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Heligoland, Paris, 26.10.10


Konzert: Heligoland

Ort: L'International, Paris
Datum: 26.10.10
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: ungefähr 40 Minuten


Auf Helgoland war ich noch nie. Meine Eltern sind früher immer mit mir auf eine andere Nordseeinsel, nach Norderney, gefahren. Dennoch führe ich die englische Übersetzung von Helgoland, Heligoland, in den letzten 12 Monaten regelmäßig im Munde, weil sich eine in Paris lebende australische Shoegaze-Band nach der Insel benannt hat. Seitdem ich sie im Pariser Glazart 2009 zum ersten mal sah, bin ich regelrecht süchtig nach ihrem melancholischen Dreampop. Hinzu kommt, daß die Bandmitglieder unglaublich nett und herzlich sind und immer ein Lächeln auf den Lippen tragen. Sängerin Karen Vogt hat es mir mit ihrem sehnsüchtig flehentlichen Gesang besonders angetan. Man merkt, daß das bei ihr aufrichtig gemeint ist, sie nicht schauspielert. Und Gitarrist Dave Olliffe hat schon in meinem Wohnzimmer musiziert, aber ich finde ihn nicht nur deshalb toll. Mit seinen melodischen Riffs schießt er mich regelmäßig auf den Mars.

Klar, daß ich kein Konzert von Heligoland verpassen will! Zu dumm nur, daß heute auch noch Peter Broderick in der Flèche d'or spielte und ich den Kerl auch auf keinen Fall auslassen wollte. Aber ich schaffte beides terminlich zu vereinbaren. Erst Peter Broderick und dann Heligoland im International. Dass ich die ersten beiden Songs der Australier versäumte war zu verschmerzen. Mit Nearness und Light Inside hatten sich mich nämlich schnell wieder rumgekriegt. Die Kombi aus dem wehklagenden Gesang von Karen und den unverschämt melodiösen und schönen Gitarrenparts von Dave wirkte besser als jedes Medikament und die traurige Musik verbesserte meine Laune schlagartig. Auch ein Jahr ohne Sonne, A Year Without Sunlight konnte meiner Psyche nichts anhaben, vor allem wenn es sich um ein famoses Lied von Heligoland handelt. Wahnsinn wie Karen mit ihrer berührenden Stimme die Seele massierte und Dave die Elektrische höher und höher stiegen ließ. Wie ein Heißluftballon, der sich immer weiter von der Erde entfernt. In solchen Momenten möchte ich am liebsten meine Euphorie rausschreien, wie ein Fußballspieler, der ein wichtiges Tor markiert hat. Vor meinem geistigen Auge laufen dann Bilder von Adlern ab, die majestätisch über die Felder gleiten und sich grenzenlos frei fühlen. Immer wieder fantastisch was Musik auf emotionaler Ebene anstellen kann. Und Heligoland drücken eben bei mir genau die richtigen Knöpfchen! Hach!



Wer Gelegenheit hat, die live zu viert auftretende Band in seiner Nähe zu sehen, sollte unbedingt da hin. Für meine Helden würde ich persönlich nämlich glatt nach Australien schwimmen. Aber das muss ich gar nicht, sie spielen ja oft genug in Paris und wer nicht grad um die Ecke wohnt, kann sich wunderbar mit ihrem neuen Album All Your Ships Are White trösten!



Setlist Heligoland, L'International, Paris:

01: Cabo De Gata
02: Kiss Kiss Bang Bang
03: Nearness
04: Light Inside
05. I'm In Love With A German Filmstar (The Passions Cover)
06: Mapping


Aus unserem Archiv:

Heligoland, Paris, 05.05.10
Heligoland, Paris, 17.02.10
Heligoland, Paris, 11.10.09
Heligoland, Paris, 02.09.09



Heligoland, Paris, 26.10.10


Konzert: Heligoland

Ort: L'International, Paris
Datum: 26.10.10
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: ungefähr 40 Minuten


Auf Helgoland war ich noch nie. Meine Eltern sind früher immer mit mir auf eine andere Nordseeinsel, nach Norderney, gefahren. Dennoch führe ich die englische Übersetzung von Helgoland, Heligoland, in den letzten 12 Monaten regelmäßig im Munde, weil sich eine in Paris lebende australische Shoegaze-Band nach der Insel benannt hat. Seitdem ich sie im Pariser Glazart 2009 zum ersten mal sah, bin ich regelrecht süchtig nach ihrem melancholischen Dreampop. Hinzu kommt, daß die Bandmitglieder unglaublich nett und herzlich sind und immer ein Lächeln auf den Lippen tragen. Sängerin Karen Vogt hat es mir mit ihrem sehnsüchtig flehentlichen Gesang besonders angetan. Man merkt, daß das bei ihr aufrichtig gemeint ist, sie nicht schauspielert. Und Gitarrist Dave Olliffe hat schon in meinem Wohnzimmer musiziert, aber ich finde ihn nicht nur deshalb toll. Mit seinen melodischen Riffs schießt er mich regelmäßig auf den Mars.

Klar, daß ich kein Konzert von Heligoland verpassen will! Zu dumm nur, daß heute auch noch Peter Broderick in der Flèche d'or spielte und ich den Kerl auch auf keinen Fall auslassen wollte. Aber ich schaffte beides terminlich zu vereinbaren. Erst Peter Broderick und dann Heligoland im International. Dass ich die ersten beiden Songs der Australier versäumte war zu verschmerzen. Mit Nearness und Light Inside hatten sich mich nämlich schnell wieder rumgekriegt. Die Kombi aus dem wehklagenden Gesang von Karen und den unverschämt melodiösen und schönen Gitarrenparts von Dave wirkte besser als jedes Medikament und die traurige Musik verbesserte meine Laune schlagartig. Auch ein Jahr ohne Sonne, A Year Without Sunlight konnte meiner Psyche nichts anhaben, vor allem wenn es sich um ein famoses Lied von Heligoland handelt. Wahnsinn wie Karen mit ihrer berührenden Stimme die Seele massierte und Dave die Elektrische höher und höher stiegen ließ. Wie ein Heißluftballon, der sich immer weiter von der Erde entfernt. In solchen Momenten möchte ich am liebsten meine Euphorie rausschreien, wie ein Fußballspieler, der ein wichtiges Tor markiert hat. Vor meinem geistigen Auge laufen dann Bilder von Adlern ab, die majestätisch über die Felder gleiten und sich grenzenlos frei fühlen. Immer wieder fantastisch was Musik auf emotionaler Ebene anstellen kann. Und Heligoland drücken eben bei mir genau die richtigen Knöpfchen! Hach!



Wer Gelegenheit hat, die live zu viert auftretende Band in seiner Nähe zu sehen, sollte unbedingt da hin. Für meine Helden würde ich persönlich nämlich glatt nach Australien schwimmen. Aber das muss ich gar nicht, sie spielen ja oft genug in Paris und wer nicht grad um die Ecke wohnt, kann sich wunderbar mit ihrem neuen Album All Your Ships Are White trösten!



Setlist Heligoland, L'International, Paris:

01: Cabo De Gata
02: Kiss Kiss Bang Bang
03: Nearness
04: Light Inside
05. I'm In Love With A German Filmstar (The Passions Cover)
06: Mapping


Aus unserem Archiv:

Heligoland, Paris, 05.05.10
Heligoland, Paris, 17.02.10
Heligoland, Paris, 11.10.09
Heligoland, Paris, 02.09.09



The Big Pink & Ghost Society, 11.06.10


Konzert: The Big Pink & Ghost Society

Ort: La Machine du Moulin Rouge, Paris
Datum: 11.06.10
Zuschauer: nicht sehr viele, vielleicht 250? Und der Laden ist groß (Fassunsgvermögen etwa 1000)
Konzertdauer: The Big Pink 45 Minuten


Konzerte nach Mitternacht, das gibt es abgesehen von Festivalauftritten recht selten. Ich erinnere mich eigentlich nur an zwei andere Events dieser Art. 2009 spielten Vampire Weekend (auf dem Foto) zu nächtlicher Stunde ein fulminantes Konzert und 2006 traten die alten Säcke der New York Dolls im Olmypia auf, um ein schauderhaftes Konzert aufs Parkett zu legen.

Wie würde es heute werden? Und wie kam es überhaupt zu dieser ungewöhnlich späten Ansetzung? Nun, die Engländer The Big Pink hatten am Nachmittag die zweifelhafte Ehre, im Vorprogramm der absolut scheußlichen Muse im riesigen Stade de France aufzutreten und da bot es sich an, zu später Sunde noch einen Club Gig dranzuhängen. Eine feine Sache, zumal ich die aufstrebende Band noch nie live gesehen hatte und mir auch in letzter Minute ein Gästelistenplatz zugeschustert wurde. Ohnehin kostete die Veranstaltung nur faire 10 Euro und dafür wurde einem zudem die dänische Band Ghost Society auf dem Tablett serviert. Eine super Truppe, die bereits um Punkt Mitternacht anfing. Anfgeführt von der hübschen Blondine Sara Savery (auch Mitglied von People Press Play) bot die vierköpfige Band (in der heute der Franzose Simone von Exsonvaldes als Gastmusiker mitspielte) feinen IndiePop/Shoegaze, der mit ein paar richtig schönen Stücken gespickt war. Die Stimme der singenden Bassistin Sara hatte es mir besonders angetan und ihre Band Ghost Society ist der beste Beweis dafür, daß die dänische Musikszene zur Zeit hoch spannend ist!

Um 0 Uhr 35 waren die Nordeuropäer mit ihrem Set durch und die Zuschauer warteten nun ungeduldig auf den Beginn von The Big Pink. Der Start verzögerte sich aber ungewöhnlich lange. Erst nachdem man über eine Stunde tatenlos rumhing, ging der Vorhang um 1 Uhr 45 (!) endlich auf und vier überwiegend in schwarz gekleidete Musiker betraten die Bühne. Sofort fiel mir auf, daß eine Frau am Schlagzeug saß. Die zierlich aussehende Asiatin bewies in der Folge, daß sie mächtig Power hat und daß auch Frauen trommeln können, selbst wenn die Schlagzeugerin von GlasVegas mit ihrem stümperhaften Spiel in den letzten Jahren Negativwerbung für weibliche Drummerinnen gemacht hat. In der Mitte agierte ein Typ mit Muskel Shirt und einem ausgeprägten Bizeps. Es handelte sich um den Sänger und Gitarristen Robbie Furze (was für ein Name, der Plural von Furz!), der eine ähnliche Stimme wie der komische Typ von Kasabian hatte. The Big Pink gefielen mir aber deutlich besser als die Stadionrabauken von Kasabian, denn ihr Sound war kompromisslos, rauh, roh und pechschwarz. Parallelen zu A Place To Bury Strangers, The Jesus & Mary Chain, Black Rebel Motorcycle Club und den Stone Roses kamen mir in den Sinn, aber trotz der nur recht schwer erkennbaren eigenen Indentität, konnte ich dem Set so einiges abgewinnen. Die Band war tight, höllisch laut und berauschend. Erfreulicherweise war das Ganze auch gitarenlastiger als ich das im Vorfel vermutet hatte. Ich war davon ausgewonnen, daß die Keyboardparts eine dominante Rolle spielen würden, aber dem war glücklicherweise nicht so. The Big Pink feuerten die Songs ihres ersten Album A Brief History Of Love ab und hatten auch Platz für zwei neue Lieder im Set. Der Abschluß nach kurzen 45 Minuten ohne Zugabe dann aber wie zu erwarten mit dem Hit Dominos, der auch schon zu Werbezwecken verwendet (missbraucht?) wurde. "The girls falls like Dominos" traf zwar heute nicht direkt zu, aber zumindest rissen ein paar Mädels bei diesem Kracher euphorisch die Arme in die Luft.

Ein gutes Konzert, das um 2 Uhr 30 endete und zur Folge hatte, daß ich die letzte Metro verpasst hatte. Vergeblich wartete ich eine halbe Stunde lang auf ein freies Taxi und musste dann wohl oder übel den Heimweg zu Fuß antreten. Ich bin eine Stunde durch das nächtliche Paris gelatscht! Was ich nicht alles für Konzerte tue!

Setlist The Big Pink, La Machine du Moulin Rige, Paris:

01: Too Young To Love
02: At War
03: Velvet
04: Crystal Visions
05: Twilight
06: Tonight
07: Sweet Dreams
08: Dominos



The Big Pink & Ghost Society, 11.06.10


Konzert: The Big Pink & Ghost Society

Ort: La Machine du Moulin Rouge, Paris
Datum: 11.06.10
Zuschauer: nicht sehr viele, vielleicht 250? Und der Laden ist groß (Fassunsgvermögen etwa 1000)
Konzertdauer: The Big Pink 45 Minuten


Konzerte nach Mitternacht, das gibt es abgesehen von Festivalauftritten recht selten. Ich erinnere mich eigentlich nur an zwei andere Events dieser Art. 2009 spielten Vampire Weekend (auf dem Foto) zu nächtlicher Stunde ein fulminantes Konzert und 2006 traten die alten Säcke der New York Dolls im Olmypia auf, um ein schauderhaftes Konzert aufs Parkett zu legen.

Wie würde es heute werden? Und wie kam es überhaupt zu dieser ungewöhnlich späten Ansetzung? Nun, die Engländer The Big Pink hatten am Nachmittag die zweifelhafte Ehre, im Vorprogramm der absolut scheußlichen Muse im riesigen Stade de France aufzutreten und da bot es sich an, zu später Sunde noch einen Club Gig dranzuhängen. Eine feine Sache, zumal ich die aufstrebende Band noch nie live gesehen hatte und mir auch in letzter Minute ein Gästelistenplatz zugeschustert wurde. Ohnehin kostete die Veranstaltung nur faire 10 Euro und dafür wurde einem zudem die dänische Band Ghost Society auf dem Tablett serviert. Eine super Truppe, die bereits um Punkt Mitternacht anfing. Anfgeführt von der hübschen Blondine Sara Savery (auch Mitglied von People Press Play) bot die vierköpfige Band (in der heute der Franzose Simone von Exsonvaldes als Gastmusiker mitspielte) feinen IndiePop/Shoegaze, der mit ein paar richtig schönen Stücken gespickt war. Die Stimme der singenden Bassistin Sara hatte es mir besonders angetan und ihre Band Ghost Society ist der beste Beweis dafür, daß die dänische Musikszene zur Zeit hoch spannend ist!

Um 0 Uhr 35 waren die Nordeuropäer mit ihrem Set durch und die Zuschauer warteten nun ungeduldig auf den Beginn von The Big Pink. Der Start verzögerte sich aber ungewöhnlich lange. Erst nachdem man über eine Stunde tatenlos rumhing, ging der Vorhang um 1 Uhr 45 (!) endlich auf und vier überwiegend in schwarz gekleidete Musiker betraten die Bühne. Sofort fiel mir auf, daß eine Frau am Schlagzeug saß. Die zierlich aussehende Asiatin bewies in der Folge, daß sie mächtig Power hat und daß auch Frauen trommeln können, selbst wenn die Schlagzeugerin von GlasVegas mit ihrem stümperhaften Spiel in den letzten Jahren Negativwerbung für weibliche Drummerinnen gemacht hat. In der Mitte agierte ein Typ mit Muskel Shirt und einem ausgeprägten Bizeps. Es handelte sich um den Sänger und Gitarristen Robbie Furze (was für ein Name, der Plural von Furz!), der eine ähnliche Stimme wie der komische Typ von Kasabian hatte. The Big Pink gefielen mir aber deutlich besser als die Stadionrabauken von Kasabian, denn ihr Sound war kompromisslos, rauh, roh und pechschwarz. Parallelen zu A Place To Bury Strangers, The Jesus & Mary Chain, Black Rebel Motorcycle Club und den Stone Roses kamen mir in den Sinn, aber trotz der nur recht schwer erkennbaren eigenen Indentität, konnte ich dem Set so einiges abgewinnen. Die Band war tight, höllisch laut und berauschend. Erfreulicherweise war das Ganze auch gitarenlastiger als ich das im Vorfel vermutet hatte. Ich war davon ausgewonnen, daß die Keyboardparts eine dominante Rolle spielen würden, aber dem war glücklicherweise nicht so. The Big Pink feuerten die Songs ihres ersten Album A Brief History Of Love ab und hatten auch Platz für zwei neue Lieder im Set. Der Abschluß nach kurzen 45 Minuten ohne Zugabe dann aber wie zu erwarten mit dem Hit Dominos, der auch schon zu Werbezwecken verwendet (missbraucht?) wurde. "The girls falls like Dominos" traf zwar heute nicht direkt zu, aber zumindest rissen ein paar Mädels bei diesem Kracher euphorisch die Arme in die Luft.

Ein gutes Konzert, das um 2 Uhr 30 endete und zur Folge hatte, daß ich die letzte Metro verpasst hatte. Vergeblich wartete ich eine halbe Stunde lang auf ein freies Taxi und musste dann wohl oder übel den Heimweg zu Fuß antreten. Ich bin eine Stunde durch das nächtliche Paris gelatscht! Was ich nicht alles für Konzerte tue!

Setlist The Big Pink, La Machine du Moulin Rige, Paris:

01: Too Young To Love
02: At War
03: Velvet
04: Crystal Visions
05: Twilight
06: Tonight
07: Sweet Dreams
08: Dominos