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Pavement, New York, 23.09.10


Konzert: Pavement
Ort: Central Park (Summer Stage), New York
Datum: 23.09.2010
Zuschauer: wie Dienstag
Dauer: knapp 120 min


Mein zweites Pavement-Konzert im Central Park innerhalb von 50 Stunden, und viel gibt es nicht zu erzählen, denn obwohl die Setlist deutlich anders war, war vieles wie Dienstag.

Da war zum einen das Publikum, das genau so aussah, wie man sich das bei Pavement vorstellt. Viele Karo-Hemden, Bärte, grüne Sportjacken, Hornbrillen, Durchschnittsalter 35+.

Die fünf Musiker hatten offenbar auch am dritten Tag im Central Park Lust, Lieder zu spielen. Frontmann Stephen Malkmus rief zwar irgendwann seinen Kollegen "I'm so sick of you, guys!" zu, was jemand im Publikum mit "löst ihr euch wieder auf?" kommentierte. "Nein, wir sind ein Team; wie ein Basketball-Team. Ein schlechtes Basketball-Team."

Das gestrige Konzert hatte eine Gewitterpause erlebt, heute war das Wetter in New York wieder ausreichend gut für Open Air Musik. Pavement konnten also ohne Pause ihr etwa zweistündiges Programm abliefern - ohne, daß es (offensichtlich) für die Band und definitiv nicht für uns langweilig wurde und wirkte.

Vermutlich war dies mein letztes Pavement-Konzert für längere Zeit. Wenn ich an heutige Hits wie Cut your hair, Trigger cut, Range life oder Fin denke, bedauere ich das schon jetzt.

Setlist Pavement, Summer Stage, Central Park, New York:

01: Grounded
02: Gold soundz
03: Silence kit
04: Date w/ IKEA
05: Unfair
06: Spit on a stranger
07: Rattled by the rush
08: Stereo
09: Loretta's scars
10: Frontwards
11: Stop breathing
12: Shoot the singer
13: Trigger cut
14: Cut your hair
15: Fight this generation
16: Two states
17: Fin
18: Summer babe
19: She believes
20: Range life

21: Kennel District (Z)
22: Shady lane (Z)
23: Starlings of the slipstring (Z)
24: Our singer (Z)
25: Heckler spray (Z)
26: In the mouth a desert (Z)
27: We dance (Z)
28: Box elder (Z)

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Pavement, New York, 23.09.10


Konzert: Pavement
Ort: Central Park (Summer Stage), New York
Datum: 23.09.2010
Zuschauer: wie Dienstag
Dauer: knapp 120 min


Mein zweites Pavement-Konzert im Central Park innerhalb von 50 Stunden, und viel gibt es nicht zu erzählen, denn obwohl die Setlist deutlich anders war, war vieles wie Dienstag.

Da war zum einen das Publikum, das genau so aussah, wie man sich das bei Pavement vorstellt. Viele Karo-Hemden, Bärte, grüne Sportjacken, Hornbrillen, Durchschnittsalter 35+.

Die fünf Musiker hatten offenbar auch am dritten Tag im Central Park Lust, Lieder zu spielen. Frontmann Stephen Malkmus rief zwar irgendwann seinen Kollegen "I'm so sick of you, guys!" zu, was jemand im Publikum mit "löst ihr euch wieder auf?" kommentierte. "Nein, wir sind ein Team; wie ein Basketball-Team. Ein schlechtes Basketball-Team."

Das gestrige Konzert hatte eine Gewitterpause erlebt, heute war das Wetter in New York wieder ausreichend gut für Open Air Musik. Pavement konnten also ohne Pause ihr etwa zweistündiges Programm abliefern - ohne, daß es (offensichtlich) für die Band und definitiv nicht für uns langweilig wurde und wirkte.

Vermutlich war dies mein letztes Pavement-Konzert für längere Zeit. Wenn ich an heutige Hits wie Cut your hair, Trigger cut, Range life oder Fin denke, bedauere ich das schon jetzt.

Setlist Pavement, Summer Stage, Central Park, New York:

01: Grounded
02: Gold soundz
03: Silence kit
04: Date w/ IKEA
05: Unfair
06: Spit on a stranger
07: Rattled by the rush
08: Stereo
09: Loretta's scars
10: Frontwards
11: Stop breathing
12: Shoot the singer
13: Trigger cut
14: Cut your hair
15: Fight this generation
16: Two states
17: Fin
18: Summer babe
19: She believes
20: Range life

21: Kennel District (Z)
22: Shady lane (Z)
23: Starlings of the slipstring (Z)
24: Our singer (Z)
25: Heckler spray (Z)
26: In the mouth a desert (Z)
27: We dance (Z)
28: Box elder (Z)

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Pavement, New York, 21.09.10


Konzert: Pavement (Comeback Show)
Ort: Central Park, New York City
Datum: 21.09.2010
Zuschauer: ausverkauft aber nicht unangenehm viele (2.000 vielleicht)
Dauer: 115 min


Wie überaus sympathisch, daß Pavement die gleichen schlechten Witze über ihr Comeback-Konzert machen wie wir. "So eine erste Show ist schon etwas besonderes." "Danke, daß ihr Karten für heute gekauft habt. Aber die waren ja am Ende auch billig nach all den anderen Konzerte." Das Reunionkonzert der US-Indiehelden war zwar als Comeback vergangenes Jahr angekündigt worden, vorher kamen allerdings so viele Pre-Reunion-Shows, daß schon zu befürchten war, daß die nicht mehr ganz jungen Männer das eigene Comeback vielleicht nicht mehr vor einem erneuten Split erreichen würden. Spätestens als wir Bandmitglieder am Cateringstand sehen, erweisen sich diese Befürchtungen als zu weit hergeholt.

Das erste Pavement Konzert nach vielen Jahren fand auf der Summerstage im Central Park in Manhattan statt. Wir hatten vorher überhaupt keine Vorstellung, wie groß die Veranstaltung werden würde; nur der Hinweis Einlaß 17:00 Uhr ließ Schlimmes erahnen. Nachdem wir uns als volljährig ausgewiesen hatten und unser Bändchen dafür erhalten hatten, kamen wir auf einen viel kleineren Platz als erwartet. Der Bereich der Summerstage war hinten von Mini-Tribünen und seitlich von Essens- und Trinkbuden begrenzt. Er bot Platz für vielleicht 1.500 oder 2.000 Leute. Die, die um sechs schon da waren, saßen auf dem grünen Kunstrasen und genossen die Abendsonne.

Das Programm begann um sieben mit einer Ansagerin, für die ein kleines Pult für ihre Notizen aufgebaut worden war. Die Frau, die vermutlich im Hauptjob gerade auf den Durchbruch am Broadway wartet, dankte den vielen Sponsoren, die das ermöglicht hätten, den drei Biersorten, der Kreditkarten- und der Kommunikationsfirma. Das gehört dann wohl auch dazu. Danach endlich Musik...

Thee Oh See aus Kalifornien eröffneten für Pavement. Die Musik der vierköpfigen Band war unspannend und belanglos, die einzigen Hingucker boten die bunt bemalten Arme und die albernen Gesten von Gitarrist und Bassist. Der Gitarrist und Sänger hatte zudem den Gitarrengurt so kurz gespannt, daß sein Instrument unmittelbar unter dem Hals hing. Dies war allerdings auch schon das einzig Erwähnenswerte eines halbstündigen Langweilers.

Nach Thee Oh See wurde erst einmal die Bühne feucht gewischt! Ein Putzmann mit Schrubber machte den gesamten Bühnenboden sauber. Dazu lief vom Band Eisbär von Grauzone, alles ein wenig irreal (die fünf koksenden, kiffenden und Pfeifchen rauchenden Jungs hinter uns wunderten sich vermutlich
wenig darüber).

Punkt acht gingen die Lichterketten am Bühnendach an, und das fast zweistündige Konzert begann (mit Shady lane überaus toll!). Viel Überraschendes bot der Auftritt nicht, da dies mein drittes Konzert der Band in diesem Jahr war. Aber wenn es wirklich Nummer eins gewesen wäre, da waren wir uns hinterher einig, wir wären überaus zufrieden gewesen. So kannte man den Ablauf, inclusive der verpatzten Liedeinsätze ("mein Fehler! Ich habe nur drei Pedale und dann vergesse ich, eins zu treten!"), der Schreieinlagen von Bob Nastanovich, des vielen Lachens und Sprechens untereinander - und der gespielten Lieder. Aber nichts davon war langweilig oder abgestumpft, es war ein hervorragendes Konzert.

Zumindest ein Teil der Ehrengäste sah das auch so und sprang immer wieder von den weißen Klappstühlen auf, die rechts am offenen Bühnenrand aufgebaut waren. Da saßen Familienmitglieder der Musiker, u.a. Scotts Schwiegereltern (Lieblingslied des Schwiegervaters: Grounded)!

Setlist Pavement, Summerstage, Central Park, New York:

01: Shady lane
02: Frontwards
03: Heckler spray
04: Elevate me later
05 : Starlings of the slipstream
06: Stereo
07: Kennel District
08: Grounded
09: Rattled by the rush
10: We dance
11: In the mouth a desert
12: Perfume v
13: Unfair
14: Fin
15: Gold soundz
16: Debris slide
17: Range life
18: Trigger cut
19: Cut your hair
20: Perfect depth
21: Fight this generation
22: Box Elder

23: Date with IKEA (Z)
24: Shoot the singer (Z)
25: Conduit for sale (Z)
26: Silence kit (Z)
27: Heaven is a truck (Z)
28: Stop breathing (Z)




Pavement, New York, 21.09.10


Konzert: Pavement (Comeback Show)
Ort: Central Park, New York City
Datum: 21.09.2010
Zuschauer: ausverkauft aber nicht unangenehm viele (2.000 vielleicht)
Dauer: 115 min


Wie überaus sympathisch, daß Pavement die gleichen schlechten Witze über ihr Comeback-Konzert machen wie wir. "So eine erste Show ist schon etwas besonderes." "Danke, daß ihr Karten für heute gekauft habt. Aber die waren ja am Ende auch billig nach all den anderen Konzerte." Das Reunionkonzert der US-Indiehelden war zwar als Comeback vergangenes Jahr angekündigt worden, vorher kamen allerdings so viele Pre-Reunion-Shows, daß schon zu befürchten war, daß die nicht mehr ganz jungen Männer das eigene Comeback vielleicht nicht mehr vor einem erneuten Split erreichen würden. Spätestens als wir Bandmitglieder am Cateringstand sehen, erweisen sich diese Befürchtungen als zu weit hergeholt.

Das erste Pavement Konzert nach vielen Jahren fand auf der Summerstage im Central Park in Manhattan statt. Wir hatten vorher überhaupt keine Vorstellung, wie groß die Veranstaltung werden würde; nur der Hinweis Einlaß 17:00 Uhr ließ Schlimmes erahnen. Nachdem wir uns als volljährig ausgewiesen hatten und unser Bändchen dafür erhalten hatten, kamen wir auf einen viel kleineren Platz als erwartet. Der Bereich der Summerstage war hinten von Mini-Tribünen und seitlich von Essens- und Trinkbuden begrenzt. Er bot Platz für vielleicht 1.500 oder 2.000 Leute. Die, die um sechs schon da waren, saßen auf dem grünen Kunstrasen und genossen die Abendsonne.

Das Programm begann um sieben mit einer Ansagerin, für die ein kleines Pult für ihre Notizen aufgebaut worden war. Die Frau, die vermutlich im Hauptjob gerade auf den Durchbruch am Broadway wartet, dankte den vielen Sponsoren, die das ermöglicht hätten, den drei Biersorten, der Kreditkarten- und der Kommunikationsfirma. Das gehört dann wohl auch dazu. Danach endlich Musik...

Thee Oh See aus Kalifornien eröffneten für Pavement. Die Musik der vierköpfigen Band war unspannend und belanglos, die einzigen Hingucker boten die bunt bemalten Arme und die albernen Gesten von Gitarrist und Bassist. Der Gitarrist und Sänger hatte zudem den Gitarrengurt so kurz gespannt, daß sein Instrument unmittelbar unter dem Hals hing. Dies war allerdings auch schon das einzig Erwähnenswerte eines halbstündigen Langweilers.

Nach Thee Oh See wurde erst einmal die Bühne feucht gewischt! Ein Putzmann mit Schrubber machte den gesamten Bühnenboden sauber. Dazu lief vom Band Eisbär von Grauzone, alles ein wenig irreal (die fünf koksenden, kiffenden und Pfeifchen rauchenden Jungs hinter uns wunderten sich vermutlich
wenig darüber).

Punkt acht gingen die Lichterketten am Bühnendach an, und das fast zweistündige Konzert begann (mit Shady lane überaus toll!). Viel Überraschendes bot der Auftritt nicht, da dies mein drittes Konzert der Band in diesem Jahr war. Aber wenn es wirklich Nummer eins gewesen wäre, da waren wir uns hinterher einig, wir wären überaus zufrieden gewesen. So kannte man den Ablauf, inclusive der verpatzten Liedeinsätze ("mein Fehler! Ich habe nur drei Pedale und dann vergesse ich, eins zu treten!"), der Schreieinlagen von Bob Nastanovich, des vielen Lachens und Sprechens untereinander - und der gespielten Lieder. Aber nichts davon war langweilig oder abgestumpft, es war ein hervorragendes Konzert.

Zumindest ein Teil der Ehrengäste sah das auch so und sprang immer wieder von den weißen Klappstühlen auf, die rechts am offenen Bühnenrand aufgebaut waren. Da saßen Familienmitglieder der Musiker, u.a. Scotts Schwiegereltern (Lieblingslied des Schwiegervaters: Grounded)!

Setlist Pavement, Summerstage, Central Park, New York:

01: Shady lane
02: Frontwards
03: Heckler spray
04: Elevate me later
05 : Starlings of the slipstream
06: Stereo
07: Kennel District
08: Grounded
09: Rattled by the rush
10: We dance
11: In the mouth a desert
12: Perfume v
13: Unfair
14: Fin
15: Gold soundz
16: Debris slide
17: Range life
18: Trigger cut
19: Cut your hair
20: Perfect depth
21: Fight this generation
22: Box Elder

23: Date with IKEA (Z)
24: Shoot the singer (Z)
25: Conduit for sale (Z)
26: Silence kit (Z)
27: Heaven is a truck (Z)
28: Stop breathing (Z)




Pavement, Nijmegen, 06.07.10


Konzert: Pavement
Ort: Doornroosje, Nijmegen
Datum: 06.07.2010
Dauer: knapp 95 min
Zuschauer: 600 bis 700 vielleicht (ausverkauft)


So wie normale Menschen sich darüber unterhalten, welche Schule die bessere für ihre Kinder ist, wie viele Säulen eine Altersversorgung haben sollte oder ob Schumi jemals wieder der Alte wird, also über Themen, die ein enormes, emotionales
Potential haben, reden Leute, die Musik hören, die normale Menschen nicht kennen, über solch weltbewegende Themen, ob ein Comeback einer früheren Heldenband nur für deren Konten oder auch für die Musikwelt Sinn macht. Seit die ersten ernstzunehmenden Gerüchte über eine Pavement Reunion die Runde machten, wurden zig solcher Diskussionen geführt. Man ist da aber auch gerade gut in Form, schließlich sind Comebacks in den letzten zwölf Monaten so hipp wie diese huch-wie-lustigen schwarz-rot-goldenen Autospiegelüberzieher.

"Wink' denen mal mit ein paar Geldscheinen zu," war dann auch eine Bitte, die ich vorher hörte. Ganz sicher ist dieser Vorwurf bei vielen der Wiederda-Bands vollkommen berechtigt; ein künstlerischer Grund dafür, warum Skunk Anansie zurückgekommen sind, ist beispielsweise wirklich schwer vorstellbar.

Bei Pavement ist das natürlich ganz anders. Zumindest hatte ich während ihres Auftritts beim Primavera Festival in Barcelona vor ein paar Wochen diesen Eindruck. Viel habe ich von diesem Konzert, auf das ich mich wahnsinnig gefreut hatte, nicht mitbekommen, weil ich ganz schreckliche Müdigkeitsanfälle abwehren musste. Der Spaß, den die Amerikaner aber auf der Bühne vermittelten, war schwer zu übersehen! Weil ich die letzten fünf Stücke in Spanien nicht mehr gesehen hatte, war Nijmegen
mein erstes richtiges Pavement Konzert. Pavement gehören zu den vielen Bands, die ich "damals" verpasst habe, weil ich mich in ihrer Zeit nicht für Konzerte interessiert habe. Eine Schande!

Daß Pavement im kleinen, niedlichen Doornroosje in Nijmegen spielten, mochte ich erst gar nicht glauben. Daß das auch während der Woche eine Pflichtveranstaltung sein würde, war ganz klar. Sehr locker nahmen wir in den letzten Wochen zur Kenntnis, daß das vermutliche holländische WM-Halbfinale am gleichen Abend stattfinden würde. Entweder könnten wir also gemeinsam im Club Fußball gucken, oder wir hätten viel Platz im Saal. Vor ein paar Tagen kam das erwartete mail, das Uruguay-Holland vor dem Spiel gezeigt würde. Die einheimische Vorgruppe zZz sollte dann vor dem Spiel und in der Halbzeitpause
auftreten, eine herrlich pragmatische Lösung. Wir entschieden uns gegen zZz und für gemeinsames Fußballgucken auf einer Kneipenterrasse.

Während wir in der zweiten Halbzeit dem weitestgehend unspannenden Spiel im
Doornroosje folgten, baute man im Hintergrund die Bühne um. Dabei tauchten immer wieder Bandmitglieder auf und guckten mit. Fußball und Popmusik gehören nun mal zusammen (siehe dazu auch diese Studie).

Als das Halbfinale fertig war, ging alles ganz schnell. Zweittrommler Bob Nastanovich erzeugte auf seinem Sampler ein Feuerwerkgeräusch, grinste breit über diesen Einfall und verteilte Bierdosen als Siegprämie an holländische Fans.

Mit In the mouth a desert vom Debütalbum Slanted and enchanted begann es. In den kommenden anderthalb Stunden folgten Lieder aller fünf Alben, sowie viele Stücke die auf einer der zahlreichen EPs veröffentlicht
worden waren. Das meiste von dem, was ich hören wollte, kam im Set vor, daher passte alles gut.

Mir fehlte ja wie geschildert der Vergleich, die Band wirkte aber wohl deutlich
routinierter als bei den ersten Comeback-Auftritten. Ich hatte nicht den Eindruck, daß die Bandmitglieder das langweile, was sie da tun, im Vergleich zu Barcelona passierte aber auf der Bühne deutlich weniger. Eigentlich passierte gar nichts. Stephen Malkmus, Scott Kannberg, Steve West, Mark Ibold und Bob Nastanovich spielten ihr Programm souverän, hatten Spaß und lachten viel, die wirklich großen Momente fehlten aber weitestgehend. Natürlich war da das Tänzchen zwischen Bob und (?) dem Soundmann zu ... We dance. Das gab es auch beim Primavera, es war aber trotzdem schön!

Naja, die großen Moment fehlten dann aber doch nicht, man musste nur den Blick etwas wandern lassen. Wenn man nämlich dem Zweittrommler, Percussionisten und Sänger der Schreiparts, Bob Nastanovich zusah, gab es auch jenseits der Musik allerbeste Unterhaltung. Ich hatte
mich schon bei meinem abgebrochenen Konzert in Spanien über sein gestenreiches Spiel erfreut. Ihm über anderthalb Stunden zuzusehen, wie er wippte und feixte, war herrlich!

Mein erstes Mal Pavement mag objektiv nicht perfekt gewesen zu sein, für mich war es das aber, weil meine Erwartungen blendend erfüllt wurden. Ich wollte diesen Liebling endlich einmal sehen, viele liebste Stücke hören, und das in einem wundervollen Club. Aber es war eben ein Perfekt mit Platz nach oben. Daraus ein Perfekt-Perfekt zu machen, kann ja noch kommen, Pavement und ich sehen uns dieses Jahr noch.

Fin.

Setlist Pavement, Doornroosje, Nijmegen:


01: In the mouth a desert
02: Elevate me later
03: Date w/ IKEA
04: Grounded
05: Perfume-V
06: Father to a sister of thought
07: Gold soundz
08: Frontwards
09: Debris slide
10: Trigger cut
11: Stereo
12: Kennel district
13: Spit on a stranger
14: Conduit for sale
15: We dance
16: Lions (Linden)
17: Cut your hair
18: Fin
19: Box Elder

20: Shoot the singer
21: Two states
22: Stop breathing

23: The hexx (Z)
24: Spizzle trunk (Z)
25: Unfair (Z)
26: Shady lane (Z)
27: Range life (Z)

Links:

- Pavement in Paris (07.05.2010)




Pavement, Nijmegen, 06.07.10


Konzert: Pavement
Ort: Doornroosje, Nijmegen
Datum: 06.07.2010
Dauer: knapp 95 min
Zuschauer: 600 bis 700 vielleicht (ausverkauft)


So wie normale Menschen sich darüber unterhalten, welche Schule die bessere für ihre Kinder ist, wie viele Säulen eine Altersversorgung haben sollte oder ob Schumi jemals wieder der Alte wird, also über Themen, die ein enormes, emotionales
Potential haben, reden Leute, die Musik hören, die normale Menschen nicht kennen, über solch weltbewegende Themen, ob ein Comeback einer früheren Heldenband nur für deren Konten oder auch für die Musikwelt Sinn macht. Seit die ersten ernstzunehmenden Gerüchte über eine Pavement Reunion die Runde machten, wurden zig solcher Diskussionen geführt. Man ist da aber auch gerade gut in Form, schließlich sind Comebacks in den letzten zwölf Monaten so hipp wie diese huch-wie-lustigen schwarz-rot-goldenen Autospiegelüberzieher.

"Wink' denen mal mit ein paar Geldscheinen zu," war dann auch eine Bitte, die ich vorher hörte. Ganz sicher ist dieser Vorwurf bei vielen der Wiederda-Bands vollkommen berechtigt; ein künstlerischer Grund dafür, warum Skunk Anansie zurückgekommen sind, ist beispielsweise wirklich schwer vorstellbar.

Bei Pavement ist das natürlich ganz anders. Zumindest hatte ich während ihres Auftritts beim Primavera Festival in Barcelona vor ein paar Wochen diesen Eindruck. Viel habe ich von diesem Konzert, auf das ich mich wahnsinnig gefreut hatte, nicht mitbekommen, weil ich ganz schreckliche Müdigkeitsanfälle abwehren musste. Der Spaß, den die Amerikaner aber auf der Bühne vermittelten, war schwer zu übersehen! Weil ich die letzten fünf Stücke in Spanien nicht mehr gesehen hatte, war Nijmegen
mein erstes richtiges Pavement Konzert. Pavement gehören zu den vielen Bands, die ich "damals" verpasst habe, weil ich mich in ihrer Zeit nicht für Konzerte interessiert habe. Eine Schande!

Daß Pavement im kleinen, niedlichen Doornroosje in Nijmegen spielten, mochte ich erst gar nicht glauben. Daß das auch während der Woche eine Pflichtveranstaltung sein würde, war ganz klar. Sehr locker nahmen wir in den letzten Wochen zur Kenntnis, daß das vermutliche holländische WM-Halbfinale am gleichen Abend stattfinden würde. Entweder könnten wir also gemeinsam im Club Fußball gucken, oder wir hätten viel Platz im Saal. Vor ein paar Tagen kam das erwartete mail, das Uruguay-Holland vor dem Spiel gezeigt würde. Die einheimische Vorgruppe zZz sollte dann vor dem Spiel und in der Halbzeitpause
auftreten, eine herrlich pragmatische Lösung. Wir entschieden uns gegen zZz und für gemeinsames Fußballgucken auf einer Kneipenterrasse.

Während wir in der zweiten Halbzeit dem weitestgehend unspannenden Spiel im
Doornroosje folgten, baute man im Hintergrund die Bühne um. Dabei tauchten immer wieder Bandmitglieder auf und guckten mit. Fußball und Popmusik gehören nun mal zusammen (siehe dazu auch diese Studie).

Als das Halbfinale fertig war, ging alles ganz schnell. Zweittrommler Bob Nastanovich erzeugte auf seinem Sampler ein Feuerwerkgeräusch, grinste breit über diesen Einfall und verteilte Bierdosen als Siegprämie an holländische Fans.

Mit In the mouth a desert vom Debütalbum Slanted and enchanted begann es. In den kommenden anderthalb Stunden folgten Lieder aller fünf Alben, sowie viele Stücke die auf einer der zahlreichen EPs veröffentlicht
worden waren. Das meiste von dem, was ich hören wollte, kam im Set vor, daher passte alles gut.

Mir fehlte ja wie geschildert der Vergleich, die Band wirkte aber wohl deutlich
routinierter als bei den ersten Comeback-Auftritten. Ich hatte nicht den Eindruck, daß die Bandmitglieder das langweile, was sie da tun, im Vergleich zu Barcelona passierte aber auf der Bühne deutlich weniger. Eigentlich passierte gar nichts. Stephen Malkmus, Scott Kannberg, Steve West, Mark Ibold und Bob Nastanovich spielten ihr Programm souverän, hatten Spaß und lachten viel, die wirklich großen Momente fehlten aber weitestgehend. Natürlich war da das Tänzchen zwischen Bob und (?) dem Soundmann zu ... We dance. Das gab es auch beim Primavera, es war aber trotzdem schön!

Naja, die großen Moment fehlten dann aber doch nicht, man musste nur den Blick etwas wandern lassen. Wenn man nämlich dem Zweittrommler, Percussionisten und Sänger der Schreiparts, Bob Nastanovich zusah, gab es auch jenseits der Musik allerbeste Unterhaltung. Ich hatte
mich schon bei meinem abgebrochenen Konzert in Spanien über sein gestenreiches Spiel erfreut. Ihm über anderthalb Stunden zuzusehen, wie er wippte und feixte, war herrlich!

Mein erstes Mal Pavement mag objektiv nicht perfekt gewesen zu sein, für mich war es das aber, weil meine Erwartungen blendend erfüllt wurden. Ich wollte diesen Liebling endlich einmal sehen, viele liebste Stücke hören, und das in einem wundervollen Club. Aber es war eben ein Perfekt mit Platz nach oben. Daraus ein Perfekt-Perfekt zu machen, kann ja noch kommen, Pavement und ich sehen uns dieses Jahr noch.

Fin.

Setlist Pavement, Doornroosje, Nijmegen:


01: In the mouth a desert
02: Elevate me later
03: Date w/ IKEA
04: Grounded
05: Perfume-V
06: Father to a sister of thought
07: Gold soundz
08: Frontwards
09: Debris slide
10: Trigger cut
11: Stereo
12: Kennel district
13: Spit on a stranger
14: Conduit for sale
15: We dance
16: Lions (Linden)
17: Cut your hair
18: Fin
19: Box Elder

20: Shoot the singer
21: Two states
22: Stop breathing

23: The hexx (Z)
24: Spizzle trunk (Z)
25: Unfair (Z)
26: Shady lane (Z)
27: Range life (Z)

Links:

- Pavement in Paris (07.05.2010)