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Fest van Cleef, Bielefeld, 12.12.10

Konzert: Fest van Cleef
Datum: 12.12.2010
Ort: Ringlokschuppen, Bielefeld


- von Johannes von HerrSalami.de -

Das sehr, sehr gute Ham­bur­ger Label „Grand Hotel van Cleef“ bat zum all­jähr­li­chen „Fest van Cleef“ (Rück­blick: 2009) und weil ich mich ein­ge­la­den ge­fühlt habe, war ich letz­ten Sonn­tag im Bie­le­fel­der Rin­glok­schup­pen kör­per­lich und geis­tig zu­ge­gen. Und Heis­sa, es war ein Fest! Es gab Glüh­wein, Brat­wurst und Heiz­pil­ze, aber nur im Drau­ßen­be­reich für Rau­cher und Frisch­luft­fe­ti­schis­ten, die ei­gent­li­che Ver­an­stal­tung fand in einer Halle statt. Mit acht Bands auf zwei Büh­nen, so dass man immer hin und her wan­dern muss­te. Wie ein rich­ti­ges Fes­ti­val fühl­te es sich also im­mer­hin be­dingt an, aber das Wich­tigs­te an sol­chen Ver­an­stal­tun­gen (Aus­nah­men: Wa­cken, Rock im Park, Rock am Ring, etc.) ist ja oh­ne­hin die Musik. Und die war prima. Ein klei­ner Ein­trag ins Kon­zert­ta­ge­buch.


Ich ar­bei­te mal chro­no­lo­gisch den Ab­lauf­plan ab: Beat!Beat!Beat! sah ich be­reits zum drit­ten Mal und ir­gend­wie werde ich mit die­ser Band nicht warm. Ja, nette Musik ma­chen sie ja be­stimmt, aber meine ehe­ma­li­ge Sitz­nach­ba­rin aus dem Che­mie­un­ter­richt ist auch nett und den­noch weiß ich ihren Nach­na­men nicht mehr. Im­mer­hin konn­te man die durch das lang­wei­li­ge erste Kon­zert ge­won­ne­ne Zeit in Al­ko­hol-​ und Fan­ar­ti­kel­kon­sum in­ves­tie­ren. Da­nach: wan­dern zur Bühne zwei, wo Tim Neu­haus auf der Bühne her­um­sound­check­te. Ich setz­te mich mit mei­ner mich be­glei­ten­den Freun­din an den Büh­nen­rand, da spa­zier­ten Nils Koppruch und Gis­bert zu Kny­phau­sen an uns vor­bei – Gis­bert hielt inne und er­in­ner­te sich: „Ihr wart doch auch in Ober­hau­sen, oder?“ Ja, waren wir – und tags zuvor auch in Müns­ter. Wir ver­ab­schie­de­ten uns wahr­heits­ge­mäß mit „Und nächs­ten Frei­tag sehen wir dich schon wie­der, in Ham­burg!“. Scheiß Grou­pies sind wir. Aber ei­gent­lich woll­te ich was zu Tim Neu­haus sagen, kann ich aber nicht, da mir von sei­nem Pro­gramm nichts im Ohr ge­blie­ben ist. War so ein Song­wri­ter-​Ge­schwur­bel mit Drum­mer. War viel­leicht gut. Viel­leicht aber auch nur so naja. Und be­stimmt was fürs Radio. Also wei­ter zu den mir vorab völ­lig un­be­kann­ten Young Rebel Set. Bri­ti­sche Hut-, Bart- und Un­ter­hem­den­trä­ger, also sehr sym­pa­thisch. Mu­si­ka­lisch ir­gend­wo zwi­schen The Po­gues, Mum­ford & Sons und den Fleet Foxes. Aber beim ers­ten Hören lei­der auch nur nett.


Da­nach be­gann für mich der Fes­ti­val­tag. Nils Koppruch war schließ­lich nicht nur zum Spa­zie­ren­ge­hen nach Bie­le­feld ge­kom­men. Ir­gend­je­mand hat mal ge­schrie­ben, dass er der deut­sche Tom Waits sei. Aber das ist eine noch grö­ße­re Lüge, als wenn ich sagen würde, dass Bir­nen und Äpfel fast das Glei­che wären. Ein ziem­li­cher Schrat ist Koppruch (siehe Bild) den­noch, denn er nennt au­ßer­ge­wöhn­lich un­schö­ne Cow­boy­stie­fel und einen Drei­ßig­ta­ge­bart sein eigen. Sein ak­tu­el­les Album „Ca­ru­so“ ist einer der bes­ten Ton­trä­ger des Jah­res, üb­ri­gens. Auch auf der Bie­le­fel­der Bühne funk­tio­nier­ten seine Stü­cke, ge­tra­gen nur von Gi­tar­re (wahl­wei­se: Banjo), Bass und Koppruchs mar­kan­ter Stim­me, ziem­lich gut. Er sang von Liebe, Zwei­feln und (ge­mein­sam mit zu Kny­phau­sen) der Aus­sicht. Ja, das war sehr gut. Und wenn wir schon bei „sehr gut“ und Gis­bert sind: Gis­bert zu Kny­phau­sen ist so­wie­so der un­an­ge­foch­te­ne Spit­zen­rei­ter in den Lie­der­ma­cher­charts. Auch wenn er sei­nen Vor­sprung bei sei­nem sonn­täg­li­chen Akus­tik­gi­tar­ren­auf­tritt nicht aus­bau­en konn­te, da er ohne Band eben deut­lich an Wucht und Gän­se­haut­mo­men­ten ver­liert. Egal, Frei­tag in Ham­burg sind die Her­ren Band­kol­le­gen ja wie­der dabei.


Es folg­ten Bier­stand­vi­si­ta­tio­nen und ver­spä­te­tes Ein­tref­fen beim Auf­tritt des aus­tra­li­schen In­die-​Rock-​Du­os An Horse. Ein Drum­mer und eine Gi­tar­ris­tin. Ich weiß zu wenig über die Band, um an die­ser Stel­le nicht (wie alle an­de­ren auch) „The White Stri­pes!“ zu rufen, Ver­zei­hung. Scheint aber gute Musik zu sein. Schön auch, dass wäh­rend des Auf­tritts Nils Koppruch aus Grün­den zu mir kam und mir nach einem klei­nen Plausch eine Zi­ga­ret­te anbot. Jetzt ist er end­gül­tig mein Lieb­lings­sch­rat. Zu An Horse ver­mag ich hin­ge­gen lei­der nichts mehr zu be­rich­ten, daher schnell wei­ter zum heim­li­chen Head­liner Thees Uhl­mann, der be­glei­tet von be­freun­de­ten Mu­si­kern zu­nächst zwei Tom­te-​Klas­si­ker („Das hier ist Fuß­ball“, „Die Schön­heit der Chan­ce“) und an­schlie­ßend Titel von sei­nem im nächs­ten Jahr er­schei­nen­den So­lo­al­bum spiel­te. Es bleibt dabei: Uhl­mann, Grün­dungs­pa­pa vom Grand Hotel van Cleef und seit Jah­ren schon der al­ber­ne Weise der deut­schen Pop­kul­tur, ist ein echt prima Kerl. Und ich möch­te pro­gnos­ti­zie­ren, dass sein So­lo­al­bum ein ech­tes Feu­er­werk wird.


Die Kri­ti­ker wer­den zwar schrei­ben, dass sich die Song­struk­tu­ren zu sehr äh­neln und dass er immer noch ein wenig nu­schelt, aber die­sen Leu­ten möch­te ich jetzt schon sagen: Fres­se. Bei Uhl­mann selbst muss ich mich al­ler­dings auch be­schwe­ren, denn mir an einem Abend der­ma­ßen viele Ohr­wür­mer ins Hirn schie­ßen, ohne dass ich zu Hause auf Ton­trä­ger­auf­nah­men zu­rück­grei­fen kann und auf YouTu­be-​Mit­schnit­te an­ge­wie­sen bin – fies und ge­mein. Trotz­dem ist Uhl­mann einer der Bes­ten unter all den Guten, al­lein schon wegen Song­ti­teln wie Zum Lai­chen und Ster­ben zie­hen die Lach­se den Fluss hin­auf“. Am Epo­chi­als­ten ist al­ler­dings der zwei Sätze zuvor ver­link­te Song na­mens „Und Jay-Z singt uns ein Lied“ (wer genau hin­hört, be­merkt zum Ende des Lie­des zwei Text­zei­len­ver­wechs­ler des mit­sin­gen­den Gi­tar­ris­ten): „Und wie häu­fig schlägt dein Herz? Wie häu­fig siehst du him­mel­wärts? Und wie häu­fig stehst du auf und freust du dich dar­auf? Und Jay-Z singt uns ein Lied“ singt Thees und wenn das Lied nach drei Mi­nu­ten so tut, als wäre es vor­bei, hauen einem die Gi­tar­ren noch ein­mal mäch­tig in die Fres­se und föh­nen einem die Gän­se­haut auf die Arme. Sap­per­lot! Groß. So viel Ap­plaus spen­de­te ich sel­ten.


Ganz wenig Klat­sche­rei be­ka­men zum Ab­schluss des Tages Kett­car spen­diert, al­ler­dings nur des­we­gen, weil letz­te Züge am Bahn­hof er­reicht wer­den woll­ten. Mit dem un­ge­wöhn­li­cher­wei­se nicht zum Kon­zer­ten­de, son­dern schon nach vier Songs ge­spiel­ten „Balu“ in den Ohren ver­lie­ßen wir fro­hen Mutes den Rin­glok­schup­pen und be­ga­ben uns in die ost­west­fä­li­sche Kälte. Feste soll man fei­ern, wie sie fal­len – sagt der Volks­mund. Aus die­sem Sprüch­lein ließe sich si­cher ein lus­ti­ges Fazit für das Fest van Cleef 2010 bas­teln, aber schlech­te Wort­spie­le hebe ich mir lie­ber für die nächs­te Kurz­ge­schich­te auf. Statt­des­sen möch­te ich die­sen klei­nen Be­richt schlie­ßen mit: bis nächs­tes Jahr, Grand Hotel van Cleef-​Men­schen!

(Danke an An­ni­ka! Auch für die Bil­der.)


Fest van Cleef, Bielefeld, 12.12.10

Konzert: Fest van Cleef
Datum: 12.12.2010
Ort: Ringlokschuppen, Bielefeld


- von Johannes von HerrSalami.de -

Das sehr, sehr gute Ham­bur­ger Label „Grand Hotel van Cleef“ bat zum all­jähr­li­chen „Fest van Cleef“ (Rück­blick: 2009) und weil ich mich ein­ge­la­den ge­fühlt habe, war ich letz­ten Sonn­tag im Bie­le­fel­der Rin­glok­schup­pen kör­per­lich und geis­tig zu­ge­gen. Und Heis­sa, es war ein Fest! Es gab Glüh­wein, Brat­wurst und Heiz­pil­ze, aber nur im Drau­ßen­be­reich für Rau­cher und Frisch­luft­fe­ti­schis­ten, die ei­gent­li­che Ver­an­stal­tung fand in einer Halle statt. Mit acht Bands auf zwei Büh­nen, so dass man immer hin und her wan­dern muss­te. Wie ein rich­ti­ges Fes­ti­val fühl­te es sich also im­mer­hin be­dingt an, aber das Wich­tigs­te an sol­chen Ver­an­stal­tun­gen (Aus­nah­men: Wa­cken, Rock im Park, Rock am Ring, etc.) ist ja oh­ne­hin die Musik. Und die war prima. Ein klei­ner Ein­trag ins Kon­zert­ta­ge­buch.


Ich ar­bei­te mal chro­no­lo­gisch den Ab­lauf­plan ab: Beat!Beat!Beat! sah ich be­reits zum drit­ten Mal und ir­gend­wie werde ich mit die­ser Band nicht warm. Ja, nette Musik ma­chen sie ja be­stimmt, aber meine ehe­ma­li­ge Sitz­nach­ba­rin aus dem Che­mie­un­ter­richt ist auch nett und den­noch weiß ich ihren Nach­na­men nicht mehr. Im­mer­hin konn­te man die durch das lang­wei­li­ge erste Kon­zert ge­won­ne­ne Zeit in Al­ko­hol-​ und Fan­ar­ti­kel­kon­sum in­ves­tie­ren. Da­nach: wan­dern zur Bühne zwei, wo Tim Neu­haus auf der Bühne her­um­sound­check­te. Ich setz­te mich mit mei­ner mich be­glei­ten­den Freun­din an den Büh­nen­rand, da spa­zier­ten Nils Koppruch und Gis­bert zu Kny­phau­sen an uns vor­bei – Gis­bert hielt inne und er­in­ner­te sich: „Ihr wart doch auch in Ober­hau­sen, oder?“ Ja, waren wir – und tags zuvor auch in Müns­ter. Wir ver­ab­schie­de­ten uns wahr­heits­ge­mäß mit „Und nächs­ten Frei­tag sehen wir dich schon wie­der, in Ham­burg!“. Scheiß Grou­pies sind wir. Aber ei­gent­lich woll­te ich was zu Tim Neu­haus sagen, kann ich aber nicht, da mir von sei­nem Pro­gramm nichts im Ohr ge­blie­ben ist. War so ein Song­wri­ter-​Ge­schwur­bel mit Drum­mer. War viel­leicht gut. Viel­leicht aber auch nur so naja. Und be­stimmt was fürs Radio. Also wei­ter zu den mir vorab völ­lig un­be­kann­ten Young Rebel Set. Bri­ti­sche Hut-, Bart- und Un­ter­hem­den­trä­ger, also sehr sym­pa­thisch. Mu­si­ka­lisch ir­gend­wo zwi­schen The Po­gues, Mum­ford & Sons und den Fleet Foxes. Aber beim ers­ten Hören lei­der auch nur nett.


Da­nach be­gann für mich der Fes­ti­val­tag. Nils Koppruch war schließ­lich nicht nur zum Spa­zie­ren­ge­hen nach Bie­le­feld ge­kom­men. Ir­gend­je­mand hat mal ge­schrie­ben, dass er der deut­sche Tom Waits sei. Aber das ist eine noch grö­ße­re Lüge, als wenn ich sagen würde, dass Bir­nen und Äpfel fast das Glei­che wären. Ein ziem­li­cher Schrat ist Koppruch (siehe Bild) den­noch, denn er nennt au­ßer­ge­wöhn­lich un­schö­ne Cow­boy­stie­fel und einen Drei­ßig­ta­ge­bart sein eigen. Sein ak­tu­el­les Album „Ca­ru­so“ ist einer der bes­ten Ton­trä­ger des Jah­res, üb­ri­gens. Auch auf der Bie­le­fel­der Bühne funk­tio­nier­ten seine Stü­cke, ge­tra­gen nur von Gi­tar­re (wahl­wei­se: Banjo), Bass und Koppruchs mar­kan­ter Stim­me, ziem­lich gut. Er sang von Liebe, Zwei­feln und (ge­mein­sam mit zu Kny­phau­sen) der Aus­sicht. Ja, das war sehr gut. Und wenn wir schon bei „sehr gut“ und Gis­bert sind: Gis­bert zu Kny­phau­sen ist so­wie­so der un­an­ge­foch­te­ne Spit­zen­rei­ter in den Lie­der­ma­cher­charts. Auch wenn er sei­nen Vor­sprung bei sei­nem sonn­täg­li­chen Akus­tik­gi­tar­ren­auf­tritt nicht aus­bau­en konn­te, da er ohne Band eben deut­lich an Wucht und Gän­se­haut­mo­men­ten ver­liert. Egal, Frei­tag in Ham­burg sind die Her­ren Band­kol­le­gen ja wie­der dabei.


Es folg­ten Bier­stand­vi­si­ta­tio­nen und ver­spä­te­tes Ein­tref­fen beim Auf­tritt des aus­tra­li­schen In­die-​Rock-​Du­os An Horse. Ein Drum­mer und eine Gi­tar­ris­tin. Ich weiß zu wenig über die Band, um an die­ser Stel­le nicht (wie alle an­de­ren auch) „The White Stri­pes!“ zu rufen, Ver­zei­hung. Scheint aber gute Musik zu sein. Schön auch, dass wäh­rend des Auf­tritts Nils Koppruch aus Grün­den zu mir kam und mir nach einem klei­nen Plausch eine Zi­ga­ret­te anbot. Jetzt ist er end­gül­tig mein Lieb­lings­sch­rat. Zu An Horse ver­mag ich hin­ge­gen lei­der nichts mehr zu be­rich­ten, daher schnell wei­ter zum heim­li­chen Head­liner Thees Uhl­mann, der be­glei­tet von be­freun­de­ten Mu­si­kern zu­nächst zwei Tom­te-​Klas­si­ker („Das hier ist Fuß­ball“, „Die Schön­heit der Chan­ce“) und an­schlie­ßend Titel von sei­nem im nächs­ten Jahr er­schei­nen­den So­lo­al­bum spiel­te. Es bleibt dabei: Uhl­mann, Grün­dungs­pa­pa vom Grand Hotel van Cleef und seit Jah­ren schon der al­ber­ne Weise der deut­schen Pop­kul­tur, ist ein echt prima Kerl. Und ich möch­te pro­gnos­ti­zie­ren, dass sein So­lo­al­bum ein ech­tes Feu­er­werk wird.


Die Kri­ti­ker wer­den zwar schrei­ben, dass sich die Song­struk­tu­ren zu sehr äh­neln und dass er immer noch ein wenig nu­schelt, aber die­sen Leu­ten möch­te ich jetzt schon sagen: Fres­se. Bei Uhl­mann selbst muss ich mich al­ler­dings auch be­schwe­ren, denn mir an einem Abend der­ma­ßen viele Ohr­wür­mer ins Hirn schie­ßen, ohne dass ich zu Hause auf Ton­trä­ger­auf­nah­men zu­rück­grei­fen kann und auf YouTu­be-​Mit­schnit­te an­ge­wie­sen bin – fies und ge­mein. Trotz­dem ist Uhl­mann einer der Bes­ten unter all den Guten, al­lein schon wegen Song­ti­teln wie Zum Lai­chen und Ster­ben zie­hen die Lach­se den Fluss hin­auf“. Am Epo­chi­als­ten ist al­ler­dings der zwei Sätze zuvor ver­link­te Song na­mens „Und Jay-Z singt uns ein Lied“ (wer genau hin­hört, be­merkt zum Ende des Lie­des zwei Text­zei­len­ver­wechs­ler des mit­sin­gen­den Gi­tar­ris­ten): „Und wie häu­fig schlägt dein Herz? Wie häu­fig siehst du him­mel­wärts? Und wie häu­fig stehst du auf und freust du dich dar­auf? Und Jay-Z singt uns ein Lied“ singt Thees und wenn das Lied nach drei Mi­nu­ten so tut, als wäre es vor­bei, hauen einem die Gi­tar­ren noch ein­mal mäch­tig in die Fres­se und föh­nen einem die Gän­se­haut auf die Arme. Sap­per­lot! Groß. So viel Ap­plaus spen­de­te ich sel­ten.


Ganz wenig Klat­sche­rei be­ka­men zum Ab­schluss des Tages Kett­car spen­diert, al­ler­dings nur des­we­gen, weil letz­te Züge am Bahn­hof er­reicht wer­den woll­ten. Mit dem un­ge­wöhn­li­cher­wei­se nicht zum Kon­zer­ten­de, son­dern schon nach vier Songs ge­spiel­ten „Balu“ in den Ohren ver­lie­ßen wir fro­hen Mutes den Rin­glok­schup­pen und be­ga­ben uns in die ost­west­fä­li­sche Kälte. Feste soll man fei­ern, wie sie fal­len – sagt der Volks­mund. Aus die­sem Sprüch­lein ließe sich si­cher ein lus­ti­ges Fazit für das Fest van Cleef 2010 bas­teln, aber schlech­te Wort­spie­le hebe ich mir lie­ber für die nächs­te Kurz­ge­schich­te auf. Statt­des­sen möch­te ich die­sen klei­nen Be­richt schlie­ßen mit: bis nächs­tes Jahr, Grand Hotel van Cleef-​Men­schen!

(Danke an An­ni­ka! Auch für die Bil­der.)


Gisbert zu Knyphausen, Rüsselsheim, 10.07.10


Konzert: Gisbert zu Knyphausen
Ort: Phono-Pop Festival, Opelgelände, Rüsselsheim
Datum: 10.07.2010
Dauer: knapp 65 min


Seit einiger Zeit höre ich immer wieder, daß ich mir dringend Gisbert zu Knyphausen ansehen solle, weil mir seine Konzerte sicher gefallen würden. Bis heute habe ich das verpasst, das toll besetzte Phono-Pop Festival bot die Möglichkeit, diese Ignoranz zu korrigieren.

Der Local Boy zu Knyphausen (geboren in Wiesbaden, aufgewachsen im Rheingau) begann parallel mit der Berichterstattung des Spiels um Platz drei, das im nächsten Innenhof des Opelgeländes gezeigt wurde. Auf das hätte ich auch ohne Festival keine Lust gehabt, denn Trostpreise enthalten mir immer schon viel zu viel Tristesse.

Melancholie gehört auf Bühnen, nicht auf Fußballplätze. Also stand ich ganz richtig vor der Hauptbühne und war gespannt auf den in Berlin lebenden Sänger. Gisbert zu Knyphausen wurde von seiner vierköpfigen Band begleitet, von Keyboarder und Gitarrist Robert*, Schlagzeuger Sebastian, Gitarrist Jens und Bassist Frenzy.

80% der Band sahen aus, wie Hamburger oder Berliner Bands eben aussehen. Jung, mehr oder weniger schüttere Haare, aber kurz, T-Shirt oder schlichtes Hemd und
Jeans. Schwarzes Hemd mit bunten Schmetterlingen, Sonnenbrille und weiße Mähne erinnerten mehr an BAP oder Wolf Maahn Band, gehörten aber zum Bassisten der Band. Doofe Oberflächlichkeiten - aber die Schmetterlinge waren zu toll, um zu zu verschweigen!

Zur Musik: Leute, die Kettcar, Tomte, Element Of Crime oder anderen deutschen Indie hassen, werden mit Gisbert zu Knyphausen vermutlich wenig anfangen können. Die anderen werden sehr angetan sein. Ich zum Beispiel.

Die gespielten Stücke stammten zunächst einmal vom Debütalbum Gisbert zu
Knyphausen, so als vertraue der Künstler den älteren Songs mehr. Dabei ist das Nachfolgealbum bereits im April erschienen und hatte mehr als ordentliche Chartplazierungen.

Auch für den Auftritt des emigrierten Hessen gilt, was ich zu I Am Kloot geschrieben habe. Aus Berichterstattersicht ein undankbares Konzert, weil wenig Musikfernes passiert. Kleine Episoden am Rande machen es einfach, über Auftritte zu schreiben, fehlen die, muß man mehr über Musik schreiben, was viel gefährlicher ist, weil es die vielen Bildungslücken bloßstellt (ich habe aber gerade festgestellt, daß es auch andere Wege gibt, dies zu
umgehen). Trotzdem gab es auch bei Gisbert zu Knyphausen eine köstliche kleine Episode. Während des zweiten Lieds (passenderweise Flugangst), schmiss der Schlagzeuger einen kaputten Drumstick auf den Keyboarder. Der drehte sich ein wenig verstört um, lachte aber. Musikerhumor.

Obwohl mir die gute Stunde durchgängig gut gefiel, mochte ich die Phasen am liebsten, wenn es lauter wurde. Grau, grau, grau zum Beispiel war herausragend. Laut passt irgenwie besser zu 36 Grad Außentemperatur.

Was bin ich froh, endlich meine Ignoranz abgelegt zu haben und mir die Berliner einmal angesehen habe. Die sind toll! Und das war sicher nicht mein letztes Konzert mit ihnen!

Setlist Gisbert zu Knyphausen, Phono-Pop Festival:

01: So seltsam durch die Nacht
02: Flugangst
03: Erwischt
04: Hurra! Hurra! So nicht.
05: Kräne
06: Ich bin ein Freund von Klischees und funkelnden Sternen
07: Dreh dich nicht um
08: Seltsames Licht
09: Grau, grau, grau
10: Der Blick in deinen Augen
11: Sommertag
12: Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten
13: Neues Jahr
14: Nichts als Gespenster

* Ich bin recht sicher, daß Gisbert den Keyboarder als Robert vorgestellt hat. Laut myspace heißt sein (regulärer) Tastenmann Gunnar.



Gisbert zu Knyphausen, Rüsselsheim, 10.07.10


Konzert: Gisbert zu Knyphausen
Ort: Phono-Pop Festival, Opelgelände, Rüsselsheim
Datum: 10.07.2010
Dauer: knapp 65 min


Seit einiger Zeit höre ich immer wieder, daß ich mir dringend Gisbert zu Knyphausen ansehen solle, weil mir seine Konzerte sicher gefallen würden. Bis heute habe ich das verpasst, das toll besetzte Phono-Pop Festival bot die Möglichkeit, diese Ignoranz zu korrigieren.

Der Local Boy zu Knyphausen (geboren in Wiesbaden, aufgewachsen im Rheingau) begann parallel mit der Berichterstattung des Spiels um Platz drei, das im nächsten Innenhof des Opelgeländes gezeigt wurde. Auf das hätte ich auch ohne Festival keine Lust gehabt, denn Trostpreise enthalten mir immer schon viel zu viel Tristesse.

Melancholie gehört auf Bühnen, nicht auf Fußballplätze. Also stand ich ganz richtig vor der Hauptbühne und war gespannt auf den in Berlin lebenden Sänger. Gisbert zu Knyphausen wurde von seiner vierköpfigen Band begleitet, von Keyboarder und Gitarrist Robert*, Schlagzeuger Sebastian, Gitarrist Jens und Bassist Frenzy.

80% der Band sahen aus, wie Hamburger oder Berliner Bands eben aussehen. Jung, mehr oder weniger schüttere Haare, aber kurz, T-Shirt oder schlichtes Hemd und
Jeans. Schwarzes Hemd mit bunten Schmetterlingen, Sonnenbrille und weiße Mähne erinnerten mehr an BAP oder Wolf Maahn Band, gehörten aber zum Bassisten der Band. Doofe Oberflächlichkeiten - aber die Schmetterlinge waren zu toll, um zu zu verschweigen!

Zur Musik: Leute, die Kettcar, Tomte, Element Of Crime oder anderen deutschen Indie hassen, werden mit Gisbert zu Knyphausen vermutlich wenig anfangen können. Die anderen werden sehr angetan sein. Ich zum Beispiel.

Die gespielten Stücke stammten zunächst einmal vom Debütalbum Gisbert zu
Knyphausen, so als vertraue der Künstler den älteren Songs mehr. Dabei ist das Nachfolgealbum bereits im April erschienen und hatte mehr als ordentliche Chartplazierungen.

Auch für den Auftritt des emigrierten Hessen gilt, was ich zu I Am Kloot geschrieben habe. Aus Berichterstattersicht ein undankbares Konzert, weil wenig Musikfernes passiert. Kleine Episoden am Rande machen es einfach, über Auftritte zu schreiben, fehlen die, muß man mehr über Musik schreiben, was viel gefährlicher ist, weil es die vielen Bildungslücken bloßstellt (ich habe aber gerade festgestellt, daß es auch andere Wege gibt, dies zu
umgehen). Trotzdem gab es auch bei Gisbert zu Knyphausen eine köstliche kleine Episode. Während des zweiten Lieds (passenderweise Flugangst), schmiss der Schlagzeuger einen kaputten Drumstick auf den Keyboarder. Der drehte sich ein wenig verstört um, lachte aber. Musikerhumor.

Obwohl mir die gute Stunde durchgängig gut gefiel, mochte ich die Phasen am liebsten, wenn es lauter wurde. Grau, grau, grau zum Beispiel war herausragend. Laut passt irgenwie besser zu 36 Grad Außentemperatur.

Was bin ich froh, endlich meine Ignoranz abgelegt zu haben und mir die Berliner einmal angesehen habe. Die sind toll! Und das war sicher nicht mein letztes Konzert mit ihnen!

Setlist Gisbert zu Knyphausen, Phono-Pop Festival:

01: So seltsam durch die Nacht
02: Flugangst
03: Erwischt
04: Hurra! Hurra! So nicht.
05: Kräne
06: Ich bin ein Freund von Klischees und funkelnden Sternen
07: Dreh dich nicht um
08: Seltsames Licht
09: Grau, grau, grau
10: Der Blick in deinen Augen
11: Sommertag
12: Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten
13: Neues Jahr
14: Nichts als Gespenster

* Ich bin recht sicher, daß Gisbert den Keyboarder als Robert vorgestellt hat. Laut myspace heißt sein (regulärer) Tastenmann Gunnar.