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Allo Darlin' & Please Don't Blame Mexico & La Féline & The Airborne Toxic Event, Paris, 25.02.11


Konzert: Allo Darlin' & Please Don't Blame Mexico & La Féline & The Airborne Toxic Event

Ort: la Flèche d'or, Paris

Datum: 25.02.11

Zuschauer: mittlerer Andrang, etwa 250

Konzertdauer: pro Band rund 40 Minuten



Ich habe vor diesem Konzert darüber nachgedacht, wie Musiker und auch das Konzertpublikum mit emotionalen Tages- Schwankungen umgehen.


Wie ist das eigentlich, wenn eine Band fröhliche, stimmungsvolle Musik macht, am Tage des Konzertes aber hundemüde und eher niedergeschlagen ist? Geht man dann trotzdem raus, setzt ein breites Grinsen auf und tut so, als könne man die ganze Welt umarmen? Oder spult man das Programm ein wenig lustlos runter und hofft, daß die Leute das nicht so merken?

Und ist es nicht leichter, traurige und langsame Musik zu schreiben, so daß man sich nicht verstellen muss, wenn man schlapp und ausgebrannt ist?

Ähnliche Fragen für die Konzertgänger. Was wenn man eigentlich Bock auf saftigen, lauten Rock hat, genau an dem Tag an dem man ein niedliches softes Twee Pop Konzert gebucht hat? Stellt man sich dann vor die Bühne und sagt: "oh guck mal wie putzig und charmant?!" Oder denkt man innerlich: " Metallica (auf dem Foto) oder Slayer, das wär's jetzt?

Auf den heutigen 25. Februar 2011 bezogen. Ich hatte eigentlich Bock auf laute, fies jaulennde Gitarren und hörte auf dem Weg zur Location in der Metro Queens Of The Stone Age und Foo Fighters auf meinen Kopfhörern. Verzweifelt suchte ich nach Slayer, aber die hatte ich komischerweise nicht auf meinem I-pod. Angel Of Death wäre so geil gekommen. Zu dumm nur, das heute vor allem mit Please Don't Blame Mexico und Allo Darlin' eher Süßwarenpop als Metal auf dem Programm stand.

La Féline - Mystery Train from marthetmartin on Vimeo.



Aber los ging es erst einmal mit der Französin Agnès Gayraud aka La Féline. Ein großgewachsenes brünettes Mädel mit E-Gitarre und schöner Stimme. Sophie Marceau mit Jane Birkin Kehlchen. So in etwa. Ich hatte sie vor ein paar Monaten schon einmal im Trois Baudets gesehen und war nicht 100 % überzeugt von ihr. Heute aber gefiel sie mir ausgezeichnet. Zusammen mit zwei männlichen Bandmitgliedern am Synthesizer und am Schlagzeug zelebrierte sie sinnlichen, melancholischen und melodieverliebten Gitarrenpop, abwechselnd auf englisch und französisch vorgetragen (und zwar oft innerhalb des gleichen Liedes!). Es war zum mit der Zunge schnalzen! Ihr Songmaterial war variabel und entsprach ziemlich genau ihrer stilistischen Selbsteinschätzung auf Myspace: Folk Rock, New Wave, Pop. Von allem etwas. Blondie, Blonde Redhead, Calexico, François Breut, Stereolab, Metric, verschiedenste Einflüsse vermengten sich und ergaben eine prickelnde Mischung, die mit viel Authenzität dargeboten wurde. La Féline hat zwei EPs auf ihrer Habenseite, Wolf & Wheel ist davon der letzte Output.



10 Minuten später machten sich die Australier/Engländer Allo Darlin' bereit. Deren australische Sängerin schien vom Touren müde und kauerte eine ganze Weile auf der Bühne, bevor es losging. Sie hatte sich ihrer Schuhe entledigt und performte auf weißen Strümpfchen, die Löcher hatten und den Blick auf einen rotlackierten Zehennagel freigaben.

Ein Wirbelwind mit Ukulele, diese Elizabeth, die heute aber zu kämpfen hatte. Der Tourbus der Band war kürzlich zu Schrott gegangen und die Sorgen um das finanzielle Heil, schienen ihr zuzusetzen. Dennoch- und das ist ihr sehr hoch anzurechnen-, gab sie ihr Allerletztes, hopste auf den Zehenspitzen, wirbelte hin und her und gab so dem Publikum was es erwartete: Entertainment, gute Laune, Stimmung. Und hier sind wir beim oben angerissenen Thema. Wie fühlt es sich für eine fröhliche Musik machende Band an, wenn man eigentlich totmüde und down ist und lieber Bock hat, zu schlafen? Bestimmt nicht so gut, aber da muss man in der Showbranche durch.

Allo Darlin' schaften es jedenfalls trotz der Nöte um ihr Transportmittel, den Gästen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und ein paar Leute zum Tanzen zu bringen. Im Set gab es sogar zwei nagelneue Lieder, (Europe, You're Still Young) die mir auf Anhieb gut ins Ohr gingen und den Kurs des letzten Albums fortsetzten. 60 ies Pop mit jeder Menge Charme, Romantik und Catchyness. Eine Weile gab ich mich Tagträumen hin, bekam ob der frischen Musik Frühlingsgefühle und stellte mir vor, wie ich, 18 jährig, mich mit einem hübschen Mädchen treffe, auf einer blühenden Wiese halt mache und wir uns zärtlich küssen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich ihre kleinen festen Brüste streicheln, so daß sich bei ihr die Knospen aufrichten, ehe ich jäh in die Realität zurückgeholt wurde: fast vierzigjärig, fett geworden und längst verheiratet (zumindest immerhin mit einer tollen Frau, ich glückspilziger Bastard!). You're Still Young sangen indess Allo Darlin' auf der Bühne, aber ich hatte Probleme, das in meinem Falle zu glauben...

Setlist Allo Darlin', La Flèche d'or, Paris:
01: If Loneliness Was Art
02: The Polaroid Song
03: Silver
04: Europe
05: Kiss Your Lips
06: Dreaming
07: Still Young
08: SP Say
09: Drummer


Die Jungs von (Please) Don't Blame Mexico, die nun auf dem Programm standen, haben allerdings die Jugend noch auf ihrer Seite, wenngleich auch sie keine Küken mehr sind. Mitte bis Ende zwanzig dürften Maxime Chamoux und seine Begleitband (Thomas Pirot-Schlagzeug, Raphael Ankierman- Bass) alt sein und Maxime hat in den letzten Jahren auch bei anderen Projekten viel Erfahrung gesammelt. Der Pianist und Sänger gehört zu den bei Cityslang gesignten Toyfight, ist aber auch Klavierspieler und Backgroundsänger der hinreißenden Mina Tindle. Und so ähnlich klingen dann auch (Please) Don't Blame Mexico. Hier wie dort frischer, unschuldiger und melodienverliebter Pianopop der berauschenden Sorte mit dem Hauch French Touch, der die Sache so liebenswürdig macht. Die englischen Texte werden natürlich auch bei PDBM nicht wie bei Shakespeare ausgesprochen, sondern mit dem typisch fanzösischen Akzent versehen. Das hat Witz, das hat Pfiff und so ist es auch kein Wunder, daß das gerade erschienene Debütalbum Concorde sehr gute Kritiken (Magic, Voxpop) eingefahren hat. Ein paar (wenn man's genau nimmt eigentlich ziemlich viele) der darauf enthaltenen Tracks kennt man als Fan schon von früheren EPs (Carolina Now 2009, Michel Foucault 2007), aber es wäre auch zu schade gewesen, stimmungsvolle Kracher wie Durango, Bribing Lonesome Drivers oder The Behinders außen vor zu lassen, zumal die EPs in winziger Stückzahl erschienen waren.

Schade bloß, daß trotz einiger guter Songs der Funken nicht so richtig überspringen wollte. Das Gute-Laune-Paket fand in mir heute nicht den richtigen Empfänger, mir fehlte der Dampf, die Spielfreude, die ich bei Toyfight so zu lieben gelernt hatte. Gegen Ende des Sets wurde es dann aber stimmungsvoller, denn kein Geringerer als Olivier Marguerit (der Gitarrist der famosen Syd Matters) spielte Trompete und es gab sogar noch einen Geiger, der die Sache zusätzlich aufpeppte. So wußte dann auch der letzte Titel The Protocol so richtig zu überzeugen und sorgte dafür, daß mein Interesse an (Please) Don't Blame Mexico intakt bleibt, zumal das Album ohnehin uneingeschränkt empfehlenswert ist. Demnächst spielen sie als Support der Shout Out Louds, schau' mer mal, ob ich da dabei sein werde...

(Please) Don't Blame Mexico | A Take Away Show | Part 1 from La Blogotheque on Vimeo.



Setlist (Please) Don't Blame Mexico, La Flèche d'or, Paris:

01: Safari
02: Behinders
03: Weekend
04: Michel Focault
05: Pointillism
06: Elephant Man
07: Distant Trees
08: 1991
09: Durango
10: Panorama
11: The Protocol

The Airborne Toxic Event aus den USA standen als letzte Band auf dem Zettel. Etliche Zuschauer hatten sich schon auf den Heimweg gemacht und so spielte die kommerziell sicherlich erfolgreichste Band des Abends vor den wenigsten Leuten.

Die Amis waren schon seit Anfang Februar in Europa, waren auch durch Deutschland getourt (u.a. Köln/Luxor, Frankfurt/Das Bett) und hatten in Paris in verschiedenen Locations (International, La Machine du Moulin Rouge, La Flèche d'or) drei Konzerte gegeben, bei denen ich aber nicht dabei war.

Mein erster Eindruck: positiv. Die Band spielte tight und druckvoll auf und ich erfreute mich an dem Geigenspiel der einzigen Dame und der whiskeygetränkten Reibeisenstimme des Muskel-Shirt tragenden Sängers. The Airborne Toxic Event vermittelten den Bums, den ich zuvor vermisst hatte.

Dann aber drehte sich das Blatt. Die Attitüde des Sängers (eine Kreuzung aus Bruce Springsteen und Robbie Wilimas) ging mir zunehmend auf die Nerven.
Er machte auf dicke Hose und obercool und auch die anderen Musiker posten affektiert was das Zeug hielt. Nun fiel mir auch auf, wie bombastisch und hymnisch die Songs waren. Bombast, Pathos, Stadionrock, alles Dinge die ich nicht leiden kann. TATE wirkten wie der Missing link zwischen den Kings Of Leon (würg!) und den Killers (noch viel mehr würg!!). Ihre Show fiel ineinander wie ein Soufflé. Vielleicht hatte ich mich zu sehr von dem unglaublich knackigen Po der Keyboarderin blenden lassen, denn als ich die Seiten wechselte und nicht mehr ihr Hinterteil direkt vor meine Augen sah, merkte ich, das im Sound der Band viel heiße Luft drin war.

Daumen also eher runter. Wobei sie definitiv nicht so glatt und banal wie die Killers sind und der Sänger wirklich eine interessante Stimme hat (zumindest live, bei MySpace klingt sie viel weniger rau). Eine Band die man sich geben kann, aber nicht muss.

Setlist The Airborne Toxic Event, La Flèche d'or, Paris, 25/02/11:

01: All I Ever Wanted
02: Wishing Well
03: Numb
04: All For A Woman
05: It Doesn't Mean A Thing
06: The Kids Are Ready To Die
07: Wednesday
08: Sometime Around Mignight
09: All At Once

10: Missy



Allo Darlin' & Please Don't Blame Mexico & La Féline & The Airborne Toxic Event, Paris, 25.02.11


Konzert: Allo Darlin' & Please Don't Blame Mexico & La Féline & The Airborne Toxic Event

Ort: la Flèche d'or, Paris

Datum: 25.02.11

Zuschauer: mittlerer Andrang, etwa 250

Konzertdauer: pro Band rund 40 Minuten



Ich habe vor diesem Konzert darüber nachgedacht, wie Musiker und auch das Konzertpublikum mit emotionalen Tages- Schwankungen umgehen.


Wie ist das eigentlich, wenn eine Band fröhliche, stimmungsvolle Musik macht, am Tage des Konzertes aber hundemüde und eher niedergeschlagen ist? Geht man dann trotzdem raus, setzt ein breites Grinsen auf und tut so, als könne man die ganze Welt umarmen? Oder spult man das Programm ein wenig lustlos runter und hofft, daß die Leute das nicht so merken?

Und ist es nicht leichter, traurige und langsame Musik zu schreiben, so daß man sich nicht verstellen muss, wenn man schlapp und ausgebrannt ist?

Ähnliche Fragen für die Konzertgänger. Was wenn man eigentlich Bock auf saftigen, lauten Rock hat, genau an dem Tag an dem man ein niedliches softes Twee Pop Konzert gebucht hat? Stellt man sich dann vor die Bühne und sagt: "oh guck mal wie putzig und charmant?!" Oder denkt man innerlich: " Metallica (auf dem Foto) oder Slayer, das wär's jetzt?

Auf den heutigen 25. Februar 2011 bezogen. Ich hatte eigentlich Bock auf laute, fies jaulennde Gitarren und hörte auf dem Weg zur Location in der Metro Queens Of The Stone Age und Foo Fighters auf meinen Kopfhörern. Verzweifelt suchte ich nach Slayer, aber die hatte ich komischerweise nicht auf meinem I-pod. Angel Of Death wäre so geil gekommen. Zu dumm nur, das heute vor allem mit Please Don't Blame Mexico und Allo Darlin' eher Süßwarenpop als Metal auf dem Programm stand.

La Féline - Mystery Train from marthetmartin on Vimeo.



Aber los ging es erst einmal mit der Französin Agnès Gayraud aka La Féline. Ein großgewachsenes brünettes Mädel mit E-Gitarre und schöner Stimme. Sophie Marceau mit Jane Birkin Kehlchen. So in etwa. Ich hatte sie vor ein paar Monaten schon einmal im Trois Baudets gesehen und war nicht 100 % überzeugt von ihr. Heute aber gefiel sie mir ausgezeichnet. Zusammen mit zwei männlichen Bandmitgliedern am Synthesizer und am Schlagzeug zelebrierte sie sinnlichen, melancholischen und melodieverliebten Gitarrenpop, abwechselnd auf englisch und französisch vorgetragen (und zwar oft innerhalb des gleichen Liedes!). Es war zum mit der Zunge schnalzen! Ihr Songmaterial war variabel und entsprach ziemlich genau ihrer stilistischen Selbsteinschätzung auf Myspace: Folk Rock, New Wave, Pop. Von allem etwas. Blondie, Blonde Redhead, Calexico, François Breut, Stereolab, Metric, verschiedenste Einflüsse vermengten sich und ergaben eine prickelnde Mischung, die mit viel Authenzität dargeboten wurde. La Féline hat zwei EPs auf ihrer Habenseite, Wolf & Wheel ist davon der letzte Output.



10 Minuten später machten sich die Australier/Engländer Allo Darlin' bereit. Deren australische Sängerin schien vom Touren müde und kauerte eine ganze Weile auf der Bühne, bevor es losging. Sie hatte sich ihrer Schuhe entledigt und performte auf weißen Strümpfchen, die Löcher hatten und den Blick auf einen rotlackierten Zehennagel freigaben.

Ein Wirbelwind mit Ukulele, diese Elizabeth, die heute aber zu kämpfen hatte. Der Tourbus der Band war kürzlich zu Schrott gegangen und die Sorgen um das finanzielle Heil, schienen ihr zuzusetzen. Dennoch- und das ist ihr sehr hoch anzurechnen-, gab sie ihr Allerletztes, hopste auf den Zehenspitzen, wirbelte hin und her und gab so dem Publikum was es erwartete: Entertainment, gute Laune, Stimmung. Und hier sind wir beim oben angerissenen Thema. Wie fühlt es sich für eine fröhliche Musik machende Band an, wenn man eigentlich totmüde und down ist und lieber Bock hat, zu schlafen? Bestimmt nicht so gut, aber da muss man in der Showbranche durch.

Allo Darlin' schaften es jedenfalls trotz der Nöte um ihr Transportmittel, den Gästen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und ein paar Leute zum Tanzen zu bringen. Im Set gab es sogar zwei nagelneue Lieder, (Europe, You're Still Young) die mir auf Anhieb gut ins Ohr gingen und den Kurs des letzten Albums fortsetzten. 60 ies Pop mit jeder Menge Charme, Romantik und Catchyness. Eine Weile gab ich mich Tagträumen hin, bekam ob der frischen Musik Frühlingsgefühle und stellte mir vor, wie ich, 18 jährig, mich mit einem hübschen Mädchen treffe, auf einer blühenden Wiese halt mache und wir uns zärtlich küssen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich ihre kleinen festen Brüste streicheln, so daß sich bei ihr die Knospen aufrichten, ehe ich jäh in die Realität zurückgeholt wurde: fast vierzigjärig, fett geworden und längst verheiratet (zumindest immerhin mit einer tollen Frau, ich glückspilziger Bastard!). You're Still Young sangen indess Allo Darlin' auf der Bühne, aber ich hatte Probleme, das in meinem Falle zu glauben...

Setlist Allo Darlin', La Flèche d'or, Paris:
01: If Loneliness Was Art
02: The Polaroid Song
03: Silver
04: Europe
05: Kiss Your Lips
06: Dreaming
07: Still Young
08: SP Say
09: Drummer


Die Jungs von (Please) Don't Blame Mexico, die nun auf dem Programm standen, haben allerdings die Jugend noch auf ihrer Seite, wenngleich auch sie keine Küken mehr sind. Mitte bis Ende zwanzig dürften Maxime Chamoux und seine Begleitband (Thomas Pirot-Schlagzeug, Raphael Ankierman- Bass) alt sein und Maxime hat in den letzten Jahren auch bei anderen Projekten viel Erfahrung gesammelt. Der Pianist und Sänger gehört zu den bei Cityslang gesignten Toyfight, ist aber auch Klavierspieler und Backgroundsänger der hinreißenden Mina Tindle. Und so ähnlich klingen dann auch (Please) Don't Blame Mexico. Hier wie dort frischer, unschuldiger und melodienverliebter Pianopop der berauschenden Sorte mit dem Hauch French Touch, der die Sache so liebenswürdig macht. Die englischen Texte werden natürlich auch bei PDBM nicht wie bei Shakespeare ausgesprochen, sondern mit dem typisch fanzösischen Akzent versehen. Das hat Witz, das hat Pfiff und so ist es auch kein Wunder, daß das gerade erschienene Debütalbum Concorde sehr gute Kritiken (Magic, Voxpop) eingefahren hat. Ein paar (wenn man's genau nimmt eigentlich ziemlich viele) der darauf enthaltenen Tracks kennt man als Fan schon von früheren EPs (Carolina Now 2009, Michel Foucault 2007), aber es wäre auch zu schade gewesen, stimmungsvolle Kracher wie Durango, Bribing Lonesome Drivers oder The Behinders außen vor zu lassen, zumal die EPs in winziger Stückzahl erschienen waren.

Schade bloß, daß trotz einiger guter Songs der Funken nicht so richtig überspringen wollte. Das Gute-Laune-Paket fand in mir heute nicht den richtigen Empfänger, mir fehlte der Dampf, die Spielfreude, die ich bei Toyfight so zu lieben gelernt hatte. Gegen Ende des Sets wurde es dann aber stimmungsvoller, denn kein Geringerer als Olivier Marguerit (der Gitarrist der famosen Syd Matters) spielte Trompete und es gab sogar noch einen Geiger, der die Sache zusätzlich aufpeppte. So wußte dann auch der letzte Titel The Protocol so richtig zu überzeugen und sorgte dafür, daß mein Interesse an (Please) Don't Blame Mexico intakt bleibt, zumal das Album ohnehin uneingeschränkt empfehlenswert ist. Demnächst spielen sie als Support der Shout Out Louds, schau' mer mal, ob ich da dabei sein werde...

(Please) Don't Blame Mexico | A Take Away Show | Part 1 from La Blogotheque on Vimeo.



Setlist (Please) Don't Blame Mexico, La Flèche d'or, Paris:

01: Safari
02: Behinders
03: Weekend
04: Michel Focault
05: Pointillism
06: Elephant Man
07: Distant Trees
08: 1991
09: Durango
10: Panorama
11: The Protocol

The Airborne Toxic Event aus den USA standen als letzte Band auf dem Zettel. Etliche Zuschauer hatten sich schon auf den Heimweg gemacht und so spielte die kommerziell sicherlich erfolgreichste Band des Abends vor den wenigsten Leuten.

Die Amis waren schon seit Anfang Februar in Europa, waren auch durch Deutschland getourt (u.a. Köln/Luxor, Frankfurt/Das Bett) und hatten in Paris in verschiedenen Locations (International, La Machine du Moulin Rouge, La Flèche d'or) drei Konzerte gegeben, bei denen ich aber nicht dabei war.

Mein erster Eindruck: positiv. Die Band spielte tight und druckvoll auf und ich erfreute mich an dem Geigenspiel der einzigen Dame und der whiskeygetränkten Reibeisenstimme des Muskel-Shirt tragenden Sängers. The Airborne Toxic Event vermittelten den Bums, den ich zuvor vermisst hatte.

Dann aber drehte sich das Blatt. Die Attitüde des Sängers (eine Kreuzung aus Bruce Springsteen und Robbie Wilimas) ging mir zunehmend auf die Nerven.
Er machte auf dicke Hose und obercool und auch die anderen Musiker posten affektiert was das Zeug hielt. Nun fiel mir auch auf, wie bombastisch und hymnisch die Songs waren. Bombast, Pathos, Stadionrock, alles Dinge die ich nicht leiden kann. TATE wirkten wie der Missing link zwischen den Kings Of Leon (würg!) und den Killers (noch viel mehr würg!!). Ihre Show fiel ineinander wie ein Soufflé. Vielleicht hatte ich mich zu sehr von dem unglaublich knackigen Po der Keyboarderin blenden lassen, denn als ich die Seiten wechselte und nicht mehr ihr Hinterteil direkt vor meine Augen sah, merkte ich, das im Sound der Band viel heiße Luft drin war.

Daumen also eher runter. Wobei sie definitiv nicht so glatt und banal wie die Killers sind und der Sänger wirklich eine interessante Stimme hat (zumindest live, bei MySpace klingt sie viel weniger rau). Eine Band die man sich geben kann, aber nicht muss.

Setlist The Airborne Toxic Event, La Flèche d'or, Paris, 25/02/11:

01: All I Ever Wanted
02: Wishing Well
03: Numb
04: All For A Woman
05: It Doesn't Mean A Thing
06: The Kids Are Ready To Die
07: Wednesday
08: Sometime Around Mignight
09: All At Once

10: Missy



The Smittens & Allo Darlin', Köln, 28.07.10



Konzert: The Smittens & Allo Darlin'
Ort: AStA Café, Köln
Datum: 28.07.2010
Zuschauer: ca. 60
Dauer: The Smittens 40 min, Allo Darlin' 45 min


The Smittens sind mir erstmals auf dem wundervollen WeePOP! Label begegnet, auf dem sie mindestens eine Single bzw. EP veröffentlicht hatten. Bei WeePOP! findet man solch herrliche Indiepop-Bands wie Little My, Mexican Kids At Home oder The Just Joans. Auch Allo Darlin' haben bereits auf diesem Label veröffentlicht, das wusste ich allerdings nicht mehr, dazu aber später mehr.

Als vor einiger Zeit die Nachricht kam, daß beide Bands gemeinsam in der Sauren-Gurken-Zeit in Köln spielen würden, konnte ich mein Glück nicht fassen, solche Bands sieht man eigentlich nur beim Indietracks-Festival. Also ein Pflichttermin!

Als wir am AStA Café ankamen, waren da außer den Bands und einigen AStA-Menschen* kaum Leute. Aber das war ja nicht weiter verwunderlich.

Das AStA Café hat den Charme einer häßlichen Schul-Aula. In dem gefliesten Raum stehen einige kunstvoll verzierte Säulen (Rosina Wachtmeister Schule), die stilsicher mit Kaugummis verziert waren. Da es keine Bühne gab, war alles auf dem Boden aufgebaut. Die Smittens, die beginnen sollten, brauchten Schlagzeug, Keyboard und drei Mikros. Mittlerweile hatten sich gut 40 Zuschauer eingefunden. Obwohl einige offensichtlich wegen der Bands da waren, waren die deutlich in der Minderheit. Wegen der ebenerdigen Bühne, hielt das Publikum einen deutlichen Sicherheitsabstand zu den Musikern, was Sängerin Dana verwundert zur Kenntnis nahm: "Steht ihr hier in Köln immer so weit weg?"

Es lag sicher ausschließlich an der fehlenden Höhe, Grund zum Fremdeln gab es nämlich keinen. So fröhlich und offen die Musik der Band ist, so sympathisch wirken auch deren Mitglieder. Alle lächelten und machten (und hatten wohl auch) Spaß bei ihrem ersten Konzert in Deutschland.

Neben Dana gehören Sänger und Keyboarder Max Andrucki, Gitarrist Colin Clary, Schlagzeugerin Holly Chagnon und Bassist David Zacharis zu den Smittens. Die Band hat ihre Wurzeln in Vermont (Heimat von Wäldern und köstlichem Eis) und spielt wundervollen Twee-Pop und erinnerten mich live an Pastels oder Vaselines. Besonders die tiefe Stimme von Max, die toll zu Danas Gesang passt, gefiel mir ausgezeichnet. Als dritter Sänger trat von Zeit zu Zeit Colin auf, dessen Frisur mich ein wenig an Crusty den Clown erinnerte. Leider kann ich das nicht belegen, meine Kamera verweigerte mit dem ersten Ton des Konzerts ihren Dienst.

Die Smittens haben bereits eine stolze Sammlung CDs und Singles veröffentlicht. Die meisten Stücke des Abends stammten von denen. Sie spielten aber auch einiges Neue, zum Beispiel das fabelhafte 360°, ein fröhliches Lied über den Tod. Angeblich. Dazu hüpften alle Bandmitglieder, deren Instrumente das zuließen - wundervoll!

A propos Sterben: in Paris am Vorabend (Bericht einige cm weiter unten!) hatte eine Besucherin am Bühnenrand gestanden und aufgeregt um Aufmerksamkeit gebeten. Sie sprach Dana dann während des Konzerts an, ob sie kurz das Mikro benutzen dürfe, ihr Freund habe ihr nämlich einen Heiratsantrag gemacht, das wolle sie allen sagen. Das hatte die Band noch nicht erlebt. "Und was passiert heute? Stirbt jemand?"

Das passierte nicht. Aber einen kleinen Blitz als Warnschuß hätte ich mir für die Leute an der Theke gewünscht, die lustige Polka-Rhythmen erzeugten, indem sie Flaschenöffner auf die Arbeitsplatte aufschlugen. Ich verstehe das auch nach all den Konzerten nicht, was man davon hat, in einem Konzertsaal zu stehen, wenn einem der Kram vorne keinen Spaß macht. Und wenn schon, dann muß man doch nicht anderen die Freude verderben. Idioten.

Nach einer Zugabe und 40 Minuten endete Teil eins des Abends leider. Sie waren toll, die Smittens, und ich hoffe, sie kommen irgendwann wieder!

Setlist The Smittens, AStA Café, Köln:


01: Year of lake
02: One hundred roses
03: You're so cute
04: 11:11
05: 360° (neu)
06: Summer sunshine
07: Typing texting (neu)
08: Gumdrops
09: Deep blue sea
10: Gin and platonic
11: Sapphire
12: C'mon (when the grass grows tall and green)

13: Half the heartbeat (Z)

Im gleichen Stil ging es nach einer kurzen Pause weiter. Auch Allo Darlin' aus London (die Bandmitglieder stammen aber ursprünglich aus Australien und Kent) könnte im großen Indie-Lexikon als beispielhafter Vertreter der Gattung Indie-Pop genannt werden. Einprägsame Melodien, Boy/Girl-Gesang, viele Rasseln, Ukulele und eine Melodica, also alles, was das Popherz sich wünscht.

Allo Darlin' haben im Juni ihr erstes Album veröffentlicht. Von dem stammte auch ein Großteil der gespielten Stücke, allesamt Gute-Laune-Lieder. Davon ließen sich die Smittens sofort inspirieren, vor der Bühne zu den Klängen ihrer Schwestern und Brüder im Geiste zu tanzen, und das machten sie dann während des ganzen Konzerts. Obwohl es toll war, obwohl es spannend war (sie spielten
When you were still mine zum ersten Mal), beschäftigten sich meine Gedanken plötzlich nur noch mit Vor- und Nachteilen europäischer Städte für Auslandssemester. Damit habe ich mich lange nicht mehr befasst. Da aber der Physikstudent vor mir seinen Kumpels darüber ein lautes Referat hielt ("Brüssel ist besser wegen der französischen Mentalität, Rom aber auch ok..."). Der Europaexperte, der kurz vorher schon einen großen Auftritt hatte, als Allo Darlin' Stephen Hawking alleine für ihn spielten ("a song about physics"), nahm die Rolle des Flaschenöffners von vorher ein.

Nun denn... auch das Konzert war Engländer war trotzdem großartig! Dreaming ist sicher aktuell eines meiner Lieblingslieder, aber auch der Rest überzeugte mich vollkommen. Wie bei guten Bands üblich, mochte ich vieles live viel lieber als auf Platte, auch die eher unauffälligen Titel, die sich sonst hinter Stars wie Dreaming oder dem Polaroid song verstecken.

Ein herrliches Konzert mit zwei hervorragenden Bands, welch ein Glück, die an einem Abend sehen zu können!

Setlist Allo Darlin', AStA Café, Köln:

01: If loneliness was art
02: Stephen Hawking
03: Dreaming
04: When you were still mine (neu)
05: Silver dollars
06: Kiss your lips
07: Heartbeat chilli
08: The Polaroid song
09: My heart is a drummer

10: Henry Rollins don't dance! (Z)

* AStA ist der Allgemeine Studenten-Ausschuß einer Hochschule, also die studentische Vertretung. Da aber der Begriff "Student" sexistisch und menschenverachtend ist, heißen ASten Allgemeine Studierenden- bzw. StudentInnen-Ausschüsse. Da wir hier nicht menschenverachtend sein wollen, bemühen wir uns ja auch stets um geschlechtsneutrale Sprache. Wenn ich hier von einem Musiker rede, will ich damit nicht das jahrtausendlange männliche Unterdrücken von Mitmenschinnen manifestieren, dann meine ich wirklich Musiker im Sinne von "ein Mann, der Musik macht". Ansonsten bemühe ich mich um zeitgemäße Formulierungen.

-> Christina: Auf der Rückfahrt lief Status Quo im Radio!



The Smittens & Allo Darlin', Köln, 28.07.10



Konzert: The Smittens & Allo Darlin'
Ort: AStA Café, Köln
Datum: 28.07.2010
Zuschauer: ca. 60
Dauer: The Smittens 40 min, Allo Darlin' 45 min


The Smittens sind mir erstmals auf dem wundervollen WeePOP! Label begegnet, auf dem sie mindestens eine Single bzw. EP veröffentlicht hatten. Bei WeePOP! findet man solch herrliche Indiepop-Bands wie Little My, Mexican Kids At Home oder The Just Joans. Auch Allo Darlin' haben bereits auf diesem Label veröffentlicht, das wusste ich allerdings nicht mehr, dazu aber später mehr.

Als vor einiger Zeit die Nachricht kam, daß beide Bands gemeinsam in der Sauren-Gurken-Zeit in Köln spielen würden, konnte ich mein Glück nicht fassen, solche Bands sieht man eigentlich nur beim Indietracks-Festival. Also ein Pflichttermin!

Als wir am AStA Café ankamen, waren da außer den Bands und einigen AStA-Menschen* kaum Leute. Aber das war ja nicht weiter verwunderlich.

Das AStA Café hat den Charme einer häßlichen Schul-Aula. In dem gefliesten Raum stehen einige kunstvoll verzierte Säulen (Rosina Wachtmeister Schule), die stilsicher mit Kaugummis verziert waren. Da es keine Bühne gab, war alles auf dem Boden aufgebaut. Die Smittens, die beginnen sollten, brauchten Schlagzeug, Keyboard und drei Mikros. Mittlerweile hatten sich gut 40 Zuschauer eingefunden. Obwohl einige offensichtlich wegen der Bands da waren, waren die deutlich in der Minderheit. Wegen der ebenerdigen Bühne, hielt das Publikum einen deutlichen Sicherheitsabstand zu den Musikern, was Sängerin Dana verwundert zur Kenntnis nahm: "Steht ihr hier in Köln immer so weit weg?"

Es lag sicher ausschließlich an der fehlenden Höhe, Grund zum Fremdeln gab es nämlich keinen. So fröhlich und offen die Musik der Band ist, so sympathisch wirken auch deren Mitglieder. Alle lächelten und machten (und hatten wohl auch) Spaß bei ihrem ersten Konzert in Deutschland.

Neben Dana gehören Sänger und Keyboarder Max Andrucki, Gitarrist Colin Clary, Schlagzeugerin Holly Chagnon und Bassist David Zacharis zu den Smittens. Die Band hat ihre Wurzeln in Vermont (Heimat von Wäldern und köstlichem Eis) und spielt wundervollen Twee-Pop und erinnerten mich live an Pastels oder Vaselines. Besonders die tiefe Stimme von Max, die toll zu Danas Gesang passt, gefiel mir ausgezeichnet. Als dritter Sänger trat von Zeit zu Zeit Colin auf, dessen Frisur mich ein wenig an Crusty den Clown erinnerte. Leider kann ich das nicht belegen, meine Kamera verweigerte mit dem ersten Ton des Konzerts ihren Dienst.

Die Smittens haben bereits eine stolze Sammlung CDs und Singles veröffentlicht. Die meisten Stücke des Abends stammten von denen. Sie spielten aber auch einiges Neue, zum Beispiel das fabelhafte 360°, ein fröhliches Lied über den Tod. Angeblich. Dazu hüpften alle Bandmitglieder, deren Instrumente das zuließen - wundervoll!

A propos Sterben: in Paris am Vorabend (Bericht einige cm weiter unten!) hatte eine Besucherin am Bühnenrand gestanden und aufgeregt um Aufmerksamkeit gebeten. Sie sprach Dana dann während des Konzerts an, ob sie kurz das Mikro benutzen dürfe, ihr Freund habe ihr nämlich einen Heiratsantrag gemacht, das wolle sie allen sagen. Das hatte die Band noch nicht erlebt. "Und was passiert heute? Stirbt jemand?"

Das passierte nicht. Aber einen kleinen Blitz als Warnschuß hätte ich mir für die Leute an der Theke gewünscht, die lustige Polka-Rhythmen erzeugten, indem sie Flaschenöffner auf die Arbeitsplatte aufschlugen. Ich verstehe das auch nach all den Konzerten nicht, was man davon hat, in einem Konzertsaal zu stehen, wenn einem der Kram vorne keinen Spaß macht. Und wenn schon, dann muß man doch nicht anderen die Freude verderben. Idioten.

Nach einer Zugabe und 40 Minuten endete Teil eins des Abends leider. Sie waren toll, die Smittens, und ich hoffe, sie kommen irgendwann wieder!

Setlist The Smittens, AStA Café, Köln:


01: Year of lake
02: One hundred roses
03: You're so cute
04: 11:11
05: 360° (neu)
06: Summer sunshine
07: Typing texting (neu)
08: Gumdrops
09: Deep blue sea
10: Gin and platonic
11: Sapphire
12: C'mon (when the grass grows tall and green)

13: Half the heartbeat (Z)

Im gleichen Stil ging es nach einer kurzen Pause weiter. Auch Allo Darlin' aus London (die Bandmitglieder stammen aber ursprünglich aus Australien und Kent) könnte im großen Indie-Lexikon als beispielhafter Vertreter der Gattung Indie-Pop genannt werden. Einprägsame Melodien, Boy/Girl-Gesang, viele Rasseln, Ukulele und eine Melodica, also alles, was das Popherz sich wünscht.

Allo Darlin' haben im Juni ihr erstes Album veröffentlicht. Von dem stammte auch ein Großteil der gespielten Stücke, allesamt Gute-Laune-Lieder. Davon ließen sich die Smittens sofort inspirieren, vor der Bühne zu den Klängen ihrer Schwestern und Brüder im Geiste zu tanzen, und das machten sie dann während des ganzen Konzerts. Obwohl es toll war, obwohl es spannend war (sie spielten
When you were still mine zum ersten Mal), beschäftigten sich meine Gedanken plötzlich nur noch mit Vor- und Nachteilen europäischer Städte für Auslandssemester. Damit habe ich mich lange nicht mehr befasst. Da aber der Physikstudent vor mir seinen Kumpels darüber ein lautes Referat hielt ("Brüssel ist besser wegen der französischen Mentalität, Rom aber auch ok..."). Der Europaexperte, der kurz vorher schon einen großen Auftritt hatte, als Allo Darlin' Stephen Hawking alleine für ihn spielten ("a song about physics"), nahm die Rolle des Flaschenöffners von vorher ein.

Nun denn... auch das Konzert war Engländer war trotzdem großartig! Dreaming ist sicher aktuell eines meiner Lieblingslieder, aber auch der Rest überzeugte mich vollkommen. Wie bei guten Bands üblich, mochte ich vieles live viel lieber als auf Platte, auch die eher unauffälligen Titel, die sich sonst hinter Stars wie Dreaming oder dem Polaroid song verstecken.

Ein herrliches Konzert mit zwei hervorragenden Bands, welch ein Glück, die an einem Abend sehen zu können!

Setlist Allo Darlin', AStA Café, Köln:

01: If loneliness was art
02: Stephen Hawking
03: Dreaming
04: When you were still mine (neu)
05: Silver dollars
06: Kiss your lips
07: Heartbeat chilli
08: The Polaroid song
09: My heart is a drummer

10: Henry Rollins don't dance! (Z)

* AStA ist der Allgemeine Studenten-Ausschuß einer Hochschule, also die studentische Vertretung. Da aber der Begriff "Student" sexistisch und menschenverachtend ist, heißen ASten Allgemeine Studierenden- bzw. StudentInnen-Ausschüsse. Da wir hier nicht menschenverachtend sein wollen, bemühen wir uns ja auch stets um geschlechtsneutrale Sprache. Wenn ich hier von einem Musiker rede, will ich damit nicht das jahrtausendlange männliche Unterdrücken von Mitmenschinnen manifestieren, dann meine ich wirklich Musiker im Sinne von "ein Mann, der Musik macht". Ansonsten bemühe ich mich um zeitgemäße Formulierungen.

-> Christina: Auf der Rückfahrt lief Status Quo im Radio!



Allo Darlin' & The Smittens, Paris, 27.07.10


Konzert: Allo Darlin' & The Smittens
Ort: L'International, Paris
Datum: 27.07.10
Zuschauer: viele!
Konzertdauer: jeweils um die vierzig Minuten


Das International wie es singt und lacht, könnte es in diesen Tagen in Abwandlung eines auf Mainz bezogenen Karnevalsspruchs treffend heißen. In dem Pariser Gratisclub reihen sich nämlich im Moment herzerfrischende Twee-und Indiepop Bands wie Perlen auf einer Kette. Kürzlich Hold Your Horses! oder die auch sehr erquickenden El Gran Chufle, gestern Ödland aus Lyon und heute mit den Smittens und Allo Darlin' zwei anglosächsische Bands, die für allerbeste Laune sorgten. Da fragt man sich, wozu man eigentlich die unpersönlichen Massenfestivals des Sommers braucht, bei denen immer die Lautesten und nicht die Charmantesten groß auftrumpfen. Zugegeben, bei Freiluftveranstaltungen ist es etwas sonniger und erfrischender als in einem stickigen Club, aber man kann ja zur Not hinterher sein T-Shirt wechseln. Geschwitzt wurde in der Tat heute im International, so sehr sogar, daß man glaubte, gerade eine Dusche genommen zu haben. Der Schweiß tropfte aus allen Poren und die Unterhose klebte wie Kaugummi an der Jeans. Eklig, aber für die Begutachtung der tollen Bands des heutigen Abends waren diese Unannehmlichkeiten allemal in Kauf zu nehmen. Was waren die charmant und euphorisierend, diese Allo Darlin'! Dauergrinsen von der ersten bis zur letzten Minute war angesagt, denn die quitschfidele Sängerin und Ukulelespielerin Elizabeth Morris versprühte soviel natürlichen Charme und unbändige Freude am Musizieren, daß die Sonne im Herzen aufging. Schon einmal eine headbangende Ukulelespielerin gesehen? Nein? Dann müsst ihr unbedingt zu einem Konzert von Allo Darlin' gehen, denn bei denen gibt es sowas! Auch der schnauzbärtige Bassist bekam sein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht und die gute Laune übertrug sich auch postwendend auf das hibbelig umhertanzende Publikum. Es sprühte Funken vor lauter Spielfreude! Und dies obwohl die Band aufgrund des Tourstresses kaum ein Auge zugetan hatte. Da fragt man sich, wie hyperaktiv die sind, wenn sie ausgeschlafen haben!? Vielleicht war es der Pastis, den sie getrunken haben, der sie so aufstachelte, wenngleich man ihnen von französischer Seite her sagte, daß dies ein Gesöff für alte, Boule spielende Männer in Südfrankreich sei. Egal, wenn es der Stimmung zuträglich ist!

Schon erstaunlich, ich kenne im Vorfeld keinen einzigen Song der Band und mir gefällt jeder einzelne auf Anhieb! So was nennt man dann wohl einen Homerun! Die internationale Musikpresse ist auch angetan. Überall preist man die Frische und die Catchyness der Band und Pitchfork und Drowned in Sound sind nicht die Einzigen, die (vollkommen zu Recht) schwärmen. Das Debütalbum ist im Juni bei Fortuna Pop erschienen und ich musste den Silberling nach dem Konzert unbeding haben. Den Merch teilten sich Allo Darling übrigens mit ihren Freunden von The Smittens, die sogar mehr CDs und ein entzückendes Tourposter anzubieten hatten. Auch die Smittens (aus Burlington, Vermont, USA) kamen frisch und unverbraucht rüber, gefielen mit ihrem (im positiven Sinne) amateurhaften Auftreten und dem garagigen Surfpop, kamen aber nicht ganz an die Perfomance von Allo Darlin' heran. Dennoch: diese beiden Bands im Doppelpack sind der Hammer! Unbedingt live ansehen, sie kommen jetzt nach Deutschland!

Setlist The Smittens, International, Paris:

01: Your My Heart
02: Summer Sunshine
03: You Are So Cute
04: Gumdrops
05: 360 °
06: 11:11
07: Sapphire
08: C'mon! (When The Grass Grows Tall And Green)
09: Gin & Platonic
10: Polipop
11: Year Of Lake
12: Gentlefication Now! (The Lalala Song)

Ausgewählte Konzerttermine von Allo Darlin' (meistens mit den Smittens):

28.07.2010: Asta-Café, Köln
29.07.2010: Astra-Stube, Hamburg
30.07.2010: Ostpol, Dresden
danach Konzerte in Schweden
07.08.2010: Winston Kingdom, Amsterdam
05.09.2010: Wasserturm, Berlin
09.09.2010: End Of The Road Festival, Dorset, England


- Artverwandtes: The Tender Trap (die Sängerin von Allo Darlin' macht bei dieser Band auch mit) , nachzulesen bei Bloggergroßmeister Eike vom Klienicum. , klick!
- mehr Fotos von Allo Darlin', klick!


Allo Darlin' & The Smittens, Paris, 27.07.10


Konzert: Allo Darlin' & The Smittens
Ort: L'International, Paris
Datum: 27.07.10
Zuschauer: viele!
Konzertdauer: jeweils um die vierzig Minuten


Das International wie es singt und lacht, könnte es in diesen Tagen in Abwandlung eines auf Mainz bezogenen Karnevalsspruchs treffend heißen. In dem Pariser Gratisclub reihen sich nämlich im Moment herzerfrischende Twee-und Indiepop Bands wie Perlen auf einer Kette. Kürzlich Hold Your Horses! oder die auch sehr erquickenden El Gran Chufle, gestern Ödland aus Lyon und heute mit den Smittens und Allo Darlin' zwei anglosächsische Bands, die für allerbeste Laune sorgten. Da fragt man sich, wozu man eigentlich die unpersönlichen Massenfestivals des Sommers braucht, bei denen immer die Lautesten und nicht die Charmantesten groß auftrumpfen. Zugegeben, bei Freiluftveranstaltungen ist es etwas sonniger und erfrischender als in einem stickigen Club, aber man kann ja zur Not hinterher sein T-Shirt wechseln. Geschwitzt wurde in der Tat heute im International, so sehr sogar, daß man glaubte, gerade eine Dusche genommen zu haben. Der Schweiß tropfte aus allen Poren und die Unterhose klebte wie Kaugummi an der Jeans. Eklig, aber für die Begutachtung der tollen Bands des heutigen Abends waren diese Unannehmlichkeiten allemal in Kauf zu nehmen. Was waren die charmant und euphorisierend, diese Allo Darlin'! Dauergrinsen von der ersten bis zur letzten Minute war angesagt, denn die quitschfidele Sängerin und Ukulelespielerin Elizabeth Morris versprühte soviel natürlichen Charme und unbändige Freude am Musizieren, daß die Sonne im Herzen aufging. Schon einmal eine headbangende Ukulelespielerin gesehen? Nein? Dann müsst ihr unbedingt zu einem Konzert von Allo Darlin' gehen, denn bei denen gibt es sowas! Auch der schnauzbärtige Bassist bekam sein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht und die gute Laune übertrug sich auch postwendend auf das hibbelig umhertanzende Publikum. Es sprühte Funken vor lauter Spielfreude! Und dies obwohl die Band aufgrund des Tourstresses kaum ein Auge zugetan hatte. Da fragt man sich, wie hyperaktiv die sind, wenn sie ausgeschlafen haben!? Vielleicht war es der Pastis, den sie getrunken haben, der sie so aufstachelte, wenngleich man ihnen von französischer Seite her sagte, daß dies ein Gesöff für alte, Boule spielende Männer in Südfrankreich sei. Egal, wenn es der Stimmung zuträglich ist!

Schon erstaunlich, ich kenne im Vorfeld keinen einzigen Song der Band und mir gefällt jeder einzelne auf Anhieb! So was nennt man dann wohl einen Homerun! Die internationale Musikpresse ist auch angetan. Überall preist man die Frische und die Catchyness der Band und Pitchfork und Drowned in Sound sind nicht die Einzigen, die (vollkommen zu Recht) schwärmen. Das Debütalbum ist im Juni bei Fortuna Pop erschienen und ich musste den Silberling nach dem Konzert unbeding haben. Den Merch teilten sich Allo Darling übrigens mit ihren Freunden von The Smittens, die sogar mehr CDs und ein entzückendes Tourposter anzubieten hatten. Auch die Smittens (aus Burlington, Vermont, USA) kamen frisch und unverbraucht rüber, gefielen mit ihrem (im positiven Sinne) amateurhaften Auftreten und dem garagigen Surfpop, kamen aber nicht ganz an die Perfomance von Allo Darlin' heran. Dennoch: diese beiden Bands im Doppelpack sind der Hammer! Unbedingt live ansehen, sie kommen jetzt nach Deutschland!

Setlist The Smittens, International, Paris:

01: Your My Heart
02: Summer Sunshine
03: You Are So Cute
04: Gumdrops
05: 360 °
06: 11:11
07: Sapphire
08: C'mon! (When The Grass Grows Tall And Green)
09: Gin & Platonic
10: Polipop
11: Year Of Lake
12: Gentlefication Now! (The Lalala Song)

Ausgewählte Konzerttermine von Allo Darlin' (meistens mit den Smittens):

28.07.2010: Asta-Café, Köln
29.07.2010: Astra-Stube, Hamburg
30.07.2010: Ostpol, Dresden
danach Konzerte in Schweden
07.08.2010: Winston Kingdom, Amsterdam
05.09.2010: Wasserturm, Berlin
09.09.2010: End Of The Road Festival, Dorset, England


- Artverwandtes: The Tender Trap (die Sängerin von Allo Darlin' macht bei dieser Band auch mit) , nachzulesen bei Bloggergroßmeister Eike vom Klienicum. , klick!
- mehr Fotos von Allo Darlin', klick!