionen mehr oder weniger bekannter Lieder. Es macht schrecklich viel Spaß, die zu erkennen zu versuchen. In Eindhoven war keines dabei, obwohl gegen Ende, als der Sänger um eine Idee bat, jemand hinter mir vehement Owens Caribou Cover Odessa forderte. Das Cover, das ich schon einmal erlebt hatte, kam leider nicht, auch kein anderes. Aber das gibt mir einen zusätzlichen Anreiz, mich auf sein Konzert kommende Woche zu freuen. Vielleicht dann irgendwas von Lady Gaga?

Setlist Owen Pallett:

01: E is for estranged
02: A man with no ankles
03: The great elsewhere
04: Lewis takes action
05: What do you think will happen now?
06: Took you two years to win my heart
07: This is the dream of Win & Régine
08: Scandal at the parkade
09: This lamb sells condos
10: Arctic circle
11: Midnight directives
12: Many lives -> 45p
13: Lewis takes off his shirt

Links:

- aus unserem Archiv:
- Owen Pallett, Paris, 01.06.10
- Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10



Owen Pallett, Eindhoven, 18.02.11


Konzert: Owen Pallett
Ort: Muziekgebouw Eindhoven, Cross Linx Festival
Datum: 18.02.2011
Zuschauer: vielleicht 200
Dauer: 60 min


Mein Hauptgrund, zum Eindhovener Cross Linx Festival zu fahren, war der Auftritt von Owen Pallett. Nachdem ich eine Weile gebraucht hatte, die Musik des kanadischen Geigers liebenzulernen, gehört der Musiker mittlerweile zu meinen Lieblingskünstlern. Daß Efterklang und The National weitere Teilnehmer des Cross Linx' sein würden, war selbstverständlich auch kein Nachteil und rechtfertigte den Ausflug.

Das Cross Linx Festival findet in vier niederländischen Städten an vier aufeinander folgenden Tagen statt. Für uns kam aus terminlichen und geografischen Gründen nur Eindhoven in Frage. Nachdem bereits Efterklang im Kulturhaus Effenaar gespielt hatten (Bericht folgt), zog der Festivaltroß durch die Eindhovener Fußgängerzone zum Muziekgebouw, das in einer Shoppingpassage liegt und mehrere klassische Konzertsäle beherbergt. Owen Pallett war in einem der kleineren Säle angesetzt, der bestuhlt war und etwa 300 Zuschauern Platz bot. Ganz gefüllt war er allerdings zu Beginn nicht, parallel trat im großen Saal Sharon van Etten auf, die offenbar deutlich attraktiver wirkte.

Owen Pallett macht zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige Musik. Für das Radio-Ohr ist der Kanadier vollkommen unhörbar. Da die Mehrzahl des Festivalpublikums kulturinteressiert, aber nicht unbedingt Stammgast in Indieclubs war, war gut nachvollziehbar, daß die amerikanische Singer/Songwriterin den großen Saal füllte, während für Owen Pallett eine überschaubarere Zuschauergruppe blieb.

Owens Musik ist nicht (auf den ersten Blick) eingängig, weil im Regelfall klassiche Songstrukturen fehlen. Der Musiker baut seine Stücke mit eigentlich sehr einfachen Mitteln auf, er benutzt eine Geige, ein Keyboard und seine Stimme. Dabei baut er - wir haben das häufiger beschrieben - die Lieder schichtweise auf, er nimmt zunächst etwa ein paar Geigenzupfer auf, spielt sie wiederholt ab und hat einen Rhythmus. Dazu kommt vielleicht eine Geigenspur oder eine Keyboardmelodie, die auch aufgenommen und wiedeholt abgespielt - geloopt werden. Im Gegensatz zu vielen (auch guten) Musikern, die sich dieser Technik bedienen, ist dieser Entstehungsprozess aber beim Kanadier so homogen, daß kein großes Vorbereiten passiert, das den Fluß des Konzerts stört.

Owen Pallett spielte ein Best off Set. Seine letzte Platte Heartland ist vor gut einem Jahr erschienen und bildete das Grundgerüst des Konzerts. Da Heartland von seinen drei Alben (die ersten beiden entstanden unter dem Namen Final Fantasy) das mit der größten Hitdichte ist und dazu die Knüller der beiden ersten Platten und der EP A Swedish Love Story vom vergangenen September gespielt wurden, hatte der Auftritt trotz der langen Dauer von einer Stunde keinerlei Hänger - im Gegenteil, ich hätte dem Kanadier gerne noch viel länger zugehört.

Neben meinen Lieblingen This is the dream of Win & Régine, Midnight directives, This lamb sells condos und den beiden Lewis-Liedern war ein Geräusch der schönste Moment für mich. Owen klopfte nämlich irgendwann auf die Decke seiner Violine. Statt eines Klopfgeräuschs ergab das einen fast elektronisch klingenden, peitschenden Ton, der geloopt einen Doppelgänger eines Diskobeats erzeugte, unglaublich, auf wie viele Arten einer Geige offensichtlich Töne entlockt werden können!

Wenn man ein Haar in der Loopsuppe suchen wollte, was ich will, weil ich viel zu oft viel zu unkritisch wirke, dann war das das Fehlen eines lustigen Covers. Owen Pallett spielt häufig vollkommen anders klingende Versionen mehr oder weniger bekannter Lieder. Es macht schrecklich viel Spaß, die zu erkennen zu versuchen. In Eindhoven war keines dabei, obwohl gegen Ende, als der Sänger um eine Idee bat, jemand hinter mir vehement Owens Caribou Cover Odessa forderte. Das Cover, das ich schon einmal erlebt hatte, kam leider nicht, auch kein anderes. Aber das gibt mir einen zusätzlichen Anreiz, mich auf sein Konzert kommende Woche zu freuen. Vielleicht dann irgendwas von Lady Gaga?

Setlist Owen Pallett:

01: E is for estranged
02: A man with no ankles
03: The great elsewhere
04: Lewis takes action
05: What do you think will happen now?
06: Took you two years to win my heart
07: This is the dream of Win & Régine
08: Scandal at the parkade
09: This lamb sells condos
10: Arctic circle
11: Midnight directives
12: Many lives -> 45p
13: Lewis takes off his shirt

Links:

- aus unserem Archiv:
- Owen Pallett, Paris, 01.06.10
- Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10



Owen Pallett & Young Marble Giants & Arto Lindsay, Paris, 01.06.10


Konzert: Owen Pallett & Young Marble Giants & Arto Lindsay, Festival Villette Sonique

Ort: La Grande Halle de la Villette, Paris
Datum: 01.06.10
Zuschauer: etwa 2000 erneut
Konzertdauer: pro Act jeweils rund eine Stunde


Aber das sind doch..., nein sind sie das wirklich?, doch, doch, das sind... Georgia Hubley & Ira Kaplan von Yo La Tengo! Echte Indie-Helden, die mich bereitwillig ein Erinnerungsfoto von ihnen schießen ließen. Wenn die beiden heute zu den Konzerten in der Grande Halle de la Villette in Paris kamen, dann muss das Line-Up ja toll gewesen sein, schließlich haben Yo La Tengo einen ausgewiesen guten Geschmack. Nun, das war auch wirklich so. Krass geiles Programm heute, Alter,ey! Escht, ey! Aber auch anderswo in Paris spielte die Musik. Der junge Engländer Thos Henley (auf dem Foto links, weltberühmt geworden durch die Oliver Peel Session # 6) hatte heute die große Ehre, gemeinsam mit meinen französischen Lieblingen Syd Matters die kultige Maroquinerie zu erobern, Phosphorescent, Bruder im Geiste von Bonnie "Prince" Billy, trat im Espace B auf und Air teilten sich die Bühne mit Au Revoir Simone und zwar gleich um die Ecke in der Cité de la Musique. Dennoch war ich hinterher sicher, mich für das "richtige" Konzert entschieden zu haben. Und das lag vor allem an Owen Pallett. Der junge Kanadier war einfach sensationell!

Hier mein Resumée:

Arto Lindsay: Eine Kreuzung aus Woody Allen und Stephen Hawking, zumindest optisch. Der hagere Bursche mit dem Kassengestell auf der Nase, spielte auf einer noisigen Gitarre und wurde von einer afrikanischen Backing Band begleitet, in der auch ein Bongospieler agierte. Musikalisch schwer einzuordnen, das Ganze. Irgendwo zwischen Rock, Freejazz, Blues, Noise, Reggae und Funk. Alles sehr hochstehend und gekonnt dargeboten, aber auch bisweilen zäh und schwer verdaulich. Dennoch bin ich sicher, daß Yo La Tengo für ihn gekommen sind.

Young Marble Giants: Hier gingen hinterher die Meinungen auseinander. Uschi und Guillaume, mit denen ich gekommen war, fanden es kultig und cool, Fotografenzar Robert Gil nörgelte irgendwas von: "ist schlecht gealtert, die Mucke". Was sagt Oliver Peel? Hmm. Statisch wie beim letzten Mal in Boulogne Billancourt, aber für mich immer noch verblüffend modern. 1980 haben die Waliser mit diesem minimalistischen Sound die Blaupause für den Erfolg von The XX geliefert und musikalisch sind sie immer noch stark. Ein knarzig polternder Bass, rasierklingenscharfe Gitarrenriffs und der wunderschöne, weltentrückte Gesang von Alison Statton, alle Markenzeichen der einflußreichen Band (und dies mit einem einzigen Album!) gibt es nach wie vor, lediglich der Drumpart ist heute anders. Anstatt eines Drumcomputers agierte wie schon 2007 in Boulogne Billancourt Andrew Moxham, der dritte der Gebrüder Moxham (Stuart Moxham: Gitarre und Keys, Bass: Phil Moxham). Die Songs (Brand New Life, Wurlitzer Jukebox, Searching For Mr. Right, etc.) stammten von Colossal Youth, aber eine der Zugaben Taxi (ohne Allison) kam von der Testcard Ep. Ein gutes Konzert.

Owen Pallett: Alle Lobeshymen auf den jungen Kanadier sind gerechtfertigt! Donnerwetter, was die nonchalante Bohnenstange mit der engelsgleichen Stimme aus seiner Violine rausstrich, zupfte und loopte! Ein perfekter Sound machte diesen Auftritt zu einem Ohrenschmauß der allerersten Güteklasse. Begleitet von einem zusätzlichen Musiker namens Thomas (Drums, Gitarre), spielte mich der Bursche mit dem Waverscheitel in einen wahren Rausch. Ein Lied schöner als das andere, kein einziger Patzer und stimmlich eine brillante Vorstellung ließen mich zu einem unzweideutigen Urteil kommen: Owen muss als Kind in eine Zauberbrunnen gefallen sein. Ein Riesentalent! Wie sagte Stuart Moxham in einer Szene so treffend: "Es ist toll, vor Owen Pallett zu spielen, schließlich ist er Kanadier. Und aus Kanada kommen Leonard Cohen, Neil Youg und Joni Mitchell." Wenn der junge Geiger konstant so weiter macht, hat er wirklich das Zeug aus dem übergroßen Schatten dieser legendären Künstler zu treten. Eines der Konzerte des Jahres. Wahnsinn!! Und wer war eigentlich noch mal dieser Andrew Bird?



Setlist Young Marble Giants, La Grande Halle de la Villette, Festival Villette Sonique, Paris (tausend Dank an Uschi)

01: N.I.T.A.
02: Choci Loni
03: Eating Noddemix
04: Ode To Booker T.
05: Wurlitzer Jukebox
06: Music For Evenings
07: Cakewalking
08: The Man Amplifier
09: Final Day
10: Radio Silents
11: Include Me Out
12: Constantly Changing
13: Searching For Mister Right (pour Melodie)
14: Brand New Life

15: The Taxi
16: Salad Days
17: Credit In The Straight World

Setlist Owen Pallett, Festival Villette Sonique, Paris (noch einmal vielen lieben Dank an Uschi für die unglaubliche Mühe!!)

01. E Is for Estranged
02. This is the Dream of Win & Regine
03. Scandal at the Parkade
04. That's When The Audience Died
05. Midnight Directives
06. Keep the Dog Quiet
07. The Great Elsewhere
08. Lewis Takes Action
09. He Poos Clouds
10. Oh Heartland, Up Yours!
11. Flare Gun
12. The Butcher
13. Many Lives → 49 MP

14. Lewis Takes Off His Shirt
15. Cliquot (co-written with Beirut)
16. This Lamb Sells Condos

- tolle Fotos von diesen Konzerten gibt es bei Robert Gil:

Owen Pallett, klick!
Young Marble Giants, klick!
Arto Lindsay, klick!

Aus unsererm Archiv:

Young Marble Giants, Paris, 28.10.07

Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
Final Fantasy, Haldern, 14.08.09



Owen Pallett & Young Marble Giants & Arto Lindsay, Paris, 01.06.10


Konzert: Owen Pallett & Young Marble Giants & Arto Lindsay, Festival Villette Sonique

Ort: La Grande Halle de la Villette, Paris
Datum: 01.06.10
Zuschauer: etwa 2000 erneut
Konzertdauer: pro Act jeweils rund eine Stunde


Aber das sind doch..., nein sind sie das wirklich?, doch, doch, das sind... Georgia Hubley & Ira Kaplan von Yo La Tengo! Echte Indie-Helden, die mich bereitwillig ein Erinnerungsfoto von ihnen schießen ließen. Wenn die beiden heute zu den Konzerten in der Grande Halle de la Villette in Paris kamen, dann muss das Line-Up ja toll gewesen sein, schließlich haben Yo La Tengo einen ausgewiesen guten Geschmack. Nun, das war auch wirklich so. Krass geiles Programm heute, Alter,ey! Escht, ey! Aber auch anderswo in Paris spielte die Musik. Der junge Engländer Thos Henley (auf dem Foto links, weltberühmt geworden durch die Oliver Peel Session # 6) hatte heute die große Ehre, gemeinsam mit meinen französischen Lieblingen Syd Matters die kultige Maroquinerie zu erobern, Phosphorescent, Bruder im Geiste von Bonnie "Prince" Billy, trat im Espace B auf und Air teilten sich die Bühne mit Au Revoir Simone und zwar gleich um die Ecke in der Cité de la Musique. Dennoch war ich hinterher sicher, mich für das "richtige" Konzert entschieden zu haben. Und das lag vor allem an Owen Pallett. Der junge Kanadier war einfach sensationell!

Hier mein Resumée:

Arto Lindsay: Eine Kreuzung aus Woody Allen und Stephen Hawking, zumindest optisch. Der hagere Bursche mit dem Kassengestell auf der Nase, spielte auf einer noisigen Gitarre und wurde von einer afrikanischen Backing Band begleitet, in der auch ein Bongospieler agierte. Musikalisch schwer einzuordnen, das Ganze. Irgendwo zwischen Rock, Freejazz, Blues, Noise, Reggae und Funk. Alles sehr hochstehend und gekonnt dargeboten, aber auch bisweilen zäh und schwer verdaulich. Dennoch bin ich sicher, daß Yo La Tengo für ihn gekommen sind.

Young Marble Giants: Hier gingen hinterher die Meinungen auseinander. Uschi und Guillaume, mit denen ich gekommen war, fanden es kultig und cool, Fotografenzar Robert Gil nörgelte irgendwas von: "ist schlecht gealtert, die Mucke". Was sagt Oliver Peel? Hmm. Statisch wie beim letzten Mal in Boulogne Billancourt, aber für mich immer noch verblüffend modern. 1980 haben die Waliser mit diesem minimalistischen Sound die Blaupause für den Erfolg von The XX geliefert und musikalisch sind sie immer noch stark. Ein knarzig polternder Bass, rasierklingenscharfe Gitarrenriffs und der wunderschöne, weltentrückte Gesang von Alison Statton, alle Markenzeichen der einflußreichen Band (und dies mit einem einzigen Album!) gibt es nach wie vor, lediglich der Drumpart ist heute anders. Anstatt eines Drumcomputers agierte wie schon 2007 in Boulogne Billancourt Andrew Moxham, der dritte der Gebrüder Moxham (Stuart Moxham: Gitarre und Keys, Bass: Phil Moxham). Die Songs (Brand New Life, Wurlitzer Jukebox, Searching For Mr. Right, etc.) stammten von Colossal Youth, aber eine der Zugaben Taxi (ohne Allison) kam von der Testcard Ep. Ein gutes Konzert.

Owen Pallett: Alle Lobeshymen auf den jungen Kanadier sind gerechtfertigt! Donnerwetter, was die nonchalante Bohnenstange mit der engelsgleichen Stimme aus seiner Violine rausstrich, zupfte und loopte! Ein perfekter Sound machte diesen Auftritt zu einem Ohrenschmauß der allerersten Güteklasse. Begleitet von einem zusätzlichen Musiker namens Thomas (Drums, Gitarre), spielte mich der Bursche mit dem Waverscheitel in einen wahren Rausch. Ein Lied schöner als das andere, kein einziger Patzer und stimmlich eine brillante Vorstellung ließen mich zu einem unzweideutigen Urteil kommen: Owen muss als Kind in eine Zauberbrunnen gefallen sein. Ein Riesentalent! Wie sagte Stuart Moxham in einer Szene so treffend: "Es ist toll, vor Owen Pallett zu spielen, schließlich ist er Kanadier. Und aus Kanada kommen Leonard Cohen, Neil Youg und Joni Mitchell." Wenn der junge Geiger konstant so weiter macht, hat er wirklich das Zeug aus dem übergroßen Schatten dieser legendären Künstler zu treten. Eines der Konzerte des Jahres. Wahnsinn!! Und wer war eigentlich noch mal dieser Andrew Bird?



Setlist Young Marble Giants, La Grande Halle de la Villette, Festival Villette Sonique, Paris (tausend Dank an Uschi)

01: N.I.T.A.
02: Choci Loni
03: Eating Noddemix
04: Ode To Booker T.
05: Wurlitzer Jukebox
06: Music For Evenings
07: Cakewalking
08: The Man Amplifier
09: Final Day
10: Radio Silents
11: Include Me Out
12: Constantly Changing
13: Searching For Mister Right (pour Melodie)
14: Brand New Life

15: The Taxi
16: Salad Days
17: Credit In The Straight World

Setlist Owen Pallett, Festival Villette Sonique, Paris (noch einmal vielen lieben Dank an Uschi für die unglaubliche Mühe!!)

01. E Is for Estranged
02. This is the Dream of Win & Regine
03. Scandal at the Parkade
04. That's When The Audience Died
05. Midnight Directives
06. Keep the Dog Quiet
07. The Great Elsewhere
08. Lewis Takes Action
09. He Poos Clouds
10. Oh Heartland, Up Yours!
11. Flare Gun
12. The Butcher
13. Many Lives → 49 MP

14. Lewis Takes Off His Shirt
15. Cliquot (co-written with Beirut)
16. This Lamb Sells Condos

- tolle Fotos von diesen Konzerten gibt es bei Robert Gil:

Owen Pallett, klick!
Young Marble Giants, klick!
Arto Lindsay, klick!

Aus unsererm Archiv:

Young Marble Giants, Paris, 28.10.07

Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
Final Fantasy, Haldern, 14.08.09



Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10


Konzert: Owen Pallett
Ort: Edificio Fòrum, Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: 3.200 (voller Konzertsaal)
Dauer: 50 min


Außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes des Primavera liegt ein dreieckiges Tagungs- und Veranstaltungsgebäude, das Edificio Fòrum, in dem sich ein großer, klassischer Konzertsaal befindet. Diesen Saal nutzen zu können, ist ein Prunkstück des Festivals, weil er die Möglichkeit bietet, besonderen Künstlern einen außergewöhnlichen Rahmen zu bieten.

Als ich mit reichlich Zeitreserve am Edificio ankam, war da schon eine lange Schlange, die ums komplette Gebäude führte. Das machte mich zunächst noch nicht nervös. Es ging dann aber so schleppend voran, daß ich immer mehr Panik bekam, überhaupt noch ins Gebäude zu kommen. Der Frust stieg Minute um Minute. Zum angekündigten Konzertbeginn stand ich immer noch endlos weit von der Einlaßkontrolle entfernt. Na toll, also dann kein Owen Pallett für mich. Weil aber bisher kaum jemand drinnen sein konnte, blieb ich stehen und hoffte, vielleicht doch noch etwas mitzubekommen (wobei angebrochene Konzerte ja extrem übel sind). Irgendwann war ich drinnen, rannte in den stockdunklen Saal und fand einen freien Sitz vorne. Owen Pallett hatte noch nicht angefangen, der Konzertbeginn war verschoben worden, puh!

Zwei Minuten später begann der Auftritt des loopenden und geigenden Kanadiers. Ich hatte ihn bereits dreimal vorher gesehen, dabei wusste ich, was mich erwartet. Owen spielt Geige und Keyboard, wird ab und zu von einer Gitarre begleitet, und erzeugt mit seiner Looptechnik aus wenigen Takten komplexe Melodien, die durch das Wiederholen einzelner Teile schichtweise aufgebaut werden. Quasi eine Art musikalisches Töpfern vor Publikum.

Auch Owens Lieder kenne ich mittlerweile sehr gut - aber auch in Barcelona gab es wieder das Spiel, das ich so liebe. Der Kanadier coverte nämlich etwas, das mir bekannt vorkam, das ich aber partout nicht erkannte. Es dauerte, bis ich in dem Cover in seiner speziellem Art Odessa von Caribou heraushörte. Owen Palletts Version des Stücks war natürlich fabelhaft, der Rest seines viel zu kurzen Sets war es aber auch. Und die Entscheidung der Veranstalter, den Künstler in diesem Saal auftreten zu lassen, war perfekt. Dieser dunkle Saal mit seiner ausgezeichneten Akustik ließ vergessen, daß es ein sonniger Mittag in Barcelona war. Man konzentrierte sich ausschließlich auf die Musik - welch tolle 50 Minuten! Dafür stelle ich mich immer wieder gerne ewig an!

Setlist Owen Pallett, Auditori, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: E is for estranged
02: This is the dream of Win and Régine
03: Scandal at the parkade
04: That's when the audience died
05: Keep the dog quiet
06: The great elsewhere
07: Lewis takes action
08: Odessa (Caribou Cover)
09: He poos clouds
10: Many lives 45p
11: Lewis takes off his shirt

12: The CN Tower belongs to the dead (Z)

Links:

- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
- Owen Pallett beim Haldern Festival 2009



Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10


Konzert: Owen Pallett
Ort: Edificio Fòrum, Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: 3.200 (voller Konzertsaal)
Dauer: 50 min


Außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes des Primavera liegt ein dreieckiges Tagungs- und Veranstaltungsgebäude, das Edificio Fòrum, in dem sich ein großer, klassischer Konzertsaal befindet. Diesen Saal nutzen zu können, ist ein Prunkstück des Festivals, weil er die Möglichkeit bietet, besonderen Künstlern einen außergewöhnlichen Rahmen zu bieten.

Als ich mit reichlich Zeitreserve am Edificio ankam, war da schon eine lange Schlange, die ums komplette Gebäude führte. Das machte mich zunächst noch nicht nervös. Es ging dann aber so schleppend voran, daß ich immer mehr Panik bekam, überhaupt noch ins Gebäude zu kommen. Der Frust stieg Minute um Minute. Zum angekündigten Konzertbeginn stand ich immer noch endlos weit von der Einlaßkontrolle entfernt. Na toll, also dann kein Owen Pallett für mich. Weil aber bisher kaum jemand drinnen sein konnte, blieb ich stehen und hoffte, vielleicht doch noch etwas mitzubekommen (wobei angebrochene Konzerte ja extrem übel sind). Irgendwann war ich drinnen, rannte in den stockdunklen Saal und fand einen freien Sitz vorne. Owen Pallett hatte noch nicht angefangen, der Konzertbeginn war verschoben worden, puh!

Zwei Minuten später begann der Auftritt des loopenden und geigenden Kanadiers. Ich hatte ihn bereits dreimal vorher gesehen, dabei wusste ich, was mich erwartet. Owen spielt Geige und Keyboard, wird ab und zu von einer Gitarre begleitet, und erzeugt mit seiner Looptechnik aus wenigen Takten komplexe Melodien, die durch das Wiederholen einzelner Teile schichtweise aufgebaut werden. Quasi eine Art musikalisches Töpfern vor Publikum.

Auch Owens Lieder kenne ich mittlerweile sehr gut - aber auch in Barcelona gab es wieder das Spiel, das ich so liebe. Der Kanadier coverte nämlich etwas, das mir bekannt vorkam, das ich aber partout nicht erkannte. Es dauerte, bis ich in dem Cover in seiner speziellem Art Odessa von Caribou heraushörte. Owen Palletts Version des Stücks war natürlich fabelhaft, der Rest seines viel zu kurzen Sets war es aber auch. Und die Entscheidung der Veranstalter, den Künstler in diesem Saal auftreten zu lassen, war perfekt. Dieser dunkle Saal mit seiner ausgezeichneten Akustik ließ vergessen, daß es ein sonniger Mittag in Barcelona war. Man konzentrierte sich ausschließlich auf die Musik - welch tolle 50 Minuten! Dafür stelle ich mich immer wieder gerne ewig an!

Setlist Owen Pallett, Auditori, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: E is for estranged
02: This is the dream of Win and Régine
03: Scandal at the parkade
04: That's when the audience died
05: Keep the dog quiet
06: The great elsewhere
07: Lewis takes action
08: Odessa (Caribou Cover)
09: He poos clouds
10: Many lives 45p
11: Lewis takes off his shirt

12: The CN Tower belongs to the dead (Z)

Links:

- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
- Owen Pallett beim Haldern Festival 2009