Konzert: Nina Kinert & Bye Bye Bycicle & Yaya Herman Dune
Ort: Le Point Ephémère, Paris
Datum: 03.12.10
Zuschauer: ausverkauft (gut 300)
Konzertdauer: pro Künstler jeweils etwa 40 Minuten
Zur heutigen Location hatte kürzlich ein Journalist in einem Printmaganzin (x-Roads) geschrieben, daß hier keine Band freiweilig spielen würde, gäbe es mehr Spielstätten in Paris und daß der Empfang hier besonders unfreundlich sei. Beim letzten Punkt hat der Schreiberling vielleicht gar nicht so Unrecht, denn ich bekam mit, wie ein mir bekannter Fotograf schroff abgewiesen wurde, weil man seinen Namen nicht auf der Liste fand. Zum Beweis für seine Akkreditierung zeigte er seine E-Mail vor, wurde aber trotzdem hingehalten und erst nach langen Diskussionen reingelassen. Leute, die keine Karte hatten, wies man recht unwirsch zurück, obwohl es normalerweise immer noch einen kleinen Restkartenverkauf an der Abendkasse gibt, auch wenn das Konzert ausverkauft ist...
Headliner war schließlich der Franzose David-Ivar (Yaya) Herman Dune, der sich in dieses schwedische Line-up eingeschlichen hatte. Immer wieder hat er in Interviews beteuert, daß er Franzose sei, weil er in Paris aufgewachsen und zur Schule gegangen und sein Vater Franzose ist. Heute aber erinnerte er sich wohl an seine schwedische Mutter und die war Anknüpfungspunkt genug, um an diesem skandinavischen Festival teilzunehmen. Nun ja, was soll man sagen, die Tennisspielerin Mary Pierce wuchs in Kanada, als Tochter eines Amerikaners auf und spielte Fed Cup für Frankreich, weil ihre Mutter Französin ist. Warum sollte dann ein Herman Dune nicht auch auf die Herkunft seiner Mutter abstellen dürfen, um beim AÄÖ teilzunehmen?
Wie auch immer, cool wie gewohnt war er, der Vollbartträger mit den witzigen und außergewöhnlichen Texten! 123 Apple Tree schmetterte er schon an zweiter Stelle, bevor er (höchstwahrscheinlich neues) Material hinterherschickte, daß ich nicht kannte. Stilistisch wechselte er von Freak Folk zu Blues Rock und Pop und varierte auch die Stimmungen der Songs. Manches klang beschwingt und sommerlich- fröhlich, anderes wiederum melancholisch und sehr herbstlich. Ab Lied drei stieß dann auch ein Drummer hinzu, es handelte sich aber nicht um den üblichen Schlagzeuger der Band. Auch das Konzert von Dune war nicht sehr lang und nach ungefähr 35 Minuten kündugte er mit A Year In Zion, dem Titeltrack des letzten Albums, schon das letzte Stück an.
Unter dem Strich ein passabler Abend, der aber kein Konzert abwarf, daß es in meine Jahres Top 20 schaffen könnte.
Aus unserem Archiv:
Nina Kinert, Paris, 25.09.09
Nina Kinert, Köln, 14.04.08
Herman Dune, Paris, 26.09.09
Herman Dune, Cergy Pontoise, 05.07.09
Herman Dune, Paris, 02.12.08
Herman Dune, Köln, 22.08.07
Herman Dune, Paris, 02.07.07