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Pixies, Barcelona, 28.05.10


Konzert: Pixies

Ort: Primavera Sound, Barcelona
Datum: 28.05.10
Zuschauer: viele, zu viele
Dauer: etwa 90 Minuten


- von Julius aus Wien -

Wie für so viele andere auch waren die Pixies in meiner (noch nicht wirklich lange zurückliegenden) Jugend für mich eine der wichtigsten Bands. Nicht nur wegen Where Is My Mind, aber mit diesem Song hat alles angefangen. Zumindest meine Zuneigung zu den Pixies.


Letzes Jahr am Southside Festival bekam ich dann zum ersten Mal Gelegenheit, eine meiner Lieblingsbands live zu sehen. Dass es mich dann nicht so recht überzeugte, schob ich auf den doch sehr frühen Slot, den sie zugewiesen bekommen hatten, irgendwann am frühen Abend zwischen Mars Volta und Billy Talent.

Am Primavera im wunderschönen Barcelona stand der nächste Versuch, ihre Live-Qualitäten zu eruieren, auf dem Programm. Die Voraussetzungen waren ungleich bessere als am Southside ein Jahr zuvor. Für kurz nach ein Uhr nachts und nach den sehr gut aufgelegten Wilco waren Black Francis und Freunde angesetzt, zu Buche stand bereits ein, laut Programmheft, legendärer Auftritt am Primavera 2004, der besagtes Festival in die Liga qualitativ hochwertiger und großer europäischer Freiluftveranstaltungen, in der es heute spielt, gehoben haben soll.

Unvorstellbare Massen hatten sich auch diesmal vor der San Miguel-Stage, gesponsert von einem barcelonischen Gerstensaft, versammelt, ein stetes Kommen und Gehen intensivierte das subjektive Gefühl der Überfüllung stark, an ruhiges und konzentriertes Genießen des Auftrittes war zumindest in den ersten Minuten nicht zu denken.

Allerdings sollte sich – zumindest bei mir - auch später kein wirkliches Begeisterungsmoment einstellen. Die Pixies ackerten sich durch ihre von Klassiker gespickte Setlist, ohne die Qualitäten, die ich an ihren Aufnahmen so schätze, zu unterstreichen. Anstatt elegantem Bewegen zwischen Laut und Leise, Nähe und Distanz, perfektioniert auf den Klassiker-Alben Doolittle und Come On Pilgrim enttäuschte die Live-Umsetzung. Mich halt, aber längst nicht alle, wie das wogende Getümmel vor der Bühne bewies.

Vielleicht hatte ich auch allzu hohe Erwartungen an die Damen und Herren aus Boston, verleitet durch das Programmheft, welches in Ekstase vom sechs Jahre zurückliegenden Auftritt in Barcelona schwärmt: „They unleashed emotions from the very first notes of their impeccable repertoire, which bowled us over with its strange mixture of soft melodies and furious guitars, with the cutting remarks of Frank Black and the dulcet voice of Kim Deal. That year, the Pixies changed a lot of things: not only did they fill the Poble Espanyol, but they also made dreams come true. Indie grew up and so did we: our myths came back to life.”

Jedenfalls ärgerte ich mich. Ich verpasste zwar gerade auf den anderen Bühnen nichts (ein Wunder, stellt doch der Besuch des Primaveras einen vor die vollendete Tatsache, dass man sich für und gegen Bands entscheiden muss, so dicht ist das Programm), aber ein ganz großes Stück Vorfreude hatte sich in hohle Enttäuschung verwandelt.

Und während sich die Pixies mit gesanglichen Schwächen, dafür ohne instrumentale Höhepunkte durch die Setlist ackerten, schickten sie nicht nur den Affen gen Himmel, sondern auch ein gutes Stück meiner musikalischen Sozialisation zum Teufel.

Caribou sollte der letzte Pixies-Song, den ich mir an diesem Abend und wohl auch für länger, zu Gemüte führte, dann haute ich ab. Immerhin standen noch die wahnsinnigen Yeasayer um halb drei auf dem Programm. Die einen wahnsinnig guten Auftritt ablieferten. Aber das ist eine andere (Gute-Nacht-)Geschichte.

Das Märchen mit den bösen Pixies schließlich birgt die Moral, Tonträger- und Live-Performance einer Band vorzugsweise unvoreingenommen und getrennt voneinander zu beurteilen, sowie keine überhöhten Erwartungen zu haben.

Das ist nun sehr rationell gedacht. Nur ginge da doch die ganze Freude an der Musik verloren und zu Emotionen gehören nun mal auch Enttäuschungen. Denn gerade die ermöglichen Gefühle auf der anderen Seite des Spektrums, beispielsweise die spätere Euphorie nach Yeasayer.

Insofern: Danke, Pixies, für einen durchwachsenen Auftritt, ich mag euch immer noch.

Setlist Pixies, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Cecilia Ann
02: Rock Music
03: Wave of Mutilation
04: Bone Machine
05: Monkey Gone to Heaven
06: Gouge Away
07: Tame
08: Hey
09: Velouria
10: Dig for Fire
11: Allison
12: Debaser
13: Planet Of Sound
14: Alec Eiffel
15: Caribou
16: Winterlong (Neil Young cover)
17: River Euphrates
18: Head On (The Jesus and Mary Chain cover)
19: U-Mass
20: Isla de Encanta
21: Broken Face
22: Nimrod's Son
23: Here Comes Your Man
24: The Holiday Song
25: Vamos

26: Gigantic (Z)
27: Where Is My Mind? (Z)



Pixies, Barcelona, 28.05.10


Konzert: Pixies

Ort: Primavera Sound, Barcelona
Datum: 28.05.10
Zuschauer: viele, zu viele
Dauer: etwa 90 Minuten


- von Julius aus Wien -

Wie für so viele andere auch waren die Pixies in meiner (noch nicht wirklich lange zurückliegenden) Jugend für mich eine der wichtigsten Bands. Nicht nur wegen Where Is My Mind, aber mit diesem Song hat alles angefangen. Zumindest meine Zuneigung zu den Pixies.


Letzes Jahr am Southside Festival bekam ich dann zum ersten Mal Gelegenheit, eine meiner Lieblingsbands live zu sehen. Dass es mich dann nicht so recht überzeugte, schob ich auf den doch sehr frühen Slot, den sie zugewiesen bekommen hatten, irgendwann am frühen Abend zwischen Mars Volta und Billy Talent.

Am Primavera im wunderschönen Barcelona stand der nächste Versuch, ihre Live-Qualitäten zu eruieren, auf dem Programm. Die Voraussetzungen waren ungleich bessere als am Southside ein Jahr zuvor. Für kurz nach ein Uhr nachts und nach den sehr gut aufgelegten Wilco waren Black Francis und Freunde angesetzt, zu Buche stand bereits ein, laut Programmheft, legendärer Auftritt am Primavera 2004, der besagtes Festival in die Liga qualitativ hochwertiger und großer europäischer Freiluftveranstaltungen, in der es heute spielt, gehoben haben soll.

Unvorstellbare Massen hatten sich auch diesmal vor der San Miguel-Stage, gesponsert von einem barcelonischen Gerstensaft, versammelt, ein stetes Kommen und Gehen intensivierte das subjektive Gefühl der Überfüllung stark, an ruhiges und konzentriertes Genießen des Auftrittes war zumindest in den ersten Minuten nicht zu denken.

Allerdings sollte sich – zumindest bei mir - auch später kein wirkliches Begeisterungsmoment einstellen. Die Pixies ackerten sich durch ihre von Klassiker gespickte Setlist, ohne die Qualitäten, die ich an ihren Aufnahmen so schätze, zu unterstreichen. Anstatt elegantem Bewegen zwischen Laut und Leise, Nähe und Distanz, perfektioniert auf den Klassiker-Alben Doolittle und Come On Pilgrim enttäuschte die Live-Umsetzung. Mich halt, aber längst nicht alle, wie das wogende Getümmel vor der Bühne bewies.

Vielleicht hatte ich auch allzu hohe Erwartungen an die Damen und Herren aus Boston, verleitet durch das Programmheft, welches in Ekstase vom sechs Jahre zurückliegenden Auftritt in Barcelona schwärmt: „They unleashed emotions from the very first notes of their impeccable repertoire, which bowled us over with its strange mixture of soft melodies and furious guitars, with the cutting remarks of Frank Black and the dulcet voice of Kim Deal. That year, the Pixies changed a lot of things: not only did they fill the Poble Espanyol, but they also made dreams come true. Indie grew up and so did we: our myths came back to life.”

Jedenfalls ärgerte ich mich. Ich verpasste zwar gerade auf den anderen Bühnen nichts (ein Wunder, stellt doch der Besuch des Primaveras einen vor die vollendete Tatsache, dass man sich für und gegen Bands entscheiden muss, so dicht ist das Programm), aber ein ganz großes Stück Vorfreude hatte sich in hohle Enttäuschung verwandelt.

Und während sich die Pixies mit gesanglichen Schwächen, dafür ohne instrumentale Höhepunkte durch die Setlist ackerten, schickten sie nicht nur den Affen gen Himmel, sondern auch ein gutes Stück meiner musikalischen Sozialisation zum Teufel.

Caribou sollte der letzte Pixies-Song, den ich mir an diesem Abend und wohl auch für länger, zu Gemüte führte, dann haute ich ab. Immerhin standen noch die wahnsinnigen Yeasayer um halb drei auf dem Programm. Die einen wahnsinnig guten Auftritt ablieferten. Aber das ist eine andere (Gute-Nacht-)Geschichte.

Das Märchen mit den bösen Pixies schließlich birgt die Moral, Tonträger- und Live-Performance einer Band vorzugsweise unvoreingenommen und getrennt voneinander zu beurteilen, sowie keine überhöhten Erwartungen zu haben.

Das ist nun sehr rationell gedacht. Nur ginge da doch die ganze Freude an der Musik verloren und zu Emotionen gehören nun mal auch Enttäuschungen. Denn gerade die ermöglichen Gefühle auf der anderen Seite des Spektrums, beispielsweise die spätere Euphorie nach Yeasayer.

Insofern: Danke, Pixies, für einen durchwachsenen Auftritt, ich mag euch immer noch.

Setlist Pixies, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Cecilia Ann
02: Rock Music
03: Wave of Mutilation
04: Bone Machine
05: Monkey Gone to Heaven
06: Gouge Away
07: Tame
08: Hey
09: Velouria
10: Dig for Fire
11: Allison
12: Debaser
13: Planet Of Sound
14: Alec Eiffel
15: Caribou
16: Winterlong (Neil Young cover)
17: River Euphrates
18: Head On (The Jesus and Mary Chain cover)
19: U-Mass
20: Isla de Encanta
21: Broken Face
22: Nimrod's Son
23: Here Comes Your Man
24: The Holiday Song
25: Vamos

26: Gigantic (Z)
27: Where Is My Mind? (Z)



The Antlers, Barcelona, 29.05.10


Konzert: The Antlers

Ort: Primavera Sound, Barcelona
Datum: 29.05.10
Zuschauer: etwa 1.000
Dauer: 45 Minuten


- von Julius aus Wien -


Seit gut einem Jahr kenne ich die Antlers schon, als ich sie das erste Mal hörte war ich wie verzaubert. Abgenützt hat sich meine Begeisterung für dieses Trio aus Brooklyn bis jetzt nicht. Zu gut ist ihr Debütalbum, so fragil und schön gesungen und instrumentiert. Noch dazu ein Konzeptalbum, dessen Anhänger ich nun einmal bin. Um das ewige Thema Tod drehen sich die zehn Songs auf Hospice, ein junger Mann erlebt am Krankenbett eines Mädchens, wie dieses langsam aus dem Leben geht.

Spätestens mit dem Europa-Release ihres Albums im Herbst war ihnen dann auch hierzulande enorme mediale Aufmerksamkeit sicher und erstmals ließ sich auch ein wenig über die Band in Erfahrung bringen. So soll Peter Silberman, Sänger, nach der Trennung von seiner Freundin in eine tiefe Depression verfallen sein und monatelang das Haus nicht verlassen haben. In dieser Zeit seien die Songs entstanden, die sich nun auf Hospice wiederfinden.

Von derart produktiven Phasen der Trauer hört man eher selten und schnell sah man die Thematik von Hospice nur mehr im Kontext von Silbermans ganz persönlichem Schicksal. Songwriting als eine Art Arbeitstherapie, als Weg, über etwas hinwegzukommen? Wäre zumindest keine völlig neue Idee…

Am Primavera Festival zu Barcelona sollte ich nun erstmals Gelegenheit bekommen, den Antlers in Echtzeit auf die Finger schauen zu können. Die Kritiken, die ich über vorangegangene Auftritte gelesen hatte, waren unglaublich heterogen. Vom Totalveriss bis zum enthusiastischen Lobgesang war so ziemlich alles dabei, umso mehr war ich gespannt.

Die Pitchfork-Stage, für deren Name wie auch für dessen Programm das gleichnamige Internet-Medium Pate stand, war als place to be auserkoren worden. Weh tat nur, dass Grizzly Bear zeitgleich spielten.

Vor der Bühne, platziert unter einer Stahldachkonstruktion und begrenzt von Getränkeständen, hatten sich schon etwa 1000 Menschen eingefunden, als ich eintraf. Soundcheck war angesagt und mit fortwährender Dauer desselben stiegen meine Befürchtungen bezüglich des Sounds.

Mit dem ersten Song, Kettering, waren aber alle Bedenken wie weggewischt. Für die Verhältnisse sehr guter Sound begleitete dann auch das gesamte Konzert.

Leicht wie Nebel über dem Styx, dem antik-mythologischen Totenfluss, schwebte eine Dreiviertelstunde lang ein hochkonzentriertes Klangerlebnis zwischen den stählernen Pfeilern, von Sekunde zu Sekunde intensiver und gleichzeitig intimer werdend. Hospice wurde zum Programm, die Antlers errichteten eine zwar nur temporäre, aber herzerwärmende Herberge, in der jeder willkommen war. Klingt ein wenig nach Hippie-Vokabular und vielleicht sieht gelebte Liebe für Massen heutzutage tatsächlich so aus. Mag auch der Tod in den Arbeiten der Antlers unübersehbar sein, neben dem barocken vanitas-Gedanken lässt sich die gelassene Lebensfreude, mit der sie ans Werk gehen, nicht leugnen.

Eine besonders große Freude bereitete mir der Song Bear, welchen ich einige Monate lang als Lieblingssong in mein Herz geschlossen hatte. Munter verspielt, beschwingt und heiter gibt er sich, einen stärkeren Kontrast zu den Lyrics kann man sich fast nicht vorstellen. Hilflosigkeit, Abtreibung und Schuld spielen hier eine Rolle. Da passte der Szeneapplaus bei den ersten Akkorden von Bear eigentlich gar nicht dazu.

Die Antlers kommentierten dies aber ebenso wenig, wie sie zwischen Songs etwas von sich gaben. Die Vollkommenheit des Auftritts und der Nähe sollte wohl durch nichts gestört werden, wie ja auch ein Konzeptalbum von einem durchgehenden Motiv, einem roten Faden lebt.

Ein neuer Song fand auch Eingang in die Setlist, es war dies, sofern ich richtig informiert bin, Snarf, Shnf. Der Rest des Konzerts gehörte wieder ganz Hospice und mit dem Schlussstück Epilogue ging ein ausgezeichneter Auftritt zu Ende, der mich von meiner Entscheidung, die Grizzlys Bären sein zu lassen (eine halbe Stunde Grizzly Bear ging sich für mich sogar noch aus), vollauf überzeugte und meine Sehnsucht (nach neuem Album und weiteren Auftritten) neu entflammte.

Im Herbst sollen sie höchstwahrscheinlich in wesentlich kleinerem Rahmen in Wien zu sehen sein, so hört man. Ein weiteres Konzert des Monats?/Jahres? scheint vorprogrammiert.

Setlist The Antlers, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Kettering
02: Sylvia
03: Bear
04: Atrophy
05: Snarf, Shnf
06: Two
07: Shiva
08: Wake
09: Epilogue


The Antlers, Barcelona, 29.05.10


Konzert: The Antlers

Ort: Primavera Sound, Barcelona
Datum: 29.05.10
Zuschauer: etwa 1.000
Dauer: 45 Minuten


- von Julius aus Wien -


Seit gut einem Jahr kenne ich die Antlers schon, als ich sie das erste Mal hörte war ich wie verzaubert. Abgenützt hat sich meine Begeisterung für dieses Trio aus Brooklyn bis jetzt nicht. Zu gut ist ihr Debütalbum, so fragil und schön gesungen und instrumentiert. Noch dazu ein Konzeptalbum, dessen Anhänger ich nun einmal bin. Um das ewige Thema Tod drehen sich die zehn Songs auf Hospice, ein junger Mann erlebt am Krankenbett eines Mädchens, wie dieses langsam aus dem Leben geht.

Spätestens mit dem Europa-Release ihres Albums im Herbst war ihnen dann auch hierzulande enorme mediale Aufmerksamkeit sicher und erstmals ließ sich auch ein wenig über die Band in Erfahrung bringen. So soll Peter Silberman, Sänger, nach der Trennung von seiner Freundin in eine tiefe Depression verfallen sein und monatelang das Haus nicht verlassen haben. In dieser Zeit seien die Songs entstanden, die sich nun auf Hospice wiederfinden.

Von derart produktiven Phasen der Trauer hört man eher selten und schnell sah man die Thematik von Hospice nur mehr im Kontext von Silbermans ganz persönlichem Schicksal. Songwriting als eine Art Arbeitstherapie, als Weg, über etwas hinwegzukommen? Wäre zumindest keine völlig neue Idee…

Am Primavera Festival zu Barcelona sollte ich nun erstmals Gelegenheit bekommen, den Antlers in Echtzeit auf die Finger schauen zu können. Die Kritiken, die ich über vorangegangene Auftritte gelesen hatte, waren unglaublich heterogen. Vom Totalveriss bis zum enthusiastischen Lobgesang war so ziemlich alles dabei, umso mehr war ich gespannt.

Die Pitchfork-Stage, für deren Name wie auch für dessen Programm das gleichnamige Internet-Medium Pate stand, war als place to be auserkoren worden. Weh tat nur, dass Grizzly Bear zeitgleich spielten.

Vor der Bühne, platziert unter einer Stahldachkonstruktion und begrenzt von Getränkeständen, hatten sich schon etwa 1000 Menschen eingefunden, als ich eintraf. Soundcheck war angesagt und mit fortwährender Dauer desselben stiegen meine Befürchtungen bezüglich des Sounds.

Mit dem ersten Song, Kettering, waren aber alle Bedenken wie weggewischt. Für die Verhältnisse sehr guter Sound begleitete dann auch das gesamte Konzert.

Leicht wie Nebel über dem Styx, dem antik-mythologischen Totenfluss, schwebte eine Dreiviertelstunde lang ein hochkonzentriertes Klangerlebnis zwischen den stählernen Pfeilern, von Sekunde zu Sekunde intensiver und gleichzeitig intimer werdend. Hospice wurde zum Programm, die Antlers errichteten eine zwar nur temporäre, aber herzerwärmende Herberge, in der jeder willkommen war. Klingt ein wenig nach Hippie-Vokabular und vielleicht sieht gelebte Liebe für Massen heutzutage tatsächlich so aus. Mag auch der Tod in den Arbeiten der Antlers unübersehbar sein, neben dem barocken vanitas-Gedanken lässt sich die gelassene Lebensfreude, mit der sie ans Werk gehen, nicht leugnen.

Eine besonders große Freude bereitete mir der Song Bear, welchen ich einige Monate lang als Lieblingssong in mein Herz geschlossen hatte. Munter verspielt, beschwingt und heiter gibt er sich, einen stärkeren Kontrast zu den Lyrics kann man sich fast nicht vorstellen. Hilflosigkeit, Abtreibung und Schuld spielen hier eine Rolle. Da passte der Szeneapplaus bei den ersten Akkorden von Bear eigentlich gar nicht dazu.

Die Antlers kommentierten dies aber ebenso wenig, wie sie zwischen Songs etwas von sich gaben. Die Vollkommenheit des Auftritts und der Nähe sollte wohl durch nichts gestört werden, wie ja auch ein Konzeptalbum von einem durchgehenden Motiv, einem roten Faden lebt.

Ein neuer Song fand auch Eingang in die Setlist, es war dies, sofern ich richtig informiert bin, Snarf, Shnf. Der Rest des Konzerts gehörte wieder ganz Hospice und mit dem Schlussstück Epilogue ging ein ausgezeichneter Auftritt zu Ende, der mich von meiner Entscheidung, die Grizzlys Bären sein zu lassen (eine halbe Stunde Grizzly Bear ging sich für mich sogar noch aus), vollauf überzeugte und meine Sehnsucht (nach neuem Album und weiteren Auftritten) neu entflammte.

Im Herbst sollen sie höchstwahrscheinlich in wesentlich kleinerem Rahmen in Wien zu sehen sein, so hört man. Ein weiteres Konzert des Monats?/Jahres? scheint vorprogrammiert.

Setlist The Antlers, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Kettering
02: Sylvia
03: Bear
04: Atrophy
05: Snarf, Shnf
06: Two
07: Shiva
08: Wake
09: Epilogue


Dum Dum Girls, Barcelona, 28.05.10


Konzert: Dum Dum Girls
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: sehr viele vor der zweitgrößten Bühne
Dauer: knackige 34 Minuten


Eine gewagte Ansetzung auf dem Papier: die noch wenig bekannten Dum Dum Girls aus Los Angeles spielten um 0.15 Uhr zwischen den Headlinern Charlatans und Pet Shop Boys und bekamen damit von den Veranstaltern einen äußerst prominenten Platz im Lineup. Ob das so gerechtfertigt wäre, hatte ich mich vorher mehrfach gefragt. Nach gut einer halben Stunde kam ich nicht zu eindeutigen Ergebnissen; wir haben zu viele Hypes, berechtigt oder nicht, kommen und gehen gesehen. Schwer also einzuschätzen, ob in einem Jahr noch jemand von Dee Dee und ihren drei Kolleginnen sprechen wird. Geht man nach dem Applaus der Zuschauer, ist Skepsis nacheliegend, der Beifall war eher höflich-zurückhaltend.

Geht man allerdings nach mir (hmmm...), waren die Amerikanerinnen einer der Top-Acts des Festivals! Natürlich hat man solche Musik (und Attitüde) schon gesehen, aber das macht sie nicht schlechter. "Langweiliger als die Vivian Girls" habe ich irgendwo gelesen. Der Vergleich zu denen - oder auch zu den Long Blondes zum Beispiel - liegt nahe. Aber mir reichte das phänomenale Play with fire als Auftaktsong, um die Dum Dum Girls zu aktuellen Lieblingen zu machen (die Liveversion ist übrigens um Klassen besser als die CD Aufnahme).

Wie der Rest war, kommt sofort!

Setlist Dum Dum Girls, Primavera Festival, Barcelona:

01: Play with fire
02: Hey sis
03: Catholicked
04: I will be
05: Don't talk to me
06: Oh mein M
07: Yours alone
08: Bhang bhang, I'm a burnout
09: Jail la la
10: Everybody's out
11: Rest of our lives

Links:

- Dum Dum Girls, Paris, 20.05.10


Dum Dum Girls, Barcelona, 28.05.10


Konzert: Dum Dum Girls
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: sehr viele vor der zweitgrößten Bühne
Dauer: knackige 34 Minuten


Eine gewagte Ansetzung auf dem Papier: die noch wenig bekannten Dum Dum Girls aus Los Angeles spielten um 0.15 Uhr zwischen den Headlinern Charlatans und Pet Shop Boys und bekamen damit von den Veranstaltern einen äußerst prominenten Platz im Lineup. Ob das so gerechtfertigt wäre, hatte ich mich vorher mehrfach gefragt. Nach gut einer halben Stunde kam ich nicht zu eindeutigen Ergebnissen; wir haben zu viele Hypes, berechtigt oder nicht, kommen und gehen gesehen. Schwer also einzuschätzen, ob in einem Jahr noch jemand von Dee Dee und ihren drei Kolleginnen sprechen wird. Geht man nach dem Applaus der Zuschauer, ist Skepsis nacheliegend, der Beifall war eher höflich-zurückhaltend.

Geht man allerdings nach mir (hmmm...), waren die Amerikanerinnen einer der Top-Acts des Festivals! Natürlich hat man solche Musik (und Attitüde) schon gesehen, aber das macht sie nicht schlechter. "Langweiliger als die Vivian Girls" habe ich irgendwo gelesen. Der Vergleich zu denen - oder auch zu den Long Blondes zum Beispiel - liegt nahe. Aber mir reichte das phänomenale Play with fire als Auftaktsong, um die Dum Dum Girls zu aktuellen Lieblingen zu machen (die Liveversion ist übrigens um Klassen besser als die CD Aufnahme).

Wie der Rest war, kommt sofort!

Setlist Dum Dum Girls, Primavera Festival, Barcelona:

01: Play with fire
02: Hey sis
03: Catholicked
04: I will be
05: Don't talk to me
06: Oh mein M
07: Yours alone
08: Bhang bhang, I'm a burnout
09: Jail la la
10: Everybody's out
11: Rest of our lives

Links:

- Dum Dum Girls, Paris, 20.05.10


The Charlatans, Barcelona, 29.05.10


Konzert: The Charlatans play Some Friendly
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 29.05.2010
Zuschauer: sehr viele
Dauer: 63 min


Zu seinem 20. Geburtstag sollten die Charlatans um Sänger Tim Burgess ihr Erfolgsalbum Some Friendly auf der großen Bühne des Primavera Festivals spielen. Sie nahmen sich die Freiheit, das Album ein wenig zu variieren, zumindest was Reihenfolge und Songauswahl angeht. Aber das war nebensächlich. Einzig wichtig war an diesem wundervollen Abend, wie zeitlos die Musik der Engländer ist. Die Charlatans haben das vermutlich beste Konzert des Festivals abgelegt und damit alle Erwartungen übererfüllt.

Und Tim Burgess fand sogar noch Zeit, sich zum Geburtstag gratulieren zu lassen und den Kuchen zu essen, den der Tourmanager brachte. Ich schließe mich an: Happy Birthday, Tim und Happy Birthday, Some Friendly!



Setlist The Charlatans, Primavera Festival, Barcelona:

01: 109 pt 2
02: You're not very well
03: White shirt
04: Opportunity
05: Sonic
06: Then
07: You can talk to me
08: Polar bear
09: Believe you me
10: Flower
11: Indian rope
12: The only one I know
13: Sproston green

Links:

- aus unserem Archiv:
- The Charlatans, Köln, 23.09.08
- The Charlatans, Brüssel, 17.02.08
- The Charlatans, Paris, 12.02.08



The Charlatans, Barcelona, 29.05.10


Konzert: The Charlatans play Some Friendly
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 29.05.2010
Zuschauer: sehr viele
Dauer: 63 min


Zu seinem 20. Geburtstag sollten die Charlatans um Sänger Tim Burgess ihr Erfolgsalbum Some Friendly auf der großen Bühne des Primavera Festivals spielen. Sie nahmen sich die Freiheit, das Album ein wenig zu variieren, zumindest was Reihenfolge und Songauswahl angeht. Aber das war nebensächlich. Einzig wichtig war an diesem wundervollen Abend, wie zeitlos die Musik der Engländer ist. Die Charlatans haben das vermutlich beste Konzert des Festivals abgelegt und damit alle Erwartungen übererfüllt.

Und Tim Burgess fand sogar noch Zeit, sich zum Geburtstag gratulieren zu lassen und den Kuchen zu essen, den der Tourmanager brachte. Ich schließe mich an: Happy Birthday, Tim und Happy Birthday, Some Friendly!



Setlist The Charlatans, Primavera Festival, Barcelona:

01: 109 pt 2
02: You're not very well
03: White shirt
04: Opportunity
05: Sonic
06: Then
07: You can talk to me
08: Polar bear
09: Believe you me
10: Flower
11: Indian rope
12: The only one I know
13: Sproston green

Links:

- aus unserem Archiv:
- The Charlatans, Köln, 23.09.08
- The Charlatans, Brüssel, 17.02.08
- The Charlatans, Paris, 12.02.08



Primavera Sound Festival - Tag 3


Festival: Primavera Sound 2010
Ort: Barcelona
Datum: 27. - 29.05.2010
Zuschauer: heute mindestens 50.000

Tag 3 - Kurzzusammenfassung
(ausführliche Berichte mit Setlisten folgen!)

Mein Festivaltag begann spät mit dem Plan, das kleine Akustikset der Charlatans zu sehen. Leider hatten zu viele Leute die gleiche Idee, viele Briten, u.a. bis, man bekam also wenig mit - kein guter Auftakt für ein angedachtes Festivalhighlight.

Es folgte ein wenig Florence and The Machine - nett, aber nicht interessant genug, um länger zu bleiben.

Der erste Höhepunkt sollten anschließend Grizzly Bear sein, meine Erwartungen waren sehr hoch. Im Winter hatte mich die Band in Den Haag in einem stilvollen Theater noch begeistert, heute auf einer der großen Bühnen wirkte alles viel weniger mitreißend. Erst stimmte der Sound nicht, es schepperte an allen Ecken. Als das besser wurde, war mir das Konzert bereits egal, weil es so deutlich schlechter als zuletzt war. Grizzly Bears Musik passt einfach nicht auf eine Open Air Bühne. Vermutlich war das das Problem.

Ganz anders die Charlatans. Ich hatte mich auf die Darbietung ihres Albums Some friendly gefreut, gar keine Frage. Ich hatte auch einiges erwartet, da mein einziges bisheriges Konzert dieser Helden großartig war. Bei lauen Temperaturen diese unsterbliche Platte, die eigentlich Musik von gestern enthält, zu hören, überall tanzende Mittdreißiger zu sehen, eine coole aber nicht abgehalfterte Band mit sensationellem Frontmann Tim Burgess... sagenhaft. Ein Konzert mit einigen magischen Momenten. Und das Glanzlicht heute, viel besser als erwartet! Und wirklich nichts klang nach Musik von gestern!

Musik von heute machen die Dum Dum Girls - und wie! 34 handgestoppte Minuten, die es in sich hatten. Ich mache mir keine Illusionen darüber, daß es die Band lange geben wird - leider. Aber die Dum Dum Girls sind wieder eine dieser tollen Gruppen, die einen monotonen und rotzig coolen Sound gefunden haben, der Siouxsie & the Banshees ins 21. Jahrhundert befördert. So wie die frühen Long Blondes oder die kaum existierenden Ipso Facto - nur noch eine Ecke faszinierender und cooler. Ein Knüller!

Zum Abschluß dann noch etwas für die Neugierde. Ein ganzes Pet Shop Boys Konzert wollte ich mir um 1.15 Uhr nicht mehr ansehen, dafür würden zu viele Lieder gespielt werden, die ich nicht mehr kenne (aus den letzten 10+ Jahren). Aber den Anfang wollte ich sehen. Die beiden Bandmitglieder mit orangefarbenen Kartons auf dem Kopf als Roboter haben die halbstündige Verlängerung des Tages gerechtfertigt; Heart als Auftakt war perfekt. Die nächsten drei Lieder unspektakulär - aber um die ging es mir ja auch nicht mehr.

A propos mehr: mehr Montag.


Primavera Sound Festival - Tag 3


Festival: Primavera Sound 2010
Ort: Barcelona
Datum: 27. - 29.05.2010
Zuschauer: heute mindestens 50.000

Tag 3 - Kurzzusammenfassung
(ausführliche Berichte mit Setlisten folgen!)

Mein Festivaltag begann spät mit dem Plan, das kleine Akustikset der Charlatans zu sehen. Leider hatten zu viele Leute die gleiche Idee, viele Briten, u.a. bis, man bekam also wenig mit - kein guter Auftakt für ein angedachtes Festivalhighlight.

Es folgte ein wenig Florence and The Machine - nett, aber nicht interessant genug, um länger zu bleiben.

Der erste Höhepunkt sollten anschließend Grizzly Bear sein, meine Erwartungen waren sehr hoch. Im Winter hatte mich die Band in Den Haag in einem stilvollen Theater noch begeistert, heute auf einer der großen Bühnen wirkte alles viel weniger mitreißend. Erst stimmte der Sound nicht, es schepperte an allen Ecken. Als das besser wurde, war mir das Konzert bereits egal, weil es so deutlich schlechter als zuletzt war. Grizzly Bears Musik passt einfach nicht auf eine Open Air Bühne. Vermutlich war das das Problem.

Ganz anders die Charlatans. Ich hatte mich auf die Darbietung ihres Albums Some friendly gefreut, gar keine Frage. Ich hatte auch einiges erwartet, da mein einziges bisheriges Konzert dieser Helden großartig war. Bei lauen Temperaturen diese unsterbliche Platte, die eigentlich Musik von gestern enthält, zu hören, überall tanzende Mittdreißiger zu sehen, eine coole aber nicht abgehalfterte Band mit sensationellem Frontmann Tim Burgess... sagenhaft. Ein Konzert mit einigen magischen Momenten. Und das Glanzlicht heute, viel besser als erwartet! Und wirklich nichts klang nach Musik von gestern!

Musik von heute machen die Dum Dum Girls - und wie! 34 handgestoppte Minuten, die es in sich hatten. Ich mache mir keine Illusionen darüber, daß es die Band lange geben wird - leider. Aber die Dum Dum Girls sind wieder eine dieser tollen Gruppen, die einen monotonen und rotzig coolen Sound gefunden haben, der Siouxsie & the Banshees ins 21. Jahrhundert befördert. So wie die frühen Long Blondes oder die kaum existierenden Ipso Facto - nur noch eine Ecke faszinierender und cooler. Ein Knüller!

Zum Abschluß dann noch etwas für die Neugierde. Ein ganzes Pet Shop Boys Konzert wollte ich mir um 1.15 Uhr nicht mehr ansehen, dafür würden zu viele Lieder gespielt werden, die ich nicht mehr kenne (aus den letzten 10+ Jahren). Aber den Anfang wollte ich sehen. Die beiden Bandmitglieder mit orangefarbenen Kartons auf dem Kopf als Roboter haben die halbstündige Verlängerung des Tages gerechtfertigt; Heart als Auftakt war perfekt. Die nächsten drei Lieder unspektakulär - aber um die ging es mir ja auch nicht mehr.

A propos mehr: mehr Montag.


The New Pornographers, Barcelona, 28.05.10


Konzert: The New Pornographers

Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: sehr viele für 18.15 Uhr
Dauer: 60 min


Eines der Konzerte, die alleine die Fahrt nach Barcelona gerechtfertigt hätten! Was für eine zauberhafte Band!

Ein ausführlicher Bericht folgt!

Setlist The New Pornographers, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Sing me Spanish techno
02: Up in the dark
03: Use it
04: The laws have changed
05: The crash years
06: All the old showstoppers
07: Sweet talk, sweet talk
08: Challengers
09: Testament to youth in verse
10: Your hands (together)
11: My rights versus yours
12: A bite out of my head
13: The slow descent into alcoholism
14: Moves
15: Mass romantic
16: The bleeding heart show

Links:

- The New Pornographers, Köln, 25.11.07
- The New Pornographers, Paris, 30.09.07



The New Pornographers, Barcelona, 28.05.10


Konzert: The New Pornographers

Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: sehr viele für 18.15 Uhr
Dauer: 60 min


Eines der Konzerte, die alleine die Fahrt nach Barcelona gerechtfertigt hätten! Was für eine zauberhafte Band!

Ein ausführlicher Bericht folgt!

Setlist The New Pornographers, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Sing me Spanish techno
02: Up in the dark
03: Use it
04: The laws have changed
05: The crash years
06: All the old showstoppers
07: Sweet talk, sweet talk
08: Challengers
09: Testament to youth in verse
10: Your hands (together)
11: My rights versus yours
12: A bite out of my head
13: The slow descent into alcoholism
14: Moves
15: Mass romantic
16: The bleeding heart show

Links:

- The New Pornographers, Köln, 25.11.07
- The New Pornographers, Paris, 30.09.07



The xx, Barcelona, 27.05.10


Konzert: The xx
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 27.05.2010
Zuschauer: viele Tausend
Dauer: 48 min


The xx begannen mit Sonnenuntergang auf der Ray Ban Bühne, unmittelbar hinter der das Meer begann. Eine perfekte Inszenierung!

Neben Pavement lockten die blutjungen Engländer die meisten Zuschauer am ersten Abend, obwohl sie nicht die Hauptbühne bespielten.

Ein ausführlicher Bericht des sehr guten Konzerts folgt. Vielleicht weiß ich dann auch den Grund dafür, warum düstere Musik Spanier zum rhythmischen Mitklatschen verleitet...

Setlist The xx, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Intro
02: Crystalised
03: Islands
04: Heart skipped a beat
05: Fantasy
06: Shelter
07:
VCR
08: Do you mind (Kyla Cover)
09: Basic space
10: Night time
11: Infinity

Links:

Aus unserem Archiv:
- The xx, Paris, 18.02.2010
- The xx, Frankfurt, 03.11.2009
- The xx, Köln 15.10.2009


The xx, Barcelona, 27.05.10


Konzert: The xx
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 27.05.2010
Zuschauer: viele Tausend
Dauer: 48 min


The xx begannen mit Sonnenuntergang auf der Ray Ban Bühne, unmittelbar hinter der das Meer begann. Eine perfekte Inszenierung!

Neben Pavement lockten die blutjungen Engländer die meisten Zuschauer am ersten Abend, obwohl sie nicht die Hauptbühne bespielten.

Ein ausführlicher Bericht des sehr guten Konzerts folgt. Vielleicht weiß ich dann auch den Grund dafür, warum düstere Musik Spanier zum rhythmischen Mitklatschen verleitet...

Setlist The xx, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Intro
02: Crystalised
03: Islands
04: Heart skipped a beat
05: Fantasy
06: Shelter
07:
VCR
08: Do you mind (Kyla Cover)
09: Basic space
10: Night time
11: Infinity

Links:

Aus unserem Archiv:
- The xx, Paris, 18.02.2010
- The xx, Frankfurt, 03.11.2009
- The xx, Köln 15.10.2009


Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10


Konzert: Owen Pallett
Ort: Edificio Fòrum, Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: 3.200 (voller Konzertsaal)
Dauer: 50 min


Außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes des Primavera liegt ein dreieckiges Tagungs- und Veranstaltungsgebäude, das Edificio Fòrum, in dem sich ein großer, klassischer Konzertsaal befindet. Diesen Saal nutzen zu können, ist ein Prunkstück des Festivals, weil er die Möglichkeit bietet, besonderen Künstlern einen außergewöhnlichen Rahmen zu bieten.

Als ich mit reichlich Zeitreserve am Edificio ankam, war da schon eine lange Schlange, die ums komplette Gebäude führte. Das machte mich zunächst noch nicht nervös. Es ging dann aber so schleppend voran, daß ich immer mehr Panik bekam, überhaupt noch ins Gebäude zu kommen. Der Frust stieg Minute um Minute. Zum angekündigten Konzertbeginn stand ich immer noch endlos weit von der Einlaßkontrolle entfernt. Na toll, also dann kein Owen Pallett für mich. Weil aber bisher kaum jemand drinnen sein konnte, blieb ich stehen und hoffte, vielleicht doch noch etwas mitzubekommen (wobei angebrochene Konzerte ja extrem übel sind). Irgendwann war ich drinnen, rannte in den stockdunklen Saal und fand einen freien Sitz vorne. Owen Pallett hatte noch nicht angefangen, der Konzertbeginn war verschoben worden, puh!

Zwei Minuten später begann der Auftritt des loopenden und geigenden Kanadiers. Ich hatte ihn bereits dreimal vorher gesehen, dabei wusste ich, was mich erwartet. Owen spielt Geige und Keyboard, wird ab und zu von einer Gitarre begleitet, und erzeugt mit seiner Looptechnik aus wenigen Takten komplexe Melodien, die durch das Wiederholen einzelner Teile schichtweise aufgebaut werden. Quasi eine Art musikalisches Töpfern vor Publikum.

Auch Owens Lieder kenne ich mittlerweile sehr gut - aber auch in Barcelona gab es wieder das Spiel, das ich so liebe. Der Kanadier coverte nämlich etwas, das mir bekannt vorkam, das ich aber partout nicht erkannte. Es dauerte, bis ich in dem Cover in seiner speziellem Art Odessa von Caribou heraushörte. Owen Palletts Version des Stücks war natürlich fabelhaft, der Rest seines viel zu kurzen Sets war es aber auch. Und die Entscheidung der Veranstalter, den Künstler in diesem Saal auftreten zu lassen, war perfekt. Dieser dunkle Saal mit seiner ausgezeichneten Akustik ließ vergessen, daß es ein sonniger Mittag in Barcelona war. Man konzentrierte sich ausschließlich auf die Musik - welch tolle 50 Minuten! Dafür stelle ich mich immer wieder gerne ewig an!

Setlist Owen Pallett, Auditori, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: E is for estranged
02: This is the dream of Win and Régine
03: Scandal at the parkade
04: That's when the audience died
05: Keep the dog quiet
06: The great elsewhere
07: Lewis takes action
08: Odessa (Caribou Cover)
09: He poos clouds
10: Many lives 45p
11: Lewis takes off his shirt

12: The CN Tower belongs to the dead (Z)

Links:

- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
- Owen Pallett beim Haldern Festival 2009



Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10


Konzert: Owen Pallett
Ort: Edificio Fòrum, Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: 3.200 (voller Konzertsaal)
Dauer: 50 min


Außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes des Primavera liegt ein dreieckiges Tagungs- und Veranstaltungsgebäude, das Edificio Fòrum, in dem sich ein großer, klassischer Konzertsaal befindet. Diesen Saal nutzen zu können, ist ein Prunkstück des Festivals, weil er die Möglichkeit bietet, besonderen Künstlern einen außergewöhnlichen Rahmen zu bieten.

Als ich mit reichlich Zeitreserve am Edificio ankam, war da schon eine lange Schlange, die ums komplette Gebäude führte. Das machte mich zunächst noch nicht nervös. Es ging dann aber so schleppend voran, daß ich immer mehr Panik bekam, überhaupt noch ins Gebäude zu kommen. Der Frust stieg Minute um Minute. Zum angekündigten Konzertbeginn stand ich immer noch endlos weit von der Einlaßkontrolle entfernt. Na toll, also dann kein Owen Pallett für mich. Weil aber bisher kaum jemand drinnen sein konnte, blieb ich stehen und hoffte, vielleicht doch noch etwas mitzubekommen (wobei angebrochene Konzerte ja extrem übel sind). Irgendwann war ich drinnen, rannte in den stockdunklen Saal und fand einen freien Sitz vorne. Owen Pallett hatte noch nicht angefangen, der Konzertbeginn war verschoben worden, puh!

Zwei Minuten später begann der Auftritt des loopenden und geigenden Kanadiers. Ich hatte ihn bereits dreimal vorher gesehen, dabei wusste ich, was mich erwartet. Owen spielt Geige und Keyboard, wird ab und zu von einer Gitarre begleitet, und erzeugt mit seiner Looptechnik aus wenigen Takten komplexe Melodien, die durch das Wiederholen einzelner Teile schichtweise aufgebaut werden. Quasi eine Art musikalisches Töpfern vor Publikum.

Auch Owens Lieder kenne ich mittlerweile sehr gut - aber auch in Barcelona gab es wieder das Spiel, das ich so liebe. Der Kanadier coverte nämlich etwas, das mir bekannt vorkam, das ich aber partout nicht erkannte. Es dauerte, bis ich in dem Cover in seiner speziellem Art Odessa von Caribou heraushörte. Owen Palletts Version des Stücks war natürlich fabelhaft, der Rest seines viel zu kurzen Sets war es aber auch. Und die Entscheidung der Veranstalter, den Künstler in diesem Saal auftreten zu lassen, war perfekt. Dieser dunkle Saal mit seiner ausgezeichneten Akustik ließ vergessen, daß es ein sonniger Mittag in Barcelona war. Man konzentrierte sich ausschließlich auf die Musik - welch tolle 50 Minuten! Dafür stelle ich mich immer wieder gerne ewig an!

Setlist Owen Pallett, Auditori, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: E is for estranged
02: This is the dream of Win and Régine
03: Scandal at the parkade
04: That's when the audience died
05: Keep the dog quiet
06: The great elsewhere
07: Lewis takes action
08: Odessa (Caribou Cover)
09: He poos clouds
10: Many lives 45p
11: Lewis takes off his shirt

12: The CN Tower belongs to the dead (Z)

Links:

- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
- Owen Pallett beim Haldern Festival 2009



Los Campesinos! & First Aid Kit, Barcelona, 26.05.10


Konzert: Los Campesinos! & First Aid Kit (Wichita Showcase beim Primavera Sound Festival)
Ort: Apolo, Barcelona
Datum: 26.05.2010
Zuschauer: gut 800 (voll)
Dauer: Los Campesinos! 73 min, First Aid Kit 30 min (verm.)


Ein neues Festival in unserem Programm. Das Primavera Sound Festival 2010 startet zwar erst morgen offiziell, ein Showcase des Wichita Labels mit unseren Lieblingen Los Campesinos! war allerdings ein guter Grund, schon am Vorabend etwas zu üben.

Die Geschichte des Showcases hatte mir LC! Sänger beim Stalken nach dem letzten Kölner Konzert verraten. Wegen des ausgezeichneten Lineups wollten die Waliser schrecklich gerne im Programm des Primavera Sound Festivals sein, um dann eine ganze Menge ihrer Lieblingsbands umsonst sehen zu können. Der Veranstalter tat der Band mit dem spanischen Namen allerdings diesen Gefallen nicht, sodaß Los Campesinos! ihr Label bitten mussten, einen Showcase mit ihnen zu veranstalten, um wenigstens durch die Hintertür Pavement und Konsorten sehen zu können. Das funktionierte, und so standen Gareth, Schwester Kim, Harriet, Ellen, Neil, Tom, Ollie und Live-Mädchen-für alles Sparky Deathcap Campesinos! am Abend als Headliner auf der Bühne des vollen Apolo Theaters.

Dahin zu kommen, war alles andere als einfach, denn vor dem Theater hatten sich irre lange Schlangen gebildet. Man konnte offenbar Karten an der Abendkasse kaufen aber auch jeder, der ein Ticket für das Festival hatte, durfte rein. Also theoretisch Tausende. Weil gleichzeitig Tickets in Bändchen umgetauscht wurden, dauerte es ewig. Gut eine Stunde brauchte ich, bis ich in Schrittgeschwindigkeit zum Umtausch zu kommen. Bis dahin hatten Peggy Sue bereits gespielt und First Aid Kit angefangen.

Zuletzt hatte ich nichts Gutes über die Auftritte der schwedischen Söderberg-Schwestern gelesen (& geschrieben). Sie wirkten lustlos und arrogant bei ihren Konzerten. Das war heute eine Ecke besser; das kurze Konzert machte eine Ecke mehr Spaß als zuletzt. Bei der Ansprache des Publikums merkt man Klara und Johanna aber ihr junges Alter an. Ihre Witzchen über "diese reiche Band Fleet Foxes, deren okayes aber nicht gutes Lied
Tiger Mountain peasant song sie coverten", waren nicht die gewünschten Lacher und nervten.

Musikalisch konnte man nicht meckern. First Aid Kit werden jetzt von einem Schlagzeuger begleitet, den ich nicht gebraucht hätte, der aber nicht weh tut. Die Lieder leben weiterhin ausschließlich vom abwechselnden oder gemeinsamen Gesang der Schwestern.

Neben dem "okayen" Fleet Foxes Cover spielten First Aid Kit Stücke, die live gesetzt sind,
You're not coming home tonight oder Heavy storm. Das schönste Lied war allerdings Ghost town, vor dem Klara Söderberg die vielen Leute hinten im Saal, die sich laut gegen die Musik unterhielten, kurz ruhig zu sein, weil sie das Stück unverstärkt singen wollten. Ich hätte nie gedacht, daß das funktioniert, der Saal wurde aber irgendwann ruhig. Vielleicht hatten die Leute Angst vor Klaras Reaktion (nicht ganz von der Hand zu weisen). Jedenfalls war Ghost town voll akustisch und wundervoll. Damit und mit dem restlichen okayen Auftritt versöhnte ich mich auch wieder mit First Aid Kit. Heute blieb kein fader Beigeschmack. Allerdings ist die Begeisterung von vor einem Jahr auch weg.

Das werde ich von Los Campesinos! wohl nie schreiben. Ich weiß nicht was passieren müsste, damit ich eines deren Konzerte schlecht finden müsste. Heute war ich nach anstrengendem Anreisetag gestern (mit drei verschiedenen Fluglinien - German Wings gebucht, Hapag Lloyd sprang für die ein und nutzte eine Tui fly Maschine) und vollem Touristenprogramm müde und stand an einer Stelle, an der der Sound schrecklich schlecht war - aber es war trotzdem toll!

Neues im Vergleich zum letzten Konzert in Köln im März gibt es nicht zu berichten. Es scheint jetzt Standard zu sein, daß LC! live vom "achten Campesino!" begleitet werden, von Sparky Deathcap Campesino!, der zwar im Hintergrund zwischen Verstärkern und Boxen versteckt steht; allerdings so viel arbeitet, als sei er fünf zusätzliche Bandmitglieder.

Ich stand schlecht. Als ich endlich reinkam, war der Theatersaal bereits voll. Nah an der breiten Bühne konnte man nur noch am rechten Rand stehen. Dort hörte man allerdings vor allem Toms Gitarre, die alles andere überdeckte. Dafür, die Feinheiten der Melodien einmal aus Gitarrensicht zu hören, war der Platz ideal. Ausgewogen klang es allerdings nicht.

Sänger Gareth und Schwester Kim erschienen im Partnerlook mit kurzen (Gareth) bzw. sehr kurzen Jeansshorts - für seine entschuldigte sich der Frontmann irgendwann.

Das Set war ähnlich dem vom März, ein komplettes Programm, keine abgespecktes Festivalversion. Sehr gut gefiel mir, daß
This is how you spell, "Hahaha, we destroyed the hopes and dreams of a generation of faux-romantics" wieder gespielt wird, da der Schwerpunkt der aktuellen Tour deutlich merkbar auf Stücken des letzten Albums liegt. Obwohl das nicht an die allerersten Los Campesinos! Titel heranreicht, sind auf Romance is boring so viele Knüller, daß ausreichend Auswahl für ein gutes Konzert da ist.

Wegen der Liebe der Band für Pavement hatte ich fest damit gerechnet, daß ihren Idolen in irgendeiner Form Tribut gezeugt wird. Insgeheim hatte ich mit dem Frontwards Cover gerechnet, daß LC! früher regelmäßig gespielt haben. Leider kam das nicht, dafür leitete Box Elder wieder You! Me! Dancing! ein. Ich bin also jetzt vorbereitet.

Obwohl nebenher nicht viel Ungewöhnliches passierte (daß bis auf Harriet und Ollie alle Bandmitglieder zur Zugabe ins Publikum springen und da spielen ist mittlerweile Tradition), gab es ein paar erwähnenswerte Szenen. Zum einen war es wieder herrlich, dem achten Bandmitglied zuzusehen. Sparky Deathcap spielt bis auf Bass, Geige und Querflöte alle Instrumente, die auch sonst bei der Band benutzt werden, meist zwei oder drei pro Lied. Sollten Get Well Soon irgendwann einen neuen Musiker suchen, ich könnte den Schotten empfehlen.

Für
We are beautiful, we are doomed bekam Tom ein kleines Keyboard. Weil das im 90° Winkel zu seinen Effektpedalen stand, er aber einen der Effekte brauchte, stand der Gitarrist mit einem Fuß zwischen mitten auf dem Brett - aber das funktionierte!

Ein schöner Auftakt - musikalisch nicht unbedingt wertvoll, da wo ich stand. Aber ein Abend mit Los Campesinos! funktioniert auch so.


Setlist Los Campesinos!, Wichita Showcase, Primavera Sound Festival, Apolo, Barcelona:

00: Intro (Early Whitney - Why?)

01: Heart Swells /100-1
02: Death to Los Campesinos!
03: Miserabilia
04: A heat rash in the shape of the show me state; or, letters from me to Charlotte
05: This is how you spell, "Hahaha, we destroyed the hopes and dreams of a generation of faux-romantics"
06: There are listed buildings

07: Documented minor emotional breakdown #1
08: My year in lists
09: Straight in at 1o1
10: Romance is boring
11: (Intro Box Elder) You! Me! Dancing!
12: We are beautiful, we are doomed
13: The sea is a good place to think of the future
14: Sweet dreams, sweet cheeks

16: Broken heartbeats sound like breakbeats (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Los Campesinos!, Köln, 13.03.10
- Los Campesinos!, Paris, 18.12.08
- Los Campesinos!, Köln, 10.11.08
- Los Campesinos!, Brüssel, 09.11.08
- Los Campesinos!, Melt!, 20.07.08
- Los Campesinos!, Paris, 04.03.08
- Los Campesinos!, Paris, 03.03.08
- Los Campesinos!, Haldern, 01.03.08
- Los Campesinos!, Köln, 27.02.08
- Los Campesinos!, Paris, 11.11.07
- Los Campesinos!, Brüssel, 04.11.07
- Los Campesinos!, London, 17.06.07
- First Aid Kit, Paris, 07.04.10
- First Aid Kit, Köln, 01.12.09
- First Aid Kit, Wiesbaden, 30.08.09


Los Campesinos! & First Aid Kit, Barcelona, 26.05.10


Konzert: Los Campesinos! & First Aid Kit (Wichita Showcase beim Primavera Sound Festival)
Ort: Apolo, Barcelona
Datum: 26.05.2010
Zuschauer: gut 800 (voll)
Dauer: Los Campesinos! 73 min, First Aid Kit 30 min (verm.)


Ein neues Festival in unserem Programm. Das Primavera Sound Festival 2010 startet zwar erst morgen offiziell, ein Showcase des Wichita Labels mit unseren Lieblingen Los Campesinos! war allerdings ein guter Grund, schon am Vorabend etwas zu üben.

Die Geschichte des Showcases hatte mir LC! Sänger beim Stalken nach dem letzten Kölner Konzert verraten. Wegen des ausgezeichneten Lineups wollten die Waliser schrecklich gerne im Programm des Primavera Sound Festivals sein, um dann eine ganze Menge ihrer Lieblingsbands umsonst sehen zu können. Der Veranstalter tat der Band mit dem spanischen Namen allerdings diesen Gefallen nicht, sodaß Los Campesinos! ihr Label bitten mussten, einen Showcase mit ihnen zu veranstalten, um wenigstens durch die Hintertür Pavement und Konsorten sehen zu können. Das funktionierte, und so standen Gareth, Schwester Kim, Harriet, Ellen, Neil, Tom, Ollie und Live-Mädchen-für alles Sparky Deathcap Campesinos! am Abend als Headliner auf der Bühne des vollen Apolo Theaters.

Dahin zu kommen, war alles andere als einfach, denn vor dem Theater hatten sich irre lange Schlangen gebildet. Man konnte offenbar Karten an der Abendkasse kaufen aber auch jeder, der ein Ticket für das Festival hatte, durfte rein. Also theoretisch Tausende. Weil gleichzeitig Tickets in Bändchen umgetauscht wurden, dauerte es ewig. Gut eine Stunde brauchte ich, bis ich in Schrittgeschwindigkeit zum Umtausch zu kommen. Bis dahin hatten Peggy Sue bereits gespielt und First Aid Kit angefangen.

Zuletzt hatte ich nichts Gutes über die Auftritte der schwedischen Söderberg-Schwestern gelesen (& geschrieben). Sie wirkten lustlos und arrogant bei ihren Konzerten. Das war heute eine Ecke besser; das kurze Konzert machte eine Ecke mehr Spaß als zuletzt. Bei der Ansprache des Publikums merkt man Klara und Johanna aber ihr junges Alter an. Ihre Witzchen über "diese reiche Band Fleet Foxes, deren okayes aber nicht gutes Lied
Tiger Mountain peasant song sie coverten", waren nicht die gewünschten Lacher und nervten.

Musikalisch konnte man nicht meckern. First Aid Kit werden jetzt von einem Schlagzeuger begleitet, den ich nicht gebraucht hätte, der aber nicht weh tut. Die Lieder leben weiterhin ausschließlich vom abwechselnden oder gemeinsamen Gesang der Schwestern.

Neben dem "okayen" Fleet Foxes Cover spielten First Aid Kit Stücke, die live gesetzt sind,
You're not coming home tonight oder Heavy storm. Das schönste Lied war allerdings Ghost town, vor dem Klara Söderberg die vielen Leute hinten im Saal, die sich laut gegen die Musik unterhielten, kurz ruhig zu sein, weil sie das Stück unverstärkt singen wollten. Ich hätte nie gedacht, daß das funktioniert, der Saal wurde aber irgendwann ruhig. Vielleicht hatten die Leute Angst vor Klaras Reaktion (nicht ganz von der Hand zu weisen). Jedenfalls war Ghost town voll akustisch und wundervoll. Damit und mit dem restlichen okayen Auftritt versöhnte ich mich auch wieder mit First Aid Kit. Heute blieb kein fader Beigeschmack. Allerdings ist die Begeisterung von vor einem Jahr auch weg.

Das werde ich von Los Campesinos! wohl nie schreiben. Ich weiß nicht was passieren müsste, damit ich eines deren Konzerte schlecht finden müsste. Heute war ich nach anstrengendem Anreisetag gestern (mit drei verschiedenen Fluglinien - German Wings gebucht, Hapag Lloyd sprang für die ein und nutzte eine Tui fly Maschine) und vollem Touristenprogramm müde und stand an einer Stelle, an der der Sound schrecklich schlecht war - aber es war trotzdem toll!

Neues im Vergleich zum letzten Konzert in Köln im März gibt es nicht zu berichten. Es scheint jetzt Standard zu sein, daß LC! live vom "achten Campesino!" begleitet werden, von Sparky Deathcap Campesino!, der zwar im Hintergrund zwischen Verstärkern und Boxen versteckt steht; allerdings so viel arbeitet, als sei er fünf zusätzliche Bandmitglieder.

Ich stand schlecht. Als ich endlich reinkam, war der Theatersaal bereits voll. Nah an der breiten Bühne konnte man nur noch am rechten Rand stehen. Dort hörte man allerdings vor allem Toms Gitarre, die alles andere überdeckte. Dafür, die Feinheiten der Melodien einmal aus Gitarrensicht zu hören, war der Platz ideal. Ausgewogen klang es allerdings nicht.

Sänger Gareth und Schwester Kim erschienen im Partnerlook mit kurzen (Gareth) bzw. sehr kurzen Jeansshorts - für seine entschuldigte sich der Frontmann irgendwann.

Das Set war ähnlich dem vom März, ein komplettes Programm, keine abgespecktes Festivalversion. Sehr gut gefiel mir, daß
This is how you spell, "Hahaha, we destroyed the hopes and dreams of a generation of faux-romantics" wieder gespielt wird, da der Schwerpunkt der aktuellen Tour deutlich merkbar auf Stücken des letzten Albums liegt. Obwohl das nicht an die allerersten Los Campesinos! Titel heranreicht, sind auf Romance is boring so viele Knüller, daß ausreichend Auswahl für ein gutes Konzert da ist.

Wegen der Liebe der Band für Pavement hatte ich fest damit gerechnet, daß ihren Idolen in irgendeiner Form Tribut gezeugt wird. Insgeheim hatte ich mit dem Frontwards Cover gerechnet, daß LC! früher regelmäßig gespielt haben. Leider kam das nicht, dafür leitete Box Elder wieder You! Me! Dancing! ein. Ich bin also jetzt vorbereitet.

Obwohl nebenher nicht viel Ungewöhnliches passierte (daß bis auf Harriet und Ollie alle Bandmitglieder zur Zugabe ins Publikum springen und da spielen ist mittlerweile Tradition), gab es ein paar erwähnenswerte Szenen. Zum einen war es wieder herrlich, dem achten Bandmitglied zuzusehen. Sparky Deathcap spielt bis auf Bass, Geige und Querflöte alle Instrumente, die auch sonst bei der Band benutzt werden, meist zwei oder drei pro Lied. Sollten Get Well Soon irgendwann einen neuen Musiker suchen, ich könnte den Schotten empfehlen.

Für
We are beautiful, we are doomed bekam Tom ein kleines Keyboard. Weil das im 90° Winkel zu seinen Effektpedalen stand, er aber einen der Effekte brauchte, stand der Gitarrist mit einem Fuß zwischen mitten auf dem Brett - aber das funktionierte!

Ein schöner Auftakt - musikalisch nicht unbedingt wertvoll, da wo ich stand. Aber ein Abend mit Los Campesinos! funktioniert auch so.


Setlist Los Campesinos!, Wichita Showcase, Primavera Sound Festival, Apolo, Barcelona:

00: Intro (Early Whitney - Why?)

01: Heart Swells /100-1
02: Death to Los Campesinos!
03: Miserabilia
04: A heat rash in the shape of the show me state; or, letters from me to Charlotte
05: This is how you spell, "Hahaha, we destroyed the hopes and dreams of a generation of faux-romantics"
06: There are listed buildings

07: Documented minor emotional breakdown #1
08: My year in lists
09: Straight in at 1o1
10: Romance is boring
11: (Intro Box Elder) You! Me! Dancing!
12: We are beautiful, we are doomed
13: The sea is a good place to think of the future
14: Sweet dreams, sweet cheeks

16: Broken heartbeats sound like breakbeats (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Los Campesinos!, Köln, 13.03.10
- Los Campesinos!, Paris, 18.12.08
- Los Campesinos!, Köln, 10.11.08
- Los Campesinos!, Brüssel, 09.11.08
- Los Campesinos!, Melt!, 20.07.08
- Los Campesinos!, Paris, 04.03.08
- Los Campesinos!, Paris, 03.03.08
- Los Campesinos!, Haldern, 01.03.08
- Los Campesinos!, Köln, 27.02.08
- Los Campesinos!, Paris, 11.11.07
- Los Campesinos!, Brüssel, 04.11.07
- Los Campesinos!, London, 17.06.07
- First Aid Kit, Paris, 07.04.10
- First Aid Kit, Köln, 01.12.09
- First Aid Kit, Wiesbaden, 30.08.09