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Gablé & Arch Woodmann, Paris, 05.04.11


Konzert: Gablé & Arch Woodmann (Piano Chat)
Ort: Café de la Danse,Paris
Datum: 05.04.11
Zuschauer: fast ausverkauft
Konzertdauer: Arch Woodmann ugefähr 40, Gablé fast 80 Minuten


"Concert de ouf!!!", wie die Franzosen umgangssprachlich zu sagen pflegen, wenn ein Konzert ganz besonders gelungen war.

Und dies war heute definitiv der Fall, denn das hochkreative Trio Gablé aus der Normandie begeisterte mit hunderttausend lustigen Ideen, Gimmicks und Finten. Eine experimentelle Band, die man in keine Schublade zwängen kann. Freakfolk, Hip Hop, Indierock, Gangstarap. Elektropop, Noiserock und noch einige andere Stilrichtungen werden bei ihnen in einen Topf geworfen und zu einem wohlschmeckenden und spritzigen Mahl angerichtet. Rund 80 Minuten lang pluckerte, fiepte, schrammelte, wieherte, klapperte und bollerte es aus jeder Ecke. Zwei bärtige und eher rustikale Typen an Gitarre und Schlagzeug und ein süßes Mädel am Keyboard ( + Glockenspiel, Glöckchen, Glasbecher, giftgrüner Flöte etc.) ließen Funken sprühen und brachten die Leute zum Lachen, Tanzen und Staunen. Songs, die trotz ihrer ständigen Brüche und Stiländerungen wahnsinnig catchy und euphorisierend waren, ließen mich mit der Zunge schnalzen. Animal Collective oder Panda Bear wirken gegen Gablé wie Coldplay. Keine noch so abwegige Idee wurde bei den genialen Franzosen ausgelassen, sie gackerten wie die Ziegen, imitierten die Rufe eines Esels und das Mädel spielte Indianer und stieß Kampfrufe wie ein angriffsbereiter Appache aus. Erstaunlich, daß man aus diesen skizzenhaften Gedankesblitzen (Schnapsideen?) so packende und melodische Stücke hinbekam, die sich allesamt voneinander unterschieden. Hinzu kamen hochkomische und absurde Texte ("eat your legs with mayonnaise" hieß es in einem Stück), ein in perfektem englisch vorgetragener Sprechgesang bei einem der Sänger oder ein naiv kindlicher Gesang mit dem typisch französischem Akzent bei der jungen Dame.





Das Set war so großartig und farbenfroh, daß die aufgestachelten Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute johlten und tanzten und das Trio zu zwei Zugaben zurückklatschte. Gablé hatten einen veritablen Triumph gefeiert und ihren Aufstieg von einer kleinen Undergroundband hin zu einem Publikumsmagneten (heute waren sicherlich 500 Leute da) eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Definitiv die kreativste Indieband Frankreichs. Zwar kann man mit etwas Phantasie Referenzen wie Why, Coco Rosie, die Pixies oder The Chap zitieren, aber dennoch klingen die Nordfranzosen verblüffend eigenständig und absolut neuartig.

"Concert de ouf!" sagte ich doch! Und auch die CDs sind geil, zumindest die letzten drei Outputs 7 Guitars With A Cloud Of
Milk (2008), I'm Ok (2010) und Cute Horse Cut (2011) sollte man sich unbedingt zulegen (einen guten Überblick über die Diskografie gibt es hier)

Auch Arch Woodmann wussten mit ihrem sphärischen Indierock vorher enorm zu gefallen- Zu ihnen möchte ich in Kürze noch mehr erzählen. Stay tuned!

Setlist Gablé, Café de la Danse, Paris

01: ?
02: Hawaii
03: Unbeatable
04: Who Tells You?
05: Haunted
06: Day
07: Georges Perrier
08: Cyanure
09: Drun Fox
10: Purée Hip Hop
11: Chasse
12: Pills
12: Samba De La Muerte
13: Food
14: Chicken
15: Drunk Fox
16: Charly
17: Boring

18: Walking
19: My Diamond Pond

20: Bunch

Aus unserem Archiv:

Gablé, Paris, 24.11.09
Arch Woodman, Paris, 21.05.09
Arch Woodman, Paris, 04.03.09


Gablé & Arch Woodmann, Paris, 05.04.11


Konzert: Gablé & Arch Woodmann (Piano Chat)
Ort: Café de la Danse,Paris
Datum: 05.04.11
Zuschauer: fast ausverkauft
Konzertdauer: Arch Woodmann ugefähr 40, Gablé fast 80 Minuten


"Concert de ouf!!!", wie die Franzosen umgangssprachlich zu sagen pflegen, wenn ein Konzert ganz besonders gelungen war.

Und dies war heute definitiv der Fall, denn das hochkreative Trio Gablé aus der Normandie begeisterte mit hunderttausend lustigen Ideen, Gimmicks und Finten. Eine experimentelle Band, die man in keine Schublade zwängen kann. Freakfolk, Hip Hop, Indierock, Gangstarap. Elektropop, Noiserock und noch einige andere Stilrichtungen werden bei ihnen in einen Topf geworfen und zu einem wohlschmeckenden und spritzigen Mahl angerichtet. Rund 80 Minuten lang pluckerte, fiepte, schrammelte, wieherte, klapperte und bollerte es aus jeder Ecke. Zwei bärtige und eher rustikale Typen an Gitarre und Schlagzeug und ein süßes Mädel am Keyboard ( + Glockenspiel, Glöckchen, Glasbecher, giftgrüner Flöte etc.) ließen Funken sprühen und brachten die Leute zum Lachen, Tanzen und Staunen. Songs, die trotz ihrer ständigen Brüche und Stiländerungen wahnsinnig catchy und euphorisierend waren, ließen mich mit der Zunge schnalzen. Animal Collective oder Panda Bear wirken gegen Gablé wie Coldplay. Keine noch so abwegige Idee wurde bei den genialen Franzosen ausgelassen, sie gackerten wie die Ziegen, imitierten die Rufe eines Esels und das Mädel spielte Indianer und stieß Kampfrufe wie ein angriffsbereiter Appache aus. Erstaunlich, daß man aus diesen skizzenhaften Gedankesblitzen (Schnapsideen?) so packende und melodische Stücke hinbekam, die sich allesamt voneinander unterschieden. Hinzu kamen hochkomische und absurde Texte ("eat your legs with mayonnaise" hieß es in einem Stück), ein in perfektem englisch vorgetragener Sprechgesang bei einem der Sänger oder ein naiv kindlicher Gesang mit dem typisch französischem Akzent bei der jungen Dame.





Das Set war so großartig und farbenfroh, daß die aufgestachelten Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute johlten und tanzten und das Trio zu zwei Zugaben zurückklatschte. Gablé hatten einen veritablen Triumph gefeiert und ihren Aufstieg von einer kleinen Undergroundband hin zu einem Publikumsmagneten (heute waren sicherlich 500 Leute da) eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Definitiv die kreativste Indieband Frankreichs. Zwar kann man mit etwas Phantasie Referenzen wie Why, Coco Rosie, die Pixies oder The Chap zitieren, aber dennoch klingen die Nordfranzosen verblüffend eigenständig und absolut neuartig.

"Concert de ouf!" sagte ich doch! Und auch die CDs sind geil, zumindest die letzten drei Outputs 7 Guitars With A Cloud Of
Milk (2008), I'm Ok (2010) und Cute Horse Cut (2011) sollte man sich unbedingt zulegen (einen guten Überblick über die Diskografie gibt es hier)

Auch Arch Woodmann wussten mit ihrem sphärischen Indierock vorher enorm zu gefallen- Zu ihnen möchte ich in Kürze noch mehr erzählen. Stay tuned!

Setlist Gablé, Café de la Danse, Paris

01: ?
02: Hawaii
03: Unbeatable
04: Who Tells You?
05: Haunted
06: Day
07: Georges Perrier
08: Cyanure
09: Drun Fox
10: Purée Hip Hop
11: Chasse
12: Pills
12: Samba De La Muerte
13: Food
14: Chicken
15: Drunk Fox
16: Charly
17: Boring

18: Walking
19: My Diamond Pond

20: Bunch

Aus unserem Archiv:

Gablé, Paris, 24.11.09
Arch Woodman, Paris, 21.05.09
Arch Woodman, Paris, 04.03.09


Dark Dark Dark & Matt Elliott, Paris, 24.03.11


Konzert: Dark Dark Dark & Matt Elliott

Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 24.03.2011
Zuschauer: viele, aber nicht ausverkauft


Kurios, zum zweiten Male an diesem Tag bekam ich eine Band aus Minnesota (könnte ich das auf Anhieb auf einer Landkarte finden? Hmm?) geboten. Dark Dark Dark heißt die sechsköpfige Truppe (die heute zu fünft erschienen war), die bald in aller Munde sein wird. Unsere Stammleser werden sie schon kennen, ich hatte Ende letzten Jahres kurz von ihnen berichtet, aber spätestens wenn sie im Mai in Deutschland auf Tour gehen, werden sie auch einem größeren Publikum bekannt werden (und dann wisst ihr erneut, wo ihr zuerst von ihnen gelesen habt).



Heute im Café de la Danse haben mich Dark Dark Dark mit ihrer gelungenen Mischung aus Balkanklängen (Beirut lässt grüßen), Americana, Cabaret und Folk begeistert und vor allem von der versoffenen Stimme der Sängerin Nona Marie Invie konnte ich gar nicht genug bekommen.

Dabei hatte der Abend eigentlich recht zäh begonnen. Erstes Ärgernis war, daß erneut die Besucher vor der Bühne im Schneidersitz auf dem Boden kauerten. Diese Atmosphäre, die ich in einer marokkanischen Teestube durchaus schätze, kann ich bei öffentlichen Konzerten (bei meinen Wohnzimmersessions ist es etwa anderes) auf den Tod nicht ausstehen. Und außerdem schlafen mir im Sitzen immer die Füße ein. Entsprechend anstrengend war deshalb das Konzert von Matt Elliott. Der baumlange Brite mit Wohnsitz Frankreich performte ganz alleine auf der Gitarre, setzte aber seine Stimme und die Sampeltechnik so geschickt ein, daß das Ganze kraftvoll und wuchtig rüberkam und problemlos das nicht kleine Café de la Danse (Kapazität: 600) beschallte.

Wenn er mit voller Inbrunst sang, legte er regelmäßig eine Hand hinter sein Ohr, als sei er ein moderner Tarzan. Alles klang düster, bedrohlich und oft regelrecht depressiv. Keine Musik, die man zum Frühstück konsumiert, aber dennoch so anziehend, daß die Leute im Café de la Danse gar nicht genug davon bekommen konnten und am Ende immer weitere Songs forderten. Der Künstler bedankte sich für diese Zuneigung in enem sehr ordentlichen französisch, erklärte, daß er hier die ganze Nacht noch weiterspielen würde, überließ aber nun die Bühne den Amerikanern Dark Dark Dark.

Die zu fünft erschienene Truppe hatte einen Trompeter und einen Klarinettisten dabei, aber auch das hübsche Schifferklavier kam oft zum Einsatz und prägte den Balkansound der tollen Truppe.

Die Brille tragende Sängerin Nona Marie Invie performte aber zunächst auf dem Piano, bevor sie sich ab Lied vier das Akkordeon umschnallte. Grandios ihre Stimme. Sehr markant, verraucht, soulig, ein Genuß ihr zuzuhören! Die Vocalparts teilte sie sich ab und zu mit einem männlichen Mitglied der Band, aber ihr sehnsüchtiger Gesang war neben den einprägsamen Melodien das Beste and diesem feinen Konzert.

Performt wurden Stücke, die mehrheitlich von den beiden Alben The Snow Magic (2008) und Wild Go (2010) stammten. Das gespielte Material war durchgängig gut, die absoluten Knaller kamen jedoch erst kurz vor Schluß.
Bright Bright Bright war so herrlich instrumentiert, daß ich eine Gänsehaut bekam. Drummer Mark Trecka rührte nur mit dem Schneebesen, während Nona Marie auf einfühlsamste Weise Piano spielte. "My pride my pride, you're the sweetest one, your the brightest one." intonierte sie und Tränen schossen mir in die Augen. Soviel melancholische Schönheit war selten. Ein Kleinod von einem Lied, ein funkelndes Juwel, ein Seelentröster par excellence.

Aber es kam noch besser. Mit Daydreaming schossen mir Dark Dark Dark engültig die Lampen aus. Eine fast süchtig machende Pianomelodie mit unwiderstehlicher Anziehungskraft durchdrang das Café de la Danse und die tätowierte Chanteuse sang samtweich und unglaublich bewegend ("oh if you knew what it meant to me").
Ich schwebte irgendwo auf Wolke sieben, hatte einen Rotweinrausch, ohne ein Glas getrunken zu haben. Nun erklang auch noch ein packender Singalong und setzte dem Ganzen die Krone auf!

Wie benebelt war ich als die letzten Noten verklungen waren und die Band unter verdientem Jubel die Bühne verließ. Sie kamen schließlich auch noch zwei Mal zurück, aber zu diesem Zeitpunkt hatten sie mich schon komplett auf ihre Seite gezogen. Welch grandiose Band! Dark Dark Dark werden 2011 noch viele Menschen beglücken, soviel ist sicher!


Setlist Dark Dark Dark, Café de la Danse, Paris

01: Something For Myself
02: Say The Word
03: Robert
04: Heavy Heart
05: In Your Dreams
06: Celebrate
07: All The Things
08: Right Path
09: Wild Goose Chase
10: Trouble No More
11: Bright Bright Bright
12:Daydreaming

12: Make Time
13: The Hand

Deutsche Konzerttermine Dark Dark Dark :

30.05.2011: Lido, Berlin
31.05.2011: Knust, Hamburg
01.06.2011: Gebäude 9, Köln


Aus unserem Archiv:

Dark Dark Dark, Paris, 10.11.10



Dark Dark Dark & Matt Elliott, Paris, 24.03.11


Konzert: Dark Dark Dark & Matt Elliott

Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 24.03.2011
Zuschauer: viele, aber nicht ausverkauft


Kurios, zum zweiten Male an diesem Tag bekam ich eine Band aus Minnesota (könnte ich das auf Anhieb auf einer Landkarte finden? Hmm?) geboten. Dark Dark Dark heißt die sechsköpfige Truppe (die heute zu fünft erschienen war), die bald in aller Munde sein wird. Unsere Stammleser werden sie schon kennen, ich hatte Ende letzten Jahres kurz von ihnen berichtet, aber spätestens wenn sie im Mai in Deutschland auf Tour gehen, werden sie auch einem größeren Publikum bekannt werden (und dann wisst ihr erneut, wo ihr zuerst von ihnen gelesen habt).



Heute im Café de la Danse haben mich Dark Dark Dark mit ihrer gelungenen Mischung aus Balkanklängen (Beirut lässt grüßen), Americana, Cabaret und Folk begeistert und vor allem von der versoffenen Stimme der Sängerin Nona Marie Invie konnte ich gar nicht genug bekommen.

Dabei hatte der Abend eigentlich recht zäh begonnen. Erstes Ärgernis war, daß erneut die Besucher vor der Bühne im Schneidersitz auf dem Boden kauerten. Diese Atmosphäre, die ich in einer marokkanischen Teestube durchaus schätze, kann ich bei öffentlichen Konzerten (bei meinen Wohnzimmersessions ist es etwa anderes) auf den Tod nicht ausstehen. Und außerdem schlafen mir im Sitzen immer die Füße ein. Entsprechend anstrengend war deshalb das Konzert von Matt Elliott. Der baumlange Brite mit Wohnsitz Frankreich performte ganz alleine auf der Gitarre, setzte aber seine Stimme und die Sampeltechnik so geschickt ein, daß das Ganze kraftvoll und wuchtig rüberkam und problemlos das nicht kleine Café de la Danse (Kapazität: 600) beschallte.

Wenn er mit voller Inbrunst sang, legte er regelmäßig eine Hand hinter sein Ohr, als sei er ein moderner Tarzan. Alles klang düster, bedrohlich und oft regelrecht depressiv. Keine Musik, die man zum Frühstück konsumiert, aber dennoch so anziehend, daß die Leute im Café de la Danse gar nicht genug davon bekommen konnten und am Ende immer weitere Songs forderten. Der Künstler bedankte sich für diese Zuneigung in enem sehr ordentlichen französisch, erklärte, daß er hier die ganze Nacht noch weiterspielen würde, überließ aber nun die Bühne den Amerikanern Dark Dark Dark.

Die zu fünft erschienene Truppe hatte einen Trompeter und einen Klarinettisten dabei, aber auch das hübsche Schifferklavier kam oft zum Einsatz und prägte den Balkansound der tollen Truppe.

Die Brille tragende Sängerin Nona Marie Invie performte aber zunächst auf dem Piano, bevor sie sich ab Lied vier das Akkordeon umschnallte. Grandios ihre Stimme. Sehr markant, verraucht, soulig, ein Genuß ihr zuzuhören! Die Vocalparts teilte sie sich ab und zu mit einem männlichen Mitglied der Band, aber ihr sehnsüchtiger Gesang war neben den einprägsamen Melodien das Beste and diesem feinen Konzert.

Performt wurden Stücke, die mehrheitlich von den beiden Alben The Snow Magic (2008) und Wild Go (2010) stammten. Das gespielte Material war durchgängig gut, die absoluten Knaller kamen jedoch erst kurz vor Schluß.
Bright Bright Bright war so herrlich instrumentiert, daß ich eine Gänsehaut bekam. Drummer Mark Trecka rührte nur mit dem Schneebesen, während Nona Marie auf einfühlsamste Weise Piano spielte. "My pride my pride, you're the sweetest one, your the brightest one." intonierte sie und Tränen schossen mir in die Augen. Soviel melancholische Schönheit war selten. Ein Kleinod von einem Lied, ein funkelndes Juwel, ein Seelentröster par excellence.

Aber es kam noch besser. Mit Daydreaming schossen mir Dark Dark Dark engültig die Lampen aus. Eine fast süchtig machende Pianomelodie mit unwiderstehlicher Anziehungskraft durchdrang das Café de la Danse und die tätowierte Chanteuse sang samtweich und unglaublich bewegend ("oh if you knew what it meant to me").
Ich schwebte irgendwo auf Wolke sieben, hatte einen Rotweinrausch, ohne ein Glas getrunken zu haben. Nun erklang auch noch ein packender Singalong und setzte dem Ganzen die Krone auf!

Wie benebelt war ich als die letzten Noten verklungen waren und die Band unter verdientem Jubel die Bühne verließ. Sie kamen schließlich auch noch zwei Mal zurück, aber zu diesem Zeitpunkt hatten sie mich schon komplett auf ihre Seite gezogen. Welch grandiose Band! Dark Dark Dark werden 2011 noch viele Menschen beglücken, soviel ist sicher!


Setlist Dark Dark Dark, Café de la Danse, Paris

01: Something For Myself
02: Say The Word
03: Robert
04: Heavy Heart
05: In Your Dreams
06: Celebrate
07: All The Things
08: Right Path
09: Wild Goose Chase
10: Trouble No More
11: Bright Bright Bright
12:Daydreaming

12: Make Time
13: The Hand

Deutsche Konzerttermine Dark Dark Dark :

30.05.2011: Lido, Berlin
31.05.2011: Knust, Hamburg
01.06.2011: Gebäude 9, Köln


Aus unserem Archiv:

Dark Dark Dark, Paris, 10.11.10



The Low Anthem & Woods, Paris, 18.03.11


Concert: The Low Anthem & Woods

Lieu: Café de la Danse, Paris,
Date: 18.03.2011
Spectateurs: à peine 2/3 de la salle
Durée: Woods 45 minutes, The Low Anthem 1 h 15


Chronique par Laurent (merci beaucoup, Laurent!)

Inaccesible Low Anthem?

C'est un peu l'impression que j'ai de ce groupe après le concert. Au bout de trois chansons seulement, je réalise que le moment est exceptionnel tant la musique est belle, juste dans l'interprétation et intense. Pourtant le public (pour une partie seulement) ne semble pas adhérer: pas mal de gens discutent, se baladent ou quittent le concert en cours. Le reproche que j'ai lu plus tard dans des compte-rendus est l'ennui. Le nouvel album, que je découvre en direct est certe lent mais tout y est parfait, il est encore meilleur que les précédents. Des morceaux comme A Matter Of Time ou Love And Altar sont déja des classiques.

Low Anthem sont 4: Ben Knox Miller, sans moustache cette fois, au chant, guitare, banjo, harmonium et Jeff Prystowsky, avec moustache, à la contrebasse, batterie sont les 2 membres originels. Jocie Adams à la clarinette, trompette, harmonium et autres instruments les complête ainsi que Mat Davidson, souvent à la basse mais aussi au violon, clarinette. Dans ce groupe, il semble fondamental de maitriser au moins 5 instruments en plus de pouvoir assurer les choeurs. La configuration sur scène varie entre des chansons où tout le groupe est rassemblé autour du même micro (par exemple sur le morceau final To Ohio) et des chansons où classiquement l'ensemble de la scène est utilisé. Ben parle souvent entre les morceaux pour les introduire, demande à un moment si le public comprend ce qu'il dit, étonné de son manque de réaction à ses propos- qui parfois peuvent déconcerter comme lorsqu'il constate que les femmes ne sentent plus comme avant. Au final un concert magnifique (pour ceux qui sont restés!) avec plus de morceaux lents que enlevés, mais qui donnaient beaucoup plus d'ampleur aux orchestrations, les respirations des chansons étant utilisées par des parties instrumentales transcendant l'ensemble. En première partie a joué le groupe Woods, apparemment plus connu que Low Anthems aux USA. Ils jouent un rock psychédélique avec un chant en falsetto et effets de réverbération appuyés. 3 personnes sont sur scène: le chanteur, Jeremy Earl, joue de la guitare acoustique, un deuxième guitariste en électrique et enfin assis devant une table de pédales d'effets: Lucas Crane. Le style évoque parfois Galaxie 500, et la voix de Jeremy est proche de celle de Patrick Watson sur certaines chansons. Mais ils n'imitent personne et les morceaux sont bons. Entre autres j'apprecie les versions live de Rain On et de Blood Dries Darker.

Setlist Low Anthem, Le Café de la Danse, Paris

01 Ghost Woman blues
02 To The Ghosts Who Write History Books
03 Sally Where'd You Get Your Liquor From
04 Burn
05 Hey, All You Hippies
06 Unknown ("about women of the world, they don't smell as they used to")
07 Home I'll Never Be
08 This God Damn House
09 A Matter Of Time
10 Love And Altar
11 Apothecary Love
12 Boeing 737
13 Charlie Darwin

14 Smart Flesh

15 To Ohio


Aus unserem Archiv:

The Low Anthem, Köln, 20.03.11
The Low Anthem, Wien, 18.08.10
The Low Anthem, Ottersum, 05.02.10
The Low Anthem, Paris, 26.09.09
The Low Anthem, München, 15.09.09



The Low Anthem & Woods, Paris, 18.03.11


Concert: The Low Anthem & Woods

Lieu: Café de la Danse, Paris,
Date: 18.03.2011
Spectateurs: à peine 2/3 de la salle
Durée: Woods 45 minutes, The Low Anthem 1 h 15


Chronique par Laurent (merci beaucoup, Laurent!)

Inaccesible Low Anthem?

C'est un peu l'impression que j'ai de ce groupe après le concert. Au bout de trois chansons seulement, je réalise que le moment est exceptionnel tant la musique est belle, juste dans l'interprétation et intense. Pourtant le public (pour une partie seulement) ne semble pas adhérer: pas mal de gens discutent, se baladent ou quittent le concert en cours. Le reproche que j'ai lu plus tard dans des compte-rendus est l'ennui. Le nouvel album, que je découvre en direct est certe lent mais tout y est parfait, il est encore meilleur que les précédents. Des morceaux comme A Matter Of Time ou Love And Altar sont déja des classiques.

Low Anthem sont 4: Ben Knox Miller, sans moustache cette fois, au chant, guitare, banjo, harmonium et Jeff Prystowsky, avec moustache, à la contrebasse, batterie sont les 2 membres originels. Jocie Adams à la clarinette, trompette, harmonium et autres instruments les complête ainsi que Mat Davidson, souvent à la basse mais aussi au violon, clarinette. Dans ce groupe, il semble fondamental de maitriser au moins 5 instruments en plus de pouvoir assurer les choeurs. La configuration sur scène varie entre des chansons où tout le groupe est rassemblé autour du même micro (par exemple sur le morceau final To Ohio) et des chansons où classiquement l'ensemble de la scène est utilisé. Ben parle souvent entre les morceaux pour les introduire, demande à un moment si le public comprend ce qu'il dit, étonné de son manque de réaction à ses propos- qui parfois peuvent déconcerter comme lorsqu'il constate que les femmes ne sentent plus comme avant. Au final un concert magnifique (pour ceux qui sont restés!) avec plus de morceaux lents que enlevés, mais qui donnaient beaucoup plus d'ampleur aux orchestrations, les respirations des chansons étant utilisées par des parties instrumentales transcendant l'ensemble. En première partie a joué le groupe Woods, apparemment plus connu que Low Anthems aux USA. Ils jouent un rock psychédélique avec un chant en falsetto et effets de réverbération appuyés. 3 personnes sont sur scène: le chanteur, Jeremy Earl, joue de la guitare acoustique, un deuxième guitariste en électrique et enfin assis devant une table de pédales d'effets: Lucas Crane. Le style évoque parfois Galaxie 500, et la voix de Jeremy est proche de celle de Patrick Watson sur certaines chansons. Mais ils n'imitent personne et les morceaux sont bons. Entre autres j'apprecie les versions live de Rain On et de Blood Dries Darker.

Setlist Low Anthem, Le Café de la Danse, Paris

01 Ghost Woman blues
02 To The Ghosts Who Write History Books
03 Sally Where'd You Get Your Liquor From
04 Burn
05 Hey, All You Hippies
06 Unknown ("about women of the world, they don't smell as they used to")
07 Home I'll Never Be
08 This God Damn House
09 A Matter Of Time
10 Love And Altar
11 Apothecary Love
12 Boeing 737
13 Charlie Darwin

14 Smart Flesh

15 To Ohio


Aus unserem Archiv:

The Low Anthem, Köln, 20.03.11
The Low Anthem, Wien, 18.08.10
The Low Anthem, Ottersum, 05.02.10
The Low Anthem, Paris, 26.09.09
The Low Anthem, München, 15.09.09



Owen Pallett, Paris, 22.02.11


Konzert: Owen Pallett (Karaokake & Buke and Gass & Gaspar Claus)

Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 22.02.2011
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: etwa 65 Minuten


Musikindustrie in der Krise? Zumindest die Konzertveranstalter können sich diese Woche in Paris mitnichten beklagen:

21.02.2011: Razorlight, La Flèche d'or: ausverkauft; Timber Timbre, La Maroquinerie: ausverkauft; Esben & The Witch: fast ausverkauft; Keren Ann, Canal +: ausverkauft
22.02.2011: Owen Pallet, Café de la Danse: ausverkauft; Razorlight, La Fléche d'or: ausverkauft; Skunk Anansie, Olympia: ausverkauft
23.02.2011: Joan As A Police Woman, La Flèche d'or: ausverkauft
24.02.2011: PJ Harvey, Olympia: ausverkauft
25.02.2011: PJ Harvey, Olympia: ausverkauft
26.02.2011: Band Of Horses, La Cigale: ausverkauft

Da fragt man sich, wie das Ganze in Boomzeiten aussehen soll. Müssen wir die Karten dann 1 Jahr im Voraus reservieren?

Dass Shows von Owen Pallett ausverkauft sind, wundert mich allerdings nicht im Geringsten. Der kanadische Geiger ist zweifelsohne ein großes Talent, vielleicht sogar ein Wunderkind.

Bevor die zahlreichen Zuschauer allerdings in den Genuß der Violin- und Loopkünste des Blondschopfs kamen, musste zunächst noch eine ziemlich schräge Vorgruppe erduldet werden. Buke and Gass ein gemischtes Duo aus Brooklyn spielte schrammeligsten Lofi-Punk, der ins Vorprogramm von Scout Niblett oder Hole gepasst hätte, aber hier nicht hingehörte. Warum man den beiden über eine Stunde Spielzeit eingräumt hat, blieb mir und vielen anderen ein Rätsel. Zumal Buke and Gass bereits die zweite Vorgruppe waren, denn ganz am Anfang hatten die tollen Elektropopper Karaokake (die französische Antwort auf Au Revoir Simone und Ladytron) aus Paris gespielt (ausführlichere Reviews siehe unser Archiv). Und damit nicht genug, während der Umbaupause vor dem Konzert von Owen durfte sogar der französische Cellist Gaspar Claus (Foto) noch fiedeln was das Zeug hält. Ich hatte den talentierten Burschen bereits einmal bei einer Home Show erlebt und weiß auch, daß er schon mehrfach von Vincent Moon (auf dem Foto hinten links mit dem weißen Hemd) gefilmt wurde.



Um 22 Uhr dann aber endlich Herr Pallett. Ganz alleine mit Schirmmütze, Violine, Keyboard und seinen Pedalen erschienen, brillierte der Sympath* mit der engelsgleichen Stimme und den verblüffenden Zupfkünststückchen von Anfang an. Er hielt das hohe Niveau durchgängig (abgesehen von zwei verpatzten Loops, menschlich) und lediglich im Mittelteil wurde es ein klein wenig zäh und anstrengend (was bestimmt auch meiner chronischen Müdigkeit geschuldet war), bevor er dann nach gut einer Stunde zu einem furiosen Finale einsetzte und die Intensität seines Geigenspiels noch einmal erhöhte. Himalaja hohe Gipfel wurden erklommen, Owen ging ins Hohlkreuz, lief mit seiner Violine auf und ab und gab noch mal alles. Die Zuschauer schnalzten mit der Zunge und stürmischer Applaus brandete auf. Eine Zugabe, dann war das hochfeine Konzert auch schon beendet. Fragt mich bitte nicht nach einzelnen Songs, ich kenne mich da bei Owen Pallett viel weniger gut aus als mein Kollege Christoph, der zu recht von dem Geiger in den höchsten Tönen schwärmt.



Stellt sich natürlich die Frage, warum Owen so spät gespielt hat (normal ist hier 21 Uhr für die Hauptgruppe). War er etwa verpätet in der Location angekommen, gab es Probleme mit den Transportmitteln, oder was war der Grund warum mit Buke und Gass eine nicht vorgesehene zweite Vorgruppe auf die unschuldigen Zuschauer gehetzt wurde, die genauso lange (!) spielen durfte, wie der Headliner?? Fragen über Fragen...

Die hohe Musikalität von Owen Pallett ist allerdings unfraglich. Ich sehe und höre ihn wieder gerne!



* Sympath auch deshalb, weil er im Gegensatz zu seinem spröden und introvertierten Widersacher Andrew Bird oft und spontan lächelt, auf angenehm bescheidene Weise mit dem Publikum kommuniziert (" Oh, ihr werdet euch sicherlich fragen, wie ihr auf die seltsame Idee kamt, für einen Typen wie mich 20 Euro auszugeben") und sich nicht zu ernst nimmt. In der witzigsten Szene des Abends griff er sich spontan eine Pulle Weißwein (einen Chardonnay, wie mir Weinkenner soufflierten) und trank ungeniert aus der Flasche. Haha!

Anmerkung: die beiden Fotos stammen von Christoph und entstanden in Eindhoven. Meine kommen in Kürze.

Setlist Owen Pallett, Café de la Danse, Paris:

01: A Man With No Ankles
02: Scandal At The Parkade
03: This Is The Dream Of Win & Régine
04: Arctic Circle
05: Midnight Directives
06: Keep The Dog Quite
07: Lewis Takes Action
08: E Is For Estranged
09: What Do You Think Will Happen Now?
10: Took You Two 2 Years To Win My Heart
11: This Lamb Sells Condos
12: Many Lives - 49 MP
13: Honour The Dead, or Else
14: Odessa (Caribou)
15: Lewis Takes Off His Shirt

16: The CN Tower Belongs To The Dead

Aus unserem Archiv:

- Owen Pallett, Eindhoven, 18.02.11
- Owen Pallett, Paris, 01.06.10
- Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
- Owen Pallett, Haldern, 14.08.09
- Karaocake, Paris, 09.12.10
- Karaocake, Paris, 06.09.10




Owen Pallett, Paris, 22.02.11


Konzert: Owen Pallett (Karaokake & Buke and Gass & Gaspar Claus)

Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 22.02.2011
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: etwa 65 Minuten


Musikindustrie in der Krise? Zumindest die Konzertveranstalter können sich diese Woche in Paris mitnichten beklagen:

21.02.2011: Razorlight, La Flèche d'or: ausverkauft; Timber Timbre, La Maroquinerie: ausverkauft; Esben & The Witch: fast ausverkauft; Keren Ann, Canal +: ausverkauft
22.02.2011: Owen Pallet, Café de la Danse: ausverkauft; Razorlight, La Fléche d'or: ausverkauft; Skunk Anansie, Olympia: ausverkauft
23.02.2011: Joan As A Police Woman, La Flèche d'or: ausverkauft
24.02.2011: PJ Harvey, Olympia: ausverkauft
25.02.2011: PJ Harvey, Olympia: ausverkauft
26.02.2011: Band Of Horses, La Cigale: ausverkauft

Da fragt man sich, wie das Ganze in Boomzeiten aussehen soll. Müssen wir die Karten dann 1 Jahr im Voraus reservieren?

Dass Shows von Owen Pallett ausverkauft sind, wundert mich allerdings nicht im Geringsten. Der kanadische Geiger ist zweifelsohne ein großes Talent, vielleicht sogar ein Wunderkind.

Bevor die zahlreichen Zuschauer allerdings in den Genuß der Violin- und Loopkünste des Blondschopfs kamen, musste zunächst noch eine ziemlich schräge Vorgruppe erduldet werden. Buke and Gass ein gemischtes Duo aus Brooklyn spielte schrammeligsten Lofi-Punk, der ins Vorprogramm von Scout Niblett oder Hole gepasst hätte, aber hier nicht hingehörte. Warum man den beiden über eine Stunde Spielzeit eingräumt hat, blieb mir und vielen anderen ein Rätsel. Zumal Buke and Gass bereits die zweite Vorgruppe waren, denn ganz am Anfang hatten die tollen Elektropopper Karaokake (die französische Antwort auf Au Revoir Simone und Ladytron) aus Paris gespielt (ausführlichere Reviews siehe unser Archiv). Und damit nicht genug, während der Umbaupause vor dem Konzert von Owen durfte sogar der französische Cellist Gaspar Claus (Foto) noch fiedeln was das Zeug hält. Ich hatte den talentierten Burschen bereits einmal bei einer Home Show erlebt und weiß auch, daß er schon mehrfach von Vincent Moon (auf dem Foto hinten links mit dem weißen Hemd) gefilmt wurde.



Um 22 Uhr dann aber endlich Herr Pallett. Ganz alleine mit Schirmmütze, Violine, Keyboard und seinen Pedalen erschienen, brillierte der Sympath* mit der engelsgleichen Stimme und den verblüffenden Zupfkünststückchen von Anfang an. Er hielt das hohe Niveau durchgängig (abgesehen von zwei verpatzten Loops, menschlich) und lediglich im Mittelteil wurde es ein klein wenig zäh und anstrengend (was bestimmt auch meiner chronischen Müdigkeit geschuldet war), bevor er dann nach gut einer Stunde zu einem furiosen Finale einsetzte und die Intensität seines Geigenspiels noch einmal erhöhte. Himalaja hohe Gipfel wurden erklommen, Owen ging ins Hohlkreuz, lief mit seiner Violine auf und ab und gab noch mal alles. Die Zuschauer schnalzten mit der Zunge und stürmischer Applaus brandete auf. Eine Zugabe, dann war das hochfeine Konzert auch schon beendet. Fragt mich bitte nicht nach einzelnen Songs, ich kenne mich da bei Owen Pallett viel weniger gut aus als mein Kollege Christoph, der zu recht von dem Geiger in den höchsten Tönen schwärmt.



Stellt sich natürlich die Frage, warum Owen so spät gespielt hat (normal ist hier 21 Uhr für die Hauptgruppe). War er etwa verpätet in der Location angekommen, gab es Probleme mit den Transportmitteln, oder was war der Grund warum mit Buke und Gass eine nicht vorgesehene zweite Vorgruppe auf die unschuldigen Zuschauer gehetzt wurde, die genauso lange (!) spielen durfte, wie der Headliner?? Fragen über Fragen...

Die hohe Musikalität von Owen Pallett ist allerdings unfraglich. Ich sehe und höre ihn wieder gerne!



* Sympath auch deshalb, weil er im Gegensatz zu seinem spröden und introvertierten Widersacher Andrew Bird oft und spontan lächelt, auf angenehm bescheidene Weise mit dem Publikum kommuniziert (" Oh, ihr werdet euch sicherlich fragen, wie ihr auf die seltsame Idee kamt, für einen Typen wie mich 20 Euro auszugeben") und sich nicht zu ernst nimmt. In der witzigsten Szene des Abends griff er sich spontan eine Pulle Weißwein (einen Chardonnay, wie mir Weinkenner soufflierten) und trank ungeniert aus der Flasche. Haha!

Anmerkung: die beiden Fotos stammen von Christoph und entstanden in Eindhoven. Meine kommen in Kürze.

Setlist Owen Pallett, Café de la Danse, Paris:

01: A Man With No Ankles
02: Scandal At The Parkade
03: This Is The Dream Of Win & Régine
04: Arctic Circle
05: Midnight Directives
06: Keep The Dog Quite
07: Lewis Takes Action
08: E Is For Estranged
09: What Do You Think Will Happen Now?
10: Took You Two 2 Years To Win My Heart
11: This Lamb Sells Condos
12: Many Lives - 49 MP
13: Honour The Dead, or Else
14: Odessa (Caribou)
15: Lewis Takes Off His Shirt

16: The CN Tower Belongs To The Dead

Aus unserem Archiv:

- Owen Pallett, Eindhoven, 18.02.11
- Owen Pallett, Paris, 01.06.10
- Owen Pallett, Barcelona, 28.05.10
- Owen Pallett, Frankfurt, 15.03.10
- Owen Pallett, Haldern, 14.08.09
- Karaocake, Paris, 09.12.10
- Karaocake, Paris, 06.09.10




Alamo Race Track, Paris, 11.02.11


Konzert: Alamo Race Track (Moss)

Ort: Le Café de la Danse, Paris

Datum: 11.02.2011

Zuschauer: etwa 300 Konzertdauer. circa 80 Minuten


Am 13. Todestag meines Vaters wehte ein Hauch von Frühling durch Paris und vertrieb meine düsteren Gedanken. Der Himmel war strahlend blau, die Luft mild und würzig und die Straßencafés von sonnenhungrigen Menschen bevölkert. Die Pariserinnen erschienen mir noch hübscher als ohnehin schon. Mein Serotoninspiegel war so hoch wie seit langem nicht. Anstatt depressive Musik zu hören, ließ ich das stimmungsvolle zweite Album von Maximo Park laufen und pfiff zu Books From Boxes laut mit. Heute abend stand das Konzert meiner heißgeliebten Holländer Alamo Race Track auf dem Programm, das befeuerte meine Laune zusätzlich.

Bevor ich Richtung Café de la Danse aufbrach, kippte ich mir noch eine Dose Red Bull light rein. Ich mußte an einen (dummen) Spruch von Adam Green (Foto) denken, der gesagt haben soll, daß die Muschis fies schmecken würden, wenn die Mädels vorher Red Bull gesoffen hätten...

Das Gedränge im Café de la Dans hielt sich in Grenzen. Trotz längerer Pause schien der Heißhunger auf die Rückkehr der tollen Holländer nicht enorm groß zu sein. Ich selbst war aber total gespannt, wie mir die neuen Songs des noch nicht veröffentlichten dritten Albums gefallen würden. Hocherfreut nahm ich von der höchstens 10 jährigen Tochter des Fargobosses (Fargo ist das Plattenlabel von den Alamos) Michel Pamplune das Gratisticket entgegen. Oliver Peel stand auf der Gästeliste, so wie sich das gehört.

Es war etwa 21 Uhr und die anderen Holländer namens Moss waren mit ihrem Programm bereits durch. Das ließ etwas Zeit, um draußen noch ein wenig die milde Luft zu genießen und mit den den Rauchern zu diskutieren. Mein guter Bekannter Luc warf ein, daß es in Holland ja gar nicht mal so viele tolle Bands gäbe. Ich widersprach und wies auf Bird On The Wire (Foto), Jae (beide kürzlich durch Oliver Peel Sessions weltberühmt geworden) und vor allem Bettie Serveert hin. Bettie Serveert sagte meinem Kumpel überhaupt nichts, was mich sehr überraschte, denn die sind ja wohl Kult, die muss man einfach kennen. Aber egal.

10 Minuten später standen wir dann alle drin und die Lichter gingen aus. Wenn ich sage "standen" dann stimmt das leider wieder nicht so ganz, denn obwohl der Laden übersetzt Tanzcafé heißt, ist die Location weitestgehend bestuhlt und selbst auf der freien Fläche vor der Bühne lungern immer Leute auf dem Fußboden rum. Das kann ich ja auf den Tod nicht ausstehen! Sind wir etwa in einer marokkanischen Teestube? Oder in Japan? Ich hoffe ja immer noch drauf, daß Sarko irgendwann mal Einsatzfahrzeuge schickt und Wasserwerfer gegen die blöden Sitzblockierer einsetzt. Nun ja, ich scherze natürlich. Aber die Auf-dem-Boden- Sitzerei ist doch wirklich doof oder etwa nicht? Ich meine Alamo Race Track spielen doch fetzige Musik zu der man tanzen kann, wieso machen die Leute das dann nicht?



Ich ließ mir trotzdem meinen Spaß nicht nehmen und wippte von Anfang bis Ende begeistert mit. Gleich vor mir agierte der neue Drummer der Band. Ein blutjung aussehender Blondschopf mit langen strähnigen Haaren und einem gewaltigen Bums. Der Bursche gefiel mir außerordentlich und vertrieb meine Befürchtungen, Alamo Race Track könnten personell eventuell eine Schwächung erfahren haben. Man begann mit einem neuen Stück und im Laufe des Konzertabends sollten noch viele andere Neulinge folgen. Einen davon kann man auf der Webseite von Alamo Race Track genießen Hypnotised heißt die poppige, sehr heiter-nachdenkliche (das geht beides gleichzeitig, jawohl!) Nummer mit dem typischen 60ies Sound und einer leicht psychedelischen Note à la MGMT. Der Song gefiel mir auf Anhieb, er hatte enorm viel Charme, Catchyness und offensichtliche Hitqualitäten. Aber auch Moon kam prima rüber. Ich erinnere mich, daß sie dieses Lied schon einmal als Zugabe beim Haldern Pop Festival 2008 getestet hatten.

Dazwischen bauten sie ab und zu Altbekanntes ein. Stanely vs Hannah kam recht früh und später brachten sie dann natürlich ihren bisher größten Hit Black Cat John Brown, den der etatmäßige Basser an der Pedal Steel begleitete. Auch The Open Sea stammte von dem zweiten Output und gefiel durch die schönen Chorgesänge und den 60ies Charme. Sänger Ralph Mulder schien erleichtert, daß alles so gut lief, er gab zu, daß die Band vorher sehr nervös gewesen sei weil man lange nicht mehr gespielt hatte und die neuen Lieder noch nicht alle aus dem Effeff beherrschte. Am Anfang hatte Ralph auch stimmlich ein paar Probleme und sein Gesang klang recht windschief, im Laufe des Sets kam er aber besser rein und traf die Töne. Ein paar Leute bemängelten hinter, daß das Konzert nicht so perfekt flutschte, wie man das von eingespielten Formationen wie Franz Ferdinand gewöhnt ist. Das störte mich indes überhaupt nicht. Gerade die leicht amateurhafte, unverkrampfte Seite bei Alamo Race Track finde ich sehr anziehend und aufgeregt zu sein ist doch nur menschlich. An dem Songmaterial gibt es ohnehin nichts auszusetzen.

Bei der Zugabe griffen sie dann auf ein Cover zürck. Bei der Velvet Underground Nummer This Is After Hours (If You Close The Door, I'd never Have To See The Day Again, im Original gesungen von Drummerin Moe Tucker) standen alle vier Musiker wie Chorknaben dicht beieinander und konnten sich mitunter beim Singen ein breites Grinsen nicht verkneifen. Auch dies monierten ein paar Nörgler hinterher und äußerten, daß der Sänger stark besoffen gewesen sei. Ich kann das so nicht bestätigen, habe allerdings auch keinen Alkoholtest vorgenommen. Wäre mir aber auch egal, denn Musik ist (unter anderem ) Spaß und Entertainment und die frische Mucke von Alamo passte einfach perfekt zu diesem frühlingshaften Tag. Ein gutes Konzert!




Setlist Alamo Race Track, Café de la Danse, Paris:

01: Windy
02: Stanley vs Hannah
03: The Moon
04: Records
05: Apples
06: Hypnotised
07: Motorman & ...
08: Black Cat John Brown
09: The Open Sea

10: Hypnotised (andere Version)
11: This Is After Hours (Velvet Underground)

Alamo Race Track - Hypnotised by excelsiorrecordings


Alamo Race Track, Paris, 11.02.11


Konzert: Alamo Race Track (Moss)

Ort: Le Café de la Danse, Paris

Datum: 11.02.2011

Zuschauer: etwa 300 Konzertdauer. circa 80 Minuten


Am 13. Todestag meines Vaters wehte ein Hauch von Frühling durch Paris und vertrieb meine düsteren Gedanken. Der Himmel war strahlend blau, die Luft mild und würzig und die Straßencafés von sonnenhungrigen Menschen bevölkert. Die Pariserinnen erschienen mir noch hübscher als ohnehin schon. Mein Serotoninspiegel war so hoch wie seit langem nicht. Anstatt depressive Musik zu hören, ließ ich das stimmungsvolle zweite Album von Maximo Park laufen und pfiff zu Books From Boxes laut mit. Heute abend stand das Konzert meiner heißgeliebten Holländer Alamo Race Track auf dem Programm, das befeuerte meine Laune zusätzlich.

Bevor ich Richtung Café de la Danse aufbrach, kippte ich mir noch eine Dose Red Bull light rein. Ich mußte an einen (dummen) Spruch von Adam Green (Foto) denken, der gesagt haben soll, daß die Muschis fies schmecken würden, wenn die Mädels vorher Red Bull gesoffen hätten...

Das Gedränge im Café de la Dans hielt sich in Grenzen. Trotz längerer Pause schien der Heißhunger auf die Rückkehr der tollen Holländer nicht enorm groß zu sein. Ich selbst war aber total gespannt, wie mir die neuen Songs des noch nicht veröffentlichten dritten Albums gefallen würden. Hocherfreut nahm ich von der höchstens 10 jährigen Tochter des Fargobosses (Fargo ist das Plattenlabel von den Alamos) Michel Pamplune das Gratisticket entgegen. Oliver Peel stand auf der Gästeliste, so wie sich das gehört.

Es war etwa 21 Uhr und die anderen Holländer namens Moss waren mit ihrem Programm bereits durch. Das ließ etwas Zeit, um draußen noch ein wenig die milde Luft zu genießen und mit den den Rauchern zu diskutieren. Mein guter Bekannter Luc warf ein, daß es in Holland ja gar nicht mal so viele tolle Bands gäbe. Ich widersprach und wies auf Bird On The Wire (Foto), Jae (beide kürzlich durch Oliver Peel Sessions weltberühmt geworden) und vor allem Bettie Serveert hin. Bettie Serveert sagte meinem Kumpel überhaupt nichts, was mich sehr überraschte, denn die sind ja wohl Kult, die muss man einfach kennen. Aber egal.

10 Minuten später standen wir dann alle drin und die Lichter gingen aus. Wenn ich sage "standen" dann stimmt das leider wieder nicht so ganz, denn obwohl der Laden übersetzt Tanzcafé heißt, ist die Location weitestgehend bestuhlt und selbst auf der freien Fläche vor der Bühne lungern immer Leute auf dem Fußboden rum. Das kann ich ja auf den Tod nicht ausstehen! Sind wir etwa in einer marokkanischen Teestube? Oder in Japan? Ich hoffe ja immer noch drauf, daß Sarko irgendwann mal Einsatzfahrzeuge schickt und Wasserwerfer gegen die blöden Sitzblockierer einsetzt. Nun ja, ich scherze natürlich. Aber die Auf-dem-Boden- Sitzerei ist doch wirklich doof oder etwa nicht? Ich meine Alamo Race Track spielen doch fetzige Musik zu der man tanzen kann, wieso machen die Leute das dann nicht?



Ich ließ mir trotzdem meinen Spaß nicht nehmen und wippte von Anfang bis Ende begeistert mit. Gleich vor mir agierte der neue Drummer der Band. Ein blutjung aussehender Blondschopf mit langen strähnigen Haaren und einem gewaltigen Bums. Der Bursche gefiel mir außerordentlich und vertrieb meine Befürchtungen, Alamo Race Track könnten personell eventuell eine Schwächung erfahren haben. Man begann mit einem neuen Stück und im Laufe des Konzertabends sollten noch viele andere Neulinge folgen. Einen davon kann man auf der Webseite von Alamo Race Track genießen Hypnotised heißt die poppige, sehr heiter-nachdenkliche (das geht beides gleichzeitig, jawohl!) Nummer mit dem typischen 60ies Sound und einer leicht psychedelischen Note à la MGMT. Der Song gefiel mir auf Anhieb, er hatte enorm viel Charme, Catchyness und offensichtliche Hitqualitäten. Aber auch Moon kam prima rüber. Ich erinnere mich, daß sie dieses Lied schon einmal als Zugabe beim Haldern Pop Festival 2008 getestet hatten.

Dazwischen bauten sie ab und zu Altbekanntes ein. Stanely vs Hannah kam recht früh und später brachten sie dann natürlich ihren bisher größten Hit Black Cat John Brown, den der etatmäßige Basser an der Pedal Steel begleitete. Auch The Open Sea stammte von dem zweiten Output und gefiel durch die schönen Chorgesänge und den 60ies Charme. Sänger Ralph Mulder schien erleichtert, daß alles so gut lief, er gab zu, daß die Band vorher sehr nervös gewesen sei weil man lange nicht mehr gespielt hatte und die neuen Lieder noch nicht alle aus dem Effeff beherrschte. Am Anfang hatte Ralph auch stimmlich ein paar Probleme und sein Gesang klang recht windschief, im Laufe des Sets kam er aber besser rein und traf die Töne. Ein paar Leute bemängelten hinter, daß das Konzert nicht so perfekt flutschte, wie man das von eingespielten Formationen wie Franz Ferdinand gewöhnt ist. Das störte mich indes überhaupt nicht. Gerade die leicht amateurhafte, unverkrampfte Seite bei Alamo Race Track finde ich sehr anziehend und aufgeregt zu sein ist doch nur menschlich. An dem Songmaterial gibt es ohnehin nichts auszusetzen.

Bei der Zugabe griffen sie dann auf ein Cover zürck. Bei der Velvet Underground Nummer This Is After Hours (If You Close The Door, I'd never Have To See The Day Again, im Original gesungen von Drummerin Moe Tucker) standen alle vier Musiker wie Chorknaben dicht beieinander und konnten sich mitunter beim Singen ein breites Grinsen nicht verkneifen. Auch dies monierten ein paar Nörgler hinterher und äußerten, daß der Sänger stark besoffen gewesen sei. Ich kann das so nicht bestätigen, habe allerdings auch keinen Alkoholtest vorgenommen. Wäre mir aber auch egal, denn Musik ist (unter anderem ) Spaß und Entertainment und die frische Mucke von Alamo passte einfach perfekt zu diesem frühlingshaften Tag. Ein gutes Konzert!




Setlist Alamo Race Track, Café de la Danse, Paris:

01: Windy
02: Stanley vs Hannah
03: The Moon
04: Records
05: Apples
06: Hypnotised
07: Motorman & ...
08: Black Cat John Brown
09: The Open Sea

10: Hypnotised (andere Version)
11: This Is After Hours (Velvet Underground)

Alamo Race Track - Hypnotised by excelsiorrecordings


Rebekka Karijord & Chris Garneau,Paris, 11.12.10


Konzert: Rebekka Karijord & Chris Garneau

Ort: Le Café de la Danse, Paris

Datum: 11.12.10
Zuschauer: voll (ausverkauft?)

Konzertdauer: 50 traumhafte Minuten, Chris Garneau 90 gräßlich langweilige Minuten



Chris Garnele, ähem, Garneau ist so etwas wie der Andy Möller unter den Sängern. Eine Heulsuse. Sein weinerliches Geseier im Pariser Café de la Danse ging mir tierisch auf die Eier! Die 90 Minuten des Konzertes, in denen er unerbitterlich hinter seinem Piano rumschluchzte, gehörten zum Zähsten und Schwülstigsten, was ich in diesem Konzertjahr gesehen habe. Chris liefert sich in dieser Hinsicht ein Wettrennen mit John Grant, der vor ein paar Monaten im Nouveau Casino auch unfassbar schnulzig war. Fast wäre ich auf dumme Gedanken gekommen und hätte meinen Gürtel auf der Toilette zweckentfremdet. Aber lohnt es sich wirklich, für einen verweichlichten Pianisten zu sterben? Nö,oder? Mein Vater hätte gefragt: "Hat der Kerl überhaupt gedient?" Sicherlich nicht, so peacig wie der drauf war! Vielleicht sollte man es grundsätzlich verbieten, daß Männer Klavier spielen, Gitarren stehen ihnen einfach besser. Haben männliche Pianisten eigentlich nicht schon immer genervt? Ich meine, seien wir doch mal ehrlich. Hat John Lennon etwa nicht das Musikpublikum mit seinem peacigen Käse regelrecht terrorisiert, als er zu Imagine hinter dem Klavier klimperte und süßlich säuselte? Und haben uns Elton John und Billy Joel etwa nicht im Strahl Kotzen lassen, als sie Nikita und Leningrad auf die unschuldige Menschheit losließen? Womit haben wir heutzutage Chris, die Garnele verdient? Was haben wir verbrochen?

Kurzum: das Konzert von Chris Garneau war von der ersten bis zur letzten Minute scheußlich. Etwas Kurzweil gab es nur durch die Streichersektion und die tolle Trompete. Ansonsten Langeweile und Gefühlsduseligkeiten ohne Grenzen. Und dann covert der Kerl am Ende auch noch meinen Helden Elliott Smith. Frechheit. Between The Bars haben Erica Buettner oder Emily Haines viel besser neu interpretiert.

Großartig hingegen der Support Act des heutigen Abends. Rebekka Karijord und ihre Band begeisterten mich restlos und durften sogar fast 50 Minuten spielen. Von diesem brillanten Auftrit möchte ich gerne morgen mehr erzählen...

Nachtrag: Auf Grund des ersten Kommentares auf diesen Bericht muss ich vielleicht noch einmal das Wesentliche deutlicher rausstellen und die Albernheiten einmal außen vor lassen. Natürlich dürfen Männer Klavier spielen, sie dürfen meinetwegen auch nackt drauf tanzen. Auch Rumweinen ist ihnen selbstredend gestattet, ich oute mich ja hier selbst regelmäßig als Heulsuse. Stammleser wissen das. Mit männlichem/weiblichen Rollenverhalten oder Rollenerwartungen hat das nichts zu tun. Das eigentliche Problem lag heute vielmehr darin, daß mir das Auftreten von Chris Garneau nicht als authentisch erschien. Er hat eine Rolle gespielt, die ich ihm in dieser Form nicht abnahm. Deshalb kam auch außer Langeweile emotional nix bei mir rüber. Der Grat zwischen gefühlvollem Spiel und Gefühslduseligkeit/Schwülstigkeit ist oft schmal, heute wurde er überschritten. Schade. Die Kompositionen und Arrangements des neuen Albums El Radio sind nämlich teilweise brillant.

Chris hat aber zumindest immerhin in einer Szene bei mir klar gepunktet. Als das Publikum langanhaltend klatschte, meinte er: "Merci vous êtes gentils- vous êtes bourrés ou quoi?" - "Danke ihr seit nett, seit ihr besoffen oder was?"

Setlist Chris Garneau, Café de la Danse,Paris:

01: Holy Land
02: Hands On The Radio
03: Winter Song # 1
04: Winter Song # 2
05: Pas Grave
06: Relief
07: Castle-Time
08: Dirty Night Clowns
09: No More Pirates
10: Fireflies
11: We Don't Try
12: Over And Over
13: The Cats And Kids
14: Things She Said
15: Pirates Reprise
16: Sugar

17: Sad News
18: October October
19: Baby's Romance

20: Between The Bars (Elliott Smith)

Aber kommen wir doch nun noch einmal auf Rebekka Karijord zu sprechen. Die schwedische Norwegerin (aufgewachsen auf den Lofoten, dann irgendwann mit der Mutter nach Schweden gezogen), hatte mich am Vortag bei einem Showcase im CD Laden Galsrock bereits entzückt und heute spielte sie (fast) die gleichen Titel noch einmal mit einer richtigen Band und einem großen Flügel. An der Gitarre agierte Jacob Snavely von der schwedischen Rockband Dag för Dag und am Schlagzeug ein mir unbekannter Trommler. In dieser Dreierkonstellation klang das Ganze natürlich etwa anders als beim gestrigen Soloauftritt, aber nicht weniger reizvoll. Zwar ging die Reduziertheit zwangsläufig etwas flöten, dafür aber wurde an Oppulenz gewonnen, ohne dadurhc sofort zu bombastisch zu werden. Im Mittelpunkt stand ohnehin Rebekkas einzigartige Stimme. Mit ihrem Goldkhelchen ist die großgewachsene Dame in der Lage, jede einzelne Stimmung auszudrücken. Ob samtweich gehaucht, oder feste geschmettert, immer traf sie stimmlich ins Schwarze. Ihr Timbre ist unvergleichlich sehnsüchtig, flehentlich, aber auch enorm Trost pendend. A propos Trost spendend: in einer der bewegendsten Szenen dieses feinen Konzertes erzählte sie eine kurze Anekdote zu dem Lied Wear It Like A Crown. Ein aus dem Iran stammender Fan war nach einem ihrer Konzerte zu ihr gekommen und hatte ihr erzählt, daß er sich den Text, in dem es um die Bewältigung von Ängsten geht, zu Herzen genommen hat und von nun an seine Angst wie eine Krone tragen wird. Er sei schwul und im Iran herrsche überhaupt keine Toleranz für Homosexuelle, so daß er sich ständig vor Verunglimpfung, Bestrafung oder Verfolgung fürchten müsse. Der Song von Rebekka gebe ihm aber Mut und Hoffnung, besser mit seinen Ängsten umzugehen.

Waer It Like A Crown war dann auch in musikalischer Hinsicht ein Highlight und neben The Modern Art Of Letting Go das beste Lied des Sets. Erwähnung finden muss aber auch das originelle Nirvana Cover, Smells Like Teen Spirit, das manche Zuschauer erst sehr spät erkannten, dann aber voll drauf ansprangen und mitsangen.

Ein sehr stimmungsvolles,
emotionales Konzert, bei dem man auch schön sehen konnte, wie temperamentvoll die Kariijord ist. Hinter dem Flügel hüpfte sie ständig auf ihrem Stühlchen und rannte sogar einmal kurz tanzenderweise über die Bühne, bevor sie ihr Plätzchen zuürckergatterte. Das gab dann auch sofort Standing Ovations. Sehr schön auch ihre Ausflüge an die Harfe. Diese spielte sie nicht wie andere Kolleginnen (Serafina Steer, Joanna Newsom, Gregory and The Hawk) im Sitzen, sondern im Stehen. Ich sagte doch eben, das die Frau Temperament hat und immer in Bewgeung sein muss!

Erstaunlich, daß sie nicht schon viel bekannter ist. Ihrer gewiss nicht schlechten Tour partnerin Ane Brun kann sie allemal das Wasser reichen und Anna Ternheim wirkt neben Rebkka stimmlich sogar recht limitiert.

Also: das neue Album The Noble Art Of Letting Go kaufen!


Rebekka Karijord & Chris Garneau,Paris, 11.12.10


Konzert: Rebekka Karijord & Chris Garneau

Ort: Le Café de la Danse, Paris

Datum: 11.12.10
Zuschauer: voll (ausverkauft?)

Konzertdauer: 50 traumhafte Minuten, Chris Garneau 90 gräßlich langweilige Minuten



Chris Garnele, ähem, Garneau ist so etwas wie der Andy Möller unter den Sängern. Eine Heulsuse. Sein weinerliches Geseier im Pariser Café de la Danse ging mir tierisch auf die Eier! Die 90 Minuten des Konzertes, in denen er unerbitterlich hinter seinem Piano rumschluchzte, gehörten zum Zähsten und Schwülstigsten, was ich in diesem Konzertjahr gesehen habe. Chris liefert sich in dieser Hinsicht ein Wettrennen mit John Grant, der vor ein paar Monaten im Nouveau Casino auch unfassbar schnulzig war. Fast wäre ich auf dumme Gedanken gekommen und hätte meinen Gürtel auf der Toilette zweckentfremdet. Aber lohnt es sich wirklich, für einen verweichlichten Pianisten zu sterben? Nö,oder? Mein Vater hätte gefragt: "Hat der Kerl überhaupt gedient?" Sicherlich nicht, so peacig wie der drauf war! Vielleicht sollte man es grundsätzlich verbieten, daß Männer Klavier spielen, Gitarren stehen ihnen einfach besser. Haben männliche Pianisten eigentlich nicht schon immer genervt? Ich meine, seien wir doch mal ehrlich. Hat John Lennon etwa nicht das Musikpublikum mit seinem peacigen Käse regelrecht terrorisiert, als er zu Imagine hinter dem Klavier klimperte und süßlich säuselte? Und haben uns Elton John und Billy Joel etwa nicht im Strahl Kotzen lassen, als sie Nikita und Leningrad auf die unschuldige Menschheit losließen? Womit haben wir heutzutage Chris, die Garnele verdient? Was haben wir verbrochen?

Kurzum: das Konzert von Chris Garneau war von der ersten bis zur letzten Minute scheußlich. Etwas Kurzweil gab es nur durch die Streichersektion und die tolle Trompete. Ansonsten Langeweile und Gefühlsduseligkeiten ohne Grenzen. Und dann covert der Kerl am Ende auch noch meinen Helden Elliott Smith. Frechheit. Between The Bars haben Erica Buettner oder Emily Haines viel besser neu interpretiert.

Großartig hingegen der Support Act des heutigen Abends. Rebekka Karijord und ihre Band begeisterten mich restlos und durften sogar fast 50 Minuten spielen. Von diesem brillanten Auftrit möchte ich gerne morgen mehr erzählen...

Nachtrag: Auf Grund des ersten Kommentares auf diesen Bericht muss ich vielleicht noch einmal das Wesentliche deutlicher rausstellen und die Albernheiten einmal außen vor lassen. Natürlich dürfen Männer Klavier spielen, sie dürfen meinetwegen auch nackt drauf tanzen. Auch Rumweinen ist ihnen selbstredend gestattet, ich oute mich ja hier selbst regelmäßig als Heulsuse. Stammleser wissen das. Mit männlichem/weiblichen Rollenverhalten oder Rollenerwartungen hat das nichts zu tun. Das eigentliche Problem lag heute vielmehr darin, daß mir das Auftreten von Chris Garneau nicht als authentisch erschien. Er hat eine Rolle gespielt, die ich ihm in dieser Form nicht abnahm. Deshalb kam auch außer Langeweile emotional nix bei mir rüber. Der Grat zwischen gefühlvollem Spiel und Gefühslduseligkeit/Schwülstigkeit ist oft schmal, heute wurde er überschritten. Schade. Die Kompositionen und Arrangements des neuen Albums El Radio sind nämlich teilweise brillant.

Chris hat aber zumindest immerhin in einer Szene bei mir klar gepunktet. Als das Publikum langanhaltend klatschte, meinte er: "Merci vous êtes gentils- vous êtes bourrés ou quoi?" - "Danke ihr seit nett, seit ihr besoffen oder was?"

Setlist Chris Garneau, Café de la Danse,Paris:

01: Holy Land
02: Hands On The Radio
03: Winter Song # 1
04: Winter Song # 2
05: Pas Grave
06: Relief
07: Castle-Time
08: Dirty Night Clowns
09: No More Pirates
10: Fireflies
11: We Don't Try
12: Over And Over
13: The Cats And Kids
14: Things She Said
15: Pirates Reprise
16: Sugar

17: Sad News
18: October October
19: Baby's Romance

20: Between The Bars (Elliott Smith)

Aber kommen wir doch nun noch einmal auf Rebekka Karijord zu sprechen. Die schwedische Norwegerin (aufgewachsen auf den Lofoten, dann irgendwann mit der Mutter nach Schweden gezogen), hatte mich am Vortag bei einem Showcase im CD Laden Galsrock bereits entzückt und heute spielte sie (fast) die gleichen Titel noch einmal mit einer richtigen Band und einem großen Flügel. An der Gitarre agierte Jacob Snavely von der schwedischen Rockband Dag för Dag und am Schlagzeug ein mir unbekannter Trommler. In dieser Dreierkonstellation klang das Ganze natürlich etwa anders als beim gestrigen Soloauftritt, aber nicht weniger reizvoll. Zwar ging die Reduziertheit zwangsläufig etwas flöten, dafür aber wurde an Oppulenz gewonnen, ohne dadurhc sofort zu bombastisch zu werden. Im Mittelpunkt stand ohnehin Rebekkas einzigartige Stimme. Mit ihrem Goldkhelchen ist die großgewachsene Dame in der Lage, jede einzelne Stimmung auszudrücken. Ob samtweich gehaucht, oder feste geschmettert, immer traf sie stimmlich ins Schwarze. Ihr Timbre ist unvergleichlich sehnsüchtig, flehentlich, aber auch enorm Trost pendend. A propos Trost spendend: in einer der bewegendsten Szenen dieses feinen Konzertes erzählte sie eine kurze Anekdote zu dem Lied Wear It Like A Crown. Ein aus dem Iran stammender Fan war nach einem ihrer Konzerte zu ihr gekommen und hatte ihr erzählt, daß er sich den Text, in dem es um die Bewältigung von Ängsten geht, zu Herzen genommen hat und von nun an seine Angst wie eine Krone tragen wird. Er sei schwul und im Iran herrsche überhaupt keine Toleranz für Homosexuelle, so daß er sich ständig vor Verunglimpfung, Bestrafung oder Verfolgung fürchten müsse. Der Song von Rebekka gebe ihm aber Mut und Hoffnung, besser mit seinen Ängsten umzugehen.

Waer It Like A Crown war dann auch in musikalischer Hinsicht ein Highlight und neben The Modern Art Of Letting Go das beste Lied des Sets. Erwähnung finden muss aber auch das originelle Nirvana Cover, Smells Like Teen Spirit, das manche Zuschauer erst sehr spät erkannten, dann aber voll drauf ansprangen und mitsangen.

Ein sehr stimmungsvolles,
emotionales Konzert, bei dem man auch schön sehen konnte, wie temperamentvoll die Kariijord ist. Hinter dem Flügel hüpfte sie ständig auf ihrem Stühlchen und rannte sogar einmal kurz tanzenderweise über die Bühne, bevor sie ihr Plätzchen zuürckergatterte. Das gab dann auch sofort Standing Ovations. Sehr schön auch ihre Ausflüge an die Harfe. Diese spielte sie nicht wie andere Kolleginnen (Serafina Steer, Joanna Newsom, Gregory and The Hawk) im Sitzen, sondern im Stehen. Ich sagte doch eben, das die Frau Temperament hat und immer in Bewgeung sein muss!

Erstaunlich, daß sie nicht schon viel bekannter ist. Ihrer gewiss nicht schlechten Tour partnerin Ane Brun kann sie allemal das Wasser reichen und Anna Ternheim wirkt neben Rebkka stimmlich sogar recht limitiert.

Also: das neue Album The Noble Art Of Letting Go kaufen!