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Black Rebel Motorcycle Club & Queens Of The Stone Age, Rock en Seine, 27 & 28.08.10


Konzerte: Black Rebel Motorcycle Club & Queens Of The Stone Age

Ort: Scène de la Cascade und Grande Scéne

Datum: 27.08 & 28.08.2010
Zuschauer: jeweils zigtausende
Konzertdauer: jeweils rund eine Stunde


Weil es thematisch gut passt, möchte ich die Berichterstattung über das Festival Rock en Seine mit einer Gegenüberstellung der beiden Stonerbands abschließen.

Black Rebel Motorcycle Club spielten bereits am Freitag und zwar auf der zweitgrößten Bühne, der Scène de la Cascade. Ihr energiegeladener Auftritt wurde zu recht von der Musikpresse als äußerst gelungen bezeichnet. Von Beginn an herschte eine pechschwarze Atmosphäre, die sowohl durch die düstere Lightshow, als auch durch den Look und die Musik der Band aus San Franciso (nun Los Angeles) unterstrichen wurde. Die gothisch angehauchte Inszenierung gehört zum Markenzeichen der Band, aber in diesen Tagen war die Tristesse nicht nur Pose, denn erst kürzlich war Michael Been (von The Call), der Vater des Sängers und Gitarristen Robert Levon Been (oder auch Robert Turner) gestorben. Robert verlor über diesen Umstand aber kein Wort, sondern konzentrierte sich auf seinen Part. Fast gruselig wirkte er mit seinem schwarzen Kapuzenmantel, den er passend zum regnerischen Wetter trug. Erst später fiel die Kapuze und man sah endlich sein feines Gesicht und sein lockiges Haupthaar. Mit seiner krächzigen Reibeisenstimme und seinem sägenden Spiel hatte er die Fans mächtig aufgemischt. Die Stimmung konnte man nicht anders als explosiv nennen. Hinten sorgte die coole Drummerin Leah Shapiro für den richtigen Bumms, während auf der rechten Seite (vom Publikum aus gesehen) Peter Hayes agierte. Das Trio haute einen beinharten Song nach dem anderen raus und die Mischung aus wildem Garagenrock mit bluesigen Elementen kam unglaublich gut an. Was gespielt wurde schien fast egal zu sein, die Meute war auf Extase aus. Mir persönlich imponierte das Ende mit dem Doppelschlag aus Weapon Of Choice und Whatever Happened To my Rock'n Roll am meisten. Robert Turner war in dieser heißen Szene zusammen mit seiner Elektrischen queer durchs Publikum marschiert und sorgte für ein Blitzgewitter der Kompaktkameras. Er schien das Bad in der Menge sichtlich zu genießen und ich denke, umjubelte Konzerte zu geben ist für ihn die beste Medizin, um über den Tod seines Vaters hinwegzukommen.

Der Auftritt von BRMC bei Rock en Seine: Ein Hammer!

Weniger begeisternd gestaltete sich die Show der Queens Of The Stone Age auf der Hauptbühne am Samstag. Josh Homme und seine Mannen rockten zwar gewohnt beinhart ab, aber der Show wohnte etwas Routiniertes, Einstudiertes inne. Wenig Platz für Improvisation, stattdessen ein punktgenaues Runterschrammeln der Klassiker wie Little Sister, Burn The Witch oder No One Knows. Wo waren die neuen Lieder? Warum traten QOTSA überhaupt auf? Keiner weiß es. Ich hatte mir vorher mindestens drei neue Stücke erhofft, wurde aber durch die ziemlich langweilige Setlist enttäuscht. Josh hatte in einer Szene dem Publikum erklärt, daß es an ihm und seiner Band läge, ob die Zuschauer einen für immer bleibenden Eindruck von der Show davontrügen. Davon konnte leider keine Rede sein. Vor ein paar Jahren hatten mir die Queens Of The Stone Age an gleicher Stelle deutlich besser gefallen, heute das war nur Dienst nach Vorschrift. Toll sind sie natürlich immer noch. Ein neues Album bitte!

Setlist Black Rebel Motorcycle Club, Festival Rock en Seine 2010:

01: Beat The Devil's Tattoo
02: Love Burns
03: Mama Taught Me Better
04: Stop
05: Bad Blood
06: Ain't No Easy Way
07: Conscience Killer
08: Berlin
09: Weapon Of Choice
10: Whatever Happened To My Rock'n Roll
11: Spread Your Love


Setlist Queens Of The Stone Age, Rock en Seine 2010:

01: Feel Good Hit Of The Summer
02: The Lost Art Of Keeping A Secret
03: 3's & 7's
04: Sick, Sick, Sick
05: Misfit Love
06: Monsters In The Parasol
07: Burn The Witch
08: Long Slow Goodbye
09: Little Sister
10: I Thin I Lost My Headache
11: Go With The Flow
12: No One Knows
13: A Song For The Dead


Black Rebel Motorcycle Club & Queens Of The Stone Age, Rock en Seine, 27 & 28.08.10


Konzerte: Black Rebel Motorcycle Club & Queens Of The Stone Age

Ort: Scène de la Cascade und Grande Scéne

Datum: 27.08 & 28.08.2010
Zuschauer: jeweils zigtausende
Konzertdauer: jeweils rund eine Stunde


Weil es thematisch gut passt, möchte ich die Berichterstattung über das Festival Rock en Seine mit einer Gegenüberstellung der beiden Stonerbands abschließen.

Black Rebel Motorcycle Club spielten bereits am Freitag und zwar auf der zweitgrößten Bühne, der Scène de la Cascade. Ihr energiegeladener Auftritt wurde zu recht von der Musikpresse als äußerst gelungen bezeichnet. Von Beginn an herschte eine pechschwarze Atmosphäre, die sowohl durch die düstere Lightshow, als auch durch den Look und die Musik der Band aus San Franciso (nun Los Angeles) unterstrichen wurde. Die gothisch angehauchte Inszenierung gehört zum Markenzeichen der Band, aber in diesen Tagen war die Tristesse nicht nur Pose, denn erst kürzlich war Michael Been (von The Call), der Vater des Sängers und Gitarristen Robert Levon Been (oder auch Robert Turner) gestorben. Robert verlor über diesen Umstand aber kein Wort, sondern konzentrierte sich auf seinen Part. Fast gruselig wirkte er mit seinem schwarzen Kapuzenmantel, den er passend zum regnerischen Wetter trug. Erst später fiel die Kapuze und man sah endlich sein feines Gesicht und sein lockiges Haupthaar. Mit seiner krächzigen Reibeisenstimme und seinem sägenden Spiel hatte er die Fans mächtig aufgemischt. Die Stimmung konnte man nicht anders als explosiv nennen. Hinten sorgte die coole Drummerin Leah Shapiro für den richtigen Bumms, während auf der rechten Seite (vom Publikum aus gesehen) Peter Hayes agierte. Das Trio haute einen beinharten Song nach dem anderen raus und die Mischung aus wildem Garagenrock mit bluesigen Elementen kam unglaublich gut an. Was gespielt wurde schien fast egal zu sein, die Meute war auf Extase aus. Mir persönlich imponierte das Ende mit dem Doppelschlag aus Weapon Of Choice und Whatever Happened To my Rock'n Roll am meisten. Robert Turner war in dieser heißen Szene zusammen mit seiner Elektrischen queer durchs Publikum marschiert und sorgte für ein Blitzgewitter der Kompaktkameras. Er schien das Bad in der Menge sichtlich zu genießen und ich denke, umjubelte Konzerte zu geben ist für ihn die beste Medizin, um über den Tod seines Vaters hinwegzukommen.

Der Auftritt von BRMC bei Rock en Seine: Ein Hammer!

Weniger begeisternd gestaltete sich die Show der Queens Of The Stone Age auf der Hauptbühne am Samstag. Josh Homme und seine Mannen rockten zwar gewohnt beinhart ab, aber der Show wohnte etwas Routiniertes, Einstudiertes inne. Wenig Platz für Improvisation, stattdessen ein punktgenaues Runterschrammeln der Klassiker wie Little Sister, Burn The Witch oder No One Knows. Wo waren die neuen Lieder? Warum traten QOTSA überhaupt auf? Keiner weiß es. Ich hatte mir vorher mindestens drei neue Stücke erhofft, wurde aber durch die ziemlich langweilige Setlist enttäuscht. Josh hatte in einer Szene dem Publikum erklärt, daß es an ihm und seiner Band läge, ob die Zuschauer einen für immer bleibenden Eindruck von der Show davontrügen. Davon konnte leider keine Rede sein. Vor ein paar Jahren hatten mir die Queens Of The Stone Age an gleicher Stelle deutlich besser gefallen, heute das war nur Dienst nach Vorschrift. Toll sind sie natürlich immer noch. Ein neues Album bitte!

Setlist Black Rebel Motorcycle Club, Festival Rock en Seine 2010:

01: Beat The Devil's Tattoo
02: Love Burns
03: Mama Taught Me Better
04: Stop
05: Bad Blood
06: Ain't No Easy Way
07: Conscience Killer
08: Berlin
09: Weapon Of Choice
10: Whatever Happened To My Rock'n Roll
11: Spread Your Love


Setlist Queens Of The Stone Age, Rock en Seine 2010:

01: Feel Good Hit Of The Summer
02: The Lost Art Of Keeping A Secret
03: 3's & 7's
04: Sick, Sick, Sick
05: Misfit Love
06: Monsters In The Parasol
07: Burn The Witch
08: Long Slow Goodbye
09: Little Sister
10: I Thin I Lost My Headache
11: Go With The Flow
12: No One Knows
13: A Song For The Dead


Foals, Paris, 27.09.10


Konzert: Foals

Ort: Scène de la Cascade, Festival Rock en Seine
Datum: 27.09.2010
Zuschauer: zigtausende


Ziemlich positiv wurde ich von den Engländern Foals überrascht. Dabei hatte ich sie ja längst abgeschrieben. Der Hype um die Band aus dem noblen Studentenort Oxford ging mir auf die Nerven und außerdem störte mich der unglaublich an Robert "The Cure" Smith erinnernde Gesang des ewig mürrisch dreinblickenden Bandleader Yannis Philippakis. Gut, daß ich flexibel bin und meine Meinung revidieren kann. Sauertopf Yannis singt zwar imer noch wie Robert auf Speed und auch Bloc Party sind nie weit, aber das sphärische Gitarrenspiel, die zackigen, perkussiven Rhythmen und die treibenden Punk-Popsongs gefielen mir dennoch gut. Ich ließ mich auch nicht von den negativen Kommentaren meiner Frau und dem berühmt-berüchtigten Rockerparis beeindrucken, die beide lästerten was das Zeug hielt. Ich bin hier der Bloggerpapst. Punkt, aus, Ende! Witzig: In meiner Nähe befand sich eine sehr hübsche junge Blondine, die mit schwarzem Stift "Foals" auf ihr Dekolleté geschrieben hatte und deren Arme zudem die Parolen: "Yannis (auf dem rechten), marry me" (auf dem linken) zierten. Köstlich, diese Schwärmerei der jungen Dinger!

Ich persönlich würde Yannis zwar nicht heiraten wollen, aber ein Konzert seiner Band Foals gucke ich mir dann wohl doch noch einmal an. Miami oder Cassius (ein Abräumer!) sind einfach starke Songs.

Fazit: Foals sind schlechter als die Maccabees oder iliketrains aber allemal besser als die fürchterlichen Klaxons, die belanglosen Two Door Cinema Club oder die fies bombastischen White Lies.

Setlist Foals, Festival Rock en Seine 2010:

01: Total Live Forever
02: Cassius
03: Balloons
04: Miami
05: After Glow
06: Alabaster
07: Spanish Sahara
08: Red Socks Pugie
09: Electric Bloom
10: Two Steps Twice


Aus unserem Archiv:

Foals, Haldern, 07.08.08
Foals, Evreux, 28.06.08
Foals, Paris, 16.04.08
Foals, Paris, 21.02.08
Foals, Paris, 09.11.07


Foals, Paris, 27.09.10


Konzert: Foals

Ort: Scène de la Cascade, Festival Rock en Seine
Datum: 27.09.2010
Zuschauer: zigtausende


Ziemlich positiv wurde ich von den Engländern Foals überrascht. Dabei hatte ich sie ja längst abgeschrieben. Der Hype um die Band aus dem noblen Studentenort Oxford ging mir auf die Nerven und außerdem störte mich der unglaublich an Robert "The Cure" Smith erinnernde Gesang des ewig mürrisch dreinblickenden Bandleader Yannis Philippakis. Gut, daß ich flexibel bin und meine Meinung revidieren kann. Sauertopf Yannis singt zwar imer noch wie Robert auf Speed und auch Bloc Party sind nie weit, aber das sphärische Gitarrenspiel, die zackigen, perkussiven Rhythmen und die treibenden Punk-Popsongs gefielen mir dennoch gut. Ich ließ mich auch nicht von den negativen Kommentaren meiner Frau und dem berühmt-berüchtigten Rockerparis beeindrucken, die beide lästerten was das Zeug hielt. Ich bin hier der Bloggerpapst. Punkt, aus, Ende! Witzig: In meiner Nähe befand sich eine sehr hübsche junge Blondine, die mit schwarzem Stift "Foals" auf ihr Dekolleté geschrieben hatte und deren Arme zudem die Parolen: "Yannis (auf dem rechten), marry me" (auf dem linken) zierten. Köstlich, diese Schwärmerei der jungen Dinger!

Ich persönlich würde Yannis zwar nicht heiraten wollen, aber ein Konzert seiner Band Foals gucke ich mir dann wohl doch noch einmal an. Miami oder Cassius (ein Abräumer!) sind einfach starke Songs.

Fazit: Foals sind schlechter als die Maccabees oder iliketrains aber allemal besser als die fürchterlichen Klaxons, die belanglosen Two Door Cinema Club oder die fies bombastischen White Lies.

Setlist Foals, Festival Rock en Seine 2010:

01: Total Live Forever
02: Cassius
03: Balloons
04: Miami
05: After Glow
06: Alabaster
07: Spanish Sahara
08: Red Socks Pugie
09: Electric Bloom
10: Two Steps Twice


Aus unserem Archiv:

Foals, Haldern, 07.08.08
Foals, Evreux, 28.06.08
Foals, Paris, 16.04.08
Foals, Paris, 21.02.08
Foals, Paris, 09.11.07


Roxy Music, Rock en Seine, 29.08.10


Konzert: Roxy Music

Ort: Scène de la Cascade, Festival Rock en Seine bei Paris

Datum: 29.08.2010

Zuschauer: zigtausende

Konzertdauer: 1 Stunde


Von Bryan Ferry habe ich zum ersten mal in den frühen 1980 er Jahren Notiz genommen. Mein Vater war stolz mit einer Vinylsingle von Jealous Guy nach Hause gekommen und ließ die zartschmelzende Ballade in der Folge rauf und runter laufen. Damals wusste ich nicht, daß es sich um ein Cover von John Lennon handelte und auch von Roxy Music, Bryans früherer Band hatte ich noch nie gehört. Später sah ich dann Videos in Manfred Sexauers Sendung Musikladen* und war geschockt, wie die Typen von Roxy Music rumliefen. Grell geschminkt, fiese Haare, Plateauschuhe, unglaublich kitschiger Fummel. Ich fand das krass. So also sahen Glamrocker aus. 1987 kam ich erneut mit einem Star aus der Glamszene in Kontakt. Es handelte sich um David Bowie, den ich zusammen mit meinem Vater beim Festival Rock am Ring während seiner Spider Tour erlebte. Ein prägendes Erlebnis. Spätestens jetzt wusste ich, daß sich mein Leben stark um die Musik drehen würde.

Ende August 2010 stehe ich zusammen mit meiner französischen Frau vor der Bühne de la Cascade in Paris und warte auf den Festivalauftritt von Bryan Ferry und seinen wieder vereinten Roxy Music. Um uns rum tummeln sich etliche Oldies mit zerknautschten Gesichtern. Ich mit meinen 39 Lenzen bin noch einer der Jüngeren, aber natürlich mischen sich zwischen die alten Säcke auch noch ein par Youngsters , die Roxy Music sehen wollen, obwohl sie mit ihnen keine nostalgischen Gefühle verbinden. Um viertel vor neun geht es los. Die Bühne ist gut ausgefüllt. Es gibt nicht weniger als vier soulige Backgroundsängerinnen (so etwas mag ich eigentlich weniger, naja), eine junge Geigerin in güldnem Overall und neben Ferry auch noch zwei andere Originalmitglieder von Roxy Music: Andy Mackay am obligatorischen Saxofon und Phil Manzanera an der Gitarre. Der Sound ist von Beginn an gut, sehr harmonisch und ausgewogen. Man merkt sofort: Hier sind Könner am Werk! Zwar würde man heutzutage einige Arrangements nicht mehr so machen, aber schlecht gealtert wirkt die Musik von Roxy Music nicht. Sie waren damals ja schon Vorreiter und ihrer Zeit voraus. Ohne Frage haben sie bewußt oder unbewußt wichtige Bands und Künstler wie Joy Division, The Psychedelic Furs, Siouxsie and The Banshees, Nick Cave, The Talking Heads und aus heutiger Zeit auch die Tindersticks und Arcade Fire beeinflusst. Nicht auszuschließen, daß die Veranstalter ganz bewusst Roxy Music neben Aracde Fire verpflichtet haben. Ungefähr nach dem Motto: so klang Rock Musik damals und so klingt sie heute. Das Set wird eingeleitet von den Klassikern Re-Make/Re-Model und Out Of The Blue, der erste Song, der mich so richtig packt ist aber While My Heart Is Still Beating. Was für eine unglaublich schöne Ballade das ist! Selbst das mir so verpönte Saxofon stört nicht die Bohne. Die Stimme von Bryan Ferry ist immer noch so sensationell wie eh und je. Der elegante Herr ist immerhin 65 Jahre alt, aber das merkt man ihm in keiner Weise an. Seine Figur ist nach wie vor gut im Schuß, da kann man wirklich nicht meckern. Mit Avalon kommt gleich noch ein andere Hochkaräter vom gleichnamigen 2. Album. Dann Ladytron. Ob sich die Girlgroup nach diesem Song benannt hat? Klingt wie Bowie, wen wundert's? Cool hier die Tempowechsel, das energische Saxofon, die wilden Giatrrensoli. Für 1972 unglaublich modern, aus heutiger Sicht etwas verwirrend, aber nicht lächerlich. Das Konzert schreitet voran, Ferry begeistert die Franzosen mit dem Song For Europe, bei dem einige Textpassagen in französisch gesungen werden.

Das Finale gestaltet sich fetzig. Love Is The Drug (später von Grace Jones gecovert) und Do The Strand sind nach wie vor zugkräftige Tanznummern und das Publikum freut's. Das wiederum freut Bryan Ferry und zwar ungemein: "What a great audience you are" ruft er begeistert der Menge zu und man merkt, daß er das aufrichtig meint. Die Band probt den Abgang, wird aber für Zugaben zurückgeklatscht. Let's Stick Together ist ein bißchen fies, aber dann kommt zu meiner Überraschung auch der Yealous Guy. "I'm sorry that I made you cry" singt Ferry und der Text passt irgendwie. Ich werde plötzlich schmerzlich an meinen Vater erinnert und bedauere, daß ich dieses Konzert nicht mehr mit ihm zusammen sehen konnte. Schön war's nämlich.

Setlist Roxy Music, Festival Rock en Seine 2010, Paris:

01: Re-Make/Re-Model
02: Out Of The Blue
03: While My Heart Is Still Beating
04: Avalon
05: Ladytron
06: Song For Europe (en partie en français)
07: In Every Dream Home A Heartache
08: Love Is The Drug
09: Editions Of You
10: Do The Strand

11: Let's Stick Together
12: Jealous Guy


* hier gibt es zum Beispiel eins.


Roxy Music, Rock en Seine, 29.08.10


Konzert: Roxy Music

Ort: Scène de la Cascade, Festival Rock en Seine bei Paris

Datum: 29.08.2010

Zuschauer: zigtausende

Konzertdauer: 1 Stunde


Von Bryan Ferry habe ich zum ersten mal in den frühen 1980 er Jahren Notiz genommen. Mein Vater war stolz mit einer Vinylsingle von Jealous Guy nach Hause gekommen und ließ die zartschmelzende Ballade in der Folge rauf und runter laufen. Damals wusste ich nicht, daß es sich um ein Cover von John Lennon handelte und auch von Roxy Music, Bryans früherer Band hatte ich noch nie gehört. Später sah ich dann Videos in Manfred Sexauers Sendung Musikladen* und war geschockt, wie die Typen von Roxy Music rumliefen. Grell geschminkt, fiese Haare, Plateauschuhe, unglaublich kitschiger Fummel. Ich fand das krass. So also sahen Glamrocker aus. 1987 kam ich erneut mit einem Star aus der Glamszene in Kontakt. Es handelte sich um David Bowie, den ich zusammen mit meinem Vater beim Festival Rock am Ring während seiner Spider Tour erlebte. Ein prägendes Erlebnis. Spätestens jetzt wusste ich, daß sich mein Leben stark um die Musik drehen würde.

Ende August 2010 stehe ich zusammen mit meiner französischen Frau vor der Bühne de la Cascade in Paris und warte auf den Festivalauftritt von Bryan Ferry und seinen wieder vereinten Roxy Music. Um uns rum tummeln sich etliche Oldies mit zerknautschten Gesichtern. Ich mit meinen 39 Lenzen bin noch einer der Jüngeren, aber natürlich mischen sich zwischen die alten Säcke auch noch ein par Youngsters , die Roxy Music sehen wollen, obwohl sie mit ihnen keine nostalgischen Gefühle verbinden. Um viertel vor neun geht es los. Die Bühne ist gut ausgefüllt. Es gibt nicht weniger als vier soulige Backgroundsängerinnen (so etwas mag ich eigentlich weniger, naja), eine junge Geigerin in güldnem Overall und neben Ferry auch noch zwei andere Originalmitglieder von Roxy Music: Andy Mackay am obligatorischen Saxofon und Phil Manzanera an der Gitarre. Der Sound ist von Beginn an gut, sehr harmonisch und ausgewogen. Man merkt sofort: Hier sind Könner am Werk! Zwar würde man heutzutage einige Arrangements nicht mehr so machen, aber schlecht gealtert wirkt die Musik von Roxy Music nicht. Sie waren damals ja schon Vorreiter und ihrer Zeit voraus. Ohne Frage haben sie bewußt oder unbewußt wichtige Bands und Künstler wie Joy Division, The Psychedelic Furs, Siouxsie and The Banshees, Nick Cave, The Talking Heads und aus heutiger Zeit auch die Tindersticks und Arcade Fire beeinflusst. Nicht auszuschließen, daß die Veranstalter ganz bewusst Roxy Music neben Aracde Fire verpflichtet haben. Ungefähr nach dem Motto: so klang Rock Musik damals und so klingt sie heute. Das Set wird eingeleitet von den Klassikern Re-Make/Re-Model und Out Of The Blue, der erste Song, der mich so richtig packt ist aber While My Heart Is Still Beating. Was für eine unglaublich schöne Ballade das ist! Selbst das mir so verpönte Saxofon stört nicht die Bohne. Die Stimme von Bryan Ferry ist immer noch so sensationell wie eh und je. Der elegante Herr ist immerhin 65 Jahre alt, aber das merkt man ihm in keiner Weise an. Seine Figur ist nach wie vor gut im Schuß, da kann man wirklich nicht meckern. Mit Avalon kommt gleich noch ein andere Hochkaräter vom gleichnamigen 2. Album. Dann Ladytron. Ob sich die Girlgroup nach diesem Song benannt hat? Klingt wie Bowie, wen wundert's? Cool hier die Tempowechsel, das energische Saxofon, die wilden Giatrrensoli. Für 1972 unglaublich modern, aus heutiger Sicht etwas verwirrend, aber nicht lächerlich. Das Konzert schreitet voran, Ferry begeistert die Franzosen mit dem Song For Europe, bei dem einige Textpassagen in französisch gesungen werden.

Das Finale gestaltet sich fetzig. Love Is The Drug (später von Grace Jones gecovert) und Do The Strand sind nach wie vor zugkräftige Tanznummern und das Publikum freut's. Das wiederum freut Bryan Ferry und zwar ungemein: "What a great audience you are" ruft er begeistert der Menge zu und man merkt, daß er das aufrichtig meint. Die Band probt den Abgang, wird aber für Zugaben zurückgeklatscht. Let's Stick Together ist ein bißchen fies, aber dann kommt zu meiner Überraschung auch der Yealous Guy. "I'm sorry that I made you cry" singt Ferry und der Text passt irgendwie. Ich werde plötzlich schmerzlich an meinen Vater erinnert und bedauere, daß ich dieses Konzert nicht mehr mit ihm zusammen sehen konnte. Schön war's nämlich.

Setlist Roxy Music, Festival Rock en Seine 2010, Paris:

01: Re-Make/Re-Model
02: Out Of The Blue
03: While My Heart Is Still Beating
04: Avalon
05: Ladytron
06: Song For Europe (en partie en français)
07: In Every Dream Home A Heartache
08: Love Is The Drug
09: Editions Of You
10: Do The Strand

11: Let's Stick Together
12: Jealous Guy


* hier gibt es zum Beispiel eins.


The Kooks, Festival Rock en Seine, 27.08.10


Konzert: The Kooks

Ort: Domaine National de Saint Cloud, Festival Rock en Seine

Datum: 27.08.10
Zuschauer: zigtausende

Konzertdauer: ungefähr 50 Minuten




Nicht sonderlich viel Neues gibt es über die Kooks zu berichten. Nach wie vor sind Luke Pritchard und seine Kollegen die Lieblinge der jungen, hysterischen Mädchen. Aus optischer Sicht verstehe ich das immer noch nicht ganz, in musikalischer Hinsicht ist es jdeoch durchaus legitim, die Kooks toll zu finden. Mit ihrem souligen Britrock haben sie zwar nichts Originelles erfunden, aber ihre Sonsg sind dermaßen catchy und die Bühneshows dermaßen energiegeladen, daß einfach keine Langweile aufkommt. Ihre zahlreichen Hits kann man gut und gerne bereits jetzt als Klassiker der englischen Musikszene der letzten zehn Jahre bezeichnen. Ob You Don't Love Me und Ohh La vom ersten, oder Sway und Shine On vom Zweitlingswerk, alles zündete. Das Stimmungsbarometer schlug aber eindeutig bei Do You Wanna (Make Love To Me)? am stärksten aus. Ein Lied für das sich Luke, wenn er älter ist, vielleicht irgendwann mal schämen wird, daß aber hier und heute einschlug wie eine Bombe. Besonderer Clou war eine Mitmachaktion in der Mitte des Stücks, bei der sich das Publikum auf den Boden setzen sollte, um beim Wiederaufnehmen des Refrains pfeilschnell in die Höhe zu schießen.

Der prägnanteste neue Titel war eindeutig Sabateur, zu dem Luke hinter einem Piano Platz nahm. Meine Befürchtung, er und die Kooks könnten jetzt auf den Pfaden von Chris Martin und Coldplay wandeln, wurde aber nicht war, denn das Ganze klang eher nach Radiohead.

Auch neu: der Drummer. Er sah mit seinem kantigen, aus einem einzigen Holzblock geschnitzten Gesicht aus wie Renate Künast. Wahrscheinlich handelte es sich um Renato Künast oder so...

The Kooks sind und bleiben eine Band mit Potential!

Setlist The Kooks, Festival Rock en Seine 2010:

01: Always Where I Need To Be
02: Eddie's Gun
03: You Don't Love Me (The Way That I Love You)
04: Sway
05: Strange One
06: Ooh La
07: She Moves In Her Own Way
08: Sabateur
09: Do You Wanna (Make Love To Me)
10: Naive
11: Shine On
12: Down To The Market
13: Stormy Weather
14: Sofa Song


The Kooks in Deutschland:

2. September, Sommergarten, Messe Berlin


Aus unserem Archiv:

The Kooks, Paris, 17.11.08
The Kooks, Luxemburg, 21.06.08
The Kooks, Köln, 17.06.08
The Kooks, Köln, 12.04.08
The Kooks, Paris, 02.07.07
The Kooks, Köln, 03.12.06
The Kooks, Paris, 10.11.06


The Kooks, Festival Rock en Seine, 27.08.10


Konzert: The Kooks

Ort: Domaine National de Saint Cloud, Festival Rock en Seine

Datum: 27.08.10
Zuschauer: zigtausende

Konzertdauer: ungefähr 50 Minuten




Nicht sonderlich viel Neues gibt es über die Kooks zu berichten. Nach wie vor sind Luke Pritchard und seine Kollegen die Lieblinge der jungen, hysterischen Mädchen. Aus optischer Sicht verstehe ich das immer noch nicht ganz, in musikalischer Hinsicht ist es jdeoch durchaus legitim, die Kooks toll zu finden. Mit ihrem souligen Britrock haben sie zwar nichts Originelles erfunden, aber ihre Sonsg sind dermaßen catchy und die Bühneshows dermaßen energiegeladen, daß einfach keine Langweile aufkommt. Ihre zahlreichen Hits kann man gut und gerne bereits jetzt als Klassiker der englischen Musikszene der letzten zehn Jahre bezeichnen. Ob You Don't Love Me und Ohh La vom ersten, oder Sway und Shine On vom Zweitlingswerk, alles zündete. Das Stimmungsbarometer schlug aber eindeutig bei Do You Wanna (Make Love To Me)? am stärksten aus. Ein Lied für das sich Luke, wenn er älter ist, vielleicht irgendwann mal schämen wird, daß aber hier und heute einschlug wie eine Bombe. Besonderer Clou war eine Mitmachaktion in der Mitte des Stücks, bei der sich das Publikum auf den Boden setzen sollte, um beim Wiederaufnehmen des Refrains pfeilschnell in die Höhe zu schießen.

Der prägnanteste neue Titel war eindeutig Sabateur, zu dem Luke hinter einem Piano Platz nahm. Meine Befürchtung, er und die Kooks könnten jetzt auf den Pfaden von Chris Martin und Coldplay wandeln, wurde aber nicht war, denn das Ganze klang eher nach Radiohead.

Auch neu: der Drummer. Er sah mit seinem kantigen, aus einem einzigen Holzblock geschnitzten Gesicht aus wie Renate Künast. Wahrscheinlich handelte es sich um Renato Künast oder so...

The Kooks sind und bleiben eine Band mit Potential!

Setlist The Kooks, Festival Rock en Seine 2010:

01: Always Where I Need To Be
02: Eddie's Gun
03: You Don't Love Me (The Way That I Love You)
04: Sway
05: Strange One
06: Ooh La
07: She Moves In Her Own Way
08: Sabateur
09: Do You Wanna (Make Love To Me)
10: Naive
11: Shine On
12: Down To The Market
13: Stormy Weather
14: Sofa Song


The Kooks in Deutschland:

2. September, Sommergarten, Messe Berlin


Aus unserem Archiv:

The Kooks, Paris, 17.11.08
The Kooks, Luxemburg, 21.06.08
The Kooks, Köln, 17.06.08
The Kooks, Köln, 12.04.08
The Kooks, Paris, 02.07.07
The Kooks, Köln, 03.12.06
The Kooks, Paris, 10.11.06


Beirut, Festival Rock en Seine, Paris, 29.08.10


Konzert: Beirut

Ort: Domaine National de Saint Cloud, Festival Rock en Seine bei Paris

Datum: 29.08.10

Zuschauer: mehrere zehntausend

Konzertdauer: etwa 50Minuten




Ja was denn nun? Ist Beirut jetzt total langweilig oder doch hoch spannend?


Da scheiden sich die Geister. Einige Musikfans, die die Festival- Auftritte von Beirut beim Haldern Pop und bei Rock en Seine gesehen hatten, äußerten sich ziemlich negativ. "Zum Einschlafen!, so ihr hartes Urteil. Andere wiederum schnalzten mit der Zunge und schwärmten von den herzerwärmenden Trompeten-Konzerten. Schwer zu sagen, wer recht hat. Gerade bei Festivals kommt es sicherlich auch darauf an, wo man sich auf dem Gelädne befindet. Wenn man weit weg ist und das Geschehen nur am Rande verfolgt, ist es nur logisch, daß die Sache an einem vorbeigeht. Am besten man ist nahe dran und bekommt neben der Musik auch noch die Mimik und die Gestik der Künstler mit. Bei einer Sophie Hunger beispielsweise kann ich mir gar nicht vorstellen, wie man mitfiebern will, wenn man die packende Mimik der Schweizerin nicht sieht (wie sie den Mund verzieht, leidet, explodiert, toll!).

Im Falle von Beirut bei Rock en Seine hieß es deshalb für mich: Mittendrin statt nur dabei! Ich ließ meinen Hunger Hunger sein (hat jetzt grad nix mit der Sophie zu tun) und stellte mich 40 (!) Minuten vor Beginn des Konzertes vor der Hauptbühne an. So etwas mache ich sonst nie, aber hier musste es sein, denn das Gelände der Domaine National de Saint Cloud ist so riesig, daß man von weitem die Akteure nur auf der Leinwand sehen kann. Ich wollte aber kein Kino, sondern ein richtiges Liveerlebnis. Also stand ich bereits um 17 Uhr 20 in der dritten Reihe und wartete auf Godot, ähem nein, auf Beirut natürlich! Viele Mädchen standen und saßen um mich rum, was darauf schließen lässt, daß Zach Condon mit seinem Lausbubencharme gut bei den Weibern ankommt. Dabei dachte ich immer, daß Frauen nicht auf Softies und Romantiker stehen, aber anscheinend gibt es Ausnahmen, wenn der Softie Trompete und Ukulele spielen kann. Nun gut.

Pünktlich um 18 Uhr kam dann Zach zusammen mit seiner Band wirklich auf die Bühne geschlichen, ein Köfferchen und einen Fotoapparat in der Hand. Wohl immer noch erstaunt darüber, inzwischen vor zigtausend Leuten zu spielen, schoß der Trompeten-Titan ein Foto von den Zuschauern. Dann ging es mit Schwung los. Im Nu wurde im Publikum zu Nantes geschunkelt und mitgesungen. Die Stimmung war prima und viele Mädchen kletterten auf die Schultern ihrer Freunde, um besser sehen zu können. Zach und seine Mitstreiter bliesen mit der Kraft der drei Trompeten den Leuten den Marsch. Der Drummer grinste währenddessen wie ein Honigkuchenpferd und der Akkordeonspieler erinerte mich mit seinen schwarzen Locken und dem blaßen Teint an Robert Smith. Eine lustige und hochsympathische Truppe! Der Chef selbst sprach in den Pausen zwischen den Songs immer mal wieder in gebrochenem französisch, was beim patriotischen Publikum sehr gut ankam. Schließlich hatte Zach eine ganze Weile in Paris gelebt und nicht nur Nantes, sondern auch Cherbourg, eine andere französische Stadt, besungen. Das Pariser Indiepublikum hat deshalb früh eine Liebesbeziehung zu Beirut aufgebaut, die auch durch tolle Videosessions mit der Blogothèque befeuert wurde. Daß der engelsgleiche Knabe aber vor solch vielen Leuten wie heute spielt, war neu. In ganz kleinen Locations hatte er angefangen und nun das: Ein Auftritt auf der Hauptbühne bei einem der größten Festivals in Frankreich! Sein berühmt-berüchtigtes Lampfenfieber schien Zach aber dennoch gut im Griff zu haben. Sein Gesang war fest und sicher und Trompete und Ukulele spielt er noch im Schlaf.

Das Set war songtechnisch gut durchgemischt, alte und neue Stücke hielten sich die Waage. Ich persönlich freute mich am meisten über Elephant Gun und Postcards From Italy, denn mit diesen melancholischen Liedern hatte ich den Künstler aus New Mexiko entdeckt. Am besten kam beim Publikum aber die Schlußphase an. Mit A Sunday Smile (von tausenden Kehlen mitgesungen), Mount Wroclai und dem berauschenden The Gulag Orkestar landete die Band einen lupenreinen Hattrick. Die Mädels jubelten und Zach verabschiedete sich auch noch mit einer charmantenLiebeserklärung: "Je vous aime."

Beirut mag in einem mittlgroßen Club zwar besser zu gefallen, seine Auftritte bei Festivals als langweilig zu bezeichnen, finde ich aber unfair.




Setlist Beirut, Festival Rock en Seine 2010, Paris:

01: Nantes
02: The Shrew
03: Elephant Gun
04: Cocek
05. Postcards From Italy
06: Scenic World
07: Carousels
08: Cherbourg
09: East Harlem
10: The Akara
11: A Sunday Smile
12: Mount Wroclai (Idle Days)
13: The Gulag Orkestar