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Gang Of Four, Paris, 18.03.11


Konzert: Gang Of Four

Ort:Le Trabendo, Paris

Datum: 18.03.2011

Zuschauer: nicht ausverkauft
Konzertdauer: 80-85 Minuten



"Punkrock ist nicht tot, Punkrock ist nicht tot!"

Wie recht Eddie Argos doch damit hatte. Zumindest wenn er den Spruch auf die kultige Gang Of Four bezogen hat, die in Paris ein s-e-n-s-a-t-i-o-n-e-l-l-e-s!!! Konzert ablieferte, das in die Musikgeschichte eingehen wird.

Donnerwetter!!! Mann, war das grandios! Es ging unfassbar der Punk ab, Jon King und Andy Gill stachelten die Pariser unerbitterlich auf und verwandelten das Trabendo schnell in einen Hexenkessel. Schon bei Ether (Lied Nummer drei) wurde wild Pogo getanzt und ich flog von links nach rechts. Meine Freundin Uschi, die anfänglich neben mir stand, sah ich erst nach dem Konzert wieder, so stark wurde ich von der Meute abgetrieben. An das Fotografieren war in vielen Phasen nicht zu denken, ansonsten wäre mein Apparat unweigerlich in die Brüche gegangen. Dennoch gelangen mir einige nette Schüsse, denn King und Gill hatten die geilsten Posen drauf. Fast schien es ein Wettbewerb zwischen ihnen zu geben: "Wer schaut finsterer drein? Gil fixierte die Fans in der ersten Reihe mit stechenden, hundsgemeinen Blicken, während King so irre glotzte, das ich Angst vor diesem Psychopathen bekam. Der großgewachsene Sänger zeigte oft mit seinem Finger auf einzelne Leute und intonierte dabei die zynischen, gesellschaftskritischen Texte mit einer Schärfe und Agressivität, die einem das Herz in die Hose rutschen ließ. Eine Rampensau par excellence, dieser alte Sack. Er verausgabte sich völlig, trieb seinen Puls auf ungesunde Höhen und schwitzte wie ein Schwein. Am Ende war sein weit geöffnetes Sträflingshemd völlig durchnässt. Lässiger war da der ungemein gutaussehende farbige Bassist. Der junge Schönling sah mit seinen Rastazöpfen aus wie der frühe Terence Trent D'Arby und spielte wahnsinnig gut.

Eine essentielle Band in überragender Form, ein Kulthit nach dem anderen, neue Stücke , die auch nicht übel waren und überraschend viele junge, unverschämt hübsche Frauen im Publikum, dazu eine Stimmung, die besser und wilder nicht hätte sein können. Was will man eigentlich mehr?

Selbst der in letzter Zeit so unglaublich kritische Konzertfotografenzar Robert Gil ließ als Bewertung vier Herzen aufgehen, das gibt es bei ihm ganz ganz selten.

Die Gang Of Four hat gezeigt, daß sie zu recht als einer der einflussreichsten Rockbands der letzten 30 Jahre bezeichnet wird. Ihr funkiger Postpunk klingt heute noch absolut modern (die vielen jungen Menschen im Publikum sind der beste Beweis dafür) und Franz Ferdinand wirken gegen die Viererbande aus Leeds fast wie Coldplay. Diese kurz angerissenen, rasiermesserscharfen Gitarrenriffs von Andy Gil waren damals revolutionär und haben auch heute nichts von ihrer funkensprühenden Wirkung verloren. Und dann sein herber Sprechgesang, so bitter, so zynisch, so pfurztrocken. Genial! Das größte Lob muss trotzdem an Hauptsänger Jon King gehen, denn es ist unglaublich, wie sich der inzwischen 55 Jahre alte Haudegen verausgabte. Er gab wirklich alles, wirbelte von Anfang bis Ende wie von der Tarantel gestochen über die Bühne, spielte Melodica, nahm in einigen witzigen Szenen den jungen Bassisten in den Schwitzkasten und zerhackte am Ende wieder eine Mikrowelle, seine Paradedisziplin. Daß er bei allem Zynismus auch Humor und Charme hat, bewies er als er zur Zugabe zurückkommend mit einem Glas Wasser in der Hand darüber schwafelte, wie schön doch Paris und Frankreich sei. Auf französisch wohlgemerkt. Er erwähnte lobend Jean Paul Sartre, Jean Luc Godard und noch ein paar andere, während Andy Gil grimmig zu ihm rüberschaute und ihm zurief: "Oh shut up, man! " Das war Einleitung für das große, explosive Finale, den alles überragenden Encores.

Allein diese waren das Kommen wert, mit At Home He's A Tourist und Damaged Goods wurden den Leuten zwei Oberknaller um die Ohren gehauen, die definitiv das Geilste waren , was ich seit langem gehört habe. Alle Leute hüpften, gröhlten mit ("your kiss so sweet, you sweat so sour, sometimes I'm thinking that I love you, but I know it's only lust") und trampelten später noch minutenlang mit den Füßen auf den Boden. Die Helden des Abends, klatschten unterdessen zum Ende Hände der Fans ab und verschwanden abgekämpft aber glücklich in die Kabine.







John Peels (wer ist das eigentlich nochmal?) Lieblingslied war Teenage Kicks von den Undertones, Oliver Peels All Time Favorit heißt Damaged Goods.

Yeah, bayby!!!!!



Setlist Gang Of Four, Le Trabendo, Paris

01: You'll Never Pay For The Farm
02: Not Great Man
03: Ether
04: I Parade Myself
05: Paralysed
06: A Fruitfly In The Beehive
07:(Love Like) Anthrax
08: It Was Never Gonna Turn Out Too Good
09: What We All Want
10: Why Theory?
11: We Live As We Dream, Alone
12: To Hell With Poverty!
13: Do As I Say

14: At Home He's A Tourist


15: I Love A Man In A Uniform
16:
Damaged Goods


* Anmerkung: Etwa als 5. oder 6. Lied wurde zudem He'd Send In The Army gespielt, auf der getippten Setlist, die Fans am Ende ergatterten, war dieser Titel allerdings ebenso wenig vermerkt, wie die Zugaben.

Aus unserem Archiv:

Gang Of Four, Paris, 11.11.06



Gang Of Four, Paris, 18.03.11


Konzert: Gang Of Four

Ort:Le Trabendo, Paris

Datum: 18.03.2011

Zuschauer: nicht ausverkauft
Konzertdauer: 80-85 Minuten



"Punkrock ist nicht tot, Punkrock ist nicht tot!"

Wie recht Eddie Argos doch damit hatte. Zumindest wenn er den Spruch auf die kultige Gang Of Four bezogen hat, die in Paris ein s-e-n-s-a-t-i-o-n-e-l-l-e-s!!! Konzert ablieferte, das in die Musikgeschichte eingehen wird.

Donnerwetter!!! Mann, war das grandios! Es ging unfassbar der Punk ab, Jon King und Andy Gill stachelten die Pariser unerbitterlich auf und verwandelten das Trabendo schnell in einen Hexenkessel. Schon bei Ether (Lied Nummer drei) wurde wild Pogo getanzt und ich flog von links nach rechts. Meine Freundin Uschi, die anfänglich neben mir stand, sah ich erst nach dem Konzert wieder, so stark wurde ich von der Meute abgetrieben. An das Fotografieren war in vielen Phasen nicht zu denken, ansonsten wäre mein Apparat unweigerlich in die Brüche gegangen. Dennoch gelangen mir einige nette Schüsse, denn King und Gill hatten die geilsten Posen drauf. Fast schien es ein Wettbewerb zwischen ihnen zu geben: "Wer schaut finsterer drein? Gil fixierte die Fans in der ersten Reihe mit stechenden, hundsgemeinen Blicken, während King so irre glotzte, das ich Angst vor diesem Psychopathen bekam. Der großgewachsene Sänger zeigte oft mit seinem Finger auf einzelne Leute und intonierte dabei die zynischen, gesellschaftskritischen Texte mit einer Schärfe und Agressivität, die einem das Herz in die Hose rutschen ließ. Eine Rampensau par excellence, dieser alte Sack. Er verausgabte sich völlig, trieb seinen Puls auf ungesunde Höhen und schwitzte wie ein Schwein. Am Ende war sein weit geöffnetes Sträflingshemd völlig durchnässt. Lässiger war da der ungemein gutaussehende farbige Bassist. Der junge Schönling sah mit seinen Rastazöpfen aus wie der frühe Terence Trent D'Arby und spielte wahnsinnig gut.

Eine essentielle Band in überragender Form, ein Kulthit nach dem anderen, neue Stücke , die auch nicht übel waren und überraschend viele junge, unverschämt hübsche Frauen im Publikum, dazu eine Stimmung, die besser und wilder nicht hätte sein können. Was will man eigentlich mehr?

Selbst der in letzter Zeit so unglaublich kritische Konzertfotografenzar Robert Gil ließ als Bewertung vier Herzen aufgehen, das gibt es bei ihm ganz ganz selten.

Die Gang Of Four hat gezeigt, daß sie zu recht als einer der einflussreichsten Rockbands der letzten 30 Jahre bezeichnet wird. Ihr funkiger Postpunk klingt heute noch absolut modern (die vielen jungen Menschen im Publikum sind der beste Beweis dafür) und Franz Ferdinand wirken gegen die Viererbande aus Leeds fast wie Coldplay. Diese kurz angerissenen, rasiermesserscharfen Gitarrenriffs von Andy Gil waren damals revolutionär und haben auch heute nichts von ihrer funkensprühenden Wirkung verloren. Und dann sein herber Sprechgesang, so bitter, so zynisch, so pfurztrocken. Genial! Das größte Lob muss trotzdem an Hauptsänger Jon King gehen, denn es ist unglaublich, wie sich der inzwischen 55 Jahre alte Haudegen verausgabte. Er gab wirklich alles, wirbelte von Anfang bis Ende wie von der Tarantel gestochen über die Bühne, spielte Melodica, nahm in einigen witzigen Szenen den jungen Bassisten in den Schwitzkasten und zerhackte am Ende wieder eine Mikrowelle, seine Paradedisziplin. Daß er bei allem Zynismus auch Humor und Charme hat, bewies er als er zur Zugabe zurückkommend mit einem Glas Wasser in der Hand darüber schwafelte, wie schön doch Paris und Frankreich sei. Auf französisch wohlgemerkt. Er erwähnte lobend Jean Paul Sartre, Jean Luc Godard und noch ein paar andere, während Andy Gil grimmig zu ihm rüberschaute und ihm zurief: "Oh shut up, man! " Das war Einleitung für das große, explosive Finale, den alles überragenden Encores.

Allein diese waren das Kommen wert, mit At Home He's A Tourist und Damaged Goods wurden den Leuten zwei Oberknaller um die Ohren gehauen, die definitiv das Geilste waren , was ich seit langem gehört habe. Alle Leute hüpften, gröhlten mit ("your kiss so sweet, you sweat so sour, sometimes I'm thinking that I love you, but I know it's only lust") und trampelten später noch minutenlang mit den Füßen auf den Boden. Die Helden des Abends, klatschten unterdessen zum Ende Hände der Fans ab und verschwanden abgekämpft aber glücklich in die Kabine.







John Peels (wer ist das eigentlich nochmal?) Lieblingslied war Teenage Kicks von den Undertones, Oliver Peels All Time Favorit heißt Damaged Goods.

Yeah, bayby!!!!!



Setlist Gang Of Four, Le Trabendo, Paris

01: You'll Never Pay For The Farm
02: Not Great Man
03: Ether
04: I Parade Myself
05: Paralysed
06: A Fruitfly In The Beehive
07:(Love Like) Anthrax
08: It Was Never Gonna Turn Out Too Good
09: What We All Want
10: Why Theory?
11: We Live As We Dream, Alone
12: To Hell With Poverty!
13: Do As I Say

14: At Home He's A Tourist


15: I Love A Man In A Uniform
16:
Damaged Goods


* Anmerkung: Etwa als 5. oder 6. Lied wurde zudem He'd Send In The Army gespielt, auf der getippten Setlist, die Fans am Ende ergatterten, war dieser Titel allerdings ebenso wenig vermerkt, wie die Zugaben.

Aus unserem Archiv:

Gang Of Four, Paris, 11.11.06



Mumford & Sons, Paris, 24.09.10


Konzert: Mumford & Sons

Ort: Le Trabendo, Paris
Datum: 24.09.2010
Zuschauer: seit Wochen restlos ausverkauft (800)
Konzertdauer: etwa 70-75 Minuten


Live report en français ci -dessous!


Musée Mécanique, die vor ein paar Monaten in meinem Wohnzimmer akustisch vom Leder gezogen haben im Point Ephémère, Karel Elson (singende Geliebte von Jack White; nein nicht der von Looking For Freedom!) in der Boule Noire und Mumford & Sons im Trabendo, in Paris steppte musikalisch mal wieder der Berliner Bär.

Ob ich mich für das richtige Konzert entschieden habe, erfahrt ihr morgen. Stay tuned!

So, hier der ausführliche Bericht:

In München tobt die Wies'n und die Engländer Mumford & Sons liefern in Paris den passenden Soundtrack zum bayrischen Sauf-und Angebertreff. Verkehrte Welt oder Folgen der Globalisierung? Schwer zu sagen, aber angelsächsische Mitgröhlsongs, die die Welt begeisterten, gab es ja schon seit ich ein kleiner Junge bin. Damals waren die Pogues aus Irland schwer angesagt und vor ein paar Jahren die Kaiser Chiefs aus Leeds. 2010 ist aber ohne jeden Zweifel das Jahr von Mumford & Sons. Die Jungs um Bandleader Marcus Mumford räumten ab, wo immer sie auftraten. Beim Glastonbury Festival, in Haldern am Niederrhein oder in Leeds/Reading. Am besten läuft es also für sie in ihrer Heimat England und in Deutschland. Logisch, dort wird ja auch am meisten gesoffen...

In Paris hingegen backen die Senkrechtstarter kleinere Brötchen. Das maximal 800 Zuschauer fassende Trabendo ist zwar seit ein paar Wochen restlos ausverkauft, aber ohne die Schlachtenbummler aus England hätte es für die Franzosen sicherlich noch Plätzchen an der Abendkasse gegeben. Man erkennt die Briten schon von weitem. Feiste, häßliche Gesichter, Typen mit kurzgeschorenen Haaren und Frauen, die rumlaufen, als gingen sie zum Table Dance. Auffällig wie gut die Franzosen demgegenüber aussehen. Als der liebe Gott Schönheit, Stil und guten Geschmack verteilt hat, hat er Frankreich besonders großzügig bedacht und die Engländer vergessen. "Viva le (eigetlich la) France" rief deshalb wohl auch Marcus Mumford während des Konzertes mehrfach schmunzelnd aus. Der temperamentvolle Sänger merkte schon sehr schnell, daß hier und heute viele seiner Landsleute da waren, die er (auf nette Weise) ein wenig ärgern wollte. Ohne die angereisten Briten wäre es allerdings viel leiser und weniger stimmungsvoll geworden, denn beim Mitsingen englischer Texte sollte man nicht auf die Franzosen zählen.

Sowohl Briten, als auch Franzosen (und deutsche Krautfresser wie ich) sahen ein mitreißendes Set, das den Saal schnell in ein Tollhause verwandelte. Kein Wunder, denn das Songmaterial ist so eingängig und partytauglich, daß man den Leuten schon Valium geben müsste, um das Mitgegröhle und Dauerschunkeln zu stoppen. Für Indiestreber wie mich ist es ja schon irgendwie beängstigend, daß jetzt jeder dahergelaufene Depp auf Mumford & Sons abfährt, aber ich wäre der Letzte, der den Jungs den Erfolg nicht gönnen würde. Die fünf Lausbuben sind nämlich so nett, bescheiden und höflich geblieben, wie man sich das wünscht. Immer wieder artige Ansagen an das Publikum, wie froh und geehrt man doch sei, hier spielen zu dürfen, vereinzelte Sätze auf französisch, um den guten Willen zu zeigen, die Landessprache zu erlernen und viel Geschmunzel zwischen den Songs. Songs, die natürlich in der Mehrzahl vom vielgepriesenen Debüt Sigh No More stammten, aber auch 2 neue Kompositionen, die dann sicherlich auf dem Nachfolger Platz finden werden. Stilistisch ist keine Änderung zu befürchten, getreu der Devise "Never change a winning team (music style)".

Nicht weiter verwunderlich, daß bereits jetzt schon zu Klassikern gewordene Gassenhauer wie Little Lion Man, White Blank Page und die letzte Zugabe The Cave auch heute wieder die großen Abräumer waren. Rampensau Marcus läuft bei diesen sich im Tempo und Rhythmus steigernden Nummern regelmäßig zu Hochform auf. Am Ende sieht man ihn immer mit weit aufgerissenem Mund, die Gitarre zwischen seine strammen Schenkel geklemmt und die Menge aufpeitschend wie ein Animateur im Club Robinson. Ein Teufelskerl, der spielerisch von der Gitarre zur Mandoline und sogar zum Schlagzeug wechselt. Wenn er trommelt, bleibt kein Auge trocken. Er vermöbelt sein Fell wie ein Bessener und wirkt dann immer auf mich wie ein zünftiger Bayer. Ich könnte ihn mir perfekt mit einer Krachledernen und rot-weißem Karohemd beim Fingerhakeln vorstellen.

Womit wir wieder beim Oktoberfest wären. Sagte ich nicht, daß Mumford & Sons den Soundtrack zur Wies'n (auf der ich noch nie war, obwohl mich mein Vater dort immer hinschleppen wollte) geschrieben haben?

Pour nos lecteurs français:

En ce temps-ci la fête de la bière à Munich bat son plein et le jeune groupe anglais Mumford & Sons qui se produisit ce soir au Trabendo a d'une certaine manière écrit la bande-son pour cette joyeuse fête bavaroise. Des chansons folk/rock qui se chantent en choeur, des refrains que tout le monde retient, dotés d'une rhytmique qui fait bouger toute la salle! Une formule avec laquelle Marcus Mumford et ses quatre acolytes ont rafflé la mise dans tous les festivals d'été. Triomphant à Glastonbury, Haldern-Pop en Allemagne et plus récemment à Leeds/Reading ce jeune quintette est le groupe qui monte. Dans leur Angleterre natale et en Allemagne, ils jouent désormais dans des salles gigantesques (3.500 pour leur concert au Palladium de Cologne le 27/09) mais à Paris ils doivent se satisfaire du Trabendo (capacité 800). La salle affiche complet, mais les spectateurs anglais venus spécialement pour l'occasion n'y étaient pas pour rien! Sans les fans britanniques, les Parisiens auraient pu peut-être trouver encore des places au guichet. Les Anglais, on les reconnaît de loin ce soir. Visages un peu grossiers, cheveux courts pour les mecs, mèches colorées et vêtements un brin trop vulgaires et bling-bling pour les filles. Dieu a favorisé les Francais quand il a distribué le style, la beauté et le bon gôut! N'empêche que sans les Anglais il n'y aurait pas eu cette ambiance surchauffée ce soir et peu de gens auraient repris les paroles en choeur. Marcus Mumford, leader charismatique et plein de tempérament du groupe, a vite remarqué qu'il y avait beaucoup des compatriotes dans la salle. C'est peut-être pour cela et pour se moquer gentillement qu'il repeta à plusieures reprises: "Vive le France!". Il a beaucoup d'humour ce Marcus. Un mec drôle, naturel, attachant et surtout un musicien hors norme. Sans le moindre problème il change entre guitare acoustique, mandoline et même batterie! Et quand il joue de la batterie, cela s'entend! Il frappait comme un beau diable avec toute sa force et remua toute la salle!!

Dans un set bien équilibré (on y trouva notamment deux nouveautés) et sans faute, quelques morceaux que l'on peut dejà considérer comme des classiques se distinguent: Little Lion Lion Man, White Blank Page et le dernier rappel The Cave ont fait mouche et n'ont laissé aucun doute sur le fait que Mumford & Sons ne tarderont pas à conquérir ici aussi un plus large public et à se produire dans des salles plus généreuses!

Comme quoi, la musique de ces gars sympas et doués ne marche pas seulement pour la fête de la bière!

Un triomphe!


Setlist Mumford & Sons, Le Trabendo, Paris:

01: Sigh No More
02: Awake My Soul
03: Roll Away Your Stone
04: Winter Winds
05: Timshel
06: Nothing
07: I Gave You All
08: Little Lion Man
09: Lover Of The Light
10: Thistle & Weeds
11: New One
12: White Blank Page
13: Dust Bowl Dance

14: After The Storm
15: Whispers In The Dark
16: The Cave

Aus unserem Archiv:

- Mumford & Sons, Haldern Pop Festival, 13.08.2010
- Mumford & Sons, Paris, 21.02.10
- Mumford & Sons, München, 02.11.09
- Mumford & Sons, Paris, 24.04.08
- Marcus Mumford zusammen mit Laura Marling, Paris, 19.04.08

Ausgewählte Konzerttermine Mumford & Sons (ohne Gewähr):

26.09.2010: Heineken Music Hall, Amsterdam
27.09.2010: Palladium, Köln
28.09.2010: C-Hall, Berlin
30.09.2010: Circque Royal, Brüssel



Mumford & Sons, Paris, 24.09.10


Konzert: Mumford & Sons

Ort: Le Trabendo, Paris
Datum: 24.09.2010
Zuschauer: seit Wochen restlos ausverkauft (800)
Konzertdauer: etwa 70-75 Minuten


Live report en français ci -dessous!


Musée Mécanique, die vor ein paar Monaten in meinem Wohnzimmer akustisch vom Leder gezogen haben im Point Ephémère, Karel Elson (singende Geliebte von Jack White; nein nicht der von Looking For Freedom!) in der Boule Noire und Mumford & Sons im Trabendo, in Paris steppte musikalisch mal wieder der Berliner Bär.

Ob ich mich für das richtige Konzert entschieden habe, erfahrt ihr morgen. Stay tuned!

So, hier der ausführliche Bericht:

In München tobt die Wies'n und die Engländer Mumford & Sons liefern in Paris den passenden Soundtrack zum bayrischen Sauf-und Angebertreff. Verkehrte Welt oder Folgen der Globalisierung? Schwer zu sagen, aber angelsächsische Mitgröhlsongs, die die Welt begeisterten, gab es ja schon seit ich ein kleiner Junge bin. Damals waren die Pogues aus Irland schwer angesagt und vor ein paar Jahren die Kaiser Chiefs aus Leeds. 2010 ist aber ohne jeden Zweifel das Jahr von Mumford & Sons. Die Jungs um Bandleader Marcus Mumford räumten ab, wo immer sie auftraten. Beim Glastonbury Festival, in Haldern am Niederrhein oder in Leeds/Reading. Am besten läuft es also für sie in ihrer Heimat England und in Deutschland. Logisch, dort wird ja auch am meisten gesoffen...

In Paris hingegen backen die Senkrechtstarter kleinere Brötchen. Das maximal 800 Zuschauer fassende Trabendo ist zwar seit ein paar Wochen restlos ausverkauft, aber ohne die Schlachtenbummler aus England hätte es für die Franzosen sicherlich noch Plätzchen an der Abendkasse gegeben. Man erkennt die Briten schon von weitem. Feiste, häßliche Gesichter, Typen mit kurzgeschorenen Haaren und Frauen, die rumlaufen, als gingen sie zum Table Dance. Auffällig wie gut die Franzosen demgegenüber aussehen. Als der liebe Gott Schönheit, Stil und guten Geschmack verteilt hat, hat er Frankreich besonders großzügig bedacht und die Engländer vergessen. "Viva le (eigetlich la) France" rief deshalb wohl auch Marcus Mumford während des Konzertes mehrfach schmunzelnd aus. Der temperamentvolle Sänger merkte schon sehr schnell, daß hier und heute viele seiner Landsleute da waren, die er (auf nette Weise) ein wenig ärgern wollte. Ohne die angereisten Briten wäre es allerdings viel leiser und weniger stimmungsvoll geworden, denn beim Mitsingen englischer Texte sollte man nicht auf die Franzosen zählen.

Sowohl Briten, als auch Franzosen (und deutsche Krautfresser wie ich) sahen ein mitreißendes Set, das den Saal schnell in ein Tollhause verwandelte. Kein Wunder, denn das Songmaterial ist so eingängig und partytauglich, daß man den Leuten schon Valium geben müsste, um das Mitgegröhle und Dauerschunkeln zu stoppen. Für Indiestreber wie mich ist es ja schon irgendwie beängstigend, daß jetzt jeder dahergelaufene Depp auf Mumford & Sons abfährt, aber ich wäre der Letzte, der den Jungs den Erfolg nicht gönnen würde. Die fünf Lausbuben sind nämlich so nett, bescheiden und höflich geblieben, wie man sich das wünscht. Immer wieder artige Ansagen an das Publikum, wie froh und geehrt man doch sei, hier spielen zu dürfen, vereinzelte Sätze auf französisch, um den guten Willen zu zeigen, die Landessprache zu erlernen und viel Geschmunzel zwischen den Songs. Songs, die natürlich in der Mehrzahl vom vielgepriesenen Debüt Sigh No More stammten, aber auch 2 neue Kompositionen, die dann sicherlich auf dem Nachfolger Platz finden werden. Stilistisch ist keine Änderung zu befürchten, getreu der Devise "Never change a winning team (music style)".

Nicht weiter verwunderlich, daß bereits jetzt schon zu Klassikern gewordene Gassenhauer wie Little Lion Man, White Blank Page und die letzte Zugabe The Cave auch heute wieder die großen Abräumer waren. Rampensau Marcus läuft bei diesen sich im Tempo und Rhythmus steigernden Nummern regelmäßig zu Hochform auf. Am Ende sieht man ihn immer mit weit aufgerissenem Mund, die Gitarre zwischen seine strammen Schenkel geklemmt und die Menge aufpeitschend wie ein Animateur im Club Robinson. Ein Teufelskerl, der spielerisch von der Gitarre zur Mandoline und sogar zum Schlagzeug wechselt. Wenn er trommelt, bleibt kein Auge trocken. Er vermöbelt sein Fell wie ein Bessener und wirkt dann immer auf mich wie ein zünftiger Bayer. Ich könnte ihn mir perfekt mit einer Krachledernen und rot-weißem Karohemd beim Fingerhakeln vorstellen.

Womit wir wieder beim Oktoberfest wären. Sagte ich nicht, daß Mumford & Sons den Soundtrack zur Wies'n (auf der ich noch nie war, obwohl mich mein Vater dort immer hinschleppen wollte) geschrieben haben?

Pour nos lecteurs français:

En ce temps-ci la fête de la bière à Munich bat son plein et le jeune groupe anglais Mumford & Sons qui se produisit ce soir au Trabendo a d'une certaine manière écrit la bande-son pour cette joyeuse fête bavaroise. Des chansons folk/rock qui se chantent en choeur, des refrains que tout le monde retient, dotés d'une rhytmique qui fait bouger toute la salle! Une formule avec laquelle Marcus Mumford et ses quatre acolytes ont rafflé la mise dans tous les festivals d'été. Triomphant à Glastonbury, Haldern-Pop en Allemagne et plus récemment à Leeds/Reading ce jeune quintette est le groupe qui monte. Dans leur Angleterre natale et en Allemagne, ils jouent désormais dans des salles gigantesques (3.500 pour leur concert au Palladium de Cologne le 27/09) mais à Paris ils doivent se satisfaire du Trabendo (capacité 800). La salle affiche complet, mais les spectateurs anglais venus spécialement pour l'occasion n'y étaient pas pour rien! Sans les fans britanniques, les Parisiens auraient pu peut-être trouver encore des places au guichet. Les Anglais, on les reconnaît de loin ce soir. Visages un peu grossiers, cheveux courts pour les mecs, mèches colorées et vêtements un brin trop vulgaires et bling-bling pour les filles. Dieu a favorisé les Francais quand il a distribué le style, la beauté et le bon gôut! N'empêche que sans les Anglais il n'y aurait pas eu cette ambiance surchauffée ce soir et peu de gens auraient repris les paroles en choeur. Marcus Mumford, leader charismatique et plein de tempérament du groupe, a vite remarqué qu'il y avait beaucoup des compatriotes dans la salle. C'est peut-être pour cela et pour se moquer gentillement qu'il repeta à plusieures reprises: "Vive le France!". Il a beaucoup d'humour ce Marcus. Un mec drôle, naturel, attachant et surtout un musicien hors norme. Sans le moindre problème il change entre guitare acoustique, mandoline et même batterie! Et quand il joue de la batterie, cela s'entend! Il frappait comme un beau diable avec toute sa force et remua toute la salle!!

Dans un set bien équilibré (on y trouva notamment deux nouveautés) et sans faute, quelques morceaux que l'on peut dejà considérer comme des classiques se distinguent: Little Lion Lion Man, White Blank Page et le dernier rappel The Cave ont fait mouche et n'ont laissé aucun doute sur le fait que Mumford & Sons ne tarderont pas à conquérir ici aussi un plus large public et à se produire dans des salles plus généreuses!

Comme quoi, la musique de ces gars sympas et doués ne marche pas seulement pour la fête de la bière!

Un triomphe!


Setlist Mumford & Sons, Le Trabendo, Paris:

01: Sigh No More
02: Awake My Soul
03: Roll Away Your Stone
04: Winter Winds
05: Timshel
06: Nothing
07: I Gave You All
08: Little Lion Man
09: Lover Of The Light
10: Thistle & Weeds
11: New One
12: White Blank Page
13: Dust Bowl Dance

14: After The Storm
15: Whispers In The Dark
16: The Cave

Aus unserem Archiv:

- Mumford & Sons, Haldern Pop Festival, 13.08.2010
- Mumford & Sons, Paris, 21.02.10
- Mumford & Sons, München, 02.11.09
- Mumford & Sons, Paris, 24.04.08
- Marcus Mumford zusammen mit Laura Marling, Paris, 19.04.08

Ausgewählte Konzerttermine Mumford & Sons (ohne Gewähr):

26.09.2010: Heineken Music Hall, Amsterdam
27.09.2010: Palladium, Köln
28.09.2010: C-Hall, Berlin
30.09.2010: Circque Royal, Brüssel



Interpol, 17.09.10


Konzert: Interpol

Ort: le Trabendo, Paris
Datum: 17.09.2010
Zuschauer: restlos ausverkauft (800)
Konzertdauer: knapp 90 Minuten


Une pure tuerie ce concert! La folie! Paul, Daniel, David et Sam étaient dans une forme olympique au Trabendo. Enchaînant sans pitié leurs tubes, les quatre (le type au clavier, Brandon Curtis des Secret Machines, ne compte pas vraiment) garçons de New York ont montré qu'ils méritent amplement leur statut de groupe phare du rock indé. C'était un set dense, carré , terriblement efficace et complètement euphorisant. Je vivais ce concert comme dans un état d'ivresse. Leur morceaux classiques (Obstacle 1, Evil, Slow Hands) ) sont toujours imparables, mais même les nouveaux titres ("Baricade", diaboliquement bon!) s'intégrent parfaitement dans leur repertoire. Paul Banks était plus ouvert que d'habitude, parlait même un peu en français (avec un très bon accent!) et chantait d'une maniere incroyable, sans la moindre faille. Après j'ai même croisé Helena Christensen (toujours la copine de Paul? On s'en fout!) Une soirée memorable! Une gifle! Mais quelle gifle!


Der helle Wahnsinn! Falls ich nicht übelst von Alzheimer befallen werde, oder früher die Radieschen von unten anbeiße, denke ich sicherlich noch in 50 Jahren an dieses grandiose Konzert! Was für ein Hammer! Oder wie die Franzosen sagen würden: eine Töterei ("une tuerie")!

Also ich gehe ja bekanntlich etwas häufiger auf Konzerte, aber so etwas habe ich selten (oder noch nie?) erlebt! Eine nicht zu überbietende Hitdichte, ein Paul Banks, der stimmlich schlicht und einfach sensationell war, ein Daniel Kessler, der präzise wie ein schweizer Uhrwerk die feinsten Gitarrenmelodien erklingen ließ, ein Sam Fogarino, der saftig und fehlerlos trommelte und ein David Pajo (Slint) am Bass, der den ausgeschiedenen Carlos D. perfekt ersetzte. Interpol spielten wie aus einem Guß. Sie waren saumäißg tight, motiviert bis in die Haarspitzen und so mitreißend wie nie zuvor. Ein Konzert, daß ich wie im Rausch erlebte. In den 70ern hatten die Leute LSD, heute gibt es glücklicherweise Interpol! Von Lied zu Lied geriet ich mehr in Extase und auch der Rest des Publikums feierte jeden einzelnen der unzähligen Killersong wie ein Elfmetertor bei einer Fußball-WM. Erstaunlich, daß auch die neuen Stücke schon so gut ankamen und sich nahtlos in das formidable Repertoire einordneten. Barricade rammte mich ungespitzt in den Boden und das darauf folgende Lights gab mir noch einen Fußtritt hinterher. Bester Song war aber überraschend Take You On A Cruise. Bei dieser schaurigen schwarzen Nummer hatte ich die Gänsehaut meines Lebens und die Grabesstimme von Paul Banks erklang so schön und rein wie ich sie noch nie gehört hatte. Ohnehin ließ die Setlist keine Wünsche offen, abgesehen davon, daß mit Leif Eriksson einer meiner Favoriten (wieder einmal) nicht gespielt wurde.

Auch der Zugabenteil war fulminant. Auf die sphärische Ballade NYC folgte das postpunkige Slow Hands, in das geschickt und ohne Übergang PDA eingewebt wurde.

Interpol hatten eindrucksvoll bewiesen, daß sie in der allerhöchsten Liga spielen. Von den aktuellen Indiebands sehe ich nur Arcade Fire, die ihnen das Wasser reichen können. Falls denn Gruppen wie Interpol und Arcade Fire mit ihren Charterfolgen und Stadionauftritten überhaupt noch als indie zu bezeichnen sind. Aber darauf sei gewaltig geschissen, Interpol sind Weltklasse, egal ob man sie jetzt in die Schublade Indierock oder Mainstream steckt.

Aftershow:

Achso, ich habe übrigens Helena Christensen nach dem Konzert getroffen. Die Frage, ob sie noch mit Paul Banks zusammen ist, scheint damit beantwortet. Und falls nicht, sind sie zumindest noch gute Freude, ist ja auch schön. Da sich keiner von meinen Freuden getraut hat, mußte ich Ober-Paparazzo ein Bild von ihr schießen. Amedeo Pace von Blonde Redhead stand gleich daneben, aber er wollte nicht aufs Foto, der eitle Pfau, er fand seine Haare zu zerzaust...

Setlist Interpol, Le Trabendo, Paris:

01: Success
02: Say Hello To The Angels
03: C'Mere
04: Summer Well
05: Rest My Chemistry
06: Evil
07: Barricade
08: Lights
09: Narc
10: Take You On A Cruise
11: Stella Was A Diver And She Was Always Down
12: Try It On
13: Not Even Jail
14: Obstacle 1

15: NYC (Z)
16: Slow Hands (Z)
17: PDA (Z)

Links:

- Interpol, Montreux, 16.07.08
- Interpol, Brüssel, 23.11.07
- Interpol, Paris, 21.11.07
- Interpol, Köln, 19.11.07
- Interpol, Highfield-Festival, 17.08.07
- Interpol, Köln, 11.05.07
- Interpol, Paris, 10.05.07