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Syd Matters, Köln, 11.04.11


Konzert: Syd Matters
Ort: Studio 672, Köln
Datum: 11.04.2011
Zuschauer: ca. 70
Dauer: 65 min


Pariser Verhältnisse in Köln... Auf der Bühne eine französische Band, im Publikum viele Landsleute und Anfangszeiten, wie man sie in Köln nicht kennt. Und das alles war überhaupt nicht verkehrt!

Seit wir diese Seite machen, gibt es immer wieder Bands, die in der einen Stadt (Paris, Köln) regelmäßig, in der anderen nie spielt, die Indelicates sind ein Beispiel dafür., sie waren nie in Paris. Daß viele der französischen Lieblinge meines Kollegen Oliver nie nach Deutschland kommen, ist erklärbar. Wenn dann eine der Gruppen endlich auch einmal hier auftritt, habe ich in der Regel schon über zig ihrer Konzerte gelesen, die Band ist ein guter Bekannter, ohne, daß ich sie je gesehen hätte.

Mit Syd Matters geht es mir auch so, zu oft habe ich schon über deren Auftritte in Paris gelesen, trotzdem war ich vollkommen ahnungslos, wie das heutige Konzert im Studio 672 werden würde. Zuletzt hatten Syd Matters vor ein paar Wochen im Olympia gespielt, in großer Besetzung mit acht Musikern. Oliver hatte mir berichtet, daß die Band auf ihrer Deutschland-Tour nur zu dritt auftreten würde.

Und so war es auch, als es um kurz vor neun (!) spannend wurde. In Besetzung akustische Gitarre, Schlagzeug und Keyboard traten die Franzosen im Studio 672 auf, das glücklicherweise engegen meiner ersten Befürchtungen recht gut gefüllt war. In Paris füllt die Band immer größere Säle, zuletzt eben das Olympia (das heute vor 122 Jahren eröffnet wurde - Konzerttagebuch Trivia), in dem Syd Matters vor 2.000 Zuschauern spielten, davor das Bataclan (1.500). Daß in Köln rund 70 Zuschauer kamen, ist sicher keine Enttäuschung. Als wir reinkamen roch es noch nach einem Flop, da erst eine Handvoll Zuschauer da waren, obwohl wir eigentlich auf den letzten Drücker erschienen. Den Start eine Viertelstunde herauszuzögern, machte aber Sinn, es füllte sich in den nächsten Minuten merklich.

Sänger Jonathan Morali wurde von einem Schlagzeuger und einem Keyboarder begleitet. Er selbst spielte während des gesamten Konzerts akustische Gitarre, sein Keyboarder griff bei zwei oder drei Liedern zur elektrischen Klampfe.

Beim ersten Stück dominierten allerdings Stimmen. Ich kannte das Lied bzw. die
beiden ineinander gespielten Lieder nicht, sie gefielen mir aber auf Anhieb. Auch wenn die Musik sehr melacholisch klingt, kam mir in den Kopf, daß Syd Matters eine luftigere Version der Fleet Foxes sein könnten. Vermutlich ist das ein doofer Vergleich - und auch vollkommen unwichtig - jedenfalls waren die mir unbekannten Lieder sehr schön.

Erst das übernächste Stück (Hi life) erkannte ich, daß mir auch der Rest neu sein sollte, machte aber gar nichts, weil der Auftritt kurzweilig und musikalisch hervorragend war.

Die Grundstimmung der Stücke war ruhig. Nur ab und zu merkte man dem Schlagzeuger an, daß er auch gerne mal lauter auf seine Trommeln haut und die ewige Rührbesennutzung nicht sein eigentlicher Job ist. Aber nur selten machte das Trio richtigen Krach, bei Cloudflakes zum Beispiel, das mir ganz ausgezeichnet gefiel! Eine Idee, wie Syd Matters in der von Oliver beschriebenen großen Besetzung des Olympia klingen (acht Musiker, davon teilweise drei an Schlagzeugen) gab auch Bones, das in einem irre langen Instrumental-Teil mündete, das fast Postrockcharakter hatte. Großartig!

Aber insgesamt dominierten die leisen, zurückhaltenden Töne, die mehrstimmigen Gesänge, wobei Jonathans Kollegen ganz deutlich im Hintergrund agierten.

Zu den anderen Lieder kann ich wenig sagen, weil ich sie zum ersten Mal gehört habe. Bei dem ein oder anderen kam mir zwar in den Sinn, daß es vermutlich für mehr Instrumente geschrieben worden war, insgesamt war der Abend aber vorzüglich!

Beim Fotografieren war uns irgendwann aufgefallen, daß die Musiker irgendwelche Dinge auf ihre Arme gemalt hatten. Der Schlagzeuger, der in unserer Nähe saß, hatte
sich "Danke" auf den linken Unterarm geschrieben. Später sah ich dann, daß auf dem Arm des Keyboarders "@Köln" und die Setlist vermerkt waren! Mit schwarzem Filzstift!

Nach einer guten Dreiviertelstunde endete das reguläre Set, und die Band kam zurück, um eine akustische Zugabe vor der Bühne zu spielen, Black & white eyes vom 2003er Debüt-Album.

Wegen des sehr euphorischen Applauses kamen die drei aber auch danach noch einmal wieder, hatten allerdings keinen Song übrig. "Wir spielen sonst nicht zu dritt, wir haben nicht mehr Lieder. Also spielen wir ein Stück noch einmal, das ist aber auch sehr gut." Das stimmte, auch in der akustischen Version war Hi life toll!

Schick ruhig öfter Bands aus Paris rüber, Oliver! Bis auf Soko war bisher alles sehr gut!

Setlist Syd Matters, Studio 672, Köln:

01: Heartbeat detector / Everything else
02: Wolfmother
03: Hi life
04: Cloudflakes
05: To all of you
06: Bones
07: I might float
08: Hadrian's wall
09: Halalcsillag
10: Anytime now
11: Obstacles

12: Black & white eyes (akustisch) (Z)

13: Hi life (akustisch) (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Syd Matters, Paris, 29.03.11
- Syd Matters, Paris, 02.11.10
- Syd Matters, Paris, 20.09.10
- Syd Matters, Paris, 21.01.09
- Syd Matters, Paris, 11.06.08
- Syd Matters, Paris, 13.02.08
- Syd Matters, Paris, 25.05.07
- Syd Matters, Paris, 31.01.07


Syd Matters, Köln, 11.04.11


Konzert: Syd Matters
Ort: Studio 672, Köln
Datum: 11.04.2011
Zuschauer: ca. 70
Dauer: 65 min


Pariser Verhältnisse in Köln... Auf der Bühne eine französische Band, im Publikum viele Landsleute und Anfangszeiten, wie man sie in Köln nicht kennt. Und das alles war überhaupt nicht verkehrt!

Seit wir diese Seite machen, gibt es immer wieder Bands, die in der einen Stadt (Paris, Köln) regelmäßig, in der anderen nie spielt, die Indelicates sind ein Beispiel dafür., sie waren nie in Paris. Daß viele der französischen Lieblinge meines Kollegen Oliver nie nach Deutschland kommen, ist erklärbar. Wenn dann eine der Gruppen endlich auch einmal hier auftritt, habe ich in der Regel schon über zig ihrer Konzerte gelesen, die Band ist ein guter Bekannter, ohne, daß ich sie je gesehen hätte.

Mit Syd Matters geht es mir auch so, zu oft habe ich schon über deren Auftritte in Paris gelesen, trotzdem war ich vollkommen ahnungslos, wie das heutige Konzert im Studio 672 werden würde. Zuletzt hatten Syd Matters vor ein paar Wochen im Olympia gespielt, in großer Besetzung mit acht Musikern. Oliver hatte mir berichtet, daß die Band auf ihrer Deutschland-Tour nur zu dritt auftreten würde.

Und so war es auch, als es um kurz vor neun (!) spannend wurde. In Besetzung akustische Gitarre, Schlagzeug und Keyboard traten die Franzosen im Studio 672 auf, das glücklicherweise engegen meiner ersten Befürchtungen recht gut gefüllt war. In Paris füllt die Band immer größere Säle, zuletzt eben das Olympia (das heute vor 122 Jahren eröffnet wurde - Konzerttagebuch Trivia), in dem Syd Matters vor 2.000 Zuschauern spielten, davor das Bataclan (1.500). Daß in Köln rund 70 Zuschauer kamen, ist sicher keine Enttäuschung. Als wir reinkamen roch es noch nach einem Flop, da erst eine Handvoll Zuschauer da waren, obwohl wir eigentlich auf den letzten Drücker erschienen. Den Start eine Viertelstunde herauszuzögern, machte aber Sinn, es füllte sich in den nächsten Minuten merklich.

Sänger Jonathan Morali wurde von einem Schlagzeuger und einem Keyboarder begleitet. Er selbst spielte während des gesamten Konzerts akustische Gitarre, sein Keyboarder griff bei zwei oder drei Liedern zur elektrischen Klampfe.

Beim ersten Stück dominierten allerdings Stimmen. Ich kannte das Lied bzw. die
beiden ineinander gespielten Lieder nicht, sie gefielen mir aber auf Anhieb. Auch wenn die Musik sehr melacholisch klingt, kam mir in den Kopf, daß Syd Matters eine luftigere Version der Fleet Foxes sein könnten. Vermutlich ist das ein doofer Vergleich - und auch vollkommen unwichtig - jedenfalls waren die mir unbekannten Lieder sehr schön.

Erst das übernächste Stück (Hi life) erkannte ich, daß mir auch der Rest neu sein sollte, machte aber gar nichts, weil der Auftritt kurzweilig und musikalisch hervorragend war.

Die Grundstimmung der Stücke war ruhig. Nur ab und zu merkte man dem Schlagzeuger an, daß er auch gerne mal lauter auf seine Trommeln haut und die ewige Rührbesennutzung nicht sein eigentlicher Job ist. Aber nur selten machte das Trio richtigen Krach, bei Cloudflakes zum Beispiel, das mir ganz ausgezeichnet gefiel! Eine Idee, wie Syd Matters in der von Oliver beschriebenen großen Besetzung des Olympia klingen (acht Musiker, davon teilweise drei an Schlagzeugen) gab auch Bones, das in einem irre langen Instrumental-Teil mündete, das fast Postrockcharakter hatte. Großartig!

Aber insgesamt dominierten die leisen, zurückhaltenden Töne, die mehrstimmigen Gesänge, wobei Jonathans Kollegen ganz deutlich im Hintergrund agierten.

Zu den anderen Lieder kann ich wenig sagen, weil ich sie zum ersten Mal gehört habe. Bei dem ein oder anderen kam mir zwar in den Sinn, daß es vermutlich für mehr Instrumente geschrieben worden war, insgesamt war der Abend aber vorzüglich!

Beim Fotografieren war uns irgendwann aufgefallen, daß die Musiker irgendwelche Dinge auf ihre Arme gemalt hatten. Der Schlagzeuger, der in unserer Nähe saß, hatte
sich "Danke" auf den linken Unterarm geschrieben. Später sah ich dann, daß auf dem Arm des Keyboarders "@Köln" und die Setlist vermerkt waren! Mit schwarzem Filzstift!

Nach einer guten Dreiviertelstunde endete das reguläre Set, und die Band kam zurück, um eine akustische Zugabe vor der Bühne zu spielen, Black & white eyes vom 2003er Debüt-Album.

Wegen des sehr euphorischen Applauses kamen die drei aber auch danach noch einmal wieder, hatten allerdings keinen Song übrig. "Wir spielen sonst nicht zu dritt, wir haben nicht mehr Lieder. Also spielen wir ein Stück noch einmal, das ist aber auch sehr gut." Das stimmte, auch in der akustischen Version war Hi life toll!

Schick ruhig öfter Bands aus Paris rüber, Oliver! Bis auf Soko war bisher alles sehr gut!

Setlist Syd Matters, Studio 672, Köln:

01: Heartbeat detector / Everything else
02: Wolfmother
03: Hi life
04: Cloudflakes
05: To all of you
06: Bones
07: I might float
08: Hadrian's wall
09: Halalcsillag
10: Anytime now
11: Obstacles

12: Black & white eyes (akustisch) (Z)

13: Hi life (akustisch) (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Syd Matters, Paris, 29.03.11
- Syd Matters, Paris, 02.11.10
- Syd Matters, Paris, 20.09.10
- Syd Matters, Paris, 21.01.09
- Syd Matters, Paris, 11.06.08
- Syd Matters, Paris, 13.02.08
- Syd Matters, Paris, 25.05.07
- Syd Matters, Paris, 31.01.07


Syd Matters, Paris, 29.03.11


Konzert: Syd Matters

Ort: L'Olympia, Paris (!)
Datum: 29.03.2011
Zuschauer: fast ausverkauft
Konzertdauer: etwa 2 Stunden



Unglaublich bewegende Szenen, die sich während und nach dem sensationellen Konzert von Syd Matters im und vor dem Olympia in Paris abspielten. Sänger und Songwriter Jonathan Morali, der kurz vor Schluß sein Herz öffnet und von den Albträumen erzählt, die ihn in den Wochen vor diesem Auftritt heimgesucht haben. Vor allem von der Wahnvorstellung, daß er und seine Band vor fast leerem Hause spielen würden. Sich dann aber ob des regen Andrangs sichtlich erleichtert herzlich bei seinen Großeltern fürs Kommen bedankt und Richtung Loge zeigt, wo die alten Herrschaften sitzen. Gitarrist Remi Alexandre, der bei der Verabschiedung der Band seine ganze Anspannung herausschreit und über beide Ohren grinst. Pianist und Gitarrist Olivier Marguerit, der sich sehr höflich, ja fast demütig, beim Publikum bedankt und ein wunderbares Glänzen in seinen blauen Augen hat. Die beiden hübschen Backgroundsängerinnen, die ihr schönstes Lächeln zeigen. Drummer Clement und Bassist Yean-Yves, die wie immer mannschaftsdienlich, aber hocheffizient gespielt haben und sich auch bei der Verabschiedung dezent zurückhalten. Stéphan Milochevitch aka Thousand, der nicht nur als zweiter Drummer zum Einsatz kam, sondern auch das feine Artwork der CD und der exklusiven Poster gestaltet hat. Und natürlich nicht zu vergessen das Publikum, das den Helden des Abends minutenlange Ovationen bereitet und mit Schmetterlingen im Bauch den Saal verlässt.

Draußen vor der Tür geht es dann emotional aufgeladen weiter. Alle sind begeistert, alle schwärmen in höchsten Tönen. Sylvain, der selbst in einer Band (Game & Watch) spielt und Syd Matters so einige Male gefilmt hat und sagt, daß Jonathan Morali und seine Jungs die Allerbesten in Frankreich sind. Dorothée von The Rodeo, die neidlos die große Klasse von Syd Matters anerkannt. Laurie, die Duopartnerin von Gitarrist Olivier Marguerit, die gekommen ist, obwohl (bestätigten) Gerüchten zu Folge, die Partnerschaft und das musikalische Projekt mit Olivier (My Girlfriend Is Better Than Yours) beendet ist.

Vor allem aber die Eltern von Olivier Marguerit, die einfach rührend sind. Obwohl ihr Sohn drinnen mit seinen Bandkumpels anstößt und feiert, harren sie noch eine halbe Stunde aus, zeigen sich gegenüber ihren Bekannten keine Spur eingebildet oder überheblich, sondern können selbst kaum fassen, daß ihr Sohn im Olympia, dem prestigeträchtigsten Konzertsaal Frankreichs, gespielt hat. Der Vater scheint das Ganze noch gar nicht so recht glauben zu wollen, schießt immer wieder mit seinem Handy Fotos von der Leuchtreklame. Dort steht auf roten Lettern vor schwarzem Hintergund: Syd Matters. Oben strahlt in weißen Buchstaben: Olympia

Ja, sie haben es wirklich geschafft, sind im Olymp des Pophimmels angekommen. Ganz ohne Medienrummel, Majorlabel, Werbekampagnen, Fernsehauftritte, Powerplay im Radio und ähnliche Dinge. Einfach nur, weil ihre Musik überragend gut ist und für sich selbst spricht. "Hier wollte ich schon als kleiner Junge hin" hatte Jonathan Morali in einer der bewegendsten Szenen sichtlich gerührt zugegeben. Aber sie haben nicht nur hier gespielt, sondern das beste Konzert geboten, das ich hier je sehen durfte. Es war grandios und einfach irreal stark. Auf einen Sportler gemünzt: sie haben nicht nur an den olympischen Spielen teilgenommen, sondern sogar die Goldmedaille gewonnen.

Bevor ich das Konzert zusammenfassen kann, muss ich aber erst einmal eine Nacht drüber schlafen. Zu viele, zu überwältigende Emotionen. Ich bin erst einmal sprachlos. Ich glaube ich habe an jenem 29. März die beste Band der Welt gesehen...

P.S: Super der Kommentar einer Besucherin auf der Facebook Seite von Syd Matters: "Ihr habt mich schlicht und einfach umgehauen! Super Sound, diabolisch gutes Licht und ihr mit zwei Backgroundsängerinnen. Einfach nur eine perfekte Nacht! Wahnsinn dieses Konzert! Danke von ganzem Herzen. I Love Syd Matters."






Syd Matters, Paris, 29.03.11


Konzert: Syd Matters

Ort: L'Olympia, Paris (!)
Datum: 29.03.2011
Zuschauer: fast ausverkauft
Konzertdauer: etwa 2 Stunden



Unglaublich bewegende Szenen, die sich während und nach dem sensationellen Konzert von Syd Matters im und vor dem Olympia in Paris abspielten. Sänger und Songwriter Jonathan Morali, der kurz vor Schluß sein Herz öffnet und von den Albträumen erzählt, die ihn in den Wochen vor diesem Auftritt heimgesucht haben. Vor allem von der Wahnvorstellung, daß er und seine Band vor fast leerem Hause spielen würden. Sich dann aber ob des regen Andrangs sichtlich erleichtert herzlich bei seinen Großeltern fürs Kommen bedankt und Richtung Loge zeigt, wo die alten Herrschaften sitzen. Gitarrist Remi Alexandre, der bei der Verabschiedung der Band seine ganze Anspannung herausschreit und über beide Ohren grinst. Pianist und Gitarrist Olivier Marguerit, der sich sehr höflich, ja fast demütig, beim Publikum bedankt und ein wunderbares Glänzen in seinen blauen Augen hat. Die beiden hübschen Backgroundsängerinnen, die ihr schönstes Lächeln zeigen. Drummer Clement und Bassist Yean-Yves, die wie immer mannschaftsdienlich, aber hocheffizient gespielt haben und sich auch bei der Verabschiedung dezent zurückhalten. Stéphan Milochevitch aka Thousand, der nicht nur als zweiter Drummer zum Einsatz kam, sondern auch das feine Artwork der CD und der exklusiven Poster gestaltet hat. Und natürlich nicht zu vergessen das Publikum, das den Helden des Abends minutenlange Ovationen bereitet und mit Schmetterlingen im Bauch den Saal verlässt.

Draußen vor der Tür geht es dann emotional aufgeladen weiter. Alle sind begeistert, alle schwärmen in höchsten Tönen. Sylvain, der selbst in einer Band (Game & Watch) spielt und Syd Matters so einige Male gefilmt hat und sagt, daß Jonathan Morali und seine Jungs die Allerbesten in Frankreich sind. Dorothée von The Rodeo, die neidlos die große Klasse von Syd Matters anerkannt. Laurie, die Duopartnerin von Gitarrist Olivier Marguerit, die gekommen ist, obwohl (bestätigten) Gerüchten zu Folge, die Partnerschaft und das musikalische Projekt mit Olivier (My Girlfriend Is Better Than Yours) beendet ist.

Vor allem aber die Eltern von Olivier Marguerit, die einfach rührend sind. Obwohl ihr Sohn drinnen mit seinen Bandkumpels anstößt und feiert, harren sie noch eine halbe Stunde aus, zeigen sich gegenüber ihren Bekannten keine Spur eingebildet oder überheblich, sondern können selbst kaum fassen, daß ihr Sohn im Olympia, dem prestigeträchtigsten Konzertsaal Frankreichs, gespielt hat. Der Vater scheint das Ganze noch gar nicht so recht glauben zu wollen, schießt immer wieder mit seinem Handy Fotos von der Leuchtreklame. Dort steht auf roten Lettern vor schwarzem Hintergund: Syd Matters. Oben strahlt in weißen Buchstaben: Olympia

Ja, sie haben es wirklich geschafft, sind im Olymp des Pophimmels angekommen. Ganz ohne Medienrummel, Majorlabel, Werbekampagnen, Fernsehauftritte, Powerplay im Radio und ähnliche Dinge. Einfach nur, weil ihre Musik überragend gut ist und für sich selbst spricht. "Hier wollte ich schon als kleiner Junge hin" hatte Jonathan Morali in einer der bewegendsten Szenen sichtlich gerührt zugegeben. Aber sie haben nicht nur hier gespielt, sondern das beste Konzert geboten, das ich hier je sehen durfte. Es war grandios und einfach irreal stark. Auf einen Sportler gemünzt: sie haben nicht nur an den olympischen Spielen teilgenommen, sondern sogar die Goldmedaille gewonnen.

Bevor ich das Konzert zusammenfassen kann, muss ich aber erst einmal eine Nacht drüber schlafen. Zu viele, zu überwältigende Emotionen. Ich bin erst einmal sprachlos. Ich glaube ich habe an jenem 29. März die beste Band der Welt gesehen...

P.S: Super der Kommentar einer Besucherin auf der Facebook Seite von Syd Matters: "Ihr habt mich schlicht und einfach umgehauen! Super Sound, diabolisch gutes Licht und ihr mit zwei Backgroundsängerinnen. Einfach nur eine perfekte Nacht! Wahnsinn dieses Konzert! Danke von ganzem Herzen. I Love Syd Matters."






Syd Matters, Paris, 02.11.10


Konzert: Syd Matters

Ort: Le Bataclan, Paris
Datum: 02.11.10
Zuschauer: ausverkauft, also 1500!
Konzertdauer: 105 Minuten


Ein verrückter Konzertabend. Wieder einmal.

Wer uns regelmäßig liest, weiß, daß ich riesiger Fan der Pariser Band Syd Matters bin. Das Konzert meiner Lieblinge im legendären Bataclan (Fassunsgvermögen 1500 Zuschauer) war somit Pflichttermin für den heutigen 2. November 2010. Das Dumme war bloß, daß ich die Sache regelrecht verpennt hatte. Es gibt im Spätherbst/Frühwinter einfach zu viele gute Konzerte auf einmal und ich frage mich ohnehin schon, wie lange ich die Strapazen körperlich und seelisch durchhalten kann. Die für das unsrige Konzerttagebuch durchgearbeiteten Nächte zähle ich schon gar nicht mehr. Langer Rede kurzer Sinn: unkoordiniert und müde wie ich war, hatte ich weder Karte noch Akkreditierung für das seit langem ausverkaufte Konzert. Und die Jungs von Syd Matters kurzfristig noch mit einer Bitte um einen Gästelistenplatz anzuhauen, wollte ich auch nicht. Schließlich waren sie mitten in der Vorbereitung auf diesen mit Spannung erwarteten Auftritt in einem der bekanntesten Konzertsäle der Stadt.

Reichlich traurig fuhr ich gegen 20 Uhr 30 Richtung Pop In, wo ich mich mit den Konzerten der Französin Sarah Jeanne Ziegler und dem Ami Setting Sun auf Gratisbasis trösten wollte. Mein Kohldampf befahl mir aber zunächst einen Besuch in einem indischen Schnellimbiss um die Ecke. Ich stopfte das scharf gewürzte Zeug hastig in mich hinein wie ein seit Tagen völlig ausgehungerter Bergarbeiter und kam plötzlich auf die Idee, doch mal vor dem Bataclan vorbeizuschauen. Der Konzertsal liegt wohlgemerkt nicht weit vom Pop In entfernt, ich konnte also zu Fuß hin-und herlaufen. Ich hoffte wie durch ein kleines Wunder, irgendwelche Bekannte aus dem Umfeld der Band zu treffen, die mich in letzter Minute einschleusen. Vor der Tür hingen aber nur noch ein paar Schwarzhändler rum, die die Tickets für 40 Euro verkaufen wollten. Ich lehnte dankend ab und sah plötzlich ein recht junges Mädchen, das mich fragte, ob ich ihr ihre überschüssige Karte zum Normalpreis abkaufen wolle. Sie habe sich gerade mit ihrem Freund gestritten und der Kerl sei dann einfach wutschnaubend abgehauen. Ursprünglich hatte sie vor, mit ihrem Lover das Konzert zu besuchen. Nun aber hatte sie eine Karte über. Ich bezahlte ihr die 24 Euro und wir wünschten uns beide ein schönes Konzert. Sie dachte nicht im Traum daran, sich den Abend komplett vermiesen zu lassen und ging auch mit rein.

Drinnen hatte die Show schon seit einer Weile begonnen. Meine Uhr war um kurz vor 21 Uhr stehengeblieben, aber es war nun schon bereits halb zehn. Eine knappe halbe Stunde hatte ich also dummerweise verpasst. Das Set sollte aber 105 Minuten dauern, so daß das nicht allzu tragisch war. Dass sich mein Kommen definitiv noch gelohnt hatte, stellte sich ohnehin schon nach wenigen Minuten heraus. Ein ungemein fein austarierter, glasklarer Sound erfüllte das Rund, die Gitarren klangen unverschämt melodiös und Jonathan Morali sang schön wie nie zuvor. Innerhalb von 10 Minuten war ich mental hundert Prozent bei der Sache und tauchte ganz tief ab in die wunderbaren Klangwelten, in die uns die Pariser entführten. Sensationell wie brillant hier aufgespielt wurde! Alles passte, das Zusammenspiel der fünfköpfigen Gruppe funktionierte wie am Schnürchen. Die Stimmung im Publikum war entsprechend prima. Syd Matters haben ohnehin die besten Fans der Welt. Alle sind sie nett, friedlich und rücksichtsvoll, keiner nervt, keiner kommt einem dumm. Ein Mädchen, das vor mir stand, bot mir sogar ihren Platz an, damit ich bessere Fotos schießen konnte. Es war wie an Weihnachten oder Neujahr, wo sich Fremde auf der Straße ein frohes Fest, oder ein gutes neues Jahr wünschen. Es fehlte nur noch, daß wir uns alle wie in der Kirche an die Hand nahmen. Mit leuchtenden Augen blickten die Leute nach vorne, wo sich die fünf hochsympathischen und angenehm bescheiden gebliebenen Musiker alle Mühe dieser Welt gaben, um ihren Fans etwas zu bieten. Dieser Einsatz kam wahnsinnig gut an und nach jedem beendeten Lied gab es lange Ovationen für die Helden auf der Bühne. Fast eingeschüchtert bedankten sich die Musiker mit einem kurzen Kopfnicken. Dann konzentrierten sich wieder auf ihr feines Programm. Wenn ich eben die peacige Atmosphäre erwähnte, so lag das sicherlich am Sound von Syd Matters. Der Gesang von Jonathan Morali war (wie immer) fast pastoral zu nennen, die traumhaft schönen Chorgesänge hätten genauso gut von einem Kirchenchor stammen können und die Orgel gab dem Ganzen eine feierliche Note. Eine angenehme Wärme durchflutete meine ganzen Körper und ich erlebte das Konzert wie einen schönen Traum. Die Songs vom neuen Album Brother Ocean funktionierten prächtig und besonders Lost sorgte für einen mächtigen Klos in meinem Hals. So muss es wohl klingen wenn man im Paradies aufgenommen wird. Chöre so profund schön, daß kein Dichter dieser Welt sie mit Worten beschreiben könnte, ein Refrain der im Ohr hängenbleibt ("what a strange feeling to be lost") und ein perfektes, elegantes Zusammenspiel wie bei Real Madrid. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten sie mich völlig um ihren Finger gewickelt. Die guten Songs reihten sich wie Perlen auf einer Kette, End & Start Again bot die melodischsten Gitarren der Welt, It's a Nickname swingte ungeheuerlich, Anytime Now! rockte ungewohnt laut und bei Obstacles andymöllerte ich wie blöd. Es war einfach zu ergreifend, ich konnte nicht anders als heiße Tränen zu vergießen. "Let's say sunshine for everyone, but as far as I can remember we've been migratory animals, living under changing weather", da bleibt einfach kein Auge trocken. Glasigen Blickes sah ich die Band zum ersten Mal die Bühne verlassen...

Nach einer Weile kam zunächst Jonathan alleine zurück und trug die reduzierte Balade Shore* vor, bevor die andern vier wieder mit hinzustießen und gemeinsam den Seelentröster Everything Else zelebrierten. Ein Fest. Dann trat Olivier Marguerit nach vorne und heizte dem Publikum klatschenderweise ein, um es bei Me & My Horses zum Mitmachen zu bewegen. Der Song war an Dramatik kaum zu überbieten und katapultierte sich von Minute zu Minute weiter nach oben. So etwa Fulminantes hatte ich schon lange nicht mehr gehört, das hatte fast epische Ausmaße wie bei A Silver Mount Zion! Die Zuschauer jubelten wie unter Droge. Dann war wieder Schluß. Oder doch nicht? Nein, es ging weiter. Lost Bird erreichte Werte auf der Melancholieskala, die man eigentlich nur von Genies wie Nick Drake (Fruit Tree) oder Elliott Smith her kennt. Aber Syd Matters müssen keinen Vergleich scheuen, sie spielen in einer ganz hohen Liga. Nach dem David Bowie Cover Space Oddity räumten sie mit To All of You, einem für die Serie Oc California beutzten Song, noch einmal auf ganzer Linie ab. Was für ein unfassbares Konzert! Weltklasse, absolute Weltklasse!

Nächster Halt auf dem Weg in den französischen Pop Olymp: das Olympia.! In dieser Kultstätte spielen Syd Maters am 29. März 2011. Ich bin wieder dabei. Logisch! In spätestens 20 Jahren wird man Syd Matters eh in einem Atemzug mit Serge Gainsbourg nennen.





Setlist Syd Matters, Bataclan, Paris, klick!

Aus unserem Archiv:

Syd Matters, Paris, 20.09.10
Syd Matters, Paris, 21.01.09
Syd Matters, Paris, 11.06.08
Syd Matters, Paris, 13.02.08
Syd Matters, Paris, 25.05.07
Syd Matters, Paris, 31.01.07


- * Top Video, Syd Matters Shore akustisch auf le hiboo.com. Unbedingt angucken. Klick!


Syd Matters, Paris, 02.11.10


Konzert: Syd Matters

Ort: Le Bataclan, Paris
Datum: 02.11.10
Zuschauer: ausverkauft, also 1500!
Konzertdauer: 105 Minuten


Ein verrückter Konzertabend. Wieder einmal.

Wer uns regelmäßig liest, weiß, daß ich riesiger Fan der Pariser Band Syd Matters bin. Das Konzert meiner Lieblinge im legendären Bataclan (Fassunsgvermögen 1500 Zuschauer) war somit Pflichttermin für den heutigen 2. November 2010. Das Dumme war bloß, daß ich die Sache regelrecht verpennt hatte. Es gibt im Spätherbst/Frühwinter einfach zu viele gute Konzerte auf einmal und ich frage mich ohnehin schon, wie lange ich die Strapazen körperlich und seelisch durchhalten kann. Die für das unsrige Konzerttagebuch durchgearbeiteten Nächte zähle ich schon gar nicht mehr. Langer Rede kurzer Sinn: unkoordiniert und müde wie ich war, hatte ich weder Karte noch Akkreditierung für das seit langem ausverkaufte Konzert. Und die Jungs von Syd Matters kurzfristig noch mit einer Bitte um einen Gästelistenplatz anzuhauen, wollte ich auch nicht. Schließlich waren sie mitten in der Vorbereitung auf diesen mit Spannung erwarteten Auftritt in einem der bekanntesten Konzertsäle der Stadt.

Reichlich traurig fuhr ich gegen 20 Uhr 30 Richtung Pop In, wo ich mich mit den Konzerten der Französin Sarah Jeanne Ziegler und dem Ami Setting Sun auf Gratisbasis trösten wollte. Mein Kohldampf befahl mir aber zunächst einen Besuch in einem indischen Schnellimbiss um die Ecke. Ich stopfte das scharf gewürzte Zeug hastig in mich hinein wie ein seit Tagen völlig ausgehungerter Bergarbeiter und kam plötzlich auf die Idee, doch mal vor dem Bataclan vorbeizuschauen. Der Konzertsal liegt wohlgemerkt nicht weit vom Pop In entfernt, ich konnte also zu Fuß hin-und herlaufen. Ich hoffte wie durch ein kleines Wunder, irgendwelche Bekannte aus dem Umfeld der Band zu treffen, die mich in letzter Minute einschleusen. Vor der Tür hingen aber nur noch ein paar Schwarzhändler rum, die die Tickets für 40 Euro verkaufen wollten. Ich lehnte dankend ab und sah plötzlich ein recht junges Mädchen, das mich fragte, ob ich ihr ihre überschüssige Karte zum Normalpreis abkaufen wolle. Sie habe sich gerade mit ihrem Freund gestritten und der Kerl sei dann einfach wutschnaubend abgehauen. Ursprünglich hatte sie vor, mit ihrem Lover das Konzert zu besuchen. Nun aber hatte sie eine Karte über. Ich bezahlte ihr die 24 Euro und wir wünschten uns beide ein schönes Konzert. Sie dachte nicht im Traum daran, sich den Abend komplett vermiesen zu lassen und ging auch mit rein.

Drinnen hatte die Show schon seit einer Weile begonnen. Meine Uhr war um kurz vor 21 Uhr stehengeblieben, aber es war nun schon bereits halb zehn. Eine knappe halbe Stunde hatte ich also dummerweise verpasst. Das Set sollte aber 105 Minuten dauern, so daß das nicht allzu tragisch war. Dass sich mein Kommen definitiv noch gelohnt hatte, stellte sich ohnehin schon nach wenigen Minuten heraus. Ein ungemein fein austarierter, glasklarer Sound erfüllte das Rund, die Gitarren klangen unverschämt melodiös und Jonathan Morali sang schön wie nie zuvor. Innerhalb von 10 Minuten war ich mental hundert Prozent bei der Sache und tauchte ganz tief ab in die wunderbaren Klangwelten, in die uns die Pariser entführten. Sensationell wie brillant hier aufgespielt wurde! Alles passte, das Zusammenspiel der fünfköpfigen Gruppe funktionierte wie am Schnürchen. Die Stimmung im Publikum war entsprechend prima. Syd Matters haben ohnehin die besten Fans der Welt. Alle sind sie nett, friedlich und rücksichtsvoll, keiner nervt, keiner kommt einem dumm. Ein Mädchen, das vor mir stand, bot mir sogar ihren Platz an, damit ich bessere Fotos schießen konnte. Es war wie an Weihnachten oder Neujahr, wo sich Fremde auf der Straße ein frohes Fest, oder ein gutes neues Jahr wünschen. Es fehlte nur noch, daß wir uns alle wie in der Kirche an die Hand nahmen. Mit leuchtenden Augen blickten die Leute nach vorne, wo sich die fünf hochsympathischen und angenehm bescheiden gebliebenen Musiker alle Mühe dieser Welt gaben, um ihren Fans etwas zu bieten. Dieser Einsatz kam wahnsinnig gut an und nach jedem beendeten Lied gab es lange Ovationen für die Helden auf der Bühne. Fast eingeschüchtert bedankten sich die Musiker mit einem kurzen Kopfnicken. Dann konzentrierten sich wieder auf ihr feines Programm. Wenn ich eben die peacige Atmosphäre erwähnte, so lag das sicherlich am Sound von Syd Matters. Der Gesang von Jonathan Morali war (wie immer) fast pastoral zu nennen, die traumhaft schönen Chorgesänge hätten genauso gut von einem Kirchenchor stammen können und die Orgel gab dem Ganzen eine feierliche Note. Eine angenehme Wärme durchflutete meine ganzen Körper und ich erlebte das Konzert wie einen schönen Traum. Die Songs vom neuen Album Brother Ocean funktionierten prächtig und besonders Lost sorgte für einen mächtigen Klos in meinem Hals. So muss es wohl klingen wenn man im Paradies aufgenommen wird. Chöre so profund schön, daß kein Dichter dieser Welt sie mit Worten beschreiben könnte, ein Refrain der im Ohr hängenbleibt ("what a strange feeling to be lost") und ein perfektes, elegantes Zusammenspiel wie bei Real Madrid. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten sie mich völlig um ihren Finger gewickelt. Die guten Songs reihten sich wie Perlen auf einer Kette, End & Start Again bot die melodischsten Gitarren der Welt, It's a Nickname swingte ungeheuerlich, Anytime Now! rockte ungewohnt laut und bei Obstacles andymöllerte ich wie blöd. Es war einfach zu ergreifend, ich konnte nicht anders als heiße Tränen zu vergießen. "Let's say sunshine for everyone, but as far as I can remember we've been migratory animals, living under changing weather", da bleibt einfach kein Auge trocken. Glasigen Blickes sah ich die Band zum ersten Mal die Bühne verlassen...

Nach einer Weile kam zunächst Jonathan alleine zurück und trug die reduzierte Balade Shore* vor, bevor die andern vier wieder mit hinzustießen und gemeinsam den Seelentröster Everything Else zelebrierten. Ein Fest. Dann trat Olivier Marguerit nach vorne und heizte dem Publikum klatschenderweise ein, um es bei Me & My Horses zum Mitmachen zu bewegen. Der Song war an Dramatik kaum zu überbieten und katapultierte sich von Minute zu Minute weiter nach oben. So etwa Fulminantes hatte ich schon lange nicht mehr gehört, das hatte fast epische Ausmaße wie bei A Silver Mount Zion! Die Zuschauer jubelten wie unter Droge. Dann war wieder Schluß. Oder doch nicht? Nein, es ging weiter. Lost Bird erreichte Werte auf der Melancholieskala, die man eigentlich nur von Genies wie Nick Drake (Fruit Tree) oder Elliott Smith her kennt. Aber Syd Matters müssen keinen Vergleich scheuen, sie spielen in einer ganz hohen Liga. Nach dem David Bowie Cover Space Oddity räumten sie mit To All of You, einem für die Serie Oc California beutzten Song, noch einmal auf ganzer Linie ab. Was für ein unfassbares Konzert! Weltklasse, absolute Weltklasse!

Nächster Halt auf dem Weg in den französischen Pop Olymp: das Olympia.! In dieser Kultstätte spielen Syd Maters am 29. März 2011. Ich bin wieder dabei. Logisch! In spätestens 20 Jahren wird man Syd Matters eh in einem Atemzug mit Serge Gainsbourg nennen.





Setlist Syd Matters, Bataclan, Paris, klick!

Aus unserem Archiv:

Syd Matters, Paris, 20.09.10
Syd Matters, Paris, 21.01.09
Syd Matters, Paris, 11.06.08
Syd Matters, Paris, 13.02.08
Syd Matters, Paris, 25.05.07
Syd Matters, Paris, 31.01.07


- * Top Video, Syd Matters Shore akustisch auf le hiboo.com. Unbedingt angucken. Klick!