Tampilkan postingan dengan label Minor Sailor. Tampilkan semua postingan
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dd/mm/yyyy, u.a.,Paris, 01.12.10


Konzert:dd/mm/yyy, Minor Sailor, Alexis Gideon, Shelley Short

Ort: Le Buzz, Paris
Datum: 01.12.2010

Zuschauer: 60 bis 70


So etwas habe ich auch noch nie erlebt! Ein Konzert wird abgebrochen, weil sich die Nachbarn wegen der enormen Lautstärke beschwert haben. Dabei wurde aber doch in einem staubigen Kellerverließ gespielt, wo man eigentlich die Sau rauslassen könnte. Nun gut, die heißspornigen Kanadier dd/mm/yyyy haben es mit zwei Schlagzeugern aber auch wirklich krachen lassen, meine Fresse!



Aber mal von vorne. Le Buzz, was is'n das? Nun, es handelt sich um eine neue Konzertlocation in Belleville, die vor ca. drei Monaten mit dem Ausrichten von Gigs begonnen hat. In Paris kann es auf Grund der regen Nachfrage gar nicht genug Venues geben, so daß man als Musikfan froh ist, wenn irgendwo wieder ein neuer Laden aufmacht. Zudem ist im Buzz der Eintritt frei. Heute wurde aber am Einlass auf eine milde Spende hingewiesen, denn es traten gleich vier Acts auf, die auch irgendwie bezahlt werden mussten.

Die Konzerte im Buzz finden unten im Keller statt, fast ein wenig wie im Pop In. Der Raum is saumäßig schmal, aber relativ lang, so daß man geschätzt 80 bis maximal 100 Leute unterbringen könnte. Ein ziemlich cooler Schuppen, der 100 Prozent indie wirkt, so herrlich ranzig und schmutzig wie er ist!



Leider, leider hatte ich die Amerikanerin Shelley Short verpasst, die als Erste ins Rennen gegangen war. Sie veröffentlicht auf dem glänzenden Hush Label, (u.a. Laura Gibson, Nils Frahm, Peter Broderick), allein dies sollte schon Qualitätsmerkmal. genug sein. Mein Freund Michael, der hier früher aufgekreuzt war, meinte hinterher nur augenzwinkernd: "die Dame wäre perfekt für eine Oliver Peel Session." Argh, da wurde der Finger in die offene Wunde gelegt!

Dann kam der Franzose Minor Sailor zum Zuge. Ein schönes Projekt von Jérémy und seiner Freundin Maia, die für die Videoprojektionen verantwortlich zeichnet. Jérémy ist ein veritabler Soundtüftler, der hinter einem Tisch mit vielen Kabeln und Steckverbindungen loopte und sampelte, was das Zeug hielt. Dreampop vom Feinsten, zu dem er auf einer Akustigitarre spielte, oder in eine Melodica blies. Das Ganze klang sehr isländisch, Sigur Ros scheinen ein möglicher Einfluss zu sein. So bombastisch wie bei der berühmten Truppe um Jonsi wurde es aber nie, sondern es blieb alles dezent, melancholisch, zart und hochcharmant. Perfekte Musik zum chillen (wie man auf neu-deutsch sagen würde), träumen, in Erinnerungen schwelgen. Einfach wunderschön!

Im Anschluß dann erneut ein Musiker, der eine Leinwand für seine Show benutzte. Bei dem aus Portland, Oregan stammenden Amerikaner Alexis Gideon bekamen wir einen richtigen Comicstreifen mit einer abgeschlossenen Handlung zu sehen. Die Geschichte spielte in Japan und im Mittelpunkt stand ein kleiner grüner Affe. Wundervolle Bilder wurden auf ein festes, weißes Laken projeziert und dazu spielte Alexis E-Gitarre, Glöckchen und Flöte und sang auch immer mal wieder. Wobei singen nicht so wirklich der richtige Ausdruck ist, denn der Kerl aus Portland rappte (!) die meiste Zeit. Abgefahren! Mitunter streute er aber auch bluesrockige Schweineriffs ein, je nach Dramaturgie der Handlung der animierten Geschichte. Eine halbe Stunde lang fühlte ich mich gut unterhalten, aber als die Performance die Marke von 60 Minuten überschritt, wurde es zäh und repetitiv. Gegen Ende war es fast eine kleine Qual, im Raume zu bleiben. Der Streifen und die dazuhörige Musik dauerte fast 80 Minuten!!

Ärgerlich vor allem für die als letzte Band anstehenden Kanadier dd/mm/yyyy. Es war bereits Mitternacht und um die letzten U-Bahnen zu kriegen, muss man sich spätestens um halb eins auf die Söckchen machen. Dass letztlich jeder noch seinen Zug bekam, lag daran, daß, wie oben geschildert , der Autritt nach lediglich 5 Songs abgebrochen wurde. Die wildwutzigen Kanadier hatten zuvor ein wahres Hauen und Stechen verantaltet und mit zwei Drummern pervers laut auf ihre Felle eingeprügelt. Die schrägen, völlig unkonventionellen Gesänge taten ein übriges hinzu. Eine völlig verrückte, experimentelle Indierockband (manche reden auch von Psych/Math/Art-Rock), die Foals oder Sky Larkin wie Mainstream-Fuzzis aussehen lässt. Vergleichbar mit ähnlich durchgeknallten Typen wie Abe Vigoda oder The Mae Shi.

Nur ein paar Zentimenter trennten sie von ihren Fans in den ersten Reihen, die in diesem knallengen Raum mitgingen wie Hölle. Nach nur vier Liedern kam aber dann ein Verantwortlicher des Ladens, deutete den Burschen an, ihre Lautstärke zu drosseln und nachdem diese genau so laut wie vorher weitermachten, schließlich komplett abbrechen ließ.

Fazit: Shelley Short wäre etwas für mein Wohnzimmer, dd/mm/yyyy eher weniger...

- Lesenswert: Das Klienicum zu Shelley Short klick!
- Hier gibt es jede Menge schöner Videos von Minor Sailor zu sehen und zu hören!

dd/mm/yyyy, u.a.,Paris, 01.12.10


Konzert:dd/mm/yyy, Minor Sailor, Alexis Gideon, Shelley Short

Ort: Le Buzz, Paris
Datum: 01.12.2010

Zuschauer: 60 bis 70


So etwas habe ich auch noch nie erlebt! Ein Konzert wird abgebrochen, weil sich die Nachbarn wegen der enormen Lautstärke beschwert haben. Dabei wurde aber doch in einem staubigen Kellerverließ gespielt, wo man eigentlich die Sau rauslassen könnte. Nun gut, die heißspornigen Kanadier dd/mm/yyyy haben es mit zwei Schlagzeugern aber auch wirklich krachen lassen, meine Fresse!



Aber mal von vorne. Le Buzz, was is'n das? Nun, es handelt sich um eine neue Konzertlocation in Belleville, die vor ca. drei Monaten mit dem Ausrichten von Gigs begonnen hat. In Paris kann es auf Grund der regen Nachfrage gar nicht genug Venues geben, so daß man als Musikfan froh ist, wenn irgendwo wieder ein neuer Laden aufmacht. Zudem ist im Buzz der Eintritt frei. Heute wurde aber am Einlass auf eine milde Spende hingewiesen, denn es traten gleich vier Acts auf, die auch irgendwie bezahlt werden mussten.

Die Konzerte im Buzz finden unten im Keller statt, fast ein wenig wie im Pop In. Der Raum is saumäßig schmal, aber relativ lang, so daß man geschätzt 80 bis maximal 100 Leute unterbringen könnte. Ein ziemlich cooler Schuppen, der 100 Prozent indie wirkt, so herrlich ranzig und schmutzig wie er ist!



Leider, leider hatte ich die Amerikanerin Shelley Short verpasst, die als Erste ins Rennen gegangen war. Sie veröffentlicht auf dem glänzenden Hush Label, (u.a. Laura Gibson, Nils Frahm, Peter Broderick), allein dies sollte schon Qualitätsmerkmal. genug sein. Mein Freund Michael, der hier früher aufgekreuzt war, meinte hinterher nur augenzwinkernd: "die Dame wäre perfekt für eine Oliver Peel Session." Argh, da wurde der Finger in die offene Wunde gelegt!

Dann kam der Franzose Minor Sailor zum Zuge. Ein schönes Projekt von Jérémy und seiner Freundin Maia, die für die Videoprojektionen verantwortlich zeichnet. Jérémy ist ein veritabler Soundtüftler, der hinter einem Tisch mit vielen Kabeln und Steckverbindungen loopte und sampelte, was das Zeug hielt. Dreampop vom Feinsten, zu dem er auf einer Akustigitarre spielte, oder in eine Melodica blies. Das Ganze klang sehr isländisch, Sigur Ros scheinen ein möglicher Einfluss zu sein. So bombastisch wie bei der berühmten Truppe um Jonsi wurde es aber nie, sondern es blieb alles dezent, melancholisch, zart und hochcharmant. Perfekte Musik zum chillen (wie man auf neu-deutsch sagen würde), träumen, in Erinnerungen schwelgen. Einfach wunderschön!

Im Anschluß dann erneut ein Musiker, der eine Leinwand für seine Show benutzte. Bei dem aus Portland, Oregan stammenden Amerikaner Alexis Gideon bekamen wir einen richtigen Comicstreifen mit einer abgeschlossenen Handlung zu sehen. Die Geschichte spielte in Japan und im Mittelpunkt stand ein kleiner grüner Affe. Wundervolle Bilder wurden auf ein festes, weißes Laken projeziert und dazu spielte Alexis E-Gitarre, Glöckchen und Flöte und sang auch immer mal wieder. Wobei singen nicht so wirklich der richtige Ausdruck ist, denn der Kerl aus Portland rappte (!) die meiste Zeit. Abgefahren! Mitunter streute er aber auch bluesrockige Schweineriffs ein, je nach Dramaturgie der Handlung der animierten Geschichte. Eine halbe Stunde lang fühlte ich mich gut unterhalten, aber als die Performance die Marke von 60 Minuten überschritt, wurde es zäh und repetitiv. Gegen Ende war es fast eine kleine Qual, im Raume zu bleiben. Der Streifen und die dazuhörige Musik dauerte fast 80 Minuten!!

Ärgerlich vor allem für die als letzte Band anstehenden Kanadier dd/mm/yyyy. Es war bereits Mitternacht und um die letzten U-Bahnen zu kriegen, muss man sich spätestens um halb eins auf die Söckchen machen. Dass letztlich jeder noch seinen Zug bekam, lag daran, daß, wie oben geschildert , der Autritt nach lediglich 5 Songs abgebrochen wurde. Die wildwutzigen Kanadier hatten zuvor ein wahres Hauen und Stechen verantaltet und mit zwei Drummern pervers laut auf ihre Felle eingeprügelt. Die schrägen, völlig unkonventionellen Gesänge taten ein übriges hinzu. Eine völlig verrückte, experimentelle Indierockband (manche reden auch von Psych/Math/Art-Rock), die Foals oder Sky Larkin wie Mainstream-Fuzzis aussehen lässt. Vergleichbar mit ähnlich durchgeknallten Typen wie Abe Vigoda oder The Mae Shi.

Nur ein paar Zentimenter trennten sie von ihren Fans in den ersten Reihen, die in diesem knallengen Raum mitgingen wie Hölle. Nach nur vier Liedern kam aber dann ein Verantwortlicher des Ladens, deutete den Burschen an, ihre Lautstärke zu drosseln und nachdem diese genau so laut wie vorher weitermachten, schließlich komplett abbrechen ließ.

Fazit: Shelley Short wäre etwas für mein Wohnzimmer, dd/mm/yyyy eher weniger...

- Lesenswert: Das Klienicum zu Shelley Short klick!
- Hier gibt es jede Menge schöner Videos von Minor Sailor zu sehen und zu hören!

Les Shelleys & Gregory And The Hawk & Minor Sailor, Paris, 09.11.10


Konzert: Les Shelleys & Gregory And The Hawk & Minor Sailor
Ort: L'Espace B, Paris

Datum: 09.11.10

Zuschauer: etwa 40-50


Witzige Sache: Mary, die amerikanische Mangerin der Shelleys und Gregory and The Hawk, sieht mich im Pariser Espace B, kommt auf mich zugeeilt und küsst mich auf den Mund! Ein Ausdruck von Herzlichkeit wohlgemerkt, schließlich gehören wir nicht ganz der gleichen Generation an. Aber toll fand ich das trotzdem, denn es machte deutlich, daß Mary mit der Oliver Peel Session, bei denen ihre Künstler zwei Tage vorher geglänzt hatten, hochzufrieden war. Ist mir ohnehin das Wichtigste, daß sich die Künstler und das Publikum bei uns wohl fühlen und das war offensichtlich der Fall. Innerhalb kürzester Zeit ist mir die Truppe ans Herz gewachsen und wie so oft war ich traurig, daß die Bands und die Agentin weiterzogen und ich sie erst einmal eine ganze Weile nicht mehr sehen würde.

Heute aber noch einmal die Gelegenheit, die schöne Musik von Gregory and The Hawk und den Shelleys zu genießen.



Meredith Godreau aka GATH ging als Zweite an den Start. Die süße schwarzhaarige Sängerin mit den niedlichen Zöpfchen spielte ein ähnliches Set wie bei der Oliver Peel Session. Auch heute wechselte sie zwischen Akustikgitarre und Harfe ab und spielte überwiegend Stücke von dem nagelneuen Output Leche, aber auch Kleinode vom Vorgänger Moenie and Kitchi, allen voran die zartschmelzende Ballade Oats We Saw. Meine Güte, was für ein traumhaft schönes Lied! Meredith streichelte mich förmlich mit diesem Song! Ich war in solch einer traumversunkenen Stimmug, daß ich mich kurzerhand auf dem Boden des Espace B ausstreckte und meinen Kopf auf meine Tasche legte. Als würde ich an einem schönen Sommertag den blauen Himmel angucken (dabei war es draußen grau und ungemütlich). Die Musik von Meredith trug viel zu dieser relaxten Stimmung bei, man konnte sich so richtig fallen lassen in diese weiche Wolke, die sie ans Firmament zauberte. Tiefenentspannt genoß ich auch die anderen bildhübschen Stücke wie einen wohlschmeckenden Rosewein im Frühling.. Besonders angetan war ich von dem auf der Harfe vorgetragenen Landscapes. Dieses Lied hatte die Amerikanerin bei der Oliver Peel Session im Innenhof gespielt und mich damit völlig waidwund geschossen. Sensationell wie die Finger der zierlichen Frau durch die Saiten glitten, betörend wie sinnlich zart sie sang. Von dem neuen Album performte GATH auch For The Best. Der Opener des Longplayers kam so was von intim, melancholisch und berührend rüber, das es fast kaum auszuhalten war. Stimmlich zeigte Meredith alle Seiten ihres Könnens, sie besorgte es einem wehklagend, sinnlich, einfach unglaublich schön...



Nach ungefähr einer halben Stunde Spielzeit war klar, daß ich hier eine der Sängerinnen des Jahres gesehen hatte. Ganz bekifft von der Anmut des Vortrages rang ich Meredith auch noch das Versprechen ab, daß sie unbedingt wiederkommen muss, um eine neue Oliver Peel Session einzuspielen. Sie sagte schmunzelnd zu. Yes!!!!!!!!!!!!!!!

Auszüge aus der Setlist von Gregory and The Hawk, Espace B, Paris

Frebeight

Untitled (neues Lied)
Oats We Saw
Landscapes

Vor Gregory and The Hawk waren ihre Labelmates (beide Fatcat Records) Les Shelleys an den Start gegangen. Angela Correa und Tom Brosseau verbergen sich hinter diesem Projektnamen und die beiden sind nicht nur auf der Bühne ein Paar. Wie verliebte Turteltäubchen präsentierten sie ihre feinen Cover von traditionellen amerikanischen Songs dem Publikum und schienen die Welt um sich rum zu vergessen. Der schön Tom spielte Gitarre, während seine Süße lediglich Handclaps beisteuerte, ansonsten aber kein Instrument spielte. Die Stimmen der Shelleys passen wunderbar zusammen. Auf verblüffende Weise haben die Chöre einen gewissen Retrocharme, hauchen den Evergreens aber dennoch ein neues, modernes, Leben ein. Rum and Coca Cola (Andrew Sisters), Something Stupid (Sinatra), oder Deep Blue Sea, alles erstrahlt in neuem Glanz. Sympatisch, diese Shelleys! Angela spricht sogar ein sehr beachtliches französisch und gab Kostproben davon in den Pausen zwischen den Liedern zum Besten. Sie sei mal als Au Pair Mädchen ein Jahr in Paris gewesen, daher ihre Sprachkenntnisse. Tom hielt sich hingegen eher bedeckt, er scheint wohl der ruhende Pool in der Beziehung zu sein, das Temperament bringt Angela ein.

Ganz am Ende machten die beiden dann auch noch einen Abstecher ins Publikum und schmetterten zwischen den Besuchern den Klassiker Green Door. Toll! Wie ich erfahren durfte, werden die Shelleys ihr nächstes Album mit John Parish (PJ Harvey) aufnehmen. Bravo!




Ganz zum Schluß durfte auch noch der Franzose Minor Sailor ran, der kürzlich bereits im Vorprogramm von Perfume Genius aufgetreten war. Nur mit Akustikklampfe bewaffnet, bot er ein schönes, von Videos untermaltes Set, von dem ich allerdings nicht viel mitbekam. Ich hielt draußen Schwätzchen mit den Shelleys und Gregory and The Hawk. So liebe Menschen!

Deutsche Konzerttermine von Gregory and The Hawk und Les Shelleys:

15.11.2010: Hafen 2, Offenbach
16.11.2010: Mondial Halle, Hamburg
17.11.2010: In Love With, Berlin, 19 Uhr
17.11.2010: Bang Bang Club, Berlin, 23 Uhr

- Sehr lesenswert zu den Shelleys: Das Klienicum mit einem Porträt, klick!


Les Shelleys & Gregory And The Hawk & Minor Sailor, Paris, 09.11.10


Konzert: Les Shelleys & Gregory And The Hawk & Minor Sailor
Ort: L'Espace B, Paris

Datum: 09.11.10

Zuschauer: etwa 40-50


Witzige Sache: Mary, die amerikanische Mangerin der Shelleys und Gregory and The Hawk, sieht mich im Pariser Espace B, kommt auf mich zugeeilt und küsst mich auf den Mund! Ein Ausdruck von Herzlichkeit wohlgemerkt, schließlich gehören wir nicht ganz der gleichen Generation an. Aber toll fand ich das trotzdem, denn es machte deutlich, daß Mary mit der Oliver Peel Session, bei denen ihre Künstler zwei Tage vorher geglänzt hatten, hochzufrieden war. Ist mir ohnehin das Wichtigste, daß sich die Künstler und das Publikum bei uns wohl fühlen und das war offensichtlich der Fall. Innerhalb kürzester Zeit ist mir die Truppe ans Herz gewachsen und wie so oft war ich traurig, daß die Bands und die Agentin weiterzogen und ich sie erst einmal eine ganze Weile nicht mehr sehen würde.

Heute aber noch einmal die Gelegenheit, die schöne Musik von Gregory and The Hawk und den Shelleys zu genießen.



Meredith Godreau aka GATH ging als Zweite an den Start. Die süße schwarzhaarige Sängerin mit den niedlichen Zöpfchen spielte ein ähnliches Set wie bei der Oliver Peel Session. Auch heute wechselte sie zwischen Akustikgitarre und Harfe ab und spielte überwiegend Stücke von dem nagelneuen Output Leche, aber auch Kleinode vom Vorgänger Moenie and Kitchi, allen voran die zartschmelzende Ballade Oats We Saw. Meine Güte, was für ein traumhaft schönes Lied! Meredith streichelte mich förmlich mit diesem Song! Ich war in solch einer traumversunkenen Stimmug, daß ich mich kurzerhand auf dem Boden des Espace B ausstreckte und meinen Kopf auf meine Tasche legte. Als würde ich an einem schönen Sommertag den blauen Himmel angucken (dabei war es draußen grau und ungemütlich). Die Musik von Meredith trug viel zu dieser relaxten Stimmung bei, man konnte sich so richtig fallen lassen in diese weiche Wolke, die sie ans Firmament zauberte. Tiefenentspannt genoß ich auch die anderen bildhübschen Stücke wie einen wohlschmeckenden Rosewein im Frühling.. Besonders angetan war ich von dem auf der Harfe vorgetragenen Landscapes. Dieses Lied hatte die Amerikanerin bei der Oliver Peel Session im Innenhof gespielt und mich damit völlig waidwund geschossen. Sensationell wie die Finger der zierlichen Frau durch die Saiten glitten, betörend wie sinnlich zart sie sang. Von dem neuen Album performte GATH auch For The Best. Der Opener des Longplayers kam so was von intim, melancholisch und berührend rüber, das es fast kaum auszuhalten war. Stimmlich zeigte Meredith alle Seiten ihres Könnens, sie besorgte es einem wehklagend, sinnlich, einfach unglaublich schön...



Nach ungefähr einer halben Stunde Spielzeit war klar, daß ich hier eine der Sängerinnen des Jahres gesehen hatte. Ganz bekifft von der Anmut des Vortrages rang ich Meredith auch noch das Versprechen ab, daß sie unbedingt wiederkommen muss, um eine neue Oliver Peel Session einzuspielen. Sie sagte schmunzelnd zu. Yes!!!!!!!!!!!!!!!

Auszüge aus der Setlist von Gregory and The Hawk, Espace B, Paris

Frebeight

Untitled (neues Lied)
Oats We Saw
Landscapes

Vor Gregory and The Hawk waren ihre Labelmates (beide Fatcat Records) Les Shelleys an den Start gegangen. Angela Correa und Tom Brosseau verbergen sich hinter diesem Projektnamen und die beiden sind nicht nur auf der Bühne ein Paar. Wie verliebte Turteltäubchen präsentierten sie ihre feinen Cover von traditionellen amerikanischen Songs dem Publikum und schienen die Welt um sich rum zu vergessen. Der schön Tom spielte Gitarre, während seine Süße lediglich Handclaps beisteuerte, ansonsten aber kein Instrument spielte. Die Stimmen der Shelleys passen wunderbar zusammen. Auf verblüffende Weise haben die Chöre einen gewissen Retrocharme, hauchen den Evergreens aber dennoch ein neues, modernes, Leben ein. Rum and Coca Cola (Andrew Sisters), Something Stupid (Sinatra), oder Deep Blue Sea, alles erstrahlt in neuem Glanz. Sympatisch, diese Shelleys! Angela spricht sogar ein sehr beachtliches französisch und gab Kostproben davon in den Pausen zwischen den Liedern zum Besten. Sie sei mal als Au Pair Mädchen ein Jahr in Paris gewesen, daher ihre Sprachkenntnisse. Tom hielt sich hingegen eher bedeckt, er scheint wohl der ruhende Pool in der Beziehung zu sein, das Temperament bringt Angela ein.

Ganz am Ende machten die beiden dann auch noch einen Abstecher ins Publikum und schmetterten zwischen den Besuchern den Klassiker Green Door. Toll! Wie ich erfahren durfte, werden die Shelleys ihr nächstes Album mit John Parish (PJ Harvey) aufnehmen. Bravo!




Ganz zum Schluß durfte auch noch der Franzose Minor Sailor ran, der kürzlich bereits im Vorprogramm von Perfume Genius aufgetreten war. Nur mit Akustikklampfe bewaffnet, bot er ein schönes, von Videos untermaltes Set, von dem ich allerdings nicht viel mitbekam. Ich hielt draußen Schwätzchen mit den Shelleys und Gregory and The Hawk. So liebe Menschen!

Deutsche Konzerttermine von Gregory and The Hawk und Les Shelleys:

15.11.2010: Hafen 2, Offenbach
16.11.2010: Mondial Halle, Hamburg
17.11.2010: In Love With, Berlin, 19 Uhr
17.11.2010: Bang Bang Club, Berlin, 23 Uhr

- Sehr lesenswert zu den Shelleys: Das Klienicum mit einem Porträt, klick!